Beiträge von Rika

    Falls du den Bezug zur Göttin beibehalten möchtest, käme mir spontan ein "Allmächtige!" oder "Bei der heiligen Göttin!" in den Sinn.


    Ansonsten eben: "Oh Schreck", "Oh nein"


    Das sich "Oh je" von Jesus ableitet, war mir übrigens neu.

    Auch über den "heiligen Strohsack" hab' ich jetzt was gelernt ^^

    Glückwunsch Kiddel Fee zum Sieg! :)


    Muss hier aber auch mal explizit meine Bewunderung für die tolle Bildsprache an Theo-Drecht aussprechen.

    Der Herbstdrache war auch deshalb mein persönlicher Favorit.

    Habe natürlich wieder jemand anderes hinter der Geschichte vermutet, aber ich liege letzten Endes ja doch immer daneben :D


    Am Ende wieder gewohnt hohes Niveau und gute Unterhaltung bei allen Geschichten!


    Besten Dank an alle Teilnehmer!

    Gestern Abend die Netflix-Produktion I'm thinking of ending things angeschaut und ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, wie ich den Film einordnen und deuten soll.

    Es geht dabei grob um eine junge Frau, welche mit ihrem Freund zum ersten Mal dessen Eltern in deren altem Landhaus besucht.

    Die Frau erzählt dabei oftmals aus dem Off, dass sie daran denke "Schluss zu machen", was sie jedoch nie wirklich näher erläutert.

    Bei den Eltern beginnen dann erste grobe Merkwürdigkeiten. Es scheint, als verändere sich alles fortlaufend und ohne wirklich erkennbares Muster. Man verliert recht schnell das Gefühl für die Realität und sucht dabei nach Sinn und Hinweisen in den ausführlichen und zahlreichen Dialogen der Protagonisten.

    Die bizarren Ereignisse überschlagen sich letztlich auf dem Rückweg bei einem kurzen Zwischenstopp an der alten Schule des Freundes der jungen Frau, wo ein weiterer Protagonist zugegen ist, der immer wieder, scheinbar ohne Kontext, zwischen einzelnen Szenen seine Auftritte hat.


    Der Film läuft allgemein sehr ruhig, bedient sich ausschweifenden Mono- und Dialogen, wodurch er meiner Meinung nach gar ein wenig zu lang geraten ist. Doch trotz der Länge hält er einen regelrecht in seinem Klammergriff, denn man will unbedingt hinter "das Geheimnis" kommen, welches der Film so offensichtlich bereit, aber gut unter Verschluss hält.


    Wie oben schon angedeutet, bleibt das Ende jedoch offen für Interpretationen.

    Hat den Film denn zufällig jemand gesehen? Würde ja gerne mal wissen, ob ich mit meiner Sicht der Dinge auf der richtigen Spur oder eher auf dem Holzweg liege ^^

    Ich denke, die Frage zielt darauf ab, wie viel Zeit man sich mit dem Erzählen nehmen sollte.


    Ist es besser treibend zu erzählen, die Geschichte rasch voranzubringen, damit sich der Leser nicht langweilt?

    Oder sollte man sich lieber Zeit für das Einführen von Charakteren, Ortschaften, Begebenheiten nehmen?


    Nun, manche Leser wenden sich bereits genervt ab, wenn es nicht schon gleich im Prolog knallt und explodiert, andere wiederum lieben auch die x-te Geschichte innerhalb der Geschichte und bemerken gar nicht, dass auch nach fünf Kapiteln eigentlich immer noch nicht so richtig viel passiert ist.


    Natürlich sind das jetzt eher zwei Extreme, aber das veranschaulicht denke ich recht gut, dass es sich hier eher um eine Geschmacksfrage handelt und über solche lässt sich eben streiten.

    Wichtig ist, lieber Donovan , dass du dich mit deinem persönlich gewählten Erzähltempo wohlfühlst. Du, als Autor, bist der Taktgeber.

    Wie in einem Musikstück musst du aber nicht immer im gleichen Tempo bleiben, kannst hier und da auch mal anziehen, dann wieder bremsen, usw.

