Beiträge von Asni

    Hallo Hannes,

    Ich wollte es so machen das der ex Gladiator die Geschichte als ich Erzähler wiedergibt, und der rote Faden und die Story einfach die Erzählung seines Lebens ist. Also so das er als alter Mann seine Geschichte nieder schreibt. Ginge das?

    Persönlich bin ich nicht so der Fan von langen Geschichten mit Ich-Erzähler, deswegen würde ich dir davon abraten.

    Was aber durchaus interessant und gut wirken könnte, wäre eine gemischte Erzählweise: einige Kapitel aus der Ich-Perspektive, die Jahre später "spielen", in denen der Gladiator als alter Mann jemandem sein Leben erzählt oder eben niederschreibt; den Hauptteil der Handlung in der Vergangenheit würde ich aus der 3. Person erzählen.

    Für den roten Faden würde ich mir trotzdem noch ein Ziel überlegen, oder mit anderen Worten: einen großen Spannungsbogen, der vom Anfang bis zum Ende reicht. Und dann vielleicht noch mehrere kleinere Episoden, die in sich abgeschlossen sind. Der Grund für diesen Rat ist schlicht der, dass du vermeiden solltest, in eine "Und-Dann"-Erzählung zu kommen. Damit meine ich, dass du chronologisch erzählst, was als nächstes passiert ist. "Und dann geschah folgendes... Und dann passierte..." etc. Das kann sehr schnell sehr langweilig werden und wie eine bloße Aufzählung wirken.

    Herzlichen Glückwunsch LadyK und Stadtnymphe ! Und Danke an alle, die mitgemacht haben! Mir haben alle Bilder ziemlich gut gefallen, so dass die Wahl dann doch ziemlich schwer war.


    Daraufhin habe ich im Internet wie wild probiert, die JPGs zu komprimieren, aber auch das hat nicht viel gebracht. Daher diese zusammengequetschten WIPs. Bitte, gebt mir gerne Tipps, wie ihr eure Fotos kleiner macht!!

    Ich hab das mal mit dem kostenlosen Programm GIMP gemacht. Wenn ich mich richtig erinnere, skaliert man in dem Programm das Bild einfach auf weniger Pixel runter. GIMP eignet sich auch, um aus dem Standardavatar grimmige Schneemänner (und süße, kleine Häschen) zu malen :rofl:

    Die „Sonnenwelt“ hat ihren Namen weil das Leben in dieser Welt nicht aus dem Meer kam sondern von unter der Erdoberfläche.

    Das klingt erstmal überhaupt nicht nachvollziehbar xD . Aber die Erklärung finde ich dann schon passend. Dazu kurz eine Frage: Gibt es in deiner Welt Evolution?


    Dabei ist zu beachten dass „Sonnenwelt“ nicht kollektiv den Planeten meint, sondern ausdrücklich nur die Landmasse, nicht das Meer und auch nicht den Untergrund, die eigene Namen haben.

    Das finde ich ein interessantes Konzept :hmm: Vor allem ist sehr gut daran, dass es meistens erst dann einen Anreiz gibt, etwas mit einem Namen zu belegen, wenn man es von etwas anderem abgrenzen muss. Ich finde, dass man das recht schön an den Namen der Objekte in unserem Sonnensystem sehen kann. Viele Planeten sind nach römischen Göttern benannt, aber die Sonne heißt zumindest in der Alltagssprache einfach Sonne. Gleiches gilt für die Erde und den Mond. So gesehen ziemlich langweilige Namen.

    Grundsätzlich stimme ich Cory schon zu, dass es eignetlich deine Freiheit ist, dir zu überlegen, wie viel du dir vorher überlegen willst etc. Aber ich sehe schon auch, dass man manchmal eine Geschichte schreibt, die in einer ziemlich unbestimmten Fantasy-Welt spielt. Ich hab das bei einer Geschichte im Schreibwettbewerb so gemacht (Elfenbier und Zwergensang), während ziemlich viele meiner anderen Geschichten in immer derselben Welt spielen (ohne dass der Leser das notwendigerweise jetzt schon wissen muss).

