Beiträge von Asni

    Ich quäle mich derzeit durch Tad Williams' "Der Drachenbeinthron". Vielleicht hat das ja schon mal jemand gelesen.

    Ich hab die englische Version vor ein paar Jahren geschenkt bekommen und bestimmt zwei oder dreimal angefangen und wieder aufgehört, weil's mir gar zu langweilig war.

    Ich melde mich mal für eine Woche oder so ab. Digitaler Detox und so. Ist mal wieder nötig.


    Macht's gut und bis bald,

    Asni

    Die Knebel von Mavelon

    Das wäre der perfekte Titel für eine Parodie auf "Die Nebel von Avalon"... aber in deiner Beschreibung erkenne ich irgendwie keine großen Parallelen. :hmm: Ich muss aber auch gestehen, dass ich die Nebel von Avalon das letzte Mal vor gefühlt 100 Jahren gelesen habe.... und ohne Übertreibung könnte es tatsächlich im letzten Jahrhundert gewesen sein :hmm:


    Ich lese gerade Metro 2034. Hab's von einem Kollegen ausgeliehen, der es als das schlechteste Buch in der Reihe und irgendwie doof angepriesen hat. Mir gefällt's bisher erstaunlich gut. Die Erzählperspektive ist insofern anders, als quasi das Spotlight von Charakter zu Charakter weiterwandert, ohne jemanden je doppelt zu treffen (zumindest bisher). Also fast so, als gäbe es keine wirkliche zentrale Figur. Bin mal gespannt, ob das so bleibt oder ob das nur am Anfang so ist.

    Hallo Iskaral ,


    das Magiesystem hatte ich mir bisher noch nicht angesehen, weil mir der erste Blick so nach einem starren Rollenspiel-Magiesystem aussah, eben mit verschiedenen Fertigkeiten und Stufen. Das reizt mich persönlich nie so, weil es für mich weniger wie eine natürliche Art wirkt, wie die Magie ist, sondern eher wie eine künstliche, wissenschaftliche Art (von Menschen), verschiedene Möglichkeiten der Magiewirkung zu klassifizieren und zu beschreiben. Hilfreich ist es vermutlich trotzdem, wenn man sich so ein System anlegt :hmm:

    Man benötigt einen aufgeladenen Astilla (Schwierigkeitsstufe 4) und kann anschließend mit jedem offenen Geiste Kontakt aufnehmen. Wobei über große Entfernungen nur ein sehr geschulter Geist die "Signale" präzise genug aussenden bzw. aufnehmen kann. Weshalb sowohl am Anfang, als auch am Ende der Kommunikationskette ein Telephat steht.

    Was ist für dich ein offener Geist? Ein anderer Telepath, der das theoretisch auch selbst aktiv wirken könnte, oder gibt es auch nicht-magiebegabte Menschen (oder Wesen), die trotzdem Signale wahr- und aufnehmen können? Wie stellst du dir die Signale vor? So wie Radiowellen, die sich quasi breitflächig ausbreiten, aber nur von entsprechenden Sendern empfangen werden können? Oder ist es eine direkte Verbindung wie mit einem Schnurtelefon? Gerade die erste Möglichkeit oder etwas ähnliches würde es wieder ermöglichen, dass jemand anderes mithört, was gerade für deine doch an Intrigen und Machtspielen ausgerichtete Welt ziemlich hilfreich sein könnte :hmm:


    Für die Expansion finde ich es tatsächlich naheliegener, wenn zuerst vielleicht eine kleine Serie von Kriegen größere Gebietsgewinne ermöglicht und gleichzeitig die Machtposition so stärkt, dass es danach für den Kaiser möglich ist, leichter mit eher politischen Mitteln seine Politik zu betreiben. Vielleicht reicht sogar ein Krieg oder sogar eine einzige Schlacht (oder Zweikampf), um eine Schlüsselposition (vielleicht eine Ressource zur Herstellung der Astilla?) einzunehmen und damit genug zu kontrollieren, dass eine schnelle, großflächige Reichsgründung möglich ist. Da wäre noch die Frage: Was war vorher in diesem Gebiet? Wie waren die Bewohner in sich und untereinander organisiert? Wenn der Kaiser Nomaden dazu zwingen möchte, in einer engen Stadt zu leben, ist mit mehr Widerstand zu rechnen als wenn die sozialen Dorf-Stadt-Strukturen so weiter bestehen können, wie sie eh schon waren und nur der Kopf sich ändert oder etwas mehr Steuern gezahlt werden müssen, die wiederum aber mit einem gewinnbringenden Austausch verbunden sind. Sehr schön dazu anzusehen: Das Leben des Brian. :D


    Ach ja, Worldbuilding kann so viel Spaß machen ^^

    Das Reich wird sehr dezentral geführt. Die wichtigste Position haben die Fernflüsterer inne, denn sie sind Telepathen und machen überhaupt erst die Kommunikation zwischen den Reichsteilen möglich.

