Beiträge von Kirisha

    Das ist gänsehautmässig...!! Finde ich super!


    Eine kleine Anmerkung - und die will ich eigentlich gar nicht machen, weil der Text vom Aufbau der Spannung und von den Bildern her mir so gut gefällt : Im Prinzip wird Nils überhaupt nicht sehen, was an der Tankstelle passiert, also weder die Explosion noch den Rauch - denn er ist ja an ihr vorbeigefahren, bevor es krachte. Also genau genommen ist es wohl Susan, die das Ganze genau beobachtet, weil die sich ja aus dem Rückfenster lehnt. (sie könnte Nils zurufen, was sie gerade sieht?)

    Oder Nils sieht das im Rückspiegel?

    Das würde ich vielleicht noch irgendwie einfügen, sonst wirkt es wie ein Schwenk der Erzählperspektive, als ob du von Nils zu einem allwissenden Erzähler und dann wieder zu Nils schwenkst. Ich denke aber, das wär machbar, dass du an Nils dranbleibst und trotzdem alle die Details so aufzählen kannst.


    ils spürte, wie das Adrenalin durch seine Adern gepumpt wurde und ihn regelrecht aufputschte, während er den schlingernden Wagen mit Vollgas in der Spur zu halten versuchte. Es fühlte sich so an, als seien alle seine Sinne geschärft un

    Und das handelst du so in einem Nebensatz ab? "Er versucht den schlingernden Wagen mit Vollgas in der Spur zu halten" - Da ist enorm viel Dramatik drin, das würde ich noch viel genauer und detaillierter beschreiben.

    Ich könnte mir vorstellen, das da noch der schwarze Rauch von der Explosion ihm die Sicht vernebelt, während Susan ihm in die Ohren kreischt, dass der LKW in die Tankstelle gekracht ist und die Flammen bis über die Stromleitung schlagen... könnte mir da gerade eine Menge vorstellen, was man da noch so alles beschreiben könnte. Das Schreien der vielen Menschen hört er sicher auch, quietschende Bremsen, Benzingeruch überall in der Luft, usw - da geht noch mehr!


    Sie nickte kaum merklich, ohne Nils dabei anzusehen, als sich plötzlich ein dunkler Schatten vor die Sonne schob und alles in ein unheilverheißendes dämmriges Licht tauchte.

    Ich glaube, das war der Gänsehautmoment. =O



    ein Strohm

    Strom


    Unter dem niedrig hängenden Dach aus dunklen Wolken, musste das Auto mit seinen beiden Insassen auf dem unbebauten weitläufigen Gelände wie ein Miniaturspielzeug wirken – klein und ausgeliefert.

    Das ist auch sehr gut beschrieben


    „Es geht los“, wisperte sie. „Hat Micah nicht gesagt, wir hätten noch Zeit? Er meinte, es blieben noch zwei Tage, bis Dagon angreift.“

    Die Bemerkung ist so richtig daneben, wie man halt reagiert, wenn die Situation so unwirklich ist, so ausserhalb allem, was man gewohnt ist. Gefällt mir auch sehr gut!


    Ein plötzlicher Aufprall auf der Frontscheibe ließ beide zusammenzucken, sodass Nils vor Schreck das Lenkrad verzog und die Kontrolle über den Wagen verlor, welcher prompt ins Schlingern geriet, von der Fahrbahn abkam und mit voller Wucht im Straßengraben landete. Eine Sekunde lang spürte er den stechenden Schmerz an seinem Kopf und hörte den dumpfen verzerrten Aufschrei von Susan, als käme er von weit her, bevor ihn die Dunkelheit einhüllte und davon trug.

    Und dann noch das! Passt sehr gut zu allem, was davor passiert ist!

    Hier zeigst du sehr eindrucksvoll und bildhaft, dass "es" losgeht.

    Gefällt mir!!!

    Wie immer kommt mein Kommentar, nachdem bereits alle ihren Senf dazu gegeben haben. Ich glaube, ich habe damals schon deine Actionszene gemocht, jedenfalls war das bestimmt nicht ich, die davon abgeraten hat. Bitte behalten!


    Die Szene erinnert mich an etwas, das wirklich passiert ist.

    Es war im März, meine Tochter rief mich an. SIe hat aus ihrem Zimmer im 6. Stockwerk beobachtet, wie plötzlich überall um sie her massenhaft Leute aus ihren Wohnungen zum nahen Supermarkt gerannt sind als würden sie gejagt. Das passierte kurz nachdem der dänische Staat den Lockdown ausgerufen hatte (sie ist in Kopenhagen). Das hat sie so beunruhigt, dass sie mich angerufen und gefragt hat, was denn jetzt los ist.

    Ich denke, deine Szene könnte durchaus Leute an das erinnern, was sie selbst erlebt haben, wenigstens zu einem Teil.

    Game of Thrones.

    Die vielen Handlungsstränge (neun Protagonisten!) machen die Handlung ziemlich träge.

    Ja, damit hatte ich auch so meine Probleme. Ich fand auch wie du, dass Martin ein toller Erzähler ist und mit einigen Figuren habe ich ungeheuer mitgefiebert. Er hat auch viele tolle Ideen und bringt viel Spannung herein.


    Aber andere Figuren haben mich auch abgestossen, z.B. konnte ich mich mit dem Zwerg am Anfang gar nicht anfreunden und immer wenn schon wieder eine Episode mit dem kam, dachte ich, och nöö, muss ich das jetzt echt lesen. In der Serie habe ich dann gemerkt, dass der später noch eine richtig tolle Figur wird, aber am Anfang des Buches hat der mich so angewidert, dass ich seinetwegen wirklich keine Lust mehr hatte, mich so durchzuquälen.


    Beim alter mancher Figuren habe ich mich schon mal unwohl gefühlt. Allein dass Daenerys anfangs 13 Jahre alt ist

    Das hat mich auch etwas genervt, weil ich das unglaubwürdig fand und sich dieser Aspekt in der Story noch mehrfach wiederholt. Nicht nur Daenerys ist am Anfang der Story eigentlich ein Kind, auch Robb wird mit (ich glaube) 14 Jahren zum Heerführer! Sansa wird im höchst kindlichen Alter verheiratet. Wieso diese Häufung von viel zu jungen Protagonisten, die meiner Meinung nach überhaupt nicht reif genug und fähig sein können für die Aufgaben, die sie bekommen. Arya mochte ich am Anfang sehr, überhaupt hat mir der Kontrast zwischen ihr und der Schwester gut gefallen, die so gerne eine echte Prinzessin sein will und durch diese Attitüde massenhaft Stress bekommt. Ich fand auch die etwas wildere Art von Arya und ihren Drang fechten lernen zu wollen, sympathisch und spannend. Aber die Entwicklung der beiden nachher, oje.



    Es gibt noch mehr interessante Protagonisten in dem Buch, John Snow zum Beispiel, dem ich auch sehr gerne gefolgt bin und dem hunderte interessante und auch rührende Dinge passieren. Aber



    Deswegen, habe habe vieles von dem Buch gerne und voller Spannung gelesen, aber ich hasse Bücher, die mir sowas antun. Ich habe auch nur die ersten zwei Bände gelesen und mir dann geschworen, dass ich dieses Gift nie wieder anfasse.

    (Bin halt doch eine sehr emotionale Leserin).

    Danke euch beiden für eure Mühe und eure Ideen, vor allem aber für eure Unterstützung. Ich habe jetzt diesen ganzen Part nochmal komplett umgeschrieben und ich denke, ich bin auf jeden Fall schon etwas vorwärts gekommen, auch wenn wahrscheinlich noch nicht ganz am Ziel.


