Beiträge von Rainbow

    Hey Sensenbach :)


    Der Teil hat mir ein bisschen zu schaffen gemacht. Ich kann mir nicht helfen, aber ich habe das Gefühl, dass du ein wenig zu schnell durch die Geschichte jagst. Viele Dinge werden nur so nebenbei erwähnt und bleiben dadurch oberflächlich. Es wirkt deshalb auf mich ein bisschen slapstickmäßig, aber das kann ja durchaus von dir gewollt sein. (Beispiel: Die Gedankengänge unseres Protas oder wie Ralf den Soldaten entwaffnet) Das war mir in den vorherigen Teilen nicht so extrem aufgefallen.


    Ansonsten sind hier ein paar Flüchtigkeitsfehler drin, die ich sonst so gar nicht von dir bzw. deinen Texten gewöhnt bin. :hmm: Zwischendurch kam mir mal kurz der Gedanke, ob du das wirklich geschrieben hast. :rofl:Sorry, ich bin jetzt einfach mal ehrlich :pardon:


    Wenn du hier ein bisschen herumexperimentieren möchtest, finde ich das völlig okay. Manchmal braucht man das vielleicht auch so als Nebenprojekt. Eine Story, in der man sich austoben kann und wo man sich nicht mit weiß Gott was für Charakterstudien oder Weltenbauthemen auseinandersetzen muss. Das kann ja auch durchaus sehr befreiend sein. ^^



    LG,

    Rainbow

    Danke wie immer für eure Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge. Ich habe schon einige Dinge ausgebessert und angepasst. ^^


    Wie geil, ich wollte gerade schon Kirishas Spoiler mit "Susan" benennen. Hab`s erst kurz vorm Absenden bemerkt. Das wäre bestimmt lustig geworden :rofl:





    Okay, dann wollen wir mal :D


    Also, die Fortsetzung von "Unter Dämonen" hat mir sehr gut gefallen. Wie sich Murissa da versteckt hält und mit ansehen muss, wie die Hexe voller Verzweiflung versucht zu fliehen (man fragt sich nur, wo sie hin will, da sie sich in ihrer grenzenlosen Angst ja unter die Erde gräbt, von wo aus es für sie überhaupt keinen Ausweg mehr gibt.. aber okay, wir verbuchen das mal unter kopflose Panik :rofl:)


    Ich hätte allerdings noch ein paaar klarere Worte von Turris erwartet, als sie dann kleinlaut hochgekrochen kommt und auch noch Murissa beschuldigt.

    Das mit dem "Schlürfen" und "Gurgeln" habe ich übrigens zuerst nicht ganz kapiert. Ich meine, dass damit das Wasser gemeint war, welches ja offenbar von unten plötzlich aus der Erdspalte hochstieg.


    Ansonsten fand ich den Part aber, wie gesagt, super! Das war jetzt richtig spannend und man konnte Murissas Angst sehr gut nachfühlen.


    Einen Moment lang befiel mich ein schlechtes Gewissen. Aber das verflog bald. So, er war enttäuscht? Ob er sich wohl vorstellen konnte, wie fürchterlich, wie bodenlos enttäuscht ich von ihm war? Wie hatte er wagen können, dieses Geheimnis vor mir zu verbergen!

    In der Hand hielt er seinen Schild so zwischen sich und mich, dass seine Strahlen dagegen prallten und nicht gegen mich. Es hörte sich an, als prasselte ein Hagelschauer auf das Metall.

    Ich überlege gerade was. Nur eine Idee: Was wäre, wenn man den durchgestrichenen Teil wegnehmen würde und sie stattdessen sagen würde:


    Aber das verflog in dem Moment, als ich das grausame Geräusches wahrnahm, welches seine Strahlen auf dem Schild verursachte, den er zum Schutz zwischen uns hielt. Wie ein niederprasselnder Hagelschauer schlug die dämonische Energie, welche von ihm ausging, auf das harte unnachgiebige Metall und erinnerte mich auf ernüchternde Weise daran, dass er mich offenbar ebenso getäuscht hatte.


    (irgendwie so :hmm:?)


    Er wartete nicht länger ab, sondern legte einen Arm unter meine Schulter und zog mich hoch. Mechanisch versuchte ich zu gehen, in der Hoffnung, ich könnte vielleicht flüchten. Aber keine Chance. Schon beim ersten Auftreten durchfuhr meinen Fuß ein brüllender Schmerz. Ich war ihm ausgeliefert.

    Das könnte man noch ein klein wenig ausführlicher machen. Er fasst sie jetzt an. Was macht das mit ihr? Intensiviert das das Gefühl? Ihr Gedanke mit der Flucht kommt mir hier irgendwie absurd vor...Dass sie nicht mehr laufen kann ist eigentlich schon genug Verzweiflungsnahrung, da kann man schön drauf aufbauen...


    Vielleicht so: Seine Berührung fuhr mir wie ein Stromschlag unter die Haut. Hätte er mich nicht so fest gehalten, wäre ich vor ihm zurückgewichen, um dem seltsamen Kribbeln zu entkommen, das meinen Arm hinauffuhr und sich schließlich über meinen gesamten Körper ausbreitete.

    Mein kläglicher Versuch, sich aus seinem Griff zu befreien wurde duch den stechenden Schmerz in meinem Fuß jäh unterbrochen. Ich knickte weg und einzig seine schnelle Reaktion bewahrte mich vor einem unsanften Sturz. Er zog mich näher an sich heran .....blabla.... weißt du, was ich meine? Zeig doch, dass sie ihm ausgeliefert ist, statt es nur beiläufig zu erwähnen...das fände ich irgendwie cooler. (wobei es ja nur ihr Empfinden ist, denn eigentlich will er ihr ja gar nichts Böses. Eigentlich will er ihr ja nur helfen...damit kann man schön spielen. Ihre Angst noch ein bisschen ausschlachten. :D)


    „Du siehst mich so verhuscht an – stimmt was nicht?“, wisperte er leise.

    Okay, nachdem ich jetzt schon zum dritten Mal über dieses Wort stolpere kann ich es dir ja sagen: ich finde, es doof! :rofl:So, jetzt ist es raus!


    Es klingt mir in dieser Situation so "niedlich" und deshalb irgendwie unpassend. Er müsste in meinen Augen was anderes sagen, was Cooleres. Etwas, das zweideutig ist und auch Angst machen kann, um Murissa noch ein bisschen in ihrer Angstschleife gefangen zu halten...


