Treffen der Helden [Percy Jackson / Harry Potter]

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  • Wie aus meinem Titel zu erkennen, ist das hier ein Crossover von Harry Potter und Percy Jackson. Ich habe schon so viele FanFictions dieser Art gelesen und irgendwie hat mir da immer etwas gefehlt oder der Sinn dahinter hat mir gefehlt. Dennoch fand ich die Idee ganz cool, also habe ich versucht, das was mir bei den anderen Gefehlt hat, bei meinem Crossover hinzuzufügen. Ebenso will ich nicht zu sehr versuchen in die original Geschehnisse einzugreifen, sondern da eine Geschichte drum herum zu basteln. Ich hoffe, dass mir das gelingt. Zur kleinen Info: Es spielt nach "Helden des Olymps 5" und während "Der Orden des Phönix".
    Viel Spaß beim Lesen

    Prolog
    "Herr, dort unten ist nichts!"Der winzige Mann mit dem zerschlissenen Umhang trat hinter dem Mann auf demHügel.
    "Natürlich ist dort etwas, dujämmerlicher Wurm!", zischte die Stimme seines Meisters.
    Der Mann senkte seinen Kopf noch tiefer.Wie sollte er seinem Herren klar machen, dass dort vor ihnen, am Fuße desHügels nichts lag, was von Bedeutung wäre. Die Späher hatten die Gegend umdiesen Hügel erkundet. Dort befanden sich ein paar Erdbeerfelder und einigeGrünflächen am Ufer des Long Island Sound. Nur für diesen Ort hatten sie dielange Reise von England hierher in Kauf genommen.
    Der Meister blickte hoch zu den langenÄsten der Fichte, welche auf dem Hügel stand. Langsam machte er einen Schritt nachdem anderen, seine nackten Füße strichen über das leicht feuchte Gras. Als erfast neben dem Baum stand, erhob er seine Hand. Es sah so aus, als ob er überirgendetwas strich, wie über eine Wand, doch es war nichts zu erkennen.
    "Sehr interessant", murmelteder Meister, mehr zu sich Selber als zu dem Mann hinter ihm. "EinBarriere, die alles im Verborgenen hält."
    Der Mann verstand nicht, wovon sein Herrsprach. Also ging er selbst zu der Fichte und strich durch die Luft, doch erkonnte nichts finden.
    "Geh weiter! In das Talhinunter", forderte ihn der Meister auf. Im ersten Moment zögerte derWinzige, doch dann tat er wie es ihm befohlen wurde. Als er an der Fichtevorbei gehen wollte, zog sich sein Unterleib zusammen und er konnte keinenweiteren Schritt mehr tätigen. Sein Meister befahl ihm immer wieder weiter zugehen, aber nach einigen kläglichen Versuchen gab der Mann das Vorhabenauf.
    Ein schlangenartiges Lachen durchfuhr denWind. Der Meister zog aus seinem schwarzen Umhang einen langen Stab aus Eibenholzhervor. Er ging an dem am Boden liegenden, winzigen Mann vorbei. Der Mannkeuchte erstaunt auf, ohne jegliche Probleme durchschritt sein Herr die Stelle,an der er immer gescheitert war. Dann erhob der Meister den Stab und roteFunken stoben durch die Luft. Plötzlich baute sich zwischen dem Mann und demMeister eine Mauer auf. Dieswar also die Barriere, von der der Herr gesprochen hatte. Doch wieso ist erdurchgekommen und ich nicht?, fragte sich der Winzige.
    Die Barriere bekam Risse und als der Meistermit seinem Stab vorstieß, zerbrach sie wie ein Spiegel in tausend Scherben. Derwinzige Mann riss die Augen weit auf, nun erstreckte sich unten in dem Tal einCamp, welches still in der Nacht schlafend da lag.
    Jenseits des Hügels näherten sich maskierteGestalten in schwarze Umhänge gehüllt. Die treuen Anhänger des Meisters. Sieversammelten sich alle um ihren Herren und warteten auf weitere Befehle.
    "Ihr wisst was ihr zu tun habt.Bringt mir das Mädchen!"


    Die Maskierten stürmten los, mit erhobenenStäben, bereit alles auf ihrem Weg zu zerstören. Der winzige Mann blieb auf demHügel bei seinem Meister zurück. Dieser erhob seinen Stab in den Himmel undrief: "Morsmordre!"

  • Voldemort macht einen kleinen Abstecher ins Camp-Halfblood? Auch nicht schlecht ;) aber du wiederholst dich wirklich ziemlich oft... du hättest die Namen der Personen an einigen Stellen ruhig nennen können. Der dunkle Lord spricht Wurmschwanz ja gerne mal mit Namen an... und, wenn das hier nach dem Feuerkelch spielt, müsste Wurmschwanz doch seine silberne Hand haben, oder? :P Ist natürlich noch jicht viel, aber ein Crossover zwischen HP und PJ wollte ich schon immer mal lesen ;)

  • @Tnodm0309 Da hast du recht. Ich habe eigentlich an irgendeinen Todesser gedacht in dem Moment und nicht an Wurmschwanz. Aber der könnte es wirklich gut sein. Danke für den Hinweis.

  • Ich veröffentliche einfach schonmal Kapitel 1. Ich hoffe das ist in Ordnung. Schätze, dass die Kapitel immer so im Abstand von einer Woche kommen, denn ich habe bis jetzt schon 14 Kapitel fertig. Aber jetzt geht es erstmal mit der richtigen Story los.