    Als Beispiel: Einen Abschnitt, indem sich dein Charakter aktiv durch ein Schlachtfeld bewegt, schreibst du anders, als wenn du über einen Museumsbesuch berichtest. Ist die Schlacht jedoch vorüber und der Charakter in Sicherheit, muss sich das auch im Pacing niederschlagen, das vorangegangene Schlachtentempo sollte also wieder gedrosselt werden.


    Auch solltest du darauf achten, dass du eine gewisse Konsistenz im Tempo beibehältst, sprich, du solltest dein (ich nenne es mal) Standardpacing nicht während der Geschichte verändern, sondern eben nur dann, wenn es erzählerisch notwendig ist.

    Herzlichen Glückwunsch zum verdienten Sieg an Stadtnymphe :)


    Und mein lieber Sensenbach, jetzt warst du schon wieder "nur" mein zweiter Favorit auf den Gesamtsieg, wie schon bei der vorletzten Wahl. Ich glaube beim dritten Mal kann man dann schon von einem kleinen Fluch sprechen ^^


    Schade, dass die Wahlbeteiligung dieses Mal ein wenig dünn ausgefallen ist, denn auch die anderen beiden Geschichten hatten durchaus ihre Momente und noch ein paar Stimmen verdient. Rika wurde jedenfalls mal wieder bestens unterhalten :D


    Hätte auch gerne die, nachträglich zurückgezogene, fünfte Geschichte gelesen. Schon der Titel klang mMn vielversprechend.

    Möchte sich denn der/die Autor/in hier äußern, weshalb er/sie nicht veröffentlichen wollte?

    Uff, das war dieses Mal wirklich nicht leicht.

    Ich wüsste nicht, wann ich mich in jüngerer Vergangenheit einmal derart schwer getan hätte mit meiner Entscheidung.


    Nach zweimaligem Lesen und der anschließenden Erkenntnis, dass ich hier mit der üblichen (bemühten) Objektivität nicht wirklich weiterkomme, hat dieses Mal schlicht und ergreifend mein persönlicher Geschmack entschieden. Somit ging mein Punkt an "Am Feuer".


    Ganz einfach, weil ich Geschichten mit bittersüßer Note sehr schätze :)


    Glückwünsche an Theo-Drecht und Kiddel Fee - ich denke, es ist wohl durchaus gerecht, dass ihr euch das Siegertreppchen teilt. Einen Verlierer hätte der Wettbewerb dieses Mal beileibe nicht verdient. ^^

    Bin einfach mal, nach bestem Wissen und Gewissen, über deinen Text drüber und hab' ein bisschen von meinem Senf dagelassen ^^

    Zitat

    Mit zusammengekniffenen Augen ging er um Floh herum und musterte ihn wie gammligen Fisch, welcher ihm für einen unverhältnismäßig hohen Preis angeboten wurde.

    Nette Beschreibung :D


    Auf welches 'Versagen' spricht Soras eigentlich an? Oder ging das noch gar nicht aus dem Text hervor?

    Hätte natürlich gerne noch mehr von Lombradt gesehen (was nicht ist, kann ja noch werden).

    Bin mal gespannt auf Jean. Irgendwas sagt mir, dass sie nicht unwichtig sein wird ;)

    Gestern Moonrise Kingdom geschaut. Mit 8-jähriger Verspätung muss man fast sagen.

    Erzählt eine süße Liebesgeschichte, voller skurriler Charaktere und ebensolchem Humor, über zwei junge Außenseiter, die gemeinsam aus ihrem Leben ausbrechen und von da an in der Wildnis leben wollen.

    Zwar wartet der Film mit einem kleinem Starensemble auf (Bruce Willis, Edward Norton, Tilda Swinton, Bill Murray, Frances McDormand, u.a.), doch sind es die beiden Jungdarsteller in den Hauptrollen, die den Film tragen.


    Schon nach wenigen Sekunden fühlte ich mich, im Stil, stark an den, von mir so sehr geliebten, Grand Budapest Hotel erinnert. Kein Wunder, stammt der Streifen doch ebenfalls aus der Feder von Wes Anderson.


