Beiträge von Chaos Rising

    Hallo und willkommen :)

    Keine Soege, fehetzt wird hier keiner :)

    PS. Ich hoffe Ben Solo als Avatar stört niemanden.

    Grundsätzlich nicht, aber da du die Bildrechte an Ben vermutlich nicht dein Eigen nennen kannst, musst du dir leider einen anderen Avatar suchen ;)

    Copyright und so :/

    Feuertaufe

    von Kiddel Fee


    Noch lange vor Sonnenaufgang schlug er die Augen auf. Freudige Erregung durchströmte seine Glieder, mit einem Schlag war er hellwach und es war unmöglich, auch nur einen weiteren Moment im Bett zu vergeuden.
    Heute war der Tag.
    Mit vor Aufregung bebenden Fingern langte er nach dem Morgenrock, weil sein nichtsnutziger Kammerdiener noch selig im Vorzimmer zu schlafen schien. Rasch schwang er die Beine aus dem Bett und trat, während er sich das Kleidungsstück überwarf, zu den großen Fenstern hinüber.
    Weit unter ihm, am Fuße des Berges, vor der mächtigem Festung kauernd, lag die Hauptstadt im tiefen Schlaf unter einem sternenklaren Nachthimmel. Es war still. Erst bei Tagesanbruch weckten die Glocken die Bewohner und riefen zum Gebet.
    Doch bis dahin war er verwandelt und die Stadt würde ihm gehören. Alles würde ihm gehören. Heute wurde der endgültig letzte Schritt seiner Transformation getan und dann endlich war er derjenige, der er schon immer hatte sein sollen. Die Stadt, das Reich, die ganze Welt - es würde ihm alles zu Füßen liegen, anbetend, zusammengekauert, verstummt ob des Anblicks seiner Pracht und Herrlichkeit …
    Mit herrischer Stimme rief er nach dem Kammerdiener, der mit einem schlaftrunkenen “Hier bin ich, mein Prinz” ins Zimmer gestolpert kam. Was für eine lächerliche Figur dieses halbe Hemd abgab. Nach der Zeremonie musste er sich wohl nach einem neuen Bediensteten umsehen, doch das war kein Problem. Schließlich gab es Unmengen Menschen, die einem Wesen wie ihm nur zu gerne dienen wollten.
    Er trat vor den mannshohen Spiegel, während weitere Höflinge wortlos ins Zimmer geeilt kamen. Sie alle erledigten ihre allmorgendlichen Aufgaben flink und vor allem schweigend und mit größtmöglichstem Respekt. Das hatten einige von ihnen durch harte Schule lernen müssen. Besonders heute durfte nichts schiefgehen.
    Prüfend glitt sein Blick über das Spiegelbild. Ein schlanker Mann sah ihm aus violett-blauen Augen entgegen. Das Gesicht wirkte angespannt, versteinert und die blasse Haut unter dem silberglänzendem Haar ließ ihn fast ein wenig krank wirken. Doch der Eindruck täuschte, er hatte sich noch nie so lebendig gefühlt. Fast schien es ihm, als leuchtete er von innen heraus, als brannte bereits ein Feuer tief in seinem Inneren. Er konnte die Hitze durch seine Adern rinnen spüren.
    Leuchtflamme, in der Tat. So würden sie ihn nennen, ehrfürchtig und erstaunt. Der Mann, der zum Drachen wurde.
    Theatralisch streckte er die Arme aus. Sein Morgenmantel glitt von seinen Schultern, Diener hüllten ihn in Kleidungsstücke für den Tag, schwarz mit blutrotem Futter, welches durch kunstvolle Schlitze in dem dunklen Samt schimmerte wie Glut.
    Dann brachten sie einen neuen feuerroten Umhang, den das Wappen seines Hauses zierte, gürteten seine Hüften mit Gold und setzten ihm ein Diadem mit schimmerndem Rubin auf das glänzende Haar.
    Ein letztes Mal musterte er sich. Ja, er bot einen unvergesslichen Anblick. Sein letzter Auftritt als gewöhnlicher Prinz, doch selbst dieses Bild würde sich ewig in die Köpfe aller einbrennen, die der Zeremonie beiwohnten. Und wenn er schon als Prinz so mächtig aussah, wieviel atemberaubender mochte er dann erst in seiner wahren Gestalt sein.
    Keiner seiner jämmerlichen Brüder würde noch gegen ihn bestehen können. Weder der verweichlichte Bücherwurm, der am liebsten seine gesamte Zeit zwischen dicken staubigen Folianten verbrachte - oh, was für ein entzückendes Feuer diese doch geben würden - noch der weibische kleinste Bruder. Selbst sein Vater, sein starker Vater, musste dann vor ihm das Haupt beugen und ihm den Thron übergeben.
    Ein letztes Mal strich er über seine Gewänder, dann wandte er sich rasch um. Die Türen vor ihm öffneten sich sofort. Nur mit großer Beherrschung gelang es ihm, die Flure gemessenen Schrittes zu durchqueren, am liebsten wäre er losgestürmt, doch das ziemte sich nicht für den Kronprinzen und schon gar nicht für die Kreatur, die er zu werden gedachte.
    Die Zeremonie sollte im Thronsaal stattfinden, da dieser die mit Abstand größte Halle der gesamten Anlage war. Gerade groß genug also für sein Vorhaben.Wenn auch riskant.
    Selbst zu dieser frühen Stunde mochte es sein, dass ungebetene Augen sein Anliegen erfassten und dem König meldeten. Und sein Vater verfügte noch immer über die Macht, ihn einsperren zu lassen, ihn zu ächten.
    Denn noch war er nur ein sterblicher Mensch, seine innere Form glich nicht der äußeren und in dieser schwachen Hülle gefangen konnte er die Kräfte in sich nicht entfesseln.
    Die Türflügel zum Thronsaal schwangen auf. Er nickte den Wachen rechts und links des Portales zu. “Ich wünsche keine Störung.”
    Sie nahmen Haltung an und nickten. Mit einem Krachen fielen die mit Gold verzierten Holztüren hinter ihm ins Schloss und er durchquerte die Halle. Seine Schritte auf dem blanken Boden hallten von den Wänden wider. Bis auf sechs einsame Fackeln nahe des aus Klingen alter Feinde geschmiedeten Throns war es dunkel.
    Nur wenige Eingeweihte hatten sich am Rande des vom Feuerschein erfassten Bereichs versammelt. Sie alle wiesen sich durch Treue und eiserne Verschwiegenheit aus und sie alle würden belohnt werden, sobald seine Verwandlung abgeschlossen war.
    Die Aufregung kribbelte in seinem Nacken und ein Schauer überlief ihn, als sein Blick auf den Greis ganz rechts fiel. Er trug ein kostbares Glasgefäß, verziert mit großen blitzenden Edelsteinen, aus denen ein grüner Schein verheißungsvoll schimmerte.
    Der Mann daneben hielt eine Truhe aus purem Gold in den Händen. In dieser ruhte, auf nachtblauen Samt gebettet, der kostbarste Besitz des Kronprinzen - ein Drachenei, das mit goldenen und silbernen Schuppen bedeckt war. Auf keinen Fall durfte die Zeremonie ohne dieses Ei stattfinden, ohne diesen Beweis seiner Auserwähltheit.
    Erhobenen Hauptes trat er in den Kreis, musterte jeden der Anwesenden und streckte schließlich auffordernd die Hände aus.
    Schlurfend kam der Alte auf ihn zu und reichte ihm den Pokal mit einer ehrfürchtigen Verbeugung. Dann wich er wieder zurück. Ein jüngerer Mann nahm eine der Fackeln aus der Wand und sah abwartend zu dem Prinzen herüber.
    Er blickte in sein Glas.
    Die Substanz schillerte in verschiedenen Grüntönen und war gleichzeitig so klar, dass er durch sie hindurch seine leise bebenden Finger erkennen konnte. Mit einem kaum wahrnehmbaren Nicken forderte er den Fackelträger auf, seiner Aufgabe nachzukommen.
    Der trat zu ihm, senkte die Fackel und entzündete die Flüssigkeit im Pokal.
    Jetzt würde er wirklich ein Drache sein.
    Er hob das Gefäß, aus dem grüne Flammen tänzelten, an seine Lippen.