    Thorsten


    Rainbow


    Ich habe bei meinen Korrekturen jetzt doch mal etwas weiter ausgeholt, weil ich das Gefühl hatte, ihr wart ja auch schon mit der Attacke der vier Hexen nicht so zufrieden (der Versuch, den Ring zu holen) und das lag sicher daran, dass ich das alles auch nur sehr schwammig beschrieben habe. Deshalb habe ich das nun etwas ausführlicher gemacht. Im Spoiler folgt die korrigierte Attacke der vier Hexen:



    Und hier die dritte überarbeitete Version von


    Er-ist-ein-Dämon


    Wie üblich ist jetzt alles doppelt so lang, deshalb teile ich den Text in zwei Hälften.

    Ist das jetzt besser, oder sind noch immer Stolperfallen drin?

    Wie ich sehe, hinke ich mal wieder hinterher, aber jetzt muss ich auch mal meinen Eindruck zu dem Text geben.

    Wie immer fand ich das wieder eine spannende Lektüre und hatte Spass daran, dem Geschehen zu folgen.

    Zu der Diskussion um die Charaktere von Elias und Micah:

    Ich empfinde Micah durchaus als einen etwas raueren und coolen "Macho"-Typen (jetzt nicht im negativen Sinn) und Elias als den Zarteren mit der empfindlichen Seele. Deswegen fand ich es absolut passend, auch zu all dem, was Elias so vorher aktiv gemacht und gedacht hat, ihn als jemanden zu bezeichnen, der feine Antennen hat und erfühlen kann, wozu andere Menschen eventuell fähig sind. Genau das hat er ja eigentich vorher auch schon mehrfach bewiesen. Deshalb nehme ich es ihm absolut ab, dass das sein geheimes (oder auch nicht so geheimes) Talent ist. Egal ob man das nun als eine Eigenschaft eher von Engeln oder eher von Menschen sehen mag.

    ALlerdings gebe ich zu, dass Thorsten schon recht hat mit seinem Hinweis, dass Micah mal ganz am Anfang Elias als einen Draufgänger beschrieben hat und selber dabei eher bedächtig und vorsichtig wirkte.

    Abgesehen von dieser einen Aussage aber tritt Micah immer und ständig wie ein sehr lässiger Mr. Cool auf. Insofern denke ich schon, dass dies sein Hauptcharakterzug ist.

    Und Elias, ist er nun ein Draufgänger oder ein besonders einfühlsamer Engel? Oder beides? Ich meine, dadurch dass wir seine Gedanken gesehen haben, ist es schon sehr auffällig, wie extrem er sich Gedanken um das Seelenleben anderer Leute macht, deshalb nehme ich ihm die Gabe der Intuition absolut ab. Gleichzeitig könnte man ihn aber durchaus auch als "Draufgänger" bezeichnen in dem Sinn, dass er gewagt hat den Engelfürsten gegenüberzutreten und ihnen Sachen ins Gesicht zu sagen, die ihnen nicht gefallen, sogar zu widersprechen. Das fand ich schon recht krass, diese verknöcherten hohen Herren, die glaubten meilenweit über allem zu stehen, und dann Elias, der das alles einfach ignoriert hat.

    Deswegen würde ich eigentlich die Charakterisierung von Elias und Micah überhaupt nicht infrage stellen und finde sie auch nicht widersprüchlich - abgesehen von dieser einen Äusserung, die Thorsten zitiert hat. Ich denke aber, die hast du wahrscheinlich vor allem deshalb gebracht, weil du Elias damit charakterisieren wolltest und nicht, weil du zeigen wolltest, dass Micah im Vergleich zu Elias lammfromm oder schüchtern wäre. Vielleicht würde sich das Problem ganz einfach lösen, wenn du nicht Micah, sondern jemand anders diese Aussage machen lässt?

    :)

    Hab es mir gerade angeschaut. Richtig spannend!!! Und einige Aspekte davon würden sogar richtig gut in meine Geschichte passen. Vielleicht kann ich was davon einbauen. Das lasse ich mir mal durch den Kopf gehen.

    Danke! :)

    Erst mal, danke Rainbow und Thorsten für eure Anmerkungen.

    Das Problem ist vermutlich, dass ich für mich noch nicht ganz klar bekomme, wo genau der Punkt ist.

    Vielleicht sind es auch einfach zu viele Motive, die da gleichzeitig in der Luft hängen und die geklärt werden müssen.


    Die Rebellion der Hexen:

    Ich denke, in dem Moment, wo Murissa sich in Lebensgefahr glaubt und Turris sich als Dämon entpuppt, sind die Motive der Hexen und die Diskussion mit ihnen erstmal zweitrangig. Das würde ich später abhandeln.

    Klar, vielleicht sollte ich erwähnen, was mit ihnen passiert ist. Davon könnte Murissa ja auch etwas sehen.

    Auch ihr eigenes schlechtes Gewissen - würde sie in der Lage daran denken? Müsste sie nicht beherrscht sein von der Gefahr um sie herum und der, die von Turris ausgeht?

    Turris könnte seinerseits das Thema des Verrates ansprechen, aber da Murissa ihn als erstes damit konfrontiert, dass sie ihm nicht mehr vertraut, wäre es ja plötzlich ein beiderseitiger Verrat. Aber die Diskussion werde ich nun auch erst später bringen, weil sie erstmal aus dem gruseligen Ort heraus müssen, wie ihr ja auch beide vorgeschlagen habt.


    Die "Mückenstiche".

    Mein Konzept ist so: Alle Dämonen werfen Strahlen, welche eine gewisse Reichweite haben und jeden treffen, der in diesen Bereich kommt. Es sind aber keine tödlichen Strahlen, sondern sie geben nur ein unheimliches Gefühl, weil die Leute wissen, dass sie in die Nähe von etwas Unheimlichen kommen.

    Darum kann ich diese Strahlen schlecht als Messerstiche beschreiben, denn dann wären sie ja in der Menge tödlich. In einen Schwarm von Mücken zu kommen und ständig von Hunderten gestochen zu werden, ist das lächerlich?

    Wäre es weniger lächerlich, wenn es Wespen wären? Ich dachte auch schon an Igelstacheln, bin mir aber nicht sicher, ob die überhaupt stechen. Also ich dachte eigentlich schon, dass es unheimlich ist, wenn man sich einem Menschen nähert und in dessen Nähe ständig Schmerzen empfindet. Aber ich will diese Schmerzen auch nicht als diffuses Unwohlsein oder Magengrimmen bezeichnen. Dann würde doch keiner begreifen, dass genau diese Art Schmerz nur von Dämonen ausgelöst wird und keine andere Ursache möglich ist. Es soll also schon charakteristisch sein und nicht nur für Magier, sondern für jeden zu bemerken. (Turris ist kein Dämon, sondern etwas anderes, was noch später klar wird. Deswegen wirft er nicht dauernd Strahlen, sondern nur in der Nähe von Schwarzer Magie. Also es gibt da schon eine gewisse Logik, die sich aber erst später erklärt.).

    Jedenfalls stehe ich da etwas auf dem Schlauch, wie können sich Strahlen denn überhaupt anfühlen, wenn das unangenehm sein soll? Das "Stechen" fand ich persönlich da am passendsten. Da kommen dann Assoziationen wie Nadeln oder Mücken, meinetwegen Wespen oder Hornissen. Vielleicht könnte es sich anfühlen, als ob die Haut einreißt oder zerkratzt wird. Aber ich denke, da muss ich vorsichtig sein, denn wenn man sich vorstellt, dass die Strahlen ununterbrochen fliegen, dürfen die Verletzungen nicht zu schlimm sein, sonst wären sie ja total entstellt, wenn sie sich da länger aufhalten. Darum kann ich wohl nicht zu schlimme Vergleiche bringen.


