Beiträge von Asni

    Ich verwende den Begriff "pacing" zwar nicht selbst, glaube aber, mir darunter etwas vorstellen zu können. Letztlich geht es doch dabei um das Verhältnis von erzählter Zeit und Erzählzeit (im Film entspräche das der Dauer des Films, bei geschriebenen Geschichten ist das etwas schwieriger zu bestimmen). "erzählte Zeit" klang für mich im Deutschunterricht auch immer irgendwie seltsam und wirklich verstanden habe ich es dann auch erst ein klein wenig später (glaube ich zumindest). Ganz grob stelle ich mir darunter vor, wie viel Handlung oder Ereignisse passieren.

    Kombiniert man das jetzt, kann man sich also vielleicht fragen: Wie viele Ereignisse, die die Handlung voranbringen, passieren pro Zeitabschnitt (oder pro Seite oder so)? Je mehr passiert, desto schneller geht in dem Abschnitt die Handlung voran. Wenn wenig passiert, desto langsamer. Letzteres eröffnet mMn Gelegenheit für anderes (also Dinge, die nicht so relevant für die Handlung sind), denn die Seite ist ja im Buch oder so nicht leer.


    Bei Der Herr der Ringe geht es, wenn mich nicht alles täuscht, relativ langsam los. Da wird erst das Auenland beschrieben, dann Bilbos Abschiedsfest, irgendwann kommt noch der Umzug Frodos von Beutelsend nach Weißnichtmehrwohin und das alles passiert über ein oder zwei Jahre hinweg (glaube ich, bin mir aber nicht mehr so ganz sicher). Für die Handlung wirklich relevant ist das alles nicht, aber es lässt einen eine Menge World-Building erfahren. Das interessiert nicht jeden, deswegen finden viele Leute LotR eher langweilig zu lesen. Aber es ist weder gut noch schlecht, sondern eine Möglichkeit, wie man eine Geschichte erzählen kann.


    Für das eigene Schreiben kann man sich überlegen, wie und wo man die Handlung schneller vorantreiben möchte und wo man ruhigere Passagen einbaut, in denen z.B. der Charakterentwicklung oder dem Kennenlernen der Welt Raum gegeben wird. Ich denke, hier muss man einfach ein wenig herumexperimentieren, weil es ja auch sehr vom individuellen Schreib- und Erzählstil abhängt. Vielleicht gibt's auch Ratgeber, die sagen 1) der Anfang / Einstieg einer Geschichte muss schnell sein, also mit viel Handlung / Entwicklung, so dass der Leser direkt mit ins Geschehen gezogen wird, 2) gefolgt von einer gemächlicheren Passage, die z.B. auch die Interpretation der Ereignisse durch die Protas, Ausarbeitung eines Plans oder Reise zu einem entscheidenden Ort etc. enthalten kann, bevor es 3) wieder auf eine Auseinandersetzung / Lösung und Neuentwicklung von Konflikten zugeht.

    und ich glaub nicht mehr an das Ende...

    Kurze Nachfrage: Glaubst du nicht mehr daran, dass Martin das noch zuende schreibt oder dass das, was er vielleicht doch mal noch fertig schreibt, gut werden könnte?

    Ich bin bei ersterem skeptisch, bei zweiterem... :hmm:

    Ich denke wir bekommen noch Martins Ende der Geschichte zu lesen.

    Ich muss sagen, dass ich so grundsätzlich das Ende der HBO-Serie - von der Idee her! - gar nicht so schlecht finde. Allerdings passiert es halt viel zu schnell, so dass charakterliche Entwicklungen unglaubwürdig sind oder eben einfach fehlen. Zumindest empfinde ich das so.

    Inwieweit sich Martins Ende vom HBO-Ende inhaltlich unterscheiden wird, bleibt abzuwarten. Ich fände es irgendwie auch cool, wenn Martin sich noch mal ein ganz neues Ende ausdenken würde.

    Sie ist ihren eigenen Weg gegangen. Was auch durchaus in Martins Absicht lag. Er hat mal in einem Interview sinngemäß gesagt: das jemand, der die Bücher gelesen hat, auch in den der Serie und auch in den Comics noch für ihn neue Sachen entdecken soll. Martin ist sich durchaus bewußt, das jedes neue Medium auch eine eigene Kunstform ist. Daher konnte und kann ich der Serie sehr viel abgewinnen.