    Kann er nicht auch ein bisschen sauer auf sie sein? Vor Sorge um sie? So nach dem Motto: Was in Dreiteufelsnamen hast du dir bloß dabei gedacht, einfach davonzulaufen?... Oder: Da lässt man dich einmal aus den Augen und schon blabla....Mit einer Mischung aus Sorge und beherrschter Wut (irgendwie so :hmm:) Ist jetzt nur so ne Idee, müsste man mal ein bisschen mit herumexperimentieren ^^


    Du kannst es auch machen, wie geplant, dann würde ich nur nicht "verhuscht" verwenden :pardon:Das Wort scheint dir aber irgendwie am Herzen zu liegen, oder?


    Ansonsten denke ich, dass du schon auf einem recht guten Weg bist! Auf jeden Fall gefällt es mir um ein Vielfaches besser, als die erste Version!

    Kiddel Fee


    Es gefällt mir sehr gut, wie Nate da entgegen jeglicher Vernunft aus dem Krankenzimmer flieht, weil er es bereut, Astra derart angefahren zu haben. :thumbsup:

    Die Offenbarung von Thyras kam jetzt nicht mehr ganz so überraschend, da man ja schon ahnen konnte, dass es da irgendeine Art von Verbindung zwischen ihm und Ivy geben muss. Dann ist er also der Großvater. Okay.

    Was neu war, ist die Info, dass Ivy ebenfalls eine Elementale des Lichts ist. Eine ganz interessante Entwicklung. Bin gespannt, was sie noch alles aufdecken werden :gamer:

    Danke, Etiam für dein Feedback :)


    Um schonmal deine Frage zum Schluss zu beantworten: Ja, für mich funktioniert das so.

    Okay, danke. Das war mir wichtig, weil mir nachher Zweifel kamen. ^^


    Ansonsten fand ich gut, dass wir hier zum Tribunal kamen und nicht noch weitere Zwischenstationen einlegen mussten.

    Ich wollte das auch nicht unnötig in die Länge ziehen...deshalb wird ja auch Vieles nur angedeutet. Aber in meiner ursprünglichen Version war dieses gesamte Kapitel, wie gesagt, gar nicht drin. Da habe ich das mit ein paar Sätzchen abgehandelt. Sie sah dies und das und danach passierte das...GÄHN!


    Insofern fand ich die Entscheidung, das auf dem Wege zu "zeigen" und es Emilia selbst erleben zu lassen, ungleich besser.


    (da sieht man mal, was so eine Überarbeitung bringt ^^)

    Ich bin mir mittlerweile auch sicher, dass sie das fühlt, was Elias zu dem Zeitpunkt gefühlt hatte.

    Ja, sie fühlt einerseits 1:1 was er damals gefühlt hat, empfindet aber auch selbst etwas dabei. Insofern vermischt sich da natürlich auch einiges. War nicht ganz einfach, das zu schreiben. Aber ich hoffe, es ist einigermaßen rübergekommen.


    Über das ende des Transfers war ich etwas überrascht. Wobei, eher über Emilias Reaktion. Sie wurde ja richtig aufgeputscht davon.

    Ja, richtig. Habe ich damals für mich so entschieden :pardon: Keine Ahnung, warum. Hat für mich einfach gepasst.


    An Elias "Kontaktfreudigkeit" muss ich mich zwar immer noch gewöhnen, aber an sich geht das ok, dass die beiden dann da zusammen sitzen.

    :rofl:Vielleicht erklärst du mir bei Gelegenheit mal, was du in dem Zusammenhang mit "Kontaktfreudigkeit" meinst. Spielst du damit auf die Umarmung an? Weil du sie in dem Moment unpassend findest? Ich habe da echt lange drüber nachgedacht, ob ich das so schreibe, aber dann dachte ich mir: Hey, er ist ein Engel. Ich glaube nicht, dass er sich in dem Moment Gedanken darüber macht, zurückgestoßen zu werden...deshalb tut er in dem Moment einfach das, wonach ihm ist :pardon:


    Eine Sache nur, die mich irritiert hatte. Emilia hat so viele Fragen im Kopf. Warum stellt sie nicht eine davon?

    Weil das die überforderte Autorin in eine Richtung gedrängt hätte, die sie nicht einschlagen wollte :rofl:

    Nein Quatsch! Ich habe diese Gedanken an der Stelle nachträglich auf Leserwunsch eingefügt, die waren nämlich ursprünglich gar nicht da drin...ich sehe ein, dass sie plausibel sind, aber ich wollte es halt nicht ausarten lassen. Bei diesen elenden Dialogen kommt man so schnell von Höckchen auf Stöckchen.


    Das Ende ist tückisch. Aber gut

    Sehr schön. :)


    MICH KRIEGST DU ABER NICHT SO EINFACH!

    Gut, dass DU nicht Emilia bist. :D


    Da ich das Ende dieses Kapitels schon hier herumliegen habe, schiebe ich es jetzt einfach mal hinterher.

    Ich habe es weitestgehend so gelassen, wie es war. Spontan ist mir nichts ins Auge gestochen, was ich heute anders geschrieben hätte, als vor fünf Jahren. Aber das hat ja nicht immer was zu sagen ... wenn euch also irgendwas unpassend oder anderweitig seltsam vorkommt, lasst es mich gerne wissen. ^^


    Heute bzw. morgen ist übrigens Jahrestag :) Schon wieder ein ganzes Jahr um, in dem ihr mich und meine Geschichte (diesmal Band II) begleitet. Also fühlt euch von mir auf einen "virtuellen Drink" eingeladen :beer: und ein riesengroßes Dankeschön an euch alle, die ihr noch immer dabei seid.




