Beiträge von Chaos Rising

    So :D
    Ich hab ja schon ein bisschen was zu dem Part gesagt, aber ich sags auch nochmal "offiziell" :D


    Ich mag den Part :) Es passiert eigentlich nicht viel, aber das was passiert zeigt uns gut das Verhältnis zwischen den Charakteren. Da ist dir das Show don't tell gut gelungen :) Ein Glück, dass wir das nicht begraben haben :rofl:

    Rüstan und sein Vater kommen jetzt nicht so richtig gut miteinander klar xD aber es kommt auch gut rüber, warum das so ist, ohne es direkt anzusprechen, das gefällt mir. Hast du gut gemacht :D

    Warum Rüstan Delgars nicht so mag wird auch klar - Frauen :rolleyes: (is nur die Frage, wer da "schuld" ist xD Ich kann mir gut vorstellen, dass der Herr Drogenlord das selbst verkackt hat xD)

    Mami ist toll und bemüht!

    Und Delgars ist - zumindest in dem Part - sehr unterwürfig gegenüber seinem Vater. Allerdings tut er auch nicht viel, also kann der Eindruck natürlich auch täuschen xD


    Ich bin gespannt, ob Rüstan seiner Ehe noch entgehen kann - und iwie gleichzeitig, ob Ellark das nochmal gefixt kriegt xD Wir werden sehen :D


    (Ich kann ehrlich gesagt auch nichts schlimmes daran finden Lord und Lady in deutschen Fantasy-Texten zu nehmen, ich habe das schon oft gesehen und auch selber schon gemacht...)

    Nur fürs Protokoll: Ich habe nicht gesagt dass das etwas schlechtes ist, nur darauf hingewiesen, dass es so ist :) Kann man machen wie man möchte :D


    LG Chaos :chaos:

    Aber wann? Eine Faustregel ist dazu da, ein intuitives Verständnis für einen komplexen Sachverhalt zu vermitteln. Diese "Faustregel" hier macht die Dinge aber eher komplizierter. Denn, wie ich schon eingangs geschrieben haben: Alles, was wir Schreiber tun, ist erzählen, nichts ist zeigen. Aber kommen wir zu deinen weiteren Punkten:

    Wie du selbst sagst - es ist eine Faustregel. Kein Gesetz. Dem muss man sich halt bewusst sein - und ist sich auch jeder den ich bisher getroffen habe in diesem Forum, egal wie "neu" der Schreiberling war. Ich habe noch nie jemanden getroffen, der es zu exzessiv betreibt, sondern das Gegenteil ist nunmal das Problem :shrug: Daher, doch, ich finde die Faustregel gut. Es macht zumindest immer Sinn, darüber nachzudenken, ob man das was man gerade erzählt, nicht auch zeigen kann. Und "alles was wir tun ist erzählen" ist kein Argument. Ich kann dir trotzdem stumpf sagen, was ich sagen will, (so wie ich es gerade tue) oder ich kann es subtiler formulieren, dass du selbst drauf kommen kannst, was ich dir sagen will. Die Kunst ist eben es so zu proportionieren, dass es angenehm und interessant zu lesen ist.

    Da ist nicht ein Mangel von "Show, don't tell" das Hauptproblem: 1) Ausarbeitung realistischer Charaktere 2) Erzählperspektive: Ist der Erzähler (nicht der Schriftsteller) ein oberflächlicher, notgeiler Teenager, vllt. sogar etwas frauenfeindlich? Dann macht eine Beschreibung wie in diesem Zitat sogar Sinn. 3) 18 Jahre und blond sind zwei gute Beispiele, wo ich mir die Haare raufe, wenn jemand versucht, mir das zu "zeigen". Gebt mir einfach ein Adjektiv und gut ist^^ Zu dem Rest des Beispiels nehme ich im Zusammenhang mit dem 3. Zitat Stellung:

    Doch, ist es. Weil ich auch einen gut ausgearbeiteten Charakter mit dieser Vorstellung langweilig machen kann. Ich will am Anfang doch kein komplettes Bild "getellt" bekommen. Ich will nicht wissen, was ich zu denken habe. Ich will selber denken und mir den Charakter zusammenbauen im Kopf. Klar, kann diese Beschreibung für gewisse Umstände passen (wie gesagt es ist eine Faustregel, kein Gesetz), aber im allgemeinen tut sie das eben nicht. Und Haarfarbe zu zeigen ist nicht so schwierig :pardon: Es ist ein unterschied, ob ich schreibe "Er ist blond" oder ob ich "Er fuhr sich durch sein blondes Haar und seufzte" (oder wie auch immer, man erkennt, was ich meine) schreibe.

    Das geht aber nicht aus diesem Satz hervor. Das ist das Problem: Jeder projiziert seine eigenen Schreibfortschritte auf diese Formel - und damit verstetigt sie sich in den Köpfen als guter Rat^^ Natürlich kenne ich auch einige der "Kniffe" und "eleganten Formulierungen", die man landläufig mit SDT verbindet, aber es geht ja nicht darum, auf ein Musterbeispiel zu zeigen und zu sagen: Das ist gutes Show Don't Tell. Wenn wir schon von Schreibanfängern reden, dann muss man erklären können: Wie entscheide ich, wann in meiner Geschichte ich ausführlicher beschreiben will - und wann eher knapp zusammen fassen? Wie entscheide ich, ob hier jetzt gerade eher ein Dialog oder eine Beispielhandlung angebracht ist, oder ob das den Rahmen sprengen würde?

    Das ist ja die Kunst für sich herauszufinden. Niemand wird dir sagen können, wann du was benutzen musst, das muss jeder an seinen Stil, seine Geschichte, die Szene, den Charakter ... anpassen. Ein Charakter, der die Natur liebt und spazieren geht, wird die Umgebung anders und genauer beschreiben als ein Charakter der grade keinen Kopf für irgendwas anderes ausser sein Ziel hat. Bei ersterem kann ich die Schönheit des Waldes ZEIGEN, weil der sich darüber freut etc. Bei zweiterem wäre das unpassend, der denkt darüber nicht nach - da kann ich vermutlich sogar komplett auf eine beschreibugn des Waldes verzichten. (Ja ich weiß, dass das nciht das optimale Beispiel ist, aber es reicht um meinen Punkt klar zu machen)

    Schreiben ist ein Handwerk, das lernt man nicht, weil dir jemand sagt, wie es geht. Kein Schreiner kann Möbel bauen, nur weil er 1 Jahr lang VIdeos anschaut, wie es geht. Genauso wird niemand ein Buch schrieben können, wenn er tausende Seiten Theorie übers Schreiben liest. Ja, iwann muss einem mal gesagt werden, wie man etwas baut/schreibt, aber dann muss man es eben auch MACHEN und daraus lernen. Und während man es macht, wendet man seinen Leitfaden (Bautechnik/Show dont tell) an und versucht es umzusetzen.

    Genauso wird man nicht besser, indem man darüber redet, wie man ein Haus baut. Mach es mal, dann sehen wir weiter.