    Kapitel 1
    Percy
    Alpträume raupten mir mal wieder die Nacht. Seitdem wir Gaia besiegt hatten, war in den beiden Camps wieder etwas Ruhe eingekehrt, nicht mehr als sonst auch. Doch mich ließen die Ereignisse des vergangenen Abenteuers noch immer nicht los. Jede Nacht führten mich meine Träume zurück in den Tartarus. Immer wieder stand ich zwischen den schwarzen Bäumen, umzingelt von den Arai, den Geistern der Verwünschungen. Sie fügten mir große Schmerzen zu, doch dies war nicht so schlimm wie mit anzusehen, wie meine geliebte Annabeth ohne Augenlicht umher irrte und verzweifelt nach mir rief. Seit diesem Erlebnis habe ich mir geschworen, sie nie wieder alleine zu lassen. Jedes Mal wenn ich von den Albträumen erwachte, vergewisserte ich mich, dass Annabeth neben mir lag. Auch nun streichelte ich über ihr engelsgleiches Gesicht und strich eine ihrer honigblonden Strähnen von der Wange. Bei meiner zarten Berührung kuschelte sie sich mehr in das Kissen und schmiegte sich weiter an mich. Meine geliebte Neunmalklug, dachte ich. Für nichts auf dieser Welt würde ich dich hergeben.
    Plötzlich ertönten laute Geräusche draußen im Camp. Es knallte und donnerte, im ersten Moment dachte man, es würde gewittern, doch bei genauerem Hinhöre, stellte ich fest, dass Zeus mit diesem Krach nichts zu tun hatte.
    Annabeth schreckte aus dem Schlaf hoch und schaute sich panisch um. "Was ist hier los?"
    "Ich weiß es nicht", antwortete ich.
    Wir zögerten nicht lange, sprangen auf, bewaffneten uns und stürmten aus der Poseidon-Hütte hinaus.
    Überall rannten Halbgötter durch die Gegend, die meisten von ihnen waren bewaffnet. Ich stellte geschockt fest, dass einige Hütten brannten und das Camp bereits jetzt verwüstet da lag. Ein grüner Schein durchflutete das Camp. Ich versuchte die Quelle dieses Lichtes auszumachen, konnte sie aber nicht finden. Einige der jüngeren Campbewohner schauten verängstigt gen Himmel. Ich folgte ihren Blicken und auch meine Augen weiteten sich merklich. Eine Art Totenkopf war in den Wolken über uns erschienen, aus dessen Mund eine Schlange ragte. So ein merkwürdiges Symbol hatte noch keiner von uns gesehen, besonders nicht am Himmel, in Zeus' Herrschaftsgebiet.
    Annabeth rannte los, zu ihren Geschwistern aus der Athene-Hütte. Ich drehte Springflut in meiner Hand und hielt nach den Angreifern Ausschau.
    Die Kinder von Ares liefen an mir vorbei, ganz vorne weg Clarisse. Ihre braunen Haare waren zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Sie war eine der Stärksten hier im Camp. Mit ihrem kräftig gebauten Körper erinnerte sie mich manchmal an einen Footballspieler.
    Schnell schloss ich mich der Ares-Truppe an. Sie würden geradewegs auf die Gefahr zu laufen.
    Direkt hinter den Hütten fanden wir die Eindringlinge, in schwarze Umhänge gehüllte Männer mit abscheulichen Totenkopfmasken. Das Merkwürdige an ihnen war, dass sie alle mit hölzernen Stäben bewaffnet waren, aus denen Funken stoben. Ich beobachtete, wie einige Halbblute von Lichtblitzen getroffen wurden und dann nach hinten geworfen wurden.
    Clarisse schrie zum Angriff auf. Mit lautem Gebrüll stürmte die Ares-Hütte auf die Maskierten zu, doch bevor sie sie erreichten, wurden sie zu Boden geworfen. Nur die Hüttenälteste konnte den Blitzen ausweichen. Obwohl sie so kräftig war, konnte Clarisse flink und wendig sein. Sie kam nah genug ran, um einen der Männer mit ihrem Speer zu treffen. Bevor sie einen weiteren Angriff starten konnte, wurde sie seitlich getroffen und ebenfalls knallte sie auf die Erde. Sauer rappelte sie sich auf und hob ihren Speer an.
    "Jackson, steh' da nicht so blöd rum!", rief sie mir zu.
    Ich hatte nicht bemerkt, dass ich die ganze Zeit wie fest gefroren an ein und der selben Stelle stand und das Geschehen beobachtete. Ich erhob Anaklysmos und griff gemeinsam mit Clarisse an. Die komischen Stäbe wurden auf mich gerichtet, rote Blitze schossen auf mich zu, doch ich schaffte es auszuweichen. Mit meinem Schwert zog ich einen der Gestalten über die Brust. Er wurde zu Boden geworfen, aber mit großem Entsetzen stellte ich fest, dass er nicht verwundet war, nur sein Umhang war zerrissen. Er erhob seinen Stab und zielte auf mich.
    "Stupor", rief der Mann vor mir.
    Ein roter Lichtblitz traf mich frontal. Ich wurde zurück geschleudert und spürte noch, wie ich unsanft auf der Erde auftraf. Dann verlor ich das Bewusstsein.

  • Warte mal... Gaia? 8| hab ich da iwas verpasst? Wann wurde gegen Gaia gekämpft, gehts nach Kronos Tod noch weiter? 8|

  • @Tnodm0309
    Das mit Kronos ist ja "Percy Jackson". Danach gibt es noch eine Reihe, bestehend aus 5 Bänden namens "Helden des Olymp". Da Treffen die Welten der griechischen und römischen Götter aufeinander. Zu dem Team von Percy und Annabeth kommen noch 5 neue Mitgleider. Viele neue Charaktere und ein neues Camp mit Halbgöttern. Spannendes Abenteuer.