    Zum Thema, was ich in der Szene zeigen will, ob das eher Horror oder Humor oder noch etwas anderes sein soll. Okay, ich sehe es ein, dass ich die flapsigen Formulierungen da rausnehmen muss, weil sie zu der Situation nicht passen. Für mich steht in dieser Szene ganz klar die Beziehung zwischen Murissa und Turris im Vordergrund, ich dachte, das wäre einleuchtend? Und die wandelt sich in dem Moment, als Murissa erkennt, dass sie ihm nicht mehr vertrauen kann. Gleichzeitig will sie die Erkenntnis aber auch nicht wahr haben, weil das ja all ihre Hoffnungen zerstören würde. Sie ist plötzlich umgeben von Unheimlichem. Horror sollte das eigentlich nicht sein, aber es sollte tief beklemmend wirken und sollte auch Fragen aufwerfen - in dem Sinn, dass auch der Leser nicht völlig sicher sein soll, ob Turris böse Absichten hat oder nicht.

    Kommt das nicht heraus?

    Ich habe gerade erst geschafft, meine Eindrücke zu dem vorherigen Teil zu sammeln, bei dem ich etwas Zeit gebraucht habe, um den für mich klarzulegen - und da kommt schon die Fortsetzung!

    Aber zunächst also zu dem Teil davor.

    Ich war auch etwas überrascht von der "Kuschelszene", mit der ich nicht gerechnet hatte. Aus irgendeinem Grund musste ich darüber schmunzeln. Vielleicht weil ich der ständig-frierende Typ bin und dies nach meiner Erfahrung tatsächlich der angenehmste Weg ist, wieder warm zu werden. Aber ich hatte wohl vor allem mit so einer Szene nicht gerechnet, weil Samhain ja das Gegenteil von Beltaine sein sollte. Darum hätte ich doch eher erwartet, dass irgendwas Schauriges passiert oder jemand stirbt.

    Ich war auch deshalb überrascht, weil du hier mal etwas ausführlicher geworden bist, während du dich bei der vorherigen Szene ja doch kurz und knapp gehalten hast, über die ich auch gerne noch viel mehr gelesen hätte. Ich persönlich würde diese ganze Geschichte am liebsten komplett in der "Lang"-Version lesen, auch wenn ich natürlich verstehe, dass es ein Drehbuch ist und du ein Zeitlimit hast.

    Insgesamt fand ich den Aufenthalt in der Anderswelt sehr faszinierend und auch die Rückkehr war interessant. Vielleicht auch aus dem Aspekt heraus, dass ich in meiner Geschichte ja auch eine Reise der Seele konstruiert habe, die ein bisschen ähnlich funktioniert, weil ich mir das so vorgestellt habe, dass der Körper wie tot wirken muss, wenn die Seele ihn verlässt. Auch wenn sie das nur vorübergehend macht.

    Allerdings ist es in deiner Darstellung etwas anders, denn die Seele bleibt wohl im Körper, sie machen die Reise nur in ihren Gedanken und verlassen dabei weder den realen Ort noch den realen Körper. Dass Cliodhna wie tot wirkt, liegt daran, dass sie in der Totenwelt war. Das alles, dass die Reise in Gedanken stattfindet und trotzdem so real wirkt, und dass das direkt vegetativ auf den Körper wirkt, gefällt mir sehr.

    Es sind dann auch ein paar kurze Hinweise in Rordans Gedanken, die "Klippen" sind vielleicht der Ort, über den die andere Hexe Macht hat.

    Was mich dann auch wieder überrascht hat, waren Rordans Gedanken am Ende. Ich habe glaube ich noch nie irgendwo gelesen, dass ein Mann darüber nachdenkt, ein Kind haben zu wollen. Hier ist das nun im Zusammenhang mit dem Samhainfest, aber es hörte sich danach an, dass ihm der Gedanken wohl auch ohne das Fest gekommen wäre. Das ist eigentlich ein "typisch weiblicher Gedanke". Dass er dann noch den Zusammenhang mit Samhain zieht, also eigentlich das Fest umdeuten will, hat was Rührendes. Oder vielleicht ist es auch keine Umdeutung, denn wenn Beltaine und Samhain Feste sind, die sich gegenseitig bedingen und die versinnbildlichen, dass das Leben nur zusammen mit dem Tod existieren kann, dann gibt es vielleicht auch keinen so grossen Unterschied. Jedenfalls sind das so Vorstellungen, die mir gefallen.


    Und jetzt der neue Text. Hier dieselbe Szene nochmal aus der Sicht von Cliodhna und mit neuen Aspekten.

    Hatte Fionnula ihre Beziehung zu Rórdán überhaupt kritisiert? Wenn sie sich zurückerinnerte, dann... hatte Fionnula eigentlich eher versucht sie dazu zu ermutigen, das Unscharfe zu akzeptieren statt sich auf eine klare Tradition zu berufen. Clíodhna hatte sich in dem Moment ertappt gefühlt,

    Gut... es ist ja oft so, dass man sich kritisiert oder ertappt fühlt, obwohl der Andere nur eine Feststellung gemacht hat, die überhaupt nicht negativ gemeint war. Dadurch entstehen oft unnötige Spannungen. Und hier war sicherlich so eine Begegnung.

    Du kannst nicht meinen Weg gehen und die Dinge so tun wie ich, Mädchen. Fast - als ob Fionnula für falsch hielt, was sie damals getan hatte. Wir hatten eine Auseinandersetzung, ich habe meine Grenzen gezogen. Schwarz und weiß... verwirrt blinzelte sie. Hatte Fionnula ihr wirklich sagen wollen, daß Clíodhna es anders machen sollte als ihr junges Selbst?

    So hatte ich das nicht verstanden, aber es ist eine sehr coole Idee. Bei Facebook war mal eine Umfrage: Was würdest du deinem jüngeren Selbst raten anders zu machen, wenn du die Möglichkeit hättest?

    So einen Rat zu geben ist natürlich nicht so einfach, weil man ja nicht weiss, was denn passiert wäre, wenn man dieses oder jenes anders gemacht hätte. Insofern ist es verständlich, dass Fionnula nicht einfach eine klare Handlungsanweisung geben kann, sondern nur Andeutungen machen.


    Es hat keinen Einfluss auf die Geschichte gehabt, die ist im Groben schon länger so konzipiert, aber wir haben seit neuestem sogar ein Samhain-Kind, welches unter ganz ähnlichen Umständen entstanden ist

    Ist das Baby schon da? Das habe ich ja gar nicht mitbekommen.

    Herzlichen Glückwunsch! :party:

    Also, ihr Lieben.

    Danke erstmal wirklich sehr für eure Anmerkungen.

    Die Szene wuerde so richtig toll wirken wenn sie sich erst entspannt und dann nach und nach merkt dass mit Turris was falsch ist, das erst nich wahrhaben will, und dann aber mehr und mehr passiert...


    en und dafür plädieren, dass diese Unterhaltung zwischen Murissa und Turris auf später verschoben werde sollte. Hier in dieser Höhle, bzw. auf dem Weg nach draußen, passt es meiner Meinung nach nicht so gut.