    Auszug aus Maester Yandels "Chroniken von Westeros", gewidmet Tommen, Erster seines Namens, König der Andalen und der Ersten Menschen, Herr der Sieben Königslande, Beschützer des Reiches
    "232 n. A. E. verschied Aerion Targayen, der sich auch Aerion Leuchtflamme nannte, als er einen Becher Seefeuer trank, im Glauben es würde ihn in einen Drachen verwandeln. Er starb schreiend."

    Das Geheimnis der Erzmagier von Dracorin

    von Drachenlady2001


    Ariona saß auf dem hölzernen Pult wie ein junges Mädchen und ihre braunen, gewellten Haare fielen ihr geschmeidig über die Schultern. Ihre Flügel aus seidigem, fast durchsichtigem Pergament, glänzten vor freudiger Erregung in vielen bunten, schillernden Farben, durchzogen von feinen Adern. Ihre Stimme war voller Melodie und freudigem Klang, so dass man es genoss ihr zuzuhören, wenn sie von Mythen und Sagen erzählte. Sian mochte sie und hörte gespannt zu. Er war einer ihrer Schüler und er legte sein Kinn auf die verschränkten Arme. Er war ein drahtiger Junge und hatte magisches Blut. Er sah sie verträumt an und lauschte ihrer Stimme:

    „In den Jahren der Erzmagier von Dracorin, den Hütern der Drachen, kam es am Ende ihrer Herrschaft zu einem erbitterten Krieg. Die Humartas, Geschöpf, die den Magiern sehr ähnlich waren, nur ohne Magie und mit eher wenig Verstand, fielen in unser Land ein. Mit Spießen aus Metall, die sie Schwerter nannten, wollten sie unser Land erobern. Einige der Drachen hatten sie in ihrer Welt schon besiegt. Sie hatten auf der einen Seite eine gewisse Macht, doch waren sie den Magiern nicht gewachsen. Sie jagten die Drachen und schafften es irgendwie, einige von ihnen zu töten. Sie beschimpften sie als Monster und Dämonen. Mehrere Erzmagier erschufen eine eigene Dimension für unsere magischen Geschöpfe, um sie vor den bösen Humartas zu schützen. Doch damit sie noch von den Drachen und uns lernen konnten, mussten sie ein Tor erschaffen, um zu ihnen zu gelangen. Doch die Humartas waren in der Überzahl. Ihre Aufgabe war es, befohlen von ihrem König Azartor, einen Zugang zu dieser neuen Welt zu finden. Willbardur, der oberste Erzmagier der Dracorin , stand nun vor der fast unlösbaren Aufgabe, als der letzte Erzmagier das Siegel der Dracorin zu erschaffen, damit es nur einem Würdigen gestattet war, diese Welt eines guten Tages wieder zu betreten.“ Ariona ließ ihre Stimme geheimnisvoll klingen, um die Schüler mitzureißen: „Es heißt, er habe einen Pakt mit einem Drachen geschlossen und aus dessen Blut einen Stein erschaffen. Mit dem Feuer des Drachen und der Magie des Erzmagiers soll ein blutroter Kristall entstanden sein, der bei jenem zu glühen beginnt, der als neuer Erzmagier wieder in Erscheinung tritt. Nur jener wird in der Lage sein, das Tor zu den Welten wieder zu öffnen und das Siegel damit zu brechen. Doch auch die Humartas wussten um die Macht des Steins und haben ihn Willbardur entrissen. Das Drachenfeuer gilt seither als verschollen und somit bleibt den Magiern die Kraft der Drachenmagie verborgen.“, erzählte sie mit einer Leidenschaft, als wäre sie selbst dabei gewesen.

    Riana sah auf und fragte: „Was wurde aus Willbardur?“ Ariona sah sie lächeln an. „Das weiß keiner. Man glaubt, dass er an jenem Tag zu seine Ahnen aufgestiegen ist.“ „Und der Stein?“, fragte Sian. „Auch das weiß keiner. Viele Magier haben ihn vergeblich gesucht und ihn nie gefunden. Einige der Magier kehrten nie mehr von ihrer Suche zurück.“, antwortete die junge Meisterin. „Gibt es die Humartas noch?“, wollte Galard, ein Kobold wissen. „Nun, da es noch Magier gibt, denke ich, dass es auch noch Humartas gibt. Doch diese Geschichte ist eine andere und die werde ich euch ein anderes mal erzählen.“ „Wer weiß, vielleicht ist Sian ja ein Humarta und spioniert uns aus.“, neckte Galard. „Schluss jetzt, Galard. Sian ist ein Magier, er hat nachweißlich magisches Blut. Sowas will ich nicht mehr höre, verstanden? Auch aus Spaß nicht. Auch wenn diese Wesen wenig Verstand haben, so haben sie doch unsere Welt fast in Asche gelegt, konnten es mit Drachen aufnehmen und zum Teil besiegen. Einen Magier als Humarta zu beschuldigen ist ein gefährliche Angelegenheit, die als Verrat zur Anklage gebracht wird. Auch bei so jungen Geschöpfen wie ihr es seid.“, fuhr sie Galard an und dabei funkelten ihre Flügel leicht rot auf. Wenn das geschah, musste man sich, so lieblich Ariona erschien, doch gewaltig in Acht nehmen. Es gab mehr als einen Schüler, der einen Tag als Troll verbracht hatte, um dann die widerlichsten Arbeiten zu verrichten . Galard senkte beschämt den Kopf und wisperte: „Entschuldigt mein Benehmen. Es wird nicht wieder vorkommen.“ Ariona wusst, dass Galard Sian öfter beschimpfte und malträtierte. Sie zwinkerte Sian lächelnd zu und meinte dann lediglich: „So, und nun ab mit euch. Ich denke, Lilly wartet nicht gerne, wenn sie das Essen fertig hat. Ihr wisst, wie sehr sie Pünktlichkeit liebt.“, schickte sie Ariona mit einem Lächeln fort.

    Hallo Zusammen smile.png

    Die Bearbeitungszeit ist abgelaufen und ich habe zwei Geschichten für euch! Ich hoffe, sie gefallen euch smile.png

    Um es nochmal allen ins Gedächtnis zu rufen: das Thema wurde von unserem letzten Gewinner @Sensenbach vorgegeben und lautete:

    Drachenfeuer


    Die Geschichten werden in willkürlicher Reihenfolge geposted.

    .

    ACHTUNG: Beim Voten

    ist man nicht anonym. Somit wird Schummeln ausgeschlossen. Zudem dürfen

    einmal abgegebene Stimmen nicht mehr verändert werden. Bedenkt das bitte

    bei eurer Stimmenabgabe!

    Das Voting dauert bis 31. Januar 2020 um 23:59:59 Uhr.

    Viel Spass beim Lesen und Voten! smile.png

    Euer Fantasy-Geschichten Forum

    PS: Sollte etwas fehlen, oder auf andere Weise nicht stimmen, bitte mir möglichst schnell per PN Bescheid sagen!

    Kurze Anmerkung von mir als Mod:

    mir ist es letzten Oktober von ihm erlaubt worden eine Textkritik zum Besten zu geben.

    Ich solle mich hier also eingeladen fühlen.

    Wow, wie gönnerhaft.

    Wenn du jeden danach fragst, dass er dir erlauben oder dich gar darum bitten muss, dass du deine Meinung unter seinen Text schreibst, brauchst du dich nicht wundern, wenn du mal ne schnippische Antwort bekommst.