    Kapitel 13.2



    „Nils, oh mein Gott … Nils, sag doch was!“, entfuhr es Susan, während sie nach ihrem Freund tastete, der vornüber gebeugt in seinem Sitz hing. Mit zitternden Händen schnallte sie sich ab und krabbelte auf seine Seite, um sein Gesicht anzuheben. Eine dicke Platzwunde prangte an seinem Kopf, aus der sich eine nicht unbeachtliche Menge Blut den Weg über seine Schläfe und die Wangen hinunter suchte.
    Ihre Finger wanderten zu seinem Hals, legten sich auf die Stelle, an der sich der Puls ertasten ließ. Erleichtert stieß sie die Luft aus, als sie das stete Pochen wahrnahm.
    Mit wenigen Griffen entledigte sie sich ihrer Jacke und zog sich die Bluse über den Kopf, um mit dem Stoff die Blutung zu stoppen. Der tiefe klaffende Riss an Nils Haaransatz ließ keinen Zweifel dran, dass die Wunde genäht werden müsste.
    „So eine Scheiße!“, fluchte sie voller Verzweiflung. „Nils verdammt. Wach auf! Du kannst mich jetzt nicht alleine lassen. Ohne dich schaffe ich das nicht.“ Besorgt betrachtete sie ihren Freund, von dem keinerlei Reaktion kam.
    Wäre er nicht blutüberströmt gewesen, hätte man meinen können, er schlafe, so friedlich, wie er da lag. Erschöpft und resigniert ließ sie ihren Kopf gegen seinen schlaffen Körper sinken und ließ ihren Tränen freien Lauf. Das Gefühl von Hilflosigkeit wurde übermächtig. Es lähmte sie. Ließ sie keinen klaren Gedanken fassen. Die Sekunden vergingen, zogen sich ins Unendliche.
    Du musst etwas unternehmen, Susan. Nils braucht Hilfe. Sofort!
    Mit einem Mal rappelte sie sich wieder auf.
    „Ich werde uns hier rausholen“, sagte sie mit zittriger aber bestimmter Stimme in die Stille hinein.
    Umständlich kletterte sie zurück auf ihre Seite, stieß sich dabei unsanft das Knie am Schaltknüppel, und öffnete die Beifahrertüre, um sich aus dem Wagen zu hieven.
    Die eiskalte Luft, die ihr entgegenwehte erinnerte sie daran, ihre Jacke wieder anzuziehen. Kaum stand sie aufrecht, wurde sie von einem Schwindel erfasst und einen Moment lang wurde ihr schwarz vor Augen. Kurz verharrte sie, die Hände auf die Knie gestützt, und atmete tief durch. Dann wankte sie um den Wagen herum, wo ihr Blick auf die gesplitterte Frontscheibe fiel. Sie war mit Blut beschmiert. Und mit etwas anderem. Bei näherer Betrachtung glaubte sie, schwarze Federn erkennen zu können, die überall verteilt waren. War das vielleicht der Grund ihres Unfalls gewesen? Sollte es ein Vogel gewesen sein, musste er wie ein Stein vom Himmel gefallen sein, dachte sie sich und erschauderte bei der Vorstellung.
    Mit wackligen Beinen umrundete sie das Auto und musste zu ihrer Verwunderung feststellen, dass sich das Ausmaß der Zerstörung ansonsten ins Grenzen hielt. Die Stoßstange war verbeult und hing schief herunter und der eine Kotflügel hatte etwas abbekommen. Mit etwas Glück fuhr der Wagen noch. Die Frage war nur, wie sie ihn aus diesem Graben heraus und wieder auf die Fahrbahn bugsieren sollte.
    Der Abhang, der vor ihr aufragte, war definitiv zu steil, um ihn ohne weiteres überwinden zu können. Sie musste Hilfe holen.
    Mühsam kletterte sie die Böschung hinauf und riss sich an den Dornensträuchern, die dort wuchsen, die Hände auf.
    In dem Moment, als sie oben ankam, raste ein Auto an ihr vorbei, das aber keine Anstalten machte, anzuhalten. Von der Straße aus musste deutlich zu erkennen sein, dass sich hier ein Unfall ereignet hatte, doch hielt es anscheinend niemand für notwendig, nach dem Rechten zu sehen, geschweige denn, seine Hilfe anzubieten.
    Susan sah das nächste Auto herannahen. Provokativ und mit beiden Armen winkend stellte sie sich auf den Fahrstreifen, um auf sich aufmerksam zu machen. Der Fahrer des Wagens schien es ziemlich eilig zu haben. In rasantem Tempo näherte sich das Fahrzeug, während das durchdringende Hupgeräusch und das Aufleuchten des Abblendlichtes eindeutig eine Aufforderung darstellte, aus dem Weg zu gehen. Susan dachte gar nicht daran, die Fahrbahn freizugeben. Er konnte sie schließlich unmöglich überfahren. Oder doch?
    Mit festem Stand und entschiedener Miene versuchte den Blickkontakt zu dem Menschen hinter dem Steuer herzustellen.
    Der Abstand verkürzte sich binnen weniger Sekunden. Er musste anhalten! Er musste einfach!
    Ihr Herz schlug bis zum Hals. Das ohrenbetäubende Geräusch der Hupe dröhnte in ihren Ohren. Der Asphalt unter ihren Füßen schien zu beben.
    Sie stolperte zur Seite, der starke Fahrtwind zerrte an ihrer Kleidung, wehte ihr die Haare ins Gesicht.
    Einen Moment starrte sie auf die Rücklichter des Autos, das sich schnell entfernte.
    „Du Arschloch!“, schrie sie dem Fahrer hinterher. „Elender Wixer. Du hättest mich um ein Haar überfahren, du Spinner.“ Verzweifelt fuhr sie sich durch die Haare und schlang dann resigniert die Arme um den Oberkörper, um sich vor den eiskalten Windböen zu schützen, die ihr durch Mark und Bein gingen. Trotz ihrer dick gefütterten Winterjacke, glaubte sie, dass die Außentemperatur inzwischen arktische Ausmaße angenommen hatte. Was sollte sie jetzt tun? Unverrichteter Dinge ging sie zum Wagen zurück, um nach Nils zu schauen, der nach wie vor unverändert da lag. In ihrer Handtasche wühlte sie nach ihrem Handy, nur um, wie bereits erwartet, festzustellen, dass es sich ausgeschaltet hatte.
