Beiträge von Alcarinque

    Danke für die Antworten! Beruhigend zu lesen das die Frage durchaus verständlich war und sie nicht zwingend durch Strohmannargumente und Spott ad absurdum geführt werden muss... ;)

    Allgemein beziehe ich mich primär auf den deutschen Raum, Hoch- und Spätmittelalter um einen Rahmen für "dieses Mittelalter" zu haben, weil ich mich damit am meisten beschäftigt habe, das ist aber wohl auch auf weite Teile Europas übertragbar...
    (Aber halt nicht auf die Khmer, Zulu, Apachen, Quin oder Westerosi :p )

    Zur Bevölkerungsentwicklung: Da ist eine Europaweite Statistik natürlich recht unaussagekräftig, weil sehr allgemein. Leider habe ich auf die Schnelle sonst nur diese hier gefunden (von der Uni Frankfurt, da ist die Domain aber nicht mehr auf Stand weshalb sie als unsicher angezeigt wird, ein Bildlink ist aber unbedenklich): Entwicklung in D, F und GB.
    Da sieht man sehr eindrücklich wie krass der 30jährige in Deutschland eingeschlagen hat, danach aber auf relativ selbem Niveau wieder gehalten hat.
    Großes Bevölkerungswachstum begann dann erst im 18.Jhdt mit immer effektiveren Nahrungsproduktion, Landnutzung, Technik, Gesundheitswesen etc.
    Ein Lehnsherr hat nichts von einem entvölkerten Land, auch wenn sie sich Menschen sehr schnell vermehrt hätten, dauert das halt einige Generationen ohne oder mit wenig Ertrag.


    Weil das Niedermetzeln von eigentlich an einem Krieg völlig unbeteiligten Personen eine massive pychologische Waffe ist, die die öffentliche Meinung (und die gab es ganz sicher auch schon zu Zeiten dünn besiedelter Landstriche und ohne Internetz) beeinflussen kann dahingehend, daß sich die Überlebenden eines solchen Massakers entweder in Richtung "Wir ergeben uns, sonst sind wir auch noch dran" oder gegenteilig in "Wir werden blutige Rache nehmen - und wenn es uns auch das Leben kostet!" entscheiden werden.

    Ich glaub genau das ist es, was mir auch bei vielen Hollywoodsachen tatsächlich so sauer aufstößt: Die öffentliche Meinung. Von wem denn genau?
    Das "Volk" hatte nichts mitzureden, ihm war das Geplänkel des Adels recht gleichgültig wenn es nicht ihr Gebiet direkt betraf. Der Adel wiederum hatte ja durchaus auch seine Regeln und Gesetzte, die uns heute teils absurd erscheinen aber auch für einen gewissen Frieden gesorgt haben. Ein brutales Abschlachten hätte auch zur Ächtung durch den Papst führen können, andere Herrscher gegen einen aufbringen etc.
    Dann kamen im Spätmittelalter noch die Städte als neue Macht dazu, die außerhalb der bekannten Strukturen standen.

    Die abschreckende Wirkung die auch Asni anspricht, um den Gegner zu demoralisieren, war im 20 Jhdt sehr beliebt, weil durch die allgemeine Wehrpflicht auch mehr oder weniger alle betroffen waren und man durch die Medien das auch viel mehr verbreiten konnte. Von den komplett anderen Dimensionen gar nicht zu reden.
    Im Mittelalter war der Krieg tendenziell dann gewonnen wenn der Gegner aufgab. Das war nicht das Volk oder unbedingt das Heer, sondern der Herrscher. Wenn man sein Heer in der Schlacht schlug und ihn dabei erwischte oder seine Festung belagerte bis er aufgab, "genügte" das.
    Niemand zog aus Überzeugung in den Krieg, sondern weil sie verpflichtet waren oder weil sie dafür bezahlt wurden. Da gibt man viel früher auf wie bei den heutigen Kriegen wo es ums Vaterland, die Überzeugung und den ganzen anderen nationalen Schwachsinn geht (zumindest die Angreifer, für die Verteidiger schaut die Sache natürlich immer anders aus)

    Zum Abschluss muss ich noch eingestehen, dass das "Work in Progress" ist. Bin mir selbst noch nicht so hundertprozentig sicher, ob es sinnvoll ist, mit eher modernen Begriffen (Zivilisten, Strategie / Taktik eines Krieges, Volk...) über antike oder fantastische Kriege nachzudenken :pardon:

    Jup Definitv, speziell das Mittelalter ist für uns in so vielen Bereichen immer noch sehr fremd, da ist es gar nicht so einfach es überhaupt zu verstehen, von den Details gar nicht zu reden...
    Darum würde ich Zivilisten vielleicht besser auf "Unfreie" abwandeln. Diese waren, durch ihren Unfreien-Status ja explizit vom Kriegsdienst ausgenommen. Darum, wie schon erwähnt, begaben sich viele im Hochmittelalter auch freiwillig in die Unfreiheit. Entsprechend war das im Hochmittelalter auch die mit Abstand größte Gruppe an Menschen.
    Das begann sich dann erst im Spätmittelalter mit dem Aufploppen der Städte wieder zu ändern.

    Freie Bauern (und Bürger von Städten natürlich) waren verpflichtet Waffen und Rüstungen zu besitzen und in Bereitschaft zu haben, abhängig von ihrem Wohlstand (Das bedeutet das also auch Bauern Waffen, Harnische und andere Rüstungen haben konnten/mussten und somit teils nicht ganz so wehrlos waren). Sei es zur Verteidigung oder im Kriegsfall wenn sie vom Kriegsherren eingezogen wurden. Aber auch das war klar geregelt. Z.B. Bauern hatten teils das Recht zur Ernte wieder zurück zu sein.

    Eine andere, eher unbekannte Sache über die ich auch erst vor Kurzem gestolpert bin, ist die Fehde. Das konnte ganz "offiziell" und legal ausgeführt werden, wenn man einen guten Grund hatte (das ist wie immer natürlich Auslegungssache). Ein Adeliger konnte seine Truppen gegen ein Dorf seines Gegner schicken, ohne scharfe Waffen, sie zerstörten dann Eigentum, brannten also Häuser/Felder etc nieder, raubten das Vieh und teils auch Arbeitskräfte. Getötet sollte dabei nicht werden. Kam es es doch zu (zu vielen) Toten, konnte eine Fehde dann auch gerne in einem Krieg ausarten.
    Das zeigt meiner Meinung nach ganz gut, das Menschenleben sehr wichtig waren und man nicht "mal eben" neu besiedeln kann. Da raubte man sie lieber vom Nachbarn. XD

    Ganz abgesehen davon das es natürlich auch noch den religiösen Aspekt gab, den wir heute sehr gerne vergessen/übersehen da es für und kaum mehr eine Relevanz hat: Das Töten von Menschen war eine Todsünde und verhindert das Eingehen in den Himmel. Es gab natürlich Ausnahmen, wie die Kreuzzüge wo genau das das Gegenteil erzählt wurde, aber grundsätzlich war es etwas das man nicht auf die leichte Schulter nahm.

    Die Trennung zwischen Militär und Zivil ist ja auch etwas eher etwas neues.

    Das hängt immer sehr von der Gesellschaftsstruktur/Entwicklung ab. Bei den Römern war es ja schon sehr klar geregelt und getrennt.
    Im Mittelalter und der frühen Neuzeit ebenfalls: Kriegsdienst war an Landbesitz gebunden. Deshalb begaben sich viele Hofbesitzer in beginnenden Hochmittelalter freiwillig in die Leibeigenschaft, dadurch hatten sie kein eigenes Land mehr, mussten aber auch keinen Kriegsdienst leisten.
    In (deutschen) Städten entwickelt sich das etwas anders, da mussten sie selbst für den Schutz sorgen, aber das war dann ja eher zur Verteidigung ...

    Je mehr ich drüber nachdenke um so mehr fallen mit Gesellschaften ein, in denen es eine Kriegerkaste gab. Das entwickelt sich eigentlich ab dem Punkt des Sesshaftwerdung: Man kann mehr Nahrung produzieren um sich selbst über die Runden zu bringen, mit dem Überschuss wird eine Kriegerelite durchgefüttert, welche dann für den Schutz der Bauern sorgt. Das Grundprinzip ist ja sehr alt. Das es nicht einfach dabei bleibt, ist klar.

    Es hängt dann halt sehr davon ab was das Ziel eines Krieges ist: Wenn man das eigene Land erweitern will (was, würde ich mal behaupten, keinen kleinen Teil der Kriege ausmacht) will man dieses, inklusive denen die es bearbeiten, natürlich so unversehrt wie möglich einnehmen.
    Im Idealen Fall natürlich, für eine Seite läuft es ja immer weniger gut und die hat dann natürlich weniger Skrupel zu vernichten was sie selbst nicht haben können...


