Beiträge von Asni

    Ich habe jetzt vor ein paar Tagen mit Fire and Blood von George RR Martin begonnen. Das Buch erzählt die Geschichte der Targaryens in Westeros und bleibt dabei dem Stil eines Geschichtsbuchs teilweise treu. Oder anders gesagt: Der Stil variiert sehr subtil und deckt verschiedene Charakteristika historischer Geschichtsschreibung ab. So wird immer wieder darauf hingewiesen, dass verschiedene Quellen unterschiedliches berichten und dass man manche Berichte als "frei erfunden" oder "übermäßig ausgeschmückt" betrachten muss. Auch der Erzähler (bzw. Geschichtsschreiber) selbst tritt manchmal in Form von "wir" und "uns" in Erscheinung. Die Erzählung will grob 300 Jahre Geschichte abdecken, d.h. entsprechend großzügig wird erzählt. Details, Dialoge, Beschreibungen von Schauplätzen etc. fehlen häufig. Zumindest verglichen mit A Song of Ice and Fire ist es schon eher trocken.

    Spannend finde ich es trotzem. Und gut geschrieben, d.h. gut lesbar, ist es auch. Natürlich kommen manche von Martins Negativpunkten noch deutlicher zu Tage, etwa dass sich sehr vieles immer wieder wiederholt. Ganz offensichtlich wird das in den Namen, die, wenn sie auch nicht immer identisch sind, sich doch so sehr ähneln, dass man nicht mehr weiß, wer nun eigentlich wer nochmal war. Aber auch das passt ja zu den historischen Vorlagen ^^

    Auch was die politischen Entwicklungen, die Motive und Fehler von Charakteren etc. angeht, alles wiederholt sich in der ein oder anderen Form, zum Glück ohne dass es allzu sehr stören würde.


    Kurz und knapp: Mir gefällt's ganz gut, aber es würde es nicht auf die "Liste der 50 Fantasy-Bücher, die ich jeder und jedem empfehlen würde," schaffen.

    Ich hab mir gestern "Motherless Brooklyn" angeschaut. Ein Film von und mit Edward Norton. Außerdem mit dabei Bruce Willis (und weitere, leider weiß ich die Namen gerade nicht mehr und mein Browser will mich nicht suchen lassen).


    Mir haben Edward Norton und Bruce Willis schon gereicht, um zu wissen, dass ich den Film sehen wollen würde. Edward Norton spielt die Hauptrolle, einen Privatdeketiv, der versucht, den Mord an seinem Boss und Ersatzvater (Bruce Willis) aufzuklären. Insgesamt ist der Film eher düster gehalten, was ganz gut passt, da die Story in den 50ern spielt und Themen wie Rassissmus und politische Korruption (im weitesten Sinn) mit aufgreift. Das Ganze wird aber durch den Hauptcharakter sehr humorvoll mit einem Conterpunkt versehen... er hat nämlich einen Tick, dass er manchmal unkontrolliert Gespräche oder Gedanken kommentiert. Manchmal klingt das wie ein Kinderreim, manchmal nur wie ein Niesen (er sagt dann immer "If..." - engl. Version natürlich). Die schauspielerische Leistung finde ich da einfach großartig.


    Fazit: Mit hat der Film sehr gut gefallen. Er ist sehr ruhig, meist unaufgeregt und es gibt keine unnötige Action. Der Film lebt sehr von der Stimmung die er erzeugt (50er Jahre Detektivstory mit Jazzmusik) und den Verbindungen, die so Stück für Stück aufgedeckt werden. Edward Norton ist einfach großartig!

    Ha, da kann ich mich mit Once Upon A Time... In Hollywood (ebenfalls von Quentin Tarantino) anschließen. Ich finde den Film ja auch geil, aber ich kenne ne menge Leute, die gerade die ersten grob 2 Stunden laaaaangweilig finden. Ich gehöre nicht dazu. Für mich machen Dialoge und die liebevollen Homagen an das Kino und verschiedene Filme einfach das besondere an Tarantinos Filmen aus. Und die lustigen Querverweise, etwa das Antonio Margheriti (oder so) als Regisseur in Once Upon a Time in Hollywood auftaucht. In Inglorious Basterds ist das der Fake-Deckname, den Aldo Raine annimmt, um sich als italienischer Regisseur auszugeben. Und natürlich ist Antonio Margheriti ein echter italiensicher Regisseur. Ich liebe diese Art der Intertextualität einfach ^^

    Da hast du mal wieder eine spannende Frage aufgeworfen, Sensenbach !