    Für den "Minimalfall" - also nur so viel Welt wie unbedingt nötig, dass man die Geschichte noch verstehen kann - kann man deine Fragen schon auch beantworten, allerdings wird das immer etwas unzufriedenstellend bleiben.

    3. Was würdet ihr sagen was sind die wichtigsten Dinge, die ich über die Welt wissen muss

    Im Grunde müsstest du nur so viel über die Welt wissen, wie du darstellen möchtest. Für meine oben verlinkte Geschichte hab ich mir nur ausgedacht, dass es eine Stadt der tausend Völker gibt, in der alle möglichen Fantasy-Rassen mehr oder weniger friedlich nebeneinander leben, Zwerge Bier brauen und Elfen traditionell Wein keltern. Allein aus diesen Klischees lässt sich eine Geschichte spinnen, die solange funktioniert, bis kritische Leser weitergehende Fragen stellen. Die kann ich aktuell (noch) nicht beantworten. Solange alles in der Geschichte glaubwürdig und überzeugend wirkt, spielt es so gesehen keine Rolle, dass die Kulisse nur aus Pappe besteht.

    1. Wie viel erarbeite ich von der Fantasywelt.

    Auch hier reicht letztlich: Gerade soviel, wie nötig. Ich habe mir keine Gedanken über die Stadtgeographie oder die Architektur oder so gemacht. Selbst die vorkommenden Fantasy-Völker sind bloße Klischees. Ich hab keine Ahnung, warum es in dieser Welt Elfen und Zwerge gibt, ich habe keinen Schöpfungsmythos und keine Hintergrundgeschichte. Alles was ich vorher von der Welt erarbeitet habe, ist das Wirtshaus, in dem das ganze spielt. Davon hab ich allerdings eine ziemlich genaue Vorstellung. Für die Geschichte spielt das keine große Rolle, denn nichts davon wird thematisiert (weder das, was ich weiß, noch das, was ich nicht weiß).


    Wie verbinde ich da das mit dem Weltenbau?

    Im Grunde kannst du doch die Schneeflockenmethode (falls ich das richtig verstanden habe) auch auf den Weltenbau anwenden: Im ersten Schritt entwirfst du eine einfache Welt für deine Geschichte. In meinem Fall ist das die Stadt der tausend Völker (ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich das überhaupt in der Geschichte genannt habe). Die Welt drumherum... davon weiß ich nichts. Sie gibt es, denn irgendwo wachsen Weintrauben für den Wein und Gerste, Weizen und Hopfen für das Bier. Die Stadt bleibt bei mir genauso blass, wie die Welt drumherum. Ich weiß nicht, ob die Stadt eine Stadtmauer hat oder wie groß sie ist. Auch ob sie an einem Fluss liegt, weiß ich noch nicht. Das spielt auch keine Rolle, denn die Geschichte funktioniert trotzdem.

    Somit würde ich sagen, dass ich beim Weltenbau höchstens den ersten Schritt gegangen bin. Ein bisschen wie im Theater, wo man nur einen Raum, in dem das ganze Stück spielt, ausgestaltet und dem Leser... ich meine natürlich dem Zuschauer... zeigt und von allem anderen höchstens berichtet wird.


    Wie entwickle ich ein Gefül für die Welt?

    Ich glaube, da hat jeder seine eigenen Methoden. Für manche stellt sich die Frage nicht, weil die Welt durch ihre Festlegungen gestaltet wird. Andere bekommen ei Gefühl für ihre Welt, weil sie anfangen, in Gedanken darin zu leben und zu erkunden, was passiert, wenn... Auch die Art und Weise, wie das jeweils passieren kann, kann ganz unterschiedlich sein. Bei mir passiert viel im Kopf, während ich spaziere oder wandere. Andere malen vielleicht Bilder oder stellen sich die Stimmung einer Szene (oder eines Teils der Welt) mit Hilfe eines bestimmten Songs vor. Alles ist denkbar.

