Beiträge von Xarrot

    Wie von meinen Vorrednern schon so ähnlich gesagt, könnte ich mir vorstellen, dass die Bürokratie ziemlich zu fluchen anfangen würde, weil jetzt alle Daten irgendwie falsch sind. Daraus lässt sich dann wiederum alles mögliche spannen. Von Verwirrung und Chaos innerhalb der unteren Verwaltungsstufen, wenn plötzlich keiner mehr weiß, wann welcher Feiertag zu begehen ist. Bis hin zum völligen Staatskollaps, wenn die Steuern plötzlich ausbleiben.

    Eher umsetzbar wären da kleinere Änderungen im Kalender. Zum Beispiel mal hier ein neuer Feiertag, oder da wird von einem Monat was gemopst und an einen anderen angehängt ... Gab es ja alles auch schon ... :whistling:

    Das hat mich dann irgendwie doch rausgeworfen, weil's so arg lang war. Aber es kann gut sein, dass das mit jedem Mal lesen dann auch wieder anders ist...

    Der Vers war auch ne Qual, weil "mit" an der Stelle ein echt blödes Wort war um darauf nen kürzeren Reim zu finden xD
    Für Ideen und Vorschläge bin ich natürlich immer offen. :whistling:

    Bei der anderen Stelle mit den Hümmelchen bin ich mir gerade auch net ganz sicher ob die so Sinn macht :hmm: Das ganze ist bissl zweideutig gemeint, von wegen das Hümmelchen einmal als das Instrument und zum anderen als das Insekt, damit ich nen Reim mit bilden kann. Kommt das so hin oder hab ich mich da verschätzt?

    Das ist mal ein kleines Testgedicht und ich wollt eure Meinung dazu hören. Vielleicht mach ich ja sowas öfter, auch wenn es mir diesmal irgendwie schon fast etwas zu ernst im Ton geworden ist. Beinahe hätte ich am Ende noch so eine Finger schwenkende Mahnung eingebaut, aber das war mir dann doch zu viel Klischee :whistling:

    Das Lied der Elster

    Der Morgen graut,
    uns übles flaut.
    Die Elster singt ihr Liedelein:
    „Tritt ein, steck's ins Säckelein!“

    Durch Weid und Tal,
    sechs Spielleut ziehn,
    einer breit, einer schmal,
    zwei Schwestern, einer alt mit grimmger Mien,
    und der Chef der Bande,
    reisen durch unbekannte Lande.
    Sie spähen nach Haus und Hof,
    und Instrumente kurios,
    warten im Gepäck,
    Trommeln, Leihern, Dudelsäck,
    Laute, Fidel und Schalmei,
    mit dem Dorffriede war's vorbei,
    als auch schon die erste Note,
    hallt durchs Dorf, ein schneller Bote.
    Die Leute öffnen Tür und Fenster,
    glauben an Gespenster,
    als die Melodie ertönt,
    vom Spielmann der dem Weine frönt.
    Die Straß hinab ins Dorf hinein,
    spielen sie ihr Tänzelein,
    und die Leute klatschen artig mit,
    Spielleut man nimmer Gastfreundschaft verbitt!
    Der Trommel rollendes Getöse,
    versetzt der Morgenluft stumpfe Stöße.
    Darüber brummt das Hümmelchen,
    und tanzt mit seinem Stümmelchen,
    dazu im schlängelnden Reigen,
    den die Schwestern munter geigen.
    Eins, zwei, drei und vier der Musikanten,
    wohin die andern beiden wohl entschwanden?
    Das Dorf tanzt entlang der Straße,
    im Felde lauscht sogar der Hase,
    und nichtmal der Falke droben sieht die Übeltäter,
    der guten Sitten lausige Verräter!
    Derweil das Volk vor dem Hause springt,
    man es hinterrücks um ihr Vermögen bringt,
    und all die schönen teuren Dinge,
    Schmuck, Geld und gar Vaters alte Klinge,
    verschwinden in den Jutesäcken,
    bis das Haus und alle Ecken,
    ist bar allem was nicht niet und nagelfest,
    und der Dieb das Haus flugs zur Hintertür verlässt.

    Und hörst du, wie die Elster singt:
    „Wer nicht klaut, der nicht gewinnt!“

    »Mir gehört das ganze Haus«, bemerkte er monoton, schmiss die Lederhandschuhe in seinen Helm

    »Du müsstest dich jetzt sehen.« Er nickte die Glasfassade hinauf. »Ich wohne ganz oben zur Miete.«

    Und ich wollte Greta schon raten, ran an den Speck, der hat Geld! :ugly:

    Ich weiß nicht obs Tagesfassung ist, aber die Beschreibung von Klagers Wohnung hat sofort Bilder von so eine etwas schlecht beleuchteten, aber allgemein recht aufgeräumten Räumlichkeiten hervorgerufen. Falls du da irgendetwas beim Schreiben anders gemacht hast, unbedingt beibehalten, so war's noch besser als sonst :D

    Yey Skadi! :D

    Und dass der Grund für Fritz' Fluch in Dingen liegt... die auch unser Ralf mit der Bäuerin gemacht hat

    Stimmt, das wäre möglich :hmm: Um ehrlich zu sein hab ich mir da selbst null Gedanken gemacht, ich mein, das ganze ist dermaßen sinnlos, was will ich da begründen?

    Die sind immer oben, aber meines Kenntnisstandes nach gehören die in deutschen Texten zu Anfang unten, und zum Ende der Rede oben.

    Das liegt daran, dass mein OpenOffice zum Zeitpunkt als ich die Geschichte geschrieben hab, irgendwie auf "Norwegisch, Bokmål" eingestellt war ... Außerdem seh ich grad, isses bei mir im Forum irgendwie genauso: """""""" Wasch da lous?! :doofy:

    Wegen der Anrede: Der Bürgermeister siezt den guten Ralf, weil er ihn ja auch die ganze Zeit mit Herr Mannelig anredet und Fritz und Ralf ihren/ euchen sich gegenseitig, weil ... keine Ahnung ... Weil ich lustig drauf war, ich hoffe das stört nicht :whistling:

    Die Geschichte hab ich schon vor einer ganzen Weile für eine Anthologie außerhalb des Forums verfasst und wollte sie jetzt auch hier mal hochladen. Ein paar kennen sie bestimmt schon, weil sie sie mal für mich Korrektur gelesen haben, danke dafür :D :

