Gehen wir mal weiter: Dank der Einmischung des Magiers, kommt heraus, dass eine Falschaussage getätigt wurde. Du hast hier gut dargestellt, weshalb es den adeligen Hauptmann nicht treffen wird, weil man ihm nichts nachweisen kann.
Aber was ist mit dem Bäcker, der die Falschaussage eingeräumt hat? Natürlich kann man eine Falschaussage tätigen und damit durchkommen. Vor allen in einer mittelalterlichen Welt, wo der Leumund eine entscheidene Rolle spielt.
Aber wenn man gesteht, dass man gelogen hat, muss es auch Konsequenzen für ihn geben. Und zwar schmerzhafte. In einer Welt, wo bei Diebstahl die Hand abgeschlagen wird, ist das Rechtssystem auf Härte programmiert. Daher kann der Bäcker nicht einfach seines Weges gehen. Er müsste mindestens eine hohe Geldstrafe zahlen, an den Pranger gestellt und unter Umständen seinen Laden verlieren, zumindest aber seinen Rang als Meister verlieren und aus der Zunft/Gilde ausgeschlossen werden, was dann schnell bedeutet, dass er zum Beispiel seinen Laden nicht mehr am Markt unterhalten darf, sondern irgendwo in der Unterstadt.
Der Mann ist also ruiniert. Was dann wiederum die Frage aufwirft, wie hoch die Summe sein wird, die der korrupte Hauptmann da zahlen müsste.
Und es wirft die Frage auf, ob der Bäcker, der jetzt ruiniert ist, nicht den Hauptmann erpressen möchte. In seinen Kopf ist ein hässliches Geheimnis verborgen, welches er gerne den Schwarzmagiern zugänglich macht.
Denn die nächste Frage: Wenn der Junge das Abhacken seiner Hand überlebt, werden die Angehörigen (die ziemlich sicher ihren Nachwuchs mehr glauben als einer korrupten Stadtgarde) vor Wut kochen, Rache schwören und wenn diese clever sind, sich an das Gericht wenden und eine Gedankenlesung durch einen Schwarzmagier verlangen. Du müsstest also entweder darstellen, warum das nicht geht (dritte Stand darf dies z.B. nicht), oder müsstest darstellen, welche Entschädigung dann der Bäcker zu leisten hat (mit den hier erwähnten Strafen und Auswirkungen).
Auch das lässt die Summe, die der Hauptmann für die Bestechung zahlen muss, gerade explodieren. So hoch, dass die ganze Szene langsam unglaubwürdig wird.
Außerdem ist die Gefahr extrem hoch, dass er im Falle einer Verhaftung (vielleicht sogar bei der Lesung durch einem Schwarzmagier) die Bestechung auffällt. Das würde sehr negativ auf den Hauptmann zurückfallen. Da dieser dem Adel angehört, wird ihm nicht viel passieren (nur Geldstrafe), aber sein Ruf wird ruiniert sein und er wäre damit mittelfristig auch sein Amt los.
Also bei der Zukunftsaussicht, macht es mehr Sinn. dass der Bäcker alles ableugnet oder versucht umgehend zu fliehen.
Keinen Sinn macht es, wenn er straflos davonkommt. Sonst würde das ja jeder machen, in der Folge, dass es den Handel zerstören würde. Wer würde schon mit seinen Gegenüber handeln wollen, wenn der nach Kauf laut herumbrüllen würde, er wäre beklaut worden? Und ohne Gerichtsverfahren Gliedmaßen abgeschlagen werden?
Und ein Bäcker braucht Zulieferer aus der Unterschicht (Bauern). Wenn diese aber aus Angst um ihren Gewinn oder gar ihre Gesundheit nicht mit der Mittelschicht handeln, verhungern die alle. Macht auch keinen Sinn.