    Wir haben dir oft genug gesagt, du musst nicht um Erlaubnis fragen, um einen Text zu kommentieren und dich anbetteln wird bestimmt keiner ;)

    Sobald ich, als strenger Kritiker, grünes Licht bekommen habe,

    wird das von mir Geschriebene auch gefälligst stehen bleiben!

    Das ist nicht verhandelbar.

    Doch, das ist sehr wohl verhandelbar. Wenn dein Kommentar übertrieben unhöflich, beleidigend oder ähnliches ist, hat der Autor sehr wohl ein Recht, eine Löschung zu beantragen. Und die Entscheidung über eine Löschung liegt in letzter Instanz bei der Moderation, nicht bei dir.

    So wie ich Wolfi verstanden habe, geht es nicht darum, negative Anmerkungen zu löschen, sondern sinnlose Verrisse, Beleidigungen etc.


    Und jetzt würde ich dich bitten, wenn du schon etwas in den Thread schreibst, etwas zum Thema des Threads zu sagen und uns keinen Vortrag über deine Kritiken zu halten. Weitere inhaltslose Beiträge werde ich löschen.

    Theodorus der Furchtsame kann nicht plötzlich der Tapfere sein.

    "Der Furchtsame" ist ja auch kein Name in dem Sinn - das ändert sich nicht. Theodorus ist der Teil, der wenn dann Änderungen unterzogen wird. Und ob der Furchtsame jetzt Theodorus oder Adrianus heisst ist irrelevant, solange er weiterhin der Furchtsame ist ^^

    Würde ein Personenregister am Ende des Buches helfen? Nur die Namen, vllt das Alter und eine winzige Beschreibung (Schüler, Koch, Magier, etc.?)

    Nein.

    Erstens hilft es mir am Ende des Buches auch nix mehr xD
    und Zweitens habe ich keine Lust immer nachzuschlagen, wer das jetzt nochmal war. Wenn ich aus dem Text nicht rauslesen kann, wer der Char jetzt ist, ist der Name zumindest ungünstig gewählt. Ein Namensregister macht das Problem nicht besser, es ist nur ein (meiner Meinung nach) schlechtes Umgehen der Namensänderung.
    Abgesehen davon, gerade WENN du eine Verfilmung (oder auch nur ein Hörbuch) anstrebst, solltest du Namen wählen, die sich nicht zu sehr ähneln, weil ausgesprochen nochmal schwieriger nachzuvollziehen ist, als geschrieben. Bob und Rob zB könnte ich geschrieben halbwegs auseinanderhalten, im Hörbuch jedoch deutlich schwieriger, je nach aussprache des Schauspielers/Lesers.

    Hallo :D

    Ja, würde ich grundsätzlich schon. Wenn mehrere Leute sich "beschweren" dass die Namen zu kompliziert, ähnlich/schwer zu merken oder sonst was sind, wird das wohl einen Grund haben :pardon: Man hat sich immer an die Namen gewöhnt und kann es sich erstmal nicht vorstellen, dass der Charakter anders heißt, aber das gibt sich. Der Charakter an sich ändert sich dadurch ja nicht - auch wenn man als Autor das Gefühl hat. Der Leser (der es nicht schon in der Betaversion kennt) kennt nur diesen einen Namen und wird sich ganz normal an den "neuen" Namen gewöhnen.

    Ich habe die Namen in "Die Flammen von Narak" auch geändert, da sie teils auch gar nicht zum Setting/der Sprache da gepasst haben. Jetzt tun sie es und ich bin sehr zufrieden damit :) Inzwischen habe ich mich an die neuen Namen gewöhnt und finde sie auch einfach besser als die alten - vermutlich weil sie besser ins Setting passen :hmm:


    LG Chaos :chaos:

    Doch für einen Anfänger können sie das perfekte Guide sein.

    Ich würde es eher gegenteilig sehen. Das erschaffen von glaubhaften und einzigartigen Charakteren ist mit das wichtigste, was man für eine Geschichte machen kann/muss. Wenn man sich stattdessen auf stereotypen verlässt, hat man nicht nur das Problem, dass die Leser schon beim Namen Sky-Hope die Augen verdreht, sondern auch, dass man das eben nicht lernt. Ich finde es viel besser, wenn einem mal ein Charakter misslingt - dann lernt man viel mehr, als wenn ich zum hundersten Mal den gleichen Stereotyp bennutzt ...
    Allerdings kann man sehr gut mit einem Stereotypen anfangen, und sich von dort vorarbeiten und den Charakter ausbauen und entwickeln. Das funktioniert erfahrungsgemäß sehr gut :D

    Wenn ihr sie nutzt, WIE nutzt ihr sie?

    Neben dem Ausgangspunkt um einen Char auszubauen auch für Nebencharaktere, die nur einmal auftreten - dort ist es nicht schlimm, dass man den Char sofort versteht. Wirt, Wache ... hier wirken die Stereotypen ebenfalls so, dass man sich nicht lange fragt, wie der Kerl wohl sein könnte - man hat sofort ein Bild im Kopf. Für unwichtige (!) Nebencharaktere ist das gut, weil man keine Zeit hat, sie zu entwickeln und zu zeigen, wie sie sind.

    LG Chaos :chaos:

    Hallo ihr zwei :D


    Ich dachte, ich schaue mal rein :D

    Der Prolog ist schonmal vielversprechend :) Das Horrormotiv ist auf jeden Fall schon erkennbar :rofl: Ein wenig hat es mich an Cashias Albtraum am Anfang von DddLs erinnert, aber da ich die Szene richtig toll fand, kann das eigentlich nur gut sein :D

    Viel zu sagen gibt es dazu eigentlich nicht :hmm: Sehr solide das Ganze :D Inhaltlich ... Joa, sie ist wohl nicht so weit gekommen wie sie dachte :rofl: Ob wir sie nochmal wiedersehen? Oder Cynthia? (Schrecklich zu tippender Name btw xD) Ist Cynthia das Monster? :panik:


    *räusper* Wie dem auch sei :D



    Das erste Frank Kapitel ist eine schöne Einführung für die Geschichte. Gerade nach dem Horrorprolog im dunklen Wald fragt man sich schon, ob ein Jagdausflug in den Wald eine gute Wahl ist :rofl: Aber das wissen die beiden ja nicht :D

    Mir persönlich fehlt es aber etwas an Dialog muss ich sagen. :hmm: Gerade im zweiten Teil, wo sie das Lager aufschlagen hätte man die ganze Erzählung, dass Frank sich immer an die Anleitung hält etc. gut in einer Unterhaltung unterbringen können. Das verpackt die Informationen (meiner Meinung nach) etwas eleganter und man kann nebenbei noch die Personen charakterisieren :hmm:

    Es zauberte ein Lächeln auf seine Lippen, als er in Renées zufriedenes, durch die erröteten Wangen belebtes Gesicht schaute.

    :grinstare:

    Soso. Steht da wer auf Renee? :D

    Denn Renée wusste, dass Frank, obwohl er es schon unzählige Male gemacht hatte, stets die Beschreibung benutzte. Für sie völlig unverständlich, ihr war das zu umständlich.

    Mir ist das auch unverständlich :rofl: Wenn er immer das Gleiche Zelt hat xD Vergesslicher Frank xD

    (Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das hier perspektivisch korrekt ist. Da "Frank" drüber steht, nehme ich an, wir haben einen personalen Erzähler - Frank. Daher kann er ja nicht erzählen, was Renee denkt :hmm:
    Allerdings ist es ein Thema, bei dem Frank vmtl weiß, dass Renee weiß, dass er immer die Beschreibung nutzt :wacko: :S:S

    Naja ich hoffe, ihr versteht, was ich meine xD)


    So, dann bin ich mal gespannt, wie es weitergeht :)

    LG Chaos :chaos:

    Einen schönen guten Tag Forengemeinde!


