Beiträge von Asni

    Ich weiß gar nicht mehr genau, was ich letztes Jahr alles gelesen habe. Aber mit dabei war:


    1. The Trouble with Peace (Joe Abercrombie)


    2. Das mechanische Herz (Dru Pagliassotti)


    3. Metro 2033 und Metro 2034 (Dmitri Alexejewitsch Gluchowski)


    4. Könige der Finsternis (Nicholas Eames)


    5. Per Anhalter durch die Galaxis (Douglas Adams)


    6. Camber von Culdi (Katherine Kurtz)


    7. Im Prinzip die gesamte Hexer-Saga (Andrzej Sapkowski), auch wenn ich mit "Das Erbe der Elfen" schon Ende Dezember angefangen habe.


    Dazwischen hab ich noch MacBest von Terry Pratchett, Star Wars X-Wing: Die Mission der Rebellen von Michael A. Stackpole und vielleicht noch ein paar andere Bücher gelesen, die ich jetzt nicht mehr auf dem Schirm habe.

    Hallo und herzlich willkommen, Reynbow ! :hi1:


    Das ist mal eine etwas andere Art, sich vorzustellen... xD


    Viel Spaß hier beim Stöbern, Entdecken, Lesen, Kommentieren und irgendwann vielleicht auch mal selbst schreiben! ^^

    Danke Cory Thain für den Hinweis. Ich stimme da voll zu. Mir ist das beim Lesen gar nicht mehr aufgefallen.

    Dafür seh ich im "Fantastisches Blattwerk", das auf dem Buchrücken (heißt das so? hochkant in dem Bild) einen blauen Punkt zwischen h und e von fantastisches. Der sollte da nicht sein, oder?

    Hey, Astrael Xardaban ,


    mir gefällt, wie du deine Idee umgesetzt hast. Dafür, dass die Geschichte recht kurz ist, baut sie doch einiges an Atmosphäre und Stimmung auf. Das könntest du noch ausbauen, falls du da mal Lust drauf haben solltest. Vor allem das magische Monokel passt da gut als Ausgangspunkt. Für mich macht es das Setting aus irgendeinem Grund steampunkig und märchenhaft(er).

    Thema 17: Begräbnisse


    Das Geschäft seines Lebens

    Torben rammte den Spaten in die Erde und wischte sich mit dem Arm über sein schweißbedecktes Gesicht. Gräber zu schaufeln war auch spät am Abend noch verdammt anstrengend. Aber er brauchte das Geld, das ihm der Priester dafür zahlte, dass er die Arbeit des Totengräbers übernahm. Seiner Meinung nach konnte es gar nicht genug Begräbnisse geben, auch wenn sie für die meisten Leute ein eher trauriger Anlass waren.

    Auch Torben steckte nicht jede Beerdigung gleich gut weg. Ja, gut, wenn jemand im Greisenalter verstarb, dann war es ja meist absehbar gewesen und daher nicht ganz so schlimm. Bei den sehr plötzlich und überraschend Verstorbenen dagegen hatte Torben schon oft auch einen Kloß im Hals, während er schaufelte. Ganz schlimm waren die kleinen Gräber.

    Torben schniefte. Das Grab, das er gerade schaufelte, war auch ein kleines. Es maß gerade einmal einen großen Schritt in der Länge und etwas mehr als zwei Fuß in der Breite. Das Mädchen, das hier begraben werden würde, war klein und zierlich und hätte eigentlich noch ihr ganzes Leben vor sich haben können, wenn da nicht diese eine Sache gewesen wäre…

    Der Totengräber packte wieder seinen Spaten und grub weiter. Die widersprüchlichsten Emotionen zeigten sich in seinem Gesicht. Ein wenig Trauer und Bestürzung ob des gewaltsamen Todes des Mädchens, aber auch Fassungslosigkeit und abergläubische Unverständnis ob ihrer Rückkehr aus ihrem ersten Grab und schließlich auch ein wenig Belustigung bei dem Gedanken daran, dass er ihr jetzt schon das vierte Grab schaufeln musste. Dieser Teufelsbraten blieb einfach nicht tot. Torben grinste.