    Nun, nach dem mysteriösen Tod des Ewigen Imperators wurde sein Sohn zum Prinzkaiser ernannt. Doch die eigentliche Macht liegt bei der obersten Kriegsherrin, welche die Welteroberung weiter vorantreibt.

    Die beiden blauen Passagen widersprechen sich ein wenig, finde ich. Oder besser gesagt: es kommt ein wenig darauf an, wie du das weiter ausgestaltest. Die Idee jedenfalls ist gut und eröffnet viele Möglichkeiten, etwa dass die Fernflüsterer sich abstimmen, um selbst die eigentlichen Herrscher zu sein, oder Intrigen von anderer Seite, um eine neue oberste Kriegsherrin zu bestimmen.

    Hast du dir schon Gedanken über den genauen Vorgang der telepathischen Verbindung gemacht?

    Es ist glaube ich unnötig zu erwähnen, dass die Welt nicht gerne erobert werden will und dass gegen Widerstand mit äußerster Härte vorgegangen wird. Das Reich genießt keinen guten Ruf, ist aber nicht durchweg böse, da eben neue Handels- und Kommunikationswege geschaffen und gehalten werden. Zudem verspricht das Reich mehr und größere Zufluchten zu errichten, sodass eines Tages alle Sterblichen vor den Zyklen sicher seien sollen.

    Auch hier hast du eine sehr coole politische Idee zur Expansion (Zuckerbrot und Peitsche... oder so ähnlich), die viel Spielraum lässt und viel, viel besser ist als der stumpfe böse, der irgendwann seine noch stumpferen Armeen aus Haudraufs aussendet und verliert, weil er nicht noch eindimensionaler denken könnte.

    Hinzu kommt, dass es wohl in meinem Text etwas untergegangen ist, dass zu seinen Lebzeiten die Armee lediglich als Druckmittel eingesetzt wurde und das Krieg nur im "Notfall" geführt wurden.

    Klingt für mich nicht unbedingt plausibel :hmm: Entscheidend, aber dazu hast du noch nichts erwähnt, ist die Geschwindigkeit, mit der sich das Reich größer wird. Zumindest denke ich das. Je schneller ein Reich wachsen soll, desto eher muss man "überzeugende Argumente ins Feld führen". Waffengewalt und Eroberung scheinen da plausibler als das Versprechen langfristig Wohlstand aufzubauen.

    Wenn jemand das Ziel verfolgt, ein großes Reich zu gründen oder ein existierende zu vergrößern, dann ist die gewaltsame Eroberung ein Mittel von vielen. Eine anständige Armee (oder allgemeiner Waffen und Kämpfer, könnte ja z.B. auch wenige Magier sein, die anders organisiert sind als z.B. eine römische Legion) verhindert, dass das eigene Reich von einem anderen Reich einfach so verschluckt wird.

    Ich denke, dass die chinesische Außenpolitik seit 1950 eine gute Inspirationsquelle für verschiedene Taktiken zur Umsetzung einer Strategie sein könnte. Zumindest war das meine erste Assoziation.

    Es ist die erste Zusammenkunft dieser Völker in einer NEUEN Welt. Und es gibt eine ALTE Welt, der sie ursprünglich entstammen und wo ein Krieg das "hohe Volk" fast ausgerottet hätte.

    Nun, das allein sagt ja überhaupt nichts aus. Nur weil die Welt "neu" ist, heißt das noch lange nicht, dass sie "nicht mittelalterlich" ist. Ich formuliere mal meine Anmerkung nochmal als direktere Kritik: Mir wird nicht klar, in was für einer Zeit der Prolog spielt und damit auch nicht, wie die beteiligten Charaktere überhaupt aussehen / wirken sollen. Du lässt offen, wo und wie die Völker wohnen (vom Nomadenzelt bis hin zum schwebenden Wolkenkratzer ist alles möglich), was sie essen, wie Musik und Tanz in dieser Welt sein sollen etc. Das kannst du natürlich machen, es spricht kaum etwas dagegen außer, dass Missverständnisse zwischen deinen Lesern und deiner Geschichte entstehen können.