    Bei mir stellt sich da immer sofort die Frage: Was genau meint autobiographisch? Ich würde da schon sagen, dass es über das beschreiben oder schreiben über das, was man kennt hinausgeht. Also wenn ich über Orte schreibe, an denen ich schon mal war, oder Charaktere an eine Person anlehne, die ich kenne, dann ist das für mich noch lange nicht autobiographisch. Autobiographisch meint ja eher, dass ich selbst meine Lebensgeschichte darstelle (bzw. natürlich jede*r Autor*in).


    Erstmal glaube ich nicht, dass es möglich ist, vollkommen ohne autobiografische Bezüge zu schreiben, wie meine Vorgänger hier auch schon andeuteten. Denn der Autor bildet ja nur seine Lebensumgebung ab. Selbst die skurrilsten Fantasien sind davon abgeleitet, was er weiß. Ich finde es daher zwecklos, partout zu versuchen, seine eigenen Empfindungen, Erfahrungen und Umgebungen aus dem Geschriebenen herauszuhalten.

    Insofern wäre ich hier etwas kritischer, auch wenn ich grundsätzlich zustimme, dass die Lebensumgebung die Vorstellungswelt und damit die geschriebenen Geschichten stark beeinflusst. Ich sehe das nur noch nicht als autobiographisch an.

    Ich bin da allersdings auch selbst noch auf der Suche, ab wann für mich das Autobiographische anfängt :pardon: Nochmal ein Beispiel: Ich hab in einer meiner Geschichten angefangen, eine Kultur mit einzubauen, die grob an meine Eindrücke von und mein Wissen über Indien angelehnt ist. Ganz klar liegt dem der autobiographische Bezug zugrunde, dass ich mal in Indien war. Was ich dort allerdings erlebt habe, spielt in der Geschichte überhaupt keine Rolle. Das wäre für mich jetzt eben kein Fall davon, dass ich an der Stelle autobiographisch geschrieben habe. Das wäre erst dann der Fall, wenn ich ein konkretes Ereignis darstelle und ggf. fantastisch abwandle. Z.B. die Episode, in der ich diesen Stufenbrunnen in Indien (Chand Baori) besucht habe, der auch in The Dark Knight Rises als Drehort verwendet wurde, und dort zufällig mit einem Bruce Wayne zusammengestoßen bin. Einfach ein verrücktes Ereignis, das sich als Grundlage für eine fantastische Story verwenden ließe, die dann schon eher autobiograpisch wäre. Leider war der Teil mit Bruce Wayne schon nicht mehr autobiographisch, aber ich denke, mein Punkt kommt rüber ^^

    Hallo und herzlich willkommen, Wielin :hi1:


    Schau dich hier um, vielleicht findest du was du gesucht hast, vielleicht aber auch etwas anderes, was trotzdem (oder gerade deswegen) schön ist ^^

    The Magnificent Seven (2016)


    Ein Western... Mich hat vor allem die Vorschau von Netflix gereizt, die irgendwie ganz cool war. Der Film war dann auch ganz nett, aber nichts, was mich wahnsinnig vom Hocker gehauen hätte. Es ist halt schon alles sehr platt auf Action zugeschnitten. Die ist zwar toll gemacht und auch schön anzusehen, aber mehr halt auch nicht.


    Anmerkung: Es gibt da auch noch ein Original von 1960, das mal als "einer der beste Western, die je gedreht wurde" bezeichnet wurde. Dieser wiederum ist auch nur eine Western-Adaption eines japanischen Films... "Die Sieben Samurai".


    Die Story ist in allen Filmen wohl sehr ähnlich: Dorf mit im Kampf unerfahrenen Dorfbewohnern holt sich Hilfe von sieben kampferprobten Typen, die ihnen im Kampf gegen tyrannische Banditen / gierigen Kapitalisten oä. beistehen und schließlich den Sieg davontragen. Der Fokus liegt natürlich auf den sieben namensgebenden Helden.

    Mal sehen, vielleicht schau ich mir die jeweilgen Vorlagen auch noch an. :hmm:

    Gut, ihre Stimmen im Kopf haben schon unterschiedliche Schriften bekommen, kursiv, fett, etc.

    Wow, das klingt schon mal eher verwirrend. Ohne das ich das jetzt gelesen habe, würde ich sagen, dass mich das verwirren würde. :hmm:


    Will sagen, ich habe im Grunde zwei Geschichten in einer zu erzählen. Hauptgeschichte ist, wie sie zu Tode kommt,

    Nebengeschichte dreht sich um ihre früher verübten Morde und deren Gründe. Da passen Flashbacks natürlich unheimlich toll als Stilmittel, wo dann soviel hinein könnte als blitzartige Erinnerungsfetzen, die durch Gegenstände oder normale Erinnerungen/Trigger ausgelöst werden.

    Von den Inhalten der beiden Geschichten her würde ich sagen, dass Flashbacks hier hervorragend passen. Meine Gedanken kreisen gerade noch um die auslösenden Gegenstände und die Frage, ob sich damit nicht aus was schönes basteln lässt. Etwa, dass die Gegenstände zusammengenommen ihren Mörder ergeben, also so in der Art: die Brechstange, mit der er (oder sie) die Tür zu ihrem Haus aufbricht, die rote Wollmütze, die er dabei trägt, die braunen Lederschuhe im Broguesstil, die er - aus welchem Grund auch immer - zu irgendeinem Zeitpunkt auszieht... Im meinem Kopf stelle ich mir das gerade wie ein Wimmelbildbuch vor, in dem man dann jedes Kapitel fünfmal liest, um zu schauen, ob nicht irgendwas nochmal irgendwo erwähnt wurde, was vielleicht eine Bedeutung hat. Weißt du, was ich meine? Hab natürlich keine Ahnung, ob das funktioniert. :D

    Für die Flashbacks ist es natürlich wichtig, dass sie geplant wirken und dem Leser nicht den Eindruck vermitteln, du warst zu faul, den Roman zu überarbeiten und die nötige Hintergrundstory von Anfang an einzuarbeiten. Wie bereits alle gesagt haben: Wenn's gut gemacht ist, gibt es nichts, was dagegen spricht ^^

    Juu-Ka : Ich glaube, das Problem kennt jede*r. Mir fallen im Augenblick dazu drei Richtungen ein, wie man damit umgehen könnte.


    1) Versuch dich immer wieder daran zu erinnern, dass du nicht für andere sondern für dich schreibst. (Klappt nur, wenn es auch so ist)

    2) Versuche täglich oder in einem bestimmten Rhythmus zu schreiben und halte dich daran. Wenn du jeden Donnerstagabend einfach für 3 oder 4 Stunden schreibst, dann ist das irgendwann das, was du da tust, egal ob das Ergebnis jemand liest oder nicht.

    3) Wenn 2) nichts für dich ist, kannst du auch versuchen, eher projektorientiert zu arbeiten. Also z.B. hast du vor, eine Geschichte mit ungefähr 20 Seiten zu schreiben. Das setzt du dir als Ziel. Du schreibst die Geschichte zuende, egal ob nach dem dritten Post (von 15 oder so) keiner mehr kommentiert, weil du diese Geschichte zuende bringen möchtest. Danach hat man dann auch das Gefühl, dass man etwas geschafft hat.


    Ich persönlich bin an 1) ein bisschen gescheitert, weil ich noch zu viele andere Hobbys habe und mir daher zu selten Zeit nehme zum Schreiben. Schreiben ist für mich halt nicht das Wichtigste, deshalb bin ich da auch zur Zeit überhaupt nicht mehr produktiv. 2) ging bei mir meist nach zwei oder drei Tagen auch unter. Aber 3) hat mir zumindest einmal geholfen, eine Geschichte (meine erste hier im Forum) nach langer Zeit weiterzuspinnen und schließlich zu einem Ende zu bringen. Da war ich dann schon mal froh und ein bisschen stolz auf mich ^^

    Das heißt jetzt nicht, dass die Geschichte nicht irgendwann weitergehen könnte, aber ich hatte mir halt ein inhaltliches Ziel gesetzt, geplant, wie ich das umsetze und dann mal für ein paar Wochen intensiv daran gearbeitet.


    Vielleicht helfen dir meine Gedanken. ^^

    Nur - wenn der Verlag das halt entscheidet - kannst Du als Leser nicht so viel machen.

    Außer in Antiquariaten nach alten Ausgaben suchen und neue nicht kaufen. Heißt es nicht immer, das letztlich der Kunde entscheidet?


    Ich sehe da auch ein bisschen das Problem der Faulheit in der Kindererziehung. Wenn ich mit einem Kind ein Buch lese, dann sollte / kann ich darüber reden und entsprechend das Kind dafür sensibilisieren, dass manche Wörter eben aus bestimmten Gründen nicht mehr verwendet werden, etc etc. Wenn ich aber dem Kind einfach nur ein Buch in die Hand drücke, damit es liest / beschäftigt ist, ich mich aber dennoch als guter (politically correcter) Mensch fühlen möchte, dann muss das Buch natürlich ideologisch unbedenklich sein. Sprich: Wenn ich mich nicht mit meinem Kind beschäftigen möchte,... und das halte ich für höchst bedenklich. Wesentlich bedenklicher als wenn da Begriffe verwendet werden, die wir als politisch Inkorrekt ansehen.


    Allerdings muss ich auch sagen, dass ich hier nochmal wesentlich vorsichtiger wäre, wenn rassistische Strukturen vermittelt werden. Was ich meine: der Begriff Neger allein macht ein Buch nicht rassistisch. Aber ein Buch kann problemlos dunkelhäutige Menschen als minderwertig darstellen (nur so als Beispiel, funktioniert natürlich für sehr viele Themen analog), ohne dass je ein rassistischer Begriff fällt. Ganz in diesem Sinne würde ich auch das Thema dieses Threads hier interpretieren. Es geht nicht darum, dass Fantasy rassistisch wäre, weil da Rassen häufig gegeneinander antreten, sondern eher darum, dass es ganz leicht fällt unter der Behauptung, man würde sich ja ans historische mittelatlerliche Europa anlehnen und da wären nun mal alle Menschen weiß gewesen, rassistische Denkmuster weiterzutragen, vermutlich meistens sogar ohne das selbst zu merken oder ein Problem darin zu sehen. Und wieder mein häufig zitiertes Beispiel: Wenn "die Bösen" in einer Fantasywelt so aussehen, wie die Bewohner Afrikas oder Asiens und die Guten irgendwie die westlich, europäische Kultur vertreten und mit als unkritisch dargestellter Gewalt (weil sie als Helden und Auserwählte und Männer ja eh körperlich, moralisch und geistig überlegen sein müssen) erstere besiegen, dann sollte ich mich schon fragen, ob ich diesen Aspekt eines Romans teilen möchte. Das nur wenige Romane (am besten natürlich keine) so plump sind, ist hoffentlich auch klar. Mir ist da wichtig, dass man sich offen, kritikbereit und auch Widersprüche aushaltend damit auseinandersetzen kann. Und da schlage ich den Bogen zu dem, was Thorsten schon gesagt hat: Nur weil ich ein Buch lese, das man hinsichtlich Rassismus kritisch sehen kann, und mir dieses Buch gefällt (wer mag, kann an Der Herr der Ringe denken), heißt das noch lange nicht, dass ich besagten kritischen Stellen zustimme und außerhalb der fiktionalen Realität rassistisch fühle / denke oder das unkritisch mit einem Schulterzucken (à la "Betrifft mich nicht, bin ja kein Nazi") abtue. Kurzum: Ich kann das durchaus differenzieren und auch Widersprüche und Spannungen aushalten.


    Da würde ich auch nochmal explizit Rika zustimmen: Viel zu häufig werden Probleme gerade auf der Oberfläche angegangen. Fast so, als würde das Verschwinden eines Wortes sofort auch das damit bezeichnete Konzept (oder die Vorstellung) verschwinden. Dass man dabei dann durch Boykott (der mir irgendwie auch ein bisschen wie ein kindisches "ich verschließe meine Augen davor und was ich nicht sehe, gibt es nicht" vorkommt) versucht, alles was nicht ins eigene Weltbild passt zu verdrängen, ist ein trauriger Auswuchs einer eigentlich guten Idee - nämlich der, alle Menschen als gleichwertig anzusehen und entsprechend auch die Teilhabe an polititschen, gesellschaftlichen, etc. Prozessen zu ermöglichen.

    Stratos

    Ich hab sie alle gelesen, allerdings auf Englisch. Bin mir nicht sicher, was in Deutschland als Klingenromane aufgefasst wird, vermutlich alles, was in der gleichen Welt spielt wie die The First Law-Trilogie. Der Einstieg in The Blade Itself ist mir damals etwas schwer gefallen, das gebe ich zu, aber mittlerweile finde ich einfach alle Bücher von Abercrombie richtig geil.