    Besonders beim Schreiben ist es eben so, dass Theorie und das Lesen und Unterhalten darüber nur sehr bedingt dazu führt, dass man tatsächlich besser wird. Mann muss es tun, die Faustregeln "Gesetze" (Im sinne von Rechtschreibung und Grammatik) umsetzen und dann schauen, wie man damit klar kommt.
    Daher verstehe ich ehrlichgesagt auch nicht, warum man Thesen aufstellen muss, warum ein Grundsatz nicht gut ist. Es gibt einen Grund, dass es diesen Grundsatz gibt.
    Ich muss auch Anfängern nicht sagen können, wann es angebracht ist und wann nicht, sondern nur, wie ich mit dem Grundsatz umgehe. Und das ist nunmal in wenigen Sätzen getan :pardon: (siehe ganz unten)

    Wenn er das kann, dann passts auch.

    Zu deinem vorletzten Absatz: Ich habe einen plakativen Titel gewählt und die Zusammenfassung etwas "unterhaltsam gestaltet", aber in meiner Beweisführung keineswegs "verteufelt". Die Formulierung beschreibt so ziemlich das Gegenteil von "6 verschiedene Argumente anführen und ausführlich erklären". Leider bist du auf These 3 nicht eingegangen, in der ich eben genau die Wurzel aller Anfängerfehler benannt habe - dass sie nämlich ganz viel Plot und Backgroundinfos in der Hand haben und diese nun ohne Sinn und Verstand in ihren Text klatschen: Und diese Wurzel aller Probleme ist nicht ein Mangel an "SDT", sondern, dass sie nicht wissen, was das Thema ihrer Geschichte ist.

    Ich bin davon ausgegangen, dass klar ist, dass "verteufeln" hier eine Übertreibung ist^^ Sorry, falls nicht :pardon:

    Auch das widerspricht dem Satz "Show, don't tell". Da steht nicht "Sometimes show, sometimes tell". Wie gesagt, ich spreche nicht darüber, ob das stimmt, was Schreibexperten einem empfehlen, nachdem sie "Show, don't tell" an die Tafel geschrieben haben.

    Ich behaupte nur, dass sie etwas anderes vorher an die Tafel schreiben sollten.

    ja man kann hier auch Erbsen zählen. Es ist doch scheiß egal, wann sie was dazu sagen. Man sollte halt den Experten auch bis zum Ende zuhören ud nicht nur, bis sie den Satz an die Tafel schreiben, den man denkt verstanden zu haben. Der satz soll kurz und prägnant sein, damit man ihn sich gut merken kann und sich dran erinnert. Dafür ist er da und nicht, um genau aufzuschlüsseln, wann was wie zu schreiben ist.

    Erinner dich dran - denk drüber nach - entscheide

    so kompliziert ist das nicht, sorry.

    Und wie gesagt, es ist normalerweise jedem klar, dass es sich nicht um ein Gesetz handelt, weil man irgendwann ja auch mal fertig werden will.

    Die Kunst ist nur, das Verhältnis herauszufinden, dass für meine Geschichte, Stil etc funktioniert.

    Schreiben ist eine komplexe Aufgabe. Ich nehme sie ernst. Du vielleicht auch. Ich finde nicht, dass jeder, der sich an einer Diskussion beteiligt, auf alles eingehen muss, was der Vorredner geschrieben hat - ich finde allerdings auch nicht, dass es konstruktiv ist, sich über eine ausführliche Argumentation lustig zu machen. Das stellt irgendwie die Aufrichtigkeit der gesamten Diskussion in Frage.

    Ich nehme sie durchaus ernst. Was man eigentlich auch daran merken sollte, dass ich dir hier antworte^^ Was auch immer das mit dem eigentlichen Thema zu tun hat^^

    Ich finde es schön, dass du der Meinung bist, dass man nicht immer auf alles eingehen muss. Schade, dass du mir dann gleichzeitig vorwirfst, genau das getan zu haben :pardon:
    abgesehen davon habe ich mich über gar nichts lustig gemacht^^ Ich habe gesagt, dass man meiner Meinung nach keine 6 Thesen braucht um zu verstehen, dass "Show don't tell" kein Gesetz, sondern ein Leitfaden ist. Es ist immer eine gute Idee, sich zumindest an diesen zu erinnern und sich zu fragen, ob ich das, was ich da grade runtererzähle, an der Stelle wirklich erzählen muss - oder ob es nicht einen eleganteren Weg gibt. Das heißt nicht, dass ich IMMER "Show" anwenden muss, nur dass ich mir darüber im klaren sein muss. Da war kein Lustigmachen dabei, es war nur eine Aussage^^

    Ich bin schlicht nicht überzeugt von deinen Argumenten. Mag sein, dass du den Grundsatz nicht magst, aber gerade für Anfänger IST er sehr hilfreich. Alles andere (wo geht die GEschichte Hin, Charbuilding, Plot ...) hat NICHTS damit zu tun. Weil das kann alles ganz toll und interessant sein, wenn es nur stuimpf runtererzählt ist, hilft das halt auch nur bedingt weiter.


    LG Chaos

    Ich widerspreche :hmm:

    "Show, don't tell" ist sehr wohl ein guter und wichter Leitfaden für das Schreiben von Geschichten. Natürlich muss man es nicht immer anwenden - wenn Bob durch eine Mondlose Nacht spaziert, kann ich auch einfach schreiben "Bob spazierte durch die Mondlose Nacht." Dann muss ich mir keine Umschreibungen aus den Fingern saugen, wie ich dem Leser klar mache, dass es eine Mondlose Nacht ist ohne es zu schreiben. Wir spielen nicht Tabu^^


    Aber gerade bei der Beschreibung von Charakteren wird oft der gleiche Fehler gemacht - gerade bei Anfängern:

    Am Anfang der Geschichte wird erstmal der Char vorgestellt:

    "Bobline war 18 Jahre alt, klein, blond mit großen Brüsten und vollen Lippen. Sie war immer gut gelaunt und stets nett zu allen."

    Joa. Jetzt wurde mit "getellt" wie Bobline ist. Kenne ich sie jetzt? Nein. Ich weiß, dass der Autor gerne hätte, dass ich sie so wahrnehme, das heißt aber noch lange nicht, dass ich das dann auch tue, wenn ich die Geschichte dann weiterlese. Wenn die gute dann das ganze Buch über nur heult oder leute anzickt, dann beisst sich das mit der Beschreibung.
    Ich glaube, der Grundgedanke von "Show, don't tell" ist, dass man Dinge möglichst in die Geschichte integrieren sollte. Sprich, es gibt Szenen, wo man merkt, dass Bobline immer gut gelaunt ist, ohne das aussprechen zu müssen. Sie trifft zb einen obdachlosen und hilft dem freundlich, obwohl er sie vielleicht etwas pissig anredet oder sowas in der Art. Dann bekomme ich als Leser auch mit, wie sie ist und lerne sie langsam kennen. Dann entsteht gar nicht erst das Problem, dass ich mir denke "das passt aber nicht zu der Beschreibung am Anfang". Klar kann es trotzdem sein, dass ich als Leser die gute Bobline anders wahrnehme, als der Autor es geplant hat - aber das weiß ich ja nicht. Solange ihr Verhalten konsistent ist (oder eine Änderung einen guten Grund hat) bin ich happy und finde den Char nachvollziehbar.