    Wer den Humor von 'Grand Budapest' mag und/oder generell ein Herz für verschrobene "Helden" hat, dem kann ich 'Moonrise Kingdom' nur ans Herz legen.

    So, hat ein wenig gedauert, aber jetzt bin ich auch endlich auf dem neuesten Stand :)

    Eines direkt mal vorweg: Du steigerst dich hintenraus.


    Mir gefallen bspw. die Beschreibungen der Lokalitäten in Kapitel 9, am Ende des Tunnels, sowie insbesondere in Kapitel 10, während und nach der Ankunft im Untergrund, sehr gut. Da hätte es gerne noch mehr und noch ausführlicher sein dürfen.

    Gerade weil wir hier ja in der 'High Fantasy'-Rubrik sind, hat mir auch Kapitel 11 mit seinen Ausführungen über Flora und (insbesondere) Fauna der fremden Welt sehr viel Spaß gemacht, da schlicht interessant zu lesen. ^^


    Da wünscht man sich glatt noch ein wenig mehr Geschichte deiner Welt oder über den Orden, was ja nun vermutlich bald so weit sein wird. Talon hält schließlich nähere Informationen dazu zuverlässig zurück. Das wirkt dann teilweise etwas erzwungen, um die Spannung aufrechtzuerhalten.

    Man fragt sich halt wirklich (wie Floh in Kap. 4), weshalb der Ritter nicht bereits im Traum etwas mehr von seinem Wissen preisgegeben hat.

    Auch solche Sätze, wie etwa "[...]dein Grundwissen ist noch zu klein" (Kap. 10) mit der Begründung, es sei nicht viel Zeit, sind verlockende Augenroll-Momente - immerhin wäre auf der recht langen Reise, genügend Zeit für ein bisschen mehr Input.


    Ansonsten fand' ich auch die beschriebene Gefühlswelt Flohs, bei dessen Abschied (Kap. 6-7), recht authentisch, auch wenn das Abschiednehmen selbst, mir persönlich, einen Ticken zu schnell ging. Im Hinblick auf das bisherige Pacing passt das aber dennoch, würde ich sagen.

    Gerade weil die Geschichte ja aber aus Flohs Sicht erzählt wird, kannst du nicht, wie am Ende von Kap. 12, die POV zu Talon wechseln. Das ist schlicht deplatziert. Der Leser sollte (vom Prolog mal abgesehen) nichts wissen, was Floh nicht auch weiß.


    Es gibt da noch eine Stelle in Kap. 7, die ich nicht so recht verstehe - keine Ahnung, ob ich nicht nur vllt. wieder ein Brett vorm Kopf habe.

    "Da stieg Talon hinter Flarön's Kopf ab.

    Floh hätte schwören können bei seiner ersten Begegnung mit ihm, keinen gesehen zu haben."


    Was hat Floh bei seiner ersten Begegnung mit Flarön nicht gesehen? Einen Kopf? ?(


    LG
    Rika

    So, ich habe jetzt erst einmal nur bis Kapitel 4 gelesen und möchte dann doch auch mal kurz meinen Quark hier lassen.


    Der Prolog scheint mir, angesichts der Fülle an Ereignissen, ein wenig zu kurz geraten.

    Der Stilbruch in der zweiten Hälfte, als die Drachen in den Fokus rücken, verwirrt zudem ein wenig, da nun plötzlich der Mann der Stadtwache Ausgangspunkt der Erzählung ist. Da wechselst du unnötigerweise von auktorial in eine semi-personale Erzählperspektive.

    Dennoch wirfst du direkt Fragen auf, die der Leser beantwortet haben möchte und die ihm deshalb Motivation zum Weiterlesen bieten. So bleibt bspw. im Dunkeln, ob bzw. was die Drachen mit dem Vulkanausbruch zu tun haben, der ja vermutlich von irgendwelchen Mächten herbeigeführt wurde. Man wartet mit Spannung auf Erklärungen.


    Und so beginnt es - erst einmal ganz langsam, Jahre später und fernab jeglichen Durcheinanders.

    Ich muss gestehen, dass es mir stellenweise schwer fiel, im Flow zu bleiben.