    Endlich war Torben fertig. Schelmische Boshaftigkeit glitzerte in seinen Augen. Es war Zeit, das Begräbnis zu beginnen. So unauffällig, dass es verdächtig wirken musste, sah er sich um. Wie er erwartet hatte, war er um diese Uhrzeit allein auf dem Totenacker. Nur dort drüben, in dem blattlosen Gerippe einer alten Eiche saß diese eine Eule, die immer dort saß, wenn er grub und beobachtete ihn mit ihren klugen Augen. Torben vermutete, dass sie ganz genau darüber Bescheid wusste, was er wirklich tat. Aber solange es nur die Eule und er wussten, wäre alles in Butter.


    Torben spuckte ins leere Grab und begann damit sein Ritual.

    „Schweinepriester und Eselsknecht,

    brechen auch des Herren Recht.

    Nur des Lebens einz‘ge Gebot,

    was einmal tot ist bleibt auch tot,

    das bricht niemand niemals nicht,

    der sich fürcht‘ vor des Herrn Gericht.

    Doch ich Totengräber alt und bleich

    rufe zurück aus der Verstorbenen Reich.

    Wandelt wie es euch gefällt

    noch einmal auf dieser Welt.“


    Vorsichtig ließ Torben den Leichnam in das Grab hinab gleiten. Dann wischte er sich zufrieden die dreckigen Hände an seiner staubigen Hose ab und holte aus seinem Beutel ein Leberwurstbrot hervor. Genüsslich nahm er ein paar Bissen.


    „Leberwurst und Roggenbrot

    was hier liegt das bleibt nicht tot.

    Unter des nächsten Mondes Blick

    kriecht es ins Leben erneut zurück.

    Wandelt wie es ihr gefällt

    noch einmal auf dieser Welt.“


    Mit einem traurigen Blick warf Torben sein Leberwurstbrot auf den Leichnam ins Grab. „Da,“ rief er ihm hinterher. „Stärke dich daran.“ Dann begann er, die ausgehobenen Erde wieder in das Loch zurückzuschaufeln. Dafür wurde er ja schließlich bezahlt. Es war zwar sinnlos, denn spätestens in ein paar Tagen würde der kleine Teufelsbraten sich munter aus dem Grab herausbuddeln und hinunter zum Dorfsee schlurfen. Dort würde sie der alte Gabriel mit einem Knüppel erneut totschlagen und das Dorf von dieser Widergängerin befreien. Und dann war es wieder an Torben, den Leichnam erneut für ein paar Münzen zu begraben. Das war wahrlich das Geschäft seines Lebens.

    Mir gefällt das Cover sehr gut, die Positionierung der Schrift finde ich auch gut. Bei der Schriftart finde ich es besser, dass es nicht verschnörkelt ist. Allerdings finde ich diese Schriftart gerade noch irgendwie etwas unpassend. Ich könnte mir vorstellen, dass es mir besser gefällt, wenn die Schrift etwas fetter und älter (ich kann's nicht anders sagen, sorry) wirkt.

    Evtl. könnte ich mir auch gut vorstellen, dass noch irgendwie so ein bisschen Gold mit in die Schrift hineinkommt. Ich erinnere mich da ein wenig an ein altes Gesangbuch, bei dem das so war :hmm: Kann natürlich auch sein, dass es gar nicht wirkt.

    So, die Könige der Finsternis habe ich fertig und auch schon den nächsten Roman aus der gleichen Welt vom gleichen Autor gestern noch gekauft. Mir hat dabei besonders diese Mischung aus Humor und menschlicher Ernsthaftigkeit der Charaktere gefallen.


    Für die nächsten Tage habe ich mir mal ein Werk der Science-Fiction vorgenommen (was ich jetzt einfach auch mal zu Fantasy zähle): Engelssturz von Timothy Zahn. Den Autor kannte ich bisher hauptsächlich wegen der sehr coolen und guten Star Wars-Trilogie (Thrawn-Trilogie). Jetzt bin ich mal gespannt, was und wie er außerhalb von Star Wars schreibt.

    zu Thema 3: Technologie


    Der Prinz von Kazan käme mit einem Luftschiff, hatten sie gesagt. Gegen Mittag müsste es am Horizont im Osten zu sehen sein, hatten sie versichert. Es wäre ein Anblick, den sich niemand entgehen lassen sollte, hatten sie beteuert.