    Ich persönlich sehe eine große, unfertige Welt als Vorteil, weil ich dann jederzeit die Möglichkeit habe komplett neue Ideen (und die werden kommen ;) ) noch mit einbauen zu können ohne komplett neu anfangen oder alles umbauen zu müssen.

    Das sehe ich auch so. Ich glaube, ich würde bei jeder Weltenschöpfung das auch bewusst so machen, dass ich selbst noch nicht alles weiß :hmm:
    Wenn man in der Welt auch Geschichten spielen lässt und sich Erzählperspektiven / Charaktere aussucht, die sich z.B. nicht für die Geschichte und die Geographie der Welt interesserien, dann tritt die Welt als Ganzes ja auch eher in den Hintergrund und es fällt gar nicht auf, dass die Welt noch nicht fertig ist.

    Hey, melli ,


    hab mir gerade mal den Prolog und das erste Kapitel durchgelesen. Gefällt mir beides ganz gut. Mir fiel es nur schwer, im ersten Kapitel die Zeit festzustellen, in der das spielt. Der Prolog scheint im Mittelalter zu spielen (zumindest noch in einer Zeit, in der Rüstungen getragen werden). Der Herzfehler und das Papier im ersten Kapitel passt da nicht ganz rein und sonst fehlen eindeutige Hinweise. VIelleicht geht das nur mir so, ist auch nicht schlimm, ist mir nur aufgefallen.

    Den Anfang des Prologs könntest du etwas mehr ausgestalten.

    Ein Fest hätte es werden sollen. Ein Fest von historischer Bedeutung. Denn zum ersten Mal seit Anbeginn hatte das hohe Volk eingeladen, zum ersten Mal wollte man gemeinsam feiern, es wäre das erste Fest in der neuen Welt, das größte, das jemals stattgefunden hätte und einen ganzen Mond sollte es dauern.

    Mit diesem Fest wollte man nicht nur den Segen der Ewigen erwirken für die neue Welt, sondern auch den elementaren Völkern danken für deren Beistand im langen Krieg. Es sollten die vielen Helden geehrt und der Toten gedacht, die Ereignisse der alten Welt zusammengetragen und den Chronisten damit ermöglicht werden, diese Geschichten aufzuschreiben, damit sie der Nachwelt erhalten blieben.

    Ich denke da gerade ein bisschen an Beschreibungen mittelalterlicher Feste, wo immer etwas mehr Details genannt werden. Etwa, wie prächtig die Stadt / Burg / ? mit im Wind wehenden Fahnen geschmückt ist, wie viele Tiere und erlesene Speisen vor- und zubereitet werden, dass fahrende Spielleute aus allen Teilen der Welt ihre Lieder zum besten geben etc. Mir gefällt der Gedanke, dass das Fest bei dir auch eine religiöse Bedeutung hat - den Segen der Ewigen zu erwirken - auch daran könntest du anknüpfen und z.B. die höchste Priesterin erwähnen, die mit ihrem Gefolge extra aus dem Tempel in die Hauptstadt gereist ist (falls das inhaltlich passt). Spannung könntest du dadurch erzeugen, dass du auch die Stimmung und Erwartung der Feiernden beschreibst, bis diese dann gebrochen wird durch die Erkenntnis, dass dieser eine Typ fehlt.


    Mal sehen, wie es mit der Geschichte weitergeht ^^

    Kritisch wird es immer bei Fragen wie "was will uns der Autor damit sagen?", wie sie in der Schule häufig gestellt werden.

    Ich kenne die Frage auch noch sehr gut aus der Schule. Sehr häufig wurde sie falsch formuliert oder falsch verstanden. "Was sagt uns der Text heute noch?", "Was bedeutet der Text, was wird dadurch ausgesagt?" sind nicht so weit davon weg (also sprachlich; strenggenommen inhaltlich schon eher). Gerade im alltäglichen Gespräch setzt man doch häufig Text und Autor gleich, einfach, weil alle am Gespräch beteiligten das schon richtig verstehen, etwa "bei Tolkien ist es so..." oder "in der Herr der Ringe schreibt Tolkien...".

    Wichtig finde ich solche Interpretationen eher aus dem Grund, dass man sich Zeit nimmt, mal tiefer über (geeignete) Texte nachzudenken und vielleicht auch das Genießen von Sprache zu erlernen (oder zumindest die Möglichkeit dazu zu eröffnen).