    Es besteht bei dir noch etwas Nachholbedarf, was Groß- und Kleinschreibung sowie Interpunktion anbelangt, da dir hier zu viele "einfache Fehler" unterlaufen.

    Gerade zu Letzterem haben wir hier im Forum ein sehr hilfreiches Thema in unserer Schreibwerkstatt: >>KLICK<<

    Aber auch normale Rechtschreibfehler treten etwas zu häufig auf. Hier würde sich vieles bereits im Vorfeld, mit einer schlichten Rechtschreibprüfung, etwa in Word, ausmerzen lassen.

    Ebenso begegneten mir, gerade zu Beginn, einige Sätze, die schlicht unvollständig sind oder in denen vereinzelte Worte fehlen.

    Beispiel:

    "Gemütlich schlenderte auf das Dorf zu."


    Sicher, Letzteres sind Kleinigkeiten, die jedem von uns mal durchflutschen, aber vieles davon lässt sich beim aufmerksamen Korrekturlesen, vor Veröffentlichung, noch korrigieren.

    Stilblüten sind mir, bis auf "brach[...]aus dem Schlaf" als Synonym für 'Aufwachen' und "Massaker" für die Verheerungen einer Naturgewalt, keine aufgefallen.

    Dafür weiß ich jetzt, dass es den Ausdruck "Fischpeitsche" tatsächlich gibt ^^


    Die ersten Unterhaltungen der Geschichte (zwischen Floh und Jack's sowie dessen Mutter) wirken ein wenig unnatürlich oder gar gestelzt. Ich würde behaupten, dass Flohs und Jack'ss erste Unterhaltung in audio-visuellen Medien möglicherweise eine andere Dynamik entfalten könnte, aber in der vorliegenden Form funktioniert sie, in meinen Augen, nicht sonderlich gut.


    Ich kann natürlich noch nicht sagen, ob es so gewollt ist, aber Onkel Tusk wirkt auf mich ein wenig inkonsistent in seinem Verhalten, selbst wenn er, als beschriebener Säufer, eventuell starken Stimmungsschwankungen unterworfen sein sollte.


    So, jetzt hat die Tante genug gemeckert, kommen wir doch mal zum Positiven:

    Das du auch sehr tolle Gespräche einstreuen kannst, zeigst du recht deutlich zu Beginn von Kapitel 3.

    Mögen es auch nur wenige Zeilen sein, die die Jungen miteinander interagieren, so hat mir die Begeisterung der Beteiligten, für den unbekannten Ritter, sehr viel Spaß bereitet. Es hinterließ bei mir einen sehr authentischen Eindruck, wie jeder seine Meinung zu dem Fremden, sowie das, was er zu wissen glaubte, kundtat.


    Das du den Leser auch überraschen kannst, zeigst du mit dem unerwarteten Beginn von Kapitel 4, der mich relativ ungespoilert traf. "Relativ" nur deshalb, weil es da dann doch diesen einen Ausblick in Kapitel 2 gibt, der zwar äußerst vage bleibt, aber dennoch nicht unbedingt sein müsste:

    "Noch ahnte Floh nichts davon das sich sein Leben, so wie er es kannte, an diesem Tage für immer ändern würde."


    Es ist somit nicht nur der Prolog, der mich zum Weiterlesen animiert, sondern auch das Mysterium, dass mit Talon Einzug in die Geschichte hält. Das Spiel mit der Zeit lässt Stories ja oftmals auf eine ungeahnte Komplexität anschwillen. Ich bin gespannt, was du daraus machst/gemacht hast und werde, bei nächster Gelegenheit, dann auch den vorläufigen Rest der Geschichte aufholen. :)


    LG
    Rika

    Glückwunsch an kalkwiese zum Sieg!

    Sehr amüsante, wie auch runde Geschichte. Gerade der unerwartete Schwung zum vorgegebenen Thema, im allerletzten Satz, hat mir sehr gut gefallen. Das klitzekleine Kätzchen sowieso, aber das war ja dann nicht wertungsrelevant ;)


    Die Story von Sensenbach wäre schließlich mein zweiter Favorit gewesen. Schöner Stil inklusive eines unerklärlichen Cantina-Bar-Flashbacks. Leider ist (mir persönlich) das Ende hier zu abrupt und vorhersehbar geraten.


