Beiträge von Kramurx

    Huhu @Kirisha


    ich hab meinen Einsatz verpasst :thumbdown:
    du brauchst mir nicht extra drauf antworten, weils jetzt auch von meiner Seite aus nichts neues gibt, denke ich. :pardon:
    Die Sprache von der Königin fand ich ebenfalls viel zu modern.


    Ich hab ja eine 9 Jährige Nichte und eine 12 Jährige. Ich sehe sie nicht oft, aber ich hab nen gewissen Eindruck, wie die Mädels sprechen und das passt mit Raven überhaupt nicht überein :x
    Sie wirkt daher auf mich ein wenig zu aufgeklärt, eher so um die 14 rum. Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, dann war Raven doch auch um die 10 Jahre? plus minus 2 xDDD :pardon:


    lg Kramurx

    Hallo @Thorsten,



    Zitat von Thorsten

    Langer Abschnitt - nicht nur an Worten, sondern es zieht sich auch manchmal ein bisschen.

    damit hab ich gerechnet. dennoch wollte ich absolut klarheit haben, ob die länge grade so durchgeht oder in zukunft doch kürzer bleibt :whistling::whistling::whistling:



    Zitat von Thorsten

    Nichts dramatisches passiert

    Es soll ja auch nich ein Drama direkt nach dem nächsten kommen xD Die Gruppe darf sich auch hin und wieder vom letzten Schrecken erholen, damit ich ausholen kann :P




    Zitat von Thorsten

    Keine Ahnung warum, aber bei mir wirkt das nicht so richtig

    Ist doch ok, wenns nicht deinen Geschmack an Humor trifft. Kann auch passieren dass alle anderen sagen / schreiben, dass sie das nich witzig finden. Dunno ob mans damit vergleichen kann, aber ein Comedian hat zb mal gesagt, dass er in seiner Show immer einen bestimmten Witz macht, über den keiner lacht. Obwohl er genau weiß, dass außer ihm den keiner witzig findet, macht er ihn trotzdem. Und das einfach nur, weil er sich selbst damit zeigen will, dass es am Ende seine Show ist und nicht die der Zuschauer - oder so ähnlich x.x
    Daher lass ich mich meinem Humor in der Geschichte aus und wenn auch andere mit mir zusammen lachen können freut es mich, wenn nicht... dann ist es so xD



    Zitat von Thorsten

    3) Sylvala und die Kinder

    Ich hatte eine Idee. Ich hatte den richtigen Stil im Kopf. Aber keine Ahnung wie ich es hätte schreiben sollen. Daher kam es dann gewollt zum Stilbruch, weil ich ganze 3 Tage nur mit drüber nachdenken dran saß, wie ich das umsetzen könnte. Letztlich zerbrach ich mir den Kopf daran und habs dann so wie es jetzt steht schnell abgehandelt. Es ist nicht toll, das war mir klar. Die aus meiner Sicht einzige Lösung wäre gewesen, dass es jemand anderes für mich schreibt, weil ich ne regelrechte Blockade bei den Kindern hatte...



    Zitat von Thorsten

    aber erklaer uns doch nicht staendig warum sie lustig ist!

    So war das gar nicht gemeint D:
    ich wollte doch nur klarstellen welche Schlüsse genau sie aus seinen Worten ziehen, damit man auch nachvollziehen kann, warum sie die Abneigung gegen Lotus entwickeln ;(;(;(



    Zitat von Thorsten

    Aha - Sir Lotus kann also auch fies - hat man bisher von ihm nicht so gesehen.

    Ich wollte es an der Stelle nicht schon erklären... dazu kommt sehr bald nochmal was ausführlicheres, warum das so ist :whistling:


    lg Kramurx

    Cromwells Blick wechselte mehrmals zwischen Sylvana und Lotus. Die eine sah verwirrt aus, der andere war hochkonzentriert.
    „Stimmt was nich, ihr beiden?“
    „Es ist hier draußen viel friedlicher, als ich es mir vorgestellt habe“, bemängelte Sylvana.
    „Friedlicher?“, wunderte sich Cromwell und betrachtete die mit Unkraut überwucherte Steppe, welche bis zum Horizont reichte.
    „Wo sind die tiefen, dunklen Wälder, mit knochigen Bäumen und hämischen Fratzen in den Schatten, wo hinter jedem Busch und Strauch das Böse auf einem wartet?“
    „Um Skossa herum abgeholzt“, antwortete Cromwell.
    „Oder der allgegenwärtige, dichte Nebel der die Landschaft in schauriger Stimmung einhüllt?“
    Er zuckte mit den Schultern.
    „Die Sonne ist nicht mal von einer undurchdringlichen Wolkendecke verdunkelt und es fehlt das fröstelnde Gefühl von Unsicherheit, von dem immer alle berichten.“
    „Es is ein ganz normaler Frühlingstag.“
    „Huh...“, gab sie enttäuscht von sich.
    „Und was stimmt bei dir nich, Lotus?“
    Cromwell folgte seinem Blick auf die drei Karawanen, welche sich jeweils auf den Straßen nach Nordosten, Osten und Südosten stellten und stellte fest: „Jup, sieht übel aus, mein Bester. Nur eine will direkt nach Osten und genau die ham Kinder dabei.“
    Die Karawane umfasste zehn Händler mit sechs Handkarren, fünf größere Eselskarren und vier reisende Familien, die zusammen sechs Kinder hatten. Beschützt wurden sie von sechs Wächtern in Lederrüstung, fünf vorn, einer hinten.
    „Dann ist das eben so. Wir halten uns an den Plan“, meinte Lotus.
    Doch Cromwell konnte in dessen Gesicht viel mehr Anspannung ablesen, als Lotus zugab.
    „Sicher?“
    „Frag nich so schwachköpfig, sondern gib mir lieber ein wenig Geld“, würgte Lotus das Thema ab.
    Cromwell griff in den Ausschnitt seines Hemdes und holte ein kleines Säcklein hervor.
    „Wünsch mir Glück, dass ich sie von uns überzeugen kann.“
    Festen Schrittes näherte er sich dem Mann, den er für den Anführer der Wächter hielt. Nach einem kurzen Wortwechsel mit diesem gesellten sich drei Männer dazu und diskutierten lauthals mit.
    „Was meint er damit?“, wollte Sylvana von Cromwell wissen.
    „Normalerweise isses üblich, dass man sich in der Stadt zu einer Karawane zusammenschließt. Mit Papieren und allen. Das was wir grad versuchen is verdächtig. Kann sein dass die uns für Diebe oder so halten werden und Lotus abwimmeln.“
    Letztlich überreichte Lotus das Säcklein und brachte mit dem Inhalt die Augen des Anführers zum leuchten. Mit wilder Gestik schickte dieser die anderen Männer fort und winkte mit einem breiten Lächeln Sylvana und Cromwell heran. Doch bevor sie aufschließen konnten, tauchten plötzlich aus dem Hintergrund drei Frauen in bürgerlichen, grauen Gewändern auf, die von Mitte Zwanzig bis Ende Dreißig reichten.
    „Du hübsches Ding kommst also mit uns mit? Lass dich ansehen“, begannen sie und griffen links und rechts Sylvanas Hände und zogen sie einige Schritte beiseite.
    Sie wusste gar nicht wie um sie geschah, denn binnen eines Momentes war sie von den drei Frauen umzingelt und es fühlte sich für sie an, als würden hunderte Hände gleichzeitig sie bedrängen.
    „Schaut euch das seidige Haar an! So völlig anders als meine verfilzte Mähne. Du kämmst sie täglich mehrmals, nicht wahr?“
    „Das machten meine-“
    „Schon schulterlang ist eine Mühe sie zu hegen und zu pflegen, aber du hast sie bis zum Rücken wachsen lassen?“
    „Ja, ich mag-“
    Eine andere Frau griff nach oben und berührte Sylvanas Wange.
    „Vergiss die Haare, ihre Haut ist so weich und glatt. Welche Salbe verwendest du? Die muss teuer sein.“
    „Das war-“
    Die Dritte griff fest an Sylvanas Arme.
    „Wahnsinn, noch nie hab ich eine so große Frau gesehen und dazu die Muskeln eines Mannes. Du musst eine Nordfrau sein, nicht wahr?“
    „Meine Mutter-“
    Gemeinsam wanderten die Hände über Sylvanas Lederrüstung.
    „Warum trägst du die? Du würdest in einem Kleid so schön aussehen.“
    „Weil-“
    Alle Drei warfen einen Blick auf Lotus und Cromwell.
    „Und wer von den beiden ist der Glückliche?“
    „Was?“
    Von der Karawane aus kam eine vierte. Viel ältere Frau hervor. Das Gesicht der rüstigen Dame wies kleine Falten vor und ihre zusammengebunden Haare hatten einen leichten Grauton.
    „Berthold!“, rief ihre erboste Stimme dem Anführer der Karawane entgegen.
    „Heiliger Lotus, beschütze mich vor dieser Furie!“, fluchte Berthold schon bei ihrem bloßen erscheinen genervt.
    Sie baute sich vor ihm auf.
    „Du wirst doch wohl nicht einfach Fremde mitnehmen, ohne es vorher mit mir abzusprechen!“, meckerte sie und stach mit dem Finger immer wieder auf die Brust von ihm ein.
    Ein älterer Mann eilte ihr nach und zog sie am Handgelenk zurück: „Eheweib, sei still! Es war schon schwierig genug überhaupt jemanden zu finden, der uns zu Azetakens Grenze bringen will! Vergräme ihn nicht.“
    „Was wäre ich für ein schlechter Wächter, wenn ich diesen armen Seelen nicht helfen würde?“, brachte Berthold hervor.
    Die Frau wischte diese Aussage mit ihrer Hand davon, entzog sich dem Griff ihres Gatten und verschränkte die Arme.
    „Ahja. Du handelst natürlich völlig uneigennützig, wie?“
    Er drückte das Säcklein fester an sich: „Na-Natürlich! Die Drei sind absolut vertrauenswürdig, glaub mir!“
    „Achja? Dann lass mich mal schauen, wen du uns da anhaften willst.“
    Sie musterte zuerst Lotus: „Ein riesiger, bärtiger Zyklop mit griesgrämiger Miene, der den Kindern angst machen wird.“
    Cromwell schnaubte laut und unterdrückte sich ein Lachen: „Das trifft es auf den Punkt! Fällt euch noch mehr zu ihm ein?“
    „Diese protzige Plattenrüstung... die übertrieben vornehme Haltung... und der hochnäsige Blick. Ihr seid vom arroganten Adel!“
    „AHAHAHAHA!“, wieherte Cromwell und stieß sein Ellenbogen mehrmals gegen Lotus Hüfte, „Man is die gut, nich wahr, Lotus? Als ob sie dich schon ewig kennen würde!“
    Sie wandte sich Cromwell zu: „Ein schadenfrohes Milchgesicht. Kaum größer als ein Zwerg, noch ganz grün hinter den Ohren und ein leichter Dialekt. Er stammt wohl aus dem minderbemittelten Süden.“
    „Öy! Ich könnte nem Zwerg locker aufm Kopf spucken!“, bemängelte Cromwell, dem das Lachen schlagartig wieder vergangen war.
    „Als wenn sie dich schon ewig kennen würde, Cromwell“, sagte Lotus trocken.
    Sie wandte sich Sylvana zu. Diese verzog leicht die Miene und rechnete mit dem Schlimmsten.
    Doch bevor sie ihr Urteil über Sylvana fällte, richtete sie ihre Worte an die anderen Frauen. Dabei lief sie mit dem Finger mahnend wedelnd vor ihnen auf und ab: „Und ihr! Ihr schwärmt ihr was von ihren tollen Haaren, ihrer hervorragenden Figur und der schönen Haut was vor. Für so oberflächlich habe ich euch Drei nicht gehalten!“
    Die Frauen blickten schuldbewusst zu Boden und fanden keine Widerworte.
    „Es gibt wichtigere Dinge im Leben, als das bloße Aussehen.“
    Plötzlich hatte sie ein Funkeln in den Augen und griff beherzt zu. Ihre Hände gruben sich in Sylvanas Hüfte und im Anschluss klatschte sie ihr laut auf den Hintern: „Aha. Ein gebärfreudiges Becken, strammer Hintern und ein mehr als üppiger Busen.“
    „Uhm... danke?“, brachte sie verwirrt hervor.
    Die rüstige Dame richtete ihre Worte wieder an die anderen Frauen: „Und natürlich ist der riesige Zyklop der Glückliche. Was sollte eine so große Frau schon mit dem Zwerg anfangen?“
    „Schon wieder gegen mich? Sylvana, sag ihr, dass auch ich in Frage käme!“, warf Cromwell ein.
    „Für was denn?“, fragte sie völlig überrumpelt.
    Der rüstigen Dame klappte der Kiefer runter und die anderen Frauen schlugen sich die Hände an ihre Wangen: „So ein hübsches Ding und noch immer unberührt? Was muss der Mann für eine Erziehung genossen haben, dass er sich derart zurückhalten kann?“
    Sie alle blickten zu Lotus, dessen Bild sich schlagartig änderte.
    „Er muss extrem stark sein und einen hohen Stand haben, wenn er die anderen Männer von ihrem Feld abhalten kann“, tuschelten sie miteinander.
    Herzen begannen schneller zu schlagen und die Knie wurden weich, je länger sie Lotus anblickten.
    „Moment mal. Eine große Frau, ein Riese in Plattenrüstung und ein Mann in Grün?“, fragte die rüstige Dame und schaute die Gruppe noch einmal abwechselnd voller Misstrauen an.
    „Gab es für genau diese Drei nicht vorhin am Stadttor jeweils einen Ausruf?“
    Sylvana biss sich auf die Unterlippe. Lotus wendete den Blick ab und Cromwell zog seine Unschuldsmiene.
    Plötzlich kamen zwischen und unter den Karren die Kinder hervor gerannt, drängelten die Frauen beiseite und warfen sich an Sylvanas Beine.
    „Die große Frau soll auf uns aufpassen!“
    „Ja, bitte bitte!“, riefen sie im Chor.
    Die Brauen der Dame verknoteten sich zu einem ungläubigen Gesichtsausdruck.
    Sylvanas Augen weiteten sich vor Schreck: „Was?“
    „Ohja!“, begannen die anderen Frauen dem zu zustimmen.
    „Was für eine tolle Idee! Aus ihr wird sowieso mal eine großartige Mutter. Sie hat den Körper, die Ausstrahlung und garantiert auch den Charakter. Warum nicht schon jetzt mit dem Üben beginnen?“, versuchten sie Sylvana zu überreden.
    „Eine Mutter? Ich bin aber eine Kämpferin! Und selbst wenn ich einmal Kinder haben sollte..., doch keine sechs!“
    „So ein Unsinn“, warf nun auch die rüstige Dame ein, „Soll mich doch der Blitz erschlagen, wenn der gutaussehende Riese nicht mit seinem sehr wahrscheinlich übergroßen Prügel dein Feld so umpflügt, dass es sich anfühlen wird, als hätte eine ganze Horde Wildschweine dich umgegraben. Da können doch nur mindestens zehn Kinderchen bei rauskommen“, lachte sie zusammen mit den anderen.
    „Prügel? Feld? Was für Wildschweine?“, mit kleinen Wirbeln in den Augen begann Sylvanas Welt zu kreisen.
    Die jüngste von den Vier bis Siebenjährigen griff auf Zehenspitzen stehend nach Sylvanas Hand: „Duuu?“
    „Huh?“
    „Bitte sag du passt auf uns auf! Wir sind auch ganz brav“, beteuerte sie mit großen Kulleraugen, die Sylvanas Herz zum schmelzen brachten.
    „Aber... ich bin... eine Kriegerin.“
    In den Augen der Kleinen sammelte sich tränenreicher Glanz und sie schniefte leise.
    „Nicht – nicht weinen! Ich – ich tu es ja... Heh.“
    Gerade noch den Tränen nahe jubelte die Kleine mit den anderen zusammen laut auf und zogen Sylvana zu dem Eselskarren, auf dem sie reisen werden.
    Die Karawane setzte sich bald darauf in Bewegung.