    Es geht nicht darum, jedes Detail möglichst umständlich zu erklären, aber wenn es sich anbietet kann man eben indirekt zeigen was man zeigen möchte. So komme ich erstens auf deutlich mehr Text (was zugegebenermaßen nicht immer gut sein muss, aber einkurzen, streichen oder doch was "direkt" erzählen kann ich ja immer noch) und zweitens liest es sich auch besser. Ich will keine Auflistung von Fakten lesen, ich will die Welt/Charaktere/Geschichte entdecken, meine eigenen Schlüsse ziehen etc.
    Das ist vermutlich auch der Grund, warum das Silmarillion "keine unterhaltsame Lektüre" ist, wie du selbst sagst ;)

    Es ist doch viel "schöner" und spannender zu lesen, wie Bobov der III. das Land plündert und unschuldige ermordet (oder die Folgen seiner Taten aus der sicht seines POVs zu sehen) und sich daraus seine eigenen Schlüsse zu ziehen, als einfach ein "Bobov der III. war ein böser und grausamer Herrscher" vorgesetzt zu bekommen.


    Also bevor wir hier einen durchaus nützlichen Grundsatz verteufeln, sollten wir vielleicht schauen,warum es den gibt. Ja, er gilt nicht für alles und für jeden Zeitpunkt, aber gerade für Anfänger IST es ein guter Hinweis, weil das Erschlagen mit Informationen nunmal einer der größten Einsteigerfehler ist. Der Grundsatz sorgt ganz automatisch dafür, dass man den Leser nicht mit Infos erschlägt, wenn man ab und an versucht, ein paar seiner Infos etwas schöner zu verpacken als in einen Erzählblock.


    Meiner Meinung nach braucht es auch keine 6 Thesen um zu dieser Erkenntnis zu kommen xD Ich kann jetzt zwar nur von mir sprechen, aber um richtig in eine Geschichte eintauchen zu können, muss sie mir gezeigt werden. Wenn ich jeden Charakter und jeden Ort und jede Legende etc nur so lesen kann, als würde ich einen Wikipediaeintrag darüber lesen ... klappt das nicht.

    Wieviel man letztendlich Show und wieviel Tell betreibt, bleibt natürlich jedem Autoren selbst überlassen. Es ist eine Frage des Stils und des Geschmacks - wie das meiste andere auch. Aber wie so oft ist es die Mischung, die es gut macht.


    LG Chaos :chaos:

    Hallo Zusammen :)


    Hiermit eröffne ich feierlich den ersten Schreibwettbewerb im Jahr 2022! *schneidet das Band mit einer unfassbar großen Schere durch*
    Willkommen :D


    Moog hat als Gewinner:in des letzten Wettbewerbs folgendes Thema gestellt:


    "In fremden Gewändern"


    Ich bin gespannt!



    Einsendeschluss : 06. Februar 2022

    ‡ Die Geschichte muss in Form einer Konversation (PN) (NICHT per E-Mail oder auf meine Pinnwand!) an Chaos Rising geschickt werden. (Betreff: "Schreibwettbewerb Januar/Februar 2022: [Username]")

    ‡ Die Geschichte muss im Fantasy-Genre angesiedelt sein. Dh. Es müssen Elemente der Fantastik darin enthalten sein.

    ‡ Die Geschichte muss einen Titel haben.

    ‡ Die Geschichte muss mindestens aus etwa 3500 - 10'500 Zeichen bestehen.

    ‡ Die Geschichte muss formatiert sein (siehe auch -> Texte richtig formatieren)

    ‡ Die Geschichte darf keine farbige Schrift enthalten.

    ‡ Die Geschichte muss Absätze haben und darf kein reiner Textblock sein.

    ‡ Nur eine Geschichte pro Teilnehmer.

    ‡ Nur deutschsprachige Texte erlaubt, mit Ausnahme von Fremdwörtern, die zum Verlauf der Geschichte passen.

    Der amtierende Gewinner darf nicht am Wettbewerb teilnehmen, da er/sie das Thema vorgibt und sich so einen Vorteil erspielen könnte.

    ‡ Nach Einsendeschluss werden alle Geschichten anonym in einem Thread veröffentlicht und ihr habt einen Monat Zeit, per Umfrage eure Stimme abzugeben. Diese darf nicht an sich selbst vergeben werden.

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    Preise im Wettbewerb:


    Der Sieger:


    ‡ Darf das nächste Thema für den Schreibwettbewerb vorgeben.

    ‡ Wird in die Rangliste eingetragen.

    ‡ Bekommt für zwei Monate einen eigenen Rang und die Sonderrechte eines Super Users.

    ‡ Bekommt eine einzigartige Foren-Trophäe.


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    Wer noch Fragen hat, stellt sie bitte hier im Thread. smile.png

    In diesem Sinne viel Spaß beim Schreibwettbewerb und beim Geschichten ausdenken wink.png



    LG Chaos


    Hallo :D
    Wie angedroht - hier bin ich :D


    Ich finde den Part auch toll :) Obwohl hier eigentlich nichts weltbewegendes passiert - Rüstan betritt im Wesentlichen ja nur das Haus - ist es sehr atmosphärisch und deutet schon viele Dinge im Hintergrund an. Dass etwas nicht in Ordnung ist, dass das Verhältnis zu seinem Vater etwas ... öh ... distanziert ist, und dass offenbar jemand Efeu mag :D


    Das einzige, was ich mich auch gefragt habe ist, wieso seine Mutter im "Koch- und Backbereich" (man könnte auch Küche sagen xD) des Anwesens ist :hmm: Die Familie klingt jetzt eher wohlhabend und da würde ich nicht erwarten, dass die Mutter selbst noch in der Küche arbeitet - aber vielleicht gibts da eine gute Erklärung, die du uns noch lieferst, dann hab ich natürlich nix gesagt :D ("Sie macht es gern" wäre für mich jetzt auch eine xD)

    Gefällt mir! Weiter so!


    Wenige Augenblicke später öffnete sich der Verschlag.

    Nur noch wenige Blumen erblühten in den sorgfältig angelegten und gepflegten Rabatten, die entlang des Weges führten.