    Mit dem heutigen Tag startet unser kleiner foreninterner Schreibwettbewerb in die nächste Runde.

    Sensenbach hat als Sieger des letzten Wettbewerbs folgendes Thema vorgegeben:


    "Drachenfeuer"






    --------------------------------------------------------------------

    Einsendeschluss : 29. Dezember 2019

    ‡ Die Geschichte muss in Form einer Konversation (PN) an Chaos Rising geschickt werden. (Betreff: "Schreibwettbewerb Dezember 2019/Januar 2020: [Username]")

    ‡ Die Geschichte muss im Fantasy-Genre angesiedelt sein. Dh. Es müssen Elemente der Fantastik darin enthalten sein.

    ‡ Die Geschichte muss einen Titel haben.

    ‡ Die Geschichte muss mindestens aus einer A4-Seite und darf höchstens aus drei A4-Seiten (3500 - 10'500 Zeichen) bestehen.

    ‡ Die Geschichte muss formatiert sein (siehe auch -> Texte richtig formatieren)

    ‡ Die Geschichte darf keine farbige Schrift enthalten.

    ‡ Die Geschichte muss Absätze haben und darf kein reiner Textblock sein.

    ‡ Nur eine Geschichte pro Teilnehmer.

    ‡ Nur deutschsprachige Texte erlaubt, mit Ausnahme von Fremdwörtern, die zum Verlauf der Geschichte passen.

    Der amtierende Gewinner darf nicht am Wettbewerb teilnehmen, da er/sie das Thema vorgibt und sich so einen Vorteil erspielen könnte.

    ‡ Nach Einsendeschluss werden alle Geschichten anonym in einem Thread veröffentlicht und ihr habt einen Monat Zeit, per Umfrage eure Stimme abzugeben. Diese darf nicht an sich selbst vergeben werden.

    ---------------------------------------

    Preise im Wettbewerb:


    Der Sieger:


    ‡ Darf das nächste Thema für den Schreibwettbewerb vorgeben.

    ‡ Wird in die Rangliste eingetragen.

    ‡ Bekommt für zwei Monate einen eigenen Rang und die Sonderrechte eines Super Users.

    ‡ Bekommt eine einzigartige Foren-Trophäe.


    ---------------------------------------

    Wer noch Fragen hat, stellt sie bitte hier im Thread. smile.png

    In diesem Sinne viel Spaß beim Schreibwettbewerb und beim Geschichtenausdenken wink.png

    Euer Fantasy-Geschichten Forum

    So, mit einer Woche Verspätung nun auch die Auflösung. (Entschuldigung dafür, das Update und das Leben ... you know.)
    Und weils so lange gedauert hat, heute kurz und bündig:


    Der Gewinner des Schreibwettbewerbs ist mit 10 von 15 Stimmen (67%)

    Herzlichen Glückwunsch!

    Ihr könnt jetzt gerne auch Feedback zu den Geschichten posten und den Autoren steht es frei, die Geschichten in ihrer Kurzgeschichtensammlung zu veröffentlichen!


    LG Chaos :chaos:

    Hallo zusammen :D
    So, das Update ist soweit durch, also können wir hier auch mal weiter machen :D
    Erstmal natürlich danke für eure Kommis :)

    Also...dieser Jason - der ist mal so richtig nach meinem Geschmack.

    Muss ich mir Sorgen machen, dass ein Mann mit seiner Strafakte nach deinem Geschmack ist? :D ;)


    So, Herr Jason, dann schauen wir mal :D

    __________________________


    Rasch zwang er sich, seine Verwunderung zu verbergen. Die Ärztin musste nicht wissen, wie nervös ihn der Gedanke machte, den blauen Planeten zu sehen. Immerhin war es nur einem verschwindend geringen Anteil der Menschheit noch vergönnt, ihren ursprünglichen Heimatplaneten zu sehen.

    „So bald?“, lenkte er das Thema daher lieber auf den Zeitpunkt der Abreise und griff nach dem Tablet.

    Dieses zeigte den vorbereiteten Vertrag mit allen Einzelheiten an, die sie gerade besprochen hatten. Offenbar hatte Miss Sinclair nicht erwartet, dass er einem Punkt des Vertrages widersprechen würde. Da er keinen Grund dazu besaß, drückte er seinen Daumen auf das Tablet, um den Vertrag mit seinem Fingerabdruck zu unterzeichnen.

    „Und wann bekomme ich die Ergebnisse?“, wollte er wissen, drehte das Tablet um und suchte nach einem Anschluss. Aus dem Augenwinkel beobachtete er, was die Ärztin derweil tat.

    Sirrah blickte auf die projizierte Anzeige vor sich und wiederholte die kreisende Geste, um die Ansicht zu sich zurückzudrehen. Mit einem Wischen wechselte sie die Anzeige und las, was offenbar die Ergebnisse der Untersuchung waren, die sich nicht direkt vor Ort ausgewertet hatte. Einen Augenblick runzelte sie besorgt die Stirn, beendete die Anzeige aber dann.

    „Sie sind zwar für ihre zweiunddreißig Jahre recht ... eingerostet, aber sie leiden an nichts Ansteckendem“, verkündete sie. „Demnach können Sie sich, nachdem Sie Ihr Zimmer bezogen haben, etwas umsehen.“

    Jason nahm an, dass sie eine Ansteckungsgefahr bereits zuvor ausgeschlossen hatte, da sie ihre Maske nicht mehr trug.

    „Sehr gut“, meinte er und hakte die hintere Abdeckung des Tablets an der stählernen Klaue seiner Hand ein. Mit einem Ruck riss er den Kunststoff ab und legte die elektronischen Innereien des Geräts frei.

    Entgegen seiner Erwartung hielt ihm Miss Sinclair keinen Vortrag darüber, dass er das Eigentum von Miss Talithea zerstört hatte, sondern verdrehte nur kurz die Augen und beobachtete sein Tun skeptisch.

    „Brauchen Sie sonst noch etwas außer das Werkzeug und den Ersatzteilen?“, fragte sie dann verwirrt, während er den Speicherchip aus dem zerstörten Tablet pulte und in einen dafür vorgesehenen Slot an seinem mechanischen Arm schob.

    Jason wollte den Vertrag bei sich haben, um nachlesen zu können, falls etwas unklar war. Ein paar Vorteile hatte es doch, nicht nur aus Fleisch und Blut zu bestehen. Seine Unterschrift war zweifellos bereits auf irgendeinem Server gespeichert, weshalb er sich keine Gedanken darum machte.

    „Ich will das Schiff und die Pläne dafür sehen“, forderte er. „Je mehr ich darüber vor der Abreise weiß, desto besser kann ich meine Arbeit machen.“

    Grinsend musterte er die blonde Schönheit und merkte an, dass er eine lange Reise hinter sich hatte und eine Massage ihm guttun würde.

    „Die Baupläne des Schiffes lasse ich Ihnen auf den Computer in ihrem Zimmer schicken und was die Massage angeht ... können Sie sich gerne in den Spa-Bereich von TI begeben“, entgegnete sie, ohne auch nur im Geringsten auf seine Andeutung einzugehen. Offensichtlich war sie schwieriger zu erobern als so manche Frau, auf die er bisher getroffen war – zugegebenermaßen nicht immer eine Kunst.