    Ja, das trifft eigentlich ganz gut zu. Leider merkt man bei vielen Leuten bzw. undifferenziert im Internet, dass nicht mehr verschiedene Versionen oder Interpretationen von Geschichten akzeptiert und diskutiert werden, sondern es nur "eine gute Version" gibt. Ich denke da gerade an "LotR has no remake - LotR needs no remake" und ähnliches. Diese geistige Eingeschränktheit finde zuweilen ein Bisschen schade.

    Was mir gerade an GoT in der ersten oder zweiten Staffel hervorragend gefallen hat, war die Auslassung der einen Schlacht ziemlich am Anfang. Da bekommt Tyrion irgendwie einen schlag auf den Kopf oder wird von seinen Männer über den Haufen gerannt und bekommt daher nichts mit. Dem Zuschauer wird dann auch einfach das Ergebnis der Schlacht erzählt. Diese Art von "Botenberichten" braucht man in Zeiten von CGI und riesigen Budgets eigentlich nicht, aber es ist ab und an mal ganz cool.

    Bis dahin überbrücke ich mir die Zeit erstmal mit Das mechanische Herz von Dru Pagliassotti. Ein Steampunk-Roman, in dem mechanische Flügel erlauben, in die Luft abzuheben... die ersten zwei oder drei Kapitel waren bisher eher so... naja. Mal sehen, wie es weitergeht.

    So, damit bin ich nun auch schon seit mindestens 2 Wochen fertig. Zeit, für ein kurzes Resumé:

    Abschließend hat mir der Roman doch ganz gut gefallen. Ein bisschen Krimi, ein bisschen Romanze, ein bisschen (aber sehr wenig) politischer Thriller (wobei der Thrill eigentlich eher fehlt) mit nettem Worldbuilding. Vor allem fand ich gut, dass der Schauplatz (eine Stadt) recht überschaubar war und es keine ewig langen Reisen gab. Dass die Welt darum herum aber noch viel größer und vielschichtiger ist, kommt für die Motivation der Charaktere und ihre Sicht der Welt immer wieder zutage. Das ist gut dosiert und würzt somit die an sich zügige Story ganz gut.

    Insgesamt nichts was man gelesen haben muss, aber als netter Zeitvertreib mit interessanten Alternativen zu Computern (vermutlich können hier nicht so viele Leute was mit Rechenmaschinen und Lochkarten anfangen) schon in Ordnung.


    Jetzt lese ich gerade Könige der Finsternis von Nicolas Eames. Da hab ich auch schon an die 200 Seiten verschlungen und muss sagen, das gefällt mir! Es geht um die Saga, eine Truppe von Söldnern, die ihre besten Zeiten schon seit gut 10 Jahren hinter sich hat und eigentlich in Rente ist. Doch weil die Tochter des einen in einer von Monsterhorden belagerten Stadt festsitzt, überzeugt er seine alten Kumpane dazu, die Tochter zu retten. Bisher coole Charaktere, wenn auch ein klein wenig stereotyp, coole mit zahllosen typischen (und weniger typischen) Fantasymonstern bevölkerte Welt (die Druin - aus meiner Sicht sind es so etwas wie unsterbliche Elfen - haben flauschig fellbesetzte Ohren). Insgesamt nimmt sich der Roman nicht so ernst, so dass man das gut lesen kann. Und trotzdem gibt's immer wieder düstere und ernste Momente. Bisher eine ganz gute Mischung zur guten Unterhaltung ^^

    Hey, Bluefox ,


    ich hab mir gerade mal deine Geschichte hier durchgelesen. Auf den ersten Blick dachte ich mir, ja, die ist doch sehr kurz. Aber auf den zweiten zeigt sich doch, dass die Länge für den angestrebten Effekt ausreichend ist.

    Allerdings muss ich sagen, dass die Geschichte aus meiner Sicht zu viel Dinge beschreibt, die nicht wirklich zum Effekt durch diesen Satz beitragen:

    "Hier hast du den Talisman zurück, ich habe mich getäuscht und entschuldige mich für die Unannehmlichkeiten."