    Bei den beiden roten Wörtern muss ich mich outen, dass ich sie in dieser Verwendung einfach nicht kenne xD
    Verschlag hätte ich jetzt eher als provisorische Hütte/Unterschlupf oder sowas gesehen, nicht als Kutsche. Passt aber vermutlich auch :hmm:

    Rabatt im sinne von "Blumenbeet" kenne ich überhaupt nicht xD Das kommt mir fast vor wie Autokorrektur :rofl:
    Falls es das gibt ist es natürlich in Ordnung, ich wollte nur meine Unwissenheit nach außen tragen xD

    Auch wenn er sich gerne an die Momente zurückerinnerte, die er mit den Angestellten und seiner Mutter verbracht hatte, vergaß er niemals die Nichtachtung durch seinen Erzeuger.

    Jo, Papi ist halt beschäftigt ... damit dir eine Frau zu suchen! Sei halt mal dankbar!
    ich bin gespannt, ob dieses Verhältnis etwas mit seinem Verhältnis zu Drogen zu tun hat :D

    Die Fassade aus Steinen war wegen des Efeus kaum mehr erkennbar, nur die Fenster waren freigeschnitten. Selbst an den Säulen, die das Vordach vom Eingang trugen, schlängelten sich grüne Ranken entlang.

    Hier hast du mit wenigen Worten ein schönes Bild des Hauses geschaffen - sehr gut!

    Ich hoffe, du weißt, dass ich jetzt irgendwann eine Szene erwarte, wo jemand an dem Efeu nach oben/unten klettert.

    „Hat er Euch auch gesagt, dass Lady Trisa ebenfalls zu dem Essen eingeladen ist?“

    LadyT quasi :D


    So und jetzt schreib weiter ;)

    LG Chaos :chaos:

    Lenos Schnee Abenteuer

    von Wielin


    Lenos erfuhr gerade vom Weihnachtsmann das er die Gabe hatte es schneien zu lassen. Der Junge war von seinen Eltern ausgesetzt worden und seit dem wuchs er beim Weihnachtsmann und seinen Wichteln in Wichteltal auf. Es war kurz vor Weihnachten und alle waren sehr beschäftigt mit Geschenken herstellen und was sonst noch so dazu gehörte. Lenos hatte sich immer schon für was Besonderes gehalten, nicht nur weil er ein Mensch war, sondern weil ihm im Winter immer so kalt war. Jetzt wusste er auch warum und er freute sich schon drauf dem Weihnachtsmann zu helfen. Bei den anderen Sachen durfte er nie helfen da er noch zu klein war.


    „Es sind nur noch vier Tage bis Weihnachten, wie soll ich es schaffen es bis dahin scheinen zu lassen“? Fragte er etwas nervös.


    „Keine Sorge ich kenne jemanden der dir helfen kann zu lernen wie du es kontrolliert schneien lässt“.


    Der Weihnachtsmann ging aus der großen Werkstatt direkt in den Stall wo die Rentiere schon Abflug bereit warteten. Lenos war ihm gefolgt und sie stiegen beide in den großen blauen Schlitten ein. Der Weihnachtsmann gab das Signal zum Abflug und die vier Rentiere mit Rudolf an der Spitze hoben einen Moment später ab. Sie nahmen Kurs auf Wichtelberg und landeten nach ein paar Kilometern vor einem großen Iglo und der Weihnachtsmann stieg aus. Lenos blieb schüchtern im Schlitten sitzen.


    Der Weihnachtsmann lächelte ihn an und sagte ihm das er austeigen kann. Er stieg langsam aus dem Schlitten und ging rüber zum Weihnachtsmann. Dieser klopfte an der großen Eis Tür und eine Sekunde später öffnet eine alte Dame die Tür.


    „Hallo Elsi, ich habe Lenos gerade von seiner Gabe erzählt könntest du ihn unterrichten? Ich schaffe es vor Weihnachten leider nicht rechtzeitig und sie haben dieses Jahr in vielen Teilen der Welt kein Schnee gemeldet“.


    „Natürlich kann ich ihn unterrichten wir haben allerdings nicht mehr viel Zeit und ich weiß nicht, ob er es rechtzeitig schafft“.


    „Ich werde mein Bestes geben Weihnachtsmann, bis heute Abend“.


    „Du bleibst die nächsten drei Tage und Nächte hier in Wichtelberg, im Schlitten sind ein paar Sachen für dich“.


    Als Lenos gerade zum Schlitten wollte, um seine Sachen zu holen machte die alte Dame ein paar Bewegungen mit ihren Händen und die Sachen wurden von zwei großen Schneemännern ins Iglo gebracht. Lenos staunte nicht schlecht als er auch ins Iglo ging und sich vom Weihnachtsmann verabschiedete. Die alte Dame schloss die schwere Tür und Lenos folgte ihr in ein großes Zimmer wo die Schneemänner seine Sachen bereits abgestellt hatten.


    „Das hier ist dein Zimmer während deiner Zeit bei mir und jetzt lass uns am besten gleich mit deinem Training beginnen“.


    Er nickte und folgte ihr nach draußen dort erklärt sie ihm die Grundlagen und ein paar einfache Figuren. Lenos sah und hörte gespannt zu und versuchte gleich die Figuren nachzumachen. Ungefähr nach dem vierten Versuch hatte er es geschafft und es standen alle Figuren, die sie ihm gezeigt hatte vor ihnen.


    „Du hast ja richtig Talent. Das reicht erstmal für heute ich hätte nicht gedacht das du es so schnell schaffst. Komm mit rein ich mach uns beide Abendessen und dann solltest du dich ausruhen es verbraucht viel Energie“.


    „Okay und danke für Ihr Lob“.


    Sie lachte und sagte ihm das er sie Elsi nennen könne. Nach dem Abendessen ging Lenos noch etwas spazieren. Er ging schon eine Weile am zugefrorenen Fluss entlang als er plötzlich einen Polar Wolf Welpen auf einer Eisscholle treiben sah er bewegte reflexartig seine Hände und schaffte es den Welpen heile an Land zu ziehen. Er taufte den Welpen Wolpo und ging mit ihm zusammen zurück. Während er Ihr von seiner Rettungsaktion erzählte, brach er plötzlich zusammen. Elsi brachte ihn in sein Zimmer und ging zu Bett. Am nächsten Morgen bereitete sie Lenos ein energiereiches Frühstück vor als er gerade in die Küche kam.


    „Guten Morgen, wie geht es dir“?


    „Besser danke was ist passiert, nachdem ich Wolpo gerettet habe“?


    „Du hast zu viel Energie verbraucht und bist deswegen zusammengebrochen“.


    Lenos setzte sich hin und verschlang das Frühstück sehr schnell danach gingen sie wieder raus, um zu trainieren. Figuren zu machen war leicht Schnee zu machen leider nicht so einfach. Lenos versuchte es immer und immer wieder Schnee zu Formen, aber er konnte es einfach nicht. Am Abend fiel Lenos müde ins Bett und schlief sofort ein. Mitten in der Nacht wachte er plötzlich auf da er einen Traum hatte, in dem der Weihnachtsmann ihn dafür verantwortlich machte, dass die Kinder keine Geschenke bekamen. Er stand auf und ging in die Küche wo Wolpo friedlich schlief. Er schlich sich an Wolpo vorbei und ging nach draußen dort übte er den Rest der Nacht es endlich scheinen zu lassen. Morgen ist Weihnachten und der Weihnachtsmann würde ihn heute Nach abholen hatte er Elsi gestern gesagt als sie telefoniert hatten. Es war bereits Tag als Lenos fast erneut zusammen brach Elsi hatte es bemerkt und ihm in letzter Sekunde einen Energie Riegel zukommen lassen, den er gerade noch rechtzeitig essen konnte.