    Im besten, häufigsten Fall ist der Autor längst tot und denkt gar nichts mehr, und man kann den Satz "Die Gardinen waren blau" bis in "Einsamkeit, Selbstisolation, Abschottung" und sonst-was interpretieren - der Autor dachte möglicherweise einfach nur: "Die Gardinen waren blau".

    Prinzipiell stimme ich dir da zu. Allerdings gibt es schon auch Symboliken, die z.B. in einer Epoche so häufig von verschiedenen Autoren verwendet wurden, dass es eben naheliegender ist, dass die blauen Gardinen für Einsamkeit stehen, als das sie andeuten, dass alle Leute zu der Zeit blaue Gardinen hatten. Das kann man natürlich meist erst dann überblicken, wenn man aus der entsprechenden Epoche eine größere Menge an Werken gelesen hat oder es in irgendeinem Brief etc. der Autoren mal angesprochen wird.

    Eine weiße Taube kann natürlich einfach eine weiße Taube sein, aber wenn sie bei der Erstbegegnung mit Marsianern freigelassen wird, nachdem sich herausgestellt hat, dass die Aliens friedliebend sind, dann wird dadurch schon an eine sehr alte Tradition angeknüpft, dass die weiße Taube im christlichen Kontext / Kultur für Frieden, vielleicht auch für den heiligen Geist und so was steht. Umso lustiger ist es, wenn besagte Marsianer das als Auslöser hernehmen und der Menschheit den Krieg erklären :D

    Hey, Cory Thain

    Ich bin immer wieder fasziniert, wie sehr "der Deutsche" (tm) Dinge verkopfen kann. Ist das in anderen Sprach-Gebieten auch so?

    Ja, zumindest in der Anglistik gibt's die Analysen von Thema und Rhema in Texten auch. Manchmal ist es halt schon spannend, wie z.B. ein politischer Text (eine Rede) aufgebaut ist, wenn er eine bestimmte Wirkung erzeugen soll. Da wird man automatisch an Bekanntem anknüpfen und auf geteilte Überzeugungen zurückgreifen, bevor man z.B. die Abschaltung aller Atomkraftwerke verkündet (oder deren Wieder-ans-Netz-Gehen).

    Dazu fällt mir eine Hausarbeit ein, die ich in einer ähnlichen Richtung mal geschrieben habe. Es ging um Argumentationsmuster und rhetorische Mittel in politischen Texten und Geschichten der Auseinandersetzung von progressiven und konservativen Schriftstellern und Politikern in England mit der französischen Revolution. Ja, das Thema hat höchste Bedeutung für alle Menschen :rofl: , aber es war tatsächlich spannend und hat mir gezeigt, wie völlig gegensätzlich sich z.B. Metaphern einsetzen lassen.

    Werden Texte besser, wenn man sie durch die Germanistik-Mühle treibt?

    Bestimmt nicht automatisch, aber letztlich sind die Analyse- und Beschreibungswerkzeuge ja auch vor allem Hilfsmittel, die ich einsetzen kann (aber nicht muss). Vielleicht kann man das mit einer Brille vergleichen, die man aufsetzt, um etwas anderes im Text bewusster wahrzunehmen. Natürlich braucht das nicht jeder. Oder um mal in der Metapher zu bleiben:

    Viele Menschen haben zwei gesunde Augen und sehen damit ganz hervorragend. Andere brauchen eine Brille oder Kontaktlinsen. Manche schleppen riesige Ferngläser mit auf ihre Wanderungen, damit sie Wildtiere beim Futtern detailliert beobachten können. Andere schauen Zellen unter einem Mikroskop an. Jeder hat dabei natürlich andere Interessen, Bedürfnisse, Erfahrungen, Ziele, etc. und dementsprechend nutzen sie die Hilfsmittel, die ihnen am geeignetsten erscheinen.

    Mir ist egal, ob da ein Thema, ein Tremor oder ein Plusquamperfekt im ersten Satz steht. Es muss für mich(!) zu meiner Geschichte passen, zu meinem Stil und grammatikalisch und ortodingslich einigermaßen korrekt sein...