    Nun stand Erian schon seit gut drei Stunden auf der Stadtmauer in der Nähe des Hafentors und wartete. Doch bisher war noch nichts geschehen.

    Erian fragte sich, wie so ein Luftschiff wohl aussähe und wie es funktionierte. Im Geiste stellte er sich einen der riesigen Dreimaster vor, die immer wieder im Hafen von Catarro anlegten. Wie sollten diese Ungetüme statt auf dem Wasser in der Luft schwimmen? Vielleicht hatten sie zusätzliche Segel, die wie die Flügel von Vögeln geformt waren und durch irgendeinen Mechanismus ständig auf und ab schlugen. Oder an der Reling waren ganz viele Drachen festgebunden. Keine echten Drachen natürlich, sondern solche, wie sie die Magier immer hatten steigen lassen, um bei einem Gewitter Blitze zu fangen. Bei dem Gedanken kam Erian eine noch wildere Idee. Vielleicht fingen Luftschiffe auch Blitze ein und nutzen ihre Kraft zum Fliegen. Oder Luftschiffe schwebten auf einer Wolke, unter der ein Gewitter tobte…

    „Dort, seht! Da ist das Luftschiff!“, rief jemand und riss Erian aus seinen Gedanken. Sein Herz klopfte aufgeregt, während er sich auf Zehenspitzen stellte, um besser über die Brüstung der Mauer schauen zu können. Auch die anderen Bewohner Catarros, die auf die Mauern geeilt waren, um das Luftschiff zu sehen, drängten sich gegen die Zinnen. Auf ein Kind wie Erian achtete niemand besonders. Doch seine Aufregung war so groß, dass es ihn nicht störte, ein paar Mal angerempelt zu werden.

    Endlich entdeckte er einen kleinen, dunklen Fleck am Horizont. Das musste das Luftschiff sein. Wie gerne hätte Erian nun eines dieser Gerätschaften gehabt, mit denen man angeblich weit in die Ferne blicken und so scharf und klar sehen konnte, als stünde man nur wenige Schritte davon weg.

    Ungeduldig wartete Erian, dass das Luftschiff näher kam. Es dauerte fast noch einmal zwei Schläge der Turmglocke, bis er endlich das Luftschiff genauer erkennen konnte.

    Es sah überhaupt nicht nach einem Dreimaster aus. Das lag schon daran, dass das Luftschiff überhaupt keine Segel hatte. Es glich auch sonst keinem Schiff, das Erian je gesehen hatte. Vielmehr sah es aus, wie ein Bündel umgestürzter Bäume, die ein Sturm entwurzelt hatte. Der Rumpf war wie ein oben und unten abgesägter, liegender Stamm. Links und rechts davon ragten am Bug je ein Ding hervor, das eben wie die Wurzeln eines Baumes aussah. Allerdings umspielte sie ein blaues Glitzern. Das muss die Magie sein, dachte sich Erian. Am Heck gab es noch einmal vier dieser magischen Antriebswurzeln.

    Je näher das Schiff kam, desto beeindruckender fand Erian es. Der Rumpf wirkte keinesfalls so plump, wie es aus der Ferne den Anschein erweckt hatte. Die Holzarbeiten waren filigran, aber doch solide. Das Deck war überall überdacht und hatte am Bug sogar eine mit Glas verkleidete Kabine. Darin stehen bestimmt der Kapitän und sein Steuermann, sinnierte Erian und stellte sich vor, wie er selbst in einer stattlichen Uniform ein Luftschiff in die Schlacht kommandierte. In der Mitte des Schiffs ragte zumindest ein kleiner Mast über das Deck hinaus. Zwei Strickleitern erlaubten es der Mannschaft, den am Mast angebrachten Ausguck zu erklimmen. Erian staunte nicht schlecht, als er auch unter dem Bauch des Schiffes einen ähnlichen Ausguck erspähte. Damit hatte er nicht gerechnet, aber nach einem kurzen Moment des Nachdenkens erschien ihm das logisch. Ein Luftschiff muss ja nicht nur den Himmel über sich, sondern auch die Erde unter sich im Auge behalten.

