Beiträge von Asni

    The Magnificent Seven (2016)


    Ein Western... Mich hat vor allem die Vorschau von Netflix gereizt, die irgendwie ganz cool war. Der Film war dann auch ganz nett, aber nichts, was mich wahnsinnig vom Hocker gehauen hätte. Es ist halt schon alles sehr platt auf Action zugeschnitten. Die ist zwar toll gemacht und auch schön anzusehen, aber mehr halt auch nicht.


    Anmerkung: Es gibt da auch noch ein Original von 1960, das mal als "einer der beste Western, die je gedreht wurde" bezeichnet wurde. Dieser wiederum ist auch nur eine Western-Adaption eines japanischen Films... "Die Sieben Samurai".


    Die Story ist in allen Filmen wohl sehr ähnlich: Dorf mit im Kampf unerfahrenen Dorfbewohnern holt sich Hilfe von sieben kampferprobten Typen, die ihnen im Kampf gegen tyrannische Banditen / gierigen Kapitalisten oä. beistehen und schließlich den Sieg davontragen. Der Fokus liegt natürlich auf den sieben namensgebenden Helden.

    Mal sehen, vielleicht schau ich mir die jeweilgen Vorlagen auch noch an. :hmm:

    Gut, ihre Stimmen im Kopf haben schon unterschiedliche Schriften bekommen, kursiv, fett, etc.

    Wow, das klingt schon mal eher verwirrend. Ohne das ich das jetzt gelesen habe, würde ich sagen, dass mich das verwirren würde. :hmm:


    Will sagen, ich habe im Grunde zwei Geschichten in einer zu erzählen. Hauptgeschichte ist, wie sie zu Tode kommt,

    Nebengeschichte dreht sich um ihre früher verübten Morde und deren Gründe. Da passen Flashbacks natürlich unheimlich toll als Stilmittel, wo dann soviel hinein könnte als blitzartige Erinnerungsfetzen, die durch Gegenstände oder normale Erinnerungen/Trigger ausgelöst werden.

    Von den Inhalten der beiden Geschichten her würde ich sagen, dass Flashbacks hier hervorragend passen. Meine Gedanken kreisen gerade noch um die auslösenden Gegenstände und die Frage, ob sich damit nicht aus was schönes basteln lässt. Etwa, dass die Gegenstände zusammengenommen ihren Mörder ergeben, also so in der Art: die Brechstange, mit der er (oder sie) die Tür zu ihrem Haus aufbricht, die rote Wollmütze, die er dabei trägt, die braunen Lederschuhe im Broguesstil, die er - aus welchem Grund auch immer - zu irgendeinem Zeitpunkt auszieht... Im meinem Kopf stelle ich mir das gerade wie ein Wimmelbildbuch vor, in dem man dann jedes Kapitel fünfmal liest, um zu schauen, ob nicht irgendwas nochmal irgendwo erwähnt wurde, was vielleicht eine Bedeutung hat. Weißt du, was ich meine? Hab natürlich keine Ahnung, ob das funktioniert. :D

    Für die Flashbacks ist es natürlich wichtig, dass sie geplant wirken und dem Leser nicht den Eindruck vermitteln, du warst zu faul, den Roman zu überarbeiten und die nötige Hintergrundstory von Anfang an einzuarbeiten. Wie bereits alle gesagt haben: Wenn's gut gemacht ist, gibt es nichts, was dagegen spricht ^^

    Juu-Ka : Ich glaube, das Problem kennt jede*r. Mir fallen im Augenblick dazu drei Richtungen ein, wie man damit umgehen könnte.


    1) Versuch dich immer wieder daran zu erinnern, dass du nicht für andere sondern für dich schreibst. (Klappt nur, wenn es auch so ist)

    2) Versuche täglich oder in einem bestimmten Rhythmus zu schreiben und halte dich daran. Wenn du jeden Donnerstagabend einfach für 3 oder 4 Stunden schreibst, dann ist das irgendwann das, was du da tust, egal ob das Ergebnis jemand liest oder nicht.

    3) Wenn 2) nichts für dich ist, kannst du auch versuchen, eher projektorientiert zu arbeiten. Also z.B. hast du vor, eine Geschichte mit ungefähr 20 Seiten zu schreiben. Das setzt du dir als Ziel. Du schreibst die Geschichte zuende, egal ob nach dem dritten Post (von 15 oder so) keiner mehr kommentiert, weil du diese Geschichte zuende bringen möchtest. Danach hat man dann auch das Gefühl, dass man etwas geschafft hat.