    Ich persönlich wiederhole immer und immer wieder den gleichen Vorgang der Geschichte. Was passiert wo auf welche Art? Wie reagieren die Charaktere? Wie beeinflusst das Verhalten des einen Charakters den anderen etc. pp. Je öfter man das macht, desto mehr festigen sich bestimmte Varianten. Dann fällt dir vielleicht auch auf, dass das Verhalten eines Charakters in einer Situation nicht zu den anderen Situationen passt. Warum? Ist das dann nicht mehr stimmig (maW: passt das nicht zu deinem Gefühl der Welt?) oder musst du den Charakter anders auffassen?


    Zusammengefasst gehe ich davon aus, dass es möglich ist, für eine Fantasy-Geschichte nur so viel World-Building zu betreiben, wie unbedingt nötig ist, um alle in der Geschichte auftretenden Fragen zu Hintergründen etc. zu beantworten. Eine völlig ausgearbeitet Welt braucht es dafür nicht, aber die Konsistenz der Welt sollte gewährleistet sein, d.h. sie sollte nicht am Anfang so und am Ende ganz anders sein (außer genau das wäre das Thema der Geschichte).


    Ich will etwas schreiben mit etwas Symbolik, a la Narnia.

    Dafür würde ich dir raten, dir aufzuschreiben, was die Bedeutung sein soll und dann, durch welche Zeichen du das ausdrücken möchtest. Z.B. steht eine weiße Taube häufig für Frieden. Wenn also ein König seinem Koch befiehlt, eine weiße (Brief)Taube, die aus dem benachbarten Königreich mit einer Nachricht angefolgen kam, zu rupfen und als gefülltes Täubchen zum Abendessen zu reichen, dann kann man das symbolisch so interpretieren, dass er dem anderen Königreich den Krieg erklärt oder so (vgl. dazu auch sehr humorvoll den Film Mars Attacks :D ).

    Genauso könnten die Charaktere weniger "echte Personen" sein, sondern mehr symbolische Stereotypen... ich denke da gerade z.B. an den "deutschen Michel", der stellvertretend für das deutsche Volk steht (oder zumindest im 19. Jhd. sehr häufig dafür stand). Diesen Fall hast du auch, wenn ein Charakter z.B. nach einem Konzept wie der Göttin Justizia modelliert ist, d.h. blind ist (oder sonst irgendwie verbundene Augen hat), eine Waage und ein Schwert hat... das kann man natürlich immer abwandeln, also das Schwert durch das Schweizer Taschenmesser einer Pfadfinderin ersetzen ^^ Ich könnte mir vorstellen, dass es relativ schwierig ist, das gut umzusetzen :hmm:

    Hallo und herzlich willkommen, JimmyGeschichte ! :hi1:


    Du hast die richtige Motivation, zu schreiben und Geschichten zu erzählen. Zumindest klingt es so.

    Viel Spaß im Forum bei allem, was du so entdecken kannst. ^^

    Hey Feron ,


    zuerst ein kurzer Kommentar zur Verwandlung.

    Jetzt hab ich doch mehr geschrieben als ich wollte... Schau mal, ob es dir was hilft. Ist halt doch auch sehr meine persönliche Sicht der Dinge ^^

    Feron : Die Idee klingt schon mal ziemlich abgespaced und irgendwie auf interessante Art trashig. Gefällt mir :D


    Mir fällt da spontan ein Kapitel (oder mehrere :hmm: ) in Joe Abercrombies Best Served Cold ein, das ist grob relativ ähnlich. Jedenfalls geht es dort um einen Überfall/Mordanschlag auf ein Bordell/Spielhölle. Das könntest du dir als Inspiration dazu durchlesen, falls es dir nicht so wichtig ist, dass du dich dadurch definitiv beeinflussen lässt.

    Mir kommen dazu auch noch ein paar Gedanken, die ich mal in einen Spoiler packe, so dass du selbst entscheiden kannst, ob du das lesen willst oder nicht.


    Man merkt sicher schon dass es der „Breaking Point“ der Geschichte ist, nachdem es so aussieht als wäre ein Happy-End völlig ausgeschlossen.