    „Seit wann bist du schon hier“?


    „Ich weiß nicht genau es war noch Nacht als ich angefangen bin zu Üben. Ich hatte einen Traum das der Weihnachtsmann mich dafür verantwortlich macht das die Kinder keine Geschenke bekommen dieses Jahr“. Sagte er weinend.


    Elsi nahm ihn in den Arm und er beruhigte sich wieder dann gingen sie rein und machten es sich in der Küche gemütlich da Lenos sehr erschöpf war. Sie warteten auf dem Weihnachtsmann, der am Abend kam, um Lenos wieder abzuholen und Wolpo durfte er mitnehmen. Am nächsten Morgen war es so weit der Schlitten war vollbeladen und Lenos durfte das erste Mal mit dem Weihnachtsmann mit. Die beiden waren gerade im Landeanflug auf Mozustadt, wo es nie schneite. Plötzlich bewegten sich Lenos Hände und es rieselten dünne Schneeflocken ganz leise vom Himmel. Überall wo sie hinkamen und es keinen Schnee gab macht Lenos welchen. Am Abend waren alle Geschenke verteil und Lenos strahlte über das ganze Gesicht.

    Gebete, sind ein zweischneidiges Schwert

    von Kamar


    Sanftes keuchen, weckte ihn. Leichtes zittern, durchlief seinen Körper, als er sich dichter an den

    warmen Leib vor ihm drängte. Ein langer Atemzug entkam seinen Lungen, brachte seine Lippen zum

    beben. Tief sog er ihren Duft ein. Er liebte diesen Hauch von Lavendel, Jasmin und getrockneten

    Moos, der von ihr ausging. Seine Hand strich über ihren Schenkel. Kräftige Muskeln spannten sich für

    einen Moment an. Sein Daumen fuhr über ihren blanken Hintern, die Finger spreizten sich auf, glitten

    auf den weichen Bauch, umschmeichelten für einen Augenblick ihren Nabel, nur um gleich darauf

    höher zu wandern. Zärtlich umspielten sie die prallen….

    „Du kannst nicht genug bekommen, oder?“, hauchte sie ihm zu.

    „Zu lange habe ich gewartet“, erwiderte er, ein sanftes Keuchen entkam ihm.

    Er hob den Kopf leicht an, küsste sie auf den grün-bläulich schimmernden Hals, knabberte sich bis zu

    ihrem spitzen Ohr vor. Zart umspielten seine Lippen ihr Ohrläppchen, bis sie kicherte.

    „Und du wirst noch etwas warten müssen“, sie nahm seine Hand von ihrer Brust.

    „War ich zu…?“

    „Stürmisch?“ Sie grinste, „Nein, aber es ist nicht lange her…“

    „Es tut mir leid wenn ich…“

    Sie lachte laut auf und drückte seine Hand fest auf ihren Busen.

    „Nein, dafür, dass du so lange gewartet hast, warst du gestern Abend sehr zärtlich.“

    Sie dachte an die vergangene Nacht und wie schwer es ihm gefallen war, seine aufflammende

    Leidenschaft zu zügeln.

    „Warum lachst du dann?“ wollte er an ihrem Ohr knabbernd wissen.

    „Weil du selber Schuld bist mein Lieber, Actus. Ich war ja gewillt, aber du hattest Angst, dass dir

    jemand was abbeißen könnte.“

    Er sah auf das Bündel vor ihr, entzog ihr seine Hand und legte sie vorsichtig darauf. Sofort

    umschlossen kleine, haarige, grünlich schimmernde Hände, einen Finger und zogen ihn näher ran.

    Sanft streichelte er die feuchte Nase, tupfte leicht auf die Lippen, die sich öffneten und den Blick auf

    zwei spitze Reißzähne freigaben. Sein Finger wurde in den Mund gesogen und saugte sich daran fest.

    „Spitz wie Nachbars Lumpie aber Angst vor seinem eigenen Sohn“, lachte sie und rotierte dezent mit

    dem Becken.

    Er stöhnte auf, „Ich bin kein Lumpie“, fauchte er zittrig, „ich bin ein Dogan.“

    Sie sah ihn lachend an und strich ihm kraulend übers dichte Fell am Hals. Sofort schloss er die Augen

    und ein tiefes Grollen entkam seiner Kehle.

    „Du bist süß, wenn du wütend bist“, hauchte sie und küsste ihn auf die Lefzen.

    „Tue das nicht“, keuchte er, seine Hüfte fing an zu zittern, „bitte Urtaria.“

    „Glaubst du, dass sie uns noch folgen?“

    „Was?“, irritiert sah er auf.

    „Nein, niemand folgt uns in die verfluchten Dörrlande“, antwortete er ihr, „außer dein Bruder und

    seine drei Saufkumpanen. Sein Hass auf mich, ist größer als sein Verstand.“

    „Und mein Onkel, der dich nie leiden konnte.“

    Er nickte, „vor dem und seinen Leuten brauchen wir uns nicht mehr zu fürchten. Sie werden wohl

    tagelang in der - Schlucht der Verlassenen- nach einem Ausgang suchen“, er küsste sie.

    „Er hasst dich nicht“, sagte sie nachdenklich, „ihr seid wie Brüder aufgewachsen.“

    „Ein Bruder, der mir nach dem Leben trachtet“, kam es wütender, als er wollte, „und das nur, weil ich

    seine Schwester attraktiv fand.“

    „So nennst du das“, sie lachte, „dasselbe Verlangen, das sich heute an mein heiligstes drängt ...“

    „Ich war jung und unerfahren“, sagte er hastig, „außerdem hatte ich noch nie eine nackte Okta

    gesehen….“

    „Und ich einen erregten Dogan“, witzelte sie.

    „Lach nicht“, kam es niedergeschlagen von ihm, „es war mir sehr peinlich.“

    „So peinlich, dass du mich gleich gepackt, in die Ecke gedrängt und besudelt hast?“

    „Du wolltest schreien“, verteidigte er sich, „ich musste was tun.“

    „Und das hast du“, ein Lächeln umspielte ihren Mund, „mein Herz im Sturm erobert.“

    „Was du gut verborgen hast“, er küsste sie auf die Lippen und dachte an die Prügel, die er von ihr

    bezogen hatte.

    „Es gehört sich nicht für eine anständige Okta, sich mit einem Hundsfott von Dogan einzulassen“,

    flüsterte sie lasziv, an seinen Lefzen knabbernd.