    In diesem Moment hasste sie sich dafür, dass sie es ständig versäumte, rechtzeitig den Akku ihres Telefons aufzuladen. Wie oft hatte Nils sie schon damit aufgezogen und gemeint, der Nutzen des technischen Fortschritts würde an ihr vorübergehen, weil sie anscheinend nicht dazu in der Lage war, für die einfachsten technischen Grundvoraussetzungen Sorge zu tragen. Wie recht er hatte!
    Voller Erwartung durchstöberte sie nun seine Jackentaschen, in der Hoffnung mit seinem Handy mehr Erfolg zu haben. Vor Kälte spürte sie ihre Hände nicht mehr, was die Sache nicht unwesentlich erschwerte, da sie ewig brauchte, um den Knopf der Brusttasche aufzubekommen. Ein stechender Schmerz zog sich durch ihre eingefrorenen Finger. Verzweifelt versuchte sie sich selber Mut zu machen.
    „Komm schon!“, sagte sie immer wieder. „Du schaffst das, Susan!“ Wenn sie Freddy erreichen könnte, würden er und Micah sie aus dieser misslichen Lage befreien und alles würde gut werden. Zumindest hätten sie dann immerhin eine realistische Chance und müssten nicht direkt an Ort und Stelle erfrieren.
    Als sie es endlich geschafft hatte, Nils` Telefon mühsam aus der vorderen Jackentasche herauszuziehen, musste sie ernüchtert feststellen, dass sie keinen Empfang hatte und ihre Anstrengung völlig umsonst gewesen war. Das Handy war unbrauchbar.
    „Verdammt!“, stieß sie hervor. „Das kann doch alles nicht wahr sein. Wir sind doch hier nicht fern ab jeglicher Zivilisation. Wie kann das sein?“
    Es war, als hätte sich alles gegen sie verschworen und nichts, aber auch gar nichts würde klappen. Laut vor sich hin fluchend kletterte sie aus dem Wagen und ging ein paar Schritte aufs freie Feld hinaus, wo sie das Mobiltelefon in alle Himmelsrichtungen hielt, um gegebenenfalls zumindest einen Strich auf der Empfangsskala des Displays zu erhalten. Fehlanzeige! Entweder sie befanden sich in einem Funkloch oder der Empfang wurde durch andere Faktoren beeinträchtigt. Vielleicht sind es irgendwelche elektromagnetischen Schwingungen, die diese Störung des Funknetzes hervorriefen, dachte Susan. Im Prinzip war das aber auch egal, denn entscheidend war letztlich nur, dass sie jetzt hier fest saßen.
    Ein röchelndes Geräusch drang aus dem Wageninneren und riss sie aus ihren Gedanken. Mit wenigen Schritten war sie zurück am Auto und sah, dass Nils gerade dabei war, die Verletzung an seinem Kopf zu ertasten, woraufhin er mit schmerzverzerrtem Gesicht zusammenzuckte. „Autsch“, stöhnte er und erstarrte, als er das Blut an seiner Hand kleben sah, das offensichtlich von der Platzwunde stammte.
    „Nils, du bist wieder wach. Gott sei Dank“, stieß Susan erleichtert hervor.
    „Was ist passiert?“, fragte er verwirrt und versuchte, sich aufzurichten, was ihm sichtlich schwer fiel. Sofort war Susan bei ihm und stützte sich mit beiden Händen vorsichtig gegen seinen Oberkörper, um ihn wieder gegen den Sitz zu pressen.
    „Du bleibst schön, wo du bist. Es würde mich nicht wundern, wenn du eine Gehirnerschütterung oder sowas hättest.“ Ohne jeglichen Widerstand zu leisten, gab Nils ihrer Aufforderung nach und ließ sich zurücksinken, während er Susan mit zusammengekniffenen Augen fixierte.
    „Irgendetwas ist uns auf die Scheibe gekracht“, fuhr diese fort. „Ich nehme an, dass es ein Vogel war. Zumindest kleben da vorne überall schwarze Federn.“ Sie deutete Richtung Motorhaube. „Du hast die Kontrolle über den Wagen verloren und dann wir sind mit Vollspeed im Graben gelandet. Ich habe versucht, oben an der Straße jemanden zum Anhalten zu bewegen. Keine Chance.“ Sie räusperte sich. „Ach ja, und die Handys funktionieren nicht. Funkloch.“ Das unwichtige klitzekleine Detail mit dem leeren Akku brauchte Nils an dieser Stelle nicht zu erfahren, dachte sie sich.
    „Wie lange war ich weg?“, fragte Nils und hob seinen Arm, um einen Blick auf die Uhr an seinem Handgelenk zu werfen. „Keine Ahnung. Ich schätze vielleicht fünfzehn Minuten“, antwortete Susan. „Wie geht es dir denn?“ Besorgt strich sie die Konturen seines Gesichts nach, darauf bedacht, ihm keine Schmerzen zuzufügen.
    „Um ehrlich zu sein, fühlt es sich so an, als würde jemand meinen Schädel mit einem Presslufthammer bearbeiten ...“ Mühsam versuchte er den Kopf anzuheben.
    „... Und wenn ich mich bewege, dreht sich alles. Ahhh …“ Resigniert kippte er wieder nach hinten und schloss erschöpft die Augen. „Susan, es tut mir leid. Ich befürchte, ich bin im Moment keine große Hilfe“, flüsterte er angestrengt.
    „Okay, pass auf. Ich lasse mir was einfallen. Notfalls gehe ich zu Fuß an der Straße lang bis zum Ortseingang. Das sind höchstens noch zwei Kilometer und versuche dann Freddy zu erreichen.“ Sorgenvoll sah sie ihren Freund an. „Obwohl ich dich wirklich nur sehr ungerne hier zurück lassen möchte.“ Sein Blick wandte sich von Susan ab und war plötzlich auf etwas gerichtet, das sie nicht erkennen konnte, weil es sich offenbar hinter ihrem Rücken abspielte. „Da kommt jemand“, sagte Nils, bevor er erneut das Bewusstsein verlor.