    „Das werde ich“, verkündete er und lächelte schief. „Kann ich gehen?“

    „Wenn Sie das so nennen wollen ... Ja, können Sie.“

    „Meine Beine sind gesund!“, beschwerte er sich und stand auf. „Wohin?“

    „Ein Assistent bringt Sie zu Ihrem Zimmer und zeigt Ihnen, wie Sie hier herauskommen, um etwas frische Luft schnappen zu können“, erklärte sie und grinste etwas verschlagen. „Zum ersten Mal in Ihrem Leben vermute ich mal.“

    Jason nickte zustimmend. Noch nie hatte er Luft geatmet, die nicht durch irgend einen Filter gelaufen war und im Wesentlichen aus der Dose stammte. Auf dem Mars gab es zwar Sauerstoffplantagen, massive Gewächshäuser, in denen speziell dafür gezüchtete Algen immense Mengen des lebensnotwendigen Gases produzierten, aber der Zugang zu jenen war streng geregelt und so gut wie niemandem gestattet.

    „Ich bin gespannt“, gab er zu und wandte sich zum Gehen.

    Während der Untersuchung waren seine Glieder endgültig aufgetaut und das Laufen fiel ihm wieder wesentlich leichter.

    „Dann einen angenehmen Aufenthalt“, hörte er Sirrah noch freundlich sagen, woraufhin er dankend den gesunden Arm hob, ohne sich umzudrehen.


    Vor der Tür erwartete ihn Anderson, der sein Auftauchen ausdruckslos hinnahm.

    „Folgen Sie mir“, verlangte er und machte sich auf den Weg durch den weißen Korridor.

    Wortlos tat Jason, was ihm gesagt wurde. Mit dem Kerl konnte man sich nicht unterhalten, weshalb er es gar nicht erst versuchte. Er musterte gelangweilt die schmucklosen Wände und fragte sich, in welcher Art Gebäude er sich wohl befand. Ein unterirdischer Bunker? Eine schwebende Plattform? War es überhaupt ein Gebäude, oder befand er sich längst auf dem Schiff, mit dem sie die Reise später antreten würden? Schließlich war nicht gesagt, dass Miss Sinclair ihn nicht verarschte und sie längst unterwegs waren.

    Endlich blieb der brünette Gehilfe der Ärztin vor einer Tür stehen, die sich als Aufzug herausstellte. Schweigend stiegen die beiden Männer ein und Anderson tippte eine dreistellige Zahlenfolge in das Bedienfeld ein. Sofort setzte sich der Lift in Bewegung und fuhr lautlos nach oben.

    „Unterstützen Sie Miss Sinclair auch privat?“, fragte Jason, um die Wartezeit zu überbrücken. Vielleicht taugte der Kerl ja doch für ein Gespräch.

    „Miss Sinclair pflegt keinen Umgang mit ihren Unterstellten“, war die monotone Antwort des schmächtigen Helfers.

    „Das wundert mich nicht, wenn hier nur so halbe Portionen rumlaufen“, amüsierte sich der Cyborg.

    Mit einem kleinen Ruck hielt der Aufzug an und die Tür öffnete sich. Anderson verließ den Aufzug, hielt direkt auf die gegenüberliegende Tür zu und öffnete sie mit einer Karte. „Ich mag eine halbe Portion sein“, meinte er ausdruckslos und musterte abschätzig die mechanische Klaue an Jasons Schulter. Die Schlüsselkarte klemmte er zwischen zwei Kabel, die sich durch das Metallgerüst zogen. „Aber ich bin ein ganzer Kerl.“

    Noch ehe Jason antworten konnte, hatte Anderson ihn auch schon stehengelassen und sich in den Lift zurückgezogen.

    „Guten Tag, Mister Carlyle“, sagte der TI-Mitarbeiter, bevor sich die Türen schlossen.

    „Hey!“, rief Jason ungehalten. „Wann gibt’s Essen? Wie komme ich hier raus? Hey!“ Verärgert trat er gegen die Lifttür, die keinen Millimeter nachgab. Nur das Hallen des Einschlags tönte durch den Schacht. „Blödes Arschloch“, murrte er und wandte sich wieder dem Zimmer zu, das wohl sein kurzzeitiges Zuhause sein würde. Klassische Musik erklang leise aus dem Inneren und auf den ersten Blick wirkte der Raum genauso steril wie alles andere, was er bisher von der Erde gesehen hatte. Er trat ein, woraufhin sich augenblicklich die Türe hinter ihm schloss. Vorsichtshalber überprüfte er, ob er sie mit der Schlüsselkarte öffnen konnte. Zu seiner Zufriedenheit stellte er fest, dass er nicht eingesperrt war und sah sich dann um.

    Viel hatte der etwa fünf mal fünf Meter große Raum nicht zu bieten. Ein breites Bett, in das er sich selbst mit seinem Arm legen konnte, stand mittig an der gegenüberliegenden Wand. Rechts daneben befand sich ein schmaler Schrank, den man getrost auch als Spind hätte bezeichnen können. Auf der linken Seite war ein Teil des Raumes durch eine Milchglasscheibe abgetrennt, der sich bei näherer Betrachtung als Badezimmer herausstellte. Selbst dieses schien an seine körperlichen Herausforderungen angepasst, denn die Dusche war ebenfalls weitaus ausladender, als sie es für einen normalen Menschen hätte sein müssen. Vielleicht hatte aber auch nur ein besonders fetter Geldsack dort gehaust. Wie versprochen hatte er auch eine Werkbank voller Werkzeug und Ersatzteilen erhalten, nur einen Computer konnte er nicht finden. Jason ging zu dem Tisch und überprüfte, ob alles vorhanden war, was er für die Reparatur seines Armes benötigte. Zufrieden nickte der Mechaniker, nachdem er alles gefunden hatte und bemerkte, dass sich neben der Tür ein Slot in der Wand befand, in den die Schlüsselkarte zu passen schien. Rasch testete er es und beobachtete erstaunt, wie ein Hologramm an der Wand erschien. Offensichtlich handelte es sich um den versprochenen Computer. Sofort wurde ein Hinweis angezeigt, dass er mit seiner Karte überall auf dem Gelände von TI bezahlen konnte und dass die Kosten von der Firma getragen wurde. Er konnte sich etwas zu Essen bestellen, die versprochenen Pläne ihres Reiseschiffs, der Pollux, aufrufen und jedes Detail des Raumes von dort aus kontrollieren. Temperatur, Helligkeit und Farbe des Lichtes, die musikalische Untermalung ... und einen Punkt der seine besondere Aufmerksamkeit fand.

    Gespannt, was geschehen würde, tippte er auf die Stelle des Bildschirms, die ihm ein geöffnetes Fenster versprach. Da er kein Fenster entdeckt hatte, sondern nur eine überraschend leere Wand, war es keine große Überraschung, dass diese sofort einen kleinen Spalt zeigte und sich wie ein Vorhang zur Seite schob. Das Bild, das sich ihm eröffnete, überraschte ihn hingegen schon. Beinahe hypnotisiert trat er an die riesige Scheibe und starrte ungläubig hinaus. Seine Frage, in welcher Art Gebäude er sich befand, hatte sich soeben beantwortet, denn der Ausblick war nur aus einem Wolkenkratzer zu erreichen. Kein anderes Bauwerk erreichte auch nur annähernd die Höhe des TI-Sitzes und er konnte kilometerweit die Stadt unter sich erkennen. Ausladende grüne Flecken deuteten auf Pflanzen und Parks hin, während in der Ferne eine endlos scheinende bläulich schimmernde Fläche die tiefstehende Sonne reflektierte. Das Meer? „Wow“, raunte er und sog den Anblick eines intakten, lebenunterhaltenden Planeten in sich auf. Beeindruckt sah er noch eine Weile aus dem Fenster und vergaß, warum er eigentlich dort war.