    Sylvana verbrachte den Rest des Tages damit die Kinder so gut wie möglich zu bespaßen. Ihre Mütter widmeten sich anderen Aufgaben, weit weg von dem Karren und ließen sie mit ihnen allein. Ihr wurde auch schnell bewusst, warum man ihr so bereitwillig die Kinder anvertraute.
    Die einen schrien und kreischten den ganzen Tag ohrenbetäubend, die anderen waren sehr trotzig und machten ihre eigenen Regeln. Manche wurden schnell müde und bekamen deswegen immer wieder kleine Wutanfälle, während die anderen energiegeladen sich austobten und alle wach hielten. Widmete Sylvana sich einem von ihnen, machten die Fünf anderen hinter ihrem Rücken den nächsten Schabernack. Und die Kleinste, mit den Kulleraugen, war die Schlimmste von allen.
    Sie war wie eine kleine Anführerin und dachte sich für die anderen immer neue, spaßige Dinge aus, die voller Gefahren waren. Angefangen davon wer am Rande des Karrens am längsten balancieren konnte, bis hin wer sich wagte vorn auf den Esel zu springen und ihn zu reiten. Doch egal welches neue Ärgernis bei den Kindern auftrat, Sylvana versuchte ruhig und besonnen wie Lotus zu wirken und lächelte daher immer stets und verständnisvoll alle Probleme weg.
    Aus Angst nicht von ihnen akzeptiert zu werden gab sie stets nach, was dazu führte, dass die Kinder immer weiter ausprobierten, wie weit sie mit ihr gehen konnten. Und je mehr sie sich mit den Kleinen beschäftigte, desto bewusster wurde ihr, wie schlecht sie mit ihnen zurecht kam.
    Lotus blieb mit dem Anführer Berthold hinter der Karawane und behielt schweigend die Umgebung im Auge. Als Veteran wusste er, dass das schlimmste Übel immer von der Rückseite kam und man sich auf jede Regung konzentrieren musste, wollte man nicht überrascht werden. Warum die Wächter sich in einer solch unsinnigen Formation bewegten und dazu mit so wenig Männern, konnte er sich nur dadurch erklären, dass sie sehr unerfahren sein mussten. Und die Händler hatten wohl niemand anderen gefunden, der sie nach Osten in Richtung Azetaken eskortierte.
    Cromwell schloss sich den fünf Wächtern vorn an und kam schnell mit ihnen und den Händlern ins Gespräch.
    „Warum reist der Adlige eigentlich nur mit zwei Begleitern durch die Gegend?“, eröffnete man das neue Thema.
    „Mehr brauchte es halt nich“, antwortete Cromwell.
    „Ein Geizhals also“, befanden die Männer.
    „Was? Lotus is doch nich geizig“, widersprach Cromwell.
    „Er trägt eine sehr teure Plattenrüstung und ihr nur grünen Stoff“, erwiderte jemand.
    „Na Hauptsache er is sicher“, scherzte Cromwell.
    Daraus schloss man, dass sich Lotus nicht um Cromwell scherte.
    „Werdet ihr denn gut bezahlt, oder geizt er auch da?“, fragte einer der Wächter, die anderen hellhörig, ob sich Lotus als neuer Arbeitgeber irgendwie eigenen würde.
    „Wäre schön, wenn ich überhaupt bezahlt werden würde“, witzelte Cromwell.
    Aus diesen Scherz zog man den Schluss, dass Cromwell wohl ein moderner Sklave sei. Die Sklaverei an sich wurde in Mittelland abgeschafft, dennoch gab es Mittel und Wege für den Adel Menschen von sich abhängig zu machen.
    „Mein Beileid, mein Freund“, sprach jemand sein Mitgefühl für ihn aus.
    „Behandelt er euch denn wenigstens menschengerecht?“, wollt ein anderer wissen.
    „Wie meinen?“, fragte Cromwell verwundert und wusste nicht in welche Richtung das gehen sollte.
    „Gibt er euch zum Beispiel zu Essen?“, fragte einer.
    „Nä, ich jage und koche für ihn. Wäre ja noch schöner, wenn der Adel das selber machen müsste, nich wahr?“, witzelte Cromwell.
    Lotus konnte nicht, falls nötig, auf die Jagd gehen und dabei auf Sylvana aufpassen. Oder das Essen zubereiten und die gesamte Umgebung im Auge behalten.
    Der Schluss daraus war jedoch, dass Lotus sich vollständig von Cromwell bedienen ließ.
    „Und wie teilt ihr die Nachtwache ein?“, fragte ein anderer Wächter.
    „Na ich passe die ganze Nacht auf und er dafür am Tage.“
    „Und wann schlaft ihr dann?“, fragte man ungläubig.
    „Pfff. Ich brauch keinen Schlaf. Ich kann schlafen wenn ich tot bin“, gab Cromwell von sich zum Besten.
    Man vermutete, dass Cromwell diesen Spruch von Lotus schon des öfteren zu hören bekam.
    „Man hört ja des öfteren, dass der Adel wieder vermehrt zur Gewalt neigt und Untergebene schlägt.“
    „Die Glücklichen! Lotus versucht mich immer gleich zu ERschlagen, wenn ich mal ne Kleinigkeit falsch mache oder was sage, was ihm nich passt“, war sein neuer Scherz.
    Er merkte gar nicht wie tief die Abneigung sich gegen Lotus bereits entwickelt hatte.
    „Wenigstens hat er eine eigene hübsche Frau dabei. Da brauch man sich keine Sorgen machen, dass er sich an eine von unseren vergreifen könnte“, sagte einer der Väter.
    „Näää, selbst ohne Sylvana würde da nix passieren. Da würde ich euch eher raten auf die Frauen zu schauen und nich auf Lotus.“
    „Was wollt ihr damit sagen?“, die beiden anderen Väter wurden auch aufmerksam.
    „Seht ihr nich ihre lüsternen Blicke? Weiche Knie. Errötete Gesichter. Und Herzklopfen. Die sind schon hin und weg von ihm“, erzählte Cromwell mit einem Grinsen im Gesicht. Er war sich absolut sicher, die Drei würden gleich laut lachen, doch stattdessen stürzten ihre Brauen in die Tiefe. Sie pressten ihre Lippen fest zusammen und schwiegen.


    Am Abend wurden die Schlafstellen mit Fellen hergerichtet. Lotus, für ihn völlig unerklärlich, wurde aus dem Lager von den Männern verband. Sylvana schloss sich auf der Flucht vor den Kindern ihm an und Cromwell wurde herzlich zum Essen eingeladen, was er dankend ablehnte und damit begründete, dass er sich aus Mitleid zu Lotus gesellen würde.
    „Heh“, seufzte Sylvana bei seiner Ankunft, „Warum müssen diese Kinder kleine Monster sein?“
    „Heh“, schloss sich Lotus ihr an, „Ich habe mit keinem der anderen Männer auch nur ein Wort gewechselt und dennoch hassen sie mich alle.“
    Nur Cromwell saß neben ihnen fröhlich summend mit ihnen auf der Straße: „Eine tolle Reise, nicht wahr?“
    „Heh“, begann Sylvana von neuen, „Eine Kämpferin, die nicht mal mit ein paar Kindern fertig wird? Lächerlich.“
    „Lächerlich ist eher, dass ich nach fünfunddreißig Jahren immer noch nur Cromwell als Freund habe.“
    Cromwell zuckte mit den Schultern: „Ihr beiden Miesepeter macht euch zu viele Gedanken wegen nichts. Sylvana, fang.“
    Aus seinem Hemd kramt er einen kleinen Beutel hervor.
    Sie warf einen Blick hinein: „Süßigkeiten?“
    „Stopf das in die Bälger rein und sie werden dich lieben.
    Lotus, ich kann dich jederzeit wieder zum Sir machen. Die Frauen werden sich dir an den Hals werfen und die Männer vor dir in den Dreck. Wär das nich was?“
    Beide gaben ihm einen verdutzten Blick.
    „Du bist ein Schwachkopf, Cromwell“, befand Lotus und nahm Sylvana den Beutel wieder ab.
    „Du bist keine schlechte Kämpferin, nur weil du einen Sack Flöhe nicht hüten kannst.
    Kinder spiegeln unseren Charakter wider. Reflektiere dein eigenes Verhalten und passe es an. Und vor allen: Hör den Kindern zu. Da lernt man den Umgang am besten.“
    „Huh. Wenn ich dir auch was sagen darf... seit wann interessiert es dich, was andere von dir denken? Es war dir egal als Adliger bei der Stadtwache zu arbeiten. Es war dir auch egal, wie man von dir dachte, als du mich im Schloss das Kämpfen gelehrt hast. Und jetzt machst du dir wegen einer handvoll Männer Gedanken, die wir nur wenige Tage begleiten werden?“
    Lotus legte den Kopf in die Schräge und griff an seinen Stoppelbart.
    Nach einem Moment kam er zu dem Schluss: „Wie töricht von mir.“
    „Von mir auch“, stimmte Sylvana mit ein.
    „Also ich bin toll“, sagte Cromwell mit einem Grinsen im Gesicht.