    Da ihr euch so überwältigend einig seid und ich das auch nachvollziehen kann, habe ich den Abschnitt jetzt mal überarbeitet.


    Also, der Anfang fehlt noch, die Szene, wie Murissa in die Höhle hineingeschleudert wird, kriege ich noch nicht so richtig voreinander, aber ich habe nun die "er-ist-ein-Dämon-Szene" nochmal ausgearbeitet und wäre sehr froh, wenn ihr Lust hättet, euch das nochmal anzuschauen. Das ist für die Story ja doch eine Schlüsselszene und darum soll die stimmen - also so gut wie möglich eben.


    Szene "Er-ist-ein-Dämon"


    Danke!!! :)

    Er könnte zumindest kurz das Schwert anheben, spüren, wie sich seine Hände ungewollt fester um den Knauf legen,...er sieht, wie sie zurückweicht, sich Unglauben auf ihren Zügen spiegelt...ein kurzer Moment nur...und DANN erinnert sie ihn mit fester Stimme an das Versprechen...die Worte hallen in ihm nach...blabla und erst dann besinnt er sich

    Hey Rainbow, ich staune immer wieder, wie fein du Nuancen darstellen kannst. Alles was du da so durchgespielt hast (auch vor und nach diesem Abschnitt), würde ich genau so unterschreiben und hätte es nur nicht so gut sagen können.

    Ich fand auch, dass es vorher einfach zu schnell ging und zu knapp abgehandelt wurde. Nur zwei, drei Sätze mehr und es bekommt schon Substanz.



    Nun aber zum neuen Text! Der ist auch wieder sehr stimmungsvoll geworden und absolut schön und spannend zu lesen.


    Das also war das Totenreich.

    So hätte ich es mir nun gar nicht vorgestellt, aber die Darstellung ist glaubhaft und ich finde es einfach interessant, Cliodhna hier zu folgen.


    hier war sie schwach und substanzlos, selbst die Strahlen des Sonnenlichts wirkten wirklicher als ihre durchscheinende Gestalt.

    gute Idee und einleuchtend.



    Aber wie würde Fionnula hier aussehen, an diesem Ort? Welche Gestalt würde ihre Seele wählen? Vielleicht nicht die der alten, sterbenden Frau die Clíodhna kennengelernt hatte. Trotzdem baute sie das Bild der alten Hexe wie sie sie kennengelernt hatte vor ihrem inneren Auge auf, die faltige Haut, die strähnigen, grauen Haare - aber es geschah nichts, keine Verbindung zu irgend etwas baute sich auf.

    Was dann?

    Hier baut sich Spannung auf und es ist gut erklärt.


    "Mädchen, du sagst mir besser schnell warum du hier bist.", unterbrach die Stimme der andere Hexe ihre Gedanken. "Denn du hast nicht viel Zeit - an diesem Ort ist der silberne Faden durchtrennt."

    Gut! Hier ist wieder so ein Moment, wo es ein wenig schaurig wird. Gefällt mir.



    Sie hat über ganz eigene Magie geboten - die alte Magie der Berge, die wilde Magie des Eiswindes.

    Da bin ich dann ja gespannt, wie sie diese Magie noch einsetzen wird.



    "Du kannst nicht meinen Weg gehen und die Dinge so tun wie ich, Mädchen - du mußt deinen eigenen Weg finden."

    Das gefällt mir auch. Da ist so viel Wahrheit drin.


    Schöner Text!:)

    Danke dir, Rainbow



    Und hier der Schluss des Kapitels:


    26.4 Unter Dämonen

    „D-diese D-dämonen“, stotterte ich verzweifelt. „Und d-du siehst noch selber aus wie einer!“

    O ihr Götter. Jetzt war es heraus. Ziemlich dämlich von mir, ihn in dieser Lage zu attackieren. Ich spürte, wie er stockte. Aber er begriff wohl, wie ernst es mir war, denn er ließ mich langsam auf den Boden herunter.

    „Murissa“, raunte er und setzte drängend hinzu: „Vertrau mir. Es ist eigentlich...“

    Klymera tauchte ein paar Schritte entfernt auf. Sie glotzte uns an und sprang so hektisch rückwärts, dass sie beinah gestolpert wäre. Mir rasselte das Herz in die Kniekehlen. Sie hatte es auch gesehen. Und sogar die abgebrühte alte Schlange fürchtete sich.

    Vertrau mir... ?

    „Sag mir, wer du bist“, stammelte ich, während sich ein ekliges klammes Gefühl um meine Glieder klebte. „Wenn du nichts zu verbergen hast, sollte das nicht so schwer sein!“

    Noch immer konnte ich den verletzten Fuss nicht aufsetzen. Ohne Hilfe käme ich aus dieser Höhle nicht heraus.

    „Ich bin ein Torwächter“, flüsterte Turris nach einer Weile, die sich wie eine Ewigkeit zog. „Das alles... es ist eine furchtbar lange Geschichte.“

    Torwächter. Von denen hatte ich schon einige gesehen und keiner hatte dämonische Strahlen an sich gehabt.

    Zögernd bot er mir seinen Arm, vermutlich weil er sah, wie ich schwankend versuchte auf einem Bein zu stehen.

    Würde ein Dämon sich wie ein Kavalier benehmen?

    Vielleicht schon, falls er vorhatte seine Beute hinterher zu verspeisen. Ich fühlte die Härchen auf meinem Nacken sich sträuben und eine Gänsehaut über meinen Rücken fahren. Seine Hand nahm ich lieber nicht.

    „Was für ein Tor bewachst du denn?“, fragte ich stattdessen und versuchte verzweifelt, das Gleichgewicht zu halten und nicht zu fallen.

    Er räusperte sich. „Ich muss dich was fragen. Ist es sehr lange her, dass du zuletzt im Wasser getaucht bist?“

    Beinahe hätte ich meinen eigenen Atem verschluckt. Ich spürte, wie meine Wangen heiß wurden und wahrscheinlich mein ganzer Kopf rot anlief. Nur gut, dass die Nacht so finster war und er das hoffentlich nicht sah.

    „Ja... doch, ja, ziemlich lange her“, stotterte ich. Mist. Was jetzt? Ich verlangte von ihm die Wahrheit und log ihm selber die Hucke voll? Aber wenn er wirklich ein Wesen der Dunkelwelt war, musste ich auf der Hut sein. Ich gab mir einen Ruck. Lügen musste man überzeugend und nicht stammelnd wie eine Küchenmagd.

    „Heutzutage kannst du nicht einfach so in einen Brunnen einsteigen“, plapperte ich also, der auf- und abwallenden Hitze in meinen Adern zum Trotz. „Sind ja praktisch in allen Wassergeister drin.“

    „Ach ja, die Wassergeister“, sagte er leichthin, als redeten wir über Hundewelpen. Auf seiner Stirn bildete sich eine tiefe Furche. „Jetzt sei ehrlich“, fuhr er nachdenklich fort, „bist du wirklich in Brunnen abgetaucht? Sind die nicht viel zu klein, um darin zu leben?“

    Um darin zu leben. Was bedeutete das – stimmte das etwa, was er mir erzählt hatte? Dass er in einem See geboren war und wohl auch dort gelebt hatte? War er also doch ein Froschkönig? Oder irgendwas Anderes, weniger Bewundernswertes...

    „Die Brunnen sind doch nur der Eingang“, stammelte ich, während sich meine Glieder vor Schreck versteiften. „Eine Art Tunnel, durch den du ins Untermeer kommst, das irgendwo tief unter unseren Füßen liegt.“

    Turris, der Dämon. Er versucht abzulenken, damit ich seine Todesstrahlen vergesse. – Wie kann ich sowas denken? War er jemals schlecht zu mir?