    Viel zu schnell war das Luftschiff an Erian vorbeigerauscht, um westlich der Stadt zu landen. Glücklich, so eine außergewöhnliche Technologie gesehen zu haben, rannte Erian nach Hause. Irgendwann einmal, so nahm er sich vor, werde ich mit einem Luftschiff fliegen.

    zu Thema 1: Schöpfung


    „Warum sollte es einen Schöpfer geben?“, fragte der Magus seine Schüler. „Die Priester und Missionare, die überall durch unser geliebtes Reich wandern, faseln davon, dass Götter und Dämonen in Welten hinter der unseren leben. Ihr Argument: Es könne doch nicht einfach alles von sich aus existieren. Eine höhere Macht müsse das erschaffen haben und wer das nicht sehe, sei blind!“ Hier machte der Magus eine Pause, strich sich mit dem Handrücken über das glattrasierte Kinn. Mit schief gelegtem Kopf und einem verschwörerischen Glitzern in den Augen fragte er seine Schüler: „Und wer hat die Götter erschaffen?“

    Wieder machte er eine Pause, während seine Schüler gebannt an seinen Lippen hingen. Dann brach es aus ihm heraus. „Die Götter seien ewig und schon immer da gewesen!“ Er lachte laut, während er aufgeregt durch den Raum ging. Dann fuhr er wild gestikulierend fort: „Diese Art von kindlicher Logik ist einzig und allein Zeichen von Unvernunft und Dummheit! Wenn es für egal was möglich sein soll, von sich aus und ohne fremdes Zutun zu existieren, dann könnte das das Universum auch selbst schon schaffen. Da braucht es keine angeblichen Geburtshelfer, keine beinahe menschlichen Entitäten mit einem unergründlichen Willen, die teils die Welt sich selbst frei entfalten lassen und andernteils alle Geschicke zugleich auf wundersame Weise lenken.“ Der Magus beruhigte sich etwas. „Ich weiß, dass ich es auch nicht beweisen kann, dass es keine Götter gibt, die die Welt erschaffen haben. Aber das ist noch lange kein hinreichendes Argument für ihre Existenz. Logik, meine Freunde, ist ein schwieriges Werkzeug, das nicht jeder zu führen vermag.“



    Ein paar Gedanken zum Thema „Schöpfung in Fantasy-Welten“

    Ich bin irgendwie kein so großer Fan von groß angelegten Götterwelten und Schöpfungsmythen in meinen eigenen Welten. Vor allem dann nicht, wenn diese für die eigentliche Geschichte, die ja oft Zehntausende von Jahren nach der Schöpfung spielt, keine Relevanz haben. Der Glaube von Menschen und anderen denkenden Wesen kann natürlich dennoch existieren. Für mich wird das meistens in der Art sein, dass es eine Überzeugung der Charaktere ist, aber keine festgeschriebene Hintergrundinformation a la „so ist es wirklich“. D.h. der Leser wird sich nie sicher sein können, ob es die Götter an die seine Helden glauben, gibt oder ob diese nur Hirngespinste sind, die ihn zu möglicherweise ethisch zweifelhaften Taten treiben.

    In "fremden" Fantasy-Welten kann ich das manchmal schon genießen, wenn es Götter gibt, die auch aktiv in das Geschehen eingreifen. Gerade so in der Art von griechischen Sagen oder humorvoll parodiert wie bei Terry Pratchett gefällt mir das ab und an doch ganz gut.

    Dann sollte ich bei meiner momentanen Idee eher langsamen Pacing planen. Es geht eher um die Figur als um den Plot.

    Nicht notwendigerweise. Aber dazu gleich mehr.


    Und damit kommen wir zum Pudels Kern: Wie mache ich das? Wie merke ich das?


    Ich weiß nur so viel, dass schnelles Pacing wahrscheinlich kurze Sätze sind oder sowas.

    Ich bisher zwar noch nie versucht, das bewusst zu lernen oder jemandem beizubringen, aber wie kalkwiese schon gesagt hat: Schreiben lernt man dadurch, dass man schreibt.

    Ich würde dir vorschlagen, ein Thema oder Motiv herzunehmen, die dir nicht so wichtig ist. Also nicht an deinem Lieblingsprojekt üben, dann ist es nicht so schlimm, wenn es in die Hose geht. Dieses Thema versuchst du dann einmal mit schnellem und einmal mit langsamem Pacing zu schreiben.