    Mitten in der Nacht, als der Halbmond am höchsten stand, schlug Lotus sein Auge auf und richtete sich kurzerhand auf.
    Die Karawane war ruhig, nur eine einzelner Wächter hielt wache.
    Sylvana schlief drei Schritten entfernt neben ihm. Cromwells Platz hingegen, viel weiter weg von den beiden, weil er als bürgerlicher einen größeren Abstand halten musste, wirkte unbenutzt.
    Kaum hatte er sich endgültig aufgerichtet, begann seine Suche nach ihm.
    Cromwell lag auf einem der beladenen Karren. Er schaute in den klaren Himmel.
    „Kannst wohl nich schlafen?“, fragte Cromwell, als Lotus sich ihm näherte.
    „Ein Sir schläft nicht, er schließt seine Augen zur Konzentration“, erinnerte Lotus ihn.
    „Ich würd dir ja nen Platz anbieten, aber ich glaub dann bricht der Karren zusammen.“
    Lotus stellte sich neben ihm und blickte wie er in den Sternenhimmel hinauf.
    „Es war ein langer Tag“, begann Lotus.
    „Jup.“
    Beide dachten die gleichen Worte: Das wird ein schwieriges Gespräch... Er wird sich garantiert fragen wo er anfangen soll.
    Ich muss wissen, was er über die Vorfälle in der Stadt weiß, so Lotus.
    Ich muss wissen, was er über das Attentat weiß,so Cromwell.
    Ich kann nur im Namen unserer Freundschaft darauf vertrauen, dass Cromwell die Wahrheit sagen wird.
    Egal was Lotus mich fragen wird, ich werd ihm sowas von ins Gesicht lügen!
    Wenn ich Cromwell in die Ecke dränge, stellt er sich auf stur und ich weiß, dass er etwas zu verbergen hat.
    „Warum hast du uns in Skossa was angehängt?“
    Dräng mich doch gleich in die Ecke! Am besten ich stell auf stur... wobei, damit wird er rechnen. Wenn ich mich jetz also auf stur stelle, weiß er, dass ich was zu verbergen habe und egal welche Frage danach kommt, wird er daraus schließen, dass ich ebenfalls damit zu tun gehabt hätte.
    „Ach weißt du... Schonmal davon gehört, dass man so unauffällig sein kann, dass es auffällig wirkt?“
    Er wird niemals damit rechnen, dass ich ihm jetz einfach nur Stuss erzähle.
    „Nein.“
    Natürlich versucht er es mit Stuss. Als wenn ich damit nicht rechnen würde, mein Lieber.
    „Hab das Gegenteil probiert. So auffällig sein, dass wir schon wieder unauffällig wirken.“
    Das is so genial, er muss mir einfach glauben. Auch wenn ichs damit zugebe, aber ich kann ihm ja schlecht sagen, dass ich mit seiner Ersatzplattenrüstung mich als Sir Lotus verkleidet hab, um in der Kathedrale ein Reliquie zu stehlen. Und warum sie Sylvana gejagt haben? Weiß der Geier. Ich wars nich. Aber das wird er mir eh nich glauben.
    „Und das hat funktioniert?“
    Glaubt Cromwell allen ernstes ich würde ihm das abnehmen? Wahrscheinlich konnte er nicht widerstehen mit der Ersatzplattenrüstung irgendeinen Schabernack anzustellen. Und wer weiß was er Sylvana angehängt hat. Doch sollte er mir jetzt ein Ja ins Gesicht sagen, weiß ich wie ich meine Fragen stellen muss, um zumindest seine Mittäterschaft bei allen anderen Fällen herauszufinden.
    „Nope.“
    Lotus hat den Braten gerochen, verdammt. Ich muss versuchen ihn auf ein anderes Thema zu lenken, um auszuweichen.
    „Wir werden immer noch verfolgt. Zwei Gruppen mit je zehn Mann. Die einen haben nen Magier mit Illusionsmagie dabei und wollen Sylvana beschützen und die anderen versuchen sie scheinbar abzumurksen. Zumindest haben sie das mit Sylvanas Ebenbildern in Skossa getan.“
    Cromwell. Da du bereits zugegeben hast, dass du uns tatsächlich was angehängt hast, werde ich es dabei belassen. Doch wo du mir schon diese Information zuwirfst, werde ich sie auch zu nutzen wissen.
    „Warum bist du dir so sicher, dass die Gruppe mit dem Magier auf unserer Seite steht?“, wollte Lotus wissen.
    Wenn mich nicht alles täuscht, dann weiß Cromwell mehr über diesen Magier, als er den Anschein erwecken will. Denkt er vielleicht, ich könne mit der Wahrheit nicht umgehen?
    Ich kann Lotus schlecht sagen, dass Sylvana nur wegen dem Magier überhaupt noch lebt. Er würde eine miese Frage stellen... nämlich was der Magier als Gegenleistung für ihr Leben von mir bekommt... Nein. Das darf er unter keinen Umständen auch nur erahnen, dass wir eine Absprache haben. Mit der Wahrheit könne er nicht umgehen, es wäre das Ende mit unserer Freundschaft.
    „Ist es ein Segen, lass es geschehen. Man muss nich immer alles hinterfragen, oder?“, so Cromwell.
    „Wie du meinst.“
    Cromwell stellt auf stur. Er weiß also definitiv mehr als er zugibt, wird es mir aber nicht sagen. Wobei er nicht unrecht mit seinem Spruch hat. Zumal der Magier nicht das wichtigste in diesem Gespräch sein soll... wichtiger ist der Attentäter.
    Hoffentlich reicht Lotus das. Der Magier ist im Moment nich weiter wichtig... viel wichtiger.... is der Attentäter.
    Beide dachten: Wie sag ich ihm jetzt, dass ich weiß, wer es war?
    Cromwell hat viel dafür getan, um den Namen seiner Familie reinzuwaschen. Und wie haben sie es ihm gedankt?
    Ich hab mir ziemlich den Arsch für meine Familie aufgerissen. Und was macht dieses undankbare Pack?,überlegte Cromwell.
    Ich kann Cromwell jetzt schlecht in sein Gesicht sagen: Ach wusstest du übrigens, dass irgendjemand deinen Bruder als Attentäter angeheuert hat?
    Ich kann Lotus schlecht ins Gesicht sagen: Ach übrigens, schon gewusst, dass der Attentäter mein Bruder war?
    Beide dachten gleichzeitig: Ich sollte es besser für mich behalten, er würde sich nur unnötig Sorgen machen... Wir schweigen uns schon ziemlich lange an. Vielleicht sollte ich ihn noch irgendwas belangloses fragen, bevor wir das Gespräch beenden.
    Lotus und Cromwell: „Wie findest du den Plan bisher?“
    Beide blickten sich verdutzt an.
    „Das war jetzt irgendwie unheimlich“, merkte Lotus an.
    Cromwell zuckte mit den Schultern und fragte: „Wieso is der Plan von Heerführer Baldurs so bescheuert?“
    „Heh. Du hast ihn nicht gelesen.“
    „Ähm... hab ihn überflogen?“
    „Denk zur Abwechslung doch mal nach. Mit mir in Sylvanas Nähe wäre sie im Schloss schon sicher genug, eine Reise wäre daher voller unnötiger Risiken“, erklärte Lotus.
    „JJJoahr. Und was machen wir dann hier draußen mit ihr?“, wunderte sich Cromwell.
    „Es war von Anfang an klar, dass es mehr als nur einen Attentäter geben wird. Daher locken wir alle mit Sylvana in die Untergrundfestung von Micalanthia und stellen ihnen dort einen Hinterhalt.“
    „Moooment mal. Ich hab alles richtig gemacht!“
    „Wie bitte?“
    „Dass wir auffällig die Stadt verlassen haben... und dass dich keiner mehr als Sir erkennt... kommt dem Plan von Baldurs zu Gute!“
    „Ist das so?“
    „Hätte nich gedacht, dass Baldurs und ich so stark miteinander harmonisieren. Wir sollten öfter mal nach seinen genialen Plänen handeln, findest du nich?“
    „Hol die verdammte Rolle raus und lies sie dir durch. Und dann wiederhole deine Worte.“
    Cromwell kramte in seinem Hemd: „ Och, was bist du jetz wieder so stinkig? Bist du neidisch auf Heerführer Baldurs, weil er nen tollen Plan ausgearbeitet hat?“
    „Lies. Den. Plan.“
    Er zog die Rolle heraus und entrollte das Pergament.
    Nach einem kurzen Moment drehte er es auf die andere Seite.
    „Die is leer. Is die verzaubert?“, fragte Cromwell.
    „Natürlich ist sie verzaubert. Du musst sie in das Mondlicht halten und laut rufen, dass du ein Schwachkopf wärest, erst dann kannst du sie lesen.“
    Kurzerhand hielt er die Schriftrolle hoch und rief laut: „Ich bin ein Schwachkopf!“
    Er sah auf die Rolle: „Da tut sich nix!“
    „Mein Fehler, man musste die Worte natürlich singen.“
    „IIICH bin ein SCHWAAACHKOPF! EIN SCHWACHKOPF, SCHWACHKOPF, SCHWACHKOOOPF!“, sang er munter.
    Ein erneuter Blick auf die Rolle strapazierte seine Nerven: „Was hab ich jetz schon wieder falsch gemacht?!“
    „Wie dumm von mir. Du musst dabei auch auf einem Fuß hüpfen.“
    Er stellte sich also auf ein Bein, doch plötzlich traf es ihn wie ein Schlag ins Gesicht.
    „Lotus. Du bist ein Arsch, weißt du das?“
    Dieser gab ihm nur ein freundliches Lächeln mit geschlossenen Auge als Antwort.
    „Also... is die Schriftrolle tatsächlich leer und du saugst dir alles aus den Fingern?“, fragte Cromwell nach.
    „Nach deiner Gesangseinlage beeindruckt mich dein Scharfsinn.“

    Guten Abend @Rainbow,




    lg Kramurx

    Guten Morgen @Thorsten :)



    Zitat von Thorsten

    und ich denke der Leser muss es aushalten den grossen Zusammenhang erst spaeter zu bekommen

    Also gewünscht ist, dass man am Ende der Flucht nun zwei großen Fragezeichen im Gesicht hat. Das scheint ja soweit geklappt zu haben :whistling:
    Als nächsten Chapter folgt die Auflösung.
    Ich hätte am liebsten schon in der Stadt es halbwegs erklärt, aber ich dachte wirklich, dass es ungünstig wäre einen geheimen Plan und die Situation im Schloss mitten auf der Hauptstraße erläutern zu lassen. Auch flüstern war nich drin.
    Möglich wäre wohl gewesen den Plan aus Lotus Sicht lesen zu lassen. Hab mich aber, wie man sieht, letztlich dagegen entschieden und die Auflösung aufs nächste Chapter verschoben :evil:
    Sehr wahrscheinlich wird am Ende des nächsten Chapters dann unter dem Text die Frage stehen, ob die Erklärung dann erstmal alles erläutert und ob sie an der Stelle passt, oder ob ich sie wirklich hätte in der Stadt schon setzen sollen. Das finden wir aber erst in 4-5 Tagen heraus, wie es letztlich wirkt, denk ich :P



    Zitat von Thorsten

    Klingt jetzt sehr nach einer bekannten Szene von Monty Python...