    @Ausschlüsse: Naja, Mesoamerika als "Mittelalter" zu bezeichnen wäre schon sehr weit her geholt, auch das japanische, chinesische oder indische "Mittelalter" ist eher umstritten, wobei es dort teils durchaus vergleichbare Systeme gab.

    Clankriege, und dazu zählen große Teile des Frühmittelalters, folgen nun mal anderen Regeln, dort gab es eben diese Trennung zwischen Krieger und Zivilist nicht. Und der 30jährige ist wie so oft bei extremen Sachen, frühe Neuzeit und nicht mehr Mittelalter. ;)

    Das bedeutet aber nicht dass Angriffe auf zivile Ziele keinen Sinn machen - man kann seine Armee so versorgen, dem Gegner solche Versorgung verweigern, Hilfstruppen zwangsrekrutieren, den Soldaten das Bordell bieten das sie laenger nicht mehr hatten, gegnerische Soldaten aus Angst um ihre Familien zum Desertieren bringen, die Infrastruktur die Kriegsgueter produziert zerstoeren, in der Bevoelkerung koennen Partisanen lauern,...

    Ein Kriegszug im Mittelalter (und der frühen Neuzeit) bestand zum größten Teil aus "Versorgungstruppen" das ware nicht etwa der Koch der dann die Truppe versorgt, wie man es aus der Fantasy kennt, sondern oft die ganze Familie, die sich dann um die Verpflegung, Wäsche etc kümmerte, da war dann natürlich auch Prostituierte mit dabei, Händler, Schmiede etc.
    Von den 12 Leuten oder mehr die ein einzelner Ritter dabei hatte, gar nicht zu reden...

    Partisanen im Mittelalter? :hmm: Dazu bräuchte es doch erst mal einen Nationalismus und das dauert noch...
    (Also ja, natürlich mag es sowas gegeben haben, die Norm war es aber wohl eher nicht.)

    Naja, Bibel ist ja auch ganz klar vor Mittelalter/Antike, oft noch Clanstrukturen, teils Nomadisch und klare Abgrenzung von Volk, Kultur und Religion. Je mehr man den Gegner entmenschlicht (und das geht mit mehr Unterschieden natürlich einfach), um so grausamer kann man gegen ihn vorgehen. Vor dem Nationalismus des 19.Jhdts gab es das in der Form in Europa aber einfach noch nicht.

    Raubzüge (und da würde ich auch die Kreuzzüge mit rein nehmen), sind natürlich anders gehalten, da will man ja wirklich nur Plündern, da gibt es dann auch merklich mehr Gräueltaten. In die Kategorie fallen natürlich auch die Wikinger, an die hatte ich gar nicht mehr gedacht.

    Im Mittelalter war die Bevölkerung aber durchaus auch Teil der Ressourcen (Leibeigenschaft etc,), die waren an ihr Land gebunden und es gab es auch nicht grad einen so großen Überschuss an Leuten, das man mal eben ertragreiche Landstriche entvölkern und mit eigenen Leuten neu besiedeln konnte. (Wo hätten die her kommen sollen? )

    Massaker an der Bevölkerung wurden eben deshalb so festgehalten, weil sie nicht der Norm entsprachen. Kriege wurden im Sommer geführt, 2/3 einer Armee war für die Versorgung zuständig etc. etc.
    Klar griff man auf die umliegenden (Nahrungs-)Ressourcen zu wenn sich die Gelegenheit bot, aber das Ziel war immer die Feindliche Armee, der feindliche Herrscher/Heerführer/Burg etc.
    Belagerungen endeten ja auch sehr selten mit der (erfolgreichen) Erstürmung sondern damit das sich die Belagerten ergaben oder die Belagerer abgezogen sind.

    Der 30jährige Krieg, wie schon erwähnt, ist ja eben eine der Ausnahmen die die Regel bestätigen. Der wurde in der damaligen Literatur auch als unerreichbar brutal an der Zivilbevölkerung beschrieben, weil das eben nicht die Norm war. Zudem zogen da ja auch nicht nur gut organisierte Heerverbände durch die Gegend sondern teils auch Söldnerheere ohne Sold...