    Ein mögliches Thema: ein Duell zwischen zwei Rittern auf einem Tournier.

    Für beide Varianten kannst du dir überlegen, welche Handlungen passieren sollen. Für das schnelle Pacing würde ich jetzt bauchgefühlsmäßig sagen, dass der Kampf selbst mehr im Vordergrund steht und es um verschiedene Schlagabtausche und spannende Situationen im Zweikampf geht. Mach dir dazu eine Liste an Sätzen, die diese Bausteine beschreiben: "Die Ritter tauschen schnell einige Schläge aus, um ihren Gegner zu testen", "Ritter Ulricht trifft Ritter Arthur am Helm", "Ritter Arthur kann Ritter Ulrich das Schwert aus der Hand schlagen" etc. Damit weißt du, welche Punkte für dich relevant sind, aber so wie die Sätze formuliert sind, werden sie nicht in der Geschichte auftauchen, weil sie eher übergeordnet beschreiben, aber nicht spannend darstellen und den Leser nicht fesseln. Auch solltest du den Ausgang des Kampfes (bzw. das Ziel / die Endsituation des Abschnitts) festlegen, etwa: "Ritter Ulrich gewinnt, indem er Ritter Arthur die Füße unter dem Körper wegziehen und aus dem abgesteckten Kampfplatz schubsen kann". Vielleicht kommt danach auch noch eine Belohnung durch eine anwesende Dame.


    Für das langsame Pacing kannst du ähnliches machen, allerdings sollte weniger Action passieren. Statt vielleicht 10 (ich rate hier, weil ich das so auch noch nie gemacht habe) hast du vielleicht nur 4 Sätze, die die Action beschreiben. Du kannst dir auch einfach 4 von der ersten Liste aussuchen. Jetzt ist ganz klar, dass du viel weniger schreiben wirst, wenn diese 4 Sätze in einem Abschnitt umsetzt, wenn du genauso schreibst wie beim schnellen Pacing. Wie sollst du also die Geschichte länger machen? Ich würde da auf Gedanken, Gefühle, visuelle Eindrücke, Geräusche, die Stimmung etc. eingehen, je nachdem, was dir in der Szene wichtig ist. Auch dafür könntest du dir eine Liste an Sätzen machen, die das beschreibt: "Die Tribünen sind randvoll mit begeisterten Zuschauern besetzt", "Händler mit Bauchläden bieten gebratenes Fleisch und frische Backwaren an", "Die Königstochter sollte den Gerüchten zufolge bildschön sein, aber jetzt, da Ritter Ulrich sie so sah, erkannte er, dass Gerüchte immer zu Übertreibungen neigten.", "Das Schwert des Ritter Arthur war reich verziert." etc.


    Ziel der Übung ist es, zwei ungefähr gleich lange Textabschnitte zu schreiben und dann zu schauen, ob der Effekt, den du dir durch das unterschiedliche Pacing erhoffst, auch eintritt. Wenn nicht, dann musst du mal schauen, woran das liegt. Vielleicht schreibst du Beschreibungen besonders actionreich... vielleicht wirken deine Kampfszenen zu sehr nach Slow-Motion, weil du jede Bewegung des kleinen Fingers auch mit darstellst...


    Nun zum Thema "Figuren charakterisieren bei schnellem Pacing": Ich denke, man kann Figuren auch dadurch charakterisieren, dass man sie vieles tun lässt bzw. in viele actionreiche Situationen wirft. Ob das für deine Geschichte passt, ist eine ganz andere Frage. Letztlich muss du wissen, welchen Charakter deine Figur hat und wie du diese Information an den Leser bringen möchtest. Von einer auktorialen Erzählerstimme ("Ritter Ulrich war ein ruhiger, zuvorkommender Mensch. Das Kämpfen war ihm eigentlich zutiefst zuwider. Aber dennoch nahm er am Turnier um die Hand der Königstochter teil, weil seine Mutter es sich so sehr wünschte, dass er endlich eine Braut fand. Ihm selbst lag nichts an einer Braut. Der Wald und die Flussauen genügten ihm völlig. Stundenlang, ja sogar tagelang konnte er diese durchwandern und jede Blüte mit einem Reim in die höchsten Höhen des lyrischen Himmels loben....") bis hin zu einer ungefilterten Darstellung der Gedanken des Protas (Das ist mir gerade zu anstrengend :( ) ist alles möglich, auch dadurch, dass der Charakter viel verschiedenes tut und man seine emotionalen Reaktionen dazu an seinem Verhalten ablesen muss.