    Eine Lektorin oder der Autor einer ganzen Serie von Büchern (die also beide sehr viel mit ersten Sätzen zu tun haben) könnten sich irgendwann fragen: Wie können wir erste Sätze so gestalten, dass sie funktionieren? Was macht gute erste Sätze eigentlich aus? Meiner Meinung nach ist das eine Frage mit mindestens zwei Aspekten: zum einen natürlich ein sprachlicher Aspekt, zum anderen aber auch ein psychologischer: Was wird eigentlich als "guter erster Satz" bewertet. Auf der Ebene, auf der wir das hier im Forum betreiben, geht es uns vor allem darum, uns auszutauschen, verschiedene Beispiele zu sehen und uns eine Meinung über und ein Gefühl für erste Sätze zu bilden. Einer Wissenschaftlerin ist das vielleicht nicht genug (und passt auch nicht so ganz zu den Anforderungen, die ihr Berufsfeld stellt). Sie möchte objektiv beschreiben können, was gute erste Sätze ausmacht. Zugegeben, die Frage scheint mir wissenschaftlich etwas zu eng und zu irrelevant, aber man weiß ja nie ^^ Und wie es in jedem Beruf üblich ist, hat man die jeweilige Fachsprache zu lernen, weil das eben auch Teil des Berufs ist. In den meisten Wissenschaften kommt noch dazu, dass man alles möglichst genau und unmissverständlich (im Sinne von nicht zweideutig) formuliert, was sehr schnell eben "verkopft" wirkt.

    Also auch hier gilt, dass verschiedene Leute eben verschiedene Bedürfnisse haben. Dass es da zu Reibungen zwischen verschiedenen Meinungen kommt, ist dann ja auch irgendwie klar. So sind wir halt, wir Menschen ^^


    Ja, jetzt weiß ich auch nicht, warum ich so viel geschrieben habe... xD Bin halt auch etwas verkopft ^^

    Interessante Idee, Iskaral . Vor allem die etwas andere Interpretation von Jahreszeiten :hmm:

    Mein erster Gedanke dazu war, dass es sich nur um eine Umbenennung handelt (statt Frühling "Zeit des Wachstums" etc., während sonst alles beim Alten bleibt; zumindest ungefähr). Die Idee mit den abgeschirmten Siedlungen macht das aber interessanter, vor allem dann, wenn du auch auf die Auswirkungen einer solchen Siedlungsstruktur eingehst. Das passt dann zu deiner Frage:

    Mein Problem ist, dass so etwas die Bevölkerungen natürlich ziemlich isoliert und zu einer Welt, in der es Flächendeckende Imperien geben soll, nicht unbedingt gut passt.

    Nun, ein Imperium kann ja viel verschiedenes sein: ein römisches Reich, mit strikt verwalteten und ich nenne es mal kolonisierten Gebieten oder eher das Reich der Mongolen unter Dschingis Khan, die z.B. keine Städte, Festungen und tausende Kilometer an Straßen gebaut haben. Insofern, ja, das lässt sich schon machen.

    Gerade stelle ich mir die "magischen Schilde" ungefähr wie "gläserne Halbkugeln" vor (nur natürlich nicht aus Glas), die einen bestimmten Bereich darunter schützen. Die erste Konsequenz daraus ist doch, dass jeder Mensch am liebsten unter einem solchen Schutz leben möchte. Dennoch könnte es aber auch Menschen geben, die außerhalb dieser Schilde leben (müssen). Hier gibt's vielleicht eine soziale Trennung, eine geschützte Oberschicht (ähnlich den römischen Bürger) und eine ausgesetzte Mittel- und Unterschicht, die eben ohne magischen Schutz überleben müssen. Daraus lässt sich eine ganze Menge für die Völker und Reiche ableiten.


    Darüber hinaus müsstest du dir überlegen, wodurch der Zusammenhalt der Reiche gewährleistet wird. Gerade wenn es mehrere Zufluchten innerhalb eines Reiches gibt, würde man erwarten, dass jede irgendwann einmal nach mehr Macht & Einfluss oder Autonomie & Unabhängigkeit streben wird. Dieser Zusammenhalt kann auch über mehrere verschiedene Dinge erreicht werden, etwa eine gemeinsame Armee, eine gemeinsame Religion, Handelsbeziehungen, einen Monarchen, der alle Macht verteilt (im Sinne eines Lehnswesens) o.ä. Das wäre jetzt eher klassisch / historisch. Etwas mutiger wäre vielleicht das Verfolgen einer gemeinsamen Idee, wie es etwa in der französischen Revolution (aber halt nur für Frankreich) oder in der amerikanischen Demokratie (pursuit of happiness) geschah. Natürlich lässt sich das auch beliebig kombinieren und pervertieren (eine Demokratie, die eigentlich von Oligarchen regiert wird).