    Ich kenne Monty Python nicht. Rainbow hat mir damals bei der vorherigen Version schon öfter den Namen gesagt und mit seinen Werken verglichen, dass es sich wie ein zu Papier gebrachter Monty Python gelesen hätte. Da waren meine Dialoge auch mindestens doppelt so lang, was allerdings nur Humor ausmachte und nichts zur Story beitrug.
    Also... so vom Gefühl her ... da ich ihn und seine Filme nicht kenne, seh ich auch keinen Grund für mich, da jetzt was abzuändern. Allerdings macht es wohl trotzdem Sinn zu fragen: Wäre es besser Lotus Worte an der Stelle abzuändern?
    Weil sagen wir ich würde sie sagen lassen "Der Winter naht" und hätte nicht GoT gesehen, das gäbe wohl trotzdem ziemliche Kritik, selbst wenn ich dann hinterher sage ich kenne das gar nicht :rolleyes:


    Ach und danke für die Mühe mir zu zeigen welche Stellen du gut fandest. Dann weiß ich auch, ob sie auch so ankamen, wie sie sollten :love:


    lg Kramurx

    Zitat von melli

    Die Größe der beiden geht flüssig rein in den Kopf und ist gut vorstellbar.

    :thumbsup: supi :thumbsup:



    Zitat von melli

    Vielleicht wird ja im nächsten Kapitel erwähnt, wer sich das alles ausgedacht hat und warum

    Ja, das wird im nächsten Kapitel hoffentlich ausführlich genug erläutert :/
    Ich empfand es nicht als passend, wenn der eigentlich super geheime Notfallrettungsplan mitten auf der Hauptstraße erklärt wird :D
    Da hab ich eher eine ruhige Szenerie für ausgewählt :whistling:



    Zitat von melli

    Cromwell kann also zaubern

    Da muss ich doch glatt nachfragen: vermittelt er den Eindruck, dass er durch den Trick mit seinem Hemd richtige Magie wirken kann? Oder nimmt man es doch als "Zaubertrick" wahr, der erstmal geheim bleibt, bis es schon bald aufgelöst wird? :golly:
    Wenn das erstere der Fall sein sollte, würde ich schauen ob ich am aktuellen Teil was abändere oder im nächsten nochmal deutlicher darauf eingehe.


    lg Kramurx

    Hallo @Kirisha


    jetzt haben wir also auch endlich mal eine richtig einleuchtende Erklärung bekommen, warum Pep so um ihre Tochter immer bangen muss ^^
    Ich weiß grad nicht ob das in der alten Version auch so genannt wurde, da hab ich nur in Erinnerung dass sie sich immer um ihr Kind sorgte, aber es eben keine Auflösung gab weshalb überhaupt.



    Ich bin bei Thorstens Zitat hier hin und hergerissen xD zum einen trifft er es auf den Punkt..., zum anderen ist es eine schnelle, einfache Lösung. Vielleicht sogar die richtige, wenn mans realistisch halten will. Und doch brachtest du hier die Dramatik an der Situation auf den Hochpunkt, um uns dann mit einer eigentlich recht logischen Tat(mMn), uns wie eine heiße Kartoffel wieder fallen zu lassen :whistling:
    Grundsätzlich würde ich vom Gefühl her sagen, dass ichs nicht so schlimm finde. Da wir uns hier aber als Autoren im Fantasy-Bereich austoben dürfen :D , würde ich eine dramatischere Lösung bevorzugen :P (es muss nicht mal was neues sein, denke ich. Und wenn sie nur am Stein doch abrutscht und im Flug gefangen wird? hm)