    Für das Lernen würde ich hier auch noch ganz stark "Lernen durch Immitation" empfehlen, d.h. ein deiner Meinung nach besonders gut geschriebenes Kapitel eines Buches oder so einfach mal aus dem Kopf im gleichen Pacing selbst schreiben. Alternativ kannst du auch bewusst bestimmte Stilmittel, bestimmte Techniken oder den Schreibstil an sich immitieren. Aber wiederum würde ich das nur an Texten machen, die nur für's Schreibenlernen da sind und nicht dein Herzensprojekt. Letztlich geht es hier ja auch erst darum, deinen Schreibstil zu finden und zu formen.

    Ich verwende den Begriff "pacing" zwar nicht selbst, glaube aber, mir darunter etwas vorstellen zu können. Letztlich geht es doch dabei um das Verhältnis von erzählter Zeit und Erzählzeit (im Film entspräche das der Dauer des Films, bei geschriebenen Geschichten ist das etwas schwieriger zu bestimmen). "erzählte Zeit" klang für mich im Deutschunterricht auch immer irgendwie seltsam und wirklich verstanden habe ich es dann auch erst ein klein wenig später (glaube ich zumindest). Ganz grob stelle ich mir darunter vor, wie viel Handlung oder Ereignisse passieren.

    Kombiniert man das jetzt, kann man sich also vielleicht fragen: Wie viele Ereignisse, die die Handlung voranbringen, passieren pro Zeitabschnitt (oder pro Seite oder so)? Je mehr passiert, desto schneller geht in dem Abschnitt die Handlung voran. Wenn wenig passiert, desto langsamer. Letzteres eröffnet mMn Gelegenheit für anderes (also Dinge, die nicht so relevant für die Handlung sind), denn die Seite ist ja im Buch oder so nicht leer.


    Bei Der Herr der Ringe geht es, wenn mich nicht alles täuscht, relativ langsam los. Da wird erst das Auenland beschrieben, dann Bilbos Abschiedsfest, irgendwann kommt noch der Umzug Frodos von Beutelsend nach Weißnichtmehrwohin und das alles passiert über ein oder zwei Jahre hinweg (glaube ich, bin mir aber nicht mehr so ganz sicher). Für die Handlung wirklich relevant ist das alles nicht, aber es lässt einen eine Menge World-Building erfahren. Das interessiert nicht jeden, deswegen finden viele Leute LotR eher langweilig zu lesen. Aber es ist weder gut noch schlecht, sondern eine Möglichkeit, wie man eine Geschichte erzählen kann.


    Für das eigene Schreiben kann man sich überlegen, wie und wo man die Handlung schneller vorantreiben möchte und wo man ruhigere Passagen einbaut, in denen z.B. der Charakterentwicklung oder dem Kennenlernen der Welt Raum gegeben wird. Ich denke, hier muss man einfach ein wenig herumexperimentieren, weil es ja auch sehr vom individuellen Schreib- und Erzählstil abhängt. Vielleicht gibt's auch Ratgeber, die sagen 1) der Anfang / Einstieg einer Geschichte muss schnell sein, also mit viel Handlung / Entwicklung, so dass der Leser direkt mit ins Geschehen gezogen wird, 2) gefolgt von einer gemächlicheren Passage, die z.B. auch die Interpretation der Ereignisse durch die Protas, Ausarbeitung eines Plans oder Reise zu einem entscheidenden Ort etc. enthalten kann, bevor es 3) wieder auf eine Auseinandersetzung / Lösung und Neuentwicklung von Konflikten zugeht.

    und ich glaub nicht mehr an das Ende...

    Kurze Nachfrage: Glaubst du nicht mehr daran, dass Martin das noch zuende schreibt oder dass das, was er vielleicht doch mal noch fertig schreibt, gut werden könnte?