    Ich persönlich bin an 1) ein bisschen gescheitert, weil ich noch zu viele andere Hobbys habe und mir daher zu selten Zeit nehme zum Schreiben. Schreiben ist für mich halt nicht das Wichtigste, deshalb bin ich da auch zur Zeit überhaupt nicht mehr produktiv. 2) ging bei mir meist nach zwei oder drei Tagen auch unter. Aber 3) hat mir zumindest einmal geholfen, eine Geschichte (meine erste hier im Forum) nach langer Zeit weiterzuspinnen und schließlich zu einem Ende zu bringen. Da war ich dann schon mal froh und ein bisschen stolz auf mich ^^

    Das heißt jetzt nicht, dass die Geschichte nicht irgendwann weitergehen könnte, aber ich hatte mir halt ein inhaltliches Ziel gesetzt, geplant, wie ich das umsetze und dann mal für ein paar Wochen intensiv daran gearbeitet.


    Vielleicht helfen dir meine Gedanken. ^^

    Nur - wenn der Verlag das halt entscheidet - kannst Du als Leser nicht so viel machen.

    Außer in Antiquariaten nach alten Ausgaben suchen und neue nicht kaufen. Heißt es nicht immer, das letztlich der Kunde entscheidet?


    Ich sehe da auch ein bisschen das Problem der Faulheit in der Kindererziehung. Wenn ich mit einem Kind ein Buch lese, dann sollte / kann ich darüber reden und entsprechend das Kind dafür sensibilisieren, dass manche Wörter eben aus bestimmten Gründen nicht mehr verwendet werden, etc etc. Wenn ich aber dem Kind einfach nur ein Buch in die Hand drücke, damit es liest / beschäftigt ist, ich mich aber dennoch als guter (politically correcter) Mensch fühlen möchte, dann muss das Buch natürlich ideologisch unbedenklich sein. Sprich: Wenn ich mich nicht mit meinem Kind beschäftigen möchte,... und das halte ich für höchst bedenklich. Wesentlich bedenklicher als wenn da Begriffe verwendet werden, die wir als politisch Inkorrekt ansehen.


    Allerdings muss ich auch sagen, dass ich hier nochmal wesentlich vorsichtiger wäre, wenn rassistische Strukturen vermittelt werden. Was ich meine: der Begriff Neger allein macht ein Buch nicht rassistisch. Aber ein Buch kann problemlos dunkelhäutige Menschen als minderwertig darstellen (nur so als Beispiel, funktioniert natürlich für sehr viele Themen analog), ohne dass je ein rassistischer Begriff fällt. Ganz in diesem Sinne würde ich auch das Thema dieses Threads hier interpretieren. Es geht nicht darum, dass Fantasy rassistisch wäre, weil da Rassen häufig gegeneinander antreten, sondern eher darum, dass es ganz leicht fällt unter der Behauptung, man würde sich ja ans historische mittelatlerliche Europa anlehnen und da wären nun mal alle Menschen weiß gewesen, rassistische Denkmuster weiterzutragen, vermutlich meistens sogar ohne das selbst zu merken oder ein Problem darin zu sehen. Und wieder mein häufig zitiertes Beispiel: Wenn "die Bösen" in einer Fantasywelt so aussehen, wie die Bewohner Afrikas oder Asiens und die Guten irgendwie die westlich, europäische Kultur vertreten und mit als unkritisch dargestellter Gewalt (weil sie als Helden und Auserwählte und Männer ja eh körperlich, moralisch und geistig überlegen sein müssen) erstere besiegen, dann sollte ich mich schon fragen, ob ich diesen Aspekt eines Romans teilen möchte. Das nur wenige Romane (am besten natürlich keine) so plump sind, ist hoffentlich auch klar. Mir ist da wichtig, dass man sich offen, kritikbereit und auch Widersprüche aushaltend damit auseinandersetzen kann. Und da schlage ich den Bogen zu dem, was Thorsten schon gesagt hat: Nur weil ich ein Buch lese, das man hinsichtlich Rassismus kritisch sehen kann, und mir dieses Buch gefällt (wer mag, kann an Der Herr der Ringe denken), heißt das noch lange nicht, dass ich besagten kritischen Stellen zustimme und außerhalb der fiktionalen Realität rassistisch fühle / denke oder das unkritisch mit einem Schulterzucken (à la "Betrifft mich nicht, bin ja kein Nazi") abtue. Kurzum: Ich kann das durchaus differenzieren und auch Widersprüche und Spannungen aushalten.