    Ralf Mannelig Feuerbart

    "Der Bürgermeyster lässet ferkünden, daß man eyn Jäger suchet. Es solle jedoch nur der for ihn treten, dem es an Erfarung und dem nötgen Können nit mangelt. Außerdem möge er bereyt seyn, auch im Angesiecht des Todes an seynen Eiden, die for dem Bürgermeyster personlich zu leysten sint, festzuhahlten."
    So stand es Wort für Wort in roten Lettern auf dem Schild geschrieben, das scheinbar der Dorftrottel persönlich angefertigt und an die Tür des Wirtshauses gehängt hatte. Davor wartete ein bärtiger Mann in der Kleidung des typischen Vagabunds und musterte die Buchstaben, als wäre jeder einzelne Rechtschreibfehler eine Sehenswürdigkeit für sich.
    Betrachtete man sich den Fremden aber einmal ebenso genau, wäre einem wohl vor allem der verdreckte, graue Mantel aufgefallen. Das arme Stück Stoff musste früher einmal einer ganzen Horde von Schneidern als Versuchsobjekt gedient haben, die seine Innenseite mit zahlreichen Täschchen versehen hatten. Aus einer weiteren Tasche, die als einzige außen angebracht worden war, ragten zudem ohne erkennbaren Nutzen ein halbes Dutzend Möhren. Die vorübergehenden Dorfbewohner konnten sich nur schlecht einen Reim darauf machen. Entweder dienten sie dem Fremden selbst als Wegzehrung, oder als Bestechungsmittel für Pferde.
    Der Nutzen des nächsten Gegenstandes, der in einer schmucklosen Scheide von der Hüfte des Mannes baumelte, war dagegen nur allzu offensichtlich. Für was sonst führt jemand auf der Straße ein Schwert mit sich, wenn nicht für den Kampf? Dazu trug er einen recht gewöhnlichen, wenn auch zerkratzten Lederharnisch, von Schlamm verschmierte Stiefel, sowie eine handliche und mit einem Gurt um die Brust geschnallte Armbrust. Doch das wirklich durch und durch seltsame an dem Fremden, war sein Bart.
    Warum? Nun, der als Ralf Mannelig gebürtige Mann hatte seinen Beinamen Feuerbart auch nicht von ungefähr bekommen. Wobei der Grund ein gänzlich anderer war, als manch einer erwarten würde. Rote Haare suchte man an ihm nämlich vergeblich. Doch dafür fiel etwas anderes sogleich ins Auge: Die zu zwei Zöpfen geflochtene Gesichtsbehaarung des werten Herrn Manneligs war hochgradig unsymetrisch. Oder anders gesagt, der linke Zopf hing bei weitem tiefer als der rechte. Diesen Umstand verdankte er zum einen der Flamme einer Kerze, zum anderen seiner eigenen Faulheit. Allerdings spielte gepflegtes Aussehen in seinem Gewerbe ohnehin nur eine sehr geringe Rolle und für das, was er nun vor hatte, sogar gar keine.
    Schließlich wandte er sich von dem Schild ab und stapfte mit eiligen, aber entschlossenen Schritten über den von Bauernhäusern umringten Dorfplatz davon.

    Weiningen war ein Kaff. Eine andere Bezeichnung wäre wohl nichts als eitle Beschönigung gewesen, denn selbst Ralf Mannelig hatte eigentlich nur der Zufall hierher verschlagen. Weit ab vom Schuss konnte es bis auf Hügel, friedliche Wäldchen und Kühe eigentlich nichts bieten. Selbst den namensgebenden Wein suchte man vergeblich und manch einer munkelte gar, dass das Dorf nur so genannt wurde, weil der Gründer über seine Einsamkeit am liebsten geheult hätte. Somit war auch das Haus des Bürgermeisters, am Ende der einzigen Straße im Ort geradezu ein Abbild des einfachen Lebens, das die Leute hier draußen unweigerlich führen mussten. Wobei selbst besagte "Straße" eher den Anschein eines ausgetretenen Pfades machte, an den sich links und rechts vereinzelte kleine Häuser mit Garten schmiegten. Es wirkte alles so ländlich und friedlich, dass man kaum glauben mochte, was für ein Problem die Menschen nun schon seit drei Monaten plagte ...
    "... und Hörner hatte es, wie ein Stier!" Bürgermeister Martin wirkte auf Ralf Mannelig überhaupt nicht wie eine Amtsperson. Auf den ersten Blick hätte er den kräftigen Mann mit der Halbglatze, dem struppigen Bart und der rauen Stimme eher für einen Holzfäller gehalten. Wobei, in einem solch abgelegenen Dorf war es wahrscheinlich gar nicht so ungewöhnlich, wenn auch der Bügermeister mal ein wenig Hand anlegte. "Aber fragen Sie unseren Fritz, dem ist das Vieh doch glatt über den Acker getrampelt!"
    Mittlerweile hatte sich mit etwas um die vierzig Einwohner das komplette Dorf vor dem Häuschen seines Bürgermeisters eingefunden und bildete eine aufgeregt schwatzende Traube um den Fremden. Tatsächlich hing das Schild vor dem Wirtshaus schon seit zwei Monaten dort, allerdings war Ralf Mannelig bisher der erste Jäger, der sich in dieses entlegene Örtchen verirrt hatte.
    Weiningen sei der Heimsuchung eines teuflischen Wesens verfallen, so klagten die Leute. Ein gehörntes Biest, das des Nachts bei Vollmond auf dem Hügel außerhalb des Dorfes gesichtet wurde. Für Ralf Mannelig klang das zwar schwer nach dem üblichen Hinterwäldlergeschwätz, doch hatte der Bürgermeister noch rechtzeitig das Wort "Lohn" fallen lassen, um sein Interesse zu wecken. Nun stand er übertrieben aufmerksam nickend da, während die Umstehenden abwechselnd auf ihn einredeten. Wenn er dafür bezahlt wurde sich mit einer Spukgestalt zu prügeln, die vermutlich ohnehin nur dem Suff irgendeines Kerls entsprungen war, dann bitte sehr! Leichter ließ sich Geld dieser Tage wohl kaum verdienen.
    "Ja ... ja ... und äh ... groß war es auch noch", stimmte der Mann namens Fritz hastig stotternd seinem Bürgermeister zu.
    Die harte Feldarbeit hatte ihm ein dürres, aber sehniges Äußeres beschert, also nichts ungewöhnliches für einen Bauern. Sein Verhalten wirkte auf Ralf Mannelig dagegen schon eher verdächtig. Denn während alle anderen hoch erfreut schienen, dass sich nun endlich jemand des Monsters annahm, sah Fritz so aus, als wäre er am liebsten im Boden versunken. Wahrscheinlich wuchs der ganze Unsinn hier gerade auf seinem Mist, was Ralf Mannelig in seiner Vermutung, dass dieses Ungeheuer nichts als ein Hirngespinst war, noch weiter bestätigte.
    In diesem Moment meldete sich ein weiterer Mann zu Wort.
    "Und vergiss nicht die Hufe, Fritz, seine Hufe! Ich sag euch ja, das ist der Teufel persönlich, der da auf dem Hügel nachts um die alte Eiche tanzt!" Der Kerl war groß, muskulös, bärtig und wenn es hier nicht noch einen zweiten Bürgermeister gab, diesmal auch tatsächlich Holzfäller. "Wenn ich nur wieder an dieses Gebrüll denke, läuft`s mir schon kalt den Rücken runter ..."
    Auch diesmal nickte Ralf Mannelig bloß verstehend, bevor er einen kurzen Moment schwieg und dabei ein Gesicht machte wie ein Student, der gerade an einer besonders verworrenen Rechenaufgabe sitzt.
    "Also ...", begann er schließlich und spielte dabei fast schon übertrieben nachdenklich mit seinem längeren Bartzopf. "... Hörner, Hufe, groß, nachtaktiv und schauerliches Gebrüll, das klingt mir alles doch schwer nach einer ... ruberus Bovis!" Gott sei Dank wusste hier keiner dieser Hinterwäldler, was Latein war! Hätte man die Grütze einmal übersetzt, die sich Ralf Manneligs Gehirn so hastig zusammengewürfelt hatte, wäre dabei nämlich die furchterregende "rote Kuh" herausgekommen. "Aber keine Sorge! Mit der hatte ich schon öfters zu tun ... die sind recht verbreitet in dieser Gegend."
    "Also nehmen Sie den Auftrag an?" Der Bürgermeister hielt sogar den Atem an, während er auf die Antwort des Jägers wartete.
    "Aber natürlich! Ich kann doch so liebe Leut wie euch nicht einfach schutzlos einer rubus Boftis ausliefern!", meinte Ralf Mannelig großspurig und ringsherum stießen die Einwohner von Weiningen erleichterte Seufzer aus.
    Freudestrahlend ergriff der Bürgermeister die Hand des Jägers und schüttelte sie überschwänglich, während gleichzeitig aus allen Richtungen die Dankesbekundungen der Leute auf ihn einprasselten wie Kanonenfeuer. Nur der Bauer Fritz wirkte, als hätte ihn eben jene Kanone ihre Kugel mit Wumms in die Magengrube gefeuert. Wie er da so stand, bleich und dürr konnte der arme Kerl einem fast schon leid tun können. Doch als Vagabund wie er im Buche steht, hatte sich Ralf Mannelig noch nie sonderlich viel aus Dingen wie Mitgefühl gemacht und anfangen würde er damit jetzt auch nicht. Wenn man sich schon im Alkoholrausch Untiere ausdachte, musste man eben mit ihnen leben.
    "Nun, Herr Mannelig, ich hoffe ein halbes Dutzend Groschen sind als Vorschuss angemessen?" Mit diesen Worten förderte Bürgermeister Martin einen Stoffbeutel zu Tage, aus dem er sich einige Münzen in die Hand schüttete und abzuzählen begann. Was sollte man dazu noch sagen?
    "Aber freilich, so soll es sein!" Gut gelaunt nahm Ralf Mannelig seine Bezahlung an und verzichtete als Zeichen der Höflichkeit sogar darauf den Betrag nochmals nachzuprüfen.
    "Natürlich bekommen sie auch ein Zimmer in der Herberge gestellt, nur für ihr leibliches Wohl müssten Sie dann selbst sorgen", fügte der Bürgermeister noch hinzu, während er den Beutel wieder an seinen Gürtel festband.
    Ralf Mannelig versuchte derweil fast krampfhaft sein Grinsen nicht ganz so dreckig aussehen zu lassen. Dank seines üppigen Bartwuchses funktionierte das wohl auch ganz gut, denn eine junge Frau mit braunen Locken und Sommersprossen warf ihm sogleich einen äußerst vielsagenden Blick zu. Der Jäger senkte daraufhin scheinbar verlegen den Kopf, obwohl er sich lediglich mit Mühe das Kichern verkneifen musste. Schließlich gab er mit einem höflichen Nicken zu verstehen, dass für ihn soweit alles geklärt war.
    "Dann auf eine erfolgreiche Hatz, Herr Mannelig!", rief der Bürgermeister und klatschte gut gelaunt in die rauen Hände.
    "Oh, das wird es! Ich will mich auch sogleich an die Vorbereitungen machen. Eine rubeus Bovris sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen! Am besten geht man sie mit einem langen und harten Speer an ..." Bei diesen letzten Worten warf Ralf Mannelig der jungen Frau einen ebenfalls äußerst vielsagenden Blick zu.
    Schließlich verabschiedete er sich vom Bürgermeister und den Dorfbewohnern, um eiligen Schrittes zum Wirtshaus zurückzukehren. Es galt nun keine Zeit mehr zu verlieren. Vermutlich würden ihn seine Vorbereitungen sogar noch bis in die Nacht hinein beschäftigen ...