    Ich bin bei ersterem skeptisch, bei zweiterem... :hmm:

    Ich denke wir bekommen noch Martins Ende der Geschichte zu lesen.

    Ich muss sagen, dass ich so grundsätzlich das Ende der HBO-Serie - von der Idee her! - gar nicht so schlecht finde. Allerdings passiert es halt viel zu schnell, so dass charakterliche Entwicklungen unglaubwürdig sind oder eben einfach fehlen. Zumindest empfinde ich das so.

    Inwieweit sich Martins Ende vom HBO-Ende inhaltlich unterscheiden wird, bleibt abzuwarten. Ich fände es irgendwie auch cool, wenn Martin sich noch mal ein ganz neues Ende ausdenken würde.

    Sie ist ihren eigenen Weg gegangen. Was auch durchaus in Martins Absicht lag. Er hat mal in einem Interview sinngemäß gesagt: das jemand, der die Bücher gelesen hat, auch in den der Serie und auch in den Comics noch für ihn neue Sachen entdecken soll. Martin ist sich durchaus bewußt, das jedes neue Medium auch eine eigene Kunstform ist. Daher konnte und kann ich der Serie sehr viel abgewinnen.

    Ja, das trifft eigentlich ganz gut zu. Leider merkt man bei vielen Leuten bzw. undifferenziert im Internet, dass nicht mehr verschiedene Versionen oder Interpretationen von Geschichten akzeptiert und diskutiert werden, sondern es nur "eine gute Version" gibt. Ich denke da gerade an "LotR has no remake - LotR needs no remake" und ähnliches. Diese geistige Eingeschränktheit finde zuweilen ein Bisschen schade.

    Was mir gerade an GoT in der ersten oder zweiten Staffel hervorragend gefallen hat, war die Auslassung der einen Schlacht ziemlich am Anfang. Da bekommt Tyrion irgendwie einen schlag auf den Kopf oder wird von seinen Männer über den Haufen gerannt und bekommt daher nichts mit. Dem Zuschauer wird dann auch einfach das Ergebnis der Schlacht erzählt. Diese Art von "Botenberichten" braucht man in Zeiten von CGI und riesigen Budgets eigentlich nicht, aber es ist ab und an mal ganz cool.

    Bis dahin überbrücke ich mir die Zeit erstmal mit Das mechanische Herz von Dru Pagliassotti. Ein Steampunk-Roman, in dem mechanische Flügel erlauben, in die Luft abzuheben... die ersten zwei oder drei Kapitel waren bisher eher so... naja. Mal sehen, wie es weitergeht.

    So, damit bin ich nun auch schon seit mindestens 2 Wochen fertig. Zeit, für ein kurzes Resumé:

    Abschließend hat mir der Roman doch ganz gut gefallen. Ein bisschen Krimi, ein bisschen Romanze, ein bisschen (aber sehr wenig) politischer Thriller (wobei der Thrill eigentlich eher fehlt) mit nettem Worldbuilding. Vor allem fand ich gut, dass der Schauplatz (eine Stadt) recht überschaubar war und es keine ewig langen Reisen gab. Dass die Welt darum herum aber noch viel größer und vielschichtiger ist, kommt für die Motivation der Charaktere und ihre Sicht der Welt immer wieder zutage. Das ist gut dosiert und würzt somit die an sich zügige Story ganz gut.

    Insgesamt nichts was man gelesen haben muss, aber als netter Zeitvertreib mit interessanten Alternativen zu Computern (vermutlich können hier nicht so viele Leute was mit Rechenmaschinen und Lochkarten anfangen) schon in Ordnung.