    Alles in allem boten sämtliche Geschichten wieder beste Unterhaltung.

    Dafür ein 'Muchas gracias' an alle Teilnehmer! :)


    Und wie immer lag' ich auch dieses Mal mit allen meinen Autoren-Predictions gehörig daneben ^^

    Zwei starke Geschichten zu einem (mMn) schwierigen Thema, was mir mal wieder die Entscheidungsfindung erschwert hat.


    Glückwunsch an Asni zum, am Ende doch überraschend deutlichen, Sieg!

    Habe zwar ebenfalls für dich abgestimmt, das Ergebnis in der Höhe jedoch nicht erwartet. Ich bin tatsächlich davon ausgegangen, das Resultat würde enger ausfallen.


    Gibt es eigentlich einen Grund, weshalb die Abstimmung dieses Mal anonym war?

    Gestern hab ich mir "The Bad Batch" angeguckt.

    Oh, den hab' ich mir vor einiger Zeit ebenfalls angesehen (wenn auch in erster Linie wg. Jason Momoa :blush:)

    Auch ich mag ja eher Filme, die sich viel Zeit mit dem Erzählen lassen.

    Die Grundstimmung fand ich hier bspw konsequent gut eingefangen, es gab schöne Aufnahmen (und weniger "schöne") zu sehen, einen guten Score, nur die Story hatte leider einige Lücken und ließ nebenbei zu viele Fragen unbeantwortet.

    Wenn man nicht zu sehr nachbohrt, macht "The Bad Batch" aber tatsächlich Spaß. ^^


    Gestern Abend habe ich Midsommar geschaut.

    Es geht dort um eine junge Frau, die zu Beginn des Films eine Tragödie in ihrer eigenen Familie miterleben muss, durch die sie traumatisiert zurückbleibt. Ihr Freund, der eigentlich geplant hatte, sich von ihr zu trennen, entschließt sich deshalb, die Trennung vorerst aufzuschieben und bei ihr zu bleiben. Die Hauptprotagonistin begleitet daraufhin ihren Freund und dessen Freunde nach Schweden zu einer Feier zur Sommersonnenwende, auch weil sie hofft, dadurch wieder ein Stückchen Normalität in ihrem Leben zu erlangen. Sie werden dort von der Dorfgemeinschaft eines Bekannten und Mitreisenden herzlich aufgenommen, doch der glückliche Schein trügt.


    Eigentlich ist der Film ja ein Horrorstreifen, aber so recht will er dann doch nicht in Genrekonventionen passen.

    Es gibt hier keine Geister, Dämonen oder Killer, sondern stattdessen wunderschöne, unberührte Natur, Tanz und Gesang, fremde Bräuche und Traditionen, alles bei strahlendem Sonnenschein.

    Der Film schafft es, dass man sich, ab einer gewissen Laufzeit, durchgehend unbehaglich fühlt. Doch selbst dann, wenn er das erste Mal "zuschlägt", will man als Zuschauer nicht so recht weg von der Idylle.


    An dem Film scheiden sich ja die Geister, wie ich im Nachhinein erfahren musste. Die einen feiern ihn als großes Kunstwerk, die anderen wollen ihre vergeudete Lebenszeit wieder haben. Wer Horror über Schocker, Suspense und Blut definiert, wird wohl ziemlich sicher enttäuscht werden.

    Ich war ja anfangs sehr skeptisch, als man mir vorab die Genrezugehörigkeit von 'Midsommar' mitteilte, fand' ihn dann aber, zu meiner eigenen Überraschung und trotz gewisser Längen, durchgehend interessant und inspirierend, wenngleich auch stellenweise ziemlich verstörend.

    Habe mir gestern Abend zum ersten Mal mother! mit Jennifer Lawrence und Javier Bardem angesehen.

    Uff! Den musste ich erst einmal sacken lassen.