    Letztendlich dauerte es ganze zwei Wochen, womit nicht Ralf Manneligs Treiben gemeint ist. Doch erst nach zwei Wochen zeigte sich der nächste Vollmond über dem Wäldchen, das in der Nacht nurmehr aus grotesken, schwarzen Schemen zu bestehen schien. Die krumme Gestalt der einsamen Eiche hingegen, die mit ihrem Wurzelwerk die gesamte Hügelkuppe für sich zu beanspruchen schien, badete geradezu im Licht des Mondes. An ihrem Stamm ruhte derweil ein Mann mit einem seltsam ungleichmäßigen Bart, das Kinn matt auf der Brust und die Hände auf dem Bauch darunter gefaltet.
    Allgemein wirkte Ralf Mannelig nicht sonderlich gefechtsbereit. Es sei denn, die angeknabberte Möhre neben ihm barg noch irgendwelche unangefressenen Geheimnisse in sich. Von außen mochte es vielleicht wirken, als wolle der Jäger mit seinem Schauspiel vom Schlafenden nur etwaige Feinde in Sicherheit wiegen, doch dem war nicht so. Ralf Mannelig schlief tatsächlich. Er rechnete ohnehin nicht damit, dass sich dieses kuriose Monstrum noch als echt herausstellte. Da konnte er auch getrost Schlaf nachholen, von dem er in den letzten Nächten nicht allzu viel abbekommen hatte. Doch trotz seiner fast laienhaften Unachtsamkeit war Ralf Mannelig bei weitem noch nicht der größte Hornochse in dieser Nacht.
    Kurz nach Mitternacht begann sich im nahen Wald nämlich etwas zu regen. Der Neuankömmling schien sich keinerlei Mühe zu geben, sein Kommen in irgendeiner Art und Weise zu verbergen. Stattdessen hörte man die schweren Schritte schon von weitem im Gehölz knacken, begleitet vom lauten Schnauben einer großen Kreatur, das selbst der letzte Trottel nicht überhören konnte. Es sei denn, er schlief, wie ein gewisser Ralf Mannelig. Dem fuhr der Schreck dafür gleich doppelt in die Glieder, als sich über ihm plötzlich jemand zu Wort meldete.
    "Äh ... Gu- guten Abend, Herr Jä- äh ... Mannelig" Zwar klang die Stimme in keinster Weise furchterregend, doch der Angesprochene zuckte trotzdem derart zusammen, dass er mit dem Hinterkopf gegen die Eiche knallte.
    "Wer-?"
    "Ähm ... Ich muss sie wohl um Verzeihung bitten, dass ich sie hier bei ihrer ... äh ... Arbeit störe, aber ich müsste ihnen da wirklich dringend etwas gestehen ...", so sprach die Kuh und blickte den verdatterten möchtegern Jäger dabei aus großen, schwarzen Augen an.
    "Wer sind Sie ... du ..." Ralf Mannelig schien sich nicht ganz sicher zu sein, ob er ein Huftier nun eigentlich duzen oder siezen sollte.
    Glücklicherweise erlöste ihn die Kuh sogleich von seiner Qual der Wahl und ergiff selbst von neuem das Wort: "Nun ja ... äh ... das ist schwer zu erklären. Sie erkennen mich in dieser Gestalt sicherlich nicht mehr aber ... äh ..." Tatsächlich! Dieses ständige, auf die Dauer wahrhaft nervtötende Gestotter beim Sprechen weckte Erinnerungen an gar nicht mal so weit zurück liegende Ereignisse. Aber das war ja wohl nicht möglich! "Ich bin`s, der Fritz, der Bauer."
    Dieser Traum wurde langsam ziemlich seltsam. Andererseits fühlte sich der Schmerz an seinem Hinterkopf etwas zu echt an, um bloß dem übermüdeten Vorstellungen eines Schlafenden zu entspringen. Vielleicht sollte er sich einfach nochmal gegen die Eiche werfen?
    "Was bei Gott ... Ihr seid ja eine sprechende Kuh!"
    "Nicht ganz, eigentlich ein Stier, aber ..." Ein Ausdruck tiefer Trauer trat plötzlich auf Bauer Fritzs Gesicht. Jedenfalls hätte Ralf Mannelig es traurig genannt, allerdings kannte er sich mit der Mimik von Kühen nun auch nicht sonderlich aus. "Seht mich doch an! Seht was aus mir geworden ist! Ich bin eine Werkuh!"
    Auf diese dramatische Offenbarung folgte eine kurze Stille.
    "Ich dachte, ihr wäret ein Stier ..." Eine bessere Erwiderung fiel Ralf Mannelig in diesem Augenblick auf Teufel komm raus nicht ein.
    "Ja ... naja ... äh ... aber Werstier klingt irgendwie dämlich, dacht ich ..."
    "Ich will euch ja nicht beleidigen, aber Werkuh?! Ich meine wie ... wie?!" Langsam stand Ralf Mannelig auf, um sich den Bauer in Tiergestalt einmal von allen Seiten zu besehen. Das konnte doch nur ein Scherz sein!
    "Ich weiß es doch auch nicht!" Hätte er sie nicht zum Stehen benötigt, hätte der vom Schicksal gebeutelte Fritz nun vermutlich verzweifelt seine Hufe über dem Kopf zusammengeschlagen. "Es ... es war so seltsam ... Ich erwachte einfach eines Nachts in meinem Bett mit diesem unstillbaren Hunger nach ... nach Gras. Es zog mich einfach nach draußen und kaum, dass ich zur Türe hinaus war, da wurde ich plötzlich ohnmächtig. Als ich endlich wieder erwachte, stand über mir wie heute der Vollmond am Himmel und ich ..." An dieser Stelle versagte Bauer Fritz die Stimme glatt den Dienst, während stattdessen eine Art Schmatzen aus dem breiten Stiermaul drang, das vielleicht ein Schluchzen sein mochte.
    Ralf Mannelig hingegen stand erst ratlos daneben, überwand sich dann aber zumindest dazu, den Stiernacken tröstend zu tätscheln. Schließlich brachte der Jäger doch noch einen Satz zustande: "Aber warum denn Werkuh?"
    Aus irgendeinem Grund fing sich Fritz bei dieser Frage tatsächlich wieder.
    "Äh, naja ... Ich dachte eben, wenn ich mich schon wie einer dieser Werwölfe bei Vollmond verwandle, kann ich mich auch so nennen, wisst ihr?"
    Nein, Ralf Mannelig wusste in diesem Moment scheinbar gar nichts mehr. Seine Welt hatte schlichtweg einen Salto gemacht und war dabei leider auf dem Kopf gelandet. Für einen Mann, der sonst mit der gefahrvollen Jagd auf Großwild sein Geld verdiente, benötigte er von daher ziemlich lange um sich wieder zu erholen. Zuletzt trat Ralf Mannelig mit schweren Seufzen einen Schritt zurück. Der Jäger wusste nur noch eine Sache, die er hier tun konnte.
    "Ich hätte da vielleicht eine Lösung, für unser beider Problem ...", meinte er vorsichtig. "Haltet einen Augenblick still."
    "Ich ... Ich danke euch! Ich befürchtete bereits für den Rest meines Le- "
    Der Bolzen traf den Stier sauber ins Auge. Einen Moment stand er noch stocksteif dar, dann kippte sein massiger Körper einfach um. Ralf Mannelig seufzte erneut, diesmal vor Erleichterung und blickte sich verstohlen um. Niemand war hier. Die Eiche stand so einsam wie immer auf der Hügelkuppe und reckte ihre Zweige dem Mond am Himmel entgegen. Zuletzt wandte er sein Augenmerk dem Körper des toten Stiers selbst zu.
    Am besten war es wohl, wenn er einfach nur den Kopf als Beweis seiner erfolgreichen Jagd mitnahm und den Rest irgendwo im Wald versteckte. Hoffentlich hatten sich die Wölfe nicht ebenfalls in Gras fressende Kühe verwandelt und würden dieses Problem für ihn lösen. Fast hätte sich Ralf Mannelig beim ungewollten Gedanken an Rinderbraten übergeben und es sollte lange, sehr lange dauern, bis er es wieder wagte auch nur ein Kotelett anzurühren ...