    Das verstehe ich nicht so ganz. Für mich klingt deine Beschreibung (in den verschiedenen Posts bisher), dass die Szene zunächst so wirken könnte, als wäre es das Happy-Ending (die Frauen gerettet, es gibt irgendeine Hochzeit und alle leben ihr Leben "happily ever after"). Nur dann passiert etwas, womit niemand gerechnet hat und plötzlich sind alle ziemlich zerstückelt, verstümmelt, körperlich und seelisch kaputt etc. Wenn dann der Kampf trotzdem gewonnen wird, dann ist es ein Happy-Ending, bei dem man sich fragen wird... wtf? ... Ist das noch ein Happy-Ending? Weißt du, was ich meine?

    Feron Kurz eine Nachfrage: Was verstehst du gerade hier unter Schlacht? Ist es ein kleines Handgemenge zwischen max. ca. 50 Beteiligten oder geht es eher in Richtung zwei Armeen mit tausenden Soldaten und Troß stoßen aufeinander?

    Ich bin unsicher in welcher Reihenfolge ich die Situation der Beteiligten beleuchten soll. Es hat vorher schon einen Kampf mit Schwertern gegen eine Horde Wer-Krabben gegeben und hab auch Mühe keine „Manöver“ zu wiederholen die in vorherigen Kapiteln schon vorkamen. Außerdem sind wie gesagt viele Leute anwesend die zumindest irgendwas tun müssen, sodass es einfach jedes Mal zu schleppend wird und Zuviel erklärt.

    Du kannst das Problem mit der Reihenfolge vielleicht so angehen: Überlege dir, was nach einander passieren soll und dann, aus wessen Sicht das am Besten erzählt werden kann.

    Ich finde es ehrlich gesagt überhaupt kein Problem, wenn sich bei einem Kampf ein Manöver wiederholt. Jede Waffe hat nunmal eine gewisse Art, wie sie eingesetzt werden sollte, es wäre seltsam, wenn sich das nicht irgendwann wiederholen würde :hmm: Oder ich verstehe deine Frage nicht richtig.

    Was die (Un)Beteiligten angeht: Du musst nicht unbedingt erklären, was die während des Kampfes machen. Vielleicht musst du nicht mal unbedingt selbst wissen, was die tun. Du musst nur darauf achten, dass es nicht unrealistisch wirkt, etwa dann, wenn einer kämpft und alle anderen stehen rum und warten darauf, dass der eine Kämpfer 30 Wer-Krabben niedergemetzelt hat. Wenn du aber beschreibst, dass sich "die Freunde" gemeinsam in den Kampf werfen, dann macht es nichts, wenn am Ende dein Erzählcharakter "aus der Schlacht aufwacht" und merkt, dass er selbst gar nicht so mitbekommen hat, was alles genau passiert ist. Und da sitzt sein bester Freund in einer Blutlache am Boden, mit dem Rücken gegen ein Fass gelehnt und hält sich mit einem leidvollen Lächeln den aufgeschlitzen Arm... Da musst du nicht erzählt haben, wie dieser den Treffer abgekommen hat. Es ist einfach passiert.


    Ich lese in letzter Zeit sehr gerne den Blog eines Historikers, der verschiedenes Allerlei aus Filmen und Büchern mit dem professionellen Blick eines Historikers analysiert und diskutiert. Aktuell die Schlacht in Helms Klamm aus "Der Herr der Ringe - Die zwei Türme". Ich finde das mega spannend zu lesen und man kann ziemlich viel über die grundsätzliche Funktionsweise von Armeen, Waffen, Verteidigungsanlagen und Logistik (!) lernen. Aber auch über mehr schreibtechnische Kniffe, etwa seine Ansicht, dass Saruman auch über die Art seiner Armee und seiner Kriegsführung von Tolkien charakterisiert wird und es hier einen schönen Kontrast zu Sauron / Hexenkönig gibt.

    Für einen Messerzweikampf, den ich in meiner einen Geschichte geschrieben habe, habe ich mich für ca. 1-2 Stunden informiert, wie so ein Kampf abläuft, wie lange so etwas dauert, was man auf keinen Fall tun sollte etc. Das hat mir zumindest das Gefühl gegeben, dass ich einen gewissen Eindruck davon bekommen habe, ohne mich jetzt selbst in einen Messerkampf begeben zu müssen.