    „Nein“, keuchte er, seine Hüfte erzitterte, „und für einen Dogan ziemt es sich nicht, sich mit einer

    rotäugigen, grünhäutigen Bestie von Okta einzulassen.“

    „Wie weit ist es noch? Ich habe langsam genug von diesem verfluchten Dörrlanden, nichts außer Hitze

    am Tage, Eises Kälte in der Nacht, scharfkantige Steine und dornige Sträucher die einem die Haut…“

    „In zwei Tagen wirst du staunen“, sagte er lächelnd, „die singenden Quellen von Purnad werden dich

    für alles entschädigen, was du in den letzten Wochen erleiden musstest.“

    „Nun, für den Moment, würde mir ein brennendes Feuer“, sie wies auf den glimmenden Haufen vor

    sich, „Wasser und etwas zu essen, reichen. Dein Sohn und ich haben Hunger, außerdem ist es

    verdammt kalt.“

    „Wie meine Herrin es wünscht“, er küsste sie und rollte sich von ihr weg.

    Schnell hatte er das Feuer wieder entfacht, während sie ihren Sohn an die Brust legte und dieser laut

    schmatzend sein Frühstück genoss. Ein letztes Mal sah er sie liebevoll an, dann bewegte er sich zum

    Höhleneingang.

    Er stutzte, dieser seltsame Geruch? Er blickte zum Eingang. Der Morgen müsste

    schon sein prächtiges Farbenspiel entfesselt haben? Aber nur eine graue Wand…

    „Nein“, schrie er auf und rannte los.

    Schnell hatte er den Eingang erreicht, blieb wie angewurzelt stehen und starrte ungläubig auf die

    weißgraue Wand vor ihm. Das konnte nicht sein. Wie? Warum? Schneeflocken kitzelten an seiner

    Nase. Schnee hatte es noch nie in den Dörrlanden gegeben. Weder sein Vater, oder sein Großvater

    hatten je davon berichtet, nur in alten Texten stand geschrieben ...

    Und jetzt war über Nacht alles von diesem weißen Zeug überzogen, wie ein Lebkuchen vom

    Zuckerguss. Weder Steine, noch Sträucher, erkannte er, selbst der hüfthohe Fels, der ihm gestern

    Abend, als stützte gedient hatte, war verschwunden. Panisch blickte er sich um. Alles sah gleich aus,

    weißgrau. Es gab weder Hügel, Steinrinnen, Sträucher, die Sonne verbarg sich hinter einer dichten

    Wand, nur fahles Streulicht erreichte ihn. Und leise rieselte der Schnee. Er schaute nach oben. Dicke

    weiße Flocken vielen tanzend herab, verbreiteten einen üblen Geruch, der in seiner Nase stach, wie ein

    Messer.

    „Die Götter haben mein Flehen erhört“, kam es flüsternd hinter ihm.

    Ruckartig drehte er sich um, starrte seine glücklich, lächelnde Frau ungläubig an.

    „Was hast du getan?“, fauchte er sie scharf an.

    „Zu den Göttern gebetet, das sie uns vor den Häschern…“, kam es zögerlich über ihre Lippen.

    „Hatte ich dir nicht gesagt, du sollst in den Dörrlanden nicht beten? Hatte ich es dir nicht ausdrücklich

    verboten?“, brüllte er lauter, als er wollte.

    „Ich, ich dachte mir nichts dabei“, ihre Lippen zitterten.

    Actus brüllte auf, seine Hände ballten sich zu Fäusten, erhoben sich drohend. Seine Lefzen zogen sich

    nach hinten, sein Maul öffnete sich und ein tiefes, wütendes Grollen entkam seiner Kehle.

    Sie wich einen Schritt zurück und legte schützend beide Arme um ihren Sohn. So wütend hatte sie ihn

    noch nie gesehen. Seine Faust raste auf sie zu … er drehte sich um, schlug gegen die Felswand und

    brüllte „Nein“, dass Angst in ihr Aufstieg.

    „Wir werden alle sterben“, sagte er mit zittriger Stimme, „elend verrecken… und das nur…“

    Er sank auf die Knie, seine Hand fuhr durch seine dichte Mähne.

    Urtaria, sah die blutenden Knöchel, traute sich aber nicht ihm zu helfen.

    „Diese Dörrlande sind verflucht“, sagte er, „selbst die Götter wagen sich nicht hier her.“

    Er stand auf, sah sie an, „außer einem, Modgur.“

    Schlagartig wich die Farbe aus ihrem Gesicht, Schwindel bemächtigte sich ihrer.

    „Der Gott des Todes“, entwich die Erkenntnis ihren Lippen.

    „Der Verdammnis, der Fäulnis und des Elends“, fügte er hinzu.

    „Und er hat deine Gebete erhört“, ein wirres Kichern entkam seiner Kehle, „alle die uns folgten und in

    keiner Höhle Unterschlupf fanden, sind tot, alle. Selbst die es wie wir, geschafft haben, werden nicht

    überleben.“

    „Aber…“, warf sie ein.

    Actus schüttelte sein Haupt, „niemand entkommt Modgurs Leichentuch.“

    „Die Quellen von denen du…“ Er lachte laut auf, deutete in die weißgraue Wand, „sag mir wohin?“

    „Du bist ein Dogan…“

    „Selbst eine Okta wie du, sollte es riechen.“

    Hastig sog sie die Luft in die Nase und nieste fest.

    „Fauliger Schnee, sogar ein Dogan wie ich kann hier keiner Fährte mehr folgen. Alles riecht gleich“,

    er blickte in ihre Augen, „und zu allem Übel sieht auch alles gleich aus. Das Auge kann sich an nichts

    orientieren. Sonne und Sterne werden uns nicht führen. Der Schnee, der fällt, ist von Modgurs Atem

    durchdrungen. Wagen wir uns hinaus, werden Sträucher und Steine blutige Wunden reißen und der

    Hauch Modgurs ins Fleisch eindringen. Selbst wenn wir uns durch diesen hüfthohen Schnee

    durchkämpfen könnten, die Quellen erreichen würden, würde uns bis dahin, das Fleisch von den

    Knochen faulen.“

    „Aber der Schnee… er wird schmelzen wenn die Hitze des Tages…“

    Seine Pranke legte sich auf ihren Hals und zog sie sanft näher heran. Behutsam presste er sie an seine

    Brust, sein Sohn gluckste satt und zufrieden.

    „Nein, Modgur wird erst sein Leichentuch zurückziehen, wenn er den Preis bekommen hat, den jeder

    bezahlt, dessen Gebete er erhört.“

    Verängstigt hob sie den Kopf und blickte in seine Augen. All der Mut und die Zuversicht, den sie in

    den letzten Wochen darin erkannte und der sie wieder aufrichtete, wann immer sie der Zweifel

    überfiel… waren verschwunden. Zum ersten Mal erblickte sie Angst in ihnen.