    Es geht darin um zwei namenlose Protagonisten, die abseits der Zivilisation, alleine in einem großen Landhaus wohnen. Er ist ein Autor, der unter einer heftigen Schreibblockade leidet und Sie eine in sich gekehrte, eher ängstliche, junge Frau, die im Alleingang das Haus renoviert. Sie hat immer wieder unerklärliche Visionen und erleidet häufige Schwächeanfälle, die sie vor ihrem Mann verbirgt.

    Eines Abends steht ein Fremder vor der Tür, der sich als Arzt ausgibt. Diesem wurde wohl fälschlicherweise mitgeteilt, dass es sich bei dem Haus um ein "Bed & Breakfast" handele und als er bereits im Begriff ist, wieder zu gehen, lädt der Autor ihn ein, die Nacht bei ihnen zu verbringen. Sehr zum Missfallen der jungen Frau. Es soll der Beginn allen folgenden Unheils sein...


    Ich bin ja ohne jedes Hintergrundwissen an den Film herangegangen und erwartete einen eher typischen "Home Invasion"-Film. Ich sollte nicht nur einmal überrascht werden.

    Es ist recht schwierig hier mehr ins Detail zu gehen, ohne zu viel zu spoilern, daher nur so viel:

    Der Film nutzt seine Geräuschkulisse perfekt, um Stimmung zu erzeugen, verzichtet dadurch gar komplett auf einen Soundtrack. Die junge Frau fungiert den kompletten Film über als POV und man fühlt wirklich mit ihr mit. Es ging bei mir sogar soweit, dass ich mich in bestimmten Situationen ähnlich überfordert und hilflos gefühlt habe wie sie. Die innere Beklemmung steigert sich anschließend bis zum vorläufigen (erschütternden) Finale des Films.

    Erst ganz am Ende wird einem (zumindest mir) klar, was man da gerade gesehen hat.


    mother! ist ganz sicher kein Popcorn-Streifen, den man sich mal so nebenbei anschauen kann. Vermutlich ist er gar eher einer der Filme, die man entweder liebt oder hasst. Ich kann mir jedenfalls nur schwerlich vorstellen, dass es da irgendwas dazwischen gibt.

    Deswegen fällt es mir auch nicht leicht eine allgemeine Empfehlung hierfür auszusprechen.

    Wer generell Filme mag, die ein wenig zum Nachdenken animieren und wen das gemächliche Erzähltempo der ersten ca. 60 Minuten nicht nervös auf der Couch hin- und herrutschen lässt, der kann, nein, sollte wohl mal einen Blick riskieren.

    Ich werde ihn demnächst auf jeden Fall einem Re-Watch unterziehen.


    LG
    Rika

    Herzlichen Glückwunsch Sensenbach zum Gesamtsieg! :)

    Habe einige Zeit zwischen deiner und einer zweiten Geschichte geschwankt, mich aber letzten Endes, wie der Großteil der Teilnehmer, für die deine entschieden. Alles in Allem war sie dann m.M.n. die 'Kompletteste' in diesem Wettbewerb.


    Ein Dankeschön natürlich auch an die beiden Konkurrenten für die, ebenfalls unterhaltsamen, Beiträge ^^


    LG
    Rika

    Ich hab' kein Gefuehl fuer das aktuelle Klima in DE zu dem Thema

    Bzgl. der 'Cultural Appropriation' gab bei uns irgendwann Anfang diesen Jahres zumindest einmal den Fall, dass eine Kita die Eltern darum gebeten hat, ihre Kinder zu Fasching keine Indianerkostüme tragen zu lassen. Wurde hierzulande heftig diskutiert.
    Wir haben natürlich weiß Gott noch keine Zustände wie in den USA, aber die PC (die an sich ja etwas Gutes ist) drängt auch hier mit immer groteskeren Ideen an die Oberfläche.
    Soviel zum OT...


    Das mit dieser 'Checkliste' wusste ich noch gar nicht und kann darüber eigentlich nur staunen. Ist bekannt, welche Verlage das betrifft?