    Und ich will ja nicht drauf hinaus, das es das nicht gab, natürlich gibt es im Krieg Gewalt etc. Aber das, speziell im Mittelalter, die Zivilbevölkerung immer das erste und wichtigste Ziel war, bezweifle ich halt halt stark...
    (Und auch hier natürlich wieder einen Disclaimer: Im Frühmittelalter war das natürlich noch nicht so, aber da waren die Grenzen zwischen Zivilbevölkerung und Krieger auch noch nicht so klar. Erst mit der Abgabe des eigenen Landes und dem Eintritt in die Leibeigenschaft konnte man sich dann im Hochmittelalter vom Kriegsdienst befreien wieso das ja durchaus nicht selten geschah...)

    Ich bin in einem SciFi-Roman grad drüber gestolpert das eine Flotte sich geopfert hat um den Zivilisten zu Flucht zu verhelfen. Nicht gegen böse Aliens oder irre Extremisten sondern gegen eine Fraktion die einfach nur unabhängig von dieser Allianz sein will. Und da habe ich mich gefragt, wieso das nötig ist?
    Wenn beide Fraktionen nicht dezidiert "böse" sind, wieso sollten sie Zivilisten angreifen?

    Klar gibt es viele Formen vom Krieg, aber speziell im mittelalterlichen Klischee (wenn es nicht das pöse Pöse gibt), will man ja das Land und die Arbeitskräfte darauf erobern, da hat niemand was davon wenn man diese umbringt. Schon in der Antike waren die Großreiche am erfolgreichsten die alle möglichen Kulturen integriert und nicht massakriert haben...
    (Und ja natürlich gibt es Ausnahmen, z.B. Nomadenvölker auf Raubzug, oder komplettes Wegbrechen von jeglicher Ordnung im 30jährigen Krieg)

    Das gezielte Angreifen und Terrorisieren der Zivilbevölkerung ist ja etwas sehr Neues das eigentlich erst mit dem 2. WK so richtig in Mode gekommen ist. Mit Nationalstaaten, großen Städten und guter Kommunikation. Ein Nazideutschland wo die ganze Bevölkerung fanatisch hinter dem "Endsieg" steht ist etwas ganz anderes als wenn zwei Berufsheere aufeinander treffen und es dem gemeinen Bürger relativ egal ist ob er nun von einem Karl oder einem Wilhelm regiert wird...

    Das beschäftigt mich nun grad mehr als es sollte. Speziell in der Fantasy werden ja immer und überall Gräueltaten an der Zivilbevölkerung begangen "weil das damals halt so war" was mal wieder ein typisches, falsche Klichee ist.
    Speziell wenn man verschiedene Mächte haben will, die halt nicht "böse" sind, machen Angriffe auf Zivilisten doch eh keinen Sinn? :hmm:

    Ich bin eigentlich jemand der Bücher zu ende liest, auch wenn es teils etwas zäh ist (MobyDick im Original, Krieg und Frieden etc.)
    Und ich kann auch gut über Schwächen hinwegsehen, wenn der Rest passt Worldbuilding - Story -Schreibstil und so.

    Aber die Shannara-Bücher (hatte mir die ersten drei zusammen gekauft) musste ich tatsächlich abbrechen, weil es einfach in allen Aspekten schlecht war, in da wäre mir irgendwann das Hirn zu den Ohren raus gelaufen, das ging einfach gar nicht.
    Mag sein das sich der Stil/Story/Welt in den späteren Büchern bessert ab nein, never again. Für mich das Schlechteste was ich bisher gelesen habe...

    Klingt auf jeden Fall nach einem interessanten Setting... so ein bisschen wie Firefly, da bewohnt die Menschheit ja ein Sonnensystem mit mehreren lebensfreundlichen Planeten.

    Bzw. erinnert mich das Setting auch an Darkover: Eigentlich eine Fantasy-Serie die aber auch mit dem Absturz eines Kolonieschiffs beginnt und die letzten Bände spielen dann im Raumzeit-zeitalter...