    Ich muss dazu sagen, dass ich gerade bei Kurzgeschichten da sehr darauf achte, dass möglichst viel dazu beiträgt, dass der Effekt möglichst stark beim Leser rüberkommt (manchmal findet man das als "Unity of Effect", also "Einheit des Effekts", was eben soviel bedeuten soll, dass alles in der Geschichte oder in einem Gedicht dazu beitragen soll, den erwünschten Effekt beim Leser zu erzielen). Thorsten hat ja schon kurz was zum Setzen von Pointen gesagt, das geht so in die gleiche Richtung.

    Aus meiner Sicht beschreibst du eine klassische Quest-Situation: der Held hat irgendwann einen Auftrag bekommen, diesen Talisman zurückzuholen, ist mit Schwert und Rüstung losgezogen, hat sich durch einen Haufen Monster gemetzelt und steht jetzt vor der Bastion des Endgegners (typisch für Computerspiele :) ). Diesen Hintergrund brauchst du nicht zu nennen, das würde zu lang werden, aber alles was du ab deinem ersten Satz beschreibst, sollte mMn dieses Gefühl oder diese Klischees in den Köpfen der Leser zum Leben erwecken.

    Zum ersten Satz (bzw. zum ersten Absatz): An sich finde ich das gar nicht schlecht, aber ich würde fast mehr direkt in der Action einsteigen. "Mit einem tiefen Knurren riss Haga sein Schwert aus der Brust des letztens Orks und richtete sich auf. Der Schweiß rann ihm übers Gesicht..." Evtl. könntest du auch noch viel übertriebener schreiben, wobei du da vorsichtig sein müsstest, dass es nicht lächerlich wirkt.

    Die Situation mit dem Angriff, der noch fast im selben Satz abgebrochen wird, finde ich unpassend. Warum lässt du nicht die Horde herausströmen, den Helden in einigem Abstand umringen und dort auf den Angriffsbefehl warten. Dann teilt sich die Menge und zwischen den riesigen (?) Monstern kommt eine kleine, zierliche Hexe auf Haga zu, die noch bedrohlicher wirkt als die Orks und Goblins. Da könntest du auch noch darauf eingehen, dass Haga sich überlegt, wie er mit den ganzen Monstern fertig werden soll, dann sieht er die Hexe und vielleicht trägt sie eine Waffe, die seinen Schild und seine Rüstung wie Papier durchschneiden könnte, etc., so dass der Leser denkt, jetzt kommt ein Kampf, der spannend und brutal wird und den der Held nur gewinnen kann, wenn er sich besonders gewitzt anstellt. Und dann, am Punkt größter Spannung, spricht die Hexe und alle denken sich... woa, wie geil! ^^


    Sorry, dass ich das jetzt so viel geschrieben habe. Ich versuche nur immer zu erklären, was ich meine, was du machen KÖNNTEST. Es ist aber natürlich kein Muss. ^^


    Fazit: Coole Geschichte mit einer coolen Idee!

    So, jetzt hab ich mich auch mal durch die bisherige Geschichte gepflügt. Der Titel klang schon immer interessant, die Geschichte ist es auch!

    Hallo und herzlich willkommen, Rune ! :hi1:


    Viel Spaß beim Einleben, Herumstöbern, Chatten und was du sonst noch so für dich entdecken kannst ^^

    Hallo und herzlich willkommen, Litu ! :hi1:


    Viel Spaß beim Lesen, Kommentieren und vielleicht auch bald wieder Geschichten schreiben ^^

    Gerade hab ich The Trouble with Peace von Joe Abercrombie in der Buchhandlung meines Vertrauens... oder vielleicht eher meines Herzens abgeholt ^^

    Das wird ab heute gelesen. :D

    So, ungefähr einen Monat später bin ich fertig (ich glaube, es war sogar genau ein Monat :hmm: ). Wie eigentlich immer bei Abercrombie bin ich auch diesmal begeistert. Das Buch setzt A Little Hatred hervorragend und überraschend anders fort, als ich das erwartet hätte. Gut, vielleicht hab ich auch keine konkreten Entwicklungen erwartet... obwohl, doch. Tatsächlich sind allerdings alle meine Erwartungen daran, welche Ereignisse passieren überrascht worden, nichts ist so eingetreten, wie ich das vermutet hätte... Das heißt wohl, dass ich als "Orakel für die Zukunft" absolut ungeeignet bin ^^


    Jedenfalls hat's Spaß gemacht zu lesen! Jetzt heißt es noch ein Jahr auf den dritten Teil warten...