    Feuerschwanz? Bekloppte Musik mag ich auch sehr gern. Freu mich schon aufs MPS dieses Jahr, da sind se nämlich bei uns in Speyer dabei. Das wird glaub ich der erste Mosh-Pit beim MPS, wenn se Schubsetanz spielen :D
    Und Willkommen im Forum natürlich auch :hi2:

    Danke für die Glückwünsche Und für die Stimmen für meine Geschichte. Ursprünglich wollte ich sie gar nicht einreichen, aber Chaos hat mir dann sehr geduldig Mut zugesprochen

    Gut so! Und jetzt will ich nix mehr hören von wegen:

    Ich bin Anfänger, bitte seid lieb zu mir

    "Mimimi- ich bin Anfängerin - Mimimi"

    Deine Geschichte war grandios und hats verdient zu gewinnen, da zieh ich gern meinen Skalp vor dir, weil ich traf grad leider kein Hut.

    @bigbadwolf Ich hab für deine Geschichte gestimmt, weil irgendwie hat mit der Stil gefallen. Das war so Kindergeschichten artig, mit so einer "un deshalb macht des mal net Kinnas"-Botschaft. Fand ich gut. Auch wenn ich vom Stil her auf Myrti als Verfasser getippt hab :hmm:

    @Myrtana222 Die beiden Parts waren jetzt recht ernst, was natürlich bloß eine Feststellung ist, keine Wertung. Könnte daran liegen, dass Medya etwas Abstinent war, aber wer mag es ihr bei religiösen Gesprächen denn verdenken? Mir gefallen sie auch so. :D
    Baaskas Weltansicht ist ja auch recht diskutabel. Mir schwant Zoff zwischen ihm und Feskil. :hmm:
    Allerdings hab ich noch nicht ganz verstanden, was genau jetzt ein Sukk ist. Ist das bloß eine andere Bevölkerungsgruppe oder tatsächlich ein eigenes Volk/ Rasse? Eventuell stands schon irgendwo, nur hab ich das wegen meiner unregelmäßigen Leseangewohnheit net mehr aufm Schirm :whistling:

    @Skadi Alter xD Ich hab den Titel gelesen und gedacht "was da jetzt wohl kommt?" und es war geil und lustig. Nicht die Sorte geil, wegen der ich dem Vieh hinterher in seine Liebeshöhle dackeln würde, aber trotzdem. Dumm, dass der Zeichenwettbewerb komplett an mir vorbeigegangen ist. Irgendwie hab ich den übersehen.