    Ich glaube, dass sich für Kämpfe Recherchen über historische Kampfweisen besonders lohnen, damit man nicht so stark Fantasyklischees kopiert. Deshalb sind auch Filme nicht unbedingt die beste Vorlage, denn zu oft schneiden die Schwerter der Guten durch die Rüstungen der Bösen und man fragt sich schnell, warum tragen die überhaupt Rüstungen?

    Hallo und herzlich willkommen im Forum, Charon ! :hi1:

    Viel Spaß beim Lesen, Schreiben, Kommentieren, Diskutieren und was du sonst noch hier so entdecken magst! ^^

    Ich war mir nicht sicher, ob meine Anspielungen auf Aleister Crowley und die Hexen von Salem erkannt würden.

    Na, aber sowas von! ^^ Anfangs war ich etwas irritiert, weil der Name so bekannt klang, aber doch fremd war (Alastair Cromwell). Als ich später dann noch Alan Stair und Salem gelesen habe, war mir klar, dass es Anspielungen sind.

    Ich hatte es mit Absicht in der heutigen Zeit angesiedelt. Auf der einen Seite die Technik und Realität und auf der anderen Seite das Unerklärliche. Ich mag solche Gegensätze.

    Ja, das verstehe ich ein Stück weit. Wäre die Seitenbeschränkung für den Wettbewerb nicht, hättest du probieren können, diesen Gegensatz noch mehr im ersten Absatz unterzubringen. Persönlich hätte ich da vielleicht sogar erst recht auf einen handschriftlichen Brief gesetzt, um den Gegensatz noch stärker hervorzuheben. Auf der einen Seite ist da die Kommunikation mit Telefon / Handy / E-Mail, der Laptop liegt auch noch da und scheint nur darauf zu warten, dass sein Besitzer zurückkommt und ihn wieder aus dem Stand-By-Schlaf erweckt und auf der anderen Seite liegen da ein paar Blatt Papier, die mit schwarzer Tinte in einer hastigen, unsauberen Handschrift beschrieben sind. Warum hat Matthew nicht einfach eine Mail geschrieben oder mal angerufen?


    Wobei, wenn ich die folgenden zwei Zitate aus der Geschichte nochmal nebeneinander stelle, dann wird mir nochmal deutlicher, was du meinst. Das ist mir beim ersten und zweiten Lesen gar nicht so aufgefallen :hmm:

    Das Kontrolllämpchen am Laptop blinkte im Stand-by-Modus unermüdlich in regelmäßigen Abständen und wartete geduldig darauf, bis ihn endlich jemand wieder zum Leben erweckte. Er musste nicht lange nach dem Startknopf suchen. Surrend wurde das Gerät lebendig und kurz darauf erschien eine Textdatei am Bildschirm. Er scrollte hoch zum Anfang und sah, dass es sich um einen Brief handelte, der an ihn adressiert war.

    ...

    Hier brach der Text ab. Connor starrte den blinkenden Cursor an, als könnte er ihm sagen, was mit seinem Freund geschehen war. Er schaltete den Computer aus und verstaute ihn in einer Notebooktasche. Er nahm ihn am besten mit zur Polizei, vielleicht half der Brief bei der Suche nach Matthew. Eine weitere Vermisstenanzeige.

    Falls du weiter an dieser Geschichte arbeitest, könntest du noch mehr versuchen, ein Gefühl des Ein- und Auftauchens zu erzeugen bzw. das noch mehr zu verstärken*. Ich stelle mir das gerade in Farben vor... vorher und nachher ist die Welt bunt und real. Dazwischen, in Matthews Brief, dagegen ist die Welt eher in Schwarz-Weiß bzw. Graustufen gehalten.

    *Ich denke da immer an Kurzgeschichtentheorien nach Edgar Allen Poe und so weiter, die versuchen wollen, einen Unity-of-Effect zu erzielen, also dass jedes Detail der Kurzgeschichte dazu beiträgt, die erwünschte Wirkung beim Leser eintreten zu lassen. Das soll heißen: Man muss das nicht so machen oder versuchen, aber man könnte ^^

    Herzlichen Glückwunsch, kalkwiese !