    Nach den Diskussionen hier und weil ich wegen der Serie das Silmarillion eh nochmals lese, achte ich grad ein bisschen drauf wie oft Tolkien Hautfarben erwähnt, und habe mich da auch sonst noch etwas umgeschaut, stellt sich heraus:
    Er tut es GAR NICHT. Die Zwerge wurden aus Fels und Stein erschaffen, fertig. Keine arisch-weiße Hautfarbe, nix.
    Ein Stamm der Hochelben wird mal als "fair" bezeichnet, aber damit hat es sich dann auch schon. Daraus jetzt einen rassistischen Zugang zu bauen ist schon recht krass...
    Im Gegenteil bin ich im Silmarillion ja grad an der Stelle wo Morgoth die Elben dahingehend manipuliert, das er ihnen einredet das die Valar versuchen sie durch die Menschen einzutauschen. Also eine der rassistischen Panikmachen unserer Zeit, der Völkeraustausch durch Flüchtlinge, wird klar als Einflüsterung des Bösen beschrieben. Fand ich sehr passend. ^^

    Ansonsten bin ich grad noch über diese Analyse gestolpert und fand die durchaus gut argumentiert:

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    @Mario Barth: Den fand ich irgendwie noch nie lustig, da er immer nur nach unten tritt, über andere (am liebsten Frauen) spottet und sich selbst viel zu toll findet. So gar nicht mein Humor. Wer nicht über sich selbst lachen kann ist mir eh suspekt. XD


    @Herr der Ringe Film: Ich hoffe du hast die ExtendedEdition gesehen? Die hat viele kleine nette Szenen drin, die die Sache etwas entschleunigen... (Allerdings weiß ich nicht mehr wo genau, die ursprüngliche Version habe ich seit dem Kino damals nicht mehr gesehen. XD)

    Es ist aber eine historische Geschichte die im England des 19. Jahrhundert spielt, [...]

    Das ist nun wiederum komplett falsch. Das ist eine komplett fiktive Geschichte in einem fiktiven Setting das lose vom England des 19.Jhdts inspiriert ist. Daran ist NICHTS historisch! Das jetzt als Grundlage für bescheuerte rassistische Theorien zu nutzen ist einfach nur albern.
    (Zumal diese widerliche Rassenlehre erst Ende des 19 Jhdts entstand, wobei der europäische Rassismus immer eher ein Nationalismus war und Rassismus aufgrund der Hautfarbe eher aus den USA importiert wurde...)

    @Moderation: Wollt ihr das nicht mal verschieben? Das hat mit dem eigentlichen Thema ja so gar nichts mehr zu tun...

    Zwerge leben meistens unterirdisch folglich können sie gar keine dunkle Haut haben.

    Ein fiktives Volk, das in einer fiktiven Welt von einem Valar erschaffen wurde, somit komplett von jeder Evolution abgekoppelt entstanden ist (genau wie alle anderen Völker) MUSS weiß sein? Weil das bei der irdischen Evolution beim Homo Sapiens so funktioniert?
    (Da geht es übrigens nicht um die Temperatur sondern um die Menge an UV Licht... wer sagt uns das die Zwerge keine Lampen mit UV-Licht haben? )


    Drachen, erfundene Völker, Leuchtende Bäume, Magie, Götter, ewiges Leben, sprechende Bäume... alles kein Problem ist ja Fantasy, aber eine andere Hautfarbe als arisch-weiß ist unmöglich? :patsch:


    Wer bei Bridgerton ernsthaft einen realen Bezug sucht, kann sehr lange suchen, das ist bewusst komplett abgedreht und auf keine Ebene auch nur ansatzweise realistisch/historisch korrekt (Kostüme, Tänze etc.), das ist doch doch der besondere Charm daran.




    Und zurück zur Serie: Endlich sieht man Númenor, auf deren künstlerische Umsetzung war ich gespannt seit die Serie angekündigt wurde. Und es gefällt mir sehr gut. Elemente von Gondor, den Elben und ein bisschen von Griechenland, tolle Fassaden, ein gewisser Verfall in den Hintergassen. irgendwie genau die Mischung die ich erwartet habe. ^^

    "Echte" Fans, die dazu erst mal andere ausschließen müssen, sind (egal in welchem Fandom) ein Gruppe zur der ich auch nie gehören möchte.
    Nicht jeder hat ein Problem wenn in einer erfundenen, fantastischen Fantasywelt nicht alle arischweiß sind, das hat absolut nichts damit zu tun welche Art von Fan man ist...