    Neben diesem eher inneren Zusammenhalt spielt gerade für die Zeit der Stürme und die Zeit des Eises die Kommunikation zwischen verschiedenen Zufluchten mMn eine wichtige Rolle. Wie werden Nachrichten zwischen den einzelnen Zufluchten ausgetauscht? Welche Infrastruktur ist dafür vorhanden oder wird durch Stürme und Eis evtl. immer wieder auf's Neue zerstört? Hier gibt's natürlich in der Fantasy schon ne ganze Menge an Ideen, die du nutzen könntest: menschliche Boten, Brieftauben, Raben, sehende Steine & Glaskugeln, vielleicht die Möglichkeit, per Telepathie zu kommunzieren etc. Je nachdem, was in deiner Welt alltäglich (aber auch prinzipiell möglich) sein soll, ergibt sich eine andere, begründete Art und Weise, wie die Staaten aufgebaut sind und wie sie (nicht) funktionieren.


    Persönlich finde ich im Augenblick die Möglichkeit sehr interessant, dass die Zeit des Eises tatsächlich dazu führt, dass die Siedlungen voneinander völlig abgeschnitten sind. Wenn man das damit kombiniert, dass in der Zeit des Wachstums "die Karten neu gemischt werden", dann ändert sich das Aussehen des Landes außerhalb der Zufluchten im Laufe der Jahre bzw. ziemlich schnell. Das stellt eine zentrale Verwaltung vor eine Menge Herausforderungen. Spontan fällt mir dazu das antike Ägypten ein, wo jedes Jahr anch den Nilüberschwemmungen die Ackerflächen neu ausgemessen und verteilt werden mussten, wofür eine Kaste qualifizierter Staatsbeamter nötig war, die fit in Mathematik waren. Auf welche Art sich das bei dir äußern könnte, bleibt natürlich dir überlassen, aber gerade wenn sich z.B. Flußläufe ändern und Wälder innerhalb kürzester Zeit wachsen können, wird man eine Menge Kundschafter & Pioniere benötigen, wenn große Mengen an Waren zwischen Zufluchten transportieren möchte. :hmm:


    Das relativiert auch zu einem großen Teil diese Idee:

    Die Welt ist weitgehend entdeckt, es gibt keine unbekannten Regionen, sondern jeder Kontinent ist bekannt

    Wenn nur z.B. Küstenlinien und Berge sich kaum durch die Zyklenzeiten verändern, dann bedeutet "es gibt keine unbekannten Regionen" etwas völlig anderes als für uns heute.

    Im Großen und Ganzen gefallen mir die Ideen, die du hier für deine Welt präsentierst. Sie eröffnen eine Menge Möglichkeiten, spannende Geschichten zu erzählen.

    Hallo Hannes,

    Ich wollte es so machen das der ex Gladiator die Geschichte als ich Erzähler wiedergibt, und der rote Faden und die Story einfach die Erzählung seines Lebens ist. Also so das er als alter Mann seine Geschichte nieder schreibt. Ginge das?

    Persönlich bin ich nicht so der Fan von langen Geschichten mit Ich-Erzähler, deswegen würde ich dir davon abraten.

    Was aber durchaus interessant und gut wirken könnte, wäre eine gemischte Erzählweise: einige Kapitel aus der Ich-Perspektive, die Jahre später "spielen", in denen der Gladiator als alter Mann jemandem sein Leben erzählt oder eben niederschreibt; den Hauptteil der Handlung in der Vergangenheit würde ich aus der 3. Person erzählen.

    Für den roten Faden würde ich mir trotzdem noch ein Ziel überlegen, oder mit anderen Worten: einen großen Spannungsbogen, der vom Anfang bis zum Ende reicht. Und dann vielleicht noch mehrere kleinere Episoden, die in sich abgeschlossen sind. Der Grund für diesen Rat ist schlicht der, dass du vermeiden solltest, in eine "Und-Dann"-Erzählung zu kommen. Damit meine ich, dass du chronologisch erzählst, was als nächstes passiert ist. "Und dann geschah folgendes... Und dann passierte..." etc. Das kann sehr schnell sehr langweilig werden und wie eine bloße Aufzählung wirken.

    Herzlichen Glückwunsch LadyK und Stadtnymphe ! Und Danke an alle, die mitgemacht haben! Mir haben alle Bilder ziemlich gut gefallen, so dass die Wahl dann doch ziemlich schwer war.