    „Und dein Untermeer wäre dann so eine Art Feengarten?“, fragte er, mit einem unguten, höhnischen Unterton, der mir den nächsten Schauer über den Rücken jagte.

    „Ja, warum nicht? Wäre das ein Problem? Wenn man in einen Stadtbrunnen runtertaucht, kann man verlorene Ringe oder Murmeln finden...“ Ich merkte schon, dass er diese Ausführungen nicht besonders passend fand, obwohl sie nach meinen eigenen Beobachtungen sicherlich stimmten, deshalb beschloss ich, einfach mal etwas herzhafter zu flunkern und fuhr fort: „Oder Brunnenrosen, die in der Tiefe wachsen.“

    „Brunnenrosen?“, fragte er verständnislos. „Du meinst Seerosen? Aber die wachsen doch auf der Oberfläche und nicht in der Tiefe, wo vor allem Schlamm ist.“

    Götter im Himmel. Ich sollte lieber den Mund halten. Aber je mehr ich mir aus den Fingern sog, desto mehr würde er vielleicht auch über sich verraten. In der Tiefe war er also gewesen. Schlamm war dort? Nicht Städte?

    „Ja klar“, versuchte ich meine Geschichte auszuschmücken, „Seerosen wachsen oben, während Brunnenrosen die Tiefe bevorzugen. Die sind übrigens auch nicht rot, sondern... blau.“

    Bevor mein dämliches Geplapper noch schlimmere Blüten treiben konnte, presste ich die Lippen zusammen und sah ihn auffordernd an. Nun war er an der Reihe. Und die Furche auf seiner Stirn wurde immer tiefer.

    „Murissa. Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Vielleicht sieht es in den Brunnen anders aus, dort bin ich nie gewesen, aber hast du eine Ahnung, was dich in einem See erwarten würde? Schwarzer Nebel hängt dort in der Luft, schon bevor du näher herangekommen bist. Das gesamte Ufer wimmelt von Wassergeistern. Wenn du durch die hindurchgeschritten bist und unter die Fluten springst, kommst du schon nach wenigen Metern in den schlammigen Bereich. Der wird dichter, je weiter zu tauchst. Wühlst du dich bis in die unterste Tiefe, wo eine harte Lehmmauer uns von der Unterwelt trennt, dann hörst du die Schreie aus den Abgründen der Finsternis... denn da unten ist die Hölle. Sie ist voller Dunkelwesen, die unbedingt ans Tageslicht wollen. Überall schaben und stoßen sie an die Grenzmauer und manchmal bricht eins von ihnen durch. Sie sind aggressiv, tödlich. Und es sind viele, du kannst sie nicht zählen. Wir Torwächter bewachen diese Grenze und hindern sie daran, nach oben zu kommen. Denn sie würden alles Leben vernichten. Und unsere Strahlen sind unsere wirksamste Waffe.“

    Mir wurde innerlich eiskalt. Dies war die verrückteste Geschichte, die ich je gehört hatte und ich war nicht sicher, ob ich sie glauben sollte.

    „Warum bist du dann hier und nicht an deinem Tor?“, brachte ich kaum verständlich hervor.

    „Ich musste handeln. Auf Dauer können wir den See nicht halten – unsere Strahlen sind effektiv, aber sie verderben nicht nur die Dunkelwesen, sondern auch uns selber. Und ich befürchte, sie greifen von vielen Seen aus an, denn das höre ich von den Kameraden. Murissa, wenn wir nichts unternehmen, brechen sie eines Tages irgendwo durch. Und dann in ganzen Heerscharen.“

    Ich fühlte mich, als hätte mich jemand mit Eis übergossen. Entweder war dies die gruseligste Lügengeschichte, die sich je einer ausgedacht hatte – oder, falls das alles stimmte...

    Konnte das denn stimmen? Es passte überhaupt nicht zu den Bildern, die ich im Kopf hatte. Allerdings waren natürlich alle meine Wasserfantasien, auch wenn ich sie mir so lebhaft vorstellen konnte – faustdicke Lügen. Wenn man eine Geschichte nur oft genug erzählt hat, beginnt man irgendwann selbst daran zu glauben und kann Wahrheit und Erfindung kaum mehr auseinander halten. Also: War das Untermeer wirklich eine Hölle? Sogar ein Hort bedrohlicher Schattenwesen? Nein! Nein, unmöglich! Mir wurde schummrig zumute, ich versuchte mich fest hinzustellen, wurde aber von dem plötzlichen Schmerz im Fuss heftig in die Realität zurück geholt. Beinahe wäre ich gefallen. Turris hielt mich am Arm fest. Unsere Blicke begegneten sich. Während mich die Strahlen, die von seiner Brust her auf mich einschossen, unbarnherzig stachen. Er sah anders aus als ich ihn bisher wahrgenommen hatte. Seine Augen waren umschattet und von einem verbissenen, gequälten Ausdruck. Ich spürte die Last, die auf ihm lag – aber auch eine Düsternis, die ihn wie schwarzer Nebel umgab.

    „Du bist selbst ein Dunkelwesen“, stammelte ich, während mir der kalte Schweiß ausbrach.

    „Das wirkt nur so wegen der Dämonen. Mein Körper wirft immer Strahlen, wenn ich mit schwarzer Magie in Kontakt komme“, erklärte er mit belegter Stimme. „Wassermagie wirkt noch stärker. Was glaubst du, wie schwer es war, meinen See zu verlassen. Der Zauber dort hat mich mit extremer Macht angezogen. Ich war kaum in der Lage, seinen Bannkreis zu verlassen. Aber ich musste. Murissa, das ist der eigentliche Grund, warum ich den Königsring unbedingt brauche. Die Priesterin, bei der ich Hilfe gesucht habe, sagte, sie könnte die Macht der Dunkelwesen mit dem Ring zerbrechen. Das ist unsere einzige Rettung.“

    Mir war zumute, als wäre ich ein Strauch, dessen Zweige und Blätter gerade von einem ihn umtosenden Orkan gänzlich zerrüttelt und gerupft wurden. Der womöglich mich selbst mit allen Wurzeln aus der Erde reißen wollte.

    Dunkelwesen. Strahlung. Hölle. Nein, nein! Ich wollte solche Geschichten nicht hören, ich wollte nicht glauben, dass sie stimmten! Aber dass Turris sich so eine wilde Saga einfach aus den Fingern saugen würde, glaubte ich noch viel weniger.

    Mit klammen Fingern erwiderte ich seinen Griff. Und fing an zu humpeln. Schritt für Schritt arbeiteten wir uns aus der Höhle hinaus.

    „Warum hast du mir das nicht gleich gesagt?“, murmelte ich, noch immer erschlagen von seinen Worten.