    lg Kramurx

    Die sonst so neugierigen Bürger wendeten allesamt ihre Blicke ab und zogen einen Bogen um die beiden, sodass mitten im Strom eine kleine, leere Fläche entstand.
    „Ich – Ich –“, stammelte sie und suchte nach den richtigen Worten, um die Situation zu erklären.
    Doch konnte sie letztlich keinen klaren Gedanken fassen und schaute stattdessen schuldbewusst zu Boden und biss sich auf die Unterlippe.
    „Mach dir keine Gedanken, Prinzessin“, versuchte Sir Lotus sie zu beruhigen.
    Sie sah zu ihm auf und nickte.
    „Ich hab dich nicht erkannt“, brachte sie dann doch hervor.
    „Wie das?“, fragte er und hob die linke Braue verwundert an.
    „Nunja, wegen dem-“, sie wollte auf eine Stelle an seiner Rüstung zeigen und brach die Bewegung plötzlich wieder ab. Hinter Sir Lotus stand Cromwell und zog mit Sprüngen und wilden Armgesten leise die Aufmerksamkeit von der Prinzessin auf sich.
    „Wegen dem was?“, wollte Sir Lotus wissen.
    „Dein- Dein-“, stammelte Prinzessin Sylvana von neuen und suchte die richtigen Worte, die Cromwell ihr hinter Sir Lotus versuchte mit Händen und Füßen zu übermitteln.
    „Dein Kinn! Früher konnte man trotz des Stoppelbartes dein Kinn noch sehen.“
    „Ein Sir hat unter seinem Bart kein Kinn, sondern eine dritte Faust“, erinnerte Sir Lotus sie.
    Cromwell gab ihr dafür einen Daumen hoch.
    „Außerdem – dein Auge.“
    „Was ist damit?“, fragte er und fasste an das linke, gesunde.
    Doch Cromwell zeigte eine schneidende Geste an seinem Hals und deutete sehr energisch zum Himmel.
    „Ich meine … schönes Wetter heute, nicht wahr?“
    Sir Lotus blickte sie fragend an.
    „Nichts… Entschuldigung“, sagte sie und ließ dabei wieder schuldbewusst den Kopf sinken. Wie sollte sie ihn auch auf sein fehlendes Auge ansprechen, ohne dass die Stimmung gänzlich hinüber war? Dabei sollte es doch ihr strahlender Moment werden. Stattdessen bemerkte er nicht einmal, wie stark sie geworden war.
    „Es gibt nichts zu entschuldigen. Und jetzt gib mir bitte den Notfallrettungsplan“, forderte Sir Lotus freundlich und hielt ihr die Hand entgegen.
    Sie zog unter ihrer Lederrüstung eine Pergamentrolle hervor und überreichte sie ihm.
    Sofort flog Lotus Blick gedankenversunken über den Plan, um sich ein Bild von der Situation und der nächsten Vorgehensweise zu machen.
    „Prinzessin! Hab dich ja gar nich wiedererkannt, so groß wie du geworden bist.
    Kann mich noch erinnern, da hast du mir nur bis zum Oberkörper gereicht und jetz muss ich den Kopf anheben“, erklärte Cromwell, als er hinter Sir Lotus hervor kam.
    „Ah! Cromwell! Ja, letztlich komme ich doch ganz nach meiner Mutter.“
    „Schon schade dass meine nich auch ausm hohen Norden stammt“, meinte er und spielte auf seine Unzufriedenheit mit seiner eher kleinen Größe an.
    „Und wie ich sehe hat sich dein Potenzial auch sehr gut entwickelt. Hab ich ja damals schon gesagt“, fügte er mit an, während sein Blick zielgerichtet geradeaus auf ihren Busen fiel.
    „Oh ja. Ich hab sie täglich trainiert und eingerieben“, berichtete sie stolz.
    „Was?“, fragte er und schaute verdutzt.
    „Ich hab sie auch jeden Abend mit denen meiner Dienerinnen verglichen, um wirklich jeden Unterschied ausmachen zu können. Wie sie aussehen und sich anfühlen. Und keiner kommt an meine heran. Hehe.“
    „Echt? Erzähl mir mehr!“
    „Willst du sie mal anfassen?“
    Cromwell klappte der Kiefer runter und er überlegte, ob er es tatsächlich wagen sollte. Doch sie war seine Prinzessin und Sir Lotus würde ihm das nie verzeihen.
    „Ich wollte sie eigentlich Sir Lotus zeigen – aber, er hat sie eben schon im Gesicht gehabt.“
    „Dieser Glücksarsch!“
    Er wandte sich Lotus zu.
    „Hör auf zu lesen und gib der jungen Dame gefälligst eine Antwort, wie es sich angefühlt hat!“
    Sir Lotus trennte sich kurz von dem Schriftstück und blickte auf Cromwell herunter.
    „Es war ein Unfall und nicht der Rede wert.“
    „Nicht der Rede wert also?“, wiederholte sie enttäuscht von sich selbst und besah ihre geballten Fäuste.
    „Ehhh – dein erstes Treffen mit Sir Lotus als Sir! Wie ist das so für dich, wenn man ihn noch von früher kennt? Hat doch einen großartigen klang, nicht wahr? Sir Lotus Ebera!“
    „Er war auch ohne den Titel schon großartig“, sagte Sylvana, „Nur kann er manchmal sehr streng in seinem Urteil sein“, fügte sie kleinlaut mit an.
    „Echt? Naja. Ich wette du hast ihm zu Beginn eine königliche Begrüßung ins Gesicht geschmettert?“
    Ein schweigender Biss auf ihre Unterlippe.
    „Nich?“
    „Dieser elendige Bauer von einem Heerführer! Was für eine unsinniger Plan ist das bitte von Baldurs?“, meckerte Sir Lotus plötzlich los.
    Heerführer. Der höchste Titel den ein Mensch beim Militär erreichen konnte. Gewöhnlich gab es nur einen in jedem Land und sie waren Meister der Logik und Strategie. Er koordiniert die Truppen, sichert die Grenzen und verteilt die Soldaten.
    Wollte man selbst den Posten übernehmen, so fand einmal im Jahr ein Turnier statt, bei dem man den amtierenden Heerführer in einem Schachduell besiegen musste. Gab es keinen, so wurde ein neuer durch dieses ermittelt, was mehrere Monate dauern konnte.
    „Heh. Egal. Hört zu. Die Straße vor uns wird bis zur Mittagszeit nur schlecht bis gar nicht bewacht, damit ich und Syvlana nicht allzu sehr auffallen.“
    „Oh oh.“
    Lotus warf ihm einen misstrauischen Blick zu.
    „Waaas? Ich hab nix getan!“, verteidigte sich Cromwell und zog seine Unschuldsmiene auf.
    „Du machst zufällig nie irgendwas! Und am Ende verfluchen alle deinen Namen oder wollen dich umbringen!“, mecjerte Sir Lotus und spielte damit auf Erfahrungen aus der Vergangenheit an.
    „HER GEHÖRT!“, rief jemand laut und fordernd.
    Der Mann trug eine Rüstung und war von der Stadtwache.
    Sir Lotus seufzte nur schwer.
    „Pfe! Also, dieses Seufzen, das is mal wieder richtig pfoah!“
    „Wir suchen einen Mann ende der Zwanziger! Mit grünem Hemd, grüner Hose, grüner Jägerkappe, grüner Feder und schwarzen Schuhen! Außerdem hat er braunes, gekräuseltes Haar und ist unter dem Namen Cromwell bekannt!“, rief die Stadtwache.
    „Cromwell“, sagte Sir Lotus ernst.
    „Es könnte schlimmer sein. Stell dir vor, ich hätte eine Adlige belästigt, die beim Stadtrat arbeitet und sie hätte ein Kopfgeld auf mich ausgeschrieben“, meinte Cromwell und verschränkte dabei seine Arme und nickte seine eigenen Worten zustimmend mit dem Kopf ab.
    „Der Gesuchte hat einer Adligen, die beim Stadtrat arbeitet, das Kleid über den Kopf gezogen, mit einem Seil zusammengeschnürt und sie in dieser Pilzform halbnackt durch die Straßen geschickt. Er trägt ab sofort ein Kopfgeld von Fünf-“
    „Was? Nur fünf Goldmünzen? Typisch Adel! Immer am rumgeizen, diese Geizhälse!“, kritisierte Cromwell.
    „Fünf-ZIG Goldmünzen!“, beendete die Stadtwache ihren Satz.
    „Fünfzig?! Verdammte, stinkreiche Adlige! Immer am Geld verschleudern!“, kritisierte er abermals und schüttelte nur verständnislos seinen Kopf.
    „Cromwell. Du weißt wie sehr ich es hasse, wenn sich Pläne wegen dir ändern, richtig?“, fragte Lotus.
    „Kann sein“, bestätigte er.
    „Wir können von Glück reden, dass die Prinzessin sich soweit vorbereitet hat, dass wir ihr scheinbar keine weitere Ausrüstung kaufen müssen.“
    Ihre Augen begannen zu strahlen, als sie Sir Lotus Lob vernahm.
    „Wir werden jetzt uns also an den Plan halten und so unauffällig wie möglich die Stadt verlassen. Daher auch von jetzt an keine Titel mehr. Wir sind einfach nur Sylvana, Lotus und Cromwell“, erklärte er weiter.
    „Und wen von euch beiden soll ich Sylvana nennen?“, fragte Sylvana mit einem Lächeln auf den Lippen.
    „Was?“, traute Lotus seinen Ohren nicht.
    „Das war ein Scherz. Du weißt schon. Haha, lustig. Und so“, erklärte Sylvana ihm und ließ einen witzelnden Unterton dabei erklingen.
    „Ob Titel oder nicht, eine Prinzessin macht keine Scherze“, sagte Lotus und hob bekräftigend einen mahnenden Finger.
    Cromwell reichte weit nach oben und schlug Lotus auf die eiserne Schulter: „Gibt Schlimmeres.“
    Lotus fegte die Hand hinweg wie eine Fliege vom Brot.
    „Ich hoffe für dich, dass wir auch alles haben, Cromwell?“, fragte er anschließend und behielt die Wache im Auge, während die Gruppe in normaler Geschwindigkeit zwischen den Bürgern voran kam.
    „Natürlich“, bestätigte dieser.
    „Eine Ersatzplattenrüstung und mein Umhang?“
    „Jup.“
    „Kessel, Pfanne, Grillrost und Lebensmittel für ein halbes Jahr?“
    „Aber klar doch.“
    „Wo sind die ganzen Sachen bitte?“, warf Sylvana ein und musterte Cromwell.
    Dieser klopfte sich auf den Brustkorb: „Alles sicher unter meinem Hemd verstaut.“
    „Ahja. Unter deinem Hemd. Wo auch sonst?“
    „Du glaubst mir nicht? Gib mir deinen Umhang, ich zeigs dir.“
    Während sie versuchte sich diesen abzustreifen, fuhr Lotus Cromwell scharf an: „Was habe ich eben gesagt?“
    Cromwell zuckte mit den Schultern.
    „Es hat äußerste Priorität, dass niemand, absolut niemand Sylvana erkennt!“
    „Verstehe. Aber bei uns is das kein Problem?“
    „Ich weiß nicht was du gemacht hast, um mich so effektiv zu tarnen, aber wenn man mich doch erkennen sollte, dann ist es noch tolerierbar. Bei Sylvana hingegen hört der Spaß auf.“
    „Wenn du ihr schon was zeigen willst, dann damit“, meinte Lotus im Anschluss und warf ihm den Plan zu.
    Cromwell schob ihn in den Ausschnitt seines Hemdes und weg war er.
    „Das geht doch gar nicht? Wo ist der Plan hin? Magie?“
    „Sicher verstaut,“ meinte Cromwell und lächelte sie freundlich an.
    „Aber - da ist nichts?“
    „Nur weil du ihn nicht siehst, heißt es nicht, dass er nicht da ist“, versuchte Lotus es ihr zu erklären, ohne Cromwells Trick zu verraten.
    „Und das war ein Satz den die Frauenwelt schon öfter zu hören bekam von Lotus“, witzelte Cromwell.
    „Was hast du gesagt?“, fragte ihn Lotus, eine gewisse Gefahr ging von ihm aus und spiegelte sich auch in seiner Stimmlage wider.
    „Nix.“
    „Aber - selbst wenn. Wieso brauchen wir so viel?“, hinterfragte Sylvana und ließ endlich von Cromwell ab, nachdem sie sich überzeugt hatte, dass die Rolle tatsächlich einfach weg war, für den Moment.
    „Das is ne Macke von Lotus. Sich immer auf das unerwartete vorbereiten“, erläuterte Cromwell ihr und tippte sich dabei mehrmals gegen seine Schläfe.
    „Huh“, brachte sie nur hervor und wusste nicht darauf zu antworten.
    „Warte – wir sollen unauffällig die Stadt verlassen?“, fragte Cromwell noch einmal nach.
    „Ja. Zumindest Sylvana“, antwortete Lotus ihm genervt.
    „Ähm... Dann haben wir vielleicht ein klitzekleines Problemchen an der Backe, weswegen wir uns ein wenig mehr beeilen müssen“, sagte Cromwell und bahnte sich einen Weg durch die Bürger vor ihnen.
    Lotus sah ihm verdutzt hinter her.
    „Haltet den riesigen Mann in Plattenrüstung auf!“, hieß es von der Stadtwache hinter ihnen.
    „Lotus?“ stieß Sylvana wenige Schritte vor ihm aus und warf kurz einen Blick hinter sich. Sie erkannte dass auch aus den Seitenstraßen immer mehr Wachen sich einer Jagd nach ihnen anschlossen.
    „Da ist auch die große Frau! Haltet sie beide auf!“
    „Was? Ich bin ihre Prinzessin! Die sollten mich auf Händen nach draußen tragen und nicht durch die Stadt treiben!“, bemängelte Sylvana.
    „Jeder weiß inzwischen, dass die Prinzessin krank im Schloss liegt“, erklärte Lotus.
    Nachdem er den beiden als Eisbrecher gedient hatte, erreichte Cromwell als erster das nächste Schlamassel.
    Die Verfolger waren plötzlich verschwunden und der Durchgang vom Wachhaus war bereits versperrt, sodass sich die Menschen davor sammelten.
    „Ach du grüne Neune! Die ham ja das Tor dicht gemacht“, zeigte Cromwell Lotus seine Entdeckung, als dieser ihn kurz darauf erreichte.
    „Das sehe ich selber, du Schwachkopf!“, polterte Lotus.
    „Und wo is Sylvana? So groß wie sie is, hast du sie doch nich aus den Augen verloren?“
    „Ich war direkt hinter ihr, plötzlich sind drei perfekte Ebenbilder aus ihr herausgesprungen und in die Seitenstraßen abgebogen. Und alle Wachen hinter her.“
    „Wuz?!“
    Cromwell legte zwei Finger an seine Stirn.
    „Tatsache! Vier Sylvanas! Die drei Ebenbilder sind aufm Weg zu den anderen Toren und die Echte kommt jeden Moment hier an.“
    „Wie ist das überhaupt möglich? Es war quasi unmöglich auch mit den Ebenbildern sie aus dem Auge zu verlieren“, wollte Lotus wissen.
    „Ich wage es kaum auszusprechen, weil sie extrem Scheiße selten is. Illusionsmagie“, erklärte Cromwell.
    „Baldurs hat nichts davon in seinem Plan erwähnt. Irgendjemand mischt sich also ungefragt mit ein“, spekulierte Lotus.
    „Ist es ein Segen, lass es geschehen und stell keine Fragen. Weiß man doch? Ooohje. Zwei Ebenbilder wurden grade getötet.“
    Lotus erkannte den neuen Ernst der Lage.
    „Du behältst die echte Sylvana im Auge und ich such einen Ausweg. Wenn sie Schwierigkeiten bekommt, schreitest du ungeachtet der Folgen ein, verstanden“, brummelte Lotus und griff mit seiner Hand an den Stoppelbart und ließ den Kopf leicht nach unten hängen. Seine Denkerpose.
    „Mach dir keine Sorgen, alles gut bei ihr. Soll ich mal nachfragen, ob wir mit Sylvanas Namen da durchkommen?“, fragte Cromwell und tippte Lotus dabei auf die Schulter.
    „Bist du jetzt völlig dem Wahnsinn verfallen?“, polterte Lotus und stieß die Hand einmal mehr von sich hinweg.
    „Dann nehmen wir halt nen anderen Ausgang?“ beharrte Cromwell darauf, Lotus zu einer Lösung verhelfen zu wollen.
    „Nein!“
    „Lotus, das Tor wurde geschlossen“, stellte Sylvana fest, als auch sie endlich ankam.
    „Stimmt. Danke, dass du mir Bescheid gibst, meine Liebe“, antwortete er ihr im ruhigen Ton.
    „Soll ich meinen Namen benutzen, damit sie uns durch lassen?“
    „Das geht leider nicht. Wir müssen dich unauffällig aus der Stadt bekommen.“
    „Können wir nicht einfach einen anderen Ausgang benutzen?“, fragte Sylvana nachdenklich und schaute sich um.
    Lotus Hand griff fester in seinen kleinen Bart beim überlegen: „Hmmm.“
    „Was wird das?“, hinterfragte Cromwell.
    „Ich überlege.“
    „Als ich das vorgeschlagen hatte, war’s für dich nich in Ordnung!
    Bestimmt nur, weil ich keine Brüste hab“, meinte Cromwell und verschränkte eingeschnappt seine Arme.
    „Weil es aus deinem Mund kam. Und jetzt lass mich rechnen, ob ich es anheben kann.“
    Und binnen eines Momentes der Analyse dachte er laut: „Achtzehn.“
    „Achtzehn?“, fragte Sylvana verdutzt und hielt nach seinem Hinweis Ausschau.
    „Ohje! Jetzt kommt auch noch die Wache vom Wachhaus hier her!“, entdeckte Sylvana und zeigte die herannahenden gut zwei dutzend Männer an.
    „Kein Problem, ich lenk die ab“, sagte Cromwell und stellte sich ihnen entschieden in den Weg.
    Lotus lief derweil zum Eisengitter des Haupttores, packte es und hob es bis zu seiner Hüfthöhe hinauf, schlüpfte darunter durch und hielt es fest: „Schnell!“
    Sylvana kletterte kurzerhand mit einer schwungvollen Geste ebenfalls durch den Spalt.
    „Wo - ist - Cromwell!?“, stieß Lotus schwer heraus.
    „Er lenkt die Wache ab“, antwortete Sylvana ihm und schaute wo er blieb.
    „CROMWELL!“, rief Lotus wütend, nicht in der Lage auszumachen wo sich dieser befand.
    Doch dieser stand gut zwanzig Schritte entfernt und sprach mit der Stadtwache, welche plötzlich lauthals begann unter einem heftigen Lachanfall sich zu Boden werfen.
    Cromwell verabschiedete sich und kam angelaufen: „Mensch Lotus, du siehst aus wie ne menschliche Tomate“, witzelte er bei seiner Ankunft gehässig.
    „Los! Durch!“, befahl Lotus nur.
    Nachdem auch Cromwell das Tor passiert hatte, krachte es wieder zu Boden.
    „Ich wette jeder wird davon erzählen, dass jemand das Gitter anhob, um vor der Stadtwache zu entkommen. Nich grad unauffällig“, bemängelte Cromwell.
    „Ja, leider. Dein Körper sollte wenigstens den Aufprall etwas dämpfen, aber ich hab zu spät losgelassen.“
    „Lotus macht also auch Scherze? Das wusste ich ja gar nicht“, fand Sylvana über ihn neu heraus.
    „Ja genau. Ein Scherz. Ha. Ha“, zwang Lotus ein falsches Lachen hervor.
    Die Wache und wenige Menschen hinter dem Tor realisierten gerade was geschehen war.
    Niemand konnte das Tor einfach hoch stemmen. Niemand, außer einer. Doch der war nicht zu sehen und so blieben die, die das Wunder bemerkt hatten verdutzt zurück.
    „Cromwell. Wie konntest du die Stadtwache ablenken, ohne dass sie dich erkannte und WIESO zur Hölle liegt ein gehöriger Teil lachend am Boden“, wollte Lotus wissen.
    „Hab meine Feder abgemacht, damit ich wie jemand anderes wirke und hab ihnen meinen Lieblingswitz erzählt“, erklärte Cromwell.
    „Ernsthaft? Welcher Witz war in der Lage solch einen Effekt auszulösen?“ Lotus Augenbrauen stürzten ungläubig in die Tiefe.
    „Geheim“, antwortete Cromwell mit einem Lächeln im Gesicht.
    Lotus schlug sich den Handballen ins Gesicht und schüttelte verständnislos den Kopf: „Heh. Lasst uns gehen und den Wahnsinn hinter uns lassen, den uns irgendjemand eingebrockt hat.“
    Cromwell pfiff unschuldig vor sich her.
    „Huh. Und was ist nun der Plan?“, fragte Sylvana.
    „Wir reisen zum aufblühenden Dorf Micalanthia, bleiben dort ein paar Tage in einer Untergrundfestung und reisen wieder zurück. Das ganze sollte nicht länger als zwei Wochen dauern. Bis dahin sollten auch die Sicherheitsvorkehrungen im Palast neu aufgestellt sein. Und um nicht weiter aufzufallen schließen wir uns einer Karawane an", erklärte Lotus und warf bereits einen musternden Blick auf mögliche Kandidaten, welche die Stadt noch vor der Abriegelung verlassen hatten.


    Huhu ^^


    Thema Regeln.
    mich interessiert ja folgendes, wie das hier gehandhabt wird.