    Thorsten , Katharina


    - Die Musik passt wie immer super.

    - Die Landschaftsaufnahmen sind wieder mal der Hammer.

    - Die Vision finde ich mit tollen Effekten dargestellt. (Vor allem der Rabe im Flug hat es mir angetan ^^)

    - Der Rabenkönig am Ende sieht schaurig genial aus.


    Da ich die Geschichte gelesen habe, versuche ich natürlich auch die Handlung ein Stück weit wiederzufinden. Ist bestimmt nicht leicht, so einen Teaser zu machen, wenn man nur knappe zwei Minuten Zeit hat und keine Dialoge oder ähnliches einspielen kann. So beschränkt sich das Ganze auf Rhordans Reise in den Wald und seine Vision. Die absoluten Basics. Aber was will man auch mehr? Der Rabenkönig am Ende lässt ganz klar darauf schließen, dass Rhordans Reise eine spannende Wendung nimmt und weckt Neugierde.


    Also, in meinen Augen alles richtig gemacht :thumbsup:

    Ich find`s gut!


    Ich habe den vorherigen Post nun geteilt, weil er ja bedeutend länger geworden ist. Das hier ist das Ende des letzten Parts, den ihr ja schon kennt. Also nicht wundern ^^


    Kapitel 13.1



    Aus dem Augenwinkel nahm Nils einen LKW wahr, der von der gegenüberliegenden Fahrbahnseite mit viel zu hohem Tempo herannahte. Er hielt direkt auf die Tankstelle zu.
    „Was hat der vor? Schläft der?“, fragte Nils entgeistert und musste sich entscheiden, entweder noch vor dem LKW vorzupreschen oder abzuwarten, was als Nächstes passieren würde. Im Nachhinein konnte er sich nicht mehr daran erinnern, ob es eine bewusste Entscheidung oder vielmehr Eingebung war, als seine Wahl auf die erste Variante fiel. Kaum war er um Haaresbreite an dem LKW vorbeigeschlittert, raste dieser ungebremst auf das Tankstellengelände, bretterte unter lautem Getöse und in Begleitung angsterfüllter Schreie in die Menschenmenge und schob die Autos wie eine Ziehharmonika zusammen.
    Der Zusammenstoß mit den Zapfsäulen verursachte eine Explosion, deren Druckwelle die gesamte Umgebung erschütterte und die Fensterscheiben der angrenzenden Häuser zerbersten ließ. Zuckende Flammen bäumten sich auf und verschlangen alles, was sich ihnen in den Weg stellte. Eine schwarze undurchdringliche Qualmwolke hüllte die Unfallstelle ein und vernebelte die Sicht auf das gesamte Ausmaß der Zerstörung. Nils spürte, wie das Adrenalin durch seine Adern gepumpt wurde und ihn regelrecht aufputschte, während er den schlingernden Wagen mit Vollgas in der Spur zu halten versuchte. Es fühlte sich so an, als seien alle seine Sinne geschärft und sämtliche Muskeln in seinem Körper unter Anspannung. Im Rückspiegel beobachtete er ungläubig das Geschehen hinter sich, während Susan abgeschnallt und entgegen der Fahrtrichtung auf dem Sitz kauerte, um das unglaubliche Schauspiel durch die Rückscheibe zu verfolgen.
    „So was gibt es doch gar nicht“, stammelte sie voller Entsetzen. „All die Menschen, die eben noch direkt neben uns gestanden haben … Oh mein Gott, Nils. Nur ein paar Minuten früher und es hätte uns ebenfalls erwischt.“ Fassungslos schüttelte sie den Kopf, ließ sich in den Sitz sinken.
    „Du solltest dich besser wieder anschnallen“, wies Nils sie an und deutete auf den Gurt. „Wer weiß, was als Nächstes kommt.“ Gedankenverloren starrte Susan zum Fenster hinaus und schien gar nicht mitzubekommen, dass Nils mit ihr sprach.
    „Susan“, sagte er jetzt eindringlicher, sodass sie zusammenzuckte, als habe er sie gerade aus ihren Gedanken gerissen. „Schnall dich bitte wieder an, okay?“ Besorgt musterte er seine Freundin, die mit ausdrucksloser Miene seiner Aufforderung nachkan. Dann stützte sie ihre Füße gegen das Amaturenbrett, umschlang ihre Beine mit den Armen und legte den Kopf auf den Knien ab. Ihr zuckender Oberkörper verriet, dass sie weinte.
    „Hey Schatz, es wird alles gut werden“, sagte Nils nun wieder ruhiger und streichelte sanft über Susans Kopf, der nur aus blonden Locken zu bestehen schien. „Wir fahren jetzt erst mal zurück zu den anderen und dann sehen wir weiter. Micah wird wissen, was zu tun ist.“
    Sie nickte kaum merklich, ohne Nils dabei anzusehen, als sich plötzlich ein dunkler Schatten vor die Sonne schob und alles in ein unheilverheißendes dämmriges Licht tauchte. Sorgenvoll blickte Nils hinauf in den Himmel. Die Wolkenberge, die eben noch in weiter Entfernung schienen, befanden sich jetzt direkt über ihnen. Lichtblitze zuckten durch die grauschwarze Masse und schnellten wie Schlangenzungen in Richtung Erde, während der aufkommende Wind die Bäume am Straßenrand durchschüttelte und den Wagen erfasste.
    Fest umklammerte Nils das Steuer und musste heftig gegenlenken, um nicht durch den starken Seitenwind von der Fahrbahn gedrängt zu werden.
    Susan neben ihm erwachte aus ihrer Starre, setzte sich auf und hielt sich krampfhaft an dem Griff oberhalb ihres Sitzes fest.
    „Es geht los“, wisperte sie. „Hat Micah nicht gesagt, wir hätten noch Zeit? Er meinte, es blieben noch zwei Tage, bis Dagon angreift.“
    „Ich wüsste nicht, warum sich ein Dämonenfürst an einen Zeitplan halten sollte“, schnaufte Nils abfällig. „Erst recht, wenn er von einem Engel aufgestellt wurde. Was sollte ihn davon abhalten, hier und jetzt ernst zu machen?“ Wütend schlug er mit der Hand auf das Lenkrad und stieß einen Fluch aus.
    Die Landstraße über die er den Wagen in rasendem Tempo lenkte, führte über ein freies Feld und gab den Blick auf den weiten Horizont und die Skyline der Stadt frei. Unter dem niedrig hängenden Dach aus dunklen Wolken, musste das Auto mit seinen beiden Insassen auf dem unbebauten weitläufigen Gelände wie ein Miniaturspielzeug wirken – klein und ausgeliefert.
    Mit einem Mal riss an einer Stelle der Himmel auf und eine trichterförmig zulaufende Lichtsäule erhellte in der Ferne die düstere Umgebung. Erst bei näherer Betrachtung konnte man erkennen, dass ein Strom grell leuchtender Punkte sich in Richtung Erde bewegte. Die Luft schien regelrecht zu flimmern, so wie Asphalt, wenn er im Sommer durch zu viel Sonneneinstrahlung erhitzt wurde und das Farbenspiel aus goldglitzerndem Funkenregen erinnerte an ein spektakuläres Silvesterfeuerwerk. Der sagenhafte Anblick bot einen perfekten Kontrast zu der Furcht erregenden düsteren Kulisse, die sich immer weiter ausbreitete und das letzte bisschen blauen Himmel verdrängte.
    Ungläubig starrte Susan zum Fenster hinaus.
    „Was ist das?“, fragte sie und schirmte ihre Augen ab, um nicht geblendet zu werden.
    „Ich habe keine Ahnung“, antwortete Nils, der nur einen flüchtigen Blick auf das Spektakel werfen konnte, weil er sich auf die Straße konzentrieren musste. „Sieht ganz so aus, als käme da die Kavallerie, auf die wir warten. Wird auch höchste Zeit, wenn du mich fragst.“
    Susan sah ihn mit geweiteten Augen an. „Glaubst du, das sind die Engel?“
    „Ich hoffe es!“ Nils beugte sich ein Stück zu Susan herüber, um aus dem Seitenfenster sehen zu können. Ein plötzlicher Aufprall auf der Frontscheibe ließ beide zusammenzucken, sodass Nils vor Schreck das Lenkrad verzog und die Kontrolle über den Wagen verlor, welcher prompt ins Schlingern geriet, von der Fahrbahn abkam und mit voller Wucht im Straßengraben landete. Eine Sekunde lang spürte er den stechenden Schmerz an seinem Kopf und hörte den dumpfen verzerrten Aufschrei von Susan, als käme er von weit her, bevor ihn die Dunkelheit einhüllte und davon trug.