    Jetzt lese ich gerade Könige der Finsternis von Nicolas Eames. Da hab ich auch schon an die 200 Seiten verschlungen und muss sagen, das gefällt mir! Es geht um die Saga, eine Truppe von Söldnern, die ihre besten Zeiten schon seit gut 10 Jahren hinter sich hat und eigentlich in Rente ist. Doch weil die Tochter des einen in einer von Monsterhorden belagerten Stadt festsitzt, überzeugt er seine alten Kumpane dazu, die Tochter zu retten. Bisher coole Charaktere, wenn auch ein klein wenig stereotyp, coole mit zahllosen typischen (und weniger typischen) Fantasymonstern bevölkerte Welt (die Druin - aus meiner Sicht sind es so etwas wie unsterbliche Elfen - haben flauschig fellbesetzte Ohren). Insgesamt nimmt sich der Roman nicht so ernst, so dass man das gut lesen kann. Und trotzdem gibt's immer wieder düstere und ernste Momente. Bisher eine ganz gute Mischung zur guten Unterhaltung ^^

    Hey, Bluefox ,


    ich hab mir gerade mal deine Geschichte hier durchgelesen. Auf den ersten Blick dachte ich mir, ja, die ist doch sehr kurz. Aber auf den zweiten zeigt sich doch, dass die Länge für den angestrebten Effekt ausreichend ist.

    Allerdings muss ich sagen, dass die Geschichte aus meiner Sicht zu viel Dinge beschreibt, die nicht wirklich zum Effekt durch diesen Satz beitragen:

    "Hier hast du den Talisman zurück, ich habe mich getäuscht und entschuldige mich für die Unannehmlichkeiten."

    Ich muss dazu sagen, dass ich gerade bei Kurzgeschichten da sehr darauf achte, dass möglichst viel dazu beiträgt, dass der Effekt möglichst stark beim Leser rüberkommt (manchmal findet man das als "Unity of Effect", also "Einheit des Effekts", was eben soviel bedeuten soll, dass alles in der Geschichte oder in einem Gedicht dazu beitragen soll, den erwünschten Effekt beim Leser zu erzielen). Thorsten hat ja schon kurz was zum Setzen von Pointen gesagt, das geht so in die gleiche Richtung.

    Aus meiner Sicht beschreibst du eine klassische Quest-Situation: der Held hat irgendwann einen Auftrag bekommen, diesen Talisman zurückzuholen, ist mit Schwert und Rüstung losgezogen, hat sich durch einen Haufen Monster gemetzelt und steht jetzt vor der Bastion des Endgegners (typisch für Computerspiele :) ). Diesen Hintergrund brauchst du nicht zu nennen, das würde zu lang werden, aber alles was du ab deinem ersten Satz beschreibst, sollte mMn dieses Gefühl oder diese Klischees in den Köpfen der Leser zum Leben erwecken.

    Zum ersten Satz (bzw. zum ersten Absatz): An sich finde ich das gar nicht schlecht, aber ich würde fast mehr direkt in der Action einsteigen. "Mit einem tiefen Knurren riss Haga sein Schwert aus der Brust des letztens Orks und richtete sich auf. Der Schweiß rann ihm übers Gesicht..." Evtl. könntest du auch noch viel übertriebener schreiben, wobei du da vorsichtig sein müsstest, dass es nicht lächerlich wirkt.

    Die Situation mit dem Angriff, der noch fast im selben Satz abgebrochen wird, finde ich unpassend. Warum lässt du nicht die Horde herausströmen, den Helden in einigem Abstand umringen und dort auf den Angriffsbefehl warten. Dann teilt sich die Menge und zwischen den riesigen (?) Monstern kommt eine kleine, zierliche Hexe auf Haga zu, die noch bedrohlicher wirkt als die Orks und Goblins. Da könntest du auch noch darauf eingehen, dass Haga sich überlegt, wie er mit den ganzen Monstern fertig werden soll, dann sieht er die Hexe und vielleicht trägt sie eine Waffe, die seinen Schild und seine Rüstung wie Papier durchschneiden könnte, etc., so dass der Leser denkt, jetzt kommt ein Kampf, der spannend und brutal wird und den der Held nur gewinnen kann, wenn er sich besonders gewitzt anstellt. Und dann, am Punkt größter Spannung, spricht die Hexe und alle denken sich... woa, wie geil! ^^


    Sorry, dass ich das jetzt so viel geschrieben habe. Ich versuche nur immer zu erklären, was ich meine, was du machen KÖNNTEST. Es ist aber natürlich kein Muss. ^^


    Fazit: Coole Geschichte mit einer coolen Idee!

    So, jetzt hab ich mich auch mal durch die bisherige Geschichte gepflügt. Der Titel klang schon immer interessant, die Geschichte ist es auch!