    „Modgur wird erst ruhen, wenn er unsere Seelen hat“, flüsterte er und strich ihr über die Wange, „zu

    Essen haben wir genug, selbst frieren werden wir nicht. Aber verdursten. Nur ein Schluck für jeden, ist

    in dem Beutel. Sogar bei günstigen Bedingungen, wären die nächsten zwei Tage, sehr hart geworden. Jetzt, war alles umsonst."

    Und wieder rieselt der verdammte Schnee

    von Moog


    Als das Rieseln seinen Höhepunkt erreichte, tauchten die Scheinwerfer auf und kurz darauf hörte Laura das Rollen der Reifen und das Brummen der Motoren. Der Bus war ein gelbes Ungetüm, breiter als moderne Busse und voller Bewegung. Man sah ihm die Kraft an, mit der er seine metallene Masse über die Straße schleppte. Schneestaub tanzte im Licht der Scheinwerfer. Als der Bus zum Stehen kam, schob er einen Schneehaufen neben sich her.

    Mit einem Ächzen öffneten sich die Türen. Ein Schwall stickiger, warmer Luft schwappte aus dem Inneren des Busses. Obwohl der Bus vor ihr brummte und dampfte, konnte Laura das Rieseln noch deutlich hören.

    Sie griff eine der Haltestangen an den offenen Türen und zog sich in den Bus. Die Türen schlossen sich und der Bus fuhr weiter.


    Im Radio lief Last Christmas; laut genug aufgedreht, dass man es im ganzen Bus leise hören konnte. Das Brummen der Motoren war gedämpft. Das Rieseln war zu einem leichten Prasseln geworden.

    Neben der Tür saß ein altes Mütterchen in Mantel, Schal und Mütze gehüllt und starrte mit zusammengekniffenen Augen nach draußen. In den hintersten beiden Reihen unterhielten sich drei junge Männer. Im vorderen Bereich teilten sich ein bulliger Mann mit Bommelmütze und – wie es schien – ein Vater mit seinem Sohn die beiden Vierersitze. Durch die Rückspiegel konnte Laura auch die Busfahrerin sehen, die zum Takt der Radiomusik ihren Kopf wiegte.

    Der Muskulöse war ein Holzfäller; keine Frage. Die Alte war entweder eine Hexe oder eine gute Fee. Die drei Jungen konnten Geißlein sein, aber auch Gänse oder Brüder. Und der Vater mit dem Jungen… Nachdenklich fuhr sich Laura mit der Zunge über ihre Zähne. Es machte ein schmatzendes Geräusch.

    „Man schmatzt nicht!“, rief der Junge von vorn.

    Laura hob die Augenbrauen und nickte. Ach, so war das also. Aber wenn der Junge ein Peter war, dann war der Mann nicht sein Vater. Laura kniff besorgt die Augen zusammen. Konnte es sein? War er es höchstpersönlich?

    Die dunkle Umgebung glitt an den Fenstern des Busses vorbei und erinnerte Laura daran, dass die Zeit keine Rücksicht auf sie nahm. Der Bus fuhr und er würde bald in der Stadt ankommen.

    Es half nichts. Sie musste beginnen.

    Laura beugte sich zu den Sitzen neben der Tür. „Liebes altes Großmütterchen…“, begann sie. Sofort zuckte der Kopf der Alten zur Seite. Ihre gierigen Augen musterten Lauras Hände.

    „Dünn wie Äste…“, murmelte sie und rümpfte die Nase. „Müsst man füttern…“ Nervös zuckten ihre Lippen. „Damit’s Fleisch hat…“

    Laura seufzte. Es war natürlich zu viel verlangt, eine gute Fee zu erwarten. „Darf ich Sie fragen, was Sie in der Stadt wollen?“

    Der Blick der Alten wanderten nach oben und stoppte bei Lauras Augen. „Fleisch!“, flüsterte sie. Dann sah sie wieder aus dem Fenster.

    „Willst du auch wissen, wer wir sind?“, tönte es von den hintersten Reihen. Die drei Männer hatten ihr Gespräch unterbrochen und beobachteten Laura.

    „Schneiderlein sind wir“, antwortete einer der Anderen.

    „Drei an der Zahl.“

    „Aber so gut wie Hundert!“

    Laura starrte die Drei an. Sie hatte es hier schon einmal mit einem Schneiderlein zu tun gehabt, aber das war alleine gewesen. Die Geschichte der drei Schneiderlein war ihr neu.

    „Willst du auch wissen, was wir machen?“, rief der Erste, bevor Laura etwas sagen konnte.

    „Ein Hochzeitskleid für den König seine Tochter!“, antwortete der Andere.

    Langsam dämmerte Laura, um wen es sich hier handeln könnte. In der Version, die sie kannte, hatten drei Jungfrauen das Kleid genäht, aber das bedeutete ja nichts. Obwohl Laura die Antwort schon erahnte, fragte sie dennoch, „Wen heiratet sie denn?“

    „Den König“, erwiderte der Dritte.

    Lauras Augenbrauen zuckten.

    „Es wird ein Kleid, wie es noch niemand zuvor gesehen hat!“, rief einer.

    „Ein jedes Tier aus dem Königreich soll ein Stück seiner Haut dafür geben“, ergänzte der Andere. „Und hat das auch getan. Bis auf eines, eines fehlt uns noch.“

    Ohne darauf einzugehen, setzte Laura ihren Rucksack auf dem Nachbarsitz und begann nach

    „Willst du wissen, welches?“ Die Stimme klang nun ernster, angespannter. Laura hörte, wie sich die Drei von ihren Sitzen erhoben. Verdammt! Jetzt wurde es knapp!

    Erleichtert fühlte Laura das Plastik. Sie holte die kleine grün-pinke Spritzpistole aus dem Rucksack und entfernte den Wachspfropfen an deren Mündung.

    Keinen Moment zu früh! Die drei Schneiderlein standen schon im Gang, grinsten und flüsterten: „Das Menschentier!“

    Laura hob die Waffe und drückte. Zuerst flogen nur ein paar rote Spritzer auf den Boden, doch schließlich spritzen rote Strahlen zuerst den Einen, dann den Anderen und schließlich den Dritten an.

    „Ich glaub’, es hackt!“, brüllte die Busfahrerin. „Hier wird nicht rumgesaut!“

    Und auch der Junge schimpfte wieder. „Man macht nichts schmutzig!“

    Die drei Schneiderlein sahen sich mit hochgezogenen Augenbrauen an und grinsten nur noch breiter. „Das wird uns nicht aufhalten“, flüsterten sie.

    Laura nickte. „Das vielleicht nicht…“, murmelte sie. Im selben Moment schoss ein Schatten über die Sitze und stürzte sich auf die Drei. Die überraschten Schreie der Schneiderlein verebbten schnell und es blieb ein unangenehmes Reißen und Schmatzen, das Laura einen Ekelschauer über den Rücken jagte. Damit war dann also auch das alte Großmütterchen bedient. Laura warf die Pistole mit dem verdünnten Menschenblut beiseite.

    Die drei Fahrgäste im vorderen Teil des Busses hatten sich nun ebenfalls erhoben.