    Speziell bei den Zwergen, die ja nicht von Iluvatar geschaffen wurden, finde ich dunklere Hautfarben durchaus passend. Auf jeden Fall nicht unpassender als seltsame schottische Akzente. XD

    Grundsätzlich kann mich die Serie bisher durchaus mitnehmen, Optisch gefällt sie mir bisher auf jeden Fall sehr gut, beim Rest warte ich mal ab was sie noch so alles verdrehen. XD

    Nur die Darstellung der Galadriel will mir so gar nicht gefallen: Ein fanatisches Gör, das von oben herab behandelt wird und auch noch "wegbefördert" wird, sich dann in letzter Minute umentscheidet und mal eben EINEN FUCKING OZEAN DURCHSCHWIMMT, ist einfach nur absurd. Sie war damals schon eine der ältesten Elben und stammte aus einem der nobelsten Häuser, so jemand lässt sich nicht einfach so abschieben...

    Ich hab gerade wieder angefangen das Silmarillion zu lesen, da ich dachte, das ist doch die perfekte Gelegenheit, leider stechen dann Abweichungen noch etwas mehr raus, auch wenn die Ringe der Macht nur ein kleiner Teil am Ende sind und ich noch weit weg davon bin. XD

    Von Gandalf (bzw. Olorin) wird da schon ganz am Anfang geschrieben das er gerne und oft und bemerkt unter den Elben (und später auch den Menschen) von Mittelerde gewandelt ist. Wenn der jedes Mal per Meteoritenpost verschickt worden wäre, ich weiß ja nicht. :ugly:
    Mal schauen ob es dazu noch mehr Infos gibt, was das darstellen sollte....

    Ich weiß, dass mich das als Kind nie gestört hat oder besser gesagt, genau das wollte. Wobei ich sogar eher von 6. bis 15. Jahrhundert sprechen würde. Und wenn ich nicht gerade einen Sci-Fi Roman lese, stört mich sogar zu viel Fortschritt.

    Aber es hat mich auch erfrischend begeistert, als ich die Sturmlichtchroniken gelesen habe, so eine komplett andersartige Welt geliefert zu bekommen. Andererseits hat mich gestört, dass es irgendwann Uhren gab xD Ich weiß auch nicht, was ich da für ein Problem mit hab.

    Das Fantasy-Mittelalter hat halt mit dem realen Mittelalter wenig bis gar nichts gemeinsam. Viele dieser "typisch Mittelalterlichen" Sachen sind entweder Sachen aus dem 19.Jhdt oder der frühen Neuzeit.
    Ein Fantasyroman der tatsächlich auf dem deutschen Mittelalter basieren würde, wäre tatsächlich mal echt spannend und durchaus anders als das was man unter Fantasy gewohnt ist. Aber auf sowas wage ich ja gar nicht mehr zu hoffen. :tired:

    (Sowohl Uhren als auch Gewehre, also diverse "Büchsen", gab es ja durchaus schon im Mittelalter ;) )

    Es gab eine Zeit, da habe ich alle Art von Fantasy und SciFi verschlungen, jede Art von fantastischer Welt fand ich toll, vor allen wenn es mit Elfen, Zwergen oder eben Aliens etc. war...

    Dann habe ich aber nach und nach angefangen mich selbst mit Worldbuilding, Geschichte etc zu befassen und die "klassischen" Fantasyromane wurde mir zu öde und uninspieriert: Die immer gleichen Settings in denen sich der Autor anscheinend keine Minute Zeit genommen hat sich wirklich Gedanken über die Welt zu machen. Die Welten basieren erschreckend oft auf schlechten 19Jhdt Klischees des Mittelalters, in sich absolut nicht schlüssig oder sinnvoll Das nervt mich dann oft mehr als das ich Spaß an der Geschichte haben könnte und ich bin recht wählerisch geworden welche Art von Fantasy ich noch lese...
    Jedes Setting das (tatsächlich) vom Einheitsbrei abweicht ist mir willkommen, wenn es denn dann eine interessante Welt ist, Urban Fantasy ist mir z.B. meist doppelt zu öde: Das Setting ist einfach schon bekannt (und immer London :ugly: ) und dann meist noch die Klicheerassen.
    (Alternativ natürlich ein intelligenter und humorvolles Spielen mit den Klichees wie Pratchett es so unvergleichlich geschafft hat)

    Bei SciFi (auch meist bei Steampunkt etc.) ist das etwas anders, da scheinen die meisten AutorInnen sich mehr Gedanken über die Welt/Universum zu machen und es ist immer eine Freude in die neuen, komplexen Welten einzutauschen...

    Was bringt dich zu der Annahme das nur Festungen Bollwerke hatten? :schiefguck:
    Jeder größere Stadt hatte die, allen voran Köln, Amsterdam, Hamburg aber auch Wien, Frankfurt... und die waren durchaus beachtlich. Wäre ja absurd wenn sich nur Festungen gegen Belagerungen mit Kanonen verteidigen hätten könnten.