    Dahingehend ne Frage an die Mods und so: Warum werden die ganzen Sachen eigentlich net mehr auf der Startseite angezeigt? Das war nämlich immer recht praktisch um zu sehen, was gerade los ist. :whistling:

    Leute, ich muss leider etwas gestehen: Ich bin scheinbar unfähig etwas längeres zu schreiben. Voller Elan hab ich hier was neues angefangen und schon nach ein paar Wochen hab ich weder Ideen noch Lust. Ich hab immer wieder veruscht mich doch wieder ranzusetzen, allerdings hat mir nichts von dem gefallen, was dabei heraus kam.
    Jedes Mal verrenn ich mich in meiner Idee. Jedes Mal hab ich schon Szenen im Kopf, die erst irgendwo zur Mitte der Geschichte vorkämen und bastel an denen geistig herum, während ich nicht mal Kapitel 1 irgendwie auf die Reihe bekomm und das geht mir auf den Sack und ich hab da drauf kein Bock mehr.
    Aber weil etwas längeres zu schreiben doch schon irgendwie immer mein Traum war, hab ich mir überlegt, meine kurzlebige Aufmerksamkeit für eine Geschichte ein wenig auszutricksen. Was ich bisher hier in diesem Thread geschrieben hab, lass ich einfach drin, nur den Titel werde ich ändern. Ich hatte mir nämlich überlegt einfach eine Reihe von Kurzgeschichten zu schreiben, die alle in der selben Welt spielen, aber eben mit immer unterschiedlichen Charakteren, die ich dann ganz am Ende zusammenführe. Manche dieser Charaktere werden freilich auch doppelt vorkommen oder hier und da mal in anderen Kurzgeschichten auftreten, aber so, dass ich insgesamt ein Konzept hab, wo ich nicht ständig an der selben Sache hänge. Weil irgendwie bin ich da nicht besonders gut drin ... :whistling:

    Ich hoffe ihr verzeiht es mir, dass ich das jetzt einfach so hier mache. Ich schreib ja gerne und bilde mir ein auch durchaus nicht ganz kacke darin zu sein, aber mein Durchhaltevermögen ist dann doch eher minimal. Und jedes Mal, wenn ich bei einem meiner Projekte schlagartig die Lust verlieren, versuch ich mich zwar erst doch noch zu zwingen dranzubleiben, werde dann dezent frustriert und bekomm schlechte Laune.

    Hier kommen dann demnächst Kapitelweise immer wieder solche Kurzgeschichten wie oben beschrieben und ich hoffe daraus wird mal was :ninja:

    6. Eluveitie - vor allem Keltisch, melodisch, teils Screaming (bspw. A Rose for Epona)

    Ich mags ja wie Crigel immer irgendwelche Melodien aus Volkslieder oder irischen Jigs/ Reels benutzt. Manchmal hör ich mir ne Playlist davon an und denk mir plötzlich "warte mal :hmm: ". In "Inis Mona" zum Beispiel ist es "Tri Martolod" oder bei "Tegernaco" einer meiner Lieblinge "Morrison Jig".

    Musik mit deutschen Texten kann ich beim Schreiben tatsächlich überhaupt nicht hören, weil sich mein Hirn dann automatisch auf den Text des Liedes konzentriert. Das fühlt sich an als würde dich jemand volllabern, während man eigentlich versucht produktiv zu sein xD In anderen Sprachen schwankt es immer ein bisschen. Mal nervt es mich, mal nicht.
    Momentan hör ich oft was von der Band hier beim Schreiben: Banda Celta Danzante - Danza del Oso. Das ist instrumental und passt auch vom Gefühl her zu den meisten meiner Geschichten.
    Mittlerweile passiert es mir auch öfter, dass wenn mir ein Lied so richtig gut gefällt, ich anfange passend zum Titel, Liedtext oder auch einfach nur dem Ambiente entsprechend mir was auszudenken, was sich in einer Geschichte gut umetzen lässt. Bei Opeths "Bleak" (https://youtu.be/4oWhkjQWE24) war ich zum Beispiel im Zug und bin gerade über einen verregneten Acker gefahren. Das hat perfekt gepasst und weil man auf Zugfahrten ja so unglaublich viel machen kann, hab ich angefangen mir was auszudenken. :whistling: Ok, das hat jetzt nicht mehr wirklich zu "mittelalterlicher" Musik gepasst :ninja:

    Bei den Texten von Feuerschwanz komm ich aber auch öfters mal ins Schmunzeln und weil ich selbst lieber lustig schreibe kann ich mir da auch oft was rausziehen :D

    @bigbadwolf hatte im jetzt wieder gelöschten Kurzgeschichtengenerator-Thread die Schlagworte Hexe, Besen, Zwerg und Inkontinenz vorgegeben. Hier das Ergebnis:

    Das Haustier und die Putze

    Die Hexe Knäuschen war ziemlich aus dem Hexenhäuschen, denn sie erwartete Post. Gestern erst hatte sie auf dem Markt erworben, auf dessen Lieferung sie nun so ungeduldig harrte.
    Das von grauen Strähnen durchzogene Haar stand ihr noch mehr zu Berge als sonst und die viel zu großen Socken schlackerten um ihre dünnen Knöchel, während sie den Hausflur hinauf und hinunter schritt. Besser gesagt drehte sie sich beinahe durchweg im Kreis, denn der „Flur“ war mehr eine viereckige Vorstufe zum Wohnzimmer als ein Gang und stand auch noch dermaßen mit allerlei Gerümpel zu, dass man sich den Platz für zwei Schritte geradeaus schon suchen musste. Hexe Knäuschen vollbrachte dieser wunder und tapste im Morgenmantel zwischen einem überfüllten Regal, dem Kleiderständer und einer überquellenden Mülltonne, die betröppelt darauf wartete endlich hinausgetragen zu werden, herum.
    Es hätte wohl nicht mehr lange gedauert, dann wäre Hexe Knäuschen dem Postboten nach draußen entgegen gestürmt. Wobei sie den Müll von vor einer Woche eventuell sogar gleich mitgenommen hätte. Doch ehe dieses Wunder noch geschehen konnte, klopfte es bereits derart schroff an die Tür, dass der herzchenförmige Kranz daran wild hin und her baumelte.
    „Ohohoho! Ist es das? Ist es mein süßes kleines Haustierchen, das endlich angekommen ist?“ Hexe Knäuschen wurde ganz hibbelig und hüpfte von einem Bein aufs andere, während sie durch den Briefkastenschlitz zu dem Fremden vor der Tür sprach.
    „Mache Se die Tür uff, dann sehe Se's, Frau Knäusche“, erklärte es ruhig und im Dialekt von der anderen Seite.
    Das ließ die sich auch nicht zweimal sagen und mit einem aufgeregten „Hohoo!“ riss sie sogleich besagte Tür auf.
    Niemand stand davor und Hexe Knäuschen schaute verdattert auf den Kiesweg und die Bäume vor ihrem Haus.
    „Hier unne, wenn ich bidde darf.“
    Ein pfälzischer Zwerg stand auf der Hexe Knäuschens Fußmatte, die gestrickte Nachempfindung eines Dubbeglases als Mütze auf dem Kopf, in brauner Hose, grünem Hemd und roten spitzen Schuhen an den Füßen.
    „Moie, wenn Se jetzt grademol hier unnerschreiwe könnte.“ Der Zwerg reckte ihr ein Klemmbrett mit Stift entgegen und Hexe Knäuschen setzte artig ihre Initialen in das dafür vorgesehene Kästchen. „Danksche, jetzt hamma ach bestätigt, dass ich mich ihne ordnungsgemäß ausgliefert hab, jetzt gehör ich ganz ihne.“
    Damit warf der Zwerg das Klemmbrett achtlos hinter sich in die Ligusterhecke. Hexe Knäuschen seufzte zufrieden und schaute auf ihr neues Haustier hinab.
    „Wollen Sie nicht reinkommen?“, meinte sie dann, sich auf ihre Manieren besinnend.
    „Ajo gern!“
    Der Zwerg stapfte an seinem Frauchen vorbei, durch der Hexe Knäuschens Abstellkammer-Vorraum und in die gute Stube hinein. Dort ging er geradewegs zum Sofa und schmiss sich auf die Kissen, ohne sich um seine staubigen Schuhe zu scheren, was aber weder Fußboden noch Bezügen groß schadete. Oder zumindest nicht mehr, als ihnen die Hexe Knäuschen mit ihrem Anti-Sauberkeitsfimmel ohnehin schon geschadet hatte.
    „Ich glaube, ich werde Sie Berbel nennen. So hieß auch der Hund meiner Großmutter“, meinte diese und ging hinüber zur Küchenzeile, um sich nach der aufregenden Warterei erst einmal einen Tee zu kredenzen.
    „Mir soll's recht sei. Ham Se was zum Fresse do?“, fragte Berbel und kratzte sich an der haarigen Plauze.
    „Mögen Sie Wurstsalat, Berbel?“
    „Ajo, awer sowas von, immer her damit!“
    Die Hexe Knäuschen brachte ihrem Haustier einen Teller voll mit dem gewünschten Gericht und setzte sich dann selbst mit einer Tasse Ingwertee daneben auf ihren grünen Flickensessel. Eine Weile schmatze Berbel bloß seinen Wurstsalat ohne Besteck, indem er sich mit dem Gesicht förmlich hindurch wühlte und Hexe Knäuschen schlürfte ihren Tee. Dann richtete sie sich in ihrem Sessel ein wenig auf und fragte: „Sagen Sie mal, Berbel, sind sie eigentlich auch stubenrein?“
    Langsam tauchte der Zwerg wieder aus der Sauerei auf, die er auf dem Teller und dem Sofabezug angerichtet hatte und schaute sein Frauchen mit von Wurstsalat verschmierter Miene an.
    „Ne, ich bin inkontinent. Awer ich hab mol drei Monate als Putze gearbeitet.“
    „Ach toll, ich suche nämlich außerdem noch jemand, der ab und zu mal bei mir sauber macht. Hätten Sie denn Interesse an dem Job?“
    Der Zwerg zuckte die Achseln und ein Streifen Wurst rutschte ihm aus dem grauschwarzen Bart „Ajo, wenn ich schonne mol hier bin. Wo hamse denn ihren Bese stehn?“
    Hexe Knäuschen zeigte ihm sodann ihre Abstellkammer, die auch gleich das erste Opfer der zwergischen Putzwut wurde. Bald schon war das Haus dermaßen steril, dass man auch gleich OP's mit dem Brotmesser auf dem Küchentisch hätte vornehmen können. Leider erwies sich die Hand der Hexe Knäuschen als zu zittrig. Doch Berbel bereinigte die Sauerei, kaum dass sie entstanden war und die Leiche landete ordnungsgemäß im Biomüll. Zuletzt verlegten sich die beiden lieber auf die Produktion hausgemachter Desinfektionsmittel aus 2,6,8-Trihydroxypurin und alle lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

    @bigbadwolf Hoppala, seit drei Tagen fertig mit der Schule und schon verwandel ich mich in den reinsten Legastheniker ... :whistling:

    Was ich allerdings etwas befremdlich finde, ist, dass Sjik erst etwa 1 Jahr alt sein soll. Sind Goblins derart frühreif? Bei einem Menschenkind wäre in dem Alter noch nicht so viel los, denke ich.

    Ja, die Goblins sind tatsächlich schneller erwachsen als unsereiner. Mit so 4 bis 5 Jahren schickt man sie dann aus der Geborgenheit der Bruthütten, damit sie was gescheites lernen und spätestens mit 10 gelten sie dann schon als voll ausgewachsen.

    Absicht? "Neben dran" habe ich noch nie gehört/gelesen.

    Googel sagt das wäre umgangssprachlich. Ich lass es trotzdem so, weil Umgangssprache ist zwar nicht unbedingt ein Zeichen von anspruchsvoller Literatur, aber ich schreib nicht anspruchsvoll und es passt irgendwie rein :hmm:

    pulte

    Mein Rechtschreibprogramm kennt das Wort gar nicht und ich hab mir dann einfach eine Schreibweise ausgesucht xD

    Ich dachte, zwischen den Zehen (?)

    Sjik hat sich den restlichen Regenwurm dann in den Mund gesteckt, um Jetz zu ärgern. Das deut ich allerdings bloß an.

    Dann lass ich es hier auch gleich mal weitergehen. Ich hab außerdem den Titel des Kapitels nochmal geändert:

    Kapitel 1 - Ein Angelausflug, Abschnitt 2

    Der Morgen kroch langsam, viel langsamer als es der Stamm aus seiner alten Heimat gewohnt war, über die Hänge der Berge, in die kargen Wiesen der Tundra und irgendwo uuuuärkstejemand. Der langgezogene Ton, wie bei einem satten Rülpsen, hallte durch das verschlammte Goblindorf mit dem überfallenen Gasthaus in der Mitte und hämmerte im Vorüberwehen laut gegen die Ohren der schlafenden grünen Kerle. Er riss auch nicht ab, als die ersten bereits ins Freie taumelten und sich nach der Quelle des Lärms umsahen. Bald liefen überall suchende Goblins umher. Sie spähten in Baumwipfel, schauten auf Hüttendächer, durchkämmten Büsche und Sträucher.
    „Hier rüber! Ich hab das Scheißvieh!“, krähte es plötzlich in der Nähe des Dorfeingangs, wo der Erdwall eine breite Lücke und tiefe Pfützen zu beiden Seiten des Weges aufwies.
    Zwei Pfeile schossen wild drauf los und blieben im Erdwall stecken. Dafür verendete das Uärksen endlich mit einem wurgsenden Laut und man sah eine kugelbäuchige Gestalt auf langen Hinterbeinen in die morgendliche Tundra davon hoppeln.
    „Kack die Wand an, das Vieh is abgehauen!“, meldete jemand.
    Ein vulgäres Durcheinander von Flüchen wurde laut, das nun auch die Schwächlinge in ihren Hütten abseits vom Dorf weckte. Der Lärm drängelte sich hartnäckig zu Sjik in seine Schlafkuhle, bevor er ihm eine schallende Ohrfeige verpasste. Überrumpelt öffnete der kleine grüne Schwächling die Äuglein zu Geplärre und Gekreische.
    Alles war wie immer in der ollen Bretterbude, die früher einmal ein Stall für Vieh gewesen sein mochte, wo heute jedoch nurmehr ungefähr ein halbes Dutzend Schwächlinge schlief. In Kuhlen voll modrigem Laub, Moos und Gras gekuschelt, mit Spinnen im Gebälk und Käfer in der naturbelassenen Bettausstattung zur Gesellschaft.
    „Sjik!“, krähte über ihm die kratzige Stimme der Knüppelomma. „Steh auf!“
    Das Gesicht der alten Puuhuuk hing bedrohlich tief, während ihr unliebsamster Schützling aus seiner Schlafkuhle herauskroch. Noch ehe er überhaupt ganz auf zwei Beinen stand, hatte ihn auch schon eine faltige Klaue gepackt und mit nach draußen gezerrt, wo sich Sjik zusammen mit einer schmollenden Jetz in der anderen Klaue wiederfand. Die Sonne stieß ihre Strahlen genau in die müden Augen des eben erwachten Schwächlings. Doch Knüppelomma Puuhuuk ließ ihm keine Zeit, um mehr als vier große Schemen vor sich zu erkennen, bevor sie ihn auch schon nach vorn schubste. Fast wäre Sjik gestolpert. Neben dran legte Jetz sich sauber aufs Maul und stieß dabei ein empörtes Quäken aus. Trotz des rüden Erwachens giggelte Sjik leise, da beugte sich ein Schatten über ihn.
    „Eh …?!“, machte der kleine Schwächling und glotzte verdutzt in das kantige Gesicht eines anderen Goblins.
    Das Gesicht war aber auch hässlich. Ein Auge fixierte groß und etwas beängstigend den kleinen Wicht vor sich, derweil das andere zur Seite schielte und irgendwie zu klein aussah. Sjik wimmerte furchtsam und fürchtete bereits Dresche. Der andere schaffte es, gleichzeitig die gekerbte Nase zu rümpfen, dass man eine hervorragenden Einsicht in die haarigen Nasenlöcher erhielt und zugleich belustigt zu grinsen. Ein fauliger Schneidezahn fesselte Sjiks Blick dabei ganz besonders, sodass er dem Kerl anstatt verängstigt in die Augen, pardon in das Auge, nun geradewegs in den ungepflegten Schlund starrte.
    „Katzenkotze! Der is ja fast schon zu groß, um Quakedei zu jagen. Was gibt’s du denen denn zu fressen, Puuhuuk?“ Sjik verfolgte, wie der von Karies zerfressene Schneidezahn des hässlichen Kerls beim Sprechen hinter die Lippen und wieder hervor hopste.
    Er bemerkte nicht einmal, dass er gar keine Ahnung hatte, was ein Quakedei überhaupt war, oder dass die Knüppelomma ihn doch eigentlich zum Schlammschippen verdonnert hatte. In dem kleinen Schwächlingshirn stiegen ganz andere Fragen auf: Was musste man essen, um dermaßen verfaulte Zähne zu bekommen? Und hatte der Kerl da auf der Stirn Haarausfall oder eine Brandwunde?
    „Die kriegen die Reste, so wie schon immer“, erklärte die Knüppelomma mürrisch, bevor sie mit Blick auf ihre beiden Schützlinge hinzufügte: „Aber passt auf, der da issn fauler Sack un die da quatscht zu viel!“
    Gerne hätte Sjik der Knüppelomma dafür einmal kräftig gegen das Schienbein getreten, doch da packte ihn eine starke Klaue bei der Schulter und zog ihn mit sich. Erst jetzt realisierte der kleine Schwächling, dass man mit ihm wohl irgendetwas vorhatte und verwirrt blickte er zwischen den vier Goblins umher.
    Hässlich ging vorweg, sodass Sjik sich nicht wieder in der Betrachtung seines miserablen Gebisses verlieren konnte. Stattdessen musterte der Schwächling eine ulkige Gerätschaft, die der Kerl an einem Gurt auf dem Rücken trug. Sie sah aus, als hätte jemand mehrere geschnitzte Stöcke in einen Sack gesteckt und irgendwer hatte außerdem schlecht das vereinfachte Abbild eines tanzenden Goblins darauf gestickt. Bei jedem von Hässlichs Schritten hüpfte die Apparatur auf und ab, dass man ganz dusselig von werden konnte. Sjik blinzelte zweimal.
    Die Klaue, die ihn nach wie vor bei der Schulter gepackt hielt gehörte zu einem mageren Arm und der magere Arm hing an einem schmächtigen Goblin. Oder zumindest hätte Sjik ihn wohl als schmächtig bezeichnet, wenn er selbst nicht noch so ein mickriges Bürschchen gewesen wäre. Griesgrämig schaute er von dort oben in die Welt, eine spitze Fellmütze auf dem verfilzten Haupt und ein wenig Schnodder an der Nase. Sjik fand ihn lustig.
    Die anderen beiden, von denen eine die noch immer schmollende Jetz vor sich her schubste, fand er dagegen eher ein wenig … gefährlich. Ihre Waffen waren geschwungene Kurzbögen und in Hüftköchern wackelten die dazugehörigen Pfeile bei jedem Schritt. Die Westen aus Fell und Leder bewiesen zum einen, dass Nähen nicht eben zu ihren Stärken gehörte und zum anderen, dass sie mit ihren Bögen dafür offensichtlich ganz wunderbar umzugehen wussten. Hinzu kamen Knochen behangene Ringe in Ohren, Brauen und die eine trug gar eine halbmondförmige Kralle in ihrer Nase. Sjik war von diesem Anblick einerseits fasziniert, andererseits juckte ihm sein eigenes langes Näschen bei der Vorstellung, etwas dort hindurch zu rammen.
    Hässlich führte sie den Weg zum Dorf hinab, bog dann allerdings vor dem Erdwall nach links ab und stapfte stattdessen querfeldein in die Tundra hinein. Sjik quittierte diesen Richtungswechsel mit einem kläglichen Geräusch, als einer der langen Halme irgendwie den Weg in seinen Mund fand.
    Die Tundra war so nass wie immer und unter Sjiks bloßen Füßen watschten die Moose und Flechten. Zum ersten Mal in seinem Leben entfernte sich der kaum ein Jahr alte Schwächling außerhalb der Sichtweite des Dorfes. Voll Neugierde blickte er von links nach rechts. Jeder Busch, jeder Stein und sogar eine vom Wind gebeugte Baumgruppe in der Ferne wurden regelrecht aufgesogen.
    Viel mehr gab es allerdings auch nicht zu sehen. Sjik fand die Tundra langweilig und wollte wieder Heim in seine Schlafkuhle.
    Plötzlich blieb Hässlich stehen.
    „Hier is es“, verkündete er, setzte sich auf einen Stein und begann seine ulkige Apparatur auszupacken.