  • Kapitel 02
    Percy
    "Percy? Algenhirn", erklang eine liebliche Stimme ganz in meiner Nähe. Aber irgendwie klang sie traurig und verzweifelt. "Tu' mir das nicht an, Percy! Hast du mich verstanden? Du darfst mich nicht verlassen. Bitte, Algenhirn! Ich brauche dich." Annabeth Stimme versagte.
    Ich wollte meine Augen öffnen, über ihr Gesicht streicheln und ihr sagen: Hey, Neunmalklug, mir geht es gut. Doch ich brachte kein Wort heraus. Ich war wie gelähmt, kein Muskel regte sich.
    Neben mir spürte ich Bewegung, jemand war an mich heran getreten.
    "Er ist nicht tot, Annabeth", sagte Chiron.
    "Aber ich finde keinen Puls! Und atmen tut auch nicht!" Annabeth schluchzte, dies tat mir im Herzen weh.
    Eine süße Flüssigkeit benetzte meine Lippen, den Geschmack kannte ich gut: Nektar. Das Getränk der Götter. Fast im selben Augenblick spürte ich, wie Leben zurück in meine Glieder schoss. Ich schaffte es meine Finger zu bewegen und schließlich Annabeth' Hand in meine zu nehmen.
    "Percy, kannst du mich hören?", fragte sie sanft.
    Ich öffnete die Augen und schaute direkt in ihre sturmgrauen Augen. Ihr Gesicht hing tief genug über mir, ich müsste nur meinen Kopf etwas anheben um sie zu küssen, doch dieser fühlte sich noch sehr schwer an. Die langen, blonden Haare strichen sanft über meine Wange. Ich räusperte mich und versuchte mich aufzurichten. Aber ich schaffte es nur mit Annabeth' Hilfe.
    Plötzlich schlug sie mich und sofort fing mein Oberarm an zu brennen.
    "Aua!", beschwerte ich mich und schaute sie vorwurfsvoll an. Hatte ich an diesem Tag nicht schon genug durchgemacht? Jetzt wurde ich auch noch von meiner Freundin verprügelt.
    "Tu'! Mir! Das! Nie! Wieder! An!" Dies sagte sie mit voller Stärke und besonders mit viel Nachdruck.
    Als Antwort beugte ich mich langsam zu ihr und gab ihr einen liebevollen Kuss. Dies mein Neunmalklug als Entschuldigung durchgehen, denn kurz darauf lächelte sie mich schon wieder an.
    Chiron war weiter gegangen und verteilte Nektar und Ambrosia an die verwundeten Halbblute. Nicht nur ich war bewusstlos gewesen, noch anderen war es so ergangen wie mir.
    "Wer waren diese Gestalten?" Ich murmelte die Worte mehr in mich hinein, versuchte alles zu erörtern und mir die Frage selber zu beantworten. Doch Annabeth konnte nicht anders als mir zu antworten.
    "Genau weiß ich es auch nicht. Aber eines ist klar: Es waren weder Monster, noch hatten sie göttliches in sich. Sie müssen Sterbliche sein, nur mit Kräften. Denn unsere Waffen konnten sie nicht verletzen."
    "Aber wir konnten sie mit den Waffen berühren. Wären es ganz normale Sterbliche, dann wäre Springflut durch den Körper des Mannes gefahren, ohne dass er etwas spürt."
    Annabeth gab mir recht. Was sehr selten vorkam, denn meistens hatte sie die Dinge schon viel schneller geschlussfolgert als ich.
    Annabeth half mir auf die Füße, sie hielt es für das Beste, wenn ich erst einmal in meiner Hütte etwas ausruhte. Und auch hier behielt sie recht. Ich war immer noch nicht ganz bei Kräften und noch sehr wackelig auf den Beinen.
    Der Ruf eines Horns ertönte und Chirons Stimme erhob sich über das ganze Camp Half-Blood. "Heroen, versammelt euch beim Haupthaus!"
    Das war es wohl mit ausruhen, dachte ich. Mit Heroen waren Annabeth und ich ebenfalls gemeint. Schließlich war wir Hüttenälteste. Irgendwie war es mir klar gewesen, dass der Rat der Heroen noch an diesem Tag zusammentreten würde. Wir hatten es nun mit einem unbekannten Feind zu tun.
    Zusammen liefen wir zu dem hellblauen Haupthaus in der Nähe vom Half-Blood Hill. Das Haus hatte den Kampf ebenfalls nicht ganz unbeschadet überlebt, an einer Seite fehlte ein großes Stück Wand. Auf dem Platz davor hatten sich schon ein paar Heroen versammelt. Doch ein paar würden fehlen. Jason Grace, Piper McLean und Nico di Angelo befanden sich momentan im Camp Jupiter. Jason gab seinen Abschied aus der Legion, schließlich hatte er schon mehr als zehn Jahre gedient. Im Gegensatz zu mir, ich hatte erst einen Strich unter dem S.P.Q.R.-Tattoo und somit gerademal ein Anfänger in der Legion. Piper hatte ihn zur Unterstützung begleitet und Nico besuchte seine Schwester Hazel. Und dann fehlte auch noch Leo Valdez. Seitdem wir vor einem Monat gegen Gaia gekämpft hatten, wussten wir alle nichts über Leos Verbleib. Wir alle vermissten ihn sehr und glaubten alle, dass er noch am Leben war.
    Chiron trat aus dem Haupthaus heraus und die Aufmerksamkeit von uns Heroen richtete sich auf ihn. Annabeth und ich stellten uns zu Will Solace, dem blonden Sohn des Apollo.
    Ich schaute mich in der Runde um und bemerkte, dass noch nicht alle Hüttenältesten anwesend waren.
    Chiron wollte gerade beginnen zu sprechen und ich ihn aufhalten, als ein schwarz haariges Mädchen zu uns gestolpert kam. Ihr Name war Jessica Willson, sie war dreizehn Jahre alt und lebte erst seit drei Wochen hier im Camp Half-Blood. Die Tochter der Hekate war völlig aus der Puste, sie keuchte und konnte kaum sprechen. "Sie... sie haben sie mitgenommen. Die Maskierten..."
    "Wen haben die Eindringlinge mitgenommen?", fragte Chiron sanft und ruhig.
    "Meine Schwester", hauchte Jessica. "Lou Ellen!"