    Erst als er sich erinnerte, dass er das Gebäude tatsächlich auch verlassen durfte, wandte er sich wieder um. Zuerst brauchte Jason eine Dusche und musste seinen Arm reparieren. Ohne Umschweife eilte er ins Badezimmer, schälte sich aus dem engen Anzug, den TI ihm überlassen hatte und stellte sich unter das warme Wasser. Er hatte seine Prothese so konstruiert, dass sie gegen Wasser unempfindlich war, sodass er sich keine Sorgen darum zu machen brauchte – zumal sie ohnehin bereits defekt war. Obwohl er es kaum erwarten konnte, das Gebäude zu verlassen, ließ er sich zeit, genoss die Dusche und den Moment der Ruhe. Während seines Lebens als Pirat war ihm selten ein eigenes Zimmer vergönnt gewesen, ganz zu schweigen von einer eigenen Dusche. Grinsend dachte er daran, dass er diese hier jedoch gern mit der blonden Ärztin geteilt hätte. Es war viel zu lange her, dass er eine Frau näher kennengelernt hatte.

    Jason verzichtete darauf, sich abzutrocknen, und band sich das Handtuch nur um die Hüfte, während er zum Waschbecken schlenderte und in den Spiegel sah. Es war kein Wunder, dass Miss Sinclair so gar nicht auf seine Annäherungsversuche eingegangen war. Trotz der Dusche wirkte er mit seinem ungepflegten Bart wie ein Landstreicher. Die dunklen, aber ungewohnt langen Haare hingen auf der linken Kopfseite nass bis zu seinem Wangenknochen herunter. Auf der rechten Seite hingegen fand sich nur Metall, wo eigentlich Haare – oder Haut – sein sollte. Eine Edelstahlplatte ersetzte Schädel-, Wangen- und teilweise den Kieferknochen. Rot leuchtend starrte ihn das mechanische Auge an, das in jener eingefasst war.

    Murrend öffnete er den Spiegelschrank und fand zu seiner Erleichterung einen Rasierapparat, den er sogleich herausholte und den Urwald in seinem Gesicht zu einem Dreitagebart trimmte. Da er sich sicher war, dass er es nur schlimmer machen würde, beließ er sein Haupthaar, wie es war. Zufrieden stellte er fest, dass es gar nicht so schlecht aussah, und machte sich auf den Weg, seinen Arm zu reparieren.

    So Hallo zusammen :D
    Von mir natürlich auch noch vielen Dank für die Kommis :)