    Historisch gewachsen heist auch automatisch nicht immer auf den ersten Blick logisch. Kaum eine Stadt liegt direkt am Meer. Wenn das Ufer einen recht große Sumpfstreifen hat, entsteht vielleicht ein Hafen an einer geeigneten Stelle, die Ortschaft wächst dann aber natürlich erst mal etwas weiter weg, wo sich die Handelsstraßen treffen und man nicht gleich versinkt und jedes Hochwasser mitnimmt...

    Das die Verbindung zwischen Stadt und Hafen ebenfalls einen Wall hat, ist in dem Fall erst im letzten Bauabschnitt geschehen, genau wie der auch erst gegen Ende stark gewachsene Hafen. Die Stadt hat natürlich immer auch noch die alten Stadtmauer/-tore, der Wall ist aber von allen Seiten gut mit Kanonen abzudecken. Also ganz gut zu verteidigen.
    Und wie immer ist sowas auch ein Prestigeobjekt...
    (Historisches Vorbild war da übrigens Piräus, falls das Nest ein Begriff ist.)

    Hier übrigens mein erstes Konzept meiner Stadt, habe das als Übung genommen um mich mal ein bisschen mit Unity zu beschäftigen. Grobe Vorlage um ein Gefühl zu bekommen und ggf. als Zeichenvorlage.
    Wie sinnvoll der Hafen in der Form ist, bin ich mir allerdings nicht sicher...

    Ja, klar, das habe ich bewusst sehr vereinfacht. Speziell da die Gerber und Färber ja meist in der Stadt waren, wenn auch im eigenen Viertel. Und natürlich produzierten die Nutztiere auch Mist.
    Aber auch heute gibt es in Städten noch Ecken, gerne in der nähe von Partymeilen, bei denen der Geruch nach Pferdemist durchaus eine Verbesserung wäre. XD

    Aber es wurden halt nicht, wie in deutschen Dokus gerne gezeigt, alle Fäkalien einfach immer und überall auf die Straßen gekippt. Die wurden gesammelt und entsprechend wohl auch bezahlt. Für Schweine gab es teils vorgegebene Straßen über die der Schweinehirte sie aus/in die Stadt treiben durfte.
    Und es gab eben auch noch Grünflächen in und um die Stadt wo man sich durchaus über Dünger gefreut hat...

    Wenn die Stadt nach deutschem und nicht dem typisch englischen Klicheevorbild ist, gibt es eher keine Adelsviertel. Die reichen Bürger die sich irgendwann zum Stadtadel gemacht haben, wohnen in der Nähe des großem Marktplatzes und an den großen (Handels) Straßen. Insgesamt ist sie wohl eher in Gassen/Straßen und weniger in Viertel unterteilt. Handwerkergassen, jüdische (Minderheiten) Gassen, Klosterländereien etc.
    Stadtwachen o.ä. ist eine viel spätere Entwicklung. Sowohl die Verteidigung im Kriegsfall als auch die Erhaltung des Friedens war Aufgabe der (Stadt)Bürger. Handwerksmeister und andere Wohlhabende Bürger hatte komplette Harnische, Waffen etc. relativ griffbereit.

    In der Zeit wanderten Färber- und Gerberviertel teils an den Stadtrand. Was an der Karte von Frankfurt auffällt sind auch die vielen Grünflächen. die meisten Häuser hatten teils recht große Grünflächen hinterm Haus für Gemüse und Nutztiere. Der berüchtigte Schmutz und Gestank war vermutlich gar nicht so schlimm, da eigentlich alles verwendet wurde. Asche für Lauge, Fäkalien für Gerber und die Landwirtschaft, Abfälle für die Schweine etc.
    Eine Stadt auf beide Seiten eines Flusses zu bauen, muss einen guten Grund haben, da es natürlich einen Schwachstelle ist, sowohl militärisch als auch Unwetter/Hochwassertechnisch...


    Gleichzeitig bedeutet Seeanschluß natürlich das der größte Teil des Handels übers Wasser ging. Je nach Lage der Stadt kann der aber natürlich auch etwas abseits gelegen sein (z.B. zu viel Sumpfgebiete direkt am Wasserrand)

    Barock/Renaissance heißt natürlich auch relativ entwickelte Kanonen, entsprechend genügen klassische Stadtmauern nicht wirklich sondern werden auch Bollwerke benötigt.