    Und weil ich mir beim Lesen diesmal schon Notizen zu den Geschichten gemacht habe, gibt's auch ein kleines Feedback


    Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben!

    B. Traven Das Totenschiff - Ich hab das Buch mal spontan letztes Jahr für 3 € oder so als Mängelexemplar gekauft, weil der Titel interessant klang. Jetzt les ich das so nebenbei immer wieder mal ein bisschen. Sowohl der Autor als auch der Hauptcharakter haben eine höchst interessante Geschichte. Beim Autor stehen auf dem Buchrücken zwei unterschiedliche Geburtstage und Orte - ganz so, als wüsste man das nicht. Bei Wikipedia steht was drittes...? Vielleicht liegt das darin begründet, dass der Autor Anarchist (auch Herausgeber einer anarchistischen Zeitschrift) war und in der Zeit zwischen den Weltkriegen auch Theaterschauspieler und zudem noch auf der Flucht und selbst womöglich nie mit seinen Verlegern persönlich verhandelt hat und auch wollte, dass seine Person ein Mysterium blieb. Daher gibt's bei Wikipedia ne ganze Reihe an Vermutungen, die im Laufe der Jahre aufgestellt wurden, wer dieser B. Traven denn wirklich sei. Ich find's cool.


    Nun zu dem Buch: Es geht um einen amerikanischen Seemann, der zu Beginn der 1920er Jahre in Antwerpen sein Schiff verpasst und ohne Papiere nun also in Europa gestrandet ist. Gefühlt sofort gerät er in den Konflikt mit der Polizei und wird von dieser ins nächste Land abgeschoben, damit sie selbst keine Probleme oder Arbeit mit einem angeblich amerikanischen, mittel- und ausweislosen Seemann haben. Dort wiederholt sich meist das gleiche Spiel und so wandert er durch mehrere europäische Länder, gibt sich dann als Deutscher aus, ohne je in Deutschland gewesen zu sein und nimmt alles - sogar seine mehrfache Verurteilung zum Tode - mit einer gewissen Leichtigkeit und sarkastischem Humor. Die "normalen" Menschen, die er trifft, sind häufig nett, verständnisvoll und verzichten darauf, ihm Geld abzunehmen, da er offensichtlich nicht viel hat, obwohl sie selbst auch nicht viel besitzen. Brot, Käse, Wurst und Wein wird überall geteilt.

    Es ergibt sich in diesem leichten Stil dann eine Erzählung, die teilweise absurd anmutet, aber einfach schön zu lesen ist und immer wieder ziemlich starke Sätze hervorbringt, die seltsam aktuell anmuten, auch wenn die durchscheinende anarchische Haltung nicht zu verleugnen und doch etwas einseitig ist.


    Meine bisherigen Lieblingspassagen, manche lustig, manche eher zum Nachdenken anregend:

    "Meine Herren! Das war ein Essen, das nenne ich Kunstwerk. Dafür lasse ich mich jeden Tag mit Freuden zweimal erschießen."


    "Kein Wunder, das Land hatte ja an dem Kriege für die Freiheit und Demokratie der Welt nicht teilgenommen. Deshalb hatte der Krieg hier die Freiheit nicht gewonnen, und die Menschen hatten sie nicht verloren. Es ist so unerhört lächerlich, dass alle Länder, die von sich behaupteten, sie seien die freiesten Läner, in Wahrheit ihren Bewohnern die geringste Freiheit gewähren und sie das ganze Leben hindurch unter Vormundschaft halten. Verdächtig ist jedes Land, wo soviel von Freiheit geredet wird, die angeblich innerhalb der Grenzen zu finden sei. [...] Wo man so laut schreien muss: Wir sind ein Volk von freien Menschen!, da will man nur die Tatsache verdecken, dass die Freiheit vor die Hunde gegangen ist [...]"


    "Das ist das Militärgefängnis", sagte er mir.

    "Aber warum schreien denn die Leute so herzzerreißend?"