    Er lachte trocken. „Hättest du mir geglaubt? Ich denke, manches muss man sehen, um es zu verstehen. Verzeih mir, Murissa.“ Noch einmal räusperte er sich und fuhr fort, jetzt so leise, dass ich ihn kaum hörte: „Jedenfalls kann ich in dieser Lage auch keinem Mädchen irgendwas versprechen, selbst wenn ich am liebsten wollte. Das wäre einfach nicht fair, so lange du nicht genug weißt und ich nicht überblicke, was noch alles kommt. So lange ich diese Katastrophe nicht gelöst habe. Ich konnte mich an dem Abend einfach nicht beherrschen...“

    Seine letzten Worte blieben in der Luft hängen, zusammen mit der bittersüßen Erinnerung an jenen verwunschenen Kuss oben auf dem Basarplateau. Unsere gemeinsame Reise, seine Blicke, seine Kommentare, alles klarte in meinem Kopf auf und bekam einen neuen Hintersinn. Er war nicht der romantische Wasserprinz, für den ich ihn gehalten hatte, er war ein Anderer, den ich nicht kannte. Vor dem ich mich fürchtete. Zwar redete er so vertraut wie früher, und ich fühlte mich von ihm genauso stark angezogen wie die ganze Zeit über schon. Aber der Schrecken hatte mich doch tief getroffen und saß jetzt wie ein giftiger Pfeil in meinem Herzen fest. So einfach vertrauen... konnte ich nicht mehr. Ich fühlte mich ihm noch immer sehr verbunden, vielleicht sogar tiefer als vorher, weil er sich mir anvertraut hatte. Und doch gleichzeitig fremd. Auf der Hut. Angespannt.

    Wenn er erst erfahren würde, dass auch ich ihm nicht die ganze Wahrheit über mich erzählt hatte – ja, dass ich ihm eigentlich überhaupt nie etwas Wahres über mich erzählt hatte – was würde er dann wohl fühlen? Würde uns das endgültig trennen? Wäre das vielleicht sogar viel besser für mich?

    Nein, nein. Schon der Gedanke schmerzte viel zu sehr, um ihn aushalten zu können. Es würde nicht passieren. Ich würde mir bis dahin noch was einfallen lassen.

    Im Schneckentempo ging es vorwärts. Als wir endlich aus der Höhle herauskamen, gerieten wir sofort wieder unter das Bombardement der Dämonenstrahlung. Er hielt inne und blickte zu den Untoten hoch. Oder ich glaube, es war eher der Ring, nach dem er Ausschau hielt. Der war nicht zu übersehen. Sein goldenes Leuchten, vermischt mit dicker schwarzer Strahlung, überstrahlte alles.

    „Eines Tages“, wisperte Turris, ohne den Blick von ihm zu wenden, „wenn die Zeit gekommen ist, dann kehren wir beide hierher zurück und dann holen wir ihn uns, du wirst sehen.“

    Du entschuldigst dich ja schon wieder für die Szene :), brauchst du nicht, sie ist wieder sehr hübsch geworden! Ich fand sie sehr schön geschrieben und auch sehr spannend. Besonders der Moment, wo Elias Silas auf die Spur kommt und mit ihm telefonieren will. Da war ich richtig neugierig, was die Zwei wohl so zu plaudern hätten, die sich vermutlich beide gegenseitig nicht ausstehen können.

    Schade, dass es dazu nicht kam, aber spannend war es auch so.

    Mal sehen, was Elias denn noch so über Silas ausgräbt.

    Übrigens finde ich die Idee mit dem "Heaven Net" auch ziemlich originell...

    Gibt nichts zu Meckern, weiter so!

    Ich hatte eigentlich schon einen Kommentar zu dem vorherigen Text geschrieben, aber er scheint im Nirwana verschwunden zu sein.

    Also dann nochmal.


    Der Abschnitt gefällt mir wieder sehr gut. Das hast du sehr schön bildhaft beschrieben, dass ich es mir gut vorstellen kann. Auch sehr gut die Dramatik darin, dass Rordan sich verwandelt in einen "Sensenmann", dessen Aufgabe es ist, gefühllos Aufgaben zu erfüllen, d.h. wenn nötig auch Leute zu töten, sogar seine eigene Geliebte.

    In dem Text ist ein kurzer Moment, in dem ich erschrocken bin, weil es so klingt, als könnte er Cliodhna in Gefahr bringen. Es geht aber so schnell vorbei, dass ich nicht wirklich Angst bekomme. Das würde ich noch dramatisieren. Könnte nicht Rordan Cliodhna wirklich in Gefahr bringen, also nicht nur eine Sekunde in Gedanken, sondern auch mit Handlungen? Dann wäre das wahrscheinlich noch viel mitreissender.


    Der neue Abschnitt ist aus der Sicht von Cliodhna. Der Spiralweg durch die Sterne, das Bild gefällt mir sehr, das ist ja fast märchenhaft. Ich mag so etwas. Das "Sterben" kommt noch nicht so ganz rüber, wenn Kälte das einzige ist, was damit verbunden wird.

    Wo ist denn Rordan geblieben, oder kann/soll er ihr auf diesem Weg nicht folgen?


    Und das, obwohl du es eigentlich schon weißt...ist aber ja schon ein ganzes Weilchen her. ^^

    Ja, ich finde es auch witzig. Klar weiss ich noch, wie es weiter geht, aber die Neufassung ist doch wesentlich ausgereifter und deshalb bin ich trotz allem immer wieder neugierig, was daraus wird. :)

    Deine Überarbeitung lohnt sich also absolut.

    Hallo ihr Lieben,

    danke fürs Lesen und für eure Anmerkungen. Ich freue mich, dass es euch gefällt! So ganz sicher war ich mir nicht gewesen.


    Rainbow


    Thorsten


    Dritte Neufassung - Ich hab jetzt alles nochmal überarbeitet.


    26.3 Unter Dämonen

    Als ich zu mir kam, lag ich am Boden. Ich spürte sofort, dass ich mich nicht im Freien befand, sondern in einer kühlen Grotte. Mein Umhang, meine Haare, alles war patschnass und ich tastete mit den Händen eine Pfütze um mich herum. Die Elemente um mich her waren entfesselt. Es war nachtschwarz, doch immer wieder erhellten Blitze die Mauern und Felsen in meiner direkten Umgebung. Sie hatten ihren Ursprung in einem brennenden Felsen nur wenige Schritte von mir entfernt. Nein, kein Fels. Das war Klymera, deren Gestalt ich innerhalb des Brandes erkannte. Sie hockte am Boden, inmitten lodernder Flammen, und hielt sich mit beiden Händen den Kopf.

    Dieses Bild sah ich nur kurz, denn Wolken von Staub wirbelten um mich herum. Lautes Prasseln erschreckte mich und ließ meine Blicke herumfahren. Es klang, als ob Haufen von Steinen von oben auf hartem Boden aufschlugen. Das kam von vorn. Dort sah ich undeutlich eine Gestalt durch die Luft schleudern – Wisha? – die laut schrie, doch plötzlich verstummte und dann dumpf auf dem Boden aufschlug.

    Mein Herzschlag begann zu jagen. War ihr etwas passiert? Warum war es hier so finster? Wo waren wir gelandet? Etwa – unter dem Felsen?

    Ich selbst war patschnass wie eine Katze im Regen. Dunkel konnte ich mich entsinnen, dass ich in eine Riesenpfütze gefallen war, die meinen Sturz abfing. Vielleicht hatte ich mir das aber auch eingebildet. Es war ja alles so schnell gegangen.

    Nun hörte ich auch Bewegungen am Boden, verbunden mit scharrenden Geräuschen. Sie rührten wahrscheinlich von Wanzen oder Schlangen her, die, der Lautstärke nach zu urteilen, in größeren Mengen über das Geröll huschten... Schlagartig war ich am ganzen Körper angespannt. Und diese unruhigen Windbewegungen um mich herum, waren das Geister? Ich spürte den Hauch von dunklen, zerrissenen Gestalten, spürte ihre Wut, ihren Hass und ihre Lust zu zerstören.

    Mist, ich musste hier verschwinden. So schnell es ging. Hastig stand ich auf, stoppte aber sofort. Mein Fuß schmerzte bei der geringsten Berührung. Ich konnte nicht stehen.