  • Kapitel 03
    Percy


    Alle waren verwirrt. Waren diese Maskierten nur hergekommen, um Lou Ellen zu entführen? Was, bei allen Göttern, wollten sie von ihr?, fragte ich mich.


    Chiron schnaubte, verschränkte die Arme vor der Brust und scharrte mit einem Vorderhuf. Währenddessen war Annabeth zu der jungen Campbewohnerin gelaufen, um sie zu trösten und beruhigen. So war mein Neunmalklug, sie konnte so sanftmütig sein und sie kümmerte sich immer liebevoll um die jüngeren Halbblute im Camp. Aber in einer brenzlichen Situation oder in einem Kampf konnte man sich glücklich schätzen, sie nicht zur Feindin zu haben.


    "Was machen wir nun? Sie befreien?", fragte Will.


    "Natürlich! Was denkst du denn? Ich melde mich freiwillig!", rief Clarisse.


    Dies überraschte mich nicht sonderlich. Die Tochter des Ares hatte schon lange keinen Auftrag erhalten. Wäre Mr. D noch hier, hätte er sie mit Sicherheit direkt losgeschickt. Schließlich war Clarisse eine der wenigen, dessen Namen er sich merken konnte, also eine seiner Lieblinge. Doch glücklicherweise hatte Zeus ihn wieder auf den Olymp beordert. Chiron äußerte sich nicht dazu, er schaute nachdenklich in die Runde, begutachtete jeden der anwesenden Heroen. Ich war froh, dass ich nicht in Chirons Haut steckte. Es war nicht gerade leicht zu entscheiden, wer am Geeignetsten war. So viele starke und mutige Halbblute gab es im Camp, die sich bereits als Helden erwiesen hatten.


    Die braunen Augen des Zentauren richteten sich auf mich. Bitte nicht! Hatte ich nicht gerade erst Gaia besiegt?, konnte ich nur denken. Dies war einer der Nachteile, wenn der Trainingskoordinator große Stücke auf einem hielt. Außerdem würde ich das Camp ohne Annabeth nicht verlassen wollen.


    Chiron setzte zum Satz an, wurde aber jäh unterbrochen, als jemand aus dem ramponierten Haupthaus trat.


    Die roten Locken leuchteten strahlend hell im Licht der aufgehenden Sonne. Das Gesicht von Rachel Elizabeth Dare war jedoch versteinert und ihre grünen Augen wirkten so leblos. Sofort wusste ich, was nun passieren würde: Rachel sprach eine Weissagung aus.


    "Zwei Halbblute gehen fern


    Zur Gottheit, welche wacht über das Tor zur anderen Welt.


    Der Schlüssel liegt in den Schatten verborgen,


    Nur das Kind des Meeres kann ihm dorthin folgen.


    Der fremde Ort voller Wissen und Macht,


    Durch goldenes Haar ans Tageslicht gebracht.


    Versteckt müssen sie unter ihnen wandeln


    Und zusammen gegen das Dunkle handeln."


    Ein Murmeln ging durch die Reihen der Heroen. Ich bemerkte, wie Clarisse mich finster anfunkelte. Der Grund war einleuchtend, die Weissagung bezog sich möglicherweise auf mich. Das Kind des Meeres, mit hoher Wahrscheinlichkeit war ich damit gemeint. Soweit wir hier im Camp wussten, war ich das einzige, lebende Halbblut mit Poseidon oder Neptun als göttlichen Elternteil. Mein Dad hatte mir auch nichts erzählt, welches vom Gegenteil sprach. Wenn ich Recht behalten würde, dann wäre dies bereits die dritte Prophezeiung in der ich drin vorkam. Zweimal war schon selten, doch dreimal? Eigentlich völlig ausgeschlossen. Das dachte vermutlich auch Chiron, dessen besorgter Blick auf mir ruhte.


    "Was soll das denn jetzt bedeuten? Können diese Weissagungen nicht einmal genauer sein?", rief Conner Stoll.


    "Wir brauchen einen Auftrag!", rief sein Bruder Travis.


    Mittlerweile waren noch weitere Halbblute an das Haupthaus heran getreten. Diese stimmten nun zusammen mit den Stoll-Brüdern in laute Rufe ein. "Auftrag! Auftrag! Auftrag!"


    Chiron hob seine Hände und bedeutete allen ruhiger zu werden. "Nun gut! Laut der Weissagung sollen sich zwei Halbblute auf den Weg machen. Da Anspielungen auf ein Kind des Poseidons gemacht wurden, sollte Percy Jackson entsandt werden! Nimmst du den Auftrag an?"


    Ich zögerte, dabei schaute ich Annabeth an. Mich überkam nicht wirklich große Lust, wieder ein Abenteuer zu bestreiten. Eigentlich wollte ich viel lieber die restliche Zeit der Ferien gemütlich im Camp verbringen. Doch was blieb mir anderes übrig? "Ich nehme an! Aber Annabeth wird mich begleiten!"


    Der Zentaur nickte. Ich vermutete, er hatte sich bereits gedacht, dass ich diese Forderung stellen würde. "Damit seid ihr zu zweit, doch ein Einsatz sollte immer von drei Personen bestritten werden! Ich werde Mr. Underwood bitten euch zu begleiten."