    Jetzt schauen wir mal, was der gute Jason sich so denkt :D





    Jason ignorierte das Brennen in seiner Schulter, als er die kribbelnden Beine aus der Kryokammer schwang. „Was soll ich mit dem Kondom?“, fragte er amüsiert, als der Mitarbeiter der blonden Ärztin ihm einen Ganzkörperanzug vor die Nase hielt. Offenbar war dieser speziell für ihn angefertigt worden, denn anstelle des rechten Ärmels war nur ein großes Loch zu sehen. Ein Reißverschluss an der Schulter erlaubte ihm, den Overall anzuziehen, ohne seinen Arm durch die Öffnung zwängen zu müssen.
    „Keime“, erläuterte der Assistent eingeschüchtert, woraufhin der Cyborg nur lachte.
    Ich besitze noch ein Immunsystem“, meinte er, wobei ihm klar war, dass sich die Erdlinge eher vor ihm schützen wollten, als ihn vor der Umwelt auf dem blauen Planeten. So rasch er konnte, befreite er sich von der Häftlingskleidung und zog den von TI bereitgestellten Anzug an. Er war überrascht, wie warm und bequem das Kleidungsstück sich anfühlte.
    „Es tut mir leid, aber Sie wurden noch nicht getestet“, entschuldigte sich der TI-Mitarbeiter.
    „Auf was?“
    „Auf alles“, war die knappe Antwort, bevor der schmächtige, junge Mann sich auf den Weg machte. „Folgen Sie mir.“
    Murrend schob sich Jason von der Kryokammer und tapste seinem Aufpasser hinterher, der einen guten Kopf kleiner war als er. Wankend setzte er einen Fuß vor den anderen, bemüht, nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Seine versteifte Wirbelsäule und das Gewicht des Armes vertrug sich nicht mit den Nachwirkungen der Kryostase. „Keine Hektik, Mister Eilig“, versuchte er den Assistenten darauf aufmerksam, zu machen, dass er nicht der Schnellste war.
    „Mein Name ist Anderson“, entgegnete dieser unbeeindruckt und lief im gleichen Tempo weiter.
    „Arschloch“, murmelte Jason und quälte sich zur Tür. Der Gang, der sich ihm dahinter eröffnete, war lang, schnurgerade und absolut steril gestaltet. In regelmäßigen Abständen waren Lampen in die Decke montiert, die kaltes Licht aussandten. Schmucklose weiße Türen waren das Einzige, was sich an den eintönigen Wänden fand. Keine Pflanzen, keine Bilder, nicht einmal ein Staubkorn befand sich dort. Krankenhäuser auf dem Mars waren weitaus angenehmer und freundlicher gestaltet als auf der Erde.
    An drei Türen wurde er vorbeigeführt, ehe der Mitarbeiter abrupt vor einer stehenblieb.
    Leise surrend fuhr die Schiebetür auf und offenbarte ein ebenso steril eingerichtetes Untersuchungszimmer. „Euer Innenarchitekt ist kein Fan von Farbe, oder?“, wollte Jason wissen, bekam aber keine Antwort.
    „Werkzeug und Ersatzteile, werden in Ihrem Quartier bereitliegen, wenn Sie dort ankommen“, verkündete der brünette Mann noch, bevor er Jason in den Raum schob und verschwand. Das leise Geräusch der sich schließenden Tür erklang hinter Jason, der seine Aufmerksamkeit schon wieder der blonden Ärztin hinter dem Schreibtisch gewidmet hatte. Ein Hologramm, das sich aus der Tischplatte vor ihr aufgebaute, ließ dabei ihre Umrisse verschwimmen, aber immer noch war die Gesichtsmaske zu erkennen, die ihre Züge verbarg.
    „Farben lenken nur ab“, erklärte sie, ohne ihn anzusehen. Geschäftig gestikulierte sie mit dem Hologramm, um die Daten zu finden, die sie suchte.
    Deutlich erkannte Jason sein Foto auf dem projizierten Bildschirm. Langsam näherte er sich dem ansonsten leeren Schreibtisch und setzte sich ihr gegenüber auf den bereitgestellten Stuhl.
    Die Ärztin machte eine wischende Geste, woraufhin das Hologramm verschwand.
    „Von mir?“, fragte der Cyborg grinsend.
    Ein fragender Blick ihrer strahlend blauen Augen war alles, was sie darauf erwiderte.
    „Vergessen Sie’s“, meinte Jason und winkte ab.
    „Ich denke, ich konzentriere mich gleich genug auf Sie“, antwortete die junge Ärztin und räusperte sich. „Um Ihnen irgendwelche Zugeständnisse zu machen, muss ich erst einmal prüfen, ob ich Sie nicht gleich wieder zum Mond schießen muss!“
    Skeptisch musterte Jason sein Gegenüber. „Ich bin kerngesund“, log er, auch wenn es keine Kunst war, diese Lüge zu durchschauen.
    Einen Augenblick grinste die junge Frau nur, bevor sie ihn abschätzend betrachtete. „Ich werde keine Ihrer Beurteilungen eines Bauteils infrage stellen, also tun Sie das bitte auch nicht bei mir.“
    „Ihre Bauteile sehen ganz in Ordnung aus“, lenkte der Cyborg süffisant grinsend vom Thema ab.
    „Danke!“, bedankte sie sich ehrlich. „Sie wurden sehr sorgfältig ausgewählt.“ Jason grinste und wollte sich gerade darüber freuen, dass sein Kompliment angekommen war, als die Ärztin ihren Satz beendete. „Sorgfältiger als bei Ihnen.“
    „Wenn Sie ‚war übrig‘ als ‚Auswählen‘ bezeichnen wollen ...“, murrte er und versuchte, sich nichts anmerken zu lassen.
    Für einen Moment huschte ein Ausdruck des Bedauerns über ihr Gesicht, der jedoch genauso schnell wieder verschwand, wie er gekommen war. Er machte sich eine geistige Notiz über ihr gezeigtes Mitleid, es war immer gut, so etwas über Frauen zu wissen – besonders bei einer attraktiven Blondine. „Wie heißen Sie eigentlich?“, wollte er dann wissen, auch, um das unliebsame Thema beenden.
    „Sirrah“, antwortete sie und zögerte kurz, bevor sie ihren Nachnamen ergänzte. „Sinclair.“
    „Sirrah?“, amüsierte sich der Raumpirat. „Wie der Stern?“
    „Nein, wie die Muschel“, erwiderte sie sarkastisch.
    „Sehr witzig.“ Die Erdlinge gaben ihren Abkömmlingen gern „bessere“ Namen als die gewöhnlichen der ärmeren Bürger der Föderation - oder des Marses. Offenbar war „Sarah“ nicht exotisch genug gewesen.
    „Ich werde einige Proben brauchen“, kehrte Sirrah zum eigentlichen Thema des Treffens zurück. „Und ich bitte um Erlaubnis, sie Ihnen entnehmen zu dürfen.“
    Der Cyborg grinste schief. „Was für Proben genau?“
    „Von allem“, antwortete sie genauso strikt, wie ihr Helferlein zuvor.
    „Nehmen Sie diese Proben persönlich?“, hakte er nach und fragte sich, ob sie sich gut verstellte, oder tatsächlich nicht darauf kam, dass es zweideutig klang, was sie von sich gab.
    „Natürlich, ich bin die leitende Ärztin“, sagte Sirrah lächelnd. „Aber wenn Sie sich unwohl dabei fühlen, rufe ich gerne einen Assistenten.“
    Jason hob abwehrend die funktionierende Hand und lehnte ab. „Mein Körper gehört ganz Ihnen“, meinte er und musterte sie. „Toben Sie sich aus.“
    Wortlos wies die Ärztin zu der Liege, die an der Wand des Untersuchungszimmers stand. Selbstverständlich war auch diese weiß.
    Langsam schlurfte Jason dorthin und wuchtete seinen Körper auf seine Sitzgelegenheit, die unter dem enormen Gewicht aus Mensch und Maschine bedenklich ächzte. „Soll ich mich schonmal freimachen?“
    „Wir sind hier nicht auf dem Mars“, erwiderte sie. „Hier brauchen sie sich nicht ausziehen, damit ich Sie untersuchen kann.“
    „Könnten Sie sich ausziehen, während Sie mich untersuchen?“, fragte er dreist. Manchmal überraschte es ihn selbst, wie forsch er sein konnte und am Ende dennoch Erfolg hatte. Vielleicht verhalf ihm diese freche Art aber auch gerade zu seinem Ziel. Wie auch immer es war, es war ihm egal, solange es funktionierte.
    „Nicht solange ich nicht weiß, ob ich von ihren Blicken Warzen bekomme“, entgegnete sie trocken, während sie ihn musterte. Anschließend drehte sie sich um und holte einen kleinen Rolltisch mit allerlei Gerätschaften zu ihrem Patienten.
    Dieser nutzte den Augenblick und die in seinem künstlichen Auge eingebaute Zoomfunktion, um den Hintern der Ärztin genauer zu begutachten. Zufrieden mit dem was er sah, wartete er darauf, dass sie mit der Untersuchung begann – auch wenn er lieber sie genauer untersucht hätte.
    Sirrah nahm ein Gerät vom Wagen, das etwa die Größe eines Stiftes hatte und verlangte seine Hand, um ihm am Finger etwas Blut abzunehmen.
    „Welche?“, stellte sich der Cyborg dumm.
    „Die, die nicht ölt“, konterte sie schlagfertig, woraufhin er ihr diesen Punkt zusprach und seine linke Hand reichte. Einen kleinen Pieks in seinen Zeigefinger später hatte Miss Sinclair die benötigte Blutmenge und wartete einen Augenblick, bis das Gerät piepte und ein grünes Licht rhythmisch blinkte. Zufrieden nickend betrachtete sie ihr Messgerät und legte es beiseite. „Das sieht soweit schon recht ... gesund aus“, erklärte Sirrah mit einem erstaunten Unterton. Mit einer eleganten Bewegung entfernte sie ihre Atemwegsmaske und offenbarte ihr Gesicht. Die feinen Züge und die ebenmäßige Haut waren makellos. Nicht einmal ein Muttermal störte die beinahe absurde Schönheit der jungen Frau. Jason brauchte einen Augenblick, um sich von ihrem Anblick und der Vorstellung, sie mit in sein Bett zu nehmen, loszureißen.
    „Sag‘ ich doch!“, stieß er als Antwort auf ihre Diagnose aus.
    „Das war nur die erste Hürde“, sagte sie beiläufig und nahm das nächste Gerät zur Hand. „Wenn Sie Glück haben, dürfen Sie sich die Erde sogar einmal ansehen.“