    Oh je... irgendwie hatte ich mir Astras und Nates Wiedersehen anders vorgestellt. Genau, wie sie bestimmt auch.

    Ich konnte ihre Wut und die Enttäuschung förmlich spüren und habe mit ihr gelitten. Einerseits kann ich Nate verstehen. Dass er das alles nicht noch ein weiteres Mal durchleben möchte, dass er seinen Frieden finden wollte...aber dennoch verhält er sich ihr gegenüber ungerecht. Aber in Anbetracht der Lage und dessen, was sie beide haben durchmachen müssen, liegen wahrscheinlich auch einfach die Nerven blank. Da ist man schon mal emotional und sagt Dinge, die man später bereut.


    Ich finde, das hast du hier in dieser Szene sehr schön eingefangen. ^^


    Kann weitergehen :gamer:

    Thorsten , LadyK , Sensenbach , vielen Dank für eure Rückmeldungen :)
    Na gut! Dann werde ich es an der Stelle eskalieren lassen. Gefällt mir auch bedeutend besser.


    Ich schätze, damals hatten meine Leser nicht alle zur Verfügung stehenden Informationen, weil sie ausschließlich den zweiten Band kannten, da der erste hier im Forum nicht von mir eingestellt worden war (Ich hatte ihn ja zu dem Zeitpunkt gerade veröffentlilcht) Das war insofern ungünstig, da die Geschichte nunmal aufeinander aufbaut und Vieles im ersten Teil inszeniert und erklärt wird. Deshalb kann ich mir schon vorstellen, dass die Tankstellenszene etwas heftig gewirkt hat. :hmm:




    LG,

    Rainbow

    So, pünktlich zum Wochenende hinterlasse ich euch mal den nächsten Teil :)


    (Ich habe mich aufgrund er Kommentare für die ausführlichere Variante dieses Kapitel entschieden, mit mehr Action. Deshalb habe ich den Part nachträglich geteilt und daraus zwei Posts gemacht...)