    Daraufhin habe ich im Internet wie wild probiert, die JPGs zu komprimieren, aber auch das hat nicht viel gebracht. Daher diese zusammengequetschten WIPs. Bitte, gebt mir gerne Tipps, wie ihr eure Fotos kleiner macht!!

    Ich hab das mal mit dem kostenlosen Programm GIMP gemacht. Wenn ich mich richtig erinnere, skaliert man in dem Programm das Bild einfach auf weniger Pixel runter. GIMP eignet sich auch, um aus dem Standardavatar grimmige Schneemänner (und süße, kleine Häschen) zu malen :rofl:

    Die „Sonnenwelt“ hat ihren Namen weil das Leben in dieser Welt nicht aus dem Meer kam sondern von unter der Erdoberfläche.

    Das klingt erstmal überhaupt nicht nachvollziehbar xD . Aber die Erklärung finde ich dann schon passend. Dazu kurz eine Frage: Gibt es in deiner Welt Evolution?


    Dabei ist zu beachten dass „Sonnenwelt“ nicht kollektiv den Planeten meint, sondern ausdrücklich nur die Landmasse, nicht das Meer und auch nicht den Untergrund, die eigene Namen haben.

    Das finde ich ein interessantes Konzept :hmm: Vor allem ist sehr gut daran, dass es meistens erst dann einen Anreiz gibt, etwas mit einem Namen zu belegen, wenn man es von etwas anderem abgrenzen muss. Ich finde, dass man das recht schön an den Namen der Objekte in unserem Sonnensystem sehen kann. Viele Planeten sind nach römischen Göttern benannt, aber die Sonne heißt zumindest in der Alltagssprache einfach Sonne. Gleiches gilt für die Erde und den Mond. So gesehen ziemlich langweilige Namen.

    Grundsätzlich stimme ich Cory schon zu, dass es eignetlich deine Freiheit ist, dir zu überlegen, wie viel du dir vorher überlegen willst etc. Aber ich sehe schon auch, dass man manchmal eine Geschichte schreibt, die in einer ziemlich unbestimmten Fantasy-Welt spielt. Ich hab das bei einer Geschichte im Schreibwettbewerb so gemacht (Elfenbier und Zwergensang), während ziemlich viele meiner anderen Geschichten in immer derselben Welt spielen (ohne dass der Leser das notwendigerweise jetzt schon wissen muss).

    Für den "Minimalfall" - also nur so viel Welt wie unbedingt nötig, dass man die Geschichte noch verstehen kann - kann man deine Fragen schon auch beantworten, allerdings wird das immer etwas unzufriedenstellend bleiben.

    3. Was würdet ihr sagen was sind die wichtigsten Dinge, die ich über die Welt wissen muss

    Im Grunde müsstest du nur so viel über die Welt wissen, wie du darstellen möchtest. Für meine oben verlinkte Geschichte hab ich mir nur ausgedacht, dass es eine Stadt der tausend Völker gibt, in der alle möglichen Fantasy-Rassen mehr oder weniger friedlich nebeneinander leben, Zwerge Bier brauen und Elfen traditionell Wein keltern. Allein aus diesen Klischees lässt sich eine Geschichte spinnen, die solange funktioniert, bis kritische Leser weitergehende Fragen stellen. Die kann ich aktuell (noch) nicht beantworten. Solange alles in der Geschichte glaubwürdig und überzeugend wirkt, spielt es so gesehen keine Rolle, dass die Kulisse nur aus Pappe besteht.

    1. Wie viel erarbeite ich von der Fantasywelt.

    Auch hier reicht letztlich: Gerade soviel, wie nötig. Ich habe mir keine Gedanken über die Stadtgeographie oder die Architektur oder so gemacht. Selbst die vorkommenden Fantasy-Völker sind bloße Klischees. Ich hab keine Ahnung, warum es in dieser Welt Elfen und Zwerge gibt, ich habe keinen Schöpfungsmythos und keine Hintergrundgeschichte. Alles was ich vorher von der Welt erarbeitet habe, ist das Wirtshaus, in dem das ganze spielt. Davon hab ich allerdings eine ziemlich genaue Vorstellung. Für die Geschichte spielt das keine große Rolle, denn nichts davon wird thematisiert (weder das, was ich weiß, noch das, was ich nicht weiß).


    Wie verbinde ich da das mit dem Weltenbau?