    Beinahe wäre ich in Jubelschreie ausgebrochen. Ich freute mich sehr, dass Grover mitkommen sollte. Das Dreier-Gespann ist wieder zusammen auf einer Mission. Dies erinnerte mich an mein aller erstes Abenteuer, kurz nachdem ich erfahren hatte, dass ich ein Halbblut bin.

  • Kapitel 04
    Percy
    Chiron trat hinter mich und legte mir seine Hand auf die Schulter. Nachdem es fest stand, dass Annabeth und ich den Auftrag annahmen, war ich in meine Hütte geeilt, um alles Nötige zusammen zu packen. Im Grunde genommen brauchte ich nicht viel packen, da ich für solche Fälle schon einen Rucksack für Notfälle parat hatte. Trotzdem beeilte ich mich, denn Annabeth und ich wollten direkt aufbrechen und keine Zeit verlieren.
    "Ich hoffe, du hast wirklich kein Problem mit dem Auftrag. Schließlich beginnt dein letztes Schuljahr in einem Monat. Und wie ich gehört habe wollen Annabeth und du danach fürs Studium nach Neu Rom", sprach Chiron.
    Der Zentaur sagte die Wahrheit. Es stimmte, dass meine Freundin und ich Camp Halfblood verlassen wollten im nächsten Sommer, auch wenn es uns schwer fiel. Hier war unser Zuhause, Annabeth war hier aufgewachsen und unsere meisten Freunde lebten hier. Doch hier hatten wir keine Zukunft. Ich wollte meine Freundin dabei unterstützen ihren Traum zu verwirklichen, Architektin zu werden. Leider war ein Leben in der normalen Welt zu gefährlich. Monster würden auf uns aufmerksam werden, so könnten wir nicht in Frieden leben. Wir waren einfach auf den Schutz eines Camps angewiesen, besonders ich als Sohn des Poseidon.
    "Vielleicht zieht sich die Mission nicht so lange hin, damit wir bis Schulanfang zurück sind."
    Chiron nickte mir zu und verließ dann die Hütte.
    Ich vergewisserte mich, dass Springflut in meiner Hosentasche steckte. Zwar konnte ich mein Schwert nicht verlieren, trotzdem fühlte ich mich sicherer, wenn ich es in meiner Tasche spürte.
    Vor der Poseidon-Hütte wartete bereits mein Neunmalklug auf mich und lächelte mir freudig zu. Auch sie hatte einen Rucksack geschultert.
    "Und? Wo geht es als erstes hin?", fragte die Halbgöttin.
    "Gute Frage! Viele Information gibt die Weissagung ja nicht her."
    "So wie fast immer", lachte Annabeth. "Zwei Halbblute gehen fern. Zur Gottheit, welche wacht über das Tor zur anderen Welt. Nur wohin sollen wir fern gehen?"
    "Mmh... Also ich würde gerne meine Mutter zuerst besuchen, um ihr von unserer neuen Mission zu erzählen. Sie wird nicht gerade begeistert sein."
    Annabeth stimmte mir zu. Solange uns noch nichts Besseres einfiel, konnten wir erstmal außerhalb des Camps nach Hinweisen suchen. Gemeinsam gingen wir in Richtung Barriere, die wieder errichtet worden war. Fast hatten wir das Camp verlassen, als eine laute Stimme von hinten erklang. "Hey! Hab ihr mich vergessen? Ich soll euch doch beeilen." Auf seinen braun behaarten Ziegenbeinen galoppierte Grover Underwood zu uns heran.
    "Hallo, mein Freund! Hat der Rat der behuften Ältesten dich gehen lassen?", rief ich ihm entgegen.
    Leicht keuchend hielt er vor uns an. "Der Rat kann mir keine Befehle erteilen. Bin schließlich Mitglied und außerdem der Herr der Wildnis."
    "Dann sind wir ja jetzt komplett. Ganz wie in alten Zeiten", sagte mein Neunmalklug.
    Lachend und in Erinnerungen an alte Missionen schwelgend erreichten wir die Straße. Kurz überlegte ich, wie es nun weitergehen sollte, da legte Annabeth schon zwei Finger an die Lippen und stieß einen lauten Pfiff aus.
    Zwei Lichter erschienen in der Ferne und kamen schnell immer näher. Mit quietschenden Reifen und rumorenden Motor hielt vor uns ein altes, klappriges New Yorker Taxi. Drei gespenstische, uralte Frauen saßen auf der Vorderbank.
    Ich stöhnte hörbar aus und erntete von meiner Freundin einen belustigten Blick. Jede andere Art des Reisens wäre mir lieber gewesen. Bereits in meinem zweiten Jahr im Camp hatte ich Bekanntschaft mit der Kutsche der Verdammten gemacht. Und eins konnte ich sagen, die Fahrt damals hatte ich nicht genossen. Einfacher: Der Fahrstil der drei grauen Schwestern war die Hölle.
    "Bitte nicht damit", quengelte der Satyr.
    Annabeth stemmte die Hände in die Hüfte. "Ach, kommt schon Jungs. So schlimm ist es nun auch nicht. Außerdem könnten sie uns vielleicht helfen."
    Sie ging zu dem Taxi und stieg ein. Widerwillig folgten Grover und ich ihr.
    "Keine Dollar, keine Kreditkarten, nur Drachmen!", sagten die Schwestern synchron.
    "Wir wollen nach Manhattan", sagte ich ihnen.
    "Wie schade, dass wird nur eine kurze Fahrt." Die Frau am Steuer klang enttäuscht, dennoch drückte sie auf der Stelle das Gaspedal durch und Annabeth, Grover und ich wurden in unsere Sitze gedrückt.

  • Kapitel 05
    Annabeth
    Quietschend hielt die Kutsche der Verdammnis in der Straße, in der Sally Jackson wohnte. Zuerst ließ ich die Jungs aussteigen, ich gab den grauen Schwestern die verlangten Drachmen und verließ ebenfalls das Taxi. Erleichtert beobachtete ich, wie das Gefährt sich in Gang setzte und sich dann in Rauch auflöste.
    Ich schaute zu Percy, der mit bleichem Gesicht gegen eine Laterne lehnte. Unwillkürlich musste ich schmunzeln. Trotz allem, was er bereits mitgemacht hatte, konnte ihm eine kurze Fahrt in der Kutsche doch an die Nieren gehen. Ihr Algenhirn war einfach unverbesserlich. Wenigstens hatte er keinen Grünstich wie Grover.
    "Geht es euch wieder gut?", fragte ich, als beide Gesichter langsam wieder eine normale Farbe bekamen.
    "Du kannst gut reden. Wieso hat dich die Fahrt nicht so mitgenommen?", meckerte der Satyr.
    Ich tat diesen Kommentar nur mit einem Schulterzucken ab. Sollte er doch denken, dass es mir nichts ausgemacht hatte, obwohl mein Magen etwas rebellierte. Nur jetzt keine Schwäche zeigen, dachte ich. Diese Genugtuung wollte ich Grover nicht geben.
    Percy stieß sich von der Laterne ab und nahm meine Hand. "Kommt, lasst uns gehen!", sagte er sanft.
    Wir stiegen die Treppen des Apartmenthauses hoch und Percy klingelte an einer Tür. Eine Frau mit langen, braunen Haaren öffnete uns.
    "Hi, Mum!"
    "Oh, Percy! Das ist aber eine Überraschung. Ich dachte, wir sehen uns erst kommenden Monat."
    "Die Pläne haben sich etwas geändert."
    Sally zog ihren Sohn an sich. Dann kam sie zu mir und umarmte mich ebenfalls. Es war schon eine Selbstverständlichkeit, für sie gehörte ich schon zur Familie.
    In der Küche nahmen wir alle an dem runden Tisch Platz.
    "Wo ist Paul?", fragte Percy interessiert.
    "Ihr habt ihn gerade verpasst. Vor etwa zehn Minuten ist er los, um Besorgungen zu machen. Aber nun sagt schon, was euch her führt!"
    "Naja...", fing der Halbgott an. "Wir haben einen neuen Auftrag angenommen. Ich wollte dir Bescheid geben, dass sich die Mission vielleicht etwas hinziehen könnte."
    Sally, die gerade Getränke auf den Tisch stellte, schaute ihren Sohn schockiert an. "Aber du bist doch gerade erst wieder in deinem normalen Alltag angekommen. Das ihr aus Europa zurückgekehrt seid ist noch gar nicht so lange her. Kann nicht ein anderer den Auftrag übernehmen? Die Schule fängt auch bald wieder an. Das sollte Vorrang haben."
    "Eine Camp-Bewohnerin wurde entführt. Sie brauch unsere Hilfe!", schritt ich ein.
    "Und Percy ist der beste Heros den wir haben. Der größte Held unserer Zeit", stimmte Grover eine Lobeshymne an.
    "Das weiß ich doch! Und Percy, ich bin sehr stolz auf dich, du hast Großes geleistet. Trotzdem mache ich mir Sorgen. Irgendwann wirst du noch getötet."
    Percy versuchte seine Mutter zu beruhigen, was ihm einigermaßen gelang.
    Ich konnte Sally gut verstehen. Unsere bisherigen Missionen waren immer sehr gefährlich gewesen und wir waren nur knapp dem Tod entronnen. Auch ich hatte Angst ihn eines Tages zu verlieren. Aber trotzdem waren die ganzen Kämpfe und Missionen ein Teil von uns. So war nun mal das Leben der Halbgötter.
    Sally verließ die Küche, um etwas zu holen, was Percy mitnehmen sollte. Nachdem sie aus dem Raum war, schaute ich zu Percy. Sein Blick war getrübt und ich kannte den Grund dafür. Er hasste es seiner Mutter Sorgen zu bereiten. Liebevoll legte ich meine Hand auf seine. Ich signalisierte ihm, dass ich bei ihm war und ihm beistehen würde. Ein unzertrennliches Team. Natürlich hasste man es, wenn Eltern wegen den Kindern Kummer hatten, doch so war es nun einmal. Sally würde sich mit der Zeit wieder beruhigen.
    Ein lauter Aufschrei drang aus dem Nachbarraum zu uns. Sally. Percy, Grover und ich sprangen auf und rannten zu ihr. Mein Freund hatte sogar Springflut gezogen.
    "Was ist passiert?", rief er aufgeregt.
    "Da ist jemand auf der Feuertreppe", erklärte Sally. "Im ersten Moment dachte ich es sei ein Einbrecher."
    Percy ging zu dem Fenster und schaute hinaus. Plötzlich fing er an zu lachen und öffnete das Fenster.
    "Keine Angst!", sagte er, während ein schwarzhaariger Junge hinein stieg. "Es ist nur Nico."

  • Kapitel 06
    Nico
    "Was führt dich her?", fragte Percy mich.
    "Ich habe Will im Camp besucht. Er hat mir von der neuen Weissagung und eurem Auftrag erzählt. Ich dachte ich könnte euch vielleicht helfen." Alle schauten mich verwirrt an, also sprach ich zögernd weiter. "Naja... Ihr müsst ja Hekate finden und ich bin ihr vor Kurzem begegnet."
    "Hekate?" sagte Percy, der nun noch verwirrter drein blickte.
    "Aber natürlich! Das ich da nicht selber drauf gekommen bin", rief Annabeth in diesem Moment. "Zur Gottheit, welche Wacht über das Tor zur anderen Welt. Hekate ist bekannt als Göttin der Magie, Theurgie und Nekromantie. Aber auch der Wegkreuzungen, Schwellen und Übergänge. SIE ist die Wächterin der Tore zwischen den Welten."
    Nun ging ihnen allen ein Licht auf. Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen, bei dem Gedanken daran, dass mir schneller etwas eingefallen war als der Tochter der Göttin der Weisheit. Und ich war froh, dass ich ihnen eine Hilfe sein konnte.
    Ich berichtete, dass Hekate sich in einer Höhle im Shenandoah National Park befand. Ich war ihr dort begegnet, als ich mich auf einem meiner Streifzüge befunden hatte.
    Wir fingen an zu überlegen, wie wir zu dem National Park kamen. Virginia lag zwar nicht ganz so weit entfernt, trotzdem kam eine Schattenreise nicht in Frage. Dazu waren es zu viele Leute. Gleich zu Anfang stellte der Satyr klar, dass eine weitere Fahrt in der Kutsche der Verdammten nicht in Frage kam. Percy war der Meinung, dass Paul ihm bestimmt nicht sein Auto leihen würde, nachdem das letzte Mal ein Pegasus auf der Motorhaube gelandet war. Nach dem Blick von Sally zu schließen hatte er damit recht. Also blieb uns nichts anderes übrig als mit den öffentlichen Verkehrsmittel der Sterblichen zu fahren.
    Percy verabschiedete sich von seiner Mutter und umarmte sie herzlich.
    "Pass' gut auf dich auf. Gerate nicht in allzu große Schwierigkeiten. Und wenn du irgendwie die Möglichkeit hast, melde dich mal."
    "Ja, Mum, mache ich." Er gab ihr einen kleinen Kuss auf die Wange und dann verließen wir alle die Wohnung.
    Die Fahrt dauerte eine ganze Weile und ein paar Mal mussten wir umsteigen, bis wir endlich unser Ziel erreichten. Eine leichte Anspannung war die ganze Zeit zu spüren. Ich beobachtete, wie Percys Hand immer wieder zu seiner Hosentasche glitte, in der sich vermutlich sein Schwert befand. ER befürchtete jeden Moment von Monstern attackiert zu werden. Meine Anspannung ruhte eher daher, dass um uns herum so viele Leute waren. Noch nie hatte ich mich in großen Menschenmengen wohl gefühlt. Ich war ein Einzelgänger. Monster ließen mich generell in Ruhe.
    "Wo geht es lang?", fragte Percy.
    Noch immer standen wir auf dem Parkplatz, wo wir aus dem Bus gestiegen waren. Ich zeigte auf den Beginn eines Wanderweges, der in westliche Richtung führte. Ich ging voran, hinter mir Grover und das Schlusslicht bildeten Percy und Annabeth. Beide genossen augenscheinlich die Schönheit der Natur, ihre Finger ineinander fest verschränkt. Früher wäre ich bei diesem Anblick eifersüchtig geworden, zu der Zeit als ich gedacht habe, in Percy verliebt zu sein. Doch nun hatte ich Will und darüber konnte ich mich sehr glücklich schätzen.
    Nach einer Weile verließen wir den Wanderweg und liefen durch den Wald bis zu einem Abhang. Er war sehr steil und sie mussten sehr vorsichtig hinunter laufen, da es auch sehr rutschig war, da es in den vergangenen Tagen geregnet hatte. Plötzlich sah ich aus dem Augenwinkel, wie der Satyr den Halt verlor und an mir vorbei schlitterte. Schockiert sah ich zu, wie er sich mehrmals überschlug und gegen ein paar Bäume knallte. Am Fuße des Abhanges blieb er regungslos liegen.
    "Grover!", schrie Percy panisch. Dann nahm er Schwung und rutschte zu seinem Freund hinunter. Ich musste zugeben, es sah sehr elegant und heldenhaft aus, so wie er den Abhang meisterte. Annabeth und ich folgten ihm vorsichtig.
    "Hey, Grover! Kumpel! Wie geht es dir?" Der Halbgott klang sehr besorgt.
    Wir beugten uns über den am Boden Liegenden und vernahmen ein leichtes Stöhnen. Sein Kopf bewegte sich und braune Augen blinzelten zu uns hoch.
    "Wie viele Finger siehst du?", fragte Percy, während er Zeige- und Mittelfinger hoch hielt.
    "Äh... Sechs? Nein, warte... Acht!"
    Percy half Grover sich aufzusetzen. "Das wird schon wieder, Kumpel!"
    Annabeth trat neben mich. "Wie weit ist es noch?"
    "Ich glaube, wir haben es bald geschafft." Ich schaute mich um und erkannte etwas an der Umgebung wieder. "Da der Bach! Wenn wir dem Lauf folgen, müssten wir die Höhle bald erreichen."
    "Dann lasst uns keine Zeit verlieren", sagte Grover, der mittlerweile wieder auf den Beinen stand. Zwar noch etwas wackelig, aber er schien nicht schwer verletzt zu sein.
    Ohne noch weiter zu zögern setzten wir unseren Weg fort.

  • @Jacquy94 Nur als kleiner Tipp, falls du dich fragst, wieso niemand deine Geschichte kommentiert: da du dich selbst nicht für die Geschichten anderer interessierst und nirgends hilfreiche Kommentare dalässt, sehen andere es nicht ein, bei dir zu kommentieren.
    Hier herrscht ein Geben und ein Nehmen, wenn du also Reaktionen erhalten willst, solltest du anfangen, dich auch außerhalb deiner eigenen Projekte im Forum einzubringen :)


    Sometimes, you read a book and it fills you with this weird evangelical zeal, and you become convinced that the shattered world will never be put back together unless and until all living humans read the book.