    Kapitel 13
    Das Ende der Menschlichkeit


    Aufgebracht ging sich Nils durch seine kurzen stoppeligen Haare und stieß einen Fluch aus, als er mit dem Pickup auf den überfüllten Parkplatz der Tankstelle zusteuerte.
    „So ein verdammter Mist! Hier ist auch die Hölle los. Es hat keinen Sinn, Susan. Wir müssen uns anstellen, sonst kriegen wir gleich gar kein Benzin mehr.“
    „Na dann los“, antwortete Susan, die gerade vergeblich versuchte, einen Radiosender einzustellen. „Irgendwie sind jetzt alle Sender weg. Wir empfangen gar nichts mehr“, stellte sie beunruhigt fest, während aus den Lautsprechern nur abgehackte verzerrte Stimmen und Störgeräusche drangen.
    „Vielleicht hat das mit der Wetterfront zu tun, die da auf uns zukommt“, sagte Nils und deutete zur Frontscheibe hinaus.
    Obwohl über ihnen nach wie vor blauer Himmel war und sich dieser Dezembertag bisher von seiner schönsten Seite gezeigt hatte, zeichnete sich am Horizont eine dunkle Wand aus aufgetürmten Wolkenbergen ab. Der bedrohlich wirkende Schatten schob sich unaufhaltsam näher und verschluckten das darunterliegende Land, wie ein ausgehungertes Tier.
    „Glaubst du, das hängt mit diesem Dagon zusammen?“ Die Verunsicherung in Susans Stimme war deutlich herauszuhören.
    „Naja“, entgegnete Nils gefasst, während er sich in die Schlange der parkenden Autos vor den Zapfsäulen einreihte. „Zumindest stelle ich mir die Apokalypse nicht bei strahlendem Sonnenschein vor. Blitz und Donner würden wohl eher passen, um den Weltuntergang einzuläuten, findest du nicht?“ Zaghaft zog er einen Mundwinkel nach oben und sah sie von der Fahrerseite her an.
    Susan warf ihrem Freund einen missbilligenden Blick zu.
    „Wie kannst du so ruhig bleiben? Hast du überhaupt begriffen, um was es hier geht? Außerdem ist ´Apokalypse` wohl kaum der richtige Ausdruck“, belehrte sie ihn. „Schließlich ist es nicht Gott, der unserem Dasein auf der Erde ein Ende bereiten wird, um über uns zu richten, sondern ein bösartiger Dämonenfürst.“
    „Ja, kann sein. Im Endergebnis wird es aber ungefähr aufs Gleiche herauskommen“, erwiderte Nils trocken. „Den Tag des ´Jüngsten Gerichts` habe ich mir auch nie besonders angenehm vorgestellt.
    „Na toll!“ Mit einem zischenden Geräusch stieß Susan die Luft zwischen ihren Zähnen aus, lehnte den Kopf nach hinten und schloss für einen Moment die Augen.
    „Ich habe auch Angst, das kannst du mir glauben“, startete Nils einen Versuch, sie zu beruhigen. „Ich möchte nur nicht, dass wir in Panik verfallen, weil ich glaube, dass uns das im Moment nicht weiterhelfen wird. Also, lass uns versuchen, die Nerven zu behalten, okay?“
    Einen tiefen Atemzug nehmend, presste sie die Lippen fest aufeinander und nickte Nils stumm zu. Behutsam strich er ihr mit der Hand über die Wange, beugte sich ein Stückchen näher zu ihr herüber und küsste sie zärtlich auf den Mund. „Wir schaffen das schon. Da bin ich mir ganz sicher. Außerdem haben wir Unterstützung durch die Engel. Sie werden uns bestimmt nicht im Stich lassen.“
    „Wenn die anderen Engel genauso drauf sind, wie Micah, dann werden sich die Menschen Dagon bestimmt bald freiwillig ergeben“, schnaufte Susan abfällig und brachte dabei nur ein gequältes Lächeln zustande.
    „Ja, damit könntest du recht haben“, antwortete Nils schmunzelnd, während sich die Autokolonne langsam in Bewegung setzte und er zu dem Vordermann aufschloss. Inzwischen waren sie von allen Seiten von anderen Fahrzeugen eingekeilt, deren Insassen es anscheinend nicht schnell genug voranging. Abwartende Zurückhaltung und regelkonformes Verhalten ging in einem wilden Hupkonzert und wüsten Beschimpfungen über heruntergelassene Fensterscheiben unter.
    „Meine Güte, was geht denn jetzt ab?“, fragte Susan und deutete auf die Zapfsäule gegenüber, an der gerade ein Handgemenge ausbrach. Ein hochgewachsener breitschultriger Mann hatte einer jungen Frau, die dort offensichtlich gerade tanken wollte, gewaltsam den Schlauch aus der Tankvorrichtung entrissen, um seinen eigenen Kanister mit Benzin zu befüllen. Nun mischte sich ihr Begleiter ein und ging ohne viele Worte mit Fäusten auf den anderen Mann los.
    „Die Menschen sind ja völlig verrückt geworden“, sagte sie und schüttelte fassungslos den Kopf, als sich im nächsten Moment der Fahrer eines Transporters an einem Motorradfahrer vorbeidrängte, der um ein Haar zerquetscht worden wäre.
    „Die Panik bricht aus“, kommentierte Nils, der die Szene ebenfalls mit angesehen hatte, nüchtern das Geschehen. „Es ist genau, wie Micah gesagt hat. Die Dämonen befinden sich bereits unter uns, nur, dass wir sie noch nicht sehen können. Sie bedienen sich der Ängste der Menschen. Ein paar Verkehrsunfälle weltweit, dazu ein paar Amokläufer und Verrückte, die den Weltuntergang propagieren und schon hast du die gesellschaftliche Ordnung außer Kraft gesetzt … Und nun sehen sie genüsslich dabei zu, wie wir uns gegenseitig an die Gurgel gehen!“
    „Ja. – Sieht ganz so aus!“, seufzte Susan und wandte den Blick von den beiden Männern ab, die nach wie vor miteinander rangelten, wie zwei wild gewordene Streithammel.
    „Sobald das Chaos ausbricht, zählt wieder das Recht des Stärkeren“, setzte Nils erneut an und deutete auf eine Gruppe Jugendlicher, die gerade mit Baseballschlägern bewaffnet den Shop der Tankstelle betraten. „Ich glaube nicht, dass die vorhaben, zu bezahlen! Wir sollten zusehen, dass wir hier wegkommen.“
    „Ja, aber wie denn? Wir stecken hier fest. Außerdem haben wir noch nicht getankt.“ Susans Stimme nahm einen krächzenden Ton an.
    „Der Tank ist noch mehr als halb voll. Das muss reichen. Ich habe keinen Bock, dass man uns gleich noch den Wagen klaut. Du siehst doch, was hier los ist. Wir sind hier nicht mehr sicher.“ Nils blickte sich bereits um und schaute nach einer Möglichkeit, diesem Treiben zu entkommen.
    In dem Moment hörten die beiden einen lauten Knall gefolgt von hysterischem Geschrei und es dauerte einen Augenblick, bis sie begriffen, dass es sich um einen Schuss gehandelt hatte.
    „Runter“, schrie Nils und packte nach Susans Kopf, um sie nach unten zu ducken. Ein angstverzerrter Laut drang aus ihrer Kehle, während Nils sich schützend über sie beugte. Ein weiterer Schuss löste sich und das Geräusch von zersplitterndem Glas ließ darauf schließen, dass eine Scheibe getroffen worden war. Vorsichtig hob Nils seinen Kopf an, suchte die Umgebung nach dem Schützen ab, konnte ihn aber nicht lokalisieren, als mit einem Mal der Wagen durch einen Aufprall erschüttert wurde. Irgendetwas oder irgendjemand war auf die Ladefläche des Pickup gesprungen und klimmte gerade laut polternd auf das Autodach. Susan zuckte unter ihm zusammen und schluchzte erschrocken auf. Nils versuchte, sie mit seinem gesamten Körper abzuschirmen und presste sie noch ein Stück weiter in den Sitz, während er ihr beruhigend ins Ohr flüsterte. Kurz fragte er sich, ob sie in dieser Position noch genug Luft bekäme, als ein weiterer Schuss abgefeuert wurde und eine männliche Stimme von oben schrie:
    „Ihr seid alle verloren. Alle, die ihr da seid … Wie Ungeziefer werdet ihr unter seinen Stiefelspitzen zertreten werden. Macht euch bereit, dem einzig wahren Herrscher des Universums und seinen Heerscharen gegenüber zu treten. Er kommt … und es wird kein Entkommen geben. Für keinen von euch. Niemand wird verschont werden. Kein Mann, keine Frau und kein Kind. Er kennt keine Gnade. Ihr seid alle des Todes“. Die letzten Worte waren nur noch ein kaum verständliches Gekreische und gingen dann schließlich in einem irrsinnigen Lachen unter, bis ein Schuss für Ruhe sorgte und der leblose Körper des Mannes vorne überkippte. Sein blutverschmiertes Gesicht klatschte auf die Windschutzscheibe und seine weit aufgerissenen Augen blickten Nils anklagend an. Susan, die sich nun gegen Nils stemmte, um sich aus ihrer unbequemen Lage zu befreien, erstarrte vor Entsetzen bei dem grausigen Anblick und schlug sich ungläubig die Hände vor den Mund.
    „Oh mein Gott“, schrie sie jetzt völlig haltlos. „Er ist tot. Der Mann ist tot. Das kann doch nicht wahr sein. Er hat sich selbst erschossen … Nils, er ist tot.“
    „Ich weiß“, sagte Nils so ruhig wie möglich und zog Susan in eine feste Umarmung, während er ihren Kopf an seine Schulter presste. „Sieh nicht hin. Sieh einfach nicht hin, okay? Wir können nichts mehr für ihn tun“.
    „Oh Gott … Oh Gott …“, wiederholte Susan die Worte wie ein Mantra und schluchzte völlig aufgelöst, während Nils darum bemüht war, die Fassung zu bewahren. Der Schock saß tief.
    Er hatte schon einige Leichen gesehen. Die seiner verstorbenen Großeltern zum Beispiel, doch waren diese vom Bestatter nett zurecht gemacht gewesen und hatten in einem, mit Seide ausgeschlagenen Eichensarg gelegen, als würden sie friedlich schlafen. Der Anblick, der sich ihm hier bot, war ein komplett anderer und erinnerte mehr an einen Splatterfilm.
    Viel Zeit blieb ihm nicht, um sich von dem Schreck zu erholen, da sich plötzlich, wie aus dem Nichts, zwei Männer auf den Leichnam stürzten, und ihn von der Motorhaube zerrten. Nils sah ungläubig dabei zu, wie der eine von beiden dem Toten die Pistole aus der Hand nahm und sie sich in den Hosenbund steckte, während der andere ihm die Brieftasche aus dem Mantel klaute. Ohne sich um die umherstehenden Gaffer zu scheren, rannten sie schließlich davon.
    „Was sollen wir jetzt machen?“, fragte Susan mit zittriger Stimme und sah Nils aus ihren verheulten Augen an. Im gleichen Augenblick öffnete sich eine Lücke zwischen den parkenden Fahrzeugen, da immer mehr Leute die Flucht ergriffen und panikartig versuchten, diesem Ort zu entkommen.
    „Wir machen, dass wir hier weg kommen“, antwortete Nils und ließ den Motor an. „Halt dich fest“, sagte er und trat das Gaspedal durch, sodass der Wagen mit quietschenden Reifen durch die schmale Gasse schoss, die sich soeben aufgetan hatte. Sie schlitterten über den Bordstein und wären um ein Haar in eine der Zapfsäulen gekracht, wenn nicht Nils in letzter Sekunde noch das Lenkrad herumgerissen hätte. Nun war der Weg frei und er steuerte auf die Ausfahrt zu. Er betätigte die Scheibenwischeranlage, um die Blutreste von der Frontscheibe zu entfernen, was aber nur dazu führte dass sich die roten Schlieren über den kompletten Sichtbereich verteilten.
    Aus dem Augenwinkel nahm Nils einen LKW wahr, der von der gegenüberliegenden Fahrbahnseite mit viel zu hohem Tempo herannahte. Er hielt direkt auf die Tankstelle zu.