    „Heißt das, ich muss nicht den Rest meiner Tage in einem weißen Raum verbringen?“, fragte er und versuchte dabei zu verbergen, wie neugierig er tatsächlich auf den blauen Planeten war. Bäume und Gewässer kannte er nur von Bildern und aus Erzählungen. Der Mars war eine hochtechnisierte Wüste, wo man im Wesentlichen zwischen Staub und Felsen in Metallbunkern wohnte – meist sogar unterirdisch, um sich vor der Strahlung zu schützen.
    Sirrah belächelte die Frage nur, ohne darauf zu antworten, und hielt ihm einen Scanner, der wie eine überdimensionale Lupe aussah vor das Gesicht. Langsam fuhr sie seinen Körper damit ab und setzte sich dann wortlos zurück an ihren Schreibtisch. Sie rief die holografische Konsole auf und tippte etwas ein.
    Stumm musterte Jason die Ärztin, noch immer fasziniert von ihr.
    „Dort drüben dürfen Sie sich einen Becher nehmen, wenn Sie uns erlauben, Ihre DNA genau zu beleuchten“, erklärte sie und deutete auf einen in Plastik verpackten Kunststoffbehälter, wobei sie den Blick nicht vom Bildschirm nahm.
    „Was? Genauer?“ Der Cyborg verstand nicht, was sie meinte.
    „Wir auf der Erde sind immer wieder auf der Suche nach frischer DNA. Eben solche, die den Genpool hier erweitert und ebenso Erbkrankheiten, Autoimmunkrankheiten oder andere Fehler ausgleicht. Die Bevölkerungsdichte ist hier nicht sehr groß und irgendwann wäre schließlich jeder mit dem anderen verwandt. Das gilt es zu vermeiden.“
    „Wenn Sie ein Kind von mir wollen, stellen Sie sich hinten an und machen einen Termin“, forderte er und grinste sie vielsagend an. Natürlich wusste er, dass die Kinder auf der Erde inzwischen nur noch selten auf die natürliche Weise gezeugt und geboren wurden. Selbst Sex schien für die Reichsten der Reichen zu gewöhnlich, sodass Kinder meist durch künstliche Befruchtung und genetische Anpassungen „erstellt“ wurden. Wenn sie Glück hatten, wurden sie wenigstens von den Frauen ausgetragen, die sie später dann als Mutter bezeichneten.
    „Ich verspreche Ihnen, ich werde Ihre DNA nicht selbst gebrauchen“, erwiderte sie desinteressiert. „Das wäre mehr als ‚guter Zweck‘ zu sehen.“
    „Schade“, meinte Jason gespielt ernst und musterte sie. „Unsere Kinder wären bestimmt von Haus aus perfekt – ganz ohne, dass man in ihrer DNA rumstochern muss.“ Die kleine Anspielung auf die seiner Meinung nach unnötigen Praktiken der Erdbevölkerung konnte er sich nicht verkneifen.
    „Das Herumstochern ist hier eine Notwendigkeit, keine freiwillige Angelegenheit“, erklärte sie geduldig, so als hätte sie dieses Gespräch schon hunderte Male geführt. „Wir helfen den Menschen auf der Erde, alte Laster loszuwerden und neue Generationen gesünder und widerstandsfähiger werden zu lassen.“ Endlich sah sie von ihrem Hologramm auf und fixierte ihn mit ihren blauen Augen. Eine einzelne Strähne hatte sich aus dem zusammengesteckten Haar gelöst und hing ihr lose ins Gesicht. „Ich weiß, Sie verstehen so etwas nicht, aber hier ist nicht alles so perfekt, wie es von außen aussieht.“
    „Nichtmal Sie?“, flötete er und erwiderte den Blick.
    „Ich bin ungefähr so perfekt wie Sie“, sagte sie, sichtlich abgelenkt von den Daten auf dem Bildschirm. „Nur mit weniger Metall.“
    Jason lachte und zuckte mit der gesunden Schulter. „Sag ich doch. Unsere Kinder wären ...“
    „Kommen wir zum Geschäftlichen“, unterbrach sie seine Ausführungen und machte eine kreisende Geste mit dem Zeigefinger, woraufhin das projizierte Display sich spiegelte, sodass es für den Cyborg lesbar wurde. „Ihre zehntausend Credits pro Woche gehen in Ordnung.“
    „Sehr gut!“ Es überraschte ihn, dass seiner absurd hohen Forderung so schnell nachgegeben wurde. Was auch immer die gute Miss Talithea vorhatte, es musste sehr wichtig, sehr gefährlich und sehr illegal sein.
    Sirrah ergänzte, dass bei erfolgreichem Abschluss der Mission noch ein Trinkgeld auf ihn warten würde.
    „Und woraus besteht dieses Trinkgeld?“, wollte Jason wissen und spielte mit seinem am Kinn zu einem kurzen Zopf gebundenen Bart. „Ich nehme auch ...“ Eine wischende Geste der Ärztin später drehten sich dreidimensionale Blaupausen für eine Prothese eines rechten Armes und Auges auf dem Bildschirm. „... Sie ...“, stammelte er seinen Satz zu Ende, überfordert von dem, was er vor sich sah. Er traute sich kaum, zu glauben, dass es das bedeutete, wonach es aussah.
    „Ein vollständiger Ersatz ihrer verlorenen Körperteile, inklusive der Korrektur ihrer Wirbelsäule und allem, was damit zusammenhängt“, zählte sie auf, was ihn noch erwartete, sollte er zustimmen, für Miss Talithea zu arbeiten. Nicht, dass es noch mehr dazu gebraucht hätte. Alles war besser, als den Rest seiner Tage auf Saggitarius zu verrotten und für zehntausend Credits pro Woche hätte er beinahe jeden Auftrag angenommen.
    „Verarschen kann ich mich alleine“, meinte er ungläubig. Er wusste, was Prothesen dieser Art kosteten. Vielleicht hätte er sich nach Ende der Mission wenigsten ein Auge und die Rekonstruktion seines Schädels leisten können – niemals aber eine komplette Runderneuerung, wie ihm gerade angeboten wurde.
    „Ich verarsche Sie nicht“, versicherte Miss Sinclair. „Sehen sie es einfach als Spende für den guten Zweck.“ Noch während er diese Worte verarbeitete und sie versuchte, zuzuordnen sprach sie weiter. „Um ein ungehindertes Vorankommen der Mission zu gewährleisten, wird übrigens ihre Strafakte gelöscht werden.“
    „Bitte was?“
    Erneut wischte sie über das Display, woraufhin die Akte der Föderation über ihn auftauchte. Beinahe erstaunte es ihn, wie viele Straftaten ein Mann begehen konnte, ohne erwischt zu werden, doch die Galaxie war groß. Es hatte einen Grund, warum man ihn nach Saggitarius schicken wollte.
    „Piraterie, Entführung, Menschenhandel, Vergewaltigung und Mord“, zählte sie die schwerwiegendsten Einträge erstaunlich unbeeindruckt auf. „Sie haben sich nicht mit Taschendiebstählen aufgehalten.“
    „Dicke Finger“, entgegnete er und deutete auf die Kralle, die seine rechte Hand ersetzte. Noch immer funktionierte der Arm kaum, Jason würde warten müssen, bis er in seinem Quartier war. Ohne Werkzeug und Ersatzteile kam er nicht weit.
    Sirrah musterte den Cyborg, als hätte sie eine andere Antwort erwartet. „Jemanden bewusstlos zu schlagen ist wohl einfacher“, mutmaßte sie.
    Jason zuckte die Schulter und sah sie an. Viel hatte er dazu nicht zu sagen. Tatsächlich war es mit seinem mechanischen Arm eher schwierig, jemanden nur bewusstlos zu schlagen. Sein Blick wanderte erneut zu dem Hologramm, das ihm noch immer seine Strafakte zeigte. Der jüngere Jason auf dem Foto grinste ihn von dort aus hämisch an. „Und Sie können das wirklich löschen?“, fragte er und schnippte mit den Fingern der linken Hand. „Einfach so?“
    Miss Sinclair nickte bestimmt. „Das ist das Leichteste von allem.“
    Jason musterte die junge Frau, versuchte, ihre Mimik zu lesen, ein verräterisches Glitzern in den Augen zu finden. Doch sie log offenbar nicht. „Und was ist diese Mission, von der sie reden?“, hakte er deshalb nach. Irgendein Haken musste an der Sache sein, wenn sie einen Gefangenen der Föderation auf seinem Weg nach Saggitarius freikauften und ihm einen Arsch voll Geld sowie ein neues Leben versprachen.
    „Wir suchen dort draußen etwas“, erklärte sie vage. „Aber im Detail ist das für Sie nicht wichtig, denn Sie sorgen ausschließlich dafür, dass das Raumschiff funktioniert.“
    Nachdenklich strich sich der Cyborg über den während seiner Gefangenschaft viel zu lang gewachsenen Bart. Obwohl er neugierig war, was genau das Ziel der Mission war, konnte es ihm vorerst tatsächlich egal sein. Er hätte auf der Reise noch genug Zeit, es herauszufinden. „Wie lange werden wir unterwegs sein?“, wollte er aus reinem Interesse wissen. Es würde keinen Unterschied für seine Entscheidung machen, die er ohnehin längst getroffen hatte. Viel Wahl ließ man ihm nicht und die Entlohnung war sehr gut. Abgesehen davon musste er zugeben, dass es ihn reizte, mal wieder etwas anderes zu machen, als irgendwelche Handelsschiffe zu überfallen. Und eine lange Reise mit einer schönen Frau an Bord war auch nicht zu verachten.
    „Das kommt ganz drauf an. Aber von der bisherigen Schätzung ... müssen wir wohl von drei Monaten mindestens ausgehen. Nach oben hin ist leider ... Luft“, führte Sirrah knapp aus.
    Jason nickte zustimmend. So etwas in der Art hatte er erwartet. Selbst bei offiziellen Missionen blieb es selten bei der veranschlagten Zeit und bei einer zwielichtigen Unternehmung wie der dieser Miss Talithea war ein Verzug zu erwarten. „Wann geht’s los?“, erkundigte sich Jason. „Und wo muss ich unterschreiben, um meine Seele zu verkaufen?“
    „Sie haben bei guten Resultaten zirka zwei Tage Zeit, sich die Erde etwas anzusehen“, meinte sie und schob ein Tablet über den Tisch zu ihm. „Zumindest innerhalb des TI-Komplexes.“
    Überrascht sah Jason auf. Er hatte nicht erwartet, etwas anderes zu sehen, als die sterilen
    Räumlichkeiten, in denen er so unerwartet aufgewacht war.