    Wenn ich zum Beispiel der Meinung bin, dass ich in eine Geschichte unbedingt ein Gedicht oder den Songtext eines Liedes einfügen will, welche nicht aus meiner Feder stammen... reicht eine Quellenangabe woher mans hat und wer evt der Autor davon ist, oder darf man sowas heute gar nicht mehr machen ?(?(?(
    Ich hab die Regeln durchgeschaut und nichts dazu gefunden... was nicht heißt, dass es nicht doch irgendwo steht :blush:


    lg Kramurx

    Huhu @Kirisha,


    danke für die Mühe mir das mit dem "leichter werden" nochmal mit deinen Worten erklären zu wollen :thumbsup: Thorsten hat ja im zweiten Ansatz es geschafft mir besser zu sagen, was er eigentlich meint. Ich werde aus beiden Erklärungen meine Schlüsse ziehen und es hoffentlich in Zukunft dadurch auch besser dank euch beiden umsetzen können. Wenn nicht hilft es natürlich sehr, wenn mir direkt ein Bsp im Text vorgesetzt wird, woran es letztlich lag, dass die Wirkung nicht so war, wie ichs mir wohl erhofft hatte :dead:


    ahja, laut meiner Recherche im Internet, bevor ich mit Mann in grün anfing, kam ich eher zu dem Ergebnis, dass grün an der Stelle klein geschrieben wird weils ein Adjektiv sein soll ?( und meine soeben erneute Recherche hat ergeben, dass es groß geschrieben wird, weils nu doch ein Hauptwort ist und nicht als Adjektiv verwendet wird. *seufz* :patsch:



    Zitat von Kirisha

    gemeint ist das Auge von Sir Lotus und nicht das des Grünen.

    Joahr. Da muss man immer höllisch aufpassen, dass man die Bezüge zu den Personen richtig setzt. Wenn mans schreibt ist es einem ja doch immer klar, wen man meint. Wobei ich dann natürlich jetzt im nachhinein eher denke: Es ging ja um Sir Lotus aussehen, wieso sollte es plötzlich um den Mann in Grün und ein fehlendes Auge gehen? Das macht ja ansich keinen Sinn für mich, deswegen werde ich da wohl an der Stelle nicht so sehr drauf geachtet haben :thumbdown:


    lg Kramurx

    Huhu Kirisha,


    ich mag den Teil. Genrell sind ja jetzt alle Teile mit ihr wesentlich besser. Ich hab jetzt immer das Gefühl, wenn es um sie geht, dass wir immer nur die Spitze des Eisberges sehen dürfen xD
    Und das eben da noch viel viel tiefgründiger mit der Zeit wird. wird es? wäre cool xD *Erwartungen*


    Der Umgang mit der halbschwester... hm... also ich persönlich werde nicht so kindlich, wenn ich mit meiner zu tun habe :x
    Wenn es jedoch ein Kumpel is, den man schon 10 Jahre kennt, dann kann man sich schon extrem kindisch und doof benehmen, wo man am Ende hofft, dass das kein anderer mitbekommt xD
    also schließe ich persönlich deswegen daraus, dass sie ihre Halbschwester eher als Kumpel, statt als Familienteil betrachtet ?(


    lg Kramurx

    Hallo @Thorsten,



    lg Kramurx

    Huhu @Kirisha,



    So. Das wars erstmal


    lg Kramurx

    Sir Lotus wandte sich dem Mann in grün schweigend zu. Ihn erwartete ein freundliches, erwartungsvolles Lächeln.
    „Was los? Willst du nicht -“, begann der Mann in grün, doch seine Mundwinkel senkten sich schlagartig wieder und blankes entsetzen stand ihm stattdessen ins Gesicht geschrieben.
    „Ach. Du. Scheiße“, brachte er nur hervor, als er Sir Lotus musterte.


    Auf seinem breiten, eckigen Kinn wuchs ein Stoppelbart, welcher sein sowieso schon extrem maskulines Aussehen noch weiter unterstrich.


    Versuche nie maskuliner zu wirken als ein Sir!


    Seine schmalen, langen Lippen brachen Frauen- und Männerherzen gleichermaßen und ließen sie in Ohnmacht fallen, wenn er lächelte. Daher tat er es auch so gut wie nie.


    Bring einen Sir nie zum Lächeln!


    Selbst seine Brauen waren besonders. Buschig, schwer und gerade. Sie hingen ihm wie zwei schwarze Schwerter knapp über den Augen. Und wenn man einen Sir verärgerte, so würden sie einen als erstes niederstrecken, bevor er zu seiner richtigen Waffe griff.


    Verärgere nie einen Sir!


    Die Wüstensonne aus Azetaken ging nicht spurlos an seiner Haut vorbei. Sie war braungebrannt und wirkte schon beim bloßen hinsehen sehr rau und körnig. Man wollte sie am liebsten mit den Fingern berühren und erkunden, doch wehe dem der es tatsächlich wagte.


    Berühre nie einen Sir!


    Doch was brachte den Mann in grün dazu sich vor Sir Lotus so zu äußern?
    Sein linkes, graues Auge war der bekannte Spiegel zur Seele. Niemanden war es erlaubt Sir Lotus Seele sehen zu dürfen. Derjenige würde sich in Salzgestein verwandeln.


    Schau einem Sir niemals in die Augen!


    Das Rechte jedoch war mit einer ovalen Augenbinde verdeckt. Und so glatt wie es saß, kam der Mann in grün nur zu einem Schluss, der ihn eben zu dieser Aussage gebracht hatte.
    Es fehlte.


    Sir Lotus atmete langsam und gleichmäßig und wollte auf ihn so ruhig und besonnen wie möglich wirken. Doch diese innere Ruhe, die er mit Mühe verstrahlte, bereitete eher Unbehagen.
    „Und? Ne Ahnung wie lange wir noch auf sie warten müssen, Sir Lotus“, versuchte der Mann in grün ein neues Thema lieber anzufangen.
    Dieser starrte ihn jedoch weiterhin nur mit ausdrucksloser Miene eindringlich an.
    „Sie kann es doch nich verfehlen? Die gelb gepflasterte Hauptstraße führt vom Palast, um den Marktplatz, direkt hier her! Also nicht direkt, direkt. Aber so ungefähr hier her, du weißt schon.“
    Jedes seiner Worte untermalte er mit einer heftigen, übertriebenen Gestikulation, um die Stimmung zu lockern und ihn zum Reden zu bewegen.
    Der Mann bemerkte seinen grünen Hut mit roter Feder auf der Gasse hinter sich. Eiligst lief er dem entgegen, nahm ihn in die Hand, klopfte das gute Stück ab und setzte es passend auf. Sir Lotus linkes Auge verfolgte ihn dabei auf Schritt und Tritt.
    Die Nackenhaare des Mannes in grün stiegen zu Berge. Sein Unbehagen erreichte neue Höhen.
    „Es gab also ein missglücktes Attentat im Schloss“, schnitt er das nächste Thema an.
    Sir Lotus atmete jedoch nur tief ein und stieß die Luft langsam und hörbar wieder aus und beobachtete weiter.
    „Hm. Warum willst du nich mit mir reden?,“ kam die Frage bei dem Mann in grün auf.
    Doch statt noch einmal eine Antwort abzuwarten verknoteten sich sofort seine Augenbrauen zu einem ungläubigen Gesicht.
    „Du bist böse auf mich? Ich hab dich doch fünf Jahre lang nich gesehen! Wie kann ich da was angestellt haben? Also ich weiß, ich kann das, aber ich würde schon gern wissen wie?“
    Es war nur eine winzige Veränderung in Sir Lotus Miene gewesen, unmöglich sie überhaupt wahrzunehmen. Doch der Mann in grün erfasste sie und wusste sie auch zu interpretieren.
    Doch eine Antwort bekam er auch auf diese Frage nicht.
    „Ach komm schon. Oder geschah es in den Fünf Jahren?“
    Sir Lotus schwieg.
    „Aha! Es war also etwas in den letzten fünf Jahren, wo ich auf keinen Fall beteiligt gewesen sein kann und trotzdem der Sündenbock bin. Find ich richtig nett von dir“, bemängelte er.
    Niemand anderes auf dieser Welt wäre in der Lage gewesen an Sir Lotus Gesicht eine Regung auszumachen, doch der Mann in grün tat es so natürlich, wie mit offenen Augen zu niesen oder sich selbst den Ellenbogen zu lecken.
    Lotus wandte seinen Blick abrupt von ihm ab und wollte verhindern weiter gelesen zu werden.
    „Ach bitte, als ob ich dein Gesicht bräuchte, um zu wissen was du denkst. Dein Rücken, deine Schultern und alles andere verraten dich doch eh! Außerdem knistert die Luft leise, wenn du wütend bist.
    Was ich nur nicht verstehe – ich hab ja schon viel Mist gebaut. Aber noch nie warst du so böse auf mich wie jetzt.
    Ich mein - selbst als ich damals mal einer hässlichen Schnepfe ein Hornissennest an den Kopf geworfen hab, bei eurer ersten Verabredung. Da hast du mich eine Woche lang vollgemeckert. Aber nich schweigend böse angeschaut wie jetz.“
    Er stellte an Sir Lotus die geballten Fäuste fest.
    „Aaaber wir dürfen nich vergessen, wies damals tatsächlich war“, hob er mahnend den Finger.
    „Jemand hatte das Hornissennest mit Absicht so da in die Nähe hingehangen, dass ich es finde. Es hat mir also jemand was angehängt!“, stellte er klar.
    „Aber du bist mir noch heute eine Antwort auf die Frage schuldig, ob ich dir nicht sogar damit einen Gefallen getan hatte? Die Schnepfe war eh nur wie alle anderen hinter deinem Titel als damaliger Stadtwachenhauptmann her“, federte er mit der Hand in der Luft.
    „Ich frage mich was aus dieser hässlichen Schnepfe wohl geworden is? Man hat ja lange nich mehr von ihr gehört.“
    Sir Lotus hob seinen Arm und hielt ihm seine Finger vor die Augen.
    „Und was soll mir das jetz sagen?“
    Er deutete auf einen Ring an seinem Finger.
    „Ihr – habt - Oh. Ihr habt geheiratet? Wieso das denn? Ich mein – Glückwunsch, aber wiesooo?“
    Sir Lotus atmete tief ein, das Knistern wurde lauter.
    „Zeit für einen geschickten Themenwechsel!
    Erinnerst du dich noch daran, wo du um zwei Ränge degradiert wurdest? Damals in der Ausbildung zum Stadtwachenhauptmann.“
    Eine Augenbraue rutschte bei Sir Lotus fragend nach oben.
    „Ich mein den Streich, wo eine ziemlich geniale Person ein Schild am Badehaus vertauschte und du und die Ausbilderin euch am Ende nackt gegenüber standet.“
    Er gab ihm mit dem Auge einen eindringlichen Blick, welchen der Mann in grün einfach ignorierte.
    „Sag nichts. Ich lese jetzt deine Gedanken. Ich empfange klare Worte,“ sagte er und hielt dabei seine Hand vor Sir Lotus Gesicht.
    „Ich versetze mich in dich hinein, um dich perfekt zu imitieren.
    Also: Ich bin Sir Lotus. Vorschriften sind mein Leben. Pflichtbewusstsein. Und Vorschriften. Loyalität. Vorschriften. Ich bin ein oller Meckerkopf, weil ich zum Adel gehöre. Und wenn die eines können, dann über alle anderen meckern. Und ich halte mich an Vorschriften.
    Ich hasse Bauern. Ich habe keine Ahnung warum, aber jeder muss irgendwen hassen. Dafür liebe und lebe ich Vorschriften.“
    Er holte tief Luft und begann mit starker Betonung: „Einen STREICH nennst du das,“ imitierte der Mann in grün so gut wie er Sir Lotus ernste Stimme in Erinnerung hatte.
    „Ich wurde wegen diesem Streichdegradiert! Was meine Karriere FÜNF JAHRE zurückwarf!
    Und wenn ich jemals herausfinden sollte - WER! Mir diesen - STREICH! Gespielt hat! DANN! Ich schwöre bei Gott - dann werde ich ihn nackt an ein Pferd binden und durch die gesamte Stadt schleifen lassen. Und das ist keine Drohung, sondern ein Versprechen.“
    Er wechselte zu seiner eigenen Stimme zurück.
    „Tja. Da dieser Fall auch heute, zehn Jahre später, nicht gelöst werden konnte, übernehme ich die volle Verantwortung und möchte mich in aller Form bei dir mit folgenden Worten entschuldigen.“
    Er stellte sich vor Sir Lotus auf, zeigte mit dem Finger auf ihn und brüllte ihm ins Gesicht: „WÜRDE MIR STINKEN, WENN ICH DU WÄR!“
    Trotz seiner heftigen Provokation blieb Sir Lotus wieder nur ruhig und besonnen in diesem Moment.
    „Cromwell“, sprach er plötzlich doch seine ersten Worte zu ihm.
    „Heiliger Lotus! Du sprichst wieder mit mir! Was is, mein Bester? Über was möchtest du mit mir reden? Erzähl mir alles, was du in den letzten fünf Jahren erlebt hast und vor allen, warum du so böse auf mich bis eben noch warst!“
    „Ich wurde damals wegen etwas anderen degradiert,“ erklärte ihm Sir Lotus.
    „Achja“, fragte er verwundert. Dabei war er sich doch so sicher gewesen.
    „Und die Sache mit dem Schild hatten ich und die Ausbilderin verschwiegen. Vor jedem.“
    „Das hätte ich euch beiden auch geraten,“ sagte Cromwell nickend und verschränkte dabei seine Arme.
    „Ich wiederhole es für einen Schwachkopf wie dich noch einmal: Wir haben es verschwiegen. Vor jedem.“
    „Hm. Und woher weiß ich dann davon?“, fragte Cromwell und begann zu ahnen, worauf Lotus hinaus wollte.
    „Weil du es nicht wissen kannst“, versuchte Sir Lotus ihm noch einmal eindeutig klar zu machen.
    „Na dann ist die Sache ja geklärt. Nächstes Thema“, bestand Cromwell und zuckte mit den Schultern.
    „Cromwell. Könnte es etwa sein, dass du derjenige warst, der mir diesen Streich gespielt hat? Bist du etwa derjenige, den ich gern an ein Pferd binden und nackt durch die Stadt schleifen lassen möchte, gleich nach seiner öffentlichen Kastration“, hinter der Frage schwang ein Hauch einer echten Drohung mit.
    „Ehhh, öffentliche Kastration?“
    „Ich erwarte eine Antwort,“ forderte Sir Lotus, der Schwertknauf knirschte bedrohlich zwischen seinen mit Plattenpanzerung umschlossenen Fingern.
    „Du bist mein erster, einziger und bester Freund. Du schaust mir jetzt in die Augen und sagst wie ein normaler Mensch, dass du das nicht gewesen bist“, forderte Sir Lotus.
    „Pfoah! Also, pfe! Das ist ja - Pfoah! Naaain, Sir Lotus“, Cromwell hob die Hände abwehrend vor sein eigenes Gesicht, als versuche er die Worte einfach nicht an sich heran zu lassen.
    Sir Lotus drehte sich von ihm weg und seinem Klamauk.
    „Waaas“, fragte Cromwell in Unschuld badend.
    „Cromwell. Sieh mich dabei an“, forderte Lotus noch einmal und wandte sich tatächlich ihm wieder zu.
    „Nä! Ich bin doch nich bescheuert“, meinte Cromwell und tippt sich gegen die Stirn.
    „Sieh einem Sir niemals in die Augen! Du könntest dich sonst in Salzgestein verwandeln.“
    Sir Lotus ballte seine Fäuste so fest er konnte, die Panzerhandschuhe drohten zu bersten. Doch er entspannte sich nach einem tiefen Seufzer schlagartig wieder und rief sich in Gedanken selbst zur Besonnenheit zurück.
    „Heh. Nun gut. Da du dich scheinbar nicht selbst entlasten willst oder kannst, werde ich ein Urteil fällen, sobald ich mir eine objektive Meinung gebildet habe. Und Gott bewahre, wenn es soweit ist und ich dich für schuldig befinde: Ich werde dich gnadenlos erschlagen“, sagte Sir Lotus in einem ruhigen Ton und lächelte mit verschlossenen Auge seit Jahren zum ersten Mal wieder jemanden freundlich an.
    „Ehhh - Oh. Spürst du das auch“, versuchte Cromwell von sich abzulenken.
    „Was?“
    Cromwell legte zwei seiner Finger auf die Stirn.
    „Jap! Eindeutig! Eine königliche Aura“, stellte Cromwell fest.
    Sir Lotus schloss seine Augen erneut und schottete seine Sinne vom Rest der Welt ab. Dunkelheit machte sich anfänglich in seinen Gedanken breit.
    Mit Sir Lotus als Mittelpunkt breitete sich eine Welle in alle Richtungen um ihn herum aus. Die Umgebung mit wagen Umrissen der Gebäude, Wege und Gassen entstand vor seinem geistigen Auge. Abertausende weiße Punkte tauchten von hier wo sie standen bis zum Marktplatz auf. Nur einer verstrahlte goldene Farbe und beeinflusste mit einem Ring um sich herum die anderen Punkte.
    Sir Lotus Kopf wandte sich nach diesem Moment völliger Konzentration in die Richtung der Hauptstraße, die vom Marktplatz zum Osttor führte.