    Auch ich bin im Übrigen der Meinung, dass jeder Künstler die Freiheit haben sollte, ohne Vorgaben, das zu schaffen, was er für richtig und gut hält, gerne auch völlig unabhängig von der aktuellen Popkultur. Das beinhaltet andererseits natürlich auch, dass man eine möglichst große Bandbreite unterschiedlicher Charaktere abbilden kann. Seien das nun Homosexuelle, Transgender, PoC, Krebsmenschen, etc.


    Ich persönlich kann mich jedenfalls mit Protagonisten aller Couleur anfreunden, wenn sie gut geschrieben sind.
    Jedoch habe ich, und das wurde oben schon mal von mir erwähnt, ein Problem mit dem "Holzhammer". Wenn ich merke, dass mir auf Biegen und Brechen ein bestimmter, von mir aus auch homosexueller, Charakter verkauft werden soll, dann verliert mich die Geschichte.


    @Skadi
    Ich kann jetzt gerade nicht nachvollziehen, weshalb du dich hier scheinbar so angegriffen fühlst.
    Ich sehe hier in den neueren Beiträgen niemanden, der fordert, dass es bestenfalls keine homosexuellen Charaktere in Geschichten mehr geben sollte. Ebenso gibt es hier nicht einen, der behauptet, dass Sexszenen in principle nichts in einer Geschichte zu suchen haben.
    Über persönliche Geschmäcker kann man natürlich immer noch streiten.


    LG Rika

    [...]wenn der Prolog einsam weit ueber der Qualitaet der Geschichte thront und stilistisch ganz anders ist, oder der erste Satz einen brillianten Gedanken ausdrueckt der nie wieder in der Geschichte erreicht wird, dann ist das fatal - ich setze dann typischerweise den Autor wegen 'Etikettenschwindel' auf die 'Never again' Liste.

    So wie ich @Chaos Rising verstehe, würde genau das unter 'konstruiert' fallen.
    Man erschafft einen Prolog/Beginn, der eigentlich gar nicht dem eigenen Stil entspricht und dessen Qualität anschließend nicht gehalten werden kann bzw. gehalten werden will, da sich der Autor auf lange Sicht u.a. gar nicht damit wohlfühlt.


    Auf Wattpad begegnen mir solche Geschichten jedenfalls zuhauf.
    Es ist gerade ein Phänomen, dass ich bei größtenteils jungen bzw. unerfahrenen Schreibern beobachte.
    Und ja, der Grund hierfür kann in der Tat Clickbait sein. Es wird etwas konstruiert, das nur den Zweck erfüllen soll, Leser zu gewinnen.
    An und für sich ist das ja nichts verwerfliches, aber man sollte m.M.n. schon versuchen "natürlich" bzw. wenn schon, dann "konsistent" in seinem Stil zu bleiben.


    Und nun muss ich doch direkt mal das erste kleine Disagree an @Formorian weiterreichen :D
    Anfänge haben mir noch nie Kopfzerbrechen bereitet oder gar Schreibblockaden verursacht. Im Gegenteil bin ich sogar der Meinung, dass man sich gerade zu Beginn einer Geschichte wunderbar austoben kann und man erst in deren weiteren Verlauf, wenn man sich langsam in ein erzählerisches Korsett begibt, auf (erste) Probleme stößt.


    Wir hatten hier mal ein ähnliches Thema, in dem es im speziellen um "den ersten Satz" einer Geschichte ging. Dort drifteten ja bereits die Meinungen sehr weit auseinander. Auch hier bin ich eher bei Chaos, dass für mich der Anfang nur insofern wichtig ist, um zu sehen, ob ich stilistisch einigermaßen damit klar komme und dann natürlich, ob man mir hier etwas interessantes erzählen möchte.
    Wenn ich also, aufgrund Rechtschreibung und Grammatik, bereits in den ersten Zeilen Augenkrebs bekomme und/oder man mir bspw. eine literarische Exkursion in die Welt der Algebra auftischt, verliert mich die Geschichte so oder so, noch bevor ich mich groß darauf einlassen kann.