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    Kapitel 13.1

    Hey Etiam,

    Ok, ein netter Part. Soviel kann ich dazu gar nicht sagen. Die Frage die ich hören wollte kommt vor, wie du es angekündigt hast.
    Wobei es etwas schnell aus Emilia rauskam, wie ich finde.

    Mh... ehrlich gesagt, war ich mir so schon nicht sicher, ob dieser ganze Part nicht viel zu viel "Geplänkel" beinhaltet. Diesen Part jetzt noch weiter auszudehnen, hätte sich für mich wahrscheinlich seltsam angefühlt. Für mich war es okay, das an der Stelle einzubauen, aber ich hätte es jetzt nicht eskalieren lassen wollen... vor allem, weil ich ja eigentlich ganz woanders hinwollte...siehe Gedankentransfer.

    Aber ich finde das ja ganz interessant zu sehen, welche unterschiedlichen Erwartungen die Leser an so einen Text haben ... tut mir leid, wenn dich das in dem Fall nicht zufriedengestellt hat.


    Eine Sache ist mir noch eingefallen. Ich fand es ein bisschen komisch, dass Emilia sich mit einem Dämon anlegen will

    Ich muss zugeben, dass sich das auch für mich nach der langen Zeit, die ich es mir jetzt nicht mehr angesehen hatte, etwas seltsam hat lesen lassen. Eigentlich meint sie es ja zu Anfang eher scherzhaft und erst, als sie merkt, wie völlig abwegig Elias das findet rebelliert ihr menschlicher Stolz und deshalb lässt sie sich mit ihm auf diesen Deal ein.

    Ich mach mir da mal einen Vermerk an die Stelle und werde sehen, ob ich bei der nächsten Überarbeitung noch mal dran gehe... wie gesagt, so richtig rund liest es sich für mich jetzt auch nicht mehr. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass ich da an der Stelle ein bisschen was umgestellt und gestrichen habe...vielleicht passt es deshalb nicht mehr so 100%ig oder liest sich etwss holprig :hmm:


    Zum Ende zeigt der Part in eine Richtung, die ich erst letztens noch bei LadyK gelesen habe :D Das eintauchen in die Vergangenheit des Crushs :D Interessant. Bin gespannt, was Elias so zu zeigen hat

    Ja, ich musste auch direkt an meine Geschichte denken, als der Part bei Lady dran kam. ^^ Ich glaube, ich habe es aber etwas anders aufgezogen, wenn ich mich recht erinnere.


    Bin gespannt, wie du es finden wirst. Wenn ich ein paar meiner "Best-Of-Szenen" benennen müsste, wäre dieser Gedankentransfer auf jeden Fall mit dabei. Okay, jetzt wo ich das gesagt habe, wirst du ihn wahrscheinlich grottenschlecht finden :rofl:


    Lieben Dank für dein Feedback und dass du so fleißig weiterliest :danke:

    Danke, ihr Lieben für eure Rückmeldungen. :danke:





    Hey Sensenbach :)


    Gefält mir gut die Stimmung da in dem Flieger. Wie sie herumspekulieren, wo genau sie jetzt landen werden und dann noch Von Stetten mit seiner Klugscheißerei :rofl:


    Sehr vielversprechend finde ich auch, dass unser Prota offenbar mit der hübschen Blonden ... ehm...Sara... über Gedanken kommunizieren kann. :hmm:


    Mal sehen, wie es weitergeht ... :gamer:

    Hey Kirisha


    Ja, so gefällt es mir viiiieeel besser! :thumbsup:


    Die Panik kommt jetzt gut rüber, die Sache mit der Strahlung, die von Turris ausgeht ist nachvollziehbar erklärt und die Tatsache, dass die Hexen hier noch einmal Erwähnung finden und Turris sie so richtig schön zusammenstaucht, runden das Ganze für mich ab. So hat Musissa ja auch die Zeit, ihn von ihrem Felsen aus zu beobachten und in Aktion zu erleben. Das gefällt mir wirklich sehr!


    Also, ich würde sagen, die Überarbeitung hat sich in jedem Fall gelohnt.

    Danke, Etiam für deine Rückmeldungen :) ist ein bisschen wie eine Zeitreise, wieder in den alten Parts zu lesen....


    Hey Etiam,


    Ein schöner neuer Teil! Mit ein paar interessanten Hinweisen und einem abenteuerlichen Ende.
    Ich packe meine Anmerkungen mal in den Spoiler :)



    LG,

    Rainbow