    Im Grunde kannst du doch die Schneeflockenmethode (falls ich das richtig verstanden habe) auch auf den Weltenbau anwenden: Im ersten Schritt entwirfst du eine einfache Welt für deine Geschichte. In meinem Fall ist das die Stadt der tausend Völker (ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich das überhaupt in der Geschichte genannt habe). Die Welt drumherum... davon weiß ich nichts. Sie gibt es, denn irgendwo wachsen Weintrauben für den Wein und Gerste, Weizen und Hopfen für das Bier. Die Stadt bleibt bei mir genauso blass, wie die Welt drumherum. Ich weiß nicht, ob die Stadt eine Stadtmauer hat oder wie groß sie ist. Auch ob sie an einem Fluss liegt, weiß ich noch nicht. Das spielt auch keine Rolle, denn die Geschichte funktioniert trotzdem.

    Somit würde ich sagen, dass ich beim Weltenbau höchstens den ersten Schritt gegangen bin. Ein bisschen wie im Theater, wo man nur einen Raum, in dem das ganze Stück spielt, ausgestaltet und dem Leser... ich meine natürlich dem Zuschauer... zeigt und von allem anderen höchstens berichtet wird.


    Wie entwickle ich ein Gefül für die Welt?

    Ich glaube, da hat jeder seine eigenen Methoden. Für manche stellt sich die Frage nicht, weil die Welt durch ihre Festlegungen gestaltet wird. Andere bekommen ei Gefühl für ihre Welt, weil sie anfangen, in Gedanken darin zu leben und zu erkunden, was passiert, wenn... Auch die Art und Weise, wie das jeweils passieren kann, kann ganz unterschiedlich sein. Bei mir passiert viel im Kopf, während ich spaziere oder wandere. Andere malen vielleicht Bilder oder stellen sich die Stimmung einer Szene (oder eines Teils der Welt) mit Hilfe eines bestimmten Songs vor. Alles ist denkbar.

    Ich persönlich wiederhole immer und immer wieder den gleichen Vorgang der Geschichte. Was passiert wo auf welche Art? Wie reagieren die Charaktere? Wie beeinflusst das Verhalten des einen Charakters den anderen etc. pp. Je öfter man das macht, desto mehr festigen sich bestimmte Varianten. Dann fällt dir vielleicht auch auf, dass das Verhalten eines Charakters in einer Situation nicht zu den anderen Situationen passt. Warum? Ist das dann nicht mehr stimmig (maW: passt das nicht zu deinem Gefühl der Welt?) oder musst du den Charakter anders auffassen?


    Zusammengefasst gehe ich davon aus, dass es möglich ist, für eine Fantasy-Geschichte nur so viel World-Building zu betreiben, wie unbedingt nötig ist, um alle in der Geschichte auftretenden Fragen zu Hintergründen etc. zu beantworten. Eine völlig ausgearbeitet Welt braucht es dafür nicht, aber die Konsistenz der Welt sollte gewährleistet sein, d.h. sie sollte nicht am Anfang so und am Ende ganz anders sein (außer genau das wäre das Thema der Geschichte).


    Ich will etwas schreiben mit etwas Symbolik, a la Narnia.

    Dafür würde ich dir raten, dir aufzuschreiben, was die Bedeutung sein soll und dann, durch welche Zeichen du das ausdrücken möchtest. Z.B. steht eine weiße Taube häufig für Frieden. Wenn also ein König seinem Koch befiehlt, eine weiße (Brief)Taube, die aus dem benachbarten Königreich mit einer Nachricht angefolgen kam, zu rupfen und als gefülltes Täubchen zum Abendessen zu reichen, dann kann man das symbolisch so interpretieren, dass er dem anderen Königreich den Krieg erklärt oder so (vgl. dazu auch sehr humorvoll den Film Mars Attacks :D ).

    Genauso könnten die Charaktere weniger "echte Personen" sein, sondern mehr symbolische Stereotypen... ich denke da gerade z.B. an den "deutschen Michel", der stellvertretend für das deutsche Volk steht (oder zumindest im 19. Jhd. sehr häufig dafür stand). Diesen Fall hast du auch, wenn ein Charakter z.B. nach einem Konzept wie der Göttin Justizia modelliert ist, d.h. blind ist (oder sonst irgendwie verbundene Augen hat), eine Waage und ein Schwert hat... das kann man natürlich immer abwandeln, also das Schwert durch das Schweizer Taschenmesser einer Pfadfinderin ersetzen ^^ Ich könnte mir vorstellen, dass es relativ schwierig ist, das gut umzusetzen :hmm: