Der friedliche Kämpfer

  • Gerade mal wieder Schreibblockade, deswegen fange ich mal an die frühere Geschichte noch einmal hier reinzukoperen.


    Li Xun-Huan war auch unter dem Namen Fei-Dao bekannt und er trug auch den Titel Tanhua. Als Shi-Yins Vater ermordet wurde konnte Shi-Yin fliehen, wurde aber kurz danach gefangen und sollte hingerichtet werden. Doch Fei-Dao rettete sie. Bald danach gaben sie ihre Verlobung bekannt und Fei-Dao schenkt Shi-Yin einen Ring. Es kam zu einem Mordversuch an Shi-Yin. Als Long Xiao-Jun, Fei-Daos Blutsbruder, zurückkehrt, war dieser krank. Shi-Yin kümmerte sich um Long Xiao-Jun. Während Shi-Yin wieder angegriffen half ihr Long Xiao-Jun, obwohl er selbst schwer krank war. Fei-Dao erkannte, daß auch sein Blutsbruder Long Xiao-Jun auch Shi-Yin liebte und sagte Shi-Yin, daß er sie nicht lieben würde.


    Long Xiao-Jun und Fei-Dao fingen an sich zu betrinken und Fei-Dao bemerkte, daß Long Xiao-Jun anfing Blut zu husten. Fei-Dao meinte, „ich werde auf Shi-Yin verzichten, du brauchst sie mehr als ich!“


    Long Xiao-Jun war dagegen. Als Shi-Yin sich für Fei-Dao entschloß, lehnte er ab. Doch Shi-Yin wollte ihn nicht aufgeben. Daraufhin beschloß Fei-Dao in eine Bordell zu gehen und ließ Shi-Yin aber unauffällig eine Nachricht zukommen, wo er wäre. Shi-Yin glaubte es wäre eine Lüge, doch dann ging sie dorthin. Fei-Dao Shi-Yin bemerkte sie, küßte er diese schnell, damit Shi-Yin es sehen konnte. Shi-Yin brach zusammen und Long Xiao-Jun brachte sie zurück.


    Am nächsten Tag stellte Long Xiao-Jun Fei-Dao zur Rede. Doch Fei-Dao lachte diesen nur aus, „hast du wirklich geglaubt, daß ich jemals an Shi-Yin interessiert wäre, wo ich doch eine viel schönere Frau habe und diese auch heiraten werde?“


    Einige Tage später erschien Fei-Dao mit seiner Verlobten und überreichte Long Xiao-Jun und Shi-Yin eine Einladung zu seiner Hochzeit. Als Shi-Yin Long Xiao-Jun gestand, daß sie von Fei-Dao schwanger war, beschloß er zu handeln und Shi-Yin zu heiraten. Wie es das Schicksal wollte, trafen sich beide auf den Weg zu ihrer Hochzeit.


    Während Shi-Yin Tränen in den Augen hatte, stieg sie aus der Sänfte und ging zu Fei-Daos Verlobten, „ich wünsche mir, daß du mit Fei-Dao glücklich wirst! Leider habe ich nur dieses eine Geschenk für dich!“


    Sie gab ihr den Ring den Fei-Dao ihr geschenkt hatte. Während Fei-Dao Shi-Yin ignorierte. In der Hochzeitsnacht gestand Fei-Dao seiner Ehefrau, daß er sie nicht lieben würde und die einzige Frau, die er jemals lieben würde, Shi-Yin wäre. Er verließ sie, überschrieb ihr jedoch sein Vermögen. Nachdem Long Xiao-Jun erfahren hatte, daß Fei-Dao seine Frau verlassen hatte ging er zu ihr und holte sie zu sich nach Hause. Zuerst weigerte sie, doch zwang Long Xiao-Jun Lin Xian'Er mit ihm zu kommen. Schon erzählte man sich Geschichten über Li Xun-Huan.


    Elf Jahre vergingen bis er wieder zurückkehren sollte und inzwischen hatten sich im ganzen Land Legenden verbreitet. So war Fei-Dao ein Frauenheld und Trinker, doch unter den Kämpfern auch ein gefürchteter Gegner. Man erzähllte sich, daß seine Dolche nie ihr Ziel verfehlten. Dies ist seine Geschichte, welche ihn bereits zu Lebzeiten zu einem Helden machte.


    Es war schöner Frühlingstag, der langsam zu Ende ging, in einer Kutsche saß Fei-Dao. Iinzwischen war sein langes, gelocktes Haar mit grauen Strähnen durchzogen. In seinen braunen Augen sah man die Trauer. Er hatte gerade eine Figur fertig geschnitzt hatte. Sie stellte eine wunderschöne Frau dar. Wie so oft, seit er weggegangen war, fühlte er sich einsam und ertrank seinen Kummer mit Wein und mußte er gleich darauf wieder husten. Trotz aller schönen Frauen die er gehabt hatte, hatte nur eine Frau sein Herz für immer, Shi.


    Einige Zeit starrte Fei-Dao die Figur an, dann bat er den Kutscher, Tie Chuan-Jia zu halten und stieß aus. Nach einiger Zeit ging er zu einem Baum und grub dort ein Loch, wo er die Figur mit einem seiner Dolche vergrub. Er würde bald wieder anfangen eine neue zu schnitzen. Als Fei-Dao auf dem Weg zurück zur Kutsche war, bemerkte er Fußspuren die nach Norden führten und dachte, „wenn jemand allein in den Norden geht muß er sehr einsam und traurig!“


    Er dachte nicht daran wie traurig und einsam er selbst war, seit er vor fast elf Jahren Shi-Yin verlassen hatte. Obwohl kein Tag verging, an dem Fei-Dao nicht an Shi-Yin dachte. Kaum war Fei-Dao wieder in der Kutsche, begann er eine neue Figur zu schnitzen. Es dauert nicht lange, als Fei-Dao, trotz der Pferde die Schritte einer Person hörte, den Vorhang zur Seite zog und nach draußen sah. Er sah einen jungen Mann. Er trug nur einfache Kleidung, und man sah ihm seine Müdigkeit an: Aber dennoch hatte er eine große Ausstrahlung und obwohl er die Kutsche bemerkt hatte ging er mit gleichmäßigen Schritten, ohne anzuhalten, weiter.


    Fei-Dao ließ die Kutsche anhalten, während der Junge immer noch wortlos weiterging. Fei-Dao sah den jungen Mann an, „komm in die Kutsche und trinke etwas Wein mit mir!“


    Doch der junge Mann ging weiter und erklärte, „daß kann ich mir nicht leisten!“


    Während er mit einer schneller und flüssigen Bewegung nach seinem Schwert griff. Doch Fei-Dao erwiderte nur lächelnd, "deshalb lade ich dich ja ein!“


    Der Junge erwiderte nur, „ich nehme nichts an, was ich nicht auch bezahlen kann!“


    Fei-Dao runzelte nachdenklich die Stirn und meinte, „in dem Fall werde ich mich von dir einladen laßen!“


    Der Junge kurz stehen blieb und sagte, „ich lade niemanden ein!"


    Als die Kutsche weiterfuhr dachte Fei-Dao über den Jungen nach. Ihm war sofort sein Schwert aufgefallen und auch wenn es eher einfach wirkte, war sich Fei-Dao sicher, daß es in seinen Händen eine tödliche Waffe war. Die Kutsche erreichte kurze Zeit später den Ort, in dessen Nähe Fei-Dao gelebt hatte und den er vor elf Jahren verlassen hatte.


    Fei-Dao ging in ein gut besuchtes Lokal. Da fast alle Tische dort besetzt waren, gab er dem Kellner Geld, damit er ihn einen Tisch in der einer Ecke gab und bestellte Wein. Als der Kellner den Wein brachte, erzählte dieser Fei-Dao, „hier sind auch Leute den von Golden Lions! Sie begleiten jemand zur Grenze!“


    Fei-Dao fragte, „wer sind diese Leute?“


    Der Kellner antwortete, „ es ist Zu Ge-Lei!“


    Fei-Dao fing wieder an zu husten. Alle unterhielten sich über Kriegsgeschichten, als wären die Golden Lions unwichtig. Fei-Dao bemerkte jedoch wie drei Männer das Lokal durch die Hintertür betraten und erkannte, daß einer von ihnen Zu Ge-Lei war. Während er scheinbar uninteressiert den Kopf senkte und anfing zu schnitzen. Zu Ge-Lei und seine Begleiter unterhielten sich lautstark, als plötzlich die Tür aufging und zwei Personen in dunklen Umhängen und Haarflechten erschienen. Fei-Dao erkannte, daß sie von außerhalb der Grenze kamen, doch er erkannte auch die Bosheit die in ihren Augen lag. Während die anderen noch alle auf die beiden Männer starrten, erkannte Fei-Dao den Jungen hinter ihnen eintrat und sich auf eine Geländer in der Nähe der Tür setzte.

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  • Die beiden Fremden gingen auf Zu Ge-Lei zu und während es plötzlich ganz still im Lokal wurde. Auch Fei-Dao beobachtete die Geschehnisse, während er ruhig weiter schnitzte. Und Zu Ge-Lei so tat, als würde er nichts bemerken. Doch die beiden Fremden blieben vor Zu Ge-Lei stehen und fragten, „bist du nicht Zu Ge-Lei?“


    Zu Ge-Lei sagte, „ja!“


    Man spürte wie die Spannung im Lokal zunahm. Zu Ge-Leis Hand zitterte leicht, als er versuchte nach seinen Schwert zu greifen. Den beiden Männer war dies nicht entgangen und während einer der beiden zu Zu Ge-Lei sagte, „laß es dort und wir werden dein Leben verschonen!“


    Einer der Begleiter von Zu Ge-Leis stand auf und meinte, „daß muß ein Mißverständnis sein, wir sind dabei dies über die Grenze zu bringen und nicht zurück! Unsere Kutsche ist leer!“


    Während er nach dem Schwert griff, daß unter einem Strohhut verborgen war. Doch kaum daß er versucht hatte danach greifen, hatte einer der beiden Männer ihm die Hand abgeschlagen. Obwohl alle entsetzt die Geschehnisse verfolgten behielt Zu Ge-Lei die Ruhe. Er holte ein Paket hervor, legte es auf den Tisch und erklärte, „eure Informationen sind richtig, doch eure Fähigkeiten reichen leider nicht aus!“


    Zur gleichen Zeit zog auch er sein Schwert, warf das Tablett mit dem Essen hoch, halbiert eine Garnelen und fuhr fort, „wenn ihr das gleiche könnt, werde ich euch sofort das Paket übergeben!“


    Der andere Mann fragte, „soll ich dies Kampfkunst nennen?“


    Er hob die halbierte Garnelen auf und noch bevor jemand es sehen konnte, steckte sie auf seinem Schwert. Und auch jene die nichts von Schwertkampf verstanden, merkten doch, um wieviel schwerer dies war. Während auch Zu Ge-Lei wurde blaß und die beiden Männer fragte, „seit ihr die Blood Stained Twin Snakes?“


    Inzwischen herrschte im Lokal vollkommene Stille. Da man über die Gerüchte der letzten Jahre am Gelben Fluß gehört hatte und das nur sehr wenige Menschen so rücksichtslos waren wie diese Brüder. Ebenso, daß ihre Umhänge von dem Blut ihrer Opfer rot gefärbt wären. Einer der beiden Männer lachte und meinte, „wenigsten bist du nicht blind!“


    Während Zu Ge-Lei antwortete, „ ihr könnt das Paket nehmen und gehen!“


    Doch der andere erwiderte, „dies werden wir nur tun, wenn er vor uns auf dem Boden kriechst! Ansonsten werden wir außer dem Paket auch deinen Kopf mitnehmen!“


    Zu Ge-Leis Gesicht wurde noch blaßer, doch er sank auf den Boden und kroch einmal um den Tisch herum. Fei-Dao seufzte gelangweilt und murmelte vor sich hin, „kein Wunder, daß er so lange lebt, wenn er seine Meinung so plötzlich ändern!


    Dennoch hatten die beiden Männer seine Worte gehört und drehten sich nun zu Fei-Dao um. Dieser schnitzte weiter ohne aufzublicken, während einer der Männer sagte, „hier gibt es wohl noch einen Kampfkunstexperten und ich habe ihn fast übersehen!“


    Plötzlich erschien auch in der Hand des anderen ein Schwert, der meinte, „wenn jemand sein Schwert schneller ziehen kann als wir, werden wir ihm nicht nur das Paket, sondern auch unsere Köpfe geben!“


    Während sie Fei-Dao ansahen, der immer noch nicht aufblickte und weiter schnitzte. Als der Junge plötzlich fragte, „wieviel sid eure Köpfe denn wert?“.


    Nun wandten sich die beiden Männer den Jungen zu und der eine Mann fragte, „hast du dies gefragt?“


    Der Junge sagte einfach, „ja!“


    Als der Mann den Jungen fragte, „willst du unsere Köpfe verkaufen?“


    Der Junge erwiderte, „ich möchte wirklich wißen, wieviel eure Köpfe wert sind, da ich isie verkaufen möchte!“


    Die beiden Männer lachten über den Jungen und der Mann fragte den Jungen wieder, „du willst wirkliche unsere Köpfe verkaufen?“


    Der Junge antwortete immer noch mit ernster Stimme, „ja! Ich möchte nicht nur das Paket, sondern auch eure Köpfe?“


    Der Mann meinte, „das hört sich wie eine Herausforderung an!“


    Als der Blick der beiden Männer auf das Schwert des Jungen fiel und beide zu lachen begannen. Während der Junge immer noch ruhig auf dem Geländer bei der Tür saß und tat als wisse er nichts. Weshalb die beiden Männer plötzlich lachten und Zu Ge-Lei den Jungen ansah, als wäre er verrückt. Während der Mann erwiderte, „es sind tausend Goldtael auf unsere Köpfe ausgesetzt! In diesen schweren Zeiten ist dies schon ein Vermögen!“


    Der Junge meinte, „tausend Goldtaels sind zuviel! Mir genügen fünfzig Silbertaels!“


    Die Blicke der beiden Männer fiel wieder auf das Schwert. Doch diesmal lachten sie nicht mehr, da ihnen klar wurde, daß der Junge weder verrückt war noch scherzte. Auch Fei-Dao beobachtete die Ereignisse, schnitzte jedoch ruhig weiter. Während einer der beiden sagte, „ich werde dir fünfzig Taels geben, wenn du dies auch kannst!“


    Noch während er sprach zog er sein Schwert, zerschnitt eine Kerze. Die zerschnittenen Stücke waren auf seinem Schwert, ohne das die Kerze ausgegangen war. Dann wandte er sich wieder den den Jungen, „glaubst du, daß dein Schwert schnell sein wird!“


    Der Junge antwortete ruhig, „schnell genug!“


    Der andere Mann fragte, „wie ist mit dir?“


    Der Junge blieb noch immer ruhig, „ ich habe mein Schwert nicht, um damit Kerzen zu zerschneiden, sondern um damit Menschen zu töten!“


    Nun lächelte der Mann doch und fragte den Jungen, „wem willst du mit dem Schwert töten?“


    Noch während der Junge sagte, „dich...“ Hatte er auch schon sein Schwert gezogen, dem Mann mit der Schwertspitze in den den Hals gestochen und genauso schnell sein Schwert wieder weggesteckt. So schnell, daß man die Bewegungen kaum hatte wahrnehmen können. Während der tödlich verwundete Mann nach hinten taumelte, fragte der Junge nur, „wessen Schwert ist nun schneller gewesen?“ Der Mann fiel endgültig zu Boden und der Junge fragte den anderen Mann, welcher entsetzt die Ereignisse verfolgt hatte, „wo sind meine fünfzig Taels?“


    Dieser sah den Jungen entsetzt an und wich taumelnd zurück, als er mit ebenso entsetzter Stimme fragte, „hast du ihn wirklich nur für fünfzig Taels getötet?“


    Der Junge sagte, „ja!“


    Der Mann riß seine Kleidung auf, warf alles Geld, daß er in dem Beutel hatte zittern auf den Boden und eilte mit seinem inzwischen fast toten Freund zur Tür. Während der Junge einfach dastand und den Wirt, der sich noch immer versteckt hielt fragte, „denkst du, das in dem Beutel fünfzig Taels sind?“ Der Wirt nickte nur sprachlos.


    Der Junge nahm die fünfzig Taels und wandte sich um. Plötzlich zog Zu Ge-Lei sein Schwert und ging auf den Jungen los. Doch noch bevor er ihn erreichen konnte fiel er um, in seiner Kehle steckte der Dolch mit dem Fei-Dao bis dahin noch geschnitzt hatte. Doch Fei-Daos Messer war genauso schnell wie das Schwert des Jungen und keiner hatte es gesehen bis Zu Ge-Lei sich noch während er tot umfiel gedreht hatte. Als Fei-Dao auf den Jungen zuging und meinte, „dies war eine schändliche Tat!“


    Während der Junge verwirrt auf Zu Ge-Lei starrte und dann zu Fei-Dao. Doch als er diesmal Fei-Dao ansah, lächelte er und sagte, „ich lade dich zu einem Becher Wein ein!“


    Fei-Dao meinte, „wir sollten nicht länger in diesem Lokal bleiben!“ Der Junge Fei-Dao nach dem Grund dafür fragte. Fei-Dao erwiderte, „daß ist unwichtig! Wer jemand tötet, wird immer in Schwierigkeiten geraten! Und auch wenn du keine Angst hat zu töten, aber du magst keine Schwierigkeiten!“


    Der Junge meinte, „töten ist ganz bestimmt keine schöne Sache, aber in der Welt Menschen, gibt es eben Menschen wie jene die ich gerade getötet habe und die ich töten muß!“


    Fei-Dao lachte und bat dann den Wirt um einen Raum in dem sie ungestört wären und um Wein. Nachdem der Wirt gegangen war, fragte Fei-Dao, „warum hast du wirklich für fünfzig Silbertaels getötet?“


    Der Junge trank einen Schluck Wein, während Fei-Dao ihn lächelnd ansah. Dann antwortete er, „ich hatte auch ohne Geld getötet, nur mit fünfzig Taels bin ich jetzt besser dran!“


    Fei-Dao wollte wissen, „warum hast du nur fünfzig Taels verlangt?“


    Der Junge erwiderte, „weil er dies wert gewesen ist!“


    Fei-Dao lächelte wieder und sagte, „es gibr in dieser kriegerischen Welt viele die sterben sollten und viele sind mehr wert als nur fünfzig Taels! Es kann also sein, daß du später einmal reich sein wirst!“


    Doch der Junge erwiderte ernst, “ich bin leider arm wäre, sonst würde ich dir die fünfzig Taels geben!“


    Fei-Dao fragte, „warum?“


    Der Junge erwiderte, „da du mir geholfen hast, den Mann zu töten!“


    Zum ersten Mal seit langer Zeit lachte Fei-Dao und sagte, „du irrst dich, der Mann war keine fünfzig Taels wert! Tatsächlich war er noch nicht einmal einen Wen wert und dadurch werden wir noch Schwierigkeiten bekommen!“

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  • Der Junge sah Fei-Dao erstaunt an, als er fragte, „warum?“


    Fei-Dao fragte den Jungen, "willst du wirklich nicht wissen, warum Zu Ge-Lei versucht hat dich zu töten?“


    Der Junge sagte verwirrt, „ich weiß es nicht!“


    Fei-Dao erklärte, „dadurch daß du einen von ihnen getötet hatte, hast du es Zu Ge-Lei unmöglich gemacht weiterhin in der kriegerischen Welt zu überleben und seine Stellung in dieser Welt zu behalten! Er mußte dich töten!“


    Der Junge dachte über Fei-Daos Worte nach und erwiderte dann, „Menschen haben oft ein boshafteres Herz hatten als ein Tiger! Ein Tiger zumindest wird einen warnen, bevor er einen fressen will! Ich habe zwar von einigen Menschen gehört, die behauptet haben, daß Tiger boshaft wären, aber ich habe noch nie von einem Tiger gehört, daß Menschen boshaft sind! Und Tiger töten nur, um zu überleben! Menschen jedoch töten ohne Grund und sie töten viel mehr Menschen töten als ein Tiger!“


    Fei-Dao sah den Jungen nachdenklich an und fragte dann, „ist dies der Grund, warum du lieber einen Tiger als Freunde haben willst?“


    Der Junge lachte, „daß einzige Problem ist, daß sie keinen Wein trinken!“


    Fei-Dao wunderte sich, wie sehr das lachen den Jungen veränderte. Als dieser plötzlich wieder Ernst wurde und Fei-Dao fragte, „bist dur wirklich ein so berühmter Mann?“


    Fei-Dao dachte plötzlich wieder daran wie alles begann und sagte mit leiser Stimme, „berühmt zu sein ist manchmal keine schöne Sache!“


    Der Junge sagte voller Eifer, „ich wünsche mir, einmal berühmt zu sein! Ich möchte der berühmteste Mann der Welt sein!“


    Fei-Dao lachte bitter und meinte, „jeder will berühmt sein! Es passiert einfach, wenn man ehrlicher ist als die meisten Menschen!“


    Der Junge erwiderte, „ich bin anders! Ich muß berühmt werden oder ich werde sterben!“


    Erschrocken fragte Fei-Dao, „warum?“ Doch der Schmerz in den Augen des Jungen entging ihm nicht und plötzlich sah er den wahren Jungen. Er erinnerte sich an seinen eigenen Schmerz, der nie verging, als er sagte, „wenn du berühmt werden willst, solltest du mir deinen Namen sagen!“


    Der Junge sah ihn an und antwortete, „die Leute nennen mich Ah-Fei!“


    Fei-Dao lachte und erklärte, „so ist dein Nachname Ah! Aber in dieser Welt gibt es niemanden mit einem solchen Nachnamen!“


    Ah-Fei antwortete, „ich habe keinen Nachnamen! Erst wenn ich berühmt bin!“


    Fei-Dao konnte den Jungen nicht mehr in die Augen sehen, da er seinen eigenen Schmerz immer stärker fühlte. Weshalb er nur mit leiser Stimme sagte, „von jetzt an werde ich dich Ah-Fei nennen!“


    Der Junge lächelte und erklärte, „gut, du kannst mich von jetzt an Ah-Fei nennen! Doch wie soll ich dich nennen?“


    Fei-Dao wich der Frage aus und sagte, „laß uns darauf trinken, mein Freund!“ Beide hoben lachend ihre Becher, als Fei-Daos Gesicht wieder blaß wurde und er wieder zu husten begann. Ah-Fei sah ihn zwar seltsam an. Trank aber wortlos weiter bis Fei-Dao fragte, „weißt du, warum ich dich so sehr mag?“ Als Ah-Fei schwieg fuhr Fei-Dao fort, „von all meinen Freunden bist du der einzige, der mich nicht überredet mit dem trinken aufzuhören, weil ich huste!“


    Ah-Fei fragte, „soll man nicht trinken, weil man hustet?“


    Fei-Dao erwiderte, „in Wahrheit mag ich Wein noch nicht einmal !“


    Woraufhin Ah-Fei Fei-Dao fragte, „warum trinkst du ihn dann? Hast du eine traurige Vergangenheit?“


    Als er Fei-Dao dies fragte, verschwand der steht liebevolle Ausdruck auf Fei-Dao Gesicht. Auch seine sonst immer liebevolle und traurigen Augen und seine stets sanfte Stimme wurden plötzlich hart und kalt, als er erwiderte, "habe ich dich etwas gefragt, worauf du nicht antworten willst? Habe ich dich nach deinen Eltern gefragt? Habe ich dich gefragt, wer dir Kung Fu beibrachte? Woher du kommst und wohin du gehst?“


    Ah-Fei blieb sitzen und entgegnete „nein und ich werde dich auch nicht wieder fragen!“ Fei-Dao hob wieder seinen Becher, als er wieder husten mußte. Ah-Fei stand auf und wollte das Fenster öffnen. Doch Fei-Dao stand ebenfalls auf und meinte, „es ist Zeit aufzubrechen!“


    Fei-Dao und Ah-Fei machten sich auf den Weg. Der Morgen sah schön aus, doch es war kalt. Es war gegen Mittag, als Fei-Dao und Ah-Fei plötzlich eine Leiche fanden. Es war der Mann, der am Abend zuvor aus dem Lokal, mit seinem tödlich verwundeten Bruder geflohen war. Ah-Fei fragte, “hast du eine Ahnung, wer ihn umgebracht haben könnte?“


    Fei-Dao sagte, „das Paket!“ Ah-Fei sah Fei-Dao verständnislos an, während Fei-Dao weitersprach, „das Paket lag noch auf den Tisch! Doch nachdem er gefangen war, war auch das Paket verschwunden! Während ich dachte, er wäre vor Angst zurück getaumelte, nutze er dies, um das Paket an sich zu nehmen! Doch ich hätte nie gedacht, daß man ihn wegen dem Paket umbringen würde!“


    Zwischen den Bäumen tauchte plötzlich ein einarmiger Mann auf und erwiderte lachend, „es ist zehn Jahre her, seit wir uns das letzte Mal trafen! Ich hätte nie gedacht, daß deine wertvollen Dolche noch so gut sind!“


    Eine weitere Person erschien und Fei-Dao lächelte, „ich kam erst vor einigen Wochen über die Grenze! Doch wenn das Oberhaupt der Golden Lions und Yu Er von den Travelling Without Shadow herkamen um mich zu sehen, muß mein Ruf doch ziemlich gut sein!“


    Der alte Mann meinte, „es scheint, als wäre Tanhuas Ruf nicht unverdient! Da dein Gedächtnis erstaunlich ist! Da wir uns das letzte Mal vor dreizehn Jahren gesehen haben und du dich trotzdem noch an mich erinnern kannst!“


    Fei-Dao sagte, „da du schon auch ein paar Freunde bei dir hast, warum läßt du sie nicht kommen und stellst sie uns vor?“


    Yu Er erwiderte kalt, „du hast recht, sie haben von deinem Ruf gehört und würden dich gern kennenlernen!“


    Vier weitere Personen erschienen. Fei-Dao warf, obwohl sie harmlos aussahen Ah-Fei schnell einen warnenden Blick zu, welcher gerade sagte, „wir haben den Mann nicht getötet! Ich habe herausgefunden, daß er durch das Gift von einem Skorpion starb!“


    Worauf sich Fei-Daos Laune änderte, als er feststellte, „in dem Fall nehme ich an, daß diese vier Schüler der Five Poison Kids sind!“


    Als einer der vier Jugendliche sagte, „ich kenne seinen Namen! Sein Nachname ist Li und sein Vorname Xun-Huan!“


    Während der andere erwiderte, „ich habe gehört, daß er ein Kenner von Essen, Trinken, Frauen und Glücksspiel ist!“


    Ein anderer meinte darauf, „alle aus seiner Familie sind Tanhua gewesen!“


    Während ein anderer höhnisch meinte, „Li Tanhua ist leider kein Tanhua, sondern eher ein Dieb!“


    Während Ah-Fei sich über all diese Informationen wunderte, konnte er den Schmerz von Fei-Dao spüren, als die Menschen über seine Vergangenheit sprachen. Denoch sah man Fei-Dao nichts von seinen Gefühlen an. Yu Er sah die Jugendlichen an und sagte mit ernster Stimme, „sie wissen wirklich viel über dich Tanhua!“


    Als einer der Jugendlichen lachte und meinte, „sobald er einen Dolch wirft verfehlt er nie sein Ziel!“


    Doch Fei-Dao antwortete wie immer nur mit ruhiger und sanfter Stimme, „jeder kann beruhigt sein, mein zweiter Dolch ist nicht so gut! Doch mein erster kann mühelos sechs Menschen töten!“


    Der Jugendliche erwiderte, „wenn du Zu Ge-Lei rächen willst, geh!“


    Als Golden Lion lachte, „Zu Ge-Lei hat den Tod verdient! Warum Bruder Li dafür die Schuld geben!“

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  • Fei-Dao stellt fest, „da sich hier nicht alle dafür rächen wollen, können wir ja etwas trinken!“


    Doch Yu Er sagte, „wir wollen nur das Paket!“


    Fei-Dao sah ihn nun ernster an, „welches Paket?“


    Doch Yu Er blieb ernst, als er sprach, "das Paket, daß Zu Ge-Lei bei sich hatte! Da die Golden Lions ihn deswegen begleiteten und falls dadurch Probleme entstehen, ist der Ruf der Golden Lions ruiniert!“


    Verblüfft sah Fei-Dao zu der Leiche des Mannes, als er fragte, „du meinst, er hatte das Paket nicht bei sich?“


    Doch Golden Lion meinte, „Bruder Li hat wirklich Sinn für Humor! Da Bruder Li auftauchte, kann der Mann unmöglich weit weg mit Paket gekommen sein!“


    Fei-Dao stöhnte, „am meisten hasse ich Schwierigkeiten! Warum finden die Schwierigkeiten mich bloß immer so mühelos?“


    Doch Golden Lion überging diese Worte und fuhr fort, „gib uns nur das Paket, Bruder Li und wir werden sofort gehen! Und dir auch Wein dalassen!“


    Fei-Dao hatte schnell seinen Dolch gezogen und drehte ihn nachdenklich in der Hand. Dann antwortete er, „du hast recht, ich habe das Paket! Aber ich bin mir nicht sicher, ob es ich es dir geben soll oder nicht! Gib mir also zwei Stunden Zeit, um darüber nachzudenken und dann sind wir wieder da!“


    Yu Er stimmte ohne zögern zu. Doch bevor Yu Er gehen konnte, sagte einer der Jugendlichen zu Fei-Dao, „in einer Stunde kannst du schon weg sein! Wofür brauchst du da zwei Stunden?“


    Bevor Fei-Dao jedoch antworten konnte, antwortete Yu Er schon für Fei-Dao, „seit Tanhua in der Welt der Krieger ist, hat er über dreihundert Kämpfe geschlagen und hat kein einziges Mal versucht zu fliehen!“


    Kurz danach waren sie genauso schnell wieder verschwunden, wie sie gekommen waren. Sobald sie allein waren stellte Ah-Fei fest, „du hast das Paket nicht! Warum hast du gelogen?“


    Fei-Dao sagte traurig, „auch wenn ich es nicht habe, sie hätten es mir nie geglaubt! Ein Kampf ist unvermeidbar! So war es besser für mich, es zuzugeben, anstatt zu reden!“


    Ah-Fei verstand Fei-Dao nicht und meinte, „wenn ein Kampf unvermeidbar ist, warum dann erst warten?“


    Fei-Dao erwiderte, „weil wir jemand finden müssen!“


    Wieder fragte Ah-Fei, „wem?“


    Fei-Dao sagte, als wäre dies völlig normal, „die Person die das Paket hat! In der Nacht waren drei Leute an dem Tisch! Zwei sind tot, also müssen wir den dritten finden!“


    Ah-Fei überlegte kurz und erwiderte dann, „das könnte der Mann in dem roten Mantel gewesen sein, der eine Peitsche bei sich trug!“


    Fei-Dao lächelte wieder verblüfft über den Jungen. Als er meinte, „man sah ihn nur einen Augenblick! Du hast ein gutes Auge für solche Einzelheiten!“


    Doch Ah-Fei zuckte nur die Schultern, „ein Augenblick ist genug1“


    Fei-Dao nickte, als er mit bitterer Stimme fortfuhr, „es ist die Person die ich meine! Von allen Leuten in dem Lokal kannte nur er den Wert des Pakets! Er stand an der Seite, damit ihn niemand bemerkte! Was ihm die Möglichkeit gab, daß Paket an sich zu nehmen! Und weil das Paket scheinbar wertvoll ist, behielt er es für sich! Aus Angst das sein Auftraggeber dies erfahren könnte, schob er die Schuld auf mich! Nur gut, daß man mich nicht zum ersten Mal zu Unrecht beschuldigt!“


    Ah-Fei überlegte wieder einen Augenblick und meinte dann, „der einzige Grund, warum die Golden Lions denken, daß du es hast, ist der, daß er es ihnen erzählte! Und da diese ihn nicht verdächtigen, muß er noch bei ihm sein! So ist das einzige, was wir tun müssen, herauszufinden, wer unter ihnen der Mann ist!“


    Fei-Dao klopfte Ah-Fei freundlich auf die Schultern und sagte, „du mußt nur drei oder vier Jahre in der Welt der Krieger sein und alles wendet sich zum schlechten! Ich hoffe, wenn wir uns wieder treffen, daß wir dann noch immer Freunde sein werden! Da ich dich nicht gern als meinen Feind hätte!“


    Ah-Fei fragte wieder einmal verblüfft, „du willst, daß ich dich jetzt verlasse?“


    Doch Fei-Dao antwortete mit ernstes Stimme, „dies ist meine Aufgabe! Du hast damit nicht zu tun!“


    Immer noch ungläubig wollte Ah-Fei wissen, „willst du mich nur nicht in dieses Schlamassel hineinziehen oder einfach nicht, daß ich mit dir reise?“


    Wie so oft nahmen Fei-Daos Augen wieder den traurigen Ausdruck an, als er meinte, „dies ist ein nie endendes Spiel des Himmels! Wir sind nur ein Teil davon, egal, ob früher oder später!“ Auch Ah-Fei entging der traurig Blick nicht, als er nach dem Weinbeutel griff und sagte, „lasse uns einen weiteren Schluck Wein trinken!“


    Kaum hatte Fei-Dao einen Schluck Wein getrunken, wurde sein Gesicht wieder blaß und er begann zu husten. Dann verschwand Ah-Fei wortlos. Während Fei-Dao einen weiteren Schluck Wein trank, nahm er die neu geschnitzte Figur von Shi-Yin aus dem Beutel. Während ihm die Tränen über das Gesicht fielen, als er zu sich selbst sagte, „du weißt, daß ich dich nicht verlassen wollte! Aber du hast noch eine strahlende Zukunft vor dir! Durch mich wärst du nur in Schwierigkeiten gekommen! Das ist es, was ich meinen Freunden bringe! Unglück, Gefahr und Trauer! Ich kann keine Freunde mehr haben!“ Lange Zeit beobachtete er die Figur, dann drückte er sie an sich und sagte, „Shi! Shi, warum mußte es so kommen? Du wirst immer in meinem Herzen sein, egal wo ich bin! Du bist die einzige deren Liebe ein Platz in meinem Herzen hat!


    Schließlich vergrub er auch diese Figur, als könnte er damit auch seine Vergangenheit mit Shi-Yin begraben. Danach stand er auf und ging zu der Leiche, um nach Spuren zu suchen und bald hatte er sie auch gefunden. Die Spur ihn in sein Heimatdorf. Obwohl inzwischen elf Jahre vergangen waren, hatte Fei-Dao das Gefühl, als wäre es erst gestern gewesen. Es war nicht leicht Geld, Macht, Ruhm und einen Platz in der hohen Gesellschaft aufzugeben; dennoch hatte er es gekonnte. Doch Shi-Yin hatte er nie vergessen können. E


    r erinnerte sich zurück. An die kleine Bar in der er oft gewesen war. Und den alten Mann mit dem kleinen Mädchen, welche Geschichten über ihn erzählt hatten! Inzwischen war sie wahrscheinlich verheiratet.


    Dennoch war er überrascht, als er sah, daß es das Lokal noch immer gab. Fei-Dao nahm wieder einen Schluck Wein und begann wieder zu husten. Während er sich an die Brust griff. Doch irgendwie hatte sich das Lokal verändert. Und wahrscheinlich auch die Menschen, die er einst gekannt hatten, wenn sie noch leben sollten. In dem Lokal war es still, doch Fei-Dao glaubte nicht, daß sie verlassen war. Er wußte, daß er recht hatte und sie da waren. Als er eintrat sah er Golden Lion. Fei Dao sagte, „daß hätte ich nicht erwartet!“


    Kaum daß er die Worte ausgesprochen hatte, bemerkte er, daß Golden Lion tot war. Jemand hatte Golden Lion mit einem Schwert in den Hals erstochen. Und wer immer dies getan hatte, hatte es mühelos und schnell getan. Fei-Dao wußte, daß Golden Lion schon seit zwanzig Jahren berühmt war und nie Probleme gehabt hatte. Dennoch hatte er noch nicht einmal die Zeit gehabt sein Schwert zu ziehen. Fei-Dao sah sich um und bemerkte, daß auch die vier Jugendlichen von den Five Poison Kids auf die gleich Art getötet wurden. Fei-Dao dachte, „vor ein paar Tagen dachte ich noch, daß es nirgends einen so guten Schwertkämpfer!“


    Er erinnerte sich an Snow Eagle, der als bester Schwertkämpfer unter den Kriegern galt. Obwohl er bestimmt die Leichtigkeit und Schnelligkeit hatte, hatte er bestimmt nie die Rücksichtlosigkeit und hatte sich auch schon vor langer Zeit an einem anderen Ort zurückgezogen. Ebenso wie die anderen guten Schwertkämpfer Shen Lang, Neng Xiong-Er und Ling Wang-Hua.


    Sie alle waren inzwischen entweder tot oder hatten ihre Schwerter weggelegt. Doch sonst fiel Fei-Dao niemand ein, der es mit ihnen in dieser Welt hätte aufnehmen können, außer einem, Ah-Fei. Fei-Dao bemerkte Yu Er in der Ecke, der seine Waffe versteckt hielt und sich langsam zur Seite bewegte. Doch plötzlich traf auch ihn ein Schwert in den Hals. Ohne sich umzudrehen murmelte Fei-Dao, „Spielzeug! Hat jemand dein Schwert wirklich Spielzeug genannt?“


    Ah-Fei erwiderte, „du hast Zu Ge-Lei für mich getötet, ich habe diese Menschen für dich getötet! Ich stehe nicht mehr länger in deiner Schuld! Du weißt, daß ein Mensch nicht immer in der Schuld eines anderen stehen kann!“


    Fei-Dao meinte, „ich habe nur einen Mann für dich getötet, aber du hast sechs für mich getötet! Du weißt, daß ein Mensch keine Schuld hat! Warum denkst du also, ich wäre dir etwas schuldig?“


    Doch Ah-Fei entgegnete, „auch wenn ich mehr Menschen getötet habe als du, war die Lage doch anders! Meine sechs sind den wert, den du für mich getötet hast! Womit unsere Schulden beglichen sind!“


    Fei-Dao konnte ein Lachen nicht unterdrücken, als er meinte, „die Art wie du rechnest ist nicht besonders glänzend! Scheint so, als solltest du in Zukunft besser nicht solche Aufgaben lösen!“ Doch Ah-Fei hatte das Lokal schon verlassen.


    Als Fei-Dao plötzlich zur Wand sah, entdeckte er dort eine Speerspitze. Er ging darauf zu und hatte plötzlich eine Schwertspitze an seiner Kehle. Fei-Dao sah, daß es ein alter Mann war! Obwohl er schreien wollte, kam nur ein krächzen über seine Lippen als er fragte, „wer bist du?“


    Fei-Dao lächelte, als er meinte, „du erinnerst dich nicht mehr an mich? Du bist der Besitzer des Lokals! Ich kam vor elf Jahren oft wegen dem Wein hierher!“


    Auch wenn er immer noch das Schwert an Fei-Daos Kehle hielt, ließ der alte Mann doch langsam seine Anspannung fallen, als er fragte, „wie ist dein Nachname?“


    Als Fei-Dao sagte, „Li!“


    Der Mann atmete hörbar aus, als er sein Schwert fallen ließ und feststellte, „du bist also Li! Li Tanhua!“


    Fei-Dao war überrascht und fragte den alten Mann, „wieso hast du auf mich gewartet?“


    Der alte Mann erklärte, „der heldenhafte junge Mann der gerade ging hat viele schlechte Menschen getötet! Wr ließ mich am Leben und sagte mir, daß ein Mann namens Li Tanhua hier vorbei käme! Er wollte, daß ich dich zu jemanden bringen!“


    Fei-Dao fragte, „wo ist die Person?“


    Der alte Mann sagte, „in der Küche!“

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  • Die Küche war klein, aber sauber und auf einem Stuhl saß eine gefesselte Person. Fei-Dao hatte längst erkannt, daß Ah-Fei die Person nicht getötet hatte, damit er ihn befragen konnte. Doch die Person konnte nicht wissen, daß Fei-Dao kommen würde. Ah-Fei hatte ihn zwar nicht zu fest gefesselt, aber doch geknebelt. Er hatte anscheinend befürchtet, daß er entweder schreien oder versuchen würde den alten Mann zu bestechen. Dennoch fragte sich Fei-Dao, „warum hat er nicht einfach dafür die Akupunkturpunkte benutzt?“ Als Fei-Dao seinen Dolch zog, wurde die Person leichenblaß und drohte ohnmächtig zu werden. Während Fei-Dao den Knebel durchschnitt. Er setzte sich und bat den alten Mann ihnen den besten Wein zu bringen. Dann fragte er, „wie ist dein Name?“


    Inzwischen war die Person nicht mehr so blaß und antwortete mit heiserer Stimme, „Hong Han-Min!“


    Fei-Dao sagte, „ich weiß, daß du Durst hast! Hier nimm den Becher!“ Damit schnitt Fei-Dao die Fesseln durch und reichte Hong Han-Min den Becher Wein. Die Person verbarg ihre erstaunen, hatte jedoch zuviel Angst um zu trinken.Während Fei-Dao lachend meinte, „wenn mich jemand bat Wein zu trinken, habe ich nie nein gesagt!“ Hong Han-Mins nahm den Becher. Doch seine Hand zitterte so sehr, daß er obwohl er die Hälfte trank, die andere Hälfte dabei auf sein Hemd verschüttete. Fei-Dao meinte stöhnend, „es ist zu schade! Da du mich doch so einfach nachahmen konntest, indem du nur mit einem Dolch Holz schnitzt hast, ohne daß deine Hand dabei gezittert hat! Daß ist unser kleines Geheimnis!“ Fei-Dao goß zwei weitere Becher Wein ein und meinte, „du solltest dich auch daran erinnern, guten Wein nie zu verschwenden!“ Hong Han-Min nahm den Becher in beide Hände und trank ihn aus Angst ihn zu verschütten in einem Zug leer. Fei-Dao erwiderte, „sehr gut, da ich außer diesen beiden Dingen nicht viel in meinem Leben gelernt habe! Jetzt habe ich dir diese Informationen gegeben! Wie willst du mir dies jetzt danken? Du mußt nichts weiter tun, als mir das Paket zu geben und ich werde zufrieden sein!“


    Hong Han-Min nahm einen tiefen Atemzug und fragte, „was für ein Paket?“


    Fei-Dao fragte, „du weißt es wirklich nicht?“


    Auf Hong Han-Mins Gesicht erschien ein gezwungenes Lächeln, „ich weiß es wirklich nicht!“


    Fei-Dao schüttelte den Kopf, „ich dachte immer, die Menschen würden etwas ehrlicher werden, wenn sie etwas getrunken hätten! Du enttäuschst mich!“


    Doch in Hong Han-Mins Gesicht zeigte sich immer noch das gezwungen Lächeln, „Li, es muß ein Mißverständnis sein! Ich weiß es wirklich nicht!“


    Diesmal wurde Fei-Daos Gesicht wieder ernst, was auf seinen fast immer liebevollen Gesicht, immer nur selten der Fall war. Als er sagte, „du hast meinen Wein getrunken und dann lügst du mich an! Jetzt solltest du mir meinen Wein wiedergeben!“


    Hong Han-Min beeilte sich und sagte schnell, „ja, ja, ich werde ihn bezahlen!“


    Doch Fei-Dao entgegnete, „ich möchte nur die beiden Becher Wein, die du getrunken hast und nicht dein Geld für die zwei Becher!“


    Hong Han-Min versuchte die Fassung zu behalten, während er sich den Schweiß mit dem Ärmel vom Gesicht wischte, „aber der Wein ist bereits in meinem Magen! Wie soll ich es rückgängig machen?“


    Fei-Dao sah ihn an, „das ist ganz einfach!“ Plötzlich blitzte der Dolch in seiner Hand auf und die Spitze richtete sich auf Hong Han-Mins Magen, „da der Wein in dir ist, brauche ich ihn nur zu öffnen, um den Wein wieder zu bekommen!“


    Das gezwungene Lächeln war noch immer auf Hong Han-Mins Gesicht. Doch sein Gesicht war inzwischen wieder blaß geworden, „Li, warum machst du dich über mich lustig?“


    Fei-Dao fragte, „sehe ich aus, als würde ich Witze machen?“ Wobei er ein wenig zudrückte, so daß Hong Han-Mins Bauch einen leichten Stich bekam, der nur bluten anfing. Nur ein Feigling log und wenn ein Feigling sein eigenes Blut sah, würde er schnell die Wahrheit sagen, Fei-Dao kannte diese Logik besser als jeder andere. Als er inne hielt und auf Hong Han-Mins Gesicht ein Lächeln sah. Fei-Dao stellte mit ruhiger Stimme fest, „du bist sehr lang Krieger gewesen!“


    Hong Han-Min antwortete, „ich bin es schon seit zwanzig Jahren!“


    Fei-Dao meinte, „dann weiß du, daß es einige Schätze auf dieser Welt gibt! Viele kennen sie zwar durch Gerüchte, aber nur wenige Menschen haben sie jemals gesehen! Und einer davon ist dieGolden Thread Vest! Angeblich kann keine Waffe sie durchdringen, noch kann ihr Feuer etwas anhaben! Da du schon seit zwanzig Jahren Krieger bist, hast du davon bestimmt schon gehört!“


    Hong Han-Min sprang auf und versuchte zu fliehen. Er war schnell, doch nicht schnell genug. Als er die Tür erreichte, hatte Fei-Dao ihm schon den Weg versperrt. Hong Han-Min drehte sich schnell mit dem Speer mit den Silberketten. Fei-Dao dachte, „man muß wirklich zwanzig Jahre ein Krieger sein, um diese Technik zu lernen!


    Er machte eine so schnelle Bewegung. Fei-Dao spürte den Luftzug, als die Silberketten des Speers seinen Hals verfehlte. Beim zweiten Versuch hob Fei-Dao einfach seinen Becher und blockte damit die Speerspitze. Der Becher nicht zerbrach, Fei-Dao lächelte, „wenn mich wieder Leute überreden wollen mit dem trinken aufzuhören, werde ich ihnen erzählen, daß ein Weinbecher mir einmal das Leben gerettet hat! Wenn du nicht mehr kämpfen willst, nehme die Golden Thread Vest ab und bezahle damit die zwei Becher Wein!“


    Hong Han-Min fragte, „du willst sie wirklich haben?“


    Fei-Dao erwiderte, „sie interessiert mich nicht wirklich! Aber du hast mir gezeigt wie gut du bist, als du sie vor meinen Augen gestohlen hast! Doch du hättest nie erzählen sollen, daß ich es getan habe, da ich es nicht mag, wenn man mich zu Unrecht beschuldigt!“


    Hong Han-Min gab zu, „ja, ich habe das Paket gestohlen!“


    Fei-Dao fragte, „die Golden Thread Vest kann ein Schatz zum Schutz sein! Aber warum brauchst du sie? Du hättest mich mit einem Schlag töten können! Warum hast du also deine Zeit dafür verschwendet? Dies ist nicht etwas, daß du haben solltest! Wenn du sie mir gibt, kannst du vielleicht noch einige wenige Jahre leben!“


    Hong Han-Min antwortete, „ich weiß, daß es meiner unwürdig ist, aber ich habe sie nicht für mich gestohlen!“


    Fei-Dao entgegnet, „so hast du sie für jemand anderen gestohlen? Wer ist es? Ich habe viele Möglichkeiten jemanden dazu zu bringen mir die Wahrheit zu erzählen, aber ich mag sie nicht! Ich hoffe ehrlich, daß ich sie nicht an dir benutzen muß! Also erzähle am besten alles von Anfang an!“


    Hong Han-Min seufzte als er sprach, „ich werde es dir erzählen! Hast du schon von Dai Wu von dem Super Thief gehört? Er ist ein Niemand! Deshalb glaube ich nicht, daß du schon von ihm gehört hast!“


    Fei-Dao meinte lachend, „ich kenne ihn nicht nur, er ist auch ein Bekannter! Seine Schnelligkeit und sein Kung-Fu sind beide ganze gut! Außerdem ist er ein großer Trinker!“


    Hong Han-Min fuhr fort, „er hat die Golden Thread Vest von irgendwo gestohlen!“


    Fei-Dao runzelte die Stirn, „wirklich? Und wie bekamst du sie am Ende?“


    Hong Han-Min erklärte, „er und Zu Ge-Lei waren Freunde! Wir trafen uns und tranken zusammen! Als er wirklich betrunken war, zog er die Weste aus und zeigte sie! Zu Ge-Lei wurde neidisch und...“


    Fei-Daos weiche Gesichtszüge wieder hart, als er Hong Han-Min unterbrach, „wie können Menschen nur so beschämend handeln! Woher hast du den Mut mir dies zu sagen?“


    Diesmal wurde Hong Han-Mins Gesichts rot, als er sich herauszuredete, „Dai Wu wußte, daß die Golden Thread Vest etwas war, das alle Krieger dieser Welt wollten! Er hätte sich nicht betrinken sollen!“


    Fei-Dao entgegnete wieder mit harter Stimme, „es war nicht, daß er sich nicht hätte betrinken sollen, sondern daß er sich nicht mit falschen Freunden hätte betrinken sollen! Die Golden Thread Vest ist eine der drei Schätze der Kriegswelt! Ist aber nicht von wirklichem Nutzen! Außer daß zwei großartige Kung-Fu Kämpfer darum kämpfen, hat sie wenig Nutzen! Nur ein gewöhnlicher Mensch würde vielleicht dafür sterben! Ich kann also nicht sehen, was Menschen daran so besonderes finden! Da ist noch etwas anders, nicht wahr?“


    Hong Han-Min gestand, „ja, es war ein Geheimnis! Auch wenn es jetzt wohl nicht mehr länger ein Geheimnis ist!“

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  • Der Wirt trat mit zwei Krügen Wein ein und sagte lächelnd, „dies ist der beste Wein, extra für Tanhua! Du solltest einen Becher davon trinken bevor du weitermachst!“


    Auf Fei-Daos Gesicht erschien ein verbittertes Lächeln, „wenn du willst, daß ich öfter hierher komme, dann spreche mich nie mehr mit dem Titel an; denn jedes Mal, wenn ich den Titel höre, vergeht mir das trinken!“


    Fei-Dao goß sich einen Becher Wein ein und trank. Der Wein schmeckte wirklich köstlich, doch dann wurde Fei-Dao Gesicht wieder bleich und mußte wieder husten. Während der alte Mann sich setzte und erwiderte, „Husten ist schlecht für die Gesundheit! Aber der Wein ist das beste Heilmittel gegen den Husten! Wenn du ihn trinkst, verspreche ich dir, daß dein Husten aufhören wird!“


    Fei-Dao antwortete lachend, „wenn Wein den Husten heilen könnte, wäre dies die perfekte Medizin! Warum schenkst du dir nicht auch einen Becher Wein ein?“


    Der alte Mann erklärte, „ich trinke nicht!“


    Fei-Dao fragte, „warum? Weil Menschen die Knödel verkaufen lieber tou als Knödel essen? Trinkst du deshalb lieber Wasser, weil du Wein verkaufst?“


    Der alte Mann entgegnete, „gewöhnlich trinke ich ein oder zwei Becher Wein, aber dieser hier ist ein besonderer Wein!“ Fei-Dao sah für einen kurzen Augenblick das verräterische Blitzen in den Augen des alten Mannes. Als dieser auf den Dolch in Fei-Daos Hand blickte. Doch Fei-Dao tat, als würde er dies nicht bemerken, „warum?“


    Der alte Mann entgegnete, „würde ich von dem Wein trinken, würde meine letzter Rest an Energie schwinden und ich würde an dem Gift sterben!“


    Auf Hong Han-Mins Gesicht erschien plötzlich ein strahlen, „ich hätte nie gedacht, daß du mir helfen würdest! Ich werde dich später reichlich dafür belohnen!“


    Doch der alte Mann entgegnete mit kalter Stimme, „du mußt mir nicht danken!“


    Hong Han-Min lächelte, „du kannst deine wahe Natur nicht verstecken, Alter! Ich denke, du willst auch die Golden Thread Vest!“


    Noch während er sprach, warf er den Speer mit den Silberketten. Der alte Mann sprang schnell auf, drehte seine linke Hand und hielt den Speer auf, „denkst du, du bist gut genug, um gegen mich zu kämpfen?“


    Jede Spur von dem ängstlichen, alten Mann war plötzlich verschwunden. Hong Han-Min sah den alten Mann seltsam an, als würde er sich plötzlich an jemand erinnern und flehte, „bitte verschone mein Leben, Alter! Ich wußte nicht!“


    Doch dafür war es zu spät. Die rechte Faust des alten Mannes traf Hong Han-Min. Er flog durch die Luft während sein Speer zerbrach und das Blut seiner Leiche spritze an der Wand hoch. Die Wucht des Schlags war unglaublich. Fei-Dao schüttelte den Kopf und seufzte, „ich habe dir gesagt, wenn du die Golden Thread Vest behältst wirst du schneller sterben!“ Fei-Dao sah plötzlich wieder den alten Mann, welcher den Teil des zerbrochenen Speers auf den Boden fallen ließ und zu Hong Han-Mins Leiche sah. Fei-Dao stellte fest, „du hast seit zwanzig Jahren nicht mehr getötet, habe ich recht? Denkst du, daß es sich lohnt dafür zu töten?“


    Der alte Mann wandte sich Fei-Dao zu, „ich habe trotzdem nicht vergessen, wie man tötet! Und vor zwanzig Jahren hatte ich keinen Grund zu töten!“


    Doch Fei-Dao sagte, „es sind aber zwanzig Jahre vergangen! Sich zwanzig Jahre zu verstecken ist nicht leicht! Ist es dies wert deine wahre Identität aufzugeben?“


    Der alte Mann fragte, „dann weißt du, wer ich bin?“


    Fei-Dao erklärte lachend, „du solltest nicht vergessen, daß Sun Kui vor zwanzig Jahren ein sehr berühmter Mann war! Er hatte sogar die Nerven mit der Ehefrau von dem Oberhaupt der Southern 72 Docks durchzubrennen! Ich bewundere diese Art von Mut!“


    Der alte Mann fragte, „wie kannst du in deinem Zustand immer noch solches Zeug reden?“


    Doch Fei-Dao schüttelte den Kopf, „glaube bitte nicht, daß ich mich lustig machen will! Ein Mann, der für die Frau die er liebt, bereit ist sein eigenes Leben, Ruhm und alles zu riskieren, diese Art von Mann, welche man als einen wirklichen Mann betrachtet! Aber jetzt bin ich enttäuscht, weil ich glaube, daß du ein hinterhältiger Mann bist! Du versuchst mich lieber zu vergiften anstatt mich zu einem Kampf herauszufordern!“


    Bevor Sun Kui antworten konnte, meinte eine andere Person lachend, „du solltest es ihm nicht übel nehmen! Wenn es um Gifttechniken geht, ist er einfach schrecklich!“


    Es war die Stimme einer Frau. Auch Fei-Dao lachte plötzlich „du hast recht! Ich hätte schon früher merken sollen, daß dahinter Qiang Wei steckt! Ich sollte zufrieden sein, daß ich durch die Hand der berühmten Schönheit vor zwanzig Jahren sterben werde!“


    Die Frau lachte wieder, „deine Worte sind zu süß! Hätte ich dich vor zwanzig Jahren kennengelernt, wäre ich nicht mit ihm weggelaufen!“ Als sie plötzlich lachend eintrat, erkannte Fei-Dao, daß sie nach zwanzig Jahren nicht alt aussah. Doch war sie dick geworden und ganz bestimmt keine Schönheit mehr. Während Fei-Dao sie noch ungläubig betrachtete, seufzte Qiang Wei, „wie höflich du doch bist, Tanhua! Kein Wunder daß du so berühmt bist! Ich habe in den zwanzig Jahren noch keinen solch bezaubernden Mann kennengelernt! Aber zwanzig Jahre zuvor, hatte ich ein gutes Leben! Zu dieser Zeit kamen viele junge Helden, die darum baten mich zu sehen! Wenn ich sie nur anschaute und einige Worte sagte fühlten sie sich wie im Himmel! Wenn du mir nicht glaubst, dann frage ihn!“ Sun Kui schwieg bedrückt. Fei-Dao hatte plötzlich Mitleid mit ihm, da er plötzlich sah, daß es Sun Kui in den letzten zwanzig Jahren nicht gut gegangen war. Qiang Wei seufzte wieder, „die letzten zwanzig Jahre waren schwer für mich! Ich konnte mich nur in meinem kleinen Zimmer verstecken, da ich Angst hatte es zu verlassen! Ich bereue es wirklich mit diesem Idiot weggelaufen zu sein!“


    Sun Kui nahm einen tiefen Atemzug und schrie, „wer sollte es nicht bereuen? Wer ist hier kein Schildkrötenei?“


    Qiang Wei schrie zurück, „was sagst du? Sag das noch einmal! Ich gab mein sorgloses Leben auf, um in diesem Dreckstall zu leben! Zu der Zeit hast du meine Schönheit ruiniert und du wagst es mir zu sagen, daß du es bereust! Tanhua, hast du nicht gesagt, daß der Kerl kein Herz hat! Wenn ich zu der Zeit gewußt hätte, wen ich töten soll, hätte ich es nicht getan!“


    Fei-Dao sagte lächelnd, „gute Dinge sterben nicht, sonst würde ich dieses Leben bereuen!“


    Qiang Wei lächelte wieder und fragte, „du kannst mich wirklich so sehen?“


    Fei-Dao erwiderte, „natürlich! Wo sonst könnte man soviel Schönheit unter Fett sehen?“ Qiang Wei Gesicht wurde erst rot, denn schlohweiß, während Sun Kui ein Lachen nicht zurückhalten konnte. Als Fei-Dao an Sun Kui gewandt fortfuhr, „eigentlich braucht die Herrin die Golden Thread Vest nicht! Denn selbst wenn ich sie halbieren würde, würde sie ihr immer noch nicht passen!“


    Qiang Wei zischte, „ich glaube, ich lasse dich lieber langsam sterben!“


    Sie zog eine dünne Nadel aus ihrem Haar, während Fei-Dao dasaß, ohne sich auch nur zu rühren. Sun Kui sagte, „da wir jetzt die Golden Thread Vest haben, sollten wir uns um das Geschäft kümmern! Warum uns um ihn kümmern?“


    Qiang Wei meinte, „du hast nicht das Recht dich in meine Angelegenheiten zu mischen!“


    Fei-Dao konnte sich wirklich nicht bewegen, sondern sie nur anstarren. Sun Kui trat die Nadel die Fei-Daos Auge treffen weg an die Decke. Als sie herunterfiel traf sie Qiang Wei, die sofort fast tot war. Fei-Dao war so überrascht, daß er Sun Kui fragte, „hast du sie wegen mir getötet?“


    Doch Sun Kui erwiderte wütend, „in diesen zwanzig Jahren hatte ich genug von ihrem Temperament, so daß ich fast verrückt geworden wäre! Wenn ich sie jetzt nicht getötet hätte, hätte ich es vielleicht in einem halben Jahr getan, aber ich hätte es auf jeden Fall getan!“


    Fei-Dao sah Sun Kui verwirrt an, „aber das war doch was sie wollten, oder? Vergiß nicht, vor zwanzig Jahren...“


    Sun Kui unterbrach Fei-Dao, „glaubst du wirklich, ich war der Einzige, den sie verführt hatte? Als ich sie kennenlernte, wußte ich nicht, daß sie Yang Hu Das Ehefrau war! Dies war der Grund, warum ich gezwungen war sie mit mir zu nehmen! Da Yang Hu Da zu der Zeit bereits zwanzig Kung-Fu Kämpfer ausgesandt hatte, mußte ich mit ihr fort!“


    Fei-Dao flüsterte traurig, „wenigstens liebte sie dich! Warum sonst hätte sie dies tun sollen?“


    Sun Kui lachte, „liebte mich? Erst danach erfuhr ich, daß sie mich nur benutzt hatte! Es war als ihr Mann das Haus verließ, um in sein Geschäft zu gehen, als sie auf einen Einbrecher stieß und sie bekam ein Kind von ihm! Sie hatte Angst, daß sie nicht in der Lage war ihrem Mann dies zu erklären! So nahm sie ein wenig Geld und rannte weg! Wer hätte gedachte, daß derjenige, der die Juwelen aus dem Haus stahl sie verlassen würde? Sie bekam weder den Mann noch die Juwelen, aber zum Glück mich!“


    Fei-Dao meinte, „wenn du das alles gewußt hast, warum hast du dich dann bereit erklärt?“


    Sun Kui lachte wieder, „ich fand es erst heraus, als sie betrunken war und da war es schon zu spät!“


    Fei-Dao fragte, „und was ist mit dem Kind?“ Sun Kui schwieg und Fei-Dao fragte, „als du dies erfahren hattest, hättest du sie töten können! Warum hast du gewartet?“ Als Sun Kui immer noch schwieg, meinte Fei-Dao, „ich bin dabei zu sterben, warum also erzählst du es mir nicht?“


    Sun Kui schwieg noch einen Augenblick, dann erwiderte er, „die einzige gute Sache, ein Lokal zu haben ist, daß man in der Lage ist, viele interessante Dinge zu erfahren! Weißt du, was zur Zeit interessant ist?“


    Fei-Dao antwortete, „ich habe kein Lokal!“

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  • Sun Kui senkte die Stimme als er sprach, „du weißt es nicht! Genauso wie vor dreißig Jahren ist der Plum Flower Bandit wieder aufgetaucht! Als der Plum Flower Bandit in der kriegerischen Welt herrschte, warst du noch klein! So kennst du vielleicht seine Macht nicht, aber ich kann dir sagen, keiner der Krieger weiß, wer es ist? Sogar nicht das Oberhaupt der Cang De Sekte, mit dem besten Schwert in dieser Welt hatte! Wen Wu Tian starb zu dieser Zeit durch seine Hände! Diese Person bewegt sich beständig und im geheimen! Wen Wu Tian hatte eine Nachricht geschickt, ihn zu töten! Am zweiten Tag war er tot! In seiner Brust waren fünfzig Stiche in der Form einer Pflaumenblüte! Jeder Stich so klein wie ein Nadelstich! Jeder weiß, daß es das Zeichen des Plum Flower Bandit ist! Aber keiner kennt die Art, wie er die versteckte Waffen benutzt, weil keiner der gegen ihn kämpfte überlebte! Das einzige, was man weiß, ist, daß es ein Mann ist!“


    Fei-Dao fragte, „woher weiß man, daß es ein Mann ist?“


    Sun Kui erzählte weiter, „weil er nicht an Geld oder Wertgegenständen interessiert ist! Also ist er ein Vergewaltiger! Jeder in dieser kriegerischen Welt, ob gut oder böse, haßt seinen Mut! Jedes Mal, wenn jemand sagt, er wird ihn töten ist er nach spätestens drei Tagen tot und immer befindet sich das Zeichen auf seiner Brust!“


    Fei-Dao fragte, „dann befindet sich bei jedem, der durch seine Hände stirbt, daß Zeichen auf seiner Brust?“


    Sun Kui antwortete, „ja! Die Brust ist die beste Stelle zur Verteidigung eines Menschen! Darum greift der Plum Flower Bandit immer dort an! Als ob niemand seine Macht kennen würde!“


    Nun lachte Fei-Dao, „deshalb denkst du also, wenn du diese Weste trägst, kannst du den Plum Flower Bandit fangen! Und wenn du ihn fängst, kannst du dadurch wieder berühmt werden! Jeder wäre dir dankbar und niemand würde sich mehr um deine Vergangenheit kümmern!“


    Sun Kui erwiderte, „jeder weiß, wenn man den ersten Schlag gegen die Brust vermeiden kann, den Kampf gewinnen kann! Da er nie seinen ersten Schlag verfehlt, braucht er sich keine Gedanken über die nächsten Schläge machen und das macht ihn verwundbar!“


    Fei-Dao meinte, „das klingt logisch!“


    Sun Kui lachte, „wenn es keinen Sinn machen würde, dann wäre die Golden Thread Vest für niemanden von Bedeutung?“


    Fei-Dao sah Sun Kui an und fragte, „du lebst hier seit zwanzig Jahren ein ruhiges Leben, warum willst du wieder in die Welt der Krieger zurück?“


    Sun Kui meinte, „was willst du hören? Wenn ich Plum Flower Bandit töten kann, bekomme ich nicht nur Ruhm, sondern auch andere große Dinge!“


    Fei-Dao fragte, „was denn?“


    Sun Kui antwortete, „nachdem Plum Flower vor dreißig Jahren verschwand, dachten alle, er wäre für immer weg! Wer hätte gedacht, daß er eines Tages zurückkommt! In acht Monaten gab es weiteren achtzig Fällen! Sogar die Tochter des Oberhaupt der Hua Shan Sekte!“


    Fei-Dao erwiderte, „die Person müßte jetzt siebzig sein! Ich hätte nicht gedacht, daß er noch an Mädchen interessiert hätte!“


    Sun Kui sagte, „nachdem er wieder erschien wurde jeder, der etwas von wert hatte, auch ein schönes Mädchen, unruhig! Darum gaben mehr als neunzig Haushalte bekannt, daß jeder der Plum Flower Bandit töten würde, auch einen Teil ihres Vermögens erhalten würde! Von solch einer Summe kann man nur träumen!“


    Fei-Dao meinte, „das bedeutet, daß es kein Geheimnis mehr ist!“


    Sun Kui nickte und fuhr fort, „zudem sagte die schönste Frau in dieser kriegerischen Welt, daß sie denjenigen heiraten würde, der Plum Flower Bandit fangen würde!“


    Fei-Dao seufzte, „Geld und Frauen berühren sicher die Herzen der Männer! Kein Wunder, daß du dein Leben für dieses Schlamassel aufgeben willst und auch die eigene Frau ermordest! Scheint als wäre es nun an mir zu sterben!“


    Sun Kui entgegnete, „du sprichst mir aus dem Herzen! Ich fühle, daß du nicht sterben solltest, aber ich muß dich töten!“


    Fei-Dao lachte, „du sprichst mir aus dem Herzen! Denkst du wirklich, daß du mich töten kannst?“


    Sun Kui hatte sich bereits bewegt, hielt bei den Worten jedoch plötzlich mitten in der Bewegung an und sah Fei-Dao mit einem Lächeln an, „für einen Mann wie dich, der noch heute lebt, sieht es so aus, als würde er nicht so leicht sterben! doch jetzt...“


    Plötzlich erklang von draußen ein Geräusch. Eine Person fing an zu lachen, „du sprichst mir aus dem Herzen! Sieht er aus, als wäre er vergiftet worden!“


    Sun Kui sah erschrocken aus, als er die Person in der grünen Kleidung sah. Sein Gesicht war blaß und farblos, so daß man nicht erkennen konnte, ob er eine Maske trug oder nicht. Er legte seine Hand auf den Rücken, als er fortfuhr, „wenn jemand Wein vergiftet, dann muß die Person wirklich in der Lage sein, einige dumme Dinge zu tun, meinst du nicht?“


    Der Satz war an Fei-Dao gerichtet. Fei-Dao bemerkte nun, daß die Augen der Person im Gegensatz zu seinem Gesicht klar waren. Fei-Dao sah ihm in die Augen und lächelte, „beim wetten um Geld betrügen bei einem Spieler! Wein vergiften bei einem Trinker! Einer Frau sagen, daß sie schön ist! Vor seiner eigenen Frau, unwichtig! Wer eines der Dinge tut wird es sein Leben lang bereuen!“


    Der Mann mit der grünen Kleidung erwiderte kalt, „es scheint, daß diese Menschen ihre Entscheidung erst bereuen, wenn es schon zu spät ist!“


    Sun Kui starrte sie beide an, dann eilte er zu dem Weinkrug, Fei-Dao lächelte, „kümmere dich nicht darum! Daß Gift ist in dem Wein! Das Gift in dem Wein ist, werden andere nicht wissen! Aber bei einem Trinker wie mir, wird der Geruch das Gift verraten! Ganz gut, daß ich soviel trinke! Jene die nicht trinken, würden es nie merken!“


    Sun Kui sagte, „aber ich sah, wie du den Wein getrunken hast!“


    Fei-Dao erklärte, „ich habe den Wein getrunken, aber alles wieder heraus gehustet!“


    Sun Kui fing an zu zittern und der Weinkrug fiel zu Boden. Der Mann in der grünen Kleidung meinte, „sieht so als, als würde es seine Entscheidung schon bereuen, aber jetzt ist es zu spät!“


    Sun Kui griff den Mann in der grünen Kleidung mit drei schnellen Faustschlägen an. In den zwanzig Jahren war sein Kung-Fu weder schlechter noch besser geworden. Er hatte immer noch unglaublich viel Kraft und Schnelligkeit. Man konnte erkennen, daß er leicht jemand den Schädel einschlagen konnte. Es schien, daß der Mann in der grünen Kleidung weder die Zeit sich zu verteidigen noch auszuweichen hatte. Keiner hatte damit gerechnet, daß er anstatt auszuweichen oder zu blocken, nur die Hand hinter seinem Rücken hob. Sun Kui Faust erreicht nicht das Hemd des Mannes. Stattdessen schlug die Person Sun Kui mit der Handfläche ins Gesicht. Es sah nicht nach einen festen Schlag aus, dennoch rollte sich Sun Kui plötzlich vor Schmerzen schreiend auf dem Boden. Als Sun Kui wieder aufstand war sein Gesicht, wo ihn die Handfläche getroffen hatte schon dunkelrot verfärbt und ein Auge zugeschwollen. Während die andere Seite von seinem Gesicht ungewöhnlich normal aussah. Der Mann sagte, „sie sprechen mir aus dem Herzen! Ich fühle, daß du nicht sterben solltest! Ich habe nicht die Absicht dich zu töten, aber meine Hand...“


    Der Mann hatte die Hand gehoben und man sah den grünen Eisenhandschuh. Su Kuis Gesicht zeigte, daß er die Hoffnung aufgegeben hatte, als er mit schwacher Stimme sagte, „was habe ich getan? Daß ich dies verdiene? Warum muß ich auf Green Devil Hand treffen? Li Tanhua, du bist ein guter Mensch, ich bitte dich mich zu töten!“ Fei-Dao saß einen Augenblick reglos da und sah den Mann mit der grünen Hand an. Dann trat er zerbrochenen Speer zu Sun Kui. Sun Kui fing den zerbrochenen Speer auf und wandte sich an Fei-Dao, „danke, ich werde dir deine Dankbarkeit auch im Tod nie vergessen!“


    Dann stieß Sun Kui sich den Speer mit aller Kraft in die Kehle. Blut ergoß sich, noch während er starb. Fei-Dao sah auf, "es gibt nur sieben wirklich gefährliche Gift in dieser kriegerischen Welt! Die giftigste ist die von Green Devil Hand! Es scheint so, als wenn es kein Witz wäre!“


    Der Mann sah auf seine Hand, „jemand anderer sagte, daß die Menschen, die mit der Hand geschlagen wurden, lieber sterben würden, als die Schmerzen zu ertragen! Es scheint als wäre dies nicht übertrieben!“


    Fei-Dao sah den Mann ins Gesicht, „aber du bist nicht Green Devil Yi Ku!“


    Der Mann fragte, „woher weißt du das? Kennst du ihn?“


    Fei-Dao sagte, „ja!“


    Der Mann in der grünen Kleidung lachte, „ich wollte mich nicht für ihn ausgeben, ich bin nur...“

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  • Fei-Dao unterbrach ihn, „Yi Ku hatte keine Schüler!“


    Der Mann erwiderte, „wer behauptete ich wäre sein Schüler? Er ist es nicht einmal wert mein Schüler zu sein!“


    Fei-Dao fragte, „wirklich?“


    Der Mann erwiderte, „du denkst ich bin kindisch!“


    Fei-Dao sagte, „ich bin nicht an deiner Vergangenheit interessiert!“


    Der Mann sah wie Fei-Dao mit dem Dolch spielen, „was interessiert dich dann? Die Golden Thread Vest? Jeder sagt, daß dein Dolch sein Ziel nie verfehlt! Ist das nicht etwas übertrieben?“


    Fei-Dao erwiderte, „eine Menge Menschen bezweifeln die Behauptung, nun sind sie tot!“


    Der Mann entgegnete, „um ehrlich zu sein, ich möchte es auch versuchen!"


    Fei-Dao sagte, „ich glaube nicht, daß du es versuchen willst!“


    Doch der Mann fragte plötzlich, „die tote Person trägt die Weste, habe ich ich recht? Und wenn ich zu ihm gehe, dann...“


    Fei-Dao beendete den Satz, „...dann fürchte ich, bist du auch ein toter Mann!“


    Der Mann lachte, „ich habe keine Angst vor dir! Aber ich habe nicht die Angewohnheit zu spielen und ich mag auch keine Gefahr!“


    Fei-Dao meinte, „das sind gute Angewohnheiten!“


    Der Mann fuhr fort, „aber es gibt einen Weg dir die Golden Thread Vest zu geben! Du wirst wissen, daß die Green Devil Hand ein seltenes Metall ist, daß mit über hundert Giften gemischt wurde und man brauchte sieben Jahre, um sie zu schmieden! Man kann sagen, daß sie die wirksamste Waffe in der Welt der Krieger ist!“


    Fei-Dao entgegnete, „in der Liste von Bai Xiao-Sheng ist die Green Devil Hand auf Platz neun! Ich kann verstehen, daß sie so wertvoll ist!“


    Der Mann fragte, „wenn ich dir den Handschuh gebe, bekomme ich dann die Golden Thread Vest!“


    Fei-Dao erklärte nachdenklich, „meine Dolche wurden in sechs Stunden geschmiedet, doch auf Bai Xiao-Shengs Liste stehen sie auf Platz drei!“


    Der Mann erwiderte, „du willst damit sagen, das nicht die Waffe wichtig ist, sondern derjenige der die Waffe benutzt?“


    Fei-Dao sagte, „du bist klug!“


    Der Mann entgegnete, „so kommen wir zu keinen Tausch!“


    Fei-Dao erwiderte, „wenn ich die Waffe wollte, hätte ich sie schon!“


    Der Mann dachte nach, dann holte er ein Tuch hervor, wickelte es aus, „dies ist ein passendes Schwert für einen Helden! Es ist das Intestine Sword! Es gibt kein zweites wie dieses hier auf der Welt, oder?“


    Fei-Dao fragte nur, „bist du ein Schüler von Hidden Dragon von dem Hidden Sword Palace?“


    Als der Mann sagte, „nein!“


    Fei-Dao fragte, „und woher hast du dann das Schwert?“


    Der Mann sagte, „der alte Knacker ist tot, sein Sohn Du Long-Sheng gab es mir!“


    Fei-Dao erwiderte, „daß Schwert ist unglaublich wertvoll! Der Hidden Sword Palace ist nur wegen dem Schwert so berühmt! Als das Schwert vor einigen Jahren gestohlen wurden setzten sie alles daran es wieder zu bekommen! Wieso gab Long-Sheng es so einfach her?“


    Der Mann erwiderte, „vergiß das Schwert! Sogar wenn ich ihn um deinen Kopf bitten würde, würde er ihn mir auf einem Silbertablett überreichen, glaub mir?“


    Fei-Dao sagte, „daß Schwert ist weit mehr wert als die Golden Thread Vest! Warum willst du es dafür tauschen!“


    Der Mann meinte, „ich habe die seltsame Angewohnheit, das je schwerer es ist etwas zu bekommen, um so mehr möchte ich es!“


    Fei-Dao lächelte, „die Angewohnheit habe ich auch!“


    Der Mann fragte, „also machen wir den Tausch?“


    Fei-Dao antwortete, „nein!“


    Der Mann fragte, „warum willst du die Golden Thread Vest unbedingt?“


    Doch Fei-Dao erwiderte, „das ist nicht deine Angelegenheit!“


    Der Mann lachte, „ich habe gehört, Li Tanhua interessiert sich weder für Ruhm noch für Glück! Vor elf Jahren gabst du deinen Ruhm und deinen ganzen Reichtum auf und gingst weg! Ich hätte nie gedachte, daß solch ein Mann an der Golden Thread Vest interessiert wäre!“


    Bei diesen Worten wurde Fei-Dao blaß, „meine Gründe sind wahrscheinlich die gleichen wie deine!“


    Der Mann fragte, „meinst du, du willst die schönste Frau der Welt?“


    Fei-Dao wich aus, „vielleicht!“


    Der Mann lachte, „ich habe schon vor langer Zeit gehört, daß du weder Frauen noch Wein ablehnst!“


    Doch diesmal entgegnete Fei-Dao „nur, leider bist du keine unglaubliche Schönheit!“


    Diesmal lächelte der Mann, „woher willst du wissen, daß ich es nicht bin?“ Die Stimme hatte plötzlich einen erotischen Klang, während er den Handschuh auszog. Fei-Dao wunderte sich, wie schön die Hände waren. Er hatte in seinem Leben viele Schönheiten gehabt, schon bevor er sich für die Dolche und den Wein entschied. Trotzdem gab es bei allen ein Problem. Auch die Frau seiner Träume hatte schöne Hände und wenn die Hände vor ihm vollkommen perfekt waren; dennoch waren es doch nicht Shi-Yins Hände. Der Mann fragte, „meinst du nicht, daß meine Hände schöner sind, als die Green Devil Hand?“


    Fei-Dao fand plötzlich auch die Stimme sehr erregend und erkannte, daß es sich um eine Frau handelte, „jeder Mann würde gerne durch diese Hände sterben! Warum machst dir die Mühe und benutzt dafür die Green Devil Hand!“


    Noch immer lächelte der angebliche Mann, „findest du mein Angebot nun verlockender?“


    Fei-Dao antwortete, „nicht verlockend genug!“


    Der angebliche Mann drehte sich leicht zur Seite, als er sein Oberteil fallen ließ und stellte fest, „Männer sind immer so gierig! Besonders machtvolle Männer! Je machtvoller sie sind, desto gieriger sind sie!“


    Fei-Dao goß sich Wein aus dem Krug der nicht vergiftet war ein, „man braucht Wein, um eine Schönheit zu betrachten!“


    Der angebliche ann fragte, „du denkst nicht, daß das genug ist, oder?“


    Fei-Dao erwiderte, „Männer sind ziemlich gierig!“


    Ihr Körper war so schön, daß sich Männer dabei fühlen mußten, daß sie ihn nicht wert waren. Ihre zierlichen Füße konnten das Herz eines Mannes höher schlagen lassen und jeder Mann wäre bereit für sie zu sterben. Als sie schließlich wieder fragte, „ist dies genug?“


    Fei-Dao nahm einen Schluck Wein, „wenn ich jetzt sagen würde, es ist genug, wäre ich ein Idiot!“


    Sie fuhr fort den Rest ihrer Kleidung auszuziehen. Keiner würde glauben, daß es solch eine Schönheit gab und sie war bereit Fei-Dao alles davon zu zeigen. Nur die Maske behielt sie auf ihrem Gesicht, „das sollte doch genug sein!“


    Doch Fei-Dao entgegnete, „nicht ganz! Noch ein wenig mehr!“


    Sie erwiderte, „du solltest wissen, wann man zufrieden sein sollte!“


    Fei-Dao lächelte, „wenn man sich zu leicht zufrieden gibt, verpaßt man oft eine Menge schöne Dinge!“


    Sie fragte, „warum willst du mein Gesicht sehen? Warum dies nicht der Phantasie überlassen? Dies kann doch viel interessanter sein!“


    Fei-Dao sagte, „weil ich weiß, daß viele Frauen mit einem hübschen Körper ein häßliches Gesicht haben!“


    Sie seufzte, „du denkst, ich wäre häßlich? Was scheint, als würdest du nie aufgeben! Aber ich denke, du solltest mein Gesicht nicht sehen! Sobald ich im Austausch dafür die Golden Thread Vest habe, werde ich dich sofort verlassen und du wirst mich nie mehr wieder sehen! Ich gebe dir deinen Moment der Befriedigung! Dies ist ein gerechter Handel! Doch wenn du mein Gesicht siehst, wirst du es nie mehr vergessen und ich möchte dich auch nicht wieder sehen! So kannst du dann nur von mir träumen, das wäre nur frustrierend für dich!“


    Fei-Dao lächelte, „das klingt logisch, aber du bist dir zu sicher!“


    Sie fragte, „warum sollte ich mir nicht sicher sein?“


    Fei-Dao antwortete, „vielleicht will ich den Tausch nicht!“


    Sie nahm schließlich die Maske ab, „wollen wir jetzt den Tausch machen?“


    Außer einem Körper dem kein Mann der Welt widerstehen konnte, war ihr Gesicht genauso vollkommen. Fei-Dao seufzte, „kein Wunder, daß Yi Ku dir Green Devil Hand und Long-Sheng dir ihren Familienschatz gab! Jetzt glaube ich dir!“

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  • Sie stand schweigend da, dafür ließ sie ihren Körper sprechen und wartete. Doch Fei-Dao stand nicht auf. Stattdessen goß er sich noch einen Becher Wein ein und antwortete, „danke, meine Augen waren schon seit langer Zeit nicht mehr so befriedigt!“


    Sie biß sich auf die Lippen, „ich hätte nicht gedacht, daß ein Mann wie du Wein braucht, um sich Mut anzutrinken!“


    Fei-Dao meinte, „ich weiß, das schöne Frauen wie du nur schwer zu befriedigen sind!“


    Plötzlich schlang sie ihre Arme um Fei-Daos Hals. Der Becher mit Wein fiel den Boden und zerbrach. Fei-Dao legte eine Hand auf ihren Rücken, doch die andere Hand griff nach dem Dolch. Der Frau war dies nicht entgangen, "wenn ein Mann so etwas tut, sollte er dies nicht mit einem Dolch in der Hand tun!“


    Fei-Dao entgegnete, „wenn ein Mann eine Waffe in der Hand hat, solltest du nicht in seinen Armen liegen!“


    Die Frau lachte, „du meinst, du könntest für mich damit töten?“


    Auch Fei-Dao lachte, „ein Mädchen sollte weder arrogant sein noch sollte sie ihre Kleider ausziehen, um einen Mann zu verführen! Stattdessen sollte sie ihre Kleider anbehalten und warten bis der Mann sie verführt! Ansonsten kann man keinen Mann verführen!“ Er hob den Dolch an ihre Kehle bis sie ein wenig blutete, als sie ihn entsetzt ansah. Fei-Dao, das Messer immer noch an ihrem Hals haltend lachte, „bist du dir nun immer noch deiner selbst so sicher und denkst, es wäre unmöglich, daß ich dich töte? Ich hoffe du verstehst nun einige Dinge! Erstens, Männer mögen es nicht passiv zu sein! Zweitens, du bist nicht so hübsch wie du denkst!“


    Schließlich meinte die Frau, „ich gebe auf! Nimm den Dolch weg!“


    Doch Fei-Dao rührte sich nicht, „da ist noch eine Sache, die ich wissen möchte! Viele Männer würden alles für dich geben, aus diesem Grund kannst du kein Interesse an dem Schatz haben! Warum also willst du unbedingt die Golden Thread Vest?“


    Die Frau erwiderte, „wie ich dir bereits sagte, je schwerer etwas zu bekommen ist, desto mehr möchte ich es!“


    Fei-Dao fragte nachdenklich, „selbst wenn ich den Dolch von deinen Hals nehme, denkst du du kannst dem Dolch entkommen?“


    Die Frau sprang schnell von ihm weg. Dann lächelte sie, „ich wußte die ganze Zeit, daß du mich nicht töten kannst!“


    Fei-Dao hob den Dolch und stellt ruhig fest, „wenn du nicht weg bist, bis ich den Satz beendet habe, werde ich dich töten, glaube mir!“


    Schnell hob die Frau ihre Kleidung auf und rannte aus dem Zimmer. Während er sie noch schreien hörte, „Li Xun-Huan, du bist kein Mann! Du bist nicht einmal ein Mensch! Kein Wunder lief deine Verlobte mit deinem besten Freund fort! Jetzt weiß ich auch warum!“


    Fei-Dao saß noch lange reglos da. Seine Augen füllten sich mit Tränen. Er hob den Weinkrug und trank Wein. Wieder wurde sein Gesicht blaß und er hob eine Hand an die Brust. Als er diesmal die andere Hand vom Mund nahm, sah er, daß sie mit Blut bedeckt war. Dennoch dachte er, „meine Verlobte? Mein bester Freund, Xiao-Yun? Shi, wie kann ich euch die Schuld geben, wo es doch meine Schuld war! Egal, was andere sagen, ihr habt nichts Unrechtes getan! Ich war es, der die Fehler machte und die Schuld daran habe!


    Die Tür ging auf und ein Mann kam hereingehumpelt, Fei-Dao meinte, „wenn du wegen essen kamst, kamst du zur falschen Zeit oder kamst du auch wegen der Golden Thread Vest?“ Der Mann humpelte auf die Leiche mit der Golden Thread Vest zu, ohne auf Fei-Daos Worte zu achten. Als Fei-Dao, nun wieder mit kalter Stimme, meinte, „der Dolch in meiner Hand ist durchaus in der Lage dich zu töten! Wenn du nicht aufhörst, befürchte ich, wird hier eine weitere Leiche im Raum sein!“


    Der Mann hatte seine Hand auf der Golden Thread Vest und murmelte, „ich kann es nicht glauben! Der Schatz ist in meinen Händen!“


    Als Fei-Dao mit immer noch kälterer Stimme erwiderte, „der Dolch ist immer noch in meiner Hand! Ich befürchte, deine Worte kamen etwas zu früh!“


    Nun endlich wandte sich der Mann um und lachte, „da du den Dolch hast, warum tötest du mich nicht? Lis Dolch verfehlt nie sein Ziel! Du mußt einfach nur deinen Dolch benutzen! Ich habe keine Möglichkeit auszuweichen!“


    Nun lächelte auch Fei-Dao, „ich finde dich interessant! Deshalb kann ich mich nicht entschließen, ob ich dich töten soll!“


    Der Mann meinte, „da du nicht die Wahrheit kennst, werde ich sie dir erzählen! Alle anderen dachten vielleicht, daß du nicht vergiftet wurdest, aber ich weiß, daß du es warst! Außerdem warst du sehr ruhig, so daß du die anderen zum Narren halten konntest! Doch mich kannst du nicht narren, da ich es besser weiß! Daß Gift in dem Wein kann man weder sehen noch schmecken! Selbst wenn deine Nase besser wäre als die von einem Hund, könntest du das Gift nicht riechen!“


    Fei-Dao sah ihn einige Zeit an, „bist du dir in dieser Angelegenheit wirklich so sicher?“


    Der Mann lachte wieder, „natürlich bin ich mir sicher! Weil ich das Gift in den Wein getan habe! Ich kann dir sogar sagen, ob du vergiftet bist oder nicht! Du kannst alle narren, außer mir!“


    Fei-Dao schwieg einige Zeit, dann seufzte er, „es ist noch nicht einmal ein Tag vergangen und doch habe ich schon sechs oder sieben große Ereignisse erlebt! Scheint als wäre heute mein Glückstag!“


    Der Mann antwortete, „du meinst, du willst nicht wissen, durch welche Hand du gestorben bist?“


    Fei-Dao entgegnete, „ich wollte gerade danach fragen!“


    Der Mann sagte, „du hast viele Kenntnisse, du wirst also wissen, wer die Seven Ingenious People unter den Kriegern sind!“


    Fei-Dao erschrak, „die Seven Ingenious People?“


    Der Mann nickte, „richtig! Diese sieben Menschen sind wirklich äußerst tückisch! Ihr Kung-Fu mag zwar nicht erstklassig sein, aber wenn es um Gift, Diebstahl, Intrigen und Lügen geht, haben sie die gleichen erstklassigen Fähigkeiten!“


    Fei-Dao fragte, „dann bist du einer von den Seven Ingenious People?“


    Der Mann entgegnete, „der am meisten verschlagen der Seven Ingenious People ist...“


    Fei-Dao fuhr fort, „...Flower Bee Ingenious Gentleman!“


    Der Mann korrigierte ihn, „fast richtig! Sein vollständiger Name ist Black Heart Ingenious Gentleman! Die Fähigkeiten der Personen sind begrenzt! Er ist ein Feigling! Er hat sogar Angst zu stehlen oder vor Frauen! Aber wenn es um Gift geht, nennen selbst die Five Poison Kids ihn Großvater!“


    Fei-Dao sagte, „du weißt sehr viel über die Person!“


    Der Mann entgegnete, „natürlich, weil ich es bin!“


    Fei-Dao murmelte vor sich hin, „wenn du in der Lage bist eine Frau zu verführen, muß diese Frau schon blind sein!“


    Flower Bee sagte, „du irrst dich wieder! Auch wenn ihre Augen jetzt blind sind, hatte sie sogar sehr hübsche Augen! Aber was erwartest du, wenn man jemand der humpelt jahrelang einsperrt und nur Frikadellen zu essen gibt?“


    Fei-Dao riet, „ich nehme an, dies war das Werk von Sun Kui und Qiang Wei!“


    Flower Bee sah nachdenklich aus. Dann lächelte er, „Sun Kui hat dir zuvor eine Geschichte erzählt! Dann werde ich dir jetzt eine andere erzählen, allerdings ist diese viel interessanter! In dem Jahr hatte ich wirklich Pech! Ich war so hinter den Frauen her in der Zeit, daß ich sogar Big Beards Ehefrau verführte und sogar ein Kind hatte! So lief sie mit mir weg!“


    Fei-Dao fragte entsetzt, „so warst du die Person, die er meinte! Er war der einzige, der für deinen Fehler zahlen mußte!“


    Flower Bee antwortete, „er hat ein wenig gelogen! Ich habe ihre Juwelen nicht gestohlen! Selbst wenn ich es gewollt hätte, hätte ich es nicht gekonnt! Sie war zu schlau für mich! Allerdings wurden wir wirklich von Black Beard verfolgt! Ich bin schon immer ein Feigling gewesen, also habe ich sie überredet, jemanden zu finden, der für die Zeit meinen Platz einnahm! Zuerst zögerte sie, doch dann stimmte sie zu und nahm Sun Kui! Wenn ich sie damals verlassen hätte, wäre alles gut gegangen, aber ich wollte ihre Juwelen nicht aufgeben! So erklärte ich, daß sobald alles sich beruhigt hätte, ich Sun Kui töten würde und wir dann wieder zusammen wären! Ich hatte nicht gedacht, daß sie sich in ihn verlieben würde! Und am Ende brach sie mir den Fuß, weshalb ich auch humple und sperrt mich für fast zwanzig Jahre ein!“


    Fei-Dao fragte, „warum hat sie dich nicht getötet?“


    Flower Bee seufzte, „wenn ich die Gedanken einer Frau kennen würde, wäre ich jetzt nicht in diesen Zustand! Weißt du, ich dachte, ich würde die Herzen einer Frau kennen! Deshalb endete es so! Wenn ein Mann denkt, er würde Frauen verstehen, dann sollte er sich mit den Schwierigkeiten die ihn treffen abfinden! Doch das beste hast du noch nicht gehört! Nachdem ich dich vergiftete, kann keiner mehr deine Flying Daggers mehr benutzen! Du hast nicht mehr länger als sechs Stunde zu leben! Ich habe dich nicht getötet, weil ich wissen wollte, wie es sich anfühlt auf den Tod zu warten!“


    Fei-Dao erwiderte ruhig, „das wäre nicht nötig gewesen, ich habe schon viele Mal auf meinen Tod gewartet!“


    Flower Bee lachte, „aber ich dir versprechen, daß dies das letzte Mal sein wird!“


    Auch Fei-Dao lachte, „wenn daß der Fall ist, außer daß es draußen windig und kalt ist, wie willst du da reisen!“


    Flower Bee entgegnet, „darum brauchst du dich nicht zu kümmern! Ich habe zwar einen kaputten Fuß, aber ich kann immer noch reiten!“


    Fei-Dao antwortete, „in dem Fall wünsche ich dir eine gute Reise! Tut mir leid, daß ich nicht durch die Tür sehen kann!“ Doch noch wahrend Fei-Dao dies sagte, waren die Hufschläge des Pferdes nicht mehr zu hören.

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  • Fei-Dao saß da und roch an dem Wein. Er schloß die Augen und trank den Becher Wein, während er dachte, „es stimmt, er hat wirklich keinen Geruch und Geschmack! Seine Giftfähigkeiten sind wirklich sehr gut, aber auch der Wein ist gut! Da ich an einem Becher Wein ebenso sterben werde wie an einem Krug Wein, also werde ich an einem Krug Wein sterben! Warum nicht gleich alles trinken? Du hättest schon vor langer Zeit tot sein sollen, Li Xun-Huan! Was ist falsch daran zu sterben? Aber ich sollte wirklich nicht in einer Küche voller Leichen sterben!“ Fei-Dao stand auf und schwankte zur Tür. Dann setzte er sich auf ein Feld und nahm die noch nicht fertig geschnitzte Figur heraus, während er dachte, „warum siehst du mich so an, Shi? Ich bin ein hoffnungsloser Vagabund und ein Trinker! Du hast das richtig getan als du Xiao-Yun geheiratet hast! Es war alles nur mein Fehler!“ Fei-Dao versuchte die Figur zu Ende zu schnitzen, doch er hatte keine Kraft mehr. Er konnte nur noch husten und jedes Mal dachte er „Shi!


    Doch Shi-Yin hörte ihn nicht. Dafür hörte ihn ein anderer. Fei-Daos seit zwanzig Jahren treuster Diener Tie Chuan Jia. Als er Fei-Dao sah, dachte er, „warum bist du zurückkehrt an der Ort des Schmerzes, mein Freund? Dieser Ort hat dir nichts als Leid und schlimme Erinnerungen gebracht! Warum willst du wieder dieser Schmerz erfahren?


    Er nahm Fei-Dao auf den Rücken und trug ihn in den Wald. Fei-Dao flüsterte, „wenn du den Mann der hinkt in den nächsten zwei Stunden findest, kann ich vielleicht überleben! Da die Person die das Gift benutzte auch das Gegengift haben muß!“


    Dann verlor Fei-Dao das Bewußtsein. Nach einiger Zeit hörte Tie Chuan Jia ein Geräusch aus der Ferne. Ohne lange zu überlegen wandte er sich in die Richtung. Zuerst sah Tie Chuan Jia das Pferd, dann den toten Flower Bee. In seiner Leiche befanden sich etliche verschiedene Waffen. Zuerst fühlte Tie Chuan Jia Mitleid, doch dann erinnerte er sich wieder an seine Aufgabe. Er hoffte immer noch, daß es sich bei dem Mann nicht um denjenigen handelte den Fei-Dao gemeint hatte. Als er Fei-Dao endlich wieder zu Bewußtsein gebracht hatte, fragte er, „ist dies der Mann?“


    Fei-Dao hauchte ein schwaches „ja!“


    Tie Chuan Jia zog seinen Umhang aus und legte ihn unter einen Baum. Denn legte er Fei-Dao auf den Umhang, „er könnte das Gegengift noch bei sich haben! Ich werde nachsehen!“


    Fei-Dao immer noch schwach, flüsterte, „sei vorsichtig! Berühre nicht die Waffen in seiner Leiche!“


    Tie Chuan Jia dachte, „selbst wenn er im sterben liegt, denkt er immer noch zuerst an andere!


    Nachdem er Flower Bees Leiche durchsucht hatte, stand Tie Chuan Jia wieder auf und schüttelte er den Kopf. Da Fei-Dao nicht sprechen konnte, schloß er müde die Augen und stellte fest, „kein Gegengift! Ich hätte es eigentlich wissen müssen! Nach all den Jahren die er eingesperrt war, konnte er unmöglich das Gegengift bei sich haben! Oder vielleicht auch nicht! Vielleicht wurde er deshalb getötet!“


    Tie Chuan Jia murrte, „leider sind die Waffen mit der er getötet wurde weit verbreitet! Jeder könnte sie benutzt haben! Es stecken soviel Waffen in seiner Leiche, daß es mehr als nur eine Person gewesen sein muß!“ Fei-Daos Atmung wurde langsamer. Plötzlich schlug sich Tie Chuan Jia an den Kopf, „ich weiß, wer ihn getötet hat! Nur eine Person kann ihn getötet haben! Eine Person die in der Lage ist alle dreizehn versteckte, verschiedene Waffen gleichzeitig zu benutzen! Es stecken dreizehn versteckte Waffen in seiner Leiche, eine einzige davon hätte gereicht um ihn zu töten! Solch eine verrückte und boshafte Person gibt es nicht ein zweites Mal auf dieser Welt!“


    Fei-Dao seufzte, „du hast recht! Da gibt es nur eine einzige, Thousand Hands! Sieht so aus, als wäre Flower Bee auch durch die Hand einer Frau gestorben!“


    Tie Chuan Jia fügte hinzu, „keiner sonst kann dreizehn versteckte Waffen gleichzeitig benutzen! Du hast es gleich gewußt!“


    Fei-Dao lächelte verbittert, „was macht es für einen Unterschied? Ob ich es gleich bemerkte oder nicht, Thousand Hand reist im geheimen! Sie ist jetzt schon lange verschwunden! Es gibt keinen Grund ihr zu folgen!“


    Tie Chuan Jia rief, „aber egal wie, wir müssen sie auf jeden Fall finden!“


    Fei-Dao schüttelte den Kopf, „kümmere dich nicht darum! Finde nur etwas Wein und lasse mich betrunken sterben! Ich werde es dir immer danken! Ich bin so müde! Ich will nur noch in Frieden ausruhen!“


    Tie Chuan Jia kniete mit Tränen in den Augen neben Fei-Dao nieder, „ich weiß, daß du müde bist! Du warst in den ganzen Jahren nie glücklich! Trauer und Not machen es keinem leicht reif zu werden! Aber ich werde dich nicht sterben lassen! Sammle alle deine Kraft! Wenn du stirbst, weil du denkst, daß du ein Vagabund und Trinker bist, wird dein Vater selbst im Grab keine Ruhe finden!“


    Fei-Dao schloß wieder seine Augen, als er lächelte, „Vagabund und Trinker ist nicht so schlecht! Zumindest ist es besser, als dieser falsche Gentleman!“


    Tie Chuan Jia flehte, „aber ich kann dich doch nicht sterben lassen! Du solltest den besten Ruf in dieser Welt haben! Keiner kann es mit deiner Güte aufnehmen! Warum quälst du dich? Lohnt es sich nicht für Shi-Yin?“


    Plötzlich öffnete Fei-Dao die Augen und zischte wütend, „schweig! Wie kannst du es wagen ihren Namen auszusprechen!“


    Tie Chuan Jia neigte den Kopf, als er flüsterte, „tut mir leid!“


    Fei-Dao schloß wieder die Augen und spottete, „in Ordnung, wenn du sie findest, werden wir zu ihr gehen! Die Welt ist so groß und ich habe nur noch wenig Zeit! Sollen wir jetzt gehen?“


    Tie Chuan Jia sagte, „möge der Himmel jenen mit verbitterten Herzen helfen! Wir werden sie ganz sicher finden!“


    Tie Chuan Jia stand auf und wollte gerade Fei-Dao auf den Rücken nehmen, als er Blut auf den herabgefallenen Blättern bemerkte. Als er hochsah, sah er an dem Baum wirklich eine Frau. Eine tote Frau. Ein Schwert hatte sie an dem Baum festgenagelt. Sie hatten wirklich die Leiche auf dem Boden bemerkt, aber nicht die an dem Baum. Schnell holte Tie Chuan Jia die Frau von dem Baum. Selbst im Tod war sie noch hübsch. Fei-Dao lachte, „ich glaube, der Himmel hilft uns wirklich!“


    Tie Chuan Jia fragte, „ich hörte, Thousand Hand wäre äußerst boshaft, doch warum sollte die Person die sie getötet hat, ihr danach die Kleider ausziehen?“


    Fei-Dao antwortete, „vielleicht war ihre Kleidung viel wert!“


    Tie Chuan Jia stimmt zu, „du hast recht! Es gibt Gerüchte, daß sie sich um ihre Kleider sorgte! Sie sollen aus Gold und teuren Schmuck gewesen sein!“


    Fei-Dao lachte wieder bitter, „wenn Hirsche keine Geweihe hätten, dann würden sie nicht von Jägern gejagt werden!“


    Tie Chuan Jia sagte, „die Person wollte die Golden Thread Vest! Dennoch nahm sie auch die weniger kostbare Kleidung noch mit! Nur eine Person kann so gierig sein!“


    Fei-Dao stimmte wieder zu, „du hast recht! Ich denke auch, daß es nur eine Person so gierig gibt!“


    Tie Chuan Jia sagte, „Hands in Casket von den Die for Money!“


    Fei-Dao befahl, „zieh das Schwert heraus! Yao-Xian sieht Geld wie ihr Leben an! Wieso soll er so eine kostbares Schwert zurücklassen?“


    Tie Chuan Jia fragte, „es gibt nicht viele solcher kostbaren Schwerter! Könnte dies das Werk von Fan Xiao-An sein?“


    Fei-Dao nickte, „ja, sie arbeiten zusammen!“


    Tie Chuan Jia fragte wieder, „eine Person die Geld als ihr Leben ansieht und eine Person die Geld als Schmutz betrachtet! Sind völlig verschieden! Wie können sie sich getroffen haben?“


    Fei-Dao lachte wieder, „Fan liebt Luxus, Yao-Xian folgt ihr, da er daraus endlose Vorteile erhalten kann!“


    Tie Chuan Jia stellte fest, „das ist großartig! Bei der Kälte wird Fan Xiao-An weder reiten und ganz bestimmt nicht zu Fuß gehen! Er muß irgendwo eine Kutsche haben! Wenn wir die Kutsche finden, dann können wir ihn fangen!“


    Als sie auf der Strasse ankamen, fanden sie wirklich Spuren von einer Kutsche. Diese Art war zwar bequem, aber nicht gerade schnell. Tie Chuan Jia rannte und selbst mit Fei-Dao auf seinem Rücken, war er noch immer schnell. Nach einiger Zeit verloren sich jedoch die Spuren. Man konnte sehen, daß hier seit vier bis sechs Stunden niemand mehr gewesen war. Tie Chuan Jia bemerkte eine Seitenstraße. Er hatte sich nie viel aus Seitenstraßen gemacht, da diese meist in Sackgassen endeten. Sie sah aus, als würde sie zu einem Grab von einer reichen Person führen.


    Er folgte der Seitenstraße weiter, sie endete wirklich in einer Sackgasse. Die Kutsche stand neben dem Graben. Die Pferde waren verschwunden. Drei Menschen in Pelzen lagen auf dem Boden. Einer davon trug einen unglaublich teurer Ring. Dies mußte Fan Xiao sein. Die beiden Frauen an seiner Seite mußten auf die gleiche Art gestorben sein. Die tödliche Akupunkturpunkte waren blau verfärbt. Doch wer konnte dies getan haben? Tie Chuan Jia fragte, „kann dies Yao-Xian gewesen sein?“


    Doch kaum hatte er die Frage gestellt, sah er auf der anderen Seite in dem Graben eine weitere Person. Seine Hände sahen aus, als hätte er etwas wertvolles halten wollen. Es war ihm aber nicht gelungen. Es war Yao-Xian.

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  • Fei-Dao sagte, „es ist unwichtig, ob eine Person in eine Spielhalle geht oder ein Bordell besucht, aber sie sollten sich wirklich nicht mit den falschen Freuden anfreunden oder sie enden wie Fan Xiao! Und sie wissen noch nicht einmal bevor sie tot sind, wer sie getötet hat! Im Gegensatz zu Fan Xiao-An waren alle erstaunt! Da sie nicht glauben konnten, daß Yao-Xian dies tun könnte! Besonders die beiden Frauen! Da sie wahrscheinlich ein kompliziertes Verhältnis mit Yao-Xian vor ihren Tod hatten, konnten sie es sich nicht vorstellen!“


    Tie Chuan Jia antwortete, „ich habe gehört, daß Yao-Xians Fingertechnik in der Provinz Shan Xi die beste gewesen sein soll! Man nannte ihn Finger Chase Soul dort! Sieht so aus, als wäre er es wirklich gewesen!“


    Fei-Dao ergänzte, „Yao-Xian war inzwischen wahrscheinlich schon eine ganze Weile mit Fan Xiao-An zusammen! Dieses Mal wollte Fan Xiao-An die Golden Thread Vest! Yao-Xian war für Fan Xiao-An weiterhin ein Blutekel, weshalb er mit ihr ging! Wer hätte gedacht, daß die Golden Thread Vest so verlockend sein würde! Yao-Xian beendete seine Freundschaft und tötete sie!“


    Tie Chuan Jia stellte fest, „aber er ist auch tot!“


    Fei-Dao lachte, „vielleicht wurde jemand der sie in dem Graben beobachtete neugierig als er sie tötete? Yao-Xian sah ihn und wollte ihn töten, damit er nicht mehr reden konnte! Wer konnte wissen, daß er die Person nicht zu schweigen bringen konnte und stattdessen getötet wurde?“


    Tie Chuan Jia fragte, „aber war Yao-Xians Kung-Fu nicht gut? Wer könnte ihn getötet haben?“


    Er besah sich die Leiche näher konnte aber keine Wunde finden, nur ein Loch im Hals. Auch Fei-Dao sah es und entgegnet, „daß sieht nach Ah-Fei aus!“


    Doch Tie Chuan Jia sagte, „kein Wunder konnte Yao-Xian sich nicht verteidigen! Ah-Feis Schwert ist schneller und...“


    Fei-Dao fuhr lächelte fort, „...sehr gut! Die Golden Thread Vest fand in Ah-Fei endlich den richtigen Besitzer! Jetzt muß nur noch Plum Flower Bandit gefangen werden!“


    Tie Chuan Jia sagte, „laß uns nach Ah-Fei suchen! Er kann noch nicht weit sein!“


    Doch Fei-Dao fragte, „warum die Aufregung?“


    Tie Chuan Jia antwortete, „um das Gegengift zu finden!“


    Doch Fei-Dao erwiderte, „wenn Flower Bee wirklich das Gegengift hatte, dann hätte es Yao-Xian! Ah-Fei hätte niemals jemanden etwas gestohlen! Auch die Golden Thread Vest nahm er nur, weil er glaubte, daß sie mir gehörte!“


    Tie Chuan Jia sah auf den Schmuck und zu den beiden Frauen und seufzte, "du hast recht! Selbst wenn der Graben voller Gold wäre, hätte Ah-Fei es nicht genommen! Wenn es Yao-Xian also nicht hat, ist es nutzlos nach Ah-Fei zu suchen!“


    Während Tie Chuan Jia ihre letzte Chance wahrnahm und die Leichen durchsuchten, bemerkte Fei-Dao ein Stück Stoff in der Hand einer der Leichen. Er nahm es und las, „ich werde dir helfen dich zu rächen! Ich nehme mir eines ihrer Pferde!“ Fei-Dao lachte, „zuerst habe ich nur vermutet, daß es Ah-Fei wäre, aber jetzt bin ich mir sicher! Nur Ah-Fei würde sich darum Sorgen machen, daß er selbst in der Schuld einer toten Person steht!“


    Tie Chuan Jia sagte, „ich werde es bedauern, Ah-Fei nicht mehr kennenzulernen!“


    Fei-Dao lächelte, „du brauchst dich nicht um mich zu sorgen! Der Tod ist nicht so schlimm wie du glaubst! Nur habe ich keine Kraft mehr, aber ich fühle mich ziemlich zufrieden! Wir sollten also Wein trinken gehen!“


    Tie Chuan Jia half Fei-Dao aufzustehen und führte ihn zu der Kutsche. Er schlug die Tür der Kutsche zu und die Kutsche zog, als wäre er ein Pferd. Fei-Dao schwieg, aber dennoch weinte er lautlos. Es war noch nicht dunkel als sie in Cow Village ankamen. Erstaunt sahen die Menschen Tie Chuan Jia nach oder rannten schnell in ihre Häuser. Tie Chuan Jia hielt vor dem Lokal und trug Fei-Dao hinein. Sofort verstummten alle Gespräche. Aus Fei-Daos Gesicht war inzwischen alle Farbe gewichen, jeder konnte sofort erkennen, daß er todkrank war. Tie Chuan Jia rief dem Wirt zu, „bring uns fort deinen besten Wein und wenn du deinen Kopf behalten möchtest wage es nicht ihn auch nur mit einem Tropfen Wasser zu verdünnen!“


    Fei-Dao lächelte, „kannst du dich noch erinnern, heute vor fast genau zwanzig Jahren hast du mir von dem Iron Amor Golden Steel erzählt!“


    Tie Chuan Jia zuckte zusammen, „ich kann nicht glauben, daß du dich noch an den Namen erinnerst! Ich hatte ihn bereits vergessen!“


    Fei-Dao sagte, „du solltest dein Versprechen heute brechen und mit mir etwas Wein trinken!“


    Tie Chuan Jia sah Fei-Dao traurig an, als er erwiderte, „ja, heute werde ich mit dir trinken!“


    Fei-Dao lachte, „die Tatsache, daß ich dich davon überzeugen konnte zu trinken bedeutet, daß mein Leben nicht umsonst war!“ Nun lachte auch Tie Chuan Jia und keiner der die beiden Männer so sah, hätte geglaubt, daß einer von ihnen dem Tod so nahe und trotzdem so glücklich sein konnte. Der Wein war zwar nicht der beste, aber dafür ohne Wasser. Fei-Dao hatte seinen Becher gerade in die Hand genommen, als er wieder husten mußte und einen Teil davon auf sein Hemd verschüttet. Dennoch lachte er, „bis heute habe ich noch noch nie Wein verschüttet! Dieses Hemd trage ich schon seit vielen Jahren! Ich hätte es schon früher mit etwas Wein belohnen sollen! Komm Bruder Hemd, ich danke dir, daß du mich all die Jahre über gewärmt hast!“


    Mit diesen Worten goß er das Glas Wein auf sein Hemd. Während Tie Chuan Jia und Fei-Dao sich betranken, mußte Fei-Dao den Becher mit beiden Händen festhalten. Als Tie Chuan Jia plötzlich auf den Tisch schlug, „das Leben ist so ungerecht, weil ich nie betrunken aufwachte!“


    Fei-Dao entgegnete, „du solltest heute glücklich sein! Was soll daran ungerecht sein, nie betrunken aufwachen? Man soll sein Leben in vollen Zügen leben! Wenn ich dich in diesen zwanzig Jahren nicht gehabt hätte, hätte ich wohl nicht bis heute gelebt! Auch wenn ich deine Gründe kenne, so ist deswegen deine Hilfe nicht weniger wert! Ich hoffe du kannst dein Ansehen und deinen Ruhm zurückerlangen!“


    Sie schwiegen einen Augenblick, als plötzlich eine Person in das Lokal stürmte und schrie, „Wein! Wein, schnell ich brauche Wein!“


    Der Wirt murmelte, „noch ein verrückter Mensch!“ Daß einst blaue Hemd hatte inzwischen weiße Flecken und er sah aus wie ein Schüler. Ein Kellner brachte ihm einen Krug Wein, den er gleich aus dem Krug trank. Er hatte mit wenigen Schlucken bereits den halben Krug ausgetrunken, als er schrie, „daß nennst du Wein? Das ist Essig mit Wasser vermischt!“


    Der Wirt sagte, „es ist nicht so, daß wir keinen guten Wein haben, nur...“


    Der Schüler beendete den Satz, „...daß du denkst, ich kann ihn nicht bezahlen!“ Mit diesen Worten warf er fünfzig Silbertaels auf den Tisch! Alle sahen so erschrocken aus, daß der Wirt ihm schnell den besten Wein brachte. Diesmal trank der Schüler den Krug in einen Zug aus und saß dann ruhig da. Alle die zugesehen hatten, dachten, er hätte nur zu schnell getrunken. Doch Fei-Dao erkannte, daß er nur den Geschmack genoß. Schließlich meinte der Schüler, „dieser Wein ist genauso verrückt wie der Ort! Ich kann wohl nichts besseres erwarten?“


    Fei-Dao fand ihn interessant und unter anderen Umständen hätte er ihn eingeladen mit ihm zu trinken, doch jetzt, wollte er nicht noch mehr Menschen um sich herum haben. Pplötzlich hörte man andere Personen auf das Lokal zukommen. Daß Gesicht des Schülers veränderte sich und er stand auf. Doch dann setzte er sich doch wieder und trank weiter. Daußen hörte man jemand fragen, „wo denkst du, daß dieser Säufer sein könnte?“ Eine andere Stimmt sagte, „ich denke hier in dem Lokal!“


    Fast gleich darauf standen sechs Männer um den Schüler. Sie sahen aus, als könnten sie ganz gut Kung-Fu. Einer der Männer trug eine Peitsche bei sich und bedeutet nun damit auf den Schüler, „du hast unser Gold genommen, doch dann wolltest du nicht unsere Krankheit heilen, sondern gingst hierher, um dich zu betrinken! Was geht hier vor?“


    Während der Schüler ruhig erwiderte, „du verstehst nicht, was hier vor sich geht? Es ist ganz einfach so, daß ich etwas zu trinken brauche! Du mußt wissen, wenn Mei'Er etwas zu trinken braucht, interessiert es ihn nicht, ob der Himmel herunterfällt! Und noch weniger, ob jemand krank ist!"


    Der Mann mit dem tätowierten Gesicht meinte, „ist Bruder Zhao hier? Wir wissen bereits, daß du Trunkenbold ein schrecklicher Mensch bist! Sobald du einmal Geld in der Hand hast, kümmert dich nichts mehr!“


    Der andere Mann erklärte, „wer weiß schon, was in einem Trinker vorgeht! Aber er muß unseren vierten Bruder heilen! Wir brauchen einen Heiler! Was sollen wir sonst machen?“


    Fei-Dao dachte, daß sie sich an Mei'Er rächen würden, da er ihr Geld genommen hatte ohne den Kranken zu heilen. Doch Fei-Dao blieb ruhig sitzen und sah den Ereignissen zu. Zhao erschlug mit seiner Peitsche den Weinkrug und die Becher, während er schrie, „hör auf! Jetzt da wir dich gefunden haben, kommst du lieber mit uns und hilfst dem Kranken! Wenn der vierte Bruder wieder gesund wird verspreche ich dir soviel Wein wie du möchtest!“


    Mei'Er sah auf den Krug und seufzte, „wenn du meine Veranlagung kennst, wirst du wissen, daß ich drei Arten von Menschen nicht behandle! Ich behandle keine Menschen, die nicht im voraus bezahlen! Ich behandle keine Menschen dir grob zu mir sind! Und ich behandle keine Menschen, die Schläger, Diebe oder Mörder sind! Ihr habt zumindest die letzten zwei gebrochen und du denkst, ich werde so jemanden behandeln? Träum weiter!“


    Einer der Männer sagte, „wenn du ihn nicht behandelst, bringen wir dich um!“


    Doch Mei'Er meinte, „wenn du mich tötest, werde ich ihn auch nicht behandeln!“


    Der tätowierte Mann schlug zu, Mei'er flog durch den Raum und spuckte Blut. Fei-Dao erkannte, daß Mei'er seine Kampfkunst versteckte. Er hatte nicht nur eine große Klappe, sondern auch einen harten Körper. Zhao zog sein Messer und drohte, „wenn du nein sagst, werde ich dir erst einen Arm abschneiden, bevor ich dich wieder frage!“

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  • Doch Mei'er antwortete, „wenn ich nein sage, bedeutet das nein! Glaubst du ich habe vor solch ein paar kleinen Gaunern Angst?“


    Zhao wollte weiter auf ihn zugehen, als Tie Chuan Jia plötzlich an den Tisch trat und sagte, „dies ist ein Platz, um Wein zu trinken! Wenn ihr nichts trinken wollt, dann geht sofort!“


    Zhao fuhr herum und fragte, „wer zur Hölle bist du, daß du es wagst deinen Hintern in meine Aufgabe zu stecken?“


    Zum ersten Mal mischte sich nun auch Fei-Dao ein, „er meint das nicht spaßig! Bitte sie hinaus kriechen zu dürfen!“


    Tie Chuan Jia wandte sich an den Mann, „mein Freund will, daß ihr hinaus kriecht, hast du verstanden?“


    Zhao bemerkte, daß Fei-Dao krank war und kaum noch Kraft hatte. Zudem war er noch betrunken, was ihm den Mut gab anzugreifen. Er zog sein Schwert. Tie Chuan Jia schien betrunken und versuche das Schwert mit dem Arm zu blocken, doch sein Arm blieb und das Schwert flog in die Luft. Während Zhao erschrocken rief, „der Kerl kann wirklich Kung-Fu! Selbst das Schwert konnte seinen Arm nicht verletzten! Man könnte meinen es er wäre ein Geist!“


    Der Mann mit dem tätowierten Gesicht lächelte gezwungen, „bitte sag mir deinen Namen, mein Freund! Es sieht so aus, als wäre dies ein ungerechter Kampf! Laß uns Freunde sein!“


    Doch Tie Chuan Jia rief, „du bist es nicht wert, mein Freund! Raus!“


    Zhao hatte seinen Mut halbwegs wiedergefunden, „du solltest nicht so unhöflich sein! Es ist nicht gut, einen von uns als Feind zu haben, wenn..“


    Blitzschnell hatte Fei-Dao seinen Dolch gezogen. Der Mann mit dem tätowierten Gesicht hatte es sofort gemerkt und unterbrach Zhao. Während er ihm etwas ins Ohr flüsterte. Zhaos Gesicht wurde fast genauso bleich wie es Fei-Dao Gesicht war, als er erwiderte, „er kann es nicht sein!“


    Doch plötzlich sagte der dritte Mann, „wer sonst soll es sein? Old Turtle erzählte vor einem Monat, daß er zurück über die Grenze gekommen wäre! Und er kennt ihn von früher! Es scheint zu stimmen!“


    Doch Zhao beharrte, „dieser Säufer...“


    Der dritte Mann unterbrach ihn wiedder, „... ist ein Kenner in Essen, Trinken, Frauen und Glücksspiel! Auch wenn er nicht so gesund zu sein scheint, doch sein Dolchverfehlt nie sein Ziel! Es gibt keinen Grund, sich jemand wie ihm zum Feind zu machen!“


    Zhao lachte, „wenn ich gewußt hätte, daß er hier ist, wäre ich selbst mit einem Dolch an der Kehle nicht gekommen!“


    Während Fei-Dao weiter trank als hätte er nichts gehört. Die drei Männer die wie Tiger gekommen waren gingen wie Hunde und mit ihnen auch die anderen Gäste in dem Lokal. Nur Mei'Er stand auf, setzte sich auf seine Stuhl und rief, „ich brauche Wein!“


    Alle drei tranken schweigend bis Fei-Dao aus dem Fenster sah und lächelte, „der Wein ist wirklich seltsam! Je mehr du versuchst nüchtern zu bleiben, desto schneller wirst du betrunken! Und je mehr du versuchst betrunken zu werden, desto nüchterner bleibst du!“


    Mei'Er kam an ihren Tisch und lachte ebenfalls, „trinken löst tausend Probleme! Es gibt nichts besseres als sich zu Tode zu trinken, aber leider läßt der Himmel mich nicht so friedlich sterben! Wie lange hast du noch zu leben?“


    Fei-Dao antwortete, „nicht mehr lange!“


    Mei'Er fragte, „wenn du weißt, daß du nicht mehr lange zu leben hast, wieso kümmerst du dich dann nicht um die wichtigen Angelegenheiten bevor du stirbst, sondern trinkst hier?“


    Fei-Dao fragte, „warum sollten mir so unwichtige Dinge wie Leben und Tod mir beim trinken im Weg stehen?“


    Mei'Er lachte wieder, „richtig, Leben und Tod sind kleine Angelegenheiten! Die Hauptsache ist Trinken! Deine Worte sind nach meinem Geschmack! Ich denke, du weißt, wer ich bin?“


    Fei-Dao sagte, „noch nicht!“


    Mei'Er fragte ungläubig, „du weißt wirklich nicht, wer ich bin?“


    Während Tie Chuan Jia sagte, „wenn er sagt, er weiß es nicht, dann weiß er es nicht!“


    Mei'Er meinte, „scheint nicht so, als wolltest du, daß ich dich von einer Krankheit heile!“


    Fei-Dao lachte wieder, „wenn du hier bist, um zu trinken, können wir zusammen trinken! Wenn du hier bist, um meine Krankheit zu heilen, dann schlage ich vor, daß du gehst und verschwendest nicht meine Zeit beim trinken!“


    Mei'Er beobachtete Fei-Dao einige Zeit bis er schließlich meinte, „solch ein Glück, daß du mich getroffen hast!“


    Doch Fei-Dao erwiderte, „ich habe kein Geld, um dich zu bezahlen! Außerdem bin ich nicht viel besser als die Räuber und Diebe! Du kannst gehen!“


    Für Mei'er ungewöhnlich, schüttelte dieser den Kopf, „nein, es ist in Ordnung die Krankheiten von anderen nicht zu behandeln! Aber deine werde ich behandeln, wenn du es nicht zuläßt, muß du mich schon zuerst töten!“


    Tie Chuan Jia Augen strahlten, als er fragte, „du kannst ihn heilen?“


    Mei'Er sagte, „kein anderer als Mei'Er kann ihn heilen!“


    Tie Chuan Jia fragte, „weißt du, was für eine Krankheit er hat?“


    Mei'Er stellte fest, „wenn ich es nicht weiß, wer dann? Denkst du wirklich Bruder Flower hatte die Idee mit dem Cold Chicken Powder? Was anderes als das Cold Chicken Podwer aus der Mei Familie könnte Li Xun-Huan unmöglich töten?“


    Tie Chuan Jia sah ihn sprachlos an, als er mehr feststellte, „du meinst, Flower Bees Gift wurde von dir hergestellt?“


    Mei'Er lachte wieder, „wer sonst außer Ingenieur Middle Man Mei'er könnte so ein Gift mischen? Scheint so, als wüßtest du nicht alles, wenn du dies nicht weißt!“


    Fei-Dao lachte bitter, „scheint so, als wäre es nicht nur schwer für einen Menschen zu leben, sondern auch schwer friedlich zu sterben!“


    Als sie Fei-Dao zu Mei'Ers Kutsche brachten, war Tie Chuan Jia jedoch noch immer nicht zufrieden und fragte, „wenn du das Gift heilen kannst, warum müssen wir dann erst noch jemand finden?“


    Mei'Er erklärte, „ich suche niemanden, es ist nur mein großer Bruder! Er ist in der Nähe, aber mache dir keine Sorgen! Wenn ich sage, ich werde eine Person heilen, dann gibt es keine Möglichkeit, daß die Person sterben wird!“


    Doch Tie Chuan Jia fragte wieder, „warum mußt du ihn dann finden?“


    Mei'Er schüttelte den Kopf, „weil er das Gegengift hat! Bist du jetzt zufrieden? Ich kann nicht glauben, daß jemand der so dumm ist, diese Art von Kung-Fu kann! Anders als bei diesen Straßenschläger ist es nutzlos!“


    Tie Chuan Jia erwiderte, „dummes Kung-Fu ist immer noch besser als kein Kung-Fu!“


    Mei'Er wandte ein, „ich hörte in den letzten fünfzig Jahren hat nur ein Mensch diese Art von Kung-Fu gekonnt! Es war Tie Zhuan Jia von den Iron Armor Golden Steel! Vor zwanzig Jahren warf ihn jemand über die Klippen! Keiner weiß, ob er tot ist oder nicht! Vielleicht kann er ja immer noch Wein trinken?“


    Schließlich sagte Tie Chuan Jia, „ich hört die Seven Ingenious People kümmern sich nicht sehr um ihr Ansehen! Aber danach sieht es nicht aus!“


    Diesmal fragte Mei'Er, „ich nahm das Gold dieser Menschen und heilte ihn nicht! Denkst du, das ist schlecht?“


    Tie Chuan Jia antwortete, „wenn du zugestimmt hast, ihn zu heilen, dann hast du dein Gesicht verloren! Geld zu nehmen, um Kranke zu heilen sind zwei verschiedene Dinge! Es gibt keinen Grund nicht das Geld dieser Menschen zu nehmen!“


    Mei'Er meinte, „scheint als wärst du nicht ganz so dumm!“


    Tie Chuan Jia erwiderte, „jene die denken, sie sind nicht verschlagen, sind meist sehr verschlagen! Viele dieser Männer nennen sich Gentleman! Doch wie viele davon sind es wirklich?“


    Fei-Dao sah aus der Kutsche, doch er dachte an etwas ganz anderes. Am Leben bleiben schien doch eine gute Sache zu sein. Er sah eine Frau in einem lila Kleid vor seinen Augen. Er hatte sie zu Long Xiao-Yuns Haus gebracht. Zu dieser Zeit wußte er noch nicht, warum Xiao-Yun so regierte. Doch dann hatte er gemerkte, daß Xiao-Yun sie ebenfalls geliebt hatte und wie es sein Herz gebrochen hatte. Mei'Er riß Fei-Dao aus seinen Gedanken, als sie sich einem Haus abseits näherten. Sobald die Kutsche hielt kam Mei'Da auf Mei'Er zu und sagte, „beeil dich und laß niemand den Wein sehen!“


    Doch Mei'Er erklärte, „keine Sorge, großer Bruder, ich hatte heute schon meinen Wein! iIh habe nur zwei Freund hergebracht!“


    Mei'Da sagte, „ich will deine Freunde nicht sehen! Sie sind alle schrecklich! Wenn ich einen von ihnen sehe, habe ich bestimmt drei Jahre nur Pech!“


    Mei'Er schimpfte, „nun, sieh mich an, du wirst es nicht glauben, aber ich habe diesmal nette Freunde gefunden! Komm Li Tanhua, laß uns aussteigen!“


    Tie Chuan Jia kam gleich zur Sache, „wo ist das Gegengift? Wohin gehen wir?“


    Während Mei'Das Gesichtsausdruck sich plötzlich änderte, als er wissen wollte, „du meinst den Li Tanhua?“


    Mei'Er meinte gereizt, „kennst du vielleicht noch einen Li Tanhua?“


    Als Fei-Dao unerwartet antwortete, „ja, ich bin es!“


    Mei'Da lachte, „ich kann es nicht glauben! Da bist du seit zwanzig Jahren berühmt und jetzt lerne ich dich endlich kennen! Entschuldige bitte, daß ich so grob war, aber mein Bruder ist so schrecklich!“


    Fei-Dao lachte, „ich kann es dir nicht übel nehmen! Mei'Da, wenn jemand anfängt zu trinken und kein Geld dafür hat, kann dies unangenehm werden!“


    Mei'Da meinte, „es sieht so aus, als wärst du von der gleichen Art!“


    Fei-Dao sagte, „trinken kann der Himmel auf Erden sein!“


    Mei'Da befahl, „geh und hole den zwanzig Jahre alten Zhu Ye Qing! Laß ihn Bruder Li trinken! Schließlich habe ich ihn all diese Jahre für jemand so berühmten aufgehoben!“


    Doch Mei'Er erklärte, „das ist wirklich wahr! Wenn andere Gäste kommen, bringt er keinen Wein, noch nicht einmal Essig! Aber Bruder Li ist nicht hier um Wein zu trinken!“


    Mei'Da sah Fei-Dao an und stellte fest, „scheint als wäre das Gift ein kleines Problem! Bruder Li kann unbesorgt trinken! Ich habe schon ganz andere Dinge geklärt!“

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  • Nachdem sie drei Becher getrunken hatten, fragte Mei'Da, „ist es wahr, daß sich in deinem Wohnsitz das berühmte Qing Ming Da He Tu Gemälde befindet? Ich würde es zu gern einmal sehen!“


    Fei-Dao erkannte nun, warum ihn Mei'Da so eifrig begrüßt hatte und sagte, „es ist wahr und wenn Mei'Da es so gern sehen will, könnte ich es ihm kaum verweigern! Leider ist das Gemälde sowie mein ganzer Besitz an jemand anderen gegangen!“


    Mei'Da murmelte, „sehr Schade, bring den übrigen Wein wieder weg! Li Tanhua will nichts mehr trinken!“


    Mei'Er empörte sich, „so gibt es ohne das Qing Ming Da He Tu nichts zu trinken?“


    Mei'Da erwiderte kalt, „der Wein ist nicht hier, um sich damit zu betrinken!“


    Fei-Dao mußte lächeln, da er sich nicht ganz unschuldig daran fühlte. Während Tie Chuan Jia schrie, „dann gibt es wohl ohne das Qing Ming Da He Tu auch kein Gegengift!“


    Mei'Da zischte, „wenn es hier keinen Wein gibt, woher soll es dann das Gegengift geben?“


    Tie Chuan Jia wollte wütend auf ihn losgehen. Doch Fei-Dao hielt ihn zurück, „Mei'Da und wir sind Fremde und er ist nicht gezwungen uns das Gegengift zu geben! Wir müssen ihm bereits für den großartigen Wein danken! Wir müssen nicht noch unhöflich sein! Ich denke, es ist Zeit, daß wir jetzt gehen!“


    Plötzlich fragte Mei'Da, „du willst das Gegengift nicht?“


    Fei-Dao antwortete, „es ist dein Besitz! Ich würde nie jemanden zu etwas zwingen!“


    Mei'Da meinte nun fassungslos, „aber ohne das Gegengift wirst du sterben!“


    Doch Fei-Dao erwiderte, „Leben und Tod wird durch den Himmel bestimmt! Ich persönlich kümmere mich nicht besonders darum!“


    Mei'Da meinte, „richtig, wenn jemand etwas wie das Qing Ming Da He Tu jemand anderen geben kann, kann er auch sein Leben dafür geben! Solche Menschen sind wirkliche selten! Bring den Wein wieder!“


    Tie Chuan Jia fragte ungeduldig, „und was ist mit dem Gegengift?“


    Mei'Da sah ihn kalt an, als er murrte, „was denkst du, daß das Gegengift ist, wenn nicht der Wein?“


    Fei-Dao erholte sich schnell wieder, nachdem er von dem Wein getrunken hatte. Noch bevor der Morgen dämmerte, hatte er fast seine ganze Energie wieder zurück. Tie Chuan Jia hatte kaum geschlafen und auch wenn er nicht viel getrunken hatte, hatte er doch Kopfschmerzen. Während Mei'Er aufwachte und schimpfte, „am meisten haße ich es, wenn es draußen hell ist! Sobald es dunkel wird, kann ich immer trinken! Doch sobald es hell ist, ist es einfach gräßlich!“


    Fei-Dao der inzwischen auch aufgewacht war, lächelte, „da geht es dir nicht allein so! Das Problem haben alle Trinker!“


    Mei'Er sagte, „in dem Fall, laß uns noch etwas trinken, bevor es draußen wirklich hell wird!“


    Fei-Dao lachte, „bei der Geschwindigkeit mit der wir trinken, befürchte ich, daß sich dein Bruder ärgern wird!“


    Doch Mei'Er erwiderte, „das ist der Grund warum er schläft! Was er nicht weiß, macht ihn nicht heiß!“


    Mei'Da erschien und sagte, „es kommt jemand!“


    Mei'Er erwiderte, „um diese Zeit kommt gewöhnlich niemand! Außer sie kommen wegen mir!“


    Sie hörten wie jemand Mei'Da fragte, „ist dies sein Haus?“


    Mei'Da antwortete, „wer um diese Zeit kommt, muß entweder ein Dieb oder Räuber sein!“


    Mei'Da hatte kaum ausgesprochen als sich die Tür öffnete und drei Personen eintraten. Im Nebenzimmer konnten sie sehen, daß eine der Personen war ein Kind von ungefähr zehn Jahren war. Er trug rote Kleidung. Doch erkannte Fei-Dao sofort, daß das Kind aus einer reichen Familie stammen mußte. Dennoch entging Fei-Dao nicht, daß während die zwei Männer, die das Kind begleiteten sich besorgt umsahen. Als das Kind sagte, „wir wollen wissen, wo sich Mei'Er aufhält!“


    Mei'Da rief, „Mei'Er komm heraus, jemand will dich sehen!“


    Mei'Er seufzte, „dieser kleine Bastard!“


    Dann ging er mit Tie Chuan Jia hinaus. Während sich in Nebenzimmer Fei-Dao an den Tisch setzte und sich Wein aus dem Krug einschenkte. Der Junge fragte, „ist dies der Mann, der behauptet Kranke zu heilen? Sieht nicht so aus, als könnte der Kerl Kranke heilen!“


    Schon sagte Mei'Er, „ich werde keine Diebe heilen!“


    Der Begleiter des Jungen lächelte, „mein Name ist Ba Ying! Ich bin nicht berühmt, auch wenn es mein Meister Qin Xiao-Yi ist!“


    Mei'Er fragte, „Qin Xiao-Yi? Nun, er ist ist wirklich berühmt! Kommt in ein paar Tagen wieder! Dann werde ich mit dir kommen!“


    Daß Kind mit dem roten Hemd schrie, „ich kann nicht glauben, daß der Kerl so arrogant sein kann! Warum verschwenden wir eigentlich unseren Atem und nehmen ihn nicht einfach mit? Dann ist das Problem gelöst!“


    Ba Ying zog den Jungen zurück, während er lächelte, „wenn seine Krankheit nicht so schwer wäre, wäre ich damit einverstanden! Aber er könnte schon in ein paar Stunden tot sein!“


    Mei'Er erwiderte, „dann ist dein Patient wohl wichtig, meiner aber nicht?“


    Ba Yin fragte, „du hast einen Kranken hier?“


    Mei'Er antwortete, „das ist richtig! Und bevor er nicht gesund ist, werde ich nicht gehen!“


    Ba Ying sagte, „aber er ist der älteste Sohn von Meister Qin und der beste Shaolinschüler!“


    Doch Mei'Er blieb erwiderte nur, „deswegen ist er doch nicht wichtig als mein Patient!“


    Jetzt verlor das Kind doch die Geduld, „und was ist, wenn dein Patient tot ist?“


    Mei'Er antwortete, „dann wäre es natürlich nicht mehr nötig! Aber leider wird er nicht sterben!“


    Das Kind lachte, „da sei dir nicht so sicher!“ Bevor Tie Chuan Jia, Ba Ying und Qin Xiao-Yi den Jungen aufhalten konnten, war dieser schon im Nebenzimmer, „bist du der Patient?“


    Fei-Dao der alles mitangehört hatte lächelte, „kleiner Bruder, willst du wirklich, daß ich so schnell sterbe?“


    Das Kind sagte „ja! Wenn du tot bist, dann kann sich der Alte um Bruder Qin kümmern!“


    Während er noch sprach, warf er mit beachtlicher Schnelligkeit drei Nadeln in Fei-Daos Richtung. Niemand hätte dies von einem Kind erwartet. Doch Fei-Dao hatte nur lässig die Hand gehoben und die Nadeln aufgefangen, „dafür das du noch ein Kind bist, bist du erstaunlich boshaft! Ich möchte nicht wissen, wie du bist, wenn du erwachsen bist!“


    Während er in Ruhe einen Schluck Wein trank und den Becher wieder füllte. Daß Kind lachte, „du denkst, bloß weil du die Nadeln gefangen hast, könntest du mich etwas lernen?“


    Plötzlich hatte das Kind ein Kurzschwert in der Hand und ging auf Fei-Dao los. Doch Fei-Dao wehrte die Schläge mühelos ab ohne auch nur hinzusehen, „scheint als würde ein weiterer Yin Wu-Ji aufwachsen!“


    Tie Chuan Jia der dies von der Tür aus beobachtete hatte meinte nun, „auch wenn Yin Wu-Ji den Spitznamen Blood Sword hatte, hat er zumindest nie Unschuldige getötet! Bei dem Kind wäre ich mir nicht so sicher!"


    Daß Kind erwiderte, „wer war dieser Yin Wu-Ji? Ich habe getötet seit ich sieben Jahre alt bin! Wer war er denn schon?“


    Fei-Dao sah Tie Chuan Jia an und lächelte bitter, „du hast recht, selbst Yin Wu-Ji war nicht so boshaft als er in seinem Alter war!“


    Tie Chuan Jia sagte traurig, „wenn er erwachsen wird, wird er auf jeden Fall gefährlich für die Menschen werden!“


    Während das Kind immer wieder vergeblich Fei-Dao angriff bis es schließlich wütend schrie, „weißt du wer meine Eltern sind? Wenn sie erfahren, was du mir getan hast, werden sie dich töten!“


    Nun wurde Fei-Dao wütend und erhob zum ersten Mal seit langem wieder seine Stimme, „mit anderen Worten, nur sie dürfen anderen schaden, aber anderen nicht ihnen!“


    Das Kind meinte, „wenn du den Mut hast, dann komm doch und töte mich!“


    Fei-Dao sah das Kind nachdenklich an bis er schließlich entgegnete, „ich will dich nicht töten, weil du noch so jung bist! Mit einer guten Erziehung kannst du immer noch ein guter Mensch werden und jetzt geh, bevor ich meine Meinung ändere!“


    Daß Kind nahm sein Schwert und fragte, "dein Kung-Fu ist wirklich gut! Darf ich wissen wie dein Name ist? Ich habe dich hier noch nie gesehen!“


    Fei-Dao antwortete, „du willst meinen Namen wissen, damit du dich an mir rächen kannst!“


    Daß Kind änderte seine Taktik und lächelte nun unschuldig, „du hast mich nicht getötet, warum sollte ich mich rächen wollen? Ich habe nur Respekt vor dir! Ich habe hundertsieben Schläge versucht und du hast dich nicht ein einziges Mal bewegt, um sie abzuwehren!“


    Plötzlich fragte Fei-Dao, „willst du von mir lernen?“


    Daß Kind ergriff die Chance und lächelte glücklich, „du willst mich wirklich zu deinem Schüler machen?“


    Auch Fei-Dao lächelte, „wenn ich die Möglichkeit habe, daß deine Eltern dich besser schützen, kannst du eine Zukunft haben!“


    Daß Kind kniete vor Fei-Dao nieder und sprach, „werde mein Meister! Ich verneige mich vor dir!“ Während der Junge sich verneigte, zog er eine versteckte Waffe. Fei-Dao erschrak über den unerwarteten Angriff und schlug ohne zu überlegen zu. Hätte Fei-Dao dem Schlag in letzter Sekunde jedoch nicht die Kraft genommen, wäre der Junge tot gewesen. Das Kind stand auf und schrie, „wer zum Teufel glaubst du eigentlich das du bist? Du denkst du mußt mich für meine Eltern beschützen? Du bist es noch nicht einmal wert, daß ich dich zu meinen Schülern mache!“


    Tie Chuan Jia Gesicht wurde bleich, „solch ein boshaftes Herz hat es nicht verdient zu leben!“ Während Fei-Dao die Hand zur Faust ballte.

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  • Ba Ying und Qin Xiao-Yi wußten beide, daß das Kind den Mann töten würde. Dennoch taten sie nichts. Mei'Er schimpfte, „ihr habt das Kind hierher gebracht, damit es einen Menschen tötet! Aber es ist euch egal!“


    Ba Ying seufzte, „um ehrlich zu sein, selbst wenn wir es wollten, könnten wir es nicht! Wir können das Kind nicht kontrollieren!“


    Mei'Er sagte, „aber wenn er heute ums Leben kommt, würde sie das bekümmern! Ihr denkt, nur er kann andere töten, aber nicht, daß ein anderer ihn töten kann!“


    Ba Ying lachte, „um die Wahrheit zu sagen, sein Kung-Fu ist sehr gut! Viele erfahrene Kämpfer sind von ihm getötet worden! Zudem hat er einen großartigen Vater und eine großartige Mutter! Selbst wenn jemand etwas gegen ihn unternehmen wollte, könnten sie es nicht!“


    Mei'Er fragte, „du meinst, seine Eltern kümmern sich nicht um ihn?“


    Ba Ying erwiderte, „ein Kind mit seiner Intelligenz, wollen seine Eltern nicht zu sehr einengen!“


    Mei'Er gestand, „du hast recht, wenn seine Eltern sehen, daß er tötete, können sie zum Schein ein wenig schimpfen! Aber innerlich sind sie in Wirklichkeit stolz auf ihn! Leider traf er heute meinen Patienten! Was für ein Pech für ihn! Er braucht nur mit der Hand zu winken und das Kind ist tot!“


    Ba Ying lachte, „nur mit der Hand winken? Ich glaube dir kein Wort! Du willst sagen, dein Patient wäre Li Tanhua? Seine Flying Daggers verfehlen nie ihr Ziel!“


    Mei'Er seufzte, „um die Wahrheit zu sagen, mein Patient ist Li Xun-Huan!“


    Ba Ying Gesicht wurde blaß, als er gezwungen lachte, „wie kannst du dich darüber lustig machen!“


    Doch Mei'Er erwiderte nur, „wenn du mir nicht glaubst, geh und sieh selbst nach!“


    Plötzlich stürzte Ba Ying in den Nebenraum und rief, „Li Tanhua, bitte verschone sein Leben!“


    Mei'Er seufzte wieder, „scheint als wären diese selbsternannten Helden auch nicht anders! Nur das Leben ihrer Kinder ist wichtig! Alle anderen sind wertlos, daß Leben von anderen ist nicht wichtig! Sie können nur andere töten, doch andere sollen sie nicht töten dürfen!“


    Qin Xiao-Yi Gesicht zeigte plötzlich einen Anflug von einem Lächeln, „wenn Li Xun-Huan dieses Kind wirklich tötet, wird er es für den Rest seines Lebens bereuen!“


    Fei-Dao Handfläche schoß plötzlich vor, nachdem das Kind wieder aufgestanden war. Er wußte, daß auch wenn es noch ein Kind war, so war es doch sehr erfahren. Dennoch konnte er den Schlag ins Gesicht weder aufhalten noch abblocken. Daß Kind wollte den Gegner ablenken, sein Schwert bewegte sich erstaunlich schnell und nur wenig hätten die Schnelligkeit und Kraft die er hatte, nicht nur großartige Meister, sondern auch das Talent. Aber sein Gegner war diesmal Fei-Dao. Obwohl er sich kaum bewegte, hatte Fei-Daos Handfläche schon seine Brust getroffen, bevor das Schwert noch in seine Nähe kam. Als er plötzlich jemand schreien hört, „Li Tanhua, bitte verletzte das Kind nicht!“ Doch zu der Zeit war das Kind schon wieder zu Boden gefallen und es konnte sich nicht mehr bewegen. Als Ba Ying eintrat und sagte, „Meister Ye Kai, wie fühlst du dich?“


    Daß Kind sagte, „der Mann hat mich schwer verletzt, geh zu meinem Vater und sage ihm, daß er sich für mich rächen soll!“


    Tie Chuan Jia antwortete kalt, „daß Kind hat sein Kung-Fu benutzt! Aber immerhin lebt es noch, weil mein Meister so weichherzig ist! Ich hätte es getötet!“


    Ba Ying hörte gar nicht auf Tie Chuan Jias Worte, sondern kniete sich vor Fei-Dao nieder. Fei-Dao war erschüttert als er fragte, „wie bist du mit dem Kind verwandt?“


    Ba Ying erwiderte, „mein Name ist Ba Ying! Du kennst mich nicht, aber ich weiß wer du bist, Li Tanhua!“


    Fei-Dao erklärte, „es ist gut, daß du mich kennst! Wenn die Eltern des Kindes sich rächen wollen, sollen sie kommen!“ Y


    e Kai schrie, „wie kannst du es wagen zu sagen, daß ich mein Kung-Fu verschwende! Ich will nicht mehr leben!“


    Tie Chuan Jia rief wütend, „dies war nur eine Lektion für später, daß man nicht nur andere verletzten kann, sondern auch selbst verletzt werden kannst! Wenn ja, solltest du dir das merken! Sonst wirst du wahrscheinlich noch früher sterben als du denkst!“


    Die andere Person betrat den Raum und meinte, „wenn dies der Fall ist, kaltherziger Li Tanhua, warum lebst du dann noch? Es ist zehn Jahre her, als wir uns trafen! Ich denke, Li Tanhua, du wirst dich nicht mehr an mich erinnern!“


    Fei-Dao lächelte, „Qin von den Iron Courage Spread in Eight Directions! Kein Wunder tötet das Kind zu ohne zögern! Wer mit dir zusammen ist, kann nur töten!“


    Qin erwiderte kalt, „ich habe nicht halb soviel Menschen getötet wie du!“


    Fei-Dao sagte ironisch, „Qin, du solltest nicht so bescheiden sein! Außerdem, ich töte, weil ich ein kaltherziger Mörder bin, sondern für die Gerechtigkeit der Welt! Wenn das Kind mich tötet, wird es sich herum sprechen! Und natürlich wird es nicht wegen dem Streit um den Heiler gehen, sondern er wird zusammen mit Qin gegen das Böse kämpfen!“


    Das Kind schrie, „Onkel Qin, warum rächst du mich nicht?“


    Qin lächelte kalt, „wenn dich irgendjemand verletzt hätte, würde ich dich sofort rächen! Doch gegen diesen kann keiner etwas tun!“


    Daß Kind fragte wütend, „warum?“


    Qin fragte das Kind, „du weißt nicht, wer er ist?“


    Ye Kai schüttelte den Kopf, „ich weiß nur, daß er ein Verbrecher ist!“


    Qin lächelte böse, „er ist der berühmte Sabre under Heaven, Li Xun-Huan! Aber er ist auch der Blutsbruder von deinem Vater!“


    Kaum hatte Qin ausgesprochen drehte Fei-Dao sich um. Während ihm die Tränen über das Gesicht rannen. Damit hatte er nicht gerecht, „Shi! Es ist Shis Sohn!“


    Auch Tie Chuan Jias Gesicht wurde schlohweiß. Er hatte gewußt, daß Xiao-Yun und Shi ein Paar waren und konnte Fei-Dao Schmerz spüren. Auch Mei'Er der inzwischen den Raum betreten hatte, konnte ebenfalls Fei-Daos Schmerz spüren, „ich verspreche, daß diesem Kind nichts geschehen wird! Er kann alles tun, was er möchte!“


    Ba Ying fragte, „und was ist mit seinem Kung-Fu?“


    Mei'Er fragte kalt, „wozu braucht er Kung-Fu? Will er noch mehr Menschen ermorden!“


    Ba Ying erklärte, „du verstehst nicht, was ich meine! Er ist nicht nur der Sohn des ersten Meisters, sondern auch sein einziger Sohn! Ws könnte nicht Schaden, wenn er noch Kung-Fu könnte! Die Eltern setzten alle ihre Hoffnung in ihn! Er wird der Familie Ehre bringen!“


    Mei'Er lachte kalt, „du willst ihre schreckliche Erziehung entschuldigen? Keiner hat Schuld daran, daß ihr Sohn so boshaft ist!“


    Noch während Fei-Daos die Tränen über das Gesicht strömten, dachte er wieder an Shi. Es war als hätte es nie eine Zeit ohne Shi gegeben. Fei-Daos erinnerte sich daran wie Shi und er zusammen aufgewachsen waren. Er erinnerte sich aber auch an Long Xiao-Yun, welchen er rettete, als er schon fast im sterben lag und ihn zu sich nach Hause nahm. Wie Long Xiao-Yun Freunde wurden. Wie Long Xiao-Yun krank wurde, als dieser Fei-Dao um Shis Hand bat. Wie verzweifelt er war, da Shi nur ihn heiraten würde. Doch er seinen besten Freund nicht sterben lassen konnte. Wie er die Entscheidung traf, Shi für Long Xiao-Yun aufzugeben und danach anfing sich zu betrinken. Wie er endgültig beschloß Shi zu verlassen, damit Long Xiao-Yun die Chance hatte Shis Liebe zu bekommen. Wie er in das Bordell ging und damit auch Shis Herz gebrochen hatte, als sie sich endgültig entschied Long Xiao-Yun Frau zu werden. Wie er seiner Ehefrau sein ganzes Vermögen als Hochzeitsgeschenk überschrieb und diese verließ.


    Und nun Shis Sohn verletzt und fast getötet hätte. Schließlich stand Fei-Dao auf. Sein Gesicht war blaß, seine Augen ausdruckslos, als er sagte, „ich werde zu Long Xiao-Yun gehen!“ Kurze Zeit später hatten Fei-Dao und Tie Chuan Jia Long Xiao-Yun Wohnsitz erreicht. Fei-Dao lächelte traurig, „nachdem wir hierher zurückkamen, hätte es sich wahrscheinlich sowieso nicht vermeiden lassen!“


    Ein etwas älterer Mann erschien, der ihnen den Weg versperrte und schrie, „wie könnte ihr es wagen, daß Grundstück von Meister Long zu betreten! Was wollt ihr hier?“


    Fei-Dao sagte ruhig, „in dem Fall werden wir hier warten!“


    Doch der ältere Mann schrie wieder, „ich werde nicht zulassen, daß ihr hier bleibt! Denkt ihr, jeder kann so einfach durch Meister Longs Vordertür spazieren?“


    Gerade als Tie Chuan Jia den älteren Mann anschreien wollte, öffnete sich die Tür und Long Xiao-Yun erschien. Er sah Fei-Dao und rief, „Xun-Huan, du bist es wirklich! Ich konnte es nicht glauben! Ich habe die ganzen Jahre an dich gedacht, mein Bruder!“ Er umarmte Fei-Dao herzlich und beide hatten Tränen in den Augen. Long Xiao-Yun hatte sich in den Jahren, auch wenn er älter geworden war, kaum verändert. Außer daß er nun einen Schnurrbart trug. Long Xiao-Yun fuhr fort, „komm, lasse uns das freudige Treffen von uns Brüdern feiern, anstatt wie alte Weiber zu weinen!“


    Lachend ging er mit Fei-Dao ins Haus, wo er einem Dienstboten zurief, „geh und hole die Herrin! Alle sollen wissen, daß mein Blutsbruder wieder da ist!“


    Tie Chuan Jia, der ihnen gefolgt war, war es trotz des herzlichen willkommen schwer ums Herz. Er wußte, wie sehr Fei-Dao noch immer wegen Shi-Yin litt. Daß Kind saß inzwischen im Wohnzimmer auf dem Sofa und mehrere Männer standen um den Jungen herum. Zwei von den Männern traten plötzlich vor und fragten, „warst du derjenige der Meister Ye Kai verletzt hat?“

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  • Fei-Dao sagte „ja!“


    Einer der Männer meinte, „du scheinst ja ganz schöne Nerven zu haben!“


    Zur selben Zeit griffen die beiden Männer Fei-Dao gleichzeitig an, Fei-Dao stand nur reglos da. Dafür schlug Long Xiao-Yun dem einem Angreifer die Faust ins Gesicht. Während er den zweiten mit einem Tritt zu Boden schickte, „wie könnt ihr es wagen, ihn anzugreifen! Ihr habt wirklich Mut! Wißt ihr, wer dies ist?“


    Einer der beiden erwiderte, „wir wollten bloß den jungen Meister helfen!“


    Long Xiao-Yun antwortete mit harter Stimme, „was willst du tun? Ich sage dir Long Xiao-Yun Sohns, ist auch Li Xun-Huans Sohn! Vergiß die einfachen Lektionen, die du ihm gelernt hast! Selbst wenn er den Bastard getötet hätte, wäre es kein Problem! Von jetzt an will ich nie wieder etwas davon hören! Wer immer es trotzdem wagt, soll wissen, daß er mein Feind wird!“ Fei-Dao stand da und fühlte sich elend. Wenn Long Xiao-Yun ihn angeschrien hätte oder die Freundschaft zwischen ihnen abgebrochen hätte, hätte er sich besser gefühlt. Weil Long Xiao-Yun soviel wert auf ihre Freundschaft legte, fühlte er sich noch schuldiger. Long Xiao-Yun klopfte Fei-Dao auf die Schulter, „seit wann bist du so ängstlich, Bruder? Dieser Bastard wurde viel zu sehr von seiner Mutter verwöhnt! Ich hätte ihm nie Kung-Fu beibringen sollen! Komm, laß uns Wein trinken! Wer zuerst von uns beiden betrunken ist, zahlt fünfhundert Silbertael!“


    In diesem Moment betrat Shi-Yin den Raum und nach all diesen Jahren sah Fei-Dao Shi endlich wieder. Sie war keine vollkommene Schönheit, aber sie war trotzdem eine schöne Frau. Doch nun waren ihre Augen kalt. Fei-Dao hatte jeden Tag, an dem er sie verlassen hatte. ihr Gesicht vor sich gesehen. Doch jedes Mal war sie weit weg und er war aus seinem Traum erwacht. Jedes Mal hatte er den gleichen Schmerz und Einsamkeit gefühlt. Doch nun endlich war sie bei ihm und die Wirklichkeit war grausamer als jeder Traum. Fei-Dao versuchte seine Gefühle zu unterdrücken, als er gezwungen lächelnd fragte, „Schwägerin, wie geht es dir?“


    Tie Chuan Jia wandte sich ab, als er hörte, wie Fei-Dao Shi-Yin Schwägerin nannte. Er wußte nur zu gut, wieviel Schmerz es Wort Fei-Dao verursachte. Die Frau, die er liebte Schwägerin zu nennen und Fei-Dao hatte die Wahrheit nie akzeptiert. Auch wenn er nach außenhin so tat. Doch Shi-Yin sah Fei-Dao noch nicht einmal an, sondern wandte sich dem Kind zu, das sofort laut weinte, „ich kann kein Kung-Fu mehr! Ich bin ein Krüppel! Ich will nicht mehr leben!“


    Shi-Yin nahm das Kind in ihre Arme und fragte mir sanfter Stimme, „wer hat dies getan?“


    Ye Kai hob die Hand, deutete auf Fei-Dao und schrie, „er!“


    Shi-Yin sah auf und zum ersten Mal bemerkte sie Fei-Dao. In ihren Augen stand plötzlich Haß als sie fragte, „du? Du hast ihn wirklich verletzt?“ Fei-Dao war unfähig zu antworten, so nickte er nur. Shi-Yin starrte Fei-Dao einen Augenblick wortlos an, dann sagte sie, „ich wußte schon seit langer Zeit, daß du mich nicht in Frieden leben lassen würdest! Jetzt willst du mir auch noch mein letztes Glück nehmen! Du...“


    Long Xiao-Yun unterbrach sie, „wie kannst du so etwas zu ihm sagen? Es war nicht seine Schuld, es war Ye Kais Schuld! Zudem wußte er zu dieser Zeit noch nicht, daß er unser Sohn ist!“


    Ye Kai schrie wieder, „er wußte es die ganze Zeit! Tatsächlich hatte er mich nicht verletzen! Doch als ich hörte, daß er ein Freund von dir ist, hörte ich auf zu kämpfen und er nutzte dies aus, um mich zu verletzten!“


    Long Xiao-Yun sagte, „wie kannst du es wagen zu lügen, du Bastard?“


    Ye Kai wandte sich weinend an Shi-Yin, „ich lüge nicht, Mutter! Ich lüge wirklich nicht!“


    Long Xiao-Yun ging zornig auf Ye Kai zu. Doch Shi-Yin stellte sich ihm in den Weg, als Long Xiao-Yun schimpfte, „dieser Bastard ist viel zu wild! Wenn er jetzt nicht sofort aufhört Ärger zu verursachen, werde ich ihn zum Krüppel machen!“


    Mit einem Blick auf Fei-Dao lächelte Shi-Yin kalt, „dann mache es und töte mich auch! Ihr Kerle seit eh zu stark! Es ist leicht für euch ein Kind zu töten! Da sollte eine Frau kein Hindernis sein!“


    Long Xiao-Yun fragte, „Shi-Yin, seit wann bist du so unvernünftig?“ Doch Shi-Yin nahm Ye Kai wortlos an der Hand und verließ den Raum.


    Fei-Dao hatte kein Wort gesprochen, doch nun fühlte er sich, als würde sein Herz in Stücke gerissen, als er dachte„wie kann Shi nur so etwas von ihm denken? Shi sollte mich besser kennen als jeder andere Mensch! Sie sollte wissen, daß ich ihren Sohn nie verletzt hätte, lieber wäre er gestorben! Und ich würde jederzeit mein Leben mit Freuden für Shi geben! Shi ist mein Leben, solang ich denken kann, gab es nie einen anderen Menschen dem ich näher stand als Shi! Shi ist mein Leben! Für Shi habe ich all diese Jahr jeden Tag gelitten!


    Long Xiao-Yun seufzte, „bitte vergib ihr, Bruder! Früher war sie vernünftig, doch sobald sie Mutter wurde, verlor sie ihre Vernunft!“


    Fei-Dao flüsterte, „ich weiß, für eine Mutter ist ein Kind immer vollkommen! Auch wenn ich nie Mutter geworden bin, so habe ich doch eine Mutter gehabt! Wenn du nur ein wenig trinkst, um deine Sorgen zu erleichtern, werden sie nicht leichter! Eine kleine Menge Wein erinnert dich nur noch mehr an die Vergangenheit und die schmerzlichen Erinnerungen! Aber wenn du dich richtig betrinkst, vergißt du alles!“


    Es war nicht schwer sich zu betrinken und bald war es dunkel geworden. Fei-Dao hatte viel getrunken, dennoch war er nicht betrunken und als er sich umsah bemerkte er, daß auch die anderen die getrunken hatten nicht betrunken waren. Irgendetwas schien nicht richtig zu sein. Es wurde Mitternacht, als sich die Stimmung plötzlich änderte und jemand sprach, „es ist Mitternacht, warum ist der ehrbare Zhao noch nicht hier?“


    Fei-Dao fragte, „wer ist dieser Zhao Kerl? Habt ihr deswegen mit dem trinken gewartet?“


    Einer der Männer lächelte, „ich möchte es nicht vor Li Tanhua verbergen, aber wenn der ehrbare Zhao kommt, haben wir nicht den Mut zu trinken!“


    Ein anderer Mann fuhr fort, „der ehrbare Zhao ist ernsthaft Zhao Zheng-Yi von den Totally Objective Iron Face! Er ist auch Meister Longs großer Blutsbruder! Du verstehst was ich meine!“


    Fei-Dao lächelte, „in den elf Jahren seit wir uns das letzte Mal trafen, scheinst du dir viele neue Freunde gemacht zu haben! So wie den den großen Bruder! Hast du gedacht, daß ich das nicht weiß?“


    Long Xiao-Yun wurde rot, „mein Bruder ist auch dein Bruder! Komm, trink mit mir!“


    Fei-Dao erwiderte, „das ist nicht schlecht! Ich kann kaum glauben, daß ich jetzt zwei große Brüder habe! Allerdings weiß ich nicht, ob diese Helden mich als Bruder haben wollen!“


    Long Xiao-Yun lachte, „sie wären glücklich darüber! Warum willst du sie unglücklich machen?“


    Fei-Dao wollte erst etwas anderes sagen, doch dann sagte er, „der ehrbare Zhao war immer bei den Totally Objective Iron Face! Ich hörte, es wäre schwer ihn jemals lächeln zu sehen! Wenn ich ihn sehe, werde ich wahrscheinlich die Lust verlieren zu trinken! Ich hätte nie gedacht, daß alle hier mit dem trinken warten!“


    Plötzlich erwiderte Long Xiao-Yun, „der Plum Flower Bandit...“


    Fei-Dao unterbrach ihn, „... ist wieder aufgetaucht! Das habe ich bereits gehört!“


    Long Xiao-Yun fragte, „aber weißt du, wo er ist?“


    Fei-Dao antwortete, „ich habe gehört, daß er nie an einem Ort bleibt!“


    Long Xiao-Yun stimmte zu, „das ist richtig! In der Tat kann er überall sein! Aber ich verspreche dir, daß er gerade jetzt in der Stadt sein muß! Er kann sogar hier in der Nähe des Hauses sein!“


    Fei-Dao stellte fest, „so ist er hier schon einmal erschienen!“


    Long Xiao-Yun bestätigte es, „stimmt! Der älteste Sohn vom dritten Bruder Qin starb vor drei Tagen durch seine Hand!“


    Fei-Dao fragte, „wem hat er sonst noch geschadet?“


    Long Xiao-Yun antwortete, „das weiß ich nicht! Die Person schadet jedes Mal mal nur einer Person und immer nach Mitternacht!“


    Mian Qiang kicherte, „die Art wie er tötet scheint die Gewohnheit von einem Trinker zu sein! Nicht nur von der Uhrzeit her, sondern auch von der Menge!“


    Fei-Dao spannte sich unmerklich an, als er fragte, „was war letzte Nacht?“


    Long Xiao-Yun entgegnete, „die letzte Nacht verlief ruhig!“


    Fei-Dao sagte, „ich denke, daß sein Ziel in dem Fall der junge Meister Qin war! Er wird sich nicht wieder zeigen!“


    Doch Long Xiao-Yun erklärte, „er wird sich früher oder später zeigen!“


    Fei-Dao fragte, „warum? Hat er ein Problem mit dir, großer Bruder?“


    Long Xiao-Yun schüttelte den Kopf, „sein Ziel ist weder Qin Zhong noch ich, sein Ziel ist Lin Xian'Er!“

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  • Fei-Dao fragte, „wer ist sie?“


    Long Xiao-Yun antwortete, „wenn du nicht weißt, wer sie ist, wirst du alt, Bruder! Zehn oder fünfzehn Jahre früher wäre dir ihr Name ebenso bekannt gewesen wie jeder andere!“


    Fei-Dao lachte, „dann muß sie eine Schönheit sein!“


    Long Xiao-Yun sagte, „sie ist nicht nur eine Schönheit, sie ist die schönste Frau in dieser Welt! Doch die Zahl der jungen Helden ist für sie gesunken!“


    Fei-Dao sah sich um, „glaubst du wirklich sie käme wegen mir her? Selbst wenn ich das beste Essen und den besten Wein auf den Tisch stellen würde, würde sie mich nicht ansehen!“


    Long Xiao-Yun sah zwei Männer an, die rot geworden waren und erwiderte, „ihr habt ziemlich viel Glück, zumindest habt ihr jetzt eine Chance! Wäre mein Bruder noch jung, hättet ihr keine Chance!“


    Fei-Dao lachte, „ich bin noch nicht so alt! Mein Körper mag alt sein, aber mein Herz ist noch jung!“


    Long Xiao-Yun lachte, „du hast recht! Obwohl sie zahllose Untertanen hat, ist sie anders als du! Ich denke nicht, daß sie sich um andere sorgt!“


    Fei-Dao seufzte, „leider hat der Wein meine Techniken gesenkt, sie sind nicht mehr das, was sie einmal waren!“


    Long Xiao-Yun entgegnete, „aber du weißt nicht alles! Sie ist nicht nur eine sehr schöne Frau, sondern auch sehr ehrgeizig! Auch wenn sie sagt, daß sie jeden heiraten würde, der Plum Flower Bandit tötet, wird sie nicht jeden heiraten!“


    Fei-Dao stellte fest, „dann ist dies der Grund, warum Plum Flower Bandit so darauf aus ist sie zu töten!“


    Long Xiao-Yun nickte, „ja! Plum Flower Bandit ging vor zwei Nächten in das Cold Fragrance Viertel, um sie zu finden! Doch er wußte nicht, daß Qin Zhong dort war und verletzte ihn!“


    Fei-Dao fragte, „also war Meister Qin einer ihrer Verehrer? Cold Fragrance House stand eine ganze Weile leer! Doch jetzt, wo diese Dame dort lebt, muß es dort viel wärmer sein, wenn es sogar verliebte Jungen nach Mitternacht dort gibt! Dieses Haus, könnte eine Aura der Schönheit sein! Es müßte wirklich glücklich sein! Wenn das Holz wüßte, wer da lebt, würde es von Freude erfüllt sein! In welcher Beziehung stehst du zu dieser Frau, Bruder?“


    Long Xiao-Yun hustete verlegen, „sie und Shi-Yin trafen sich im Tempel und wurden wie Schwestern! Genauso wie du und ich!“


    Fei-Dao fragte, „also versucht der ehrbare Zhao Männer zu ihrem Schutz zu sammeln? Glaubst du, der ehrbare Zhao ist plötzlich ein Romantiker geworden?“


    Long Xiao-Yun überhörte die Anspielung, „es geht ihm weniger um ihren Schutz, er möchte eher Plum Flower Bandit fangen! Zudem spendete schon viele Leute Geld als Belohnung zu seiner Ergreifung! Es befindet sich hier in meinem Haus, falls mir etwas geschieht...“


    Fei-Dao unterbrach ihn, „warum hast du die Verantwortung dafür übernommen?“


    Long Xiao-Yun sagte einfach, „jemand mußte es tun!“


    Plötzlich erhob sich Fei-Dao und stellte fest, „es ist schon Mitternacht! Es kann sein, daß der Bandit heute nicht erscheint und da der ehrbare Zhao noch immer nicht da ist und keiner trinkt, denke ich, ich werde etwas spazieren gehen! Vielleicht werde ich meine alten Freunde, die Pflaumenbäume, besuchen!“


    Long Xiao-Yun stellte fest, „Bruder, du willst wahrscheinlich bestimmt nicht die Pflaumenbäume besuchen, sondern Plum Flower Bandit suchen! Warum willst du dich allein in Gefahr bringen? Gut ich weiß, daß wenn du dir etwas in den Kopf gesetzt hast, man dich nicht davon abbringen kann! Doch wenn Plum Flower Bandit dich hier sieht, wird er es nicht wagen zu erscheinen!“


    Der Garten sah noch genauso aus wie Fei-Dao ihn in Erinnerung hatte. Doch was war mit den Menschen geschehen? Fei-Dao starrte zu dem etwas abseits gelegenen Nebengebäude. Er Kerzenlicht sah und erinnerte sich daran, daß er vor elf Jahren einige Zeit dort gelebt hatte. Doch jetzt war alles Vergangenheit. Er konnte nichts mehr ungeschehen machen. Alles was geblieben war, waren Träume, Einsamkeit und der Wein. Doch auch wenn die Träume schmerzhafte Erinnerungen waren, so würde er ohne die Träume wohl nicht mehr leben. Sie waren sein einziger Halt in seinem Leben geworden. Fei-Dao ging über die Brücke, die über einen Teich führte und sah das Haus zwischen den Bäumen. Dort hatte er früher immer trainiert und Bücher gelesen. Es war still, keiner schien da zu sein. Wenn er in das Haus gehen würde und aus dem Fenster sehen würde, würde er ein anderes Haus sehen können. Das Fenster an der einst die Frau stand die ihn lächelnd angesehen hatte. Es war Mitternacht, die Zeit in der Plum Flower Bandit zuschlug. Doch niemand würde sich um diese Zeit hierher wagen. Er wollte sich nicht wirklich mit Xian'Er treffen. Sie konnte sich nicht lange dort aufhalten. Es wäre zu gefährlich für sie.


    Er wollte nur das Haus wiedersehen. Plötzlich hörte er das leise Lachen einer Frau. Sofort spannte er sich an. Er sah einen Schatten weglaufen, dahinter einen zweiten Schatten. Der zweite Schatten war groß und schnell. Oobwohl der Schatten noch zehn Fuß von ihm entfernt war, konnte Fei-Dao plötzlich die Kälte spüren. Er erkannte, daß das Kung-Fu der Person irgendwie seltsam war. Aber dennoch sehr gut. Konnte dies Plum Flower Bandit sein? Fei-Dao bewegte sich nicht, es war nicht nötig sich in den Kampf einzumischen. Seine Energie war wichtiger. Er erinnerte sich, daß Golden Deng Lie ihn einmal zu einem inneren Kampf herausgefordert hatte, doch er abgelehnt hatte und als Golden Deng Lie wissen wollte warum. Er hatte geantwortet, daß er keine Kuh wäre. Er glaubte daran, daß Kung-Fu eine Kunst war und man sich frei bewegen sollte. Wenn jemand einem zu einem Duell zwang, dann mußte er so dumm wie eine Kuh sei, Doch auch wenn Fei-Dao sein Angebot ablehnte, wurden Golden Deng Lie und er doch Freunde.


    Doch diese Person wollte ihn töten. Er mußte Fei-Dao alle Fluchtwege blockieren. Er würde also in zwei andere Personen laufen und selbst wenn es ihm gelingen würde den Angriff abzublocken, hatte sein Gegner durch seine Initiative einen Vorteil erhalten. Wenn er nicht beim ersten Versuch fliehen konnte, würde keine keine zweite Chance mehr haben. Fei-Dao zog sich zurück und wechselt mit erstaunlicher Schnelligkeit die Richtung. Doch sein Gegner wechselte ebenfalls die Richtung. Fast ohne seine Hand zu bewegen hatte Fei-Dao bereits eines der Flying Dagger geworfen. Die Klinge glänzte kurz im Licht auf, während der Mann sofort umfiel. Fei-Dao ging auf ihn zu. Der Mann hielt sich die Kehle. Blut sprudelte heraus, wo Fei-Daos Messer getroffen hatte. Fei-Dao hob den Dolch auf und seufzte, „wenn du nicht Plum Flower Bandit bist, warum wolltest du mich dann töte? Auch wenn ich dich nicht kenne, weiß ich doch, wer du bist! Du bist der älteste Schüler von Yi Ku! Ich habe dich einmal vor elf Jahren gesehen! Wenn ich einmal eine Person gesehen habe, erkenne ich sie immer!“


    Der Mann rang nach Worten, ich... ich habe dich... auch erkannt!“


    Fei-Dao fragte, „wenn du mich erkannt hast, warum hast du dann versucht mich zu töten? Wolltest du verhindern, daß ich Informationen weitergebe? Doch wenn du dich hier mit jemanden getroffen hast, kann es unmöglich ein Geheimnis gewesen sein!“ Der Mann versuchte zu antworten, hatte jedoch keine Kraft mehr. So fuhr Fei-Dao fort, „ich denke, du wolltest etwas tun, das andere nicht wissen sollten! Darum hast du versucht mich zu töten! Aber zu der Zeit wußtest du noch nicht, daß ich es bin! Als du versuchst hast, mich zu töten, mußte ich dich töten! Du hast dir falsche Person ausgesucht!“


    Der Mann starb, während Fei-Dao ihn ansah und überlegte, „vor zwei Nächten Qin Yiao-Yis Sohn und heute Yi Kus Schüler! Sieht wirklich aus, als hätte Xian'Er viel Zeit und einen guten Geschmack! Alle ihre Bekannten sind berühmte Jugendliche, aber welches junge Mädchen träumt nicht davon ihren Ritter zu treffen? Was ist falsch ein verliebte junger Mann zu sein? Das ist ganz sicher kein Verbrechen! Was hat sie zu verbergen? Was für ein Geheimnis hat sie?

  • Fei-Dao machte sich auf den Weg. Im Cold Fragrance House brannte noch Licht. Es schien, daß die zweite Person hierher geflohen war. Fei-Dao ging nachdenklich weiter. Plötzlich griff jemand Fei-Dao von hinten an. Fei-Daos Körper versteifte sich, als ihm bewußt wurde, das ein Schwert auf ihn gerichtet war. Da er die Klinge im Lichtschein kurz hat aufblitzen sehen. Das Schwert hatte bereits seinen Umhang zerschnitten. In dem kalten Nachtwind überlegte Fei-Dao, warum er ihn nicht töten wollte. Er war elf Jahre durch die Gegend gewandert und nun war er zurückgekehrt. Konnte dies die Begrüßung sein, die man für ihn vorbereitet hatte. Egal, in welche Richtung er ausweichen würde, daß Schwert würde ihn treffen. Er hatte hundert Kämpfe überstanden, doch noch nie war ein Schwert so schnell gewesen. Die Schwertspitze drang durch Fei-Daos Umhang, als er sich schnell umdrehte und die verfehlte ihn knapp. Noch nie war Fei-Dao dem Tod so nah gewesen.


    Sein Gegner war mehr überrascht davon, daß sein Angriff gescheitert war. Zur gleichen Zeit senkte sich die Schwertspitze und stach durch Fei-Daos Umhang. Fei-Daos Dolch hatte das Handgelenk seines Gegners aufgeschnitten. Wieder war der Dolch so schnell, daß man die Bewegung kaum erkennen konnte. Sein Gegner schrie entsetzt auf und zog sich zurück. Plötzlich hörte Fei-Dao Long Xiao-Yun laut rufen, „halt, Bruder!“


    Während Long Xiao-Yun mit einem Jugendlichen und der Person die geflohen war heraustrat. Long Xiao-Yun stand in der Mitte und fragte, „wie habt ihr zwei es nur geschafft in einem Kampf zu geraten?“


    Der Jugendliche sah starrte Fei-Dao an, „wir fanden eine Leiche außerhalb der Bäume! Also dachte ich, daß die Person im Wald Plum Flower Bandit sein müßte!“


    Fei-Dao fragte, „warum hast du nicht gedacht, daß die Person ein Dieb ist?“


    Der Jugendliche lachte kalt, „wie könnte Plum Flower Bandit so leicht sterben?“


    Fei-Dao antwortete, „du meinst, Plum Flower Bandit kann nur durch deine Hand sterben? Sterben...“


    Long Xiao-Yun unterbrach Fei-Dao lachend, „hört auf ihr beiden! Das ganze war nur ein Versehen! Es war gut, daß wir kamen, bevor jemand verletzt wurde!“


    Fei-Dao lächelte, als er das Schwert aus seinen Umhang zog, „großartiges Schwert!“


    Dann warf er dem Jugendlichen das Schwert zu, „da das Schwert berühmt ist, muß auch die Person berühmt sein! Heute war es ein Mißverständnis, aber es war trotzdem nett dich kennenzulernen! Man bekommt nicht jeden Tag ein berühmtes Schwert zu sehen!“ Der Jugendliche nahm das Schwert und zerbrach es. Fei-Dao seufzte, „zu Schade für solch ein großartiges Schwert!“


    Der Jugendliche starrte Fei-Dao an, „ich kann auch ohne dem Schwert töten! Du mußt dir um mich keine Sorgen machen!“


    Fei-Dao lachte, „wenn ich das früher gewußt hätte, hätte ich dich gebeten mir das Schwert zu geben, um es gegen einen anderen Umhang zu tauschen!“


    Der Jugendliche lachte wieder kalt, „vergiß den Umhang, sogar wenn es zehn Umhänge wären, kann ich den Schaden bezahlen!“


    Fei-Dao antwortete, „aber es gibt keinen anderen Umhang wie meinen!“


    Der Jugendliche fragte, „warum nicht? Was ist so besonderes an diesem bunten Umhang?“


    Fei-Dao antwortete ernst, „der Umhang ist nicht bunt, es ist nur so, daß mein Umhang ein Auge hat!“


    Der Jugendliche grinste, „interessant! Deine Worte sind wirklich interessant! Wie kann ein Umhang ein Auge haben?“


    Fei-Dao lächelte, „wenn mein Umhang kein Auge hätte, hätte er dein großartiges Schwert nicht gesehen! Wie hätte ich dann deinen Angriff von hinten ausweichen können?“


    Long Xiao-Yun lachte laut, „ihr zwei könnte einen wirklich zum lachen bringen! Hidden Sword Mansion junger Meister kümmert sich nicht um ein Schwert! Warum kümmerst du dich also um deinen Umhang?“


    Fei-Dao stellte fest, „dann ist dies der junge Meister You Long!“


    Xiao-Yun antwortete, „ja, er ist nicht nur der älteste Sohn von Hidden Dragon, er ist auch der beste von Sword Snow Eagles ältesten Schülern! Ihr solltest euch in Zukunft besser kennenlernen!“


    You Long-Sheng starrte Fei-Dao immer noch kalt an, „ich weiß nicht, ob das möglich ist, aber dein Freund, sein Name...“


    Long Xiao-Yun unterbrach ihn, „...also kennst du ihn nicht! Sein Nachname ist Li! Er wird Li Xun-Huan genannt! In dieser Welt fürchte ist, ist nur dieser Bruder von mir es wert, mein bester Freund zu sein!“ You Long-Shengs Gesicht wurde blaß, als sein Blick zu dem Dolch in Fei-Daos Hand wanderte.


    Fei-Dao dachte, „noch ein weiterer berühmter Jugendlicher!


    Als plötzlich jemand kam und fragte, „wer hat die Person dort draußen getötet?“


    Fei-Dao lächelte, „wer anders als ich könnte es gewesen sein!“


    Zhao Zheng-Yi starrte Fei-Dao scharf an, „du! Ich kenne dich! Egal wo du bist, bringst du den Geruch von Tod mit!“


    Fei-Dao sagte, „die betreffende Person hat es nicht verdient zu sterben!“


    Zhao Zheng-Yi fragte, „weißt du, wer er war?“


    Fei-Dao erwiderte, „leider nicht Plum Flower Bandit!“


    Zhao Zheng-Yi fragte wieder, „wenn du gewußt hast, daß er nicht Plum Flower Bandit war, warum hast du ihn dann getötet?“


    Fei-Dao erwiderte sanft, „auch wenn ich ihn nicht töten wollte, wollte ich auch nicht von ihm getötet werden! Es ist unwichtig! Es ist immer besser zu töten als getötet zu werden!“


    Zhao Zheng-Yi fragte wieder, „dann wollte er dich zuerst töten! Warum?“


    Fei-Dao sagte, „das wollte ich auch wissen! Aber er hat meine Frage ignoriert!“


    Wieder fragte Zhao Zheng-Yi, „warum hast du ihn dann nicht lebend gefaßt?“


    Fei-Dao antwortete, „ich wollte ihn lebend! Aber sobald ein Dolch meine Hand verläßt, habe ich keine Kontrolle mehr über das Leben und Tod eines Gegners!“


    Zhao Zheng-Yi schimpfte, „wenn du schon nach draußen gingst, warum bist du dann nicht wieder zurück gegangen?“


    Fei-Dao lächelte, „weil ich dich wirklich sehen wollte, ehrbarer Zhao!“


    Wütend zeigte Zhao auf Long Xiao-Yun, "sehr gut, dieses Problem hat dein großer Bruder verursacht! Keiner ist dafür verantwortlich!“


    Long Xiao-Yun meinte, „warum so verärgert, großer Bruder? Laß uns ausreden!“


    Zhao Zheng-Yi entgegnete, „was gibt es da noch zu reden! Es ist bereits schwer genug mit Plum Flower Bandit fertig zu werden! Jetzt müssen wir uns auch noch um Green Devil Yu-Ki kümmern!“


    Fei-Dao lachte, „das ist richtig! Ich habe Yu-Kis Schüler Qiu-Du getötet! Wenn er es herausfindet, wird er sicher kommen, um sich zu rächen! Aber er wird nur nach mir suchen! Warum sollte dies den Ehrbaren Zhao Sorgen bereiten?“


    Long Xiao-Yun meinte, „da Qiu-Du nach Mitternacht herkam, hatte er offenbar böse Absichten, Bruder! Du hast ihn nicht zu Unrecht getötet! Wäre ich es gewesen, hätte ich wahrscheinlich das gleiche getan!“


    Zhao Zheng-Yi wandte sich um und ging. You Long-Sheng spottete, „der ehrbare Zhao wird wirklich alt! Während sein Ärger immer mehr zunimmt, verschwindet sein Mut immer mehr! Wirklich, was macht es aus, wenn Yu-Ki kommt? Auf diese Weise kann ich wenigstens die weltberühmten Flying Dagger in Aktion sehen!“


    Fei-Dao erwiderte, „eigentlich mußt du nicht warten bis Yu-Ki kommt, wenn du meinen Dolch sehen willst!“


    You Long-Sheng wollte etwas sagen, doch dann fiel sein Blick auf den Dolch in Fei-Daos Hand, er schwieg und ging ebenfalls. Long Xiao-Yun wollte ihm nachgehen, doch dann hielt er an und schüttelte den Kopf, „auch wenn du nicht wie sie bist und sie auf dich herab sehen, sollten sie doch nicht wütend auf dich sein!“


    Fei-Dao sagte, „wem kümmert das schon? Sie denken bereits jetzt schon, daß ich ihnen keine Hilfe sein werde! Es spielt keine Rolle, ob sie ärgerlich sind! Tatsächlich ist es sogar besser, wenn sie so wütend auf mich sind! Dann werden sie gehen und ich habe wenigstens meine Ruhe!“


    Long Xiao-Yun stellte fest, „trotzdem ist es besser, mehr Freunde zu haben als zu wenig!“


    Doch Fei-Dao erklärte, „wieviel Menschen können in ihrem Leben jemand ihren Freund nennen? Einen Freund wie meinen großen Bruder zu haben ist für mich gut genug!“


    Long Xiao-Yun legte einen Arm auf Fei-Daos Schulter und lachte, „Bruder, allein nur dich das sagen zu hören, ist besser als alle ärgerlichen Freunde!“ Plötzlich begann Fei-Dao wieder zu husten. Long Xiao-Yun sagte, „dein Husten...“


    Doch Fei-Dao unterbrach ihn und wechselte schnell das Thema, „großer Bruder, ich würde jetzt gerne jemanden sehen!“


    Long Xiao-Yun sah plötzlich nachdenklich aus, „wem? Ist es Xian'Er?“


    Fei-Dao lächelte, „du kennst mich wirklich gut, großer Bruder!“


    Jetzt mußte Long Xiao-Yun doch lachen, „ich wußte doch, daß du nicht einfach warten kannst bist du sie siehst! Wenn Li Xun-Huan nicht die schönste Frau der Welt sehen wollte, dann wäre Li Xun-Huan nicht mehr Li Xun-Huan! Wenn du wirklich kamst, um sie zu sehen, dann bist du hier am falschen Platz! Nach den Ereignissen von vor zwei Tagen ist sie aus dem Haus ausgezogen! Sie ist zu Shi-Yin gezogen! Du kannst also die Gelegenheit nutzen und auch Shi-Yin sehen! Sie ist trotz allem noch ein Frau! Du solltest sie ein wenig beruhigen! In Wahrheit ist es nicht so, daß sie nicht weiß wie böse Ye Kai wirklich zu anderen ist! Sie gibt dir nicht wirklich die Schuld daran!“


    Fei-Dao ließ sich den Schmerz bei der Erwähnung von Shi-Yins Namen nicht anmerken und lächelte gezwungen, „da wir schon einmal da sind, sollten wir zu Cold Fragrance House gehen! Vielleicht ist Xian'Er doch dort?“


    Long Xiao-Yun stimmte zu, „das ist in Ordnung! Wie es aussieht, wirst du nicht schlafen können, wenn du sie nicht noch heute Nacht siehst!“

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  • Fei-Dao lächelte, schwieg aber. Nur seinen Augen sah man an, daß er ein Geheimnis in sich trug. Als Fei-Dao eintrat, bemerkte er, daß sich der Raum in den vergangen elf Jahren nicht verändert hatte. Er war noch immer so, wie er ihn in Erinnerung hatte. Alles war noch an seinen Platz, sogar die Stühle, das Papier, die Feder, die Tusche, alles war noch dort, wie vor elf Jahren. Wenn dies elf Jahre zuvor gewesen wäre, hätte vielleicht Shi ihn begleitet! Vielleicht hätte er jetzt einen Pelzumhang getragen oder vielleicht ihr Unterhaltung niedergeschrieben, so daß er sie nie vergessen würde. Doch auch jetzt konnte er die Erinnerungen nicht vergessen, selbst wenn er sie nie niedergeschrieben hatte. Plötzlich meinte Fei-Dao, „elf Jahre, vielleicht noch mehr, manchmal denkt man die Zeit vergeht viel zu langsam, doch wenn sie dann weitergeht, er kennt man, daß sie viel zu schnell vergeht!“


    Long Xiao-Yun fragte, „erinnerst du dich noch an den ersten Tag, als wir hier ankamen? Auch an diesem Tag war ein eiskalter Wind!“


    Fei-Dao flüsterte, „wie könnte ich das jemals vergessen!“


    Long Xiao-Yun lachte, „ich erinnere mich, daß wir betrunken waren! Wir müssen wohl den ganzen Weinkeller in deinem Haus leer getrunken haben! Es war übrigens das einzige Mal, da ich dich wirklich betrunken sah, doch du wolltest es nicht zugeben! Du hast sogar mit mir gewettet, daß du The Eight Qiu Xing ohne Fehler aufschreiben könntest!“ Long Xiao-Yun griff nach der Feder und fuhr fort, „ich erinnere mich, daß du diese Feder benutzt hast!“


    Fei-Dao lächelte voller Schmerz, „ich erinnere mich sogar, daß ich die Wette gewonnen habe!“


    Long Xiao-Yun fragte, „aber du hast nicht gewußt, daß nach elf Jahren dein Pinsel noch immer hier liegen würde!“


    Fei-Dao schwieg, doch dann fragte er plötzlich, „die Feder liegt noch immer hier, obwohl hier jemand anderes gelebt hat?“


    Long Xiao-Yun sagte, „weiß du, es ist seltsam? Es ist fast, als wenn Xian'Er wußte, daß du zurück kehren würdest! Obwohl sie einige Zeit hier lebte, hat sie alles so gelassen, wie es war! Wir haben sie nicht gezwungen dies zu tun, aber...“


    Plötzlich wurden sie unterbrochen als jemand rief, „Meister Long!“


    Long Xiao-Yun öffnete die Tür, „ich bin hier, was ist das Problem?“ Als er sich Fei-Dao zuwandte hatte sich sein Gesichtsausdruck verändert, als er sagte, „Bruder, du...“


    Fei-Dao unterbrach ihn, „ich würde gern noch ein wenig länger bleiben, wenn es kein Problem ist?“


    Long Xiao-Yun lächelte wieder, „natürlich! Es war dein Haus! Doch wenn Xian'Er zurückkehrt, solltest du sie willkommen heißen!“


    Nachdem Long Xiao-Yun gegangen war, verschwand das Lächeln aus Fei-Daos Gesicht. Sein Blick fiel auf den Sessel mit dem Tigerfell, früher saß sein Vater immer in dem Sessel und schrieb bis der Tag kam. Fei-Dao saß oft in dem Sessel. Er hoffte, der Sessel würde nie alt werden, die Schmerzen kennen, doch der Sessel war immer noch der gleich, nur er war ein alter Mann geworden. Unerwartet hörte er eine Frau hinter sich lachen, „wer sagt, daß du ein alter Mann bist?“ Xian'Er betrat den Raum. Die Leute hatten nicht übertrieben, sie war eine Schönheit. Am auffälligsten waren ihre Augen. Kein Mensch konnte diesen Augen widerstehen. Sie sah aus wie ein liebevolles Mädchen, dennoch hatte er sie schon einmal gesehen. Fei-Dao erinnerte sich an die Küche, als sie ihren Körper gegen die Golden Thread Vest eintauschen wollte, während er die Augen schloß. Xian'Er fragte, „warum schließt du deine Augen? Willst du mich nicht sehen?“


    Fei-Dao lachte, „ich habe mich nur an den Tag erinnert, als du deine Kleider ausgezogen hast!“


    Xian'Er wurde rot, „ich hatte eigentlich nicht geplant, daß du mich erkennst! Aber ich weiß, daß dies unmöglich ist!“


    Fei-Dao fragte, „wenn ich dich nach so kurzer Zeit vergessen hätte, wärst du dann nicht enttäuscht?“


    Xian'Er wollte wissen, „als du mich gesehen hast, bist du nicht erschrocken, hast du schon gewußt, wer ich bin?“


    Fei-Dao erwiderte, „es gibt nicht viele Frauen von solcher Schönheit auf der Welt!“


    Xian'Er lächelte, „es war, weil du dich dich daran erinnert hast, daß ich eine von Yu-Kis Schülerinnen bin und dich an Green Devil Hand erinnert hast! Dann hast du Long-Sheng gesehen und dich an das Hidden Sword erinnert, nicht wahr?"


    Fei-Dao sagte, „ich war neugierig herauszufinden, ob du den Mut hast, hierher zu mir zu kommen?“


    Xian'Er seufzte, „eine häßliche Schwiegertochter muß früher oder später ihre Schwiegermutter kennenlernen! Als Bruder Long mich bat zu kommen, ging ich sofort!“


    Fei-Dao fragte, „wirklich? Er hat dir gesagt, daß du hierher kommen sollst?“


    Xian'Er lachte, „du denkst, ich kenne seine Gründe nicht? Er wollte, daß wir für eine Weile allein sind! Vielleicht ist es auch, weil er sich schuldig fühlt, weil er dir...“


    Xian'Er schwieg, als sie sah, wie Fei-Daos Gesicht plötzlich blaß wurde. Fei-Dao schwieg lange Zeit, schließlich sagte er, „er schuldet mir nichts! Keiner schuldet mir etwas! Nur ich schulde anderen Menschen etwas!“


    Xian'Er fragte, „wem bist du etwas schuldig?“


    Fei-Daos Stimme wurde kalt, „ich schulde vielen Menschen etwas! Zu vielen, als daß ich sie zählen könnte!“


    Xian'Er flüsterte, „egal, was du sagst, ich weiß, daß du nicht so bist! Ich habe seit ich klein war, Geschichten über dich gehört! Als ich herausfand, daß du hier schlafen würdest, war ich so glücklich, daß ich nicht schlafen konnte! Sieh, das Zimmer, ist es nicht genauso wie du es vor elf Jahren verlassen hast! Sogar den versteckten Weinkrug hinter dem Bücherregal habe ich dort gelassen! Weißt du warum? Natürlich nicht, ich kann es dir sagen, es war die Art auf der ich mich dir nahe fühlte! Manchmal stellte ich mir vor, ich wäre in dem Zimmer mit dir, du würdest in diesem Sessel sitzen und ich würde mich mit dir unterhalten! Manchmal wachte ich mitten in der Nacht auf und dachte du wärst an meiner Seite! in diesem Bett!“


    Fei-Daos Augen wurden kalt, dennoch sagte er mit sanfter Stimme, „außer mir gab es da wahrscheinlich noch andere Männer!“


    Xian'Er fragte, „glaubst du wirklich, ich hätte jemand in dieses Zimmer gelassen?“


    Fei-Dao erwiderte, „es ist dein Zimmer! Du kannst jeden hier herein lassen!“


    Xian'Er sagte, „du glaubst wirklich, ich hätte You Long-Sheng und Qiu-Du in dieses Zimmer gelassen! Ich versichere dir, sie haben dieses Haus nie betreten! Darum haben sie im Wald gewartet! Wenn ich sie herein gelassen hatte wären sie vielleicht noch am Leben!“


    Fei-Dao erwiderte, „wenn das der Fall ist, warum hast du sie nicht hereingelassen?“


    Xian'Er stammelte, „weil es dein Zimmer ist... ich wollte den...“


    Sie wurde rot und Fei-Dao beendete den Satz, „...Duft erhalten! Jetzt da du es erwähnst, merke ich es erst, es hat tatsächlich einen seltsamen Geruch! Aber nach was? Süß? Schrecklich?“


    Xian'Er senkte beschämt den Kopf, „du verstehst es immer noch nicht! Ich habe diese Dinge nicht gesagt, damit du dich über mich lustig machst! Du weißt es immer noch nicht!“


    Fei-Dao lachte, „wenn es das ist, woran ich denke, habe ich auch ohne Hilfe, eine gute Chance bei dir!“


    Xian'Er stammelte, „wenn ich nicht bereits schon... bereits an dem Tag, dies gefühlt hätte! Warum... warum, hätte ich es dann getan?“


    Fei-Daos erwiderte, „so hast du es getan, weil du mich mochtest? Und ich dachte, du würdest es wegen der Golden Thread Vest tun!“


    Xian'Er stammelte wieder, „natürlich wollte ich die Golden Thread Vest! Doch wenn du nicht der Mann gewesen wärst... dann hätte ich... hätte ich...“


    Fei-Dao stellte fest, „du wolltest beides!“


    Xian'Er entgegnete, „du wirst dich fragen, warum ich die Golden Thread Vest wollte!“


    Fei-Dao nickte, „ich bin ehrlich gesagt neugierig!“


    Xian'Er antwortete, „ich möchte den Plum Flower Bandit selbst töten! Du weißt, daß ich gesagt habe, ich würde denjenigen heiraten, der Plum Flower Bandit tötet! Doch auch wenn ich dies sagte, habe ich dies nicht vor!“


    Fei-Dao fragte, „willst du Plum Flower Bandit töten, damit du mich heiraten kannst?“


    Xian'Er sagte, „ich möchte dies tun, weil ich wirklich nicht heiraten will! Wenn ich Plum Flower Bandit selbst töte, muß ich nicht heiraten!“


    Fei-Dao flüsterte, „keine Frau auf der Welt ist es wert mich zu heiraten! Was ist mit dir?“


    Fei-Dao war Xian'Er Blick nicht entgangen. Xian'Er meinte, „du bist anders! Du unterscheidest dich von den anderen Männer! Die Männer sind wie Hunde! Egal wie ich sie behandle, sie folgen mir, nur du...“


    Fei-Dao fragte, „warum hast du dann nicht die Golden Thread Vest mir überlassen wollen? Wenn ich Plum Flower Bandit getötete hatte, hättest du mich heiraten können! Das ist es doch, was du willst?“


    Xian'Er zögerte, „das ist eine gute Idee! Warum bin ich nicht von selbst darauf gekommen!“


    Fei-Dao lachte, „wer sonst außer mir kann auf eine solch gute Idee kommen!“

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  • Xian'Er verstand den Sinn hinter Fei-Daos Worten nicht. So nahm sie seine Hand, und sagte, "ich weiß, daß Plum Flower Bandit nächste oder übernächste Nacht hierher kommen „ich werde morgen hier auf ihn warten! Du kannst mich als Köder benutzen und ihn dazu bringen zu erscheinen! Du hast die Golden Thread Vest! Selbst wenn du ihn nicht töten kannst, so wirst du wenigsten sicher sein, wenn man ihn fängt...“


    Xian'Er schwieg. Fei-Dao lächelte, „ich werde morgen Nacht kommen! Wenn ich nicht komme, dann...“


    Nun schwieg Fei-Dao. Als Xian'Er ihre Hand wegnahm und auf seine Brust legte, Fei-Dao schließlich meinte, „es scheint, als hättest du schnell gelernt, wie du dich zu benehmen hast! Du hast wirklich gelernt, daß der Mann den ersten Schritt machen sollte!“


    Xian'Er stammelte wieder, „aber du... du willst... willst es nicht!“


    Fei-Daos Augen wurden wieder kalt und auch seine Stimme, „woher willst du das wissen? Ich war nur einmal in meinem Leben ein wahrer Gentleman! Ich habe diese Entscheidung bis jetzt bereut!“


    Xian'Er lachte und tat als wollte sie fliehen. Doch Fei-Dao war schneller und zog sie in seine Arme, „du hast also nicht nur gelernt, daß der Mann den ersten Schritt machen soll, sondern auch gelernt wie man entkommt!“


    Xian'Er sagte, „dies ist, was du mich gelehrt hast, wie man dich verführen soll!“


    Fei-Dao seufzte, „ich habe dir viel zu viel gelehrt! Und du hast viel zu schnell gelernt!“ Fei-Dao ließ Xian'Er los, stand auf und ging zum Fenster, „für heute ist die Vorstellung vorbei! Wenn du noch nicht genug gesehen hast, dann komm morgen wieder vorbei!“


    Draußen lachte eine Stimme, „deine Technik ist wirklich ganz ausgezeichnet! Ich hoffe, dein Dolch ist auch so gut!“


    Xian'Er stellte fest, „das ist You Long-Sheng!“


    Fei-Dao fragte, „hast du Angst, daß er eifersüchtig werden könnte?“


    Xian'Er wurde wütend, „welches Recht sollte er haben eifersüchtig zu sein? Ich glaube nicht, daß ein angeblich gerechter Krieger so etwas tun würde! Ich werde nie wieder mit ihm sprechen!“


    Fei-Dao fragte, „hast du keine Angst, daß er das Hidden Sword wieder zurück haben will?“


    Xian'Er sagte verächtlich, „selbst wenn ich ihm das Schwert vor die Füße werfen würde, würde er es nicht wagen, es anzurühren! Ich sagte dir schon, diese Männer sind wie Hunde! Je mehr du sie anschreist und trittst, desto mehr folgen sie dir und wackeln mit dem Schwanz! Willst du wirklich schon gehen? Warum bleibst du nicht noch ein bißchen?“


    Fei-Dao lächelte, „wenn ich noch länger bleibe, wartet draußen ein Hund auf mich, um mich zu beißen! Dann wird die Angelegenheit nicht mehr so interessant sein!“


    Xian'Er sagte ärgerlich, „er würde es nicht wagen...“


    Doch noch bevor sie zu Ende gesprochen hatte, rief You Long-Sheng etwas weiter entfernt, „die Vorstellung ist vorbei, aber hier fängt gerade eine andere an! Willst du sie dir nicht ansehen?“


    Fei-Dao sagte, „siehst du, ich habe dir gesagt, daß er mich nicht länger hier sitzen lassen wird!“


    Xian'Er rief verärgert, „dieser lästige, kleine Bastard! Bitte, komm morgen! Komm morgen früh!“ Doch Fei-Dao hatte das Haus schon verlassen.


    Kaum hatte Fei-Dao den Wald verlassen, hörte er zwei Männer streiten. An der einen Stimme erkannte Tie Chuan Jia. Als Fei-Dao dort ankam, kämpften bereits zwei Männer mit Handflächen und Fäusten. Fei-Dao hörte Tie Chuan Jia, „du machst dies nur, damit alle sehen wie tugendhaft du bist! In Wahrheit bist du wertlos! Was wenn dein Sohn Hilfe braucht? Keiner hat Schuld daran! Warum versuchst du ihn zu töten?“


    Die Person gegen die Tie Chuan Jia kämpfte, war Qin Xiao-Yi, der kicherte, „wer zum Teufel denkst du eigentlich, daß du bist? Kümmere dich um deine eigenen Angelegenheiten! Wie kannst du es wagen, dich in meine Angelegenheiten zu mischen? Gut, ich werde dich auch verprügeln!“


    You Long-Sheng stand da und sah zu. Long Xiao-Yun wollte eingreifen, als er Fei-Dao sah und zu ihm ging, „Bruder, versuche sie zu beruhigen, noch bevor Plum Flower Bandit da ist! Sie kämpfen gegeneinander, das ist wirklich...“


    You Long-Sheng unterbrach Long Xiao-Yun, „da gibt es eine Redensart, unter einem starken General gibt es keinen schwachen Soldaten! Ich hätte nie gedacht, daß Li Xun-Huans Freund so stark ist! Er ist wirklich böse!“


    Fei-Dao sagte, „ja, er ist ziemlich böse! Aber nur wenn ihn jemand wütend macht!“ Fei-Dao gab You Long-Sheng keine Gelegenheit zu antworten, sondern wandte sich an Long Xiao-Yun, „was geht hier vor?“


    Long Xiao-Yun antwortete, „weil Qin Zhongs Verletzungen so ernst waren, daß man ihm nicht mehr helfen konnte, gab Bruder Qin...“


    Fei-Dao beendete den Satz, „...alle Schuld dem Heiler Mei'Er!“


    Long Xiao-Yun lachte bitter, „das Verhältnis zwischen Vater und Sohn war sehr eng! Es ist also nicht überraschend, daß Bruder Qin so wütend wurde, daß er versehentlich den Heiler Mei'Er verletzte, wenn auch nicht schlimm! Bitte, halte sie auf! Ich weiß, daß Tie Chuan Jia nur auf dich hört!“


    Fei-Dao erwiderte kalt, „warum sollte ich ihn aufhalten? Wenn er es nicht schon tun würde, würde ich es an seiner Stelle tun!“


    Long Xiao-Yun starrte Fei-Dao einen Augenblick ungläubig an und schwieg. Tie Chuan Jias Faust war voller Kraft, auch wenn er nicht seine ganze Kraft einsetzte, steckte eine erschreckend tödliche Wucht dahinter. Qin Xiao-Yi schien fast nicht mehr zu atmen. You Long-Sheng lachte kalt, „ein Freund mit dieser Art von Kung-Fu ist wirklich selten! Jedes Mal, wenn er eine Bewegung macht, könnte man glauben, er hätte bereits getroffen! Diese Art von Faustkampf ist wirklich schwer zu verstehen!“


    Fei-Dao erwiderte, „es ist leicht, wenn der Gegner ausweichen kann! Doch wenn er einen Treffer landet, dann hat sein Gegner ziemliche Schwierigkeiten!“


    You Long-Sheng wollte gerade antworten, als eine Stimme schrie, „was für ein mutiger Hund von Freund! Wie kann er es wagen, jemanden von uns anzugreifen? Und ihr seht zu und es kümmert euch nicht!“


    Zhao Zheng-Yi erschien wütend am Kampfplatz und wollte sich in den Kampf einmischen, als Fei-Dao mit eisiger Stimme sagte, „wenn jemand zahlenmäßig zwei gegen einen gewinnt, werde ich gezwungen sein, mein Dolch zu werfen!“


    Zhao Zhang-Yi wich erschrocken einen Schritt zurück, während er schrie, „du hast einen Freund mitgebracht! Er es wagt jemand der ihm vom Rang her höher steht anzugreifen! Nicht nur, daß du ihn nicht bestrafst, du schützt ihn auch noch! Denkst du es gibt in dieser kriegerischen Welt keine Gerechtigkeit?“


    Fei-Dao fragte, „was für eine Gerechtigkeit? Ist ein Kampf zwei gegen einen gerecht?“


    Zhao Zheng-Yi schrie, „du solltest wissen, daß es nicht um den Kampf geht, sondern daß dein Freund bestraft gehört!“


    Fei-Dao antwortete, „er braucht keine Bestrafung! Aber wenn der Ehrbare Zhao gegen ihn kämpfen möchte, dann geh und hole den ehrbaren Qin hierher! Und kämpfe dann gegen ihn!“


    Zhao Zheng-Yi erwiderte, „was denkt er, daß er es wagen kann mich niederzuschlagen? Er ist es nicht würdig gegen mich zu kämpfen!“

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  • Fei-Dao entgegnete, „daß ist wahr! Da er wirklich niemand niederschlägst, nun Ehrebarere Zhao, möchtest du ihn niederschlagen?“


    Long Xiao-Yun schwieg noch immer, als plötzlich beiden Fäuste mit solcher Wucht zusammenprallten und Qin Xiao-Yi mit einem lauten Knall auf den Boden krachte. You Long-Sheng lachte, „sieht aus als könnte ein Meister keinen gewöhnlichen Mann bestrafen! Aber eigentlich war es anders herum!“


    Zhao Zheng-Yi kniete sich neben Qin Xiao-Yi und flüsterte ihm etwas in Ohr. Zhao Zheng-Yi stand auf und starrte Tie Chuan Jia an, „ich kann wirklich nicht glauben, daß dein Kung-Fu so gut ist! Selbst ich habe es nicht bemerkt! Kein Wunder! Du hast einige raffinierte Tricks angewandt, um ihn zu besiegen!“


    Tie Chuan Jia lachte kalt, „wenn ein Mann einen Kampf verliert, muß der andere eine hinterhältige List angewandt haben! Wenn ich verliere, dann deshalb, weil ich nicht gut genug war! Mir ist diese Ansicht sehr vertraut! Du brauchst sie nicht zu wiederholen!“


    Zhao Zheng-Yi erklärte wütend, „ich denke, du bist ein mutiger Mann, deshalb will ich dich schützen! Verärgere mich nicht!“


    Tie Chuan Jia antwortete kalt, „ich habe bis jetzt auch ohne deinen Schutz gelebt! Ich schätze, ich fange gerade an, mein Leben nicht mehr zu mögen! Wenn du also etwas im Ärmel hast, geh und nutze es!“


    Zhao Zheng-Yi grinste ihn verschlagen an. Dann half er Qin Xiao-Yi hoch und ging. Long Xiao-Yun folgte ihnen und sagte, „wenn es da ein Mißverständnis gibt, können wir darüber reden! Warum...“


    Doch Qin Xiao-Yi unterbrach ihn, „nach allem, was meinem Sohn und mir passiert ist, glaubst du wirklich, daß es da noch Platz zum reden gibt?“ Während Long Xiao-Yun stand da und zusah, wie sie gingen.


    Fei-Dao ging zu Long Xiao-Yun und sagte, „großer Bruder, ich bin kaum zurück und schon habe ich dir so viele Probleme verursacht! Wenn ich gewußt hätte...“


    Doch Long Xiao-Yun unterbrach ihn lachend, „Bruder, sage nicht mehr solche Dinge! Seit wann haben wir uns schon einmal sorgen um Probleme gemacht?“


    Fei-Dao lächelte gezwungen, „Bruder, ich weiß, daß ich die Dinge für dich schwer gemacht habe...“


    Doch wieder unterbrach ihn Long Xiao-Yun, „sorge dich nicht um mich, Bruder! Egal, was du auch tust, ich werde immer an deiner Seite stehen! Der Morgen dämmert fast! Es scheint, als würde Plum Flower Bandit heute nicht mehr erscheinen! Ihr hattet eine lange Reise! Warum ruht ihr euch nicht etwas aus? Ich habe ein Zimmer für dich herrichten lassen, aber wenn du in deinem alten Haus wohnen möchtest, kann ich Xian'Er bitten umzuziehen!“


    Fei-Dao erwiderte, „danke, aber das ist nicht nötig!“ Long Xiao-Yun sah Tie Chuan Jia an, als wollte er etwas zu ihm sagen, doch dann schwieg er und ging.


    Tie Chuan Jia hatte sich gesetzt und sah nachdenklich aus, als er schließlich zu Fei-Dao sagte, „junger Meister, es scheint, als muß ich nun gehen!“


    Fei-Dao sah ihn überrascht an, „du willst gehen? Du willst mich verlassen?“


    Tie Chuan Jia antwortete, „du bist mein Retter! Ich wollte dich solang ich lebe beschützen, aber jetzt kennt Zhao Zheng-Yi meine wahre Identität! Er wird wahrscheinlich gerade jetzt Verbindung zu meinen Feinden aufnehmen! Ich habe mir nie viele Gedanken um mein Leben gemacht! Du mußt dich nicht um mich sorgen, aber...“


    Fei-Dao fuhr fort, „...du willst mich nicht in diese Sache mit hineinziehen nicht wahr?“


    Tie Chuan Jia erwiderte, „ich weiß, daß der junge Meister keine Angst vor Schwierigkeiten hat, aber der Angeklagte vor achtzehn Jahren war ich! Ich möchte nicht, daß der junge Meister wegen mir auch mit beschuldigt wird!“


    Fei-Dao sagte nachdenklich, „es war ein Unfall! In den vergangen achtzehn Jahren hast du mehr gut gemacht als den einzigen Fehler!“


    Tie Chuan Jia entgegnete, „daß wird sie kaum interessieren! Eine Blutschuld kann nur durch Blut bezahlt werden! Außerdem möchte ich zu Heiler Mei'Er, nachdem er verletzt wurde! Ich mir nicht sicher wie weit er kam, aber wie auch immer, er ging nur wegen uns!“


    Fei-Dao fragte, „wo willst du hingehen?“


    Tie Chuan Jia seufzte, „ich weiß es noch nicht, aber ich werde nicht sehr weit weg sein! In einer ruhigen Nacht mit einem hellen Mondlicht, komme ich zurück zu meinem jungen Meister und trinke zusammen mit ihm!“


    Fei-Dao fragte, „bist du sicher?“


    Sie schwiegen einige Zeit bis Tie Chuan Jia schließlich aufstand und Fei-Dao meinte, „wenn du wirklich weggehst, dann lasse mich dich wenigsten ein Stück begleiten!“


    Die Strasse war ruhig, doch auch Fei-Daos Husten konnte die unheimliche Stille nicht durchbrechen bis Tie Chuan Jia schließlich stehen blieb, „irgendwo müssen wir uns trennen, junger Meister! Du solltest nun zurück gehen!“


    Fei-Dao zögerte kurz, „gut, dann gehe ich jetzt zurück! Gib auch dich acht!“


    Tie Chuan Jia nickte, „und du auf dich, junger Meister!“


    Er ging weiter, doch dann wandte er sich noch einmal um, „unwichtig was ist, Meister Long ist ein guter Freund! Vielleicht werde ich in naher Zukunft bald schon wieder in der Nähe meines Meisters sein!“


    Fei-Dao nickte, „vielleicht bleibe ich hier! Es ist nicht so, daß ich irgendwohin gehen müßte!“


    Schließlich ging Tie Chuan Jia. Er mußte das Leben auf der Flucht wieder aufnehmen. Er hatte sich bereits elf Jahre hinter Fei-Dao versteckt. Wenn er ein Feigling wäre, wäre er wahrscheinlich nicht gegangen. Doch er wußte, sich vor sich selbst zu verstecken konnte schmerzhafter als der Tod sein. Er mußte gehen, damit sich Fei-Dao endlich wieder niederlassen konnte. Und Fei-Dao konnte nur in Frieden leben, wenn er weg war. Als Tie Chuan Jia allein war, wurde es ihm erst richtig bewußt, wie still es ohne Fei-Dao war. Auch wenn Fei-Dao meist schweigsam war. Er mußte unter Menschen, auf einen Markt. Er war noch nie auf einem Markt gewesen. Eine alte Frau hielt ihn an, „bist du hier, um Fleisch zu kaufen?“ Tie Chuan Jias Lächeln gefror, als er die alte Frau sah. Tie Chuan Jia wandte sich zu der alten Frau zu, die alte Frau befahl, „folge mir! Tie Chuan Jia, ich habe dich seit siebzehn Jahren gesucht! Hast du wirklich gedacht du kannst mir entkommen?“


    Tie Chuan Jia seufzte, „nun da du mich gefunden hast, habe ich nicht die Absicht zu fliehen!“


    Die Frau ging mit ihm zu einem entlegen Haus. Als sie sich dem Haus näherten rief eine Stimme, „wer ist da?“


    Die alte Frau rief, „ich bin es!“


    Der alte, blinde Mann griff nach einer Axt, „dann ist er wirklich in der Stadt?“


    Die alte Frau antwortete, „Old Turtles Informationen waren wirklich sehr gut! Ich habe ihn gleich mitgebracht!“


    Eine weitere Stimme rief, „ich bin es, der siebte Bruder!“


    Der Mann sah Tie Chuan Jia, „was hast du uns zu sagen, du Bastard?“


    Die alte Frau erklärte, „laßt uns warten bis alle da sind!“


    Bald trafen drei weitere Personen ein und bald hatten sich alle versammelt. Kaum hörte Tie Chuan Jia die Stimme, schloß er auch schon die Augen. Er wollte den Mann nicht mehr sehen. Doch er hörte Zhao Zheng-Yis Stimme, „um Gerechtigkeit in diese kriegerische Welt zu bringen, bin ich sogar bereit zu sterben!“


    Nachdem sich alle einander vorgestellt hatten, sagte Gong Sun-Yu, „mein großer Bruder, Weng Tian-Hao, wurde von diesem Mann getötet!“


    Nachdem alle ihre Geschichte erzählte hatten, sagte Zhao Zheng-Yi, „wenn dies der Wahrheit entspricht, werde ich ihn in tausend Stücke schneiden für sein Verbrechen!“


    Tie Chuan Jia erwiderte, „ich habe es bereits gesagt, ich bin bereit zu sterben!“


    Zhao Zheng-Yi berichtigte, „nicht nur sterben, sondern in tausend Stücke geschnitten zu werden, um Gerechtigkeit in diese kriegerische Welt zu bringen!“

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