    Ich bin tatsächlich auch grad an eine Renaissance-igen Stadt dran und versuche da noch ein Gefühl dafür zu bekommen...

    Die Stadt-Videos von Geschichtsfenster fand ich dazu übrigens recht hilfreich.

    Die Götter müssen sterben von Nora Bendzko.
    Spannendes, griechisch-mythisches Setting aus Sicht der Amazonen. Gefällt mir bisher ganz gut, nur die Sprache ist teils etwas sehr gestelzt, ähnlich wie auch hier einige (Schreibanfänger) noch schreiben. :D

    Da dieses Spiel viel zu selten irgendwo auftaucht, muss ich es hier mal vorstellen und vielleicht das eine oder andere Interesse wecken. ;)

    Es ist mehr oder weniger ein Mittelalterlicher Dynastiensimulator mit einem extrem hohen Soap-opera Faktor. Man kann vom Kaiser des Heiligen Römischen Reiches bis zum einem kleinen Fürsten in der Arabischen Wüste jeden Herrscher von Irland bis China spielen, mit entsprechend unterschiedlichen Herausforderungen und Problemen. Da man eine Dynastie und nicht nur einen Charakter spielt übernimmt man nach dem Tod eines Charakters, die Rolle seines Erbens. Entsprechend kann man zwar auch den Papst spielen, wird es aber schwer haben die Regeln der Kirche in nur einer Generation so grundlegen zu ändern das man das Erbrecht einführen kann. ;)

    Und genau das macht den Reiz des Spieles aus: Man hat unglaublich viele Möglichkeiten, abhängig von Religion, Region, Kultur und Machtbereich:
    Dir gefallen die Felder des Nachbarreiches hast aber keinen Anspruch? Lass einen gefälschten Anspruch erstellen und fordere diesen, im Zweifel mit Waffengewalt, ein! (Alternativ kann man auch seine Familie einheiraten und wenn alle anderen Erben *zufällig* sterben, das dann einfach erben...)
    Genug Glauben angehäuft? Gründe eine eigenen Religion und starte die Reformation schon viel früher!
    Doofe Söhne? Ändere das Erbrecht, das in Zukunft die Frauen den Titel erben! (Allerdings muss man dann vermutlich ein paar Vasallen in die Schranken weisen)
    Viele Nachkommen? Verheirate sie an die umliegenden Reiche um Allianzen zu formen und im Kriegsfall genug Verbündete zu haben!
    Ganz Irland eingenommen? Gründe dein eigenes Irisches Königreich!

    Außerdem gibt es unzählige zufällige Ereignisse und Situationen. Mein Spionmeister deckte z.B. auf das mein Bischof Atheist ist, ich konnte das dann gegen ihn benutzen um ihn zu Entscheidungen "überreden" denen er sonst nie zugestimmt hätte. Einmal gab es eine Mordserie im Schloss, bis man draufkam, das es meine Frau war die sich da fröhlich durch meine Untergebenen mordete. Ein anderes Mal habe ich eine große Grafschaft dem falschen Enkel vermacht. Dieser war nicht mein Erbe und 2 Generationen später focht er meinen Anspruch erfolgreich an und ich verlor das komplette, selbst gegründete Königreich und hatte nur noch meine drei Ausgangsprovinzen. Mit einem Duell konnte ich das zurückfordern... leider habe ich die Bedingungen nicht gut genug gelesen: Ich gewann zwar den Titel zurück, verlohr dafür aber die Reichste meiner drei verblieben Provinzen. XD
    Je größer ein Reich um so mehr Vasallen hat man die Teile des Reiches verwalten, diese wollen natürlich Glücklich gemacht werden sonst kann es schnell zu Aufständen und Umstüzen kommen.


    Man kann sich also Kriegerisch oder Diplomatisch, durch Verheiraten, Erbschleichen oder Erpressung seine Dynastie aufbauen, die Möglichkeiten sind echt sehr groß und auch sehr spannend, da es, abgesehen davon das alles mit einem Augenzwinkern zu verstehen ist, durchaus die Mittelalterliche Welt wesentlich glaubwürdiger, komplexer und differenzierter abbildet wie die ganzen übersimplifizierten Fantasy-Reiche. Inspiration und Unterhaltung kann man sich von solchen Durchgängen auf jeden Fall haufenweise holen.