    „Ich hätt’ gedacht“, rief der vermeintliche Vater. „Dass die Jägerin älter ist.“

    Laura zuckte mit den Schultern. „Es tut mir leid, Sie enttäuschen zu müssen, Herr Holle.“

    Herr Holle, der Meister der Märchenwelt war der Ursprung dieses Übels. Wer weiß, gäbe es ihn nicht, dann würde vielleicht auch mal ein Rotkäppchen, ein Hänsel oder eine Gretel mit dem verdammten Bus von der Märchenwelt in die Menschenwelt kommen. Dagegen hätte Laura gar nichts! Aber Herr Holle, der Sack, brachte immer nur die übelsten Gestalten mit; wobei er selbst auch nicht besser war. Ließ man ihn gewähren, verschwanden regelmäßig Blondinen aus den Städten; neben all den Kindern und anderen Menschen, die seine Fahrgäste sich holten.

    Nein! Das würde sie nicht zulassen!

    „Ihr seht aus wie Eure Großmutter“, stellte Herr Holle höflich fest. „Ihr habt dasselbe Lumpengesicht.“

    „Und wie meine Großmutter werde ich euch in den Hintern treten!“, entgegnete Laura kühl.

    „Wenn Ihr Euer Maul da mal nicht zu voll genommen habt“, sagte Herr Holle und wandte sich an den großen Mann neben ihm. „Holzfäller, geht und tötet sie!“

    Der hob eine Axt von einem der Sitze und kam ruhigen Schrittes auf Laura zu. Verdammt! Wo kam die Axt denn auf einmal her?

    „Keine Sorge, junge Maid. Ich nehm Euch nur nen Arm“, flüsterte der Mann mit der Bommelmütze; laut genug, dass ihn jeder im Bus hören konnte. „Ich sag, Ihr seid tot und lass Euch im Wald leben.“ Seine Stimme klang freundlich und Laura zweifelte auch nicht daran, dass er es nett meinte. Ihren Arm wollte sie dennoch nicht verlieren.

    Laura fiel auf die Knie, hob die Hände und riss die Lider auf, dass sofort Tränen in ihre Augen schossen. Mit brüchiger Stimme flehte sie: „Mein lieber Holzfäller!“

    Der Mann mit der Bommelmütze hielt inne. Wenn einer dieser gutmütigen Riesen das eines Tages mal nicht tun würde, wäre Laura wohl geliefert.

    „Bitte!“ Ihre Stimme schien ebenfalls zu weinen. „Ich möcht’ nicht, dass Ihr es mitansehen müsst. Schließt doch Eure Augen und erschlagt mich mit der stumpfen Seite der Axt. Ich möcht’ den schönen Bus nicht schmutzig machen.“

    Der Mann hatte nun auch Tränen in den Augen. Er nickte mit zusammengepressten Lippen. Dann schloss er seine Augen.

    Natürlich blieb Laura nicht dort knien. Mit einer schnellen Bewegung krabbelte sie nach hinten weg. Schon wieder verdammt knapp! Das massive Metall der Axt traf den metallenen Boden des Busses und wer schon einmal etwas vergleichbares getan hat, der… naja, der ist wahrscheinlich nicht mehr hier. Metall federt an Metall ab; der Schlag des Holzfällers richtete sich gegen ihn selbst. Ohne noch einen Ton machen zu können, fiel der Mann nach hinten um.

    Herr Holle schüttelte fassungslos seinen Kopf. „Ihr seid gerissen, Lumpenweib. Doch Eure Schleue nutzt euch nichts!“ Mit einem Grinsen sah er zu dem Jungen.

    Der stand auf seinem Sitz, eine überaus große Heckenschere in den Händen und sein Gesicht zu einer Fratze verzerrt. Seine hohe Stimme fuhr durch den Bus. „Man schmatzt nicht, man kleckert nicht, man ärgert nicht, man meckert nicht und wenns man doch tut nehm ichs Euch! Die Zunge für das Meckern, die Hände für das Kleckern!“ Zur Bestätigung klackte er zwei Mal laut seine Schere zusammen.

    Scheiße! Ein Peter – Struwwelpeter, wie man ihn manchmal nennt – war schnell und richtig, richtig unangenehm! Überall hatte er Klingen und Scheren und Zangen und Messer und ständig wollte er etwas abschneiden!

    Laura griff hastig in ihren Rucksack und holte einen Ball heraus. Ohne einen Moment zu zögern, warf sie den Ball mit voller Kraft nach vorn. Er knallte gegen die Frontscheibe und flog zurück in den Gang. Mit einem Hechtsprung rettete sich Laura zwischen zwei Sitze.

    „Ein Ball…“, lachte Herr Holle noch. Einen Sekundenbruchteil später bremste der Bus mit quietschenden Reifen. Laura wurde nach vorn geschleudert, schlitterte dann sofort nach hinten und stieß sich schmerzhaft Knie und Kopf. Laura schluckte den Schmerz herunter und zog sich hoch.

    „Es reicht!“, brüllte die Busfahrerin. „Jetzt dreh ich um und fahr zurück!“

    Laura sah über die Sitze hinweg. Die Busfahrerin kurbelte an dem großen Lenkrad und war tatsächlich gerade dabei, den Bus umzudrehen. Der Junge und seine Schere waren nicht mehr zu sehen. Einige rote Flecken an den Nachbarsitzen deuteten auf sein Schicksal hin.

    „Und deswegen rennt man nicht mit einer Schere!“, murmelte Laura. Sie schleppte sich in den Gang, wo sie die schwere Axt des Holzfällers aus dessen Gesicht zog.

    Herr Holle war schlimm gestürzt. Als Laura die Axt über seinen Kopf hob, war er noch dabei, sein Bewusstsein wiederzuerlangen. Tja. Zu spät.


    Laura stieg an ihrer Haltestelle aus. Hinter ihr ächzten die Türen, die Motoren brummten und kurz darauf war das gelbe Ungetüm verschwunden. Laura schloss die Augen. Das Rieseln des Schnees hörte sich genau so an, wie es sich anhören sollte; leise. Sie lächelte. Vielleicht war Herr Holle wirklich tot. Vielleicht würde sie den Bus nie wieder sehen.

    Aber trotzdem, dachte Laura. Ich hoffe, morgen schneit es nicht.










    Hallo Kamar
    ich habe deinen Doppelpost zusammengefügt ;) Es sollte schon mindestens ein Tag vergehen, bis du den zweiten Teil hinterherpostest (Siehe auch die Nutzungsbedinungen)

    Lass den Leuten doch auch etwas Zeit, die Parts zu Lesen :D


    LG Chaos :chaos:

    Hallo und willkommen im Forum :) oh und Happy Birthday :D


    LG Chaos :chaos:


    PS: Deinen Link musste ich leider erstmal entfernen, dafür musst du noch ein bisschen länger Teil unserer Gemeinschaft sein ;)

    (Siehe Nutzungsbedingungen)