    Nicht doch. Das musste gehen. Ich musste weg. Noch einmal versuchte ich es. Wieder konnte ich den Schmerz fast nicht unterdrücken. Zitternd hockte ich mich hin und tastete meinen Knöchel ab. Er war geschwollen und schmerzte pochend im Takt meines Pulses.

    Ach verdammt!

    Etwas stach mich in den Arm. Tief und schmerzhaft. Reflexartig schlug ich auf die Stelle. Eine Wespe? Oder Schlange? Schon fühlte ich den nächsten Stich. Und es hörte nicht mehr auf. Als hätte mich ein Schwarm bissiger Vipern umringt. Gellend schrie ich auf, fing an wild mit den Händen um mich zu schlagen, ohne jedoch das Etwas zu treffen, das mich attackierte. Es wär, als kämen die Angriffe aus dem Nichts. Das machte es nur schrecklicher. Was war das? Geister? Magische Attacken? Mein Blick fiel auf Klymera. Deren Flammen waren inzwischen so weit heruntergebrannt, dass ich gut erkannte, wie auch sie wie verrückt in die Luft schlug, sich duckte und schließlich beide Hände um ihr Gesicht schlang, um sich zu schützen.

    Sind sind überall! Dabei sind hier unten doch gar keine Dämonen? Ihre Strahlung reicht nicht unter den Felsen. Sie könnten mich hier nicht treffen.

    Endlich begriff ich.

    Irgend ein einzelner Dämon kroch hier herum. Ich konnte nur hoffen, dass er in der Kette der Untoten festhing und nicht frei herum lief und nach Beute forschte, die hier mit verknackstem Fuß festsaß. Fieberhaft suchte ich nach einem Versteck. Nur zwei Schritt von mir entfernt ragte ein Felsbrocken in die Höhe. Vielleicht würde er mich dahinter nicht sehen. Zwar war mir klar, dass Dämonen sowieso nicht ihre Augen zum Beutespähen benutzen, sondern andere, magische Sinne, aber ich konnte mich ihm doch nicht hilflos ausliefern.

    Krampfhaft robbte ich über das scharfe Gestein am Boden und krümelte mich hinter den Stein, der mich, wie ich hoffte, ziemlich gut verdeckte. Das hatte noch einen weiteren Vorteil: Die scharfe Strahlung knallte jetzt gegen den Schutzstein und malträtierte mich nicht länger. Meine Stirn, meine Wangen und Arme, alles schmerzte, als wäre ich in ein Wespennest gefallen, und fühlte sich wund und geschwollen an.

    „Wo seid ihr, verdammt?“, hörte ich von Weitem Turris laut und gellend rufen. Ein Stein fiel mir vom Herzen. Er war gekommen, oh, welch ein Glück! Vielleicht könnte er mich rechtzeitig herausholen, bevor der Untote über mich herfiel. Wie besorgt seine Stimme geklungen hatte. Er schien richtig Angst zu haben. Um mich? In meinem Magen fing es an zu prickeln.

    „Wir sind hier!“, schrie ich zurück. „In der Höhle. Aber pass auf, hier ist ein Dämon!“

    Vorsichtig wagte ich einen Blick über meinen Stein. Unser Anführer stand draußen vor dem Eingang zu der Höhle, in der ich mich befand. Nur ganz kurz sah ich seine Silhouette, denn gerade beugte er sich genau über die Stelle, wo ich Wisha abstürzen sehen hatte. Offenbar redete er mit ihr. Auf die Entfernung verstand ich seine Worte nicht, hörte aber ihre schrille Stimme. Der gehetzte, wimmernde Tonfall erschreckte mich; sie schien verletzt zu sein. Aber die schrecklichen Stiche trafen sofort wieder auf meine Stirn, darum duckte ich mich hinter meinen Schutz. Alle meine Glieder zitterten. Ich hörte meinen eigenen rasselnden Atem und noch hundert andere widerliche Geräusche am Boden und in der Luft, die meine Angst bis ins Unerträgliche steigerten.

    Wenig später knirschten Schritte auf den Steinen. Hastig lugte ich hinter meinem Versteck hervor, um zu schauen, wer sie verursachte.

    Beinahe hätte es mich aus den Sandalen gerissen. An einer Säule vorn am Höhleneingang kam Turris gerade herein, ich erkannte ihn gut an seiner buschigen Pferdemähne, die der Mond beleuchtete. Und die glühte wie der Kranz einer schwarzrot glühenden Sonne. Um ihn herum war alles voller Dämonenstrahlung. Das Monster musste direkt hinter ihm sein! Mein Herz begann zu rasen, als ob es meine Rippen zerschlagen wollte.

    „Hinter dir! Er ist ganz nah, du musst weg, schnell, schnell!“, brüllte ich und hörte, wie meine Stimme sich dabei überschlug und kreischend von den Felsen widerhallte. Hastig blickte er sich um, in alle Richtungen, schien aber nichts Gefährliches wahrzunehmen. Auch das noch. Vermutlich sah er die Magie einfach nicht, wie die meisten Leute. Anstatt zu fliehen, marschierte er in die Höhle hinein, zielstrebig in meine Richtung. Nicht! Die Bestie würde ihn töten! Ich wollte schreien, ihn aus der Gefahrenzone wegziehen, aber über meine Lippen kam kein Ton, denn jetzt bemerkte ich voller Entsetzen, wie die Strahlung ihm folgte, ja an ihm haftete. Wie er mitsamt der schwarzroten Wolke aus tückischen kleinen Geschossen über das Geröll stapfte, immer näher an mich heran.

    Mich überkam der Impuls schnell wegzurennen. Vor Turris! Anscheinend drehte ich durch. Das war doch nicht er, der die dämonischen Pfeile warf... Wieso sah ich den Untoten nicht? Er musste nah sein, wo versteckte er sich? Wie war es möglich, dass Turris ihn anscheinend gar nicht bemerkte? Zitternd unterdrückte ich die sich immer höher schraubende Panik, die meinen Körper regelrecht lähmte.

    Turris näherte sich Klymera, deren Körper jetzt nur noch kleine Flämmchen produzierte. Sie hockte in sich zusammengekauert an einer Säule in meiner Nähe, den Kopf zwischen ihren Knien versteckt, schrak aber zusammen, als der Elgo herankam. Götter im Himmel, ich begriff jetzt auch warum. Wie lauter kleine Pfeile zischten winzige Geschosse von seinem Körper weg, die sie auf die Stirn, in die Brust, in die Arme, einfach überallhin trafen. Sie zischten auch nach hinten und in meine Richtung.

    Waren das seine Strahlen?

    Tückische böse Stacheln, die sich mir wie hunderte winzige Messerstiche in die Haut bohrten. Fürchterlich ähnlich wie das finstere Bombardement ausgerechnet der schrecklichen Untoten oben auf dem Felsen!

    War er ein Dämon?

    Oder war ich vor lauter Panik schon ganz verrückt?

    Reflexartig warf ich mich auf den Boden, wo mich nichts treffen konnte, und versuchte, tief durchzuatmen. Es gelang mir nicht.

    Einen Moment lang glaubte ich, gleich in Ohnmacht zu fallen. Das musste eine Täuschung sein. Eine richtig widerlich fiese Täuschung, die ich noch irgendwie enttarnen würde. Fieberhaft suchte ich nach einer Erklärung dafür, wieso diese Strahlen auf einmal unter den Felsen kamen. Eine, die nicht mit Turris in Verbindung stand.