  • Kapitel 07
    Hekate


    Wie still es war. Nur der leichte Klang des Windes erreichte meine Ohren. Ich genoss die Zeit alleine, schließlich war ich immer alleine gewesen. Erst nach der Schlacht um den Olymp in Manhattan hatte sich einiges geändert. Man hatte mich endlich akzeptiert, mir einen Thron auf dem Olymp gegeben und meinen Kindern eine Hütte im Camp. Dennoch zog ich mich immer wieder in die Einsamkeit zurück.


    Diese Höhle im Shenandoah National Park gefiel mir sehr gut. Es war reichlich Platz um meine kleinen Experimente mit der Magie durch zu führen. Außerdem erinnerte mich die Höhle an die in der alten Welt. Dort war ich einst Demeter begegnet, die verzweifelt nach ihrer Tochter gesucht hat. Ich hatte den Schrei von Persephone paar Tage zuvor gehört, als Hades sie in die Unterwelt zog. Welche Probleme und Leid hatte diese Tat nur mit sich gebracht! Persephone bedeutete ihrer Mutter sehr viel, also tat diese alles um ihre Tochter zurück zu erlangen. Ich beobachtete, wie die Pflanzen eingingen und die kleinen, sterblichen Menschen Hunger erleiden mussten, da der Boden unfruchtbar geworden war. Lange Zeit dauerte es, bis die Pflanzen wieder blühten. Irgendwie konnte ich Demeter verstehen. Ich würde nur ungern eines meiner Kinder in der Hand eines Mannes wie Hades sehen.


    Aber war dies nicht schon geschehen? Ich nahm meine Tochter Lou Ellen Soundso kaum noch wahr. Das Einzige, was ich wusste, war dass sie noch am Leben war. Es war meine Schuld, dies war mir ganz klar. Wegen meiner fehlenden Fürsorge und Ignoranz. Ich habe sie einfach sich Selber überlassen, in dem Denken sie zu schützen. Alles war im Verborgenem geschehen, jedoch schien das nicht genug gewesen zu sein. Bald würde ich dem Olymp berichten müssen, meine Taten offen legen.


    Schon jetzt grauste es mir vor dem Zorn des Zeus. Welche Strafe würde er mir auferlegen? Ich wollte nicht so enden wie Prometheus. Er wurde zwar nicht dafür bestraft, die Menschen erschaffen zu haben, sondern weil er seine Schöpfung liebte und ihnen das Feuer brachte. Wie sehr liebte ich sie? Tat ich das überhaupt? Ich verspürte Zuneigung und ein gewissen Grad an Verantwortung. Doch Liebe? Diese Geschöpfe? Im gewissen Sinne schon, soviel um sie beschützen zu wollen. Meine Schöpfung.


    "Hallo?", erklang eine männliche Stimme vom Eingang meiner Höhle.


    Ich verfluchte mich. In meinen Gedanken vertieft, war ich unachtsam geworden und hatte nicht gemerkt, dass sich jemand näherte. Schnell hüllte ich mich in den Nebel, verbarg meine Präsenz. Wenn es Sterbliche waren, so würden diese mich nicht sehen und hoffentlich bald wieder verschwinden.


    "Hekate, Göttin der Magie", meldete sich nun eine weibliche Stimme. Ich bemerkte sofort, dass sie ihre nächsten Worte mit Bedacht und Weisheit wählte. "Ich bin Annabeth Chase, Tochter der Athene. Bei mir sind Percy Jackson und Nico di Angelo, Söhne des Poseidon und Hades. Sowie der Herr der Wildnis, Grover Underwood. Wir sind gekommen um Eure Hilfe zu ersuchen."


    Die Namen ließen mich hellhörig werden. Sie waren mir nicht unbekannt. Zwei von ihnen waren große Heroen. Gefeiert als Helden des Olymp. Percy hatte ich viel zu verdanken. Dank ihm hatten meine Kinder eine Hütte in Camp Halfblood. Und wer weiß, ob ich ohne ihn einen Sitz auf dem Olymp bekommen hätte. Sie hatten Kronos und Gaia besiegt.


    Ich ließ den Schleier sinken und trat aus der Höhle hinaus. Die Nacht war angebrochen und das Licht des Mondes beleuchtete die Gesichter der vier nur spärlich. Einen von ihnen erkannte ich sofort wieder. Es war nicht allzu lange her, dass der Junge mit den schwarzen Haaren und Augen in dieser Gegend umher gestreift war.


    "Wie kann ich euch helfen?"


    "Es gab eine neue Weissagung. Diese besagt, dass wir zur Gottheit, welche Wacht über das Tor zur anderen Welt gehen müssen", sagte die Tochter der Athene.


    "Camp Halfblood wurde angegriffen. Und die Feinde, sie haben...", der Halbgott namens Percy schluckte, "...sie haben Lou Ellen mitgenommen. Doch wir wissen nicht wohin. Wir wollen sie befreien."


    "Die Angreifer, wie sahen sie aus? Wie haben sie es ins Camp geschafft?"


    Verstohlen schaute Percy zu Annabeth, bevor er antwortete. "Die Barriere wurde einfach zerstört. Sie hatten freien Zugang zum Camp. Alle trugen schwarze Umhänge, viele waren maskiert. Das Merkwürdige war, dass sie uns mit langen Stöcken angegriffen haben, aus denen Funken sprühten."


    Ich seufzte. Meine Befürchtung hatte sich bewahrheitet. Es war also wirklich passiert. Die Welten kollidierten miteinander. Meine Aufgabe wäre es gewesen, dies zu verhindern. Aber ich hatte kläglich versagt.


    "Nun gut! Ich werde euch alles über die andere Welt erzählen müssen."