    Ausgerüstet mit graugrünem Umhang, herunter geschlagener Kapuze und einer Lederrüstung am Leib schlängelte sie sich wie ein Fisch durch die engsten Lücken des Menschenstroms, immer weiter dem Treffpunkt entgegen.
    Jeder Schritt war peinlichst genau von ihr geplant, mit dem Ziel nicht zwischen den Menschen aufzufallen. Wie denn auch? Sie sah aus wie alle anderen und bewegte sich genau so.
    Leise lachte sie über sich selbst und ihre törichte Sorge, die Menschen könnten sie dennoch erkennen. Immerhin hatte sie sich bestens mit einem ganzen Buch vorbereitet und war eben nur eine unter hunderten. Unauffällig und unbeachtet.
    Dieser Gedanke, den sie als Mantra vor sich her murmelte, gab ihr besonders die Ruhe, die sie so dringend brauchte. Schließlich waren es seit Jahren ihre ersten Schritte außerhalb des Schlosses. Leider rutschte ihr sehr zum Ärgernis immer wieder eine Wallnuss braune, widerspenstige Strähne vor das schneeweiße Gesicht mit smaragdgrünen Augen. Sie versuchte sie langsam und vorsichtig ständig wegzuwischen.
    Sie bemerkte nicht, dass alle Köpfe in ihrer unmittelbaren Umgebung auf sie gerichtet waren.
    Das lag nicht daran, weil niemand außer ihr einen Umhang trug und von Kopf bis Fuß vermummt war, was eine zwielichtige Wirkung hatte.
    Auch nicht, weil sie die Pflastersteine einzeln traf und dadurch teils merkwürdige Schritte vollführte, die sie mehrmals fast stolpern ließen.
    Nicht einmal, als man bemerkte, dass sie am ganzen Körper zitterte, als sei es frostig kalt an diesem bewölkten Frühlingstag. Zudem strich sie sich immer wieder sehr energisch eine Strähne zurück, was auch sehr auffällig war.
    Selbst als sie plötzlich leise und ohne ersichtlichen Grund zu lachen begann, war es nicht üblich so jemanden die gleiche Aufmerksamkeit zu geben, welche sie im Moment hatte.
    Nein, ihre Aura.
    Sie strahlte etwas nobles, gar königliches aus. Das weckte unweigerlich in allen das Gefühl, die sie als Quelle ausmachten, sich jetzt auf der Stelle auf den Boden werfen und ewige Treue zu schwören. Es fehlte nur ein kleiner Funke, der das Feuer entfachen würde, denn noch konnte jeder die Fassung und das Gesicht bewahren, die sie in der Öffentlichkeit trugen.
    Ungeachtet dessen entwich ihren Lippen ein schweres Seufzen.
    Als sie einmal mehr ihre Hände zum Einsatz gegen die Strähne führte, bemerkte sie, dass diese zitterten. Mit jedem Schritt näher an das Osttor stieg die Hitze und Aufregung in ihrem Körper weiter an. Sie gestand sich letztlich doch ein nervös zu sein.
    Gleich würde sie ihn treffen. Den Mann ihrer tiefsten Verehrung.
    Niemand bewunderte ihn mehr als sie. Die ganze Welt schaute heute auf Sir Lotus. Doch nur sie allein ließ sich nicht von seinem strahlenden Titel Sir allein begeistern, sondern kannte ihn schon vor dieser Zeit und hatte ihn als großartig empfunden.
    Früher war er nur ein Stadtwachenhauptmann gewesen. Niemand, mit dem sie normalerweise in Kontakt treten würde. Es war zwar der höchste Posten der Stadtwache und hatte ihm verschiedene Privilegien und Ansehen damals gegeben, doch der Adel und alles darüber belächelte diese Anstellung nur. Aber dieser Mann war anders.
    Er war ebenfalls einer von den Höhergestellten und hatte sich entgegen aller gesellschaftlichen Normen für diese Karriere entschieden. Niemand sonst von diesem Stand würde das machen. Niemand, außer er, hatte es jemals getan. Genau deswegen stieg damals seine anfängliche Bekanntheit und Beliebtheit bei den Bürgern täglich rapide an. Als ein Adliger, der den Bürgern nah war. Und selbst heute noch klang das für viele völlig absurd.
    Und wie Konfus wird es erst in Skossa und ganz Mittelland werden, wenn die Menschen erfahren und begreifen, dass sie seiner Menschennähe nacheifern will, entgegen ihres königlichen Standes.
    Sie erinnerte sich gern zurück an die Zeit vor fünf Jahren, bevor er zum Sir ernannt wurde, als er einmal wöchentlich zu ihr ins Schloss kam, um sie in der Kunst des waffenlosen Kämpfens auszubilden. Wieder etwas, das nur er getan hatte. Alle anderen lehnten es ab ihr auch nur eine Übung zu zeigen, weil sie eine Frau war. Und wie großartig er schon damals vor seiner Zeit als Sir war. Immer besonnen und geduldig ihr alles beizubringen. Sie fühlte sich schon damals in seiner Nähe sicher und wohl. Wie wird es wohl heute sein?
    Seit seinem Abschied war viel Zeit vergangen. Sie hatte die Übungen tagtäglich wiederholt und inzwischen für eine Prinzessin völlig untypisch dicke Hornhaut auf den Fingerknöcheln. Mittlerweile waren es auch keine gewöhnlichen Hände mehr, sondern tödliche Waffen dank ihm.
    Gleich war es soweit. Er würde neben der Mauer am Osttor auf sie warten. Es waren nur noch gut eintausend Schritte, schätzte sie. Sie wird ihn treffen. Was wird er sagen? Wie wird er reagieren, wenn er sieht, dass aus dem kleinen Mädchen von vor fünf Jahren eine Frau geworden ist? Und sobald er ihre Hände bemerkt, wird er sie loben? Ein Lob von Sir Lotus!
    Ihre Gedanken überschlugen sich. In ihren Augen entstanden kleine Wirbel und die Welt begann zu kreisen. Sie wird ihn treffen. Und er wird sie loben. Ein neues, Kraft gebendes Mantra. Sie kicherte wie verrückt und biss sich in den Daumen voller Vorfreude. Sie sah es schon vor sich und hörte in Gedanken seine Stimme, wie er völlig hin und weg von ihren Fäusten aus Stahl wäre. Gar ins schwärmen geraten würde.
    Links und Rechts legten sich plötzlich schwere Hände fest auf ihre Schultern. Ihre Augen fokussierten sich und sie erstarrte in ihrer Bewegung. In Gedanken sammelte sie ihre Kraft.
    Blitzschnell drehte sie sich zur Seite, hebelte den festen Griff aus, wandte sich ihrem Widersacher zu und knallte dem Unbekannten ihre Faust ins Gesicht.
    Der Kopf flog in den Nacken zurück und derjenige griff sofort nach seiner Nase.
    „Was zur Hölle soll denn das“, polterte er.
    Ihre Augen weiteten sich. Sie würde ihn treffen... er wird sie loben..., hallte es in ihren Gedanken noch einmal nach.
    „Sir Lotus“, stellte sie entgeistert fest.


    Zitat von Mephistoria

    und ist er Anfang des Fläschbäcks zu viel Show?

    Ich finde nicht.



    Zitat von Mephistoria

    hast du ne Idee wie man Angst noch beschreiben Kann.