    Verdutzt sah Sjik sich um. „Hier“ wirkte auf den kleinen Schwächlings ziemlich unspezifisch. Was unterschied hier denn von da drüben? Doch die beiden Jägerinnen legten bereits ihre Pfeile auf die Sehnen und Griesgram döste hintendran auf seinem Speer. Sjik wusste nicht einmal, was er sich erhofft hatte. Doch nun war er enttäuscht und puhlte mit dem großen Zeh mürrisch Löcher in die Erde.
    Ein triumphierendes „Hähä!“ von Hässlich ließ ihn wieder aufblicken. Der Goblin stand breitbeinig auf seinem Stein. Die Gerätschaft, deren Nutzen sich für Sjik immer noch nicht erschloss, hatte sich Hässlich fast schon lapidar unter den linken Arm geklemmt, während seine Klauen ein durchlöchertes Stück Holz umgriffen, das unten aus dem Sack hervor döngelte. Ein anderes Holzstück, das oben im Sack stak, nahm er hingegen gar in den Mund und blies drei Mal kräftig Luft hinein, bis sich der Stoff aufblähte.
    Für den nichtsahnenden Schwächling sah der Goblin damit in seiner Pose irgendwie ein wenig hirnrissig aus. Zumal er dabei eine derart angestrengte Miene zog, wie sie mancher nach schweren Frühstück beim Abwiegeln der morgendlichen Geschäfte ziehen würde.
    Von den anderen drei schien jedoch keiner das Treiben von Hässlich in Frage zu stellen und Jetz hockte auf dem Boden und spielte mit einem Regenwurm. Die beiden Jägerinnen hatten sich mittlerweile in geduckter Haltung um etwas herum positioniert, das im Gras nur ein paar Schritte von ihnen entfernt lag. Lauernd starrten sie auf was auch immer und hatten die Sehnen ihrer Bögen schon halb gespannt.
    Ganz hippelig vor Aufregung wollte sich Sjik etwas näher heranschleichen und setzte gerade mit aller Vorsicht sein bloßes Füsschen auf, als ein Lärm über ihn hinwegfegte, wie ihn seine Ohren noch nie vernommen hatten. Vor Schreck machte er gleichzeitig einen Satz, einen Schritt nach hinten und versuchte auch noch, sich zur Quelle des Lärms umzudrehen. Als Ergebnis rutschte er auf Jetzs Regenwurm aus und legte sich rückwärts in eine weiche Decke aus nassen Flechten und Moos.
    Die schwächliche Goblin stieß ein entsetztes Quäken aus. Halb aus Schreck über den plötzlichen Lärm und zur anderen Hälfte, weil ihr Spielzeug nun als gelbe Matsche zwischen Sjiks Zehen klebte. Der glotzte jedoch bloß starr geradeaus, als hätte ihn der Sturz ein paar Hirnzellen zu viel gekostet.
    Doch dem war nicht so. Der kleine dumme Schwächling hatte auch zuvor nichts außer Blödsinn im Kopf gehabt. Der eigentliche Grund, warum er mit heraushängender Zunge und langer Hakennase wie ein zurückgebliebener Welpe auf dem Rücken lag, war Hässlich und das auch noch wortwörtlich.
    Breitbeinig, als stelle er sich kühn einem ganzen Heer entgegen, stand der Goblin auf seinem Stein und die roten Haare wehten geradezu heroisch im steifen Tundrawind. Dass die Augen dabei in zwei verschiedene Richtungen schauten, gab der ganzen Szene bloß einen kleinen Knacks. Sjiks Glotzen galt ohnehin nicht dem unansehnlichen Gesicht, sondern der ulkigen Apparatur und was Hässlichs Finger damit anstellten. Was so erst einmal nicht ganz kindgerecht klingt, glich eigentlich eher einem unschuldigen Tanz, mit dem Unterschied, dass Hässlich die Fingerkuppen anstelle seiner Füße springen ließ. Mal verharrten sie für einen Augenblick und ein langgezogener Ton grub sich in Sjiks ungeschützte Ohren, dann flitzten Hässlichs flinke Griffel auch schon weiter.
    Die Melodie, die sich dem Schwächling dabei tief in sein Hirn eindudelte, gab ihm ein unsäglich träges Gefühl und vor seinem geistigen Auge torkelte eine sturzbetrunkene Puuhuuk Ringelreihen. Wie sein Gehirn auf die Idee kam, wusste es selbst nicht. Aber es passte so wunderbar, dass Sjik bloß weiterhin dalag, als fesselten ihn die Flechten am Boden, oder als hätte man ihm die falschen Pilze in die Suppe geschnippelt. So oder so, Jetz Faust sah er erst kommen, als sie bereits auf seiner Nase gelandet war.
    Hatte sie der Zweck dieses Ausflugs schon zuvor nicht groß gekümmert, vergaßen die beiden nun völlig wo und warum sie hier waren und kabbelten sich stattdessen wie zwei Ferkel um die letzte freie Zitze. Inklusive des schrillen Gequietsches.
    So entging ihnen völlig, dass sich unter dem Flecken Gras, den die Jägerinnen nach wie vor lauernd fixierten, etwas regte. Die Halme zuckten, als sich unter ihnen das Etwas ans Tageslicht wühlte. Einen Augenblick verharrte es und lauschte auf die besoffene Melodie, die Hässlich seinem mit Stöcken gespickten Sack entlockte. Da fuhr plötzlich ein zorniges Kreischen dazwischen, das sich sogar ganz wunderbar in die Melodie einfügte, bis es absank und in ein weinerliches Geplärre überging. Ein kleiner bemooster Stein flog durch die Luft, verfehlte den hämisch grinsenden Sjik, dem die Reste des Regenwurms noch zwischen den Zähnen hingen und landete unweit des Grasflecks. Was auch immer Hässlich da mit seinem Spiel hatte hervorlocken wollen, verzog sich schlagartig wieder, als der Stein raschelnd zwischen den Halmen niederging.
    „Leckt mich doch kreuzweise!“, stieß Hässlich oben auf seinem Stein aus. Sein Spiel endete abrupt mit dem Geräusch einer sterbenden Ente, als die Luft unkontrolliert aus dem Sack entwich. „Snilkek! Hol das Seil, wir müssen doch angeln.“
    „Äh?“, machte der kleine Sjik und kratzte sich unter der Achsel.
    Wusste Hässlich, dass man zum Angeln Wasser benötigte? Probeweise tapste der Schwächling einmal mit dem bloßen Fuß herum. Der Boden war so nass und klamm wie immer, nur zum Angeln reichte es deshalb trotzdem nicht. Für Griesgram hatte dieses Argument allerdings wohl keine Gültigkeit. Der packte wie ihm geheißen ein Seil aus und scheuchte Sjik und Jetz dann zu Hässlich und den beiden Jägerinnen, die sich bereits um die Stelle im Gras versammelt hatten.
    „Da“, meinte er und hielt Hässlich sein Seil hin.
    „Net für mich, du Idiot!“, erklärte der genervt und schlug die Hand des anderen beiseite. „Für was haben wir denn die da mitgenommen, hä?“
    Die da bekamen davon jedoch gar nichts mit. Sjik und Jetz legten eine Aufmerksamkeitsspanne wie ein dümmlich durch den Wald springendes Kitz an den Tag. Gerade kauerten sie neugierig um den Flecken Gras herum und starrten hinein. Der Flecken Gras war nämlich gar kein Gras, sondern ein Loch, das beinahe senkrecht in die Erde führte. Für einen ausgewachsenen Goblin stellte es keine Gefahr dar. Doch für einen Schwächling reichte der Platz wohl gerade so aus, um hinein fallen zu können. Eine recht verdächtige Erkenntnis, oder sie wäre es gewesen, wenn Sjik nicht auch genauso jung und naiv wie das Rehkitz gewesen wäre. So bohrte er bloß in der Nase, als man Jetz bereits das Seil um die Beine band.
    „Hä- Häschen?“, fragte die kleine Schwächeline und deutete auf das Loch.
    „Nene, aber wenn du schön artig bist, dann bekommste was zum Knabbern. Magste Häschenohren?“, entgegnete Hässlich und Jetz nickte gierig.
    Welcher Schwächling hätte bei knusprig kross gebratenen Häschenohren auch nein sagen können? Also ließen die beiden Jägerinnen die kleine Jetz am Seil kopfüber in das Loch hinab und noch immer schwante Sjik keinerlei Übel. Er saß da und hatte begonnen, die Regenwurmpampe wieder zwischen seinen Zehen hervor zu puhlen.
    Häääschen ...“, hörte man ein fröhliches Stimmchen leise aus dem Loch rufen, während es immer tiefer hinab ging. „Hääääsch-ÄÄÄÄÄH!“