    Da würde ich auch nochmal explizit Rika zustimmen: Viel zu häufig werden Probleme gerade auf der Oberfläche angegangen. Fast so, als würde das Verschwinden eines Wortes sofort auch das damit bezeichnete Konzept (oder die Vorstellung) verschwinden. Dass man dabei dann durch Boykott (der mir irgendwie auch ein bisschen wie ein kindisches "ich verschließe meine Augen davor und was ich nicht sehe, gibt es nicht" vorkommt) versucht, alles was nicht ins eigene Weltbild passt zu verdrängen, ist ein trauriger Auswuchs einer eigentlich guten Idee - nämlich der, alle Menschen als gleichwertig anzusehen und entsprechend auch die Teilhabe an polititschen, gesellschaftlichen, etc. Prozessen zu ermöglichen.

    Stratos

    Ich hab sie alle gelesen, allerdings auf Englisch. Bin mir nicht sicher, was in Deutschland als Klingenromane aufgefasst wird, vermutlich alles, was in der gleichen Welt spielt wie die The First Law-Trilogie. Der Einstieg in The Blade Itself ist mir damals etwas schwer gefallen, das gebe ich zu, aber mittlerweile finde ich einfach alle Bücher von Abercrombie richtig geil.

    Spannendes Thema, mit dem ich mich noch nie so richtig auseinandergesetzt habe. :hmm:

    Fragt euch doch mal selber: würdet ihr ein Buch kaufen, das null Rezensionen hat? Ich glaube nicht, oder?

    Ehrlich gesagt, kommt das sehr stark darauf an, wo und wie (vielleicht auch für wen) ich Bücher kaufe. Ich bevorzuge entspannt in einen Buchladen zu gehen, ein wenig durch die Regale zu stöbern und wenn mich etwas anspricht, das ggf zu kaufen. So kam ich mal zu "Das Wörterbuch des Viktor V" von Gerd Rübenstrunk. Ich persönlich fand's sehr gut, auch ohne eine Rezension gelesen zu haben.

    Gut, wenn ich dich ein bisschen anderes verstehe: Würde ich ein Buch kaufen, zu dem es wirklich keine Rezensionen / Bewertungen gibt? Ich gehe jetzt mal davon aus, dass das dann online passiert, der Klappentext oder die Cover-Gestaltung so interessant sind, dass ich es mir überlege, es zu kaufen, aber mir das Ganze auch wieder nicht so stark zusagt, dass ich es einfach kaufe. Dann würde ich mir schon Rezensionen anschauen und vermutlich würde das meine Kaufentscheidung stark beeinflussen. Leider kann ich mich wirklich nicht daran erinnern, je ein Buch gekauft oder nicht gekauft zu haben, weil es keine Rezensionen oder Bewertungen dazu gab :hmm:

    Nun, mal genug davon.


    [spoiler=Am Rande erwähnt, aber eigentlich unwichtig]

    Ich hab beim Lesen dieses Threads mal spaßeshalber gedacht, dass ich mir zwei meiner Lieblingsbücher raussuche und dazu mal die Sternebewertungen / Kommentare bei Amazon dazu anschaue.

    "The Blade Itself" in der The First Law Trilogie von Joe Abercrombie... Wie zu erwarten, insgesamt mit 4,5 von 5 Sternen sehr positiv bewertet. Überrascht hat mich eine Zwei-Sterne-Bewertung mit Kommentar, dass die Seiten zu dünn seien. Aber wenn ich darüber nachdenke, passt es auch wieder: man bewertet hier ein Produkt, dass eben alles umfasst: die physikalische Form und die Geschichte. Optimal ist es natürlich nicht, diese beiden Aspekte in einen Topf zu werfen, aber für mich trotzdem nachvollziehbar. Wenn ich einen Staubsauger bewerte, dann frage ich mich ja auch nicht nur, wie gut er den Staub wegsaugt, sondern auch, ob z.B. Aufsätze für Sofa, schmale Ecken etc. dabei sind und wie lange der Staubsauger hält (sprich: wie gut die Verarbeitung ist). Besonders ungünstig ist die Vermischung dieser verschiedenen Aspekte bei einem eBook, weil da höchstens noch der Schriftsatz eine Merkmal ist, dass über den Inhalt der Story hinausgeht.

    Das zweite Buch war "Siegfried und Krimhild" von Jürgen Lodemann - ein fast unlesbarer 890-Seiten-Schinken. Das hab ich ausgewählt, weil es meines Wissens kein Bestseller ist. Die Kommentare dazu waren erstaunlich differenziert. Mit 3,4 von 5 Sternen ist das auch gar nicht so schlecht ausgefallen, wie es vermutlich ausfallen würde, wenn mehr Menschen gezwungen wären, das zu lesen und zu bewerten xD Das liegt einfach daran, dass der Stil sehr eigenwillig ist.

    [/spoiler]

    Hallo und herzlich willkommen im Forum, Marietta ! :hi1:


    Viel Spaß beim Herumstöbern, Threads Ausgraben, Geschichten Lesen, Kommentieren und was du hier sonst noch so finden magst. ^^

    Hey Etiam , ich steige jetzt wieder in deine Geschichte ein und versuche, immer fleißig mitzulesen und ein bisschen zu kommentieren. Jetzt natürlich etwas verspätet...


    DHdR besteht ja aus sechs Büchern, von denen zwei jeweils einen Teil der Trilogie ergeben, als die er veröffentlicht wurde.

    Wow, es ist kurz nach 6 Uhr und ich bin schon im Klugscheißermodus... ||

    Tolkien selbst wollte die Geschichte als eine Geschichte in einem Buch veröffentlichen, allerdings hat der Verlag nicht zugestimmt, weil das zu lang und zu dick gewesen wäre.


    Auch wenn ich sowas immer total gerne auf einer Karte mitverfolge

    Da kann ich dir den Historischen Atlas von Mittelerde von Karen Wynn Fonstad empfehlen. Da gibt's Karten der Reisen der verschiedenen Charaktere / Gruppen und wo die zu welchem Tag (ungefähr) gewesen sein müssen. Ich hatte den als Jugendlicher und bestimmt zigmal gelesen. Seit einigen Jahren steht er allerdings nur noch im Regal. Vielleicht sollte ich auch mal wieder Der Herr der Ringe lesen :hmm:


    Ich habe jetzt Das abartige Artefakt (Band 2 der Großen Erzferkelprophezeihung) von Kristian von Aster fertig. Ich hab das seltsame Gefühl, dass es mir wie bei Band 1 gehen wird und ich in kürzester Zeit nicht mehr sagen kann, worum es eigentlich ging. Gefallen hat mir das Buch aber ziemlich gut, vor allem wegen des Worldbuildings in der Story. Das ist einfach gleichzeitig humorvoll-ironisch (ein Kommentar von Markus Heitz lässt darauf schließen, dass das ganze auch parodistische Züge auf die Ernsthaftigkeit von Die Zwerge hat) und trotzdem irgendwie frisch und kreativ. Zumindest ist das mein Eindruck.


    Vor ein paar Tagen habe ich mit Bücherstadt von Akram El-Bahay angefangen. Ich weiß gar nicht genau, warum ich das Buch eigentlich habe. Irgendwas muss sich spannend angehört haben, als ich es im Buchladen gekauft habe. Bisher (nach einem Kapitel) hat sich das noch nicht bestätigt, aber ich bin da durchaus zuversichtlich ^^

    Wie weit setzt ihr eure Städte auseinander? orientiert ihr euch an bekannten Strecken, die ihr vielleicht selbst einmal gewandert/geritten/abgefahren seid?

    Bei der Frage denke ich nicht an Reisenetfernungen. Für mich entstehen Städte an für sie sinnvollen Orten, d.h. eine günstige Lage am Meer mit einem natürlichen geschützten Hafen, an einer Furt, am Beginn eines Tals, in dem es viel wertvolle Metalle gibt, etc. Eine (mittelalterliche) Stadt benötigt im Umland Bauernhöfe, Wäldchen und Weiden, die sie ernähren und mit Rohstoffen versorgen. Ob die nächste Stadt zwei, fünf oder zehn Tage Fußmarsch entfernt ist, ist solange unerheblich, bis sie sich die Ressourcen streitig machen.


    Etwas allgemeiner würde ich sagen, dass ich mich einerseits an meinen eigenen Erfahrungen orientiere. DIe belaufen sich allerdings nur auf Weitwanderungen zu zweit durch relativ bewohntes Gebiet, d.h. man kann fass davon ausgehen, jeden Tag mal an einem Bäcker oder Supermarkt vorbeizukommen. Da schafft man schon so 20 - 25 km am Tag (wenn ich mich richtig erinnere ungefähr 7-8 Stunden Gehzeit incl. Pausen) und hat noch das Gefühl, dass man Urlaub macht. Soll heißen: man hat noch Zeit, entspannt in einem Restaurant ein oder zwei Bier zu trinken und sich was zu essen zu bestellen.

    D.h. zu Marschzeiten von Heeren hab ich überhaupt keine Erfahrung. Dafür würde ich recherchieren. Es gibt da eigentlich genug Literatur zu. Mein Favorit (wenn man relativ gut Englisch kann) ist der Blog eines Historikers, der auch Fantasy-Fan ist, und so Dinge wie The Lord of the Rings und Game of Thrones (jeweils eher die filmischen Darstellungen) kritisch analysiert (Link).


    Wesentlich häufiger versuche ich aber mich beim Erzählen auf das Interessante und Relevante zu fokussieren. Ich versuche so zu schreiben, dass es nicht entscheidend ist, ob jemand zwanzig oder fünfundzwanzig Tage unterwegs ist. Im besten Fall gefällt die Geschichte auch dann, wenn man das überhaupt nicht weiß. Ich will damit sagen: Es ist schon gut, sich Gedanken darüber zu machen, aber man muss es nicht in Form von Tabellen oder markierten Karten (sowas gibt's zu Lord of the Rings) festschreiben. Allerdings hängt das natürlich stark von der Geschichte ab. In der Herr der Ringe ist das Timing der Charaktere sehr oft sehr entscheidend. Die Hobbits und Streicher verpassen Gandalf auf der Wetterspitze relativ knapp. Da spielt das Reisen auch dramaturgisch für die Spannung eine wichtige Rolle. Wenn man so eine Geschichte hat, dann ist es wesentlich wichtiger, dass man da keine logischen Böcke schießt und einen Charakter an einem Tag mal eben 200 km laufen lässt.

    Und auch mal ganz praktisch gedacht: wie geht ihr damit um, wenn eure Protas vielleicht wochenlang durch die Gegend zuckeln, bis sie endlich mal am Ziel ankommen?

    Wie schon gesagt: Wenn die Reise(dauer) nicht wichtig ist, kann man Anfang- und Endpunkt erzählen. Ein einfacher Satz wie "Schon wieder Vollmond" macht grob klar, dass jemand ungefähr einen Monat unterwegs war. "Es musste der vierte oder fünfte Vollmond sein, seit sie aufgebrochen waren" präzisiert nochmal und bringt gleichzeitig rüber, dass sich der Prota / Erzähler gar nicht so sicher ist, wie lange sie jetzt wirklich unterwegs waren. Solange es nicht zu völlig unlogischen Situationen kommt, werden das wohl die meisten Leser akzeptieren. ^^

    Gibt’s eventuell eine dritte Möglichkeit an die ich nicht gedacht habe?

    Vermutlich gibt's noch zig weitere Möglichkeiten. ^^ Ein Ausgangspunkt könnten die unterschiedlichen Vorstellung der Verwandlung sein: Ist es eher "in die Haut des Bären schlüpfen" oder "die Maske des Bären tragen" oder "den Geist des Bären in sich hineinlassen / aufnehmen"? Das wären jetzt so die drei großen Ideen, die bisher hier genannt wurden: Haut / Fell / Umhang überwerfen, Maske aufsetzen, Trank trinken. Spontan fällt mir noch ein, dass die Schamanin auch den Schleier zur Geisterwelt oder so zur Seite reißt, um ihr wahres Wesen - das des Bären - zu zeigen. Das passt jetzt nicht so zu dem, was du in deinem letzten Post geschrieben hast, wäre aber möglich. Auch die Vorstellung einer Entfesselung wäre hier möglich. So könnte die Schamanin Lederbänder um die Arme geflochten tragen, die sie dann seelenruhig losknüpft. Je mehr Bänder zu Boden fallen, desto mehr wird sie zu einem wilden Bären, bis sie die letzten Schnüre einfach wegreißt, während sich die Verwandlung vollzieht.

    So wie Novize schon angemerkt hat, würde ich mir auch mal Gedanken darüber machen, wie das konkret abläuft und was z.B. mit der Kleidung (falls vorhanden) passiert. Da können ja so viele Logikfehler passieren, dass es sich lohnt, ein paar Minuten länger über ein Konzept nachzudenken.


    Und zu guter Letzt: Es wäre für mich auch eine Frage der Präsentation / Beschreibung / Umsetzung der Verwandlung in der Schlachtszene. Persönlich würde ich fast dazu neigen, hier ein Überraschungs- und Verwirrungsmoment für die Leser einzubauen und aus den Augen eines Protas nur andeuten, dass die Schamanin z.B. eine Maske aufsetzt, dann sieht er sie nicht mehr und plötzlich zerlegt ein riesiger Bär die halbe Armee der Feinde... :D Das muss man dann natürlich noch auflösen.