    "Die Leute? Das sind keine Leute. Das sind Kommunisten."

    "Die brauchen doch nicht zu schreien, wenn sie Kommunisten sind."

    "Ja, verstehen sie denn nicht? Die werden jetzt geprügelt und gefoltert."

    "Warum denn aber?"

    "Das sind doch Kommunisten. [...]"

    "Sind das denn Verbrecher?"

    "Nein, aber Kommunisten."



    Ach, eigentlich könnte ich hier direkt ein ganzes Kapitel abtippen... aber das ist dann vielleicht doch zu viel ^^ Jedenfalls gefällt mir das Buch sehr gut.

    Hey, kalkwiese ,


    "Blauschwarz" ist eine sehr schöne Geschichte, die mich gleichzeitig voller Melancholie und Traurigkeit und einem frohen Lächeln zurücklässt. Mir gefallen die Andeutungen auf eine einst von Elfen bewohnte und nun verlassene und verstrahlte, postapokalyptisch anmutende Welt. Und natürlich deine poetische Sprache.


    Es ist bei mir schon ne ganze Weile her, dass ich die Bücher gelesen habe. Ich hab auch nicht alle Bücher (es sind mittlerweile laut Wikipedia 14 Bücher!?) daraus gelesen, aber mindestens mal so die ersten zwei Trilogien(?) :hmm:

    Wie bei vielen langen Reihen hab ich irgendwann die Lust daran verloren. Gleiches gilt für die Völker-Romane im Allgemeinen. Ich finde es etwas schade, wenn phantastische Wesen wie Elfen über nur ein Werk oder einen Autor definiert werden und Nuancen verschiedener Interpretationen verloren gehen. Da bin ich durchaus bei Der Wanderer , "der Elfen-Mythos" ist eigentlich doch zu vielseitig, vielschichtig als umfassend in einem Roman behandelt zu werden.

    Aber wenn ich mich richtig erinnere, dann waren mindestens die ersten beiden Bücher - Die Elfen und Elfenwinter - richtig gut. Was Hennens Fähigkeiten als Schreiber angeht... ja, der kann schon was. Mir persönlich gefällt von ihm aber "Rabensturm" am besten. Das spielt auch in der Rollenspielwelt des Schwarzen Auges und wenn ich gerade nicht ganz falsch liege, dann kommt da auch ein Elf vor :hmm: . Noch dazu in einem Setting, das eher an Tausend-und-eine-Nacht erinnert und damit doch ein wenig aus dem sonstigen High-Fantasy=Europäisch-nordisches-Mittelalter heraussticht.


    Ob jetzt Die Elfen ein modernen Klassiker ist... da bin ich überfragt. Hättest du mich nach fünf Fantasy-Büchern/Reihen gefragt, die nach 2000 erschienen sind und die "man als Fantasyfan" gelesen haben muss, dann weiß ich nicht, ob ich Die Elfen genannt hätte. Die Frage ist natürlich sowieso höchst subjektiv und geschmacksabhängig, aber mal so hypothetisch.

    Diese Standards, die das Werk setzen würde oder gesetzt hätte wären dann eben ›epochal‹, weil sie unsere Epoche der zumindest deutschen Fantasy und unseren Blick auf den Elfen-Mythos entscheidend prägten.

    Standards finde ich irgendwie nicht so passend für das, was ich sagen möchte. Aber Die Elfen haben schon einen Trend gesetzt, nämlich mehr oder weniger diese Völkerromane angestoßen*, die jeweils ein etabliertes Volk in die Mitte ihrer Handlung setzen und durch die Erzählung eben charakterisieren. Allerdings glaube persönlich, dass die filmische Interpretation der Elben/Elfen durch The Lord of the Rings von Peter Jackson die Auffassung der Elfen wesentlich stärker geprägt hat als es je ein Buch in unserer Zeit noch könnte. Das ist natürlich nur mein Bauchgefühl.


    *Ich korrigiere, Die Orks von Stan Nichols waren da 2002 wohl der erste Roman, aber Die Elfen (2004) waren auch ziemlich am Anfang mit dabei.