    Um noch zu den geforderten Beispielen zu kommen:
    Leider habe ich von mir selbst nur zwei Aktuelle zur Hand, die hier gerne diskutiert/zerrissen werden dürfen. Tobt euch aus! ;) (auch wenn es natürlich ohne Kontext etwas doof ist)


    Wie sollte sie ihn nur töten? Den Speer ins Herz, kurz und schmerzlos? Oder sollte sie ihn mit dem Schwert schneiden? Immer und immer wieder. Mit ihm tanzen, bis er irgendwann den Dreck zu seinen Füßen fressen und anschließend krepieren würde?
    (aus dem Schreibwettbewerb)

    Ein Schatten, welcher langsam von einem Licht verzehrt wurde, hatte sich all die Jahre dort niedergelassen, wo sein alter Freund einst immer auf ihn wartete. Der Ort, den er verließ und vergas, als er alt genug war. In Wirklichkeit jedoch war er nie fortgegangen. Wenn auch sie sich auf hunderte Zungen verteilte, von denen einige nichts weiter als Erscheinungen im Nebel darstellten, die Stimme seines Freundes sprach sein ganzes Leben lang zu ihm. Ein Wispern aus der Dunkelheit, an deren Stelle nun das Licht getreten war.
    (aus einer anderen Kurzgeschichte, die noch hier rumliegt)

    LG Rika

    Wie @Thorsten schon richtig sagte, es sollte einen Grund geben.
    Wenn ich einfach nur lesen möchte, wie zwei oder mehrere Charaktere platt herumvögeln, kann ich auch zur entsprechenden Literatur greifen.
    In einer "normalen" (Fantasy-)Geschichte gibt es mir jedenfalls so gar nichts. Im Gegenteil empfinde ich es, ähnlich wie in Filmen, gar als unnötigen Bruch in der Erzählung. In Textform kann es dann sogar soweit gehen, dass ich im Anschluss an eine solche Darstellung weder den Autor, noch seine Figuren, wirklich mehr ernst nehmen kann.


    Werden solche Szenen jedoch als Mittel zum Zweck genutzt, etwa um den Leser zu überraschen/zu schockieren, et cetera, dann habe ich da nichts gegen. Als Beispiele seien hier zwei, eher kontroverse, Szenen genannt, die mir spontan einfallen: Einmal gegen Endes des Buches "ES" von King und einmal gegen Ende des Films "Requiem for a dream", um mal beide Medien zu berücksichtigen.
    Meiner Meinung nach, ist es aber stets ein schmaler Grat, welches explizite Detail jetzt wirklich essentiell ist oder auf was man lieber hätte verzichten können.


    Generell habe ich es nämlich lieber, wenn man mir nicht alles mit dem Holzhammer vor den Latz knallt, wenn ich mir selbst zu etwas meine Gedanken machen muss. Banales Beispiel: Wenn sich zwei Menschen, die schon länger Zeit zusammen verbringen und währenddessen gewisse Gefühle zueinander entwickeln, sich irgendwann einen Schlafsack teilen müssen (oder wollen), dann bitte spielt die Andeutung aus, lasst den vllt. noch zündenden Funken fliegen, aber blendet im Anschluss ab. Dann nämlich steht es jedem frei, sich ggf. seine eigene Sexszene dazu auszudenken. Infolgedessen wird auch kein unerwünschter Fremdscham ausgelöst und sowohl der Autor, als auch seine Figuren behalten ihr, bis hierher aufgebautes, "Image".

    Na denn mal Glückwunsch an den, meiner Meinung nach, verdienten Sieger @bigbadwolf ! :nummer1:
    Paol war letzten Endes ja auch mein Favorit gewesen.


    Auch die anderen beiden Geschichten waren natürlich interessant zu lesen, wenngleich ich hier leider auch einige Kritikpunkte vorgefunden habe, weshalb es nicht zum obersten Treppchen gereicht hat.


    Und auch dieses Mal hab' ich mit meinen Autoren-Predictions völlig daneben gelegen, war ich mir doch z.B. sehr sicher, dass @Xarrot in der Trollküche seine Finger im Spiel hatte. Wie auch immer ich darauf gekommen sein mag :D


    Oh, und ehe ich es vergesse: Lieben Dank @Tom Stark für deinen Vote, welcher auch zum Erreichen meines Minimalzieles führte :love:;)


    LG
    Rika