    Mit wild pochendem Herzen hörte ich, wie er die Feuerhexe abkanzelte:

    „Was ist das denn für eine Rebellion? Seid ihr verrückt geworden, mir in den Rücken zu fallen?“

    Klymera hob ein wenig ihren Kopf, wobei sie ihn mit beiden Armen schützte und nur ihre Augen herausblitzten.

    „Das ist Wishas Schuld“, beklagte sie sich sofort. „Sie wollte uns mit ihrme Windstrahl zwischen die Dämonen schleudern, um durch den Aufprall unserer Körper den Ring für sich herauszuschlagen. Ich habe verdammt Glück gehabt, dass ich mich rechtzeitig befreien konnte.“

    Turris beugte sich drohend zu ihr herunter.

    „Tatsächlich? Wisha behauptet allerdings, es wäre deine Idee gewesen und du hättest versucht, sie zu verbrennen. Ihre halbe Wange und ihre Schultern sind eine einzige Brandwunde.“

    Wütend packte er sie am Hemd, zog sie hoch und drückte sie gewaltsam gegen die Felswand hinter ihr. Dabei schossen unaufhaltsam wütende schwarze Strahlen aus seiner Brust. Klymera drehte ihr Gesicht zur Seite, zuckte immer wieder zusammen und versuchte vergebens, sich seinem Griff zu entwinden.

    „Nun?“, zischte er. „Die Wahrheit, Madame Glutauge.“

    „Diese verdammte Lügnerin“, keuchte Klymera gequält, „hör doch auf damit, Scheiße... Gut, wie du willst! Wir kamen alle zusammen auf die Idee – kannst du das nicht verstehen? Der Ring war so nah... aber beinahe wären wir alle dabei draufgegangen, nur weil Wisha, diese hinterlistige...»

    Turris funkelte sie wütend an. «Und wie stellst du dir vor, soll das weiter gehen? Ich kann nicht dulden, dass ihr meine Befehle missachtet!»

    Sich windend, stammelte die Feuerhexe: «Es tut mir leid. Passiert nie wieder. Ehrlich!»

    Die Wolke aus schwarzen Funken um ihn herum schwoll an, umhüllt ihn ganz und löschte Klymeras Feuer. Schlagartig wurde es stockfinster um uns herum. Sie brüllte vor Zorn.

    «Ehrlich?», fragte er ruhig.

    «Verdammt, warum tust du das?», fauchte sie. «Du ruinierst mich, ich brauche diese Energie doch! – Und ich meine es verflucht nochmal ehrlich! Ganz ehrlich!»

    «Wag nicht, auch nur einen Fußbreit von meinem Weg abzuweichen, sonst habe ich noch ganz andere Lösungen auf Lager», erklärte er langsam und ließ sie auf den Boden gleiten, wo er sie los ließ. Sofort sprang sie auf die Beine und rannte davon wie die Gazelle vor dem Wolf.

    War das wirklich der Turris, den ich kannte? Was war mit ihm passiert? Ein eisiger Kloß bildete sich in meinem Magen, dessen Kälte sich durch meinen ganzen Körper fraß.

    Dämon. Er ist ein Dämon, hämmerte die Erkenntnis durch meinen Kopf und zerschmetterte meine gesamte Existenz. Ich war nicht mehr ich. Ich trieb irgendwo durch den luftleeren Raum.

    Hey, das ist extrem faszinierend geworden! :chaos:

    Du hattest mir ja eine Vorgängerversion gezeigt, aber die hast du anscheinend nochmal ordentlich überarbeitet.

    Gefällt mir sehr gut. Hier wird Dagon wirklich interessant. Das Heftigste ist natürlich, dass du ausgerechnet den als "sympathisch" beschreibst,. Das Oxymoron schlechthin.

    Hier wird er immer mehr als Person greifbar und erkennbar und gewinnt Charakter. Das ist interessant und das macht die Story spannend. Tja, da steht Emilia ja eine "nette" neue Bekanntschaft bevor!

    Super!!!

    Den Kiefer fest zusammengepresst, zählte Sirius die Sekunden, die vergingen und hörte das Herz in seiner Brust hämmern. Die nächsten Augenblicke würden darüber entscheiden, ob er seinen Bonus verspielt hatte. Er wusste, dass dies seinen sicheren Tod bedeuten würde. Seine Narbe begann unter Dagons stechendem Blick zu schmerzen.
    „Dass dir so ein stümperhafter Fehler unterlaufen ist und du nicht in der Lage warst, das Versteck des Mädchens in angemessener Weise zu sichern …“ Es war nicht vielmehr als ein Flüstern, das an Sirius` Ohr drang. Heiser, wie Metall das über Metall schabt. Dagons lauernde Stimme verursachte ihm eine Gänsehaut und sorgte dafür, dass sich alle Härchen auf seiner Haut aufrichteten.
    Das darauffolgende Schweigen war schlimmer, als alles andere. Gefangen in diesem endlos langen Moment zwischen Bangen und Hoffen, hörte er das Blut in seinen Ohren rauschen. Eine Schweißperle rann ihm träge die Schläfe herab und versickerte schließlich in dem hohen Kragen seines schwarzen Hemdes.

    Dieser Abschnitt ist sehr stark geworden. Da kriegt man ja selber Gänsehaut.

    Und dann erst noch Dagons Ausstieg aus dem Feuer und seine "Vermenschlichung" (na ja)... !

    Sehr gut!

    „Wie gedenkt Ihr nun vorzugehen?“, fragte er schließlich darum bemüht, sich seine Erleichterung nicht anmerken zu lassen.

    Hier vielleicht ein (minimaler) Einwand: Sollte Sirius wirklich Dagon nach seinen Plänen fragen? Geht ihn das was an? Vielleicht sollte er eher fragen, ob er persönlich eingreifen soll, ob er (Sirius) das wieder geradebiegen soll. Auch wenn ihm die Vorstellung, gegen Engel anzutreten, bestimmt nicht angenehm sein dürfte.


    Bin sehr gespannt, wie das jetzt weiter geht.

    :panik:

    Nun will ich mich auch mal zu Wort melden. Nun wird es ja wirklich mystisch.

    Mir gefällt es enorm gut, dass man in den geheimnisvollen Worten merkt: Da redet jemand, der von der Sache Ahnung hat. Zum Teil bekomme ich ein Bild davon, was da ungefähr passiert - die "gehen" anscheinend wörtlich ins Reich der Toten, auch wenn man sich das wohl eher bildlich vorzustellen hat, das gefällt mir. Nicht jedes Detail wird so klar, das ist aber nicht schlimm, schliesslich handelt es sich ja um höhere Magie, da ist es für mich logisch, dass der nichtmagische Leser nicht alles genau versteht.

    Gestolpert bin ich dann aber tatsächlich über die zwei nicht übersetzbaren Wörter. Die bringen mich ziemlich raus aus der Magie. Denn aus dem Kontext wird klar, dass die eine wichtige Bedeutung haben. Die dann nicht zu verstehen, ist doch etwas frustrierend. Könntest du sie nicht einfach mit "links herum" und "rechts herum" angeben, oder andeuten, dass sie eine Richtung angeben? "In westliche Richtung/in östliche Richtung" wäre auch eine Möglichkeit (Zur Morgensonne hin/von der Morgensonne weg ginge auch - da gibt es schon Möglichkeiten ohne die Uhr zu benutzen.)

    Dass sie die Spirale entlang geht, finde ich ein sehr schönes Bild, und dazu so genaue magische Anweisungen zu bekommen, gefällt mir sehr!