    Da gibte es sicher verschiedene herangehensweisen. Angefangen davon dass du dir einfach mal Tante Google mit " Synonym Angst" anschaust.
    Dann kannst du dir natürlich auch andere Werke anschauen die eher in Richtung Thriller oder Dark Fantasy gehen, wie die das so handhaben wenn sie die Angst eines Charakters direkt im Text vermitteln wollen. Da könnte man einen Aufruf starten, ob jemand dir so eine Szene als bsp vorschlagen kann. Wie wärs mit Gefangen von Sabrina im High Fantasy Bereich, wo es auch am Anfang (hab es nicht weit gelesen *hust*) geht?
    Was ich aber am besten von allen Varianten finde ist, dass man sich versucht zu erinnern wie man sich fühlte, als man das letzte Mal selber Angst hatte und das dann eben so gut wie möglich beschreibt.



    Zitat von Mephistoria

    Gewalt Szene mit dem versuch mehr Angst heraus zu kitzeln

    Gewalt ok, aber Angst? Es wirkt auf mich mehr nach Frust, trotziger Widerwillen und Ärger von Jasper.


    lg Kramurx

    Huhu @Alexander2213,


    ich war schon am überlegen gestern, ob ich mal hier einen Post setze mit der Frage wann es denn mal weiter geht xP
    Aber will ja auch keinen Druck machen :rolleyes:


    Ich hatte die meiste Zeit gute Bilder im Kopf, wie es da so ausschaut jetzt. Das ist dir, wie auch ich finde, sehr gut gelungen.
    Es war eben sehr gut beschrieben, aber ich wurde immer wieder im Lesefluss unterbrochen durch die vielen kleinen Fehlerchen bei der Kommasetzung und die auffälligen Wortwiederholungen. Das fand ich schade :x


    Was mich wundert... du teilst uns Martins Gedanken mit, aber seine Gefühle verwehrst du uns? ich glaub bei Jasira könnte man auch noch was rausholen in der Richtung ?(


    Das Martin trotz der Situation noch so klar denken kann und sogar Schlüsse zieht, dass es Jasira gewesen sein könnte (wovon er scheinbar momentan voll und ganz ausgeht)... mit sowas kenn ich mich nicht aus, wie realistisch das ist D:
    Ich denke da an den Anfang von ehm... ein Soldat Namens James Ryan oder so, nachdem die Artellerie eingeschalgen ist und er sich (soweit ich mich erinnere) etwas orientierungslos umblickt. Es gab keine Erzählerstimme. Keine Gedanken. Nur diese Szenerie und wo der Schauspieler mit Blicken alles sagen musste. Das fand ich ziemlich intensiv, wenn das so war xD is schon ne Weile her *hust*


    Und letztlich schließe ich mich Kyelia an und denke auch dass es sehr unpassend ist, dass sie Jasira schon jetzt mit Wachen umstellen. Denke die haben doch wichtigeres zu tun, da gefühlt der Ausburch grad vom Inhalt her stark in den Hintergrund gerückt ist.


    Ich weiß nicht, ob es passt, aber ich könnte mir vorstellen, wie man aus Martins Sicht erlebt, dass er zu Wibalt vollkommen überzeugt sagt, dass er glaubt, dass Jasira mit allen zu tun hat. Also er sagt ja eh was zu Wibalt, entscheidend daran finde ich, was genau er wie sagt, damit dein Ende quasi vllt sogar wieder als passend empfunden wird :/


    lg Kramurx

    Guten Morgen @Mephistoria,


    Zitat von Mephistoria

    Echt nicht? Sollte ich den Selbstmord verusch durch ritzten ersetzten. Passt das dann besser?

    Schwierig für mich jetzt zu beurteilen ob körperlicher Schmerz ihm helfen könnte ?( Sich nur zu ritzen wäre an der Stelle etwas schwach, für die doch recht intensive Szene und Stimmung die du da wohl verfolgst zu erschaffen.
    Ich kann mir vorstellen, dass er sich zb einen Dolch in die Hand rammt um auf andere Gedanken zu kommen oder schlicht sich eine Ohrfeige nach der anderen verpasst, weil er an keine Waffe kommt.


    Zitat von Mephistoria

    Ich meinte ob es eine gewissen Schockmoment hervorruft.

    Bei mir zumindest nicht. Natürlich können andere es anders sehen.
    Ich erforsche meine Gefühle und stelle bei der Szene eher Mitleid für Jasper fest, als Schock.



    Zitat von Mephistoria

    Wie könnte ich das ändern?

    Meiner Meinug nach indem man vielleicht es wie eine Art Twist im Plot macht? Ich versuche es mal mit einem Beispiel, wie ich mir das vorstellen würde spontan


    Ich spürte ein stechendes Ziehen in meiner Brust und es wurde immer schlimmer.
    Jeder neue Atemzug tat weh.
    Um die Angst ein wenig zu bändigen krallten ich meine Hände wie von selbst in den Stoffhund an meiner Seite.
    „Adam! Adam! Hilfe!“, schrie ich. Ich wollte meinen Liebsten, Jetzt!
    Unablässig schrie ich weiter nach meinem Dom.
    „Jasper, Adam ist nicht hier. Wir können ihn nicht herzaubern“, meinte
    Rosso. Ich hörte aus seiner Stimme heraus, wie besorgt er war.
    „Wie kann es aufhören?“
    „Es wird nur aufhören, wenn du an den Ort des Schreckens zurückkehrst und endlich offen darüber sprichst!“, meinte Rosso.
    Ich zurück nach Cittacrimpiro!
    Ich in die Villa zurückkehren.
    „NEIN!“, wimmerte ich, " Ich werde nicht dortihn zurückkehren, es muss einen anderen Weg geben!“
    Die Matratze sank nach unten. Rosso hatte sich wahrscheinlich zu mir gesetzt. Er streichelte meinen Rücken.
    „Wenn du an den Ort zurückkehrst und alles auf dich einstürmt, kannst du es verarbeiten und abschließen. Es wird dich dann
    nie wieder quälen.“, meinte der Therapeut. Ich wollte ihm glauben. Ich wollte hoffen.
    "Ich will es ja verarbeiten, ich will ja damit abschließen und die Qualen enden lassen, aber nicht so!"
    „ Die Villa ist deine einzige Hoffnung auf Heilung“, redete Rosso auf mich ein.
    Ich schwieg. Das Wort Heilung hatte einen verführerischen Klang. Konnte es Heilung für mich geben? Neue Hoffnung keimte in mir auf.
    „Ein Messer“, dachte ich laut.Rosso blickte mich ungläubig an.
    Es gab nur eine Heilung auf der Welt. Und das war der Tod.
    Ich suchte den Raum nach einem geeigneten Objekt ab. Griff sofort nach dem spitzen Brieföffner.
    Rosso versuchte mich aufzuhalten und begann ein Rangen mit mir um die Waffe in meiner Hand.
    „Bitte! Es muss vorbei sein!“, flehte ich, dass er es einfach zuließ.
    „ Jasper! Das ist nicht die Lösung für deinen Schmerz!“, versuchte Rosso
    mir klar zu machen, doch seine Worte trafen auf tauben Ohren.
    Rosso gelang es mir den Brieföffner abzunehmen, er glaubte wohl wirklich fest an seiner eigenen Lösung. Doch ich würde einen anderen Weg finden, mir das Leben zu nehmen.
    „Jasper!“, rief Rosso und wollte mich aus meiner Gedankenwelt reißen. Weg von dem Selbstmordversuch.Er hatte Recht. Ich verpasste mir selbst eine Ohrfeige nach der anderen, der körperliche Schmerz sollte mich betäuben.
    Plötzlich stand Lorenzo im Raum. Wir hatten ihn bis eben nicht bemerkt.
    „Graf...“, begann Rosso.
    „Du brauchst nichts zu erklären“, schrie Lorenzo.


    manches wird wahrscheinlich gar nicht passen. Und es ist jetzt auch nur spontan hingeklatscht xD es dient auch nur als Beispiel wie gesagt.
    Ich bin aber überzeugt, dass man es so abändern könnte, dass es nicht klar wird, dass er wahrscheinlich gleich nur an Selbstmord denken kann. Indem man ihm noch hoffnungsvolle Gefühle gibt. Indem er noch an Heilung kommt und dann aber spontan abdriftet zu meinem Beispiel, dass nur sein tot die Heilung bringt.



    lg Kramurx

    Nabend @Rainbow,



    lg Kramurx

    Zitat von Mephistoria

    Jaspers Selsbtmordversuch.

    Ich sehe da keinen Selbstmordversuch. Eher Selbstmordgedanken ?(



    Zitat von Mephistoria

    Überraschend Geschrieben?

    Was stellst du dir unter dieser Frage vor? Ob es überraschend ist, dass er sich das Leben nehmen will? Wenn ja, dann Nein.



    Zitat von Mephistoria

    Er log. Es würde nie Aufhören. Rayn würde mich immer verfolgen.
    Es konnte nur eine Möglichkeit geben, dem ganzen endlich zu entkommen.
    Ich hoffte Adam konnte mir verzeihen.

    Damit wurden die Selbstmordgedanken so stark angekündigt, dass es mich nicht überraschte.



    Zitat von Mephistoria

    Ist es realistisch, wie Jasper reagiert? Überrascht es euch?

    Ich bin mit dem Charakter ect nicht vertraut. Wenn er ein eher willensstarker Mensch ist, der als Moralapostel hilfsbereit durch die Welt zieht, könnte es überraschen vielleicht, das gerade er darauf kommt, weil man es ihm nicht zutraut.
    Aber ansonsten ist es eher nicht realistisch, wie Jasper reagiert.


    Wenn du alle Hoffnung aufgegeben hast und den Wunsch hast, dass dein Leid endlich vorbei ist, dann schreit man nicht Laut jemanden ins Gesicht, dass man ein Messer will. Oder irgendwas anderes, das einen umbringt. Die Gedanken kreisen dann nur darum, wie man es am schnellsten oder effektivsten macht, wenn man kein aufsehen erregen will. Zuerst wird das naheliegenste gewählt. Zum Beispiel tatsächlich ein Messer, das man irgendwo hat liegen sehen. Dann kreisen deine Gedanken nur zb an dieses Objekt, oder den Umstand, der den tot herbeiführt und du kannst dich auf nichts anderes konzentrieren.
    Kannst du wie scheinbar Jasper nichts greifen oder machen, dann kommen die verrückten Ideen. Ob man nicht einfach sich die Zunge zerbeißt um zu verbluten. Oder sie herunterschluckt um zu ersticken. Aber wie gesagt, das sind eher die Gedanken wenn man ohne Aufsehen einfach verschwinden will.
    Achja, und je nachdem wie intensiv die Gedanken einen treffen, blendet man die Familie, Freunde und alle anderen dabei aus. Der Gedanke " hoffentlich versteht Person x das" oder "bitte vergebt mir." sind da eher unüblich, bis gar nicht möglich. Weil es einem vollkommen egal wird, was andere denken. Aber naja. Es gibt da sicherlich auch ausnahmen. Menschen die es direkt und lange zb planen, gehen sicherlich ganz anders an die Sache ran und so :x


    hoffe das kann dir irgendwie weiterhelfen.


    lg Kramurx

    Hallu @Thorsten und @melli,


    Ich bin schonmal froh dass ich euch beide Inhaltlich überzeugen konnte :)
    man hats vielleicht im spoiler rausgelesen, aber ich hatte wie immer bammel und war mir unsicher, wie es ankommt xD



    Zitat von Thorsten

    da passt es schon dass der Rest auch uebertrieben wirkt

    sehr schön, eine Sorge die ich erstmal streichen kann, auch was zukünftige Dinge angeht, denke ich :thumbup:



    Zitat von Thorsten

    Hier finde ich die Bezuege etwas verwirrend - wer ist 'der Mann' - der Greis, oder der Gruene?

    Der Grüne.
    Hatte befürchtet dass ich etwas zu oft "Der Mann in Grün" schreibe und wollte irgendwie versuchen das wenigstens zu kürzen an der Stelle. War vielleicht nicht die beste Idee :P




    Zitat von melli

    Mir gefällt der Teil auch

    das freut mich sehr ^^



    Zitat von melli

    einfach die Geschichte genießen

    wenn es was gibt, was das massiv beeinträchtigt, gern "rumkritten" xD



    So. Wünsche euch beiden noch nen schönen Abend :3