    Bis dahin überbrücke ich mir die Zeit erstmal mit Das mechanische Herz von Dru Pagliassotti. Ein Steampunk-Roman, in dem mechanische Flügel erlauben, in die Luft abzuheben... die ersten zwei oder drei Kapitel waren bisher eher so... naja. Mal sehen, wie es weitergeht.

    Hallo und herzlich willkommen im Forum, Ivero L. ! :hi1:


    Viel Spaß beim Lesen, Kommentieren, Chatten und was dir sonst noch hier so über den Weg läuft. Vielleicht reizt dich ja ein Blick ins Weltenbau-Unterforum hier. Da gibt's spannende Themen ^^

    Es scheint dazu keine feste Regel zu geben, da es sich um ein Hybridtier handelt.

    Du schreibst ja eh Fantasy, da dürftest du alles machen, was du willst. ^^


    Ich find's gut, dass du dir Gedanken machst und logisch argumentierst. Ich würde Greifen auch Eier legen lassen. Schon allein deshalb, weil ich gerade Omelette futtere. Und so ein Greifenomelette... :essen: :D

    Spaß beiseite.

    der scharfe Schnabel sowie die Krallen könnten sonst das Muttertier vor oder bei der Geburt stark verletzen

    Die könnten aber auch noch nicht ausgehärtet und damit ganz weich sein. So könntest du dann eine Verletzungsgefahr ausschalten. BTW das fände ich durchaus auch für eierschlüpfende Greifen gar nicht mal so verkehrt, dass vor allem die Krallen noch relativ weich sind.

    es würde die Aufzucht von Greifen in Gefangenschaft vereinfachen, wenn sie a) aus Eiern schlüpfen und man sie z.B. noch im Ei transportieren könnte etc. sowie b) in den ersten Wochen Nesthocker wären, was den logistischen Aufwand verringert (weniger Platz, weniger Aufsicht, ...). Sie hätten ja z.B. zur Eiablage hingezüchtet worden sein, oder nicht?

    Wenn es dir für deine Story dienlich ist, dass Greifen Eier legen, dann lass sie Eier legen. Greifenzucht finde ich einen interessanten Ausgangspunkt für viele verschiedene Geschichten :hmm:

    Hallo @Nyel , vielleicht magst du dich im Empfangssaal einmal vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben. ^^


    Ansonsten nur eine kurze Anmerkung: "Die Wilde Jagd" kommt vielleicht in The Witcher vor, ist aber keinesfalls von Sapkowsky erfunden (vgl. hier), sondern ein Name aus dem weiten Feld der Volkssagen. Das kann dir auch gute Inspiration liefern.

    Du könntest dir auch eine Geschichte zur Gründung dieser Gruppierung überlegen und daraus einen Namen ableiten, etwa wenn sich die Dämonen am See XYZ getroffen haben: "Der Geist von XYZ" (was gleichzeitig andeuten könnte, dass es sich nur um ein Wesen handelt und daher bei unwissenden Ausenstehenden mehr Angst erzeugen soll). Genauso ginge die (Jahres)Zeit als Motivation: "Die Kinder des Herbstes". Auch eine metaphorische Beziehung zu irgendetwas... etwa wenn es einen mythologischen Vordenker dieser "Lehre" gibt... könnte in "Die Kinder des..." enthalten sein. Die Frage könnte für dich auch sein: Wer ist der Namensgeber? Wenn man sich selbst einen Namen gibt, dann möchte man damit vielleicht etwas anderes ausdrücken, als derjenige, der jemand anderem einen einen Namen gibt.

    Hallo und herzlich willkommen, Neodym ! :hi1:


    Interessanter Name :hmm: Ich kenn das hautpsächlich als Material, das für den Bau von Lautsprechern verwendet wird. xD


    Viel Spaß beim Lesen, Schreiben, Kommentieren, im Chat und so weiter und so fort. Leb dich gut ein! ^^

    Hallo und herzlich willkommen, Daemonia ! :hi1:


    Viel Spaß beim Lesen, Schreiben, Kommentieren, Chatten und was du hier sonst noch für dich entdecken magst. ^^