Der Verliesbaumeister

  • 333 halfevil


    Feilt an euren Fähigkeiten, nicht an den Eitelkeiten.
    Und ihr werdet eines Tages vom Duft der Lorbeeren umgeben sein.


    Fragen zur Kritik werden gerne beantwortet. :)

    2 Mal editiert, zuletzt von Mad Bull () aus folgendem Grund: Ein paar Wörter vergessen. (Grammatik)

  • Hallo Fantasy-Geschichten-Forum,


    Der Verliesbaumeister geht weiter.
    By the Way, mit meiner Kampfansage habe ich mich klar ausgedrückt,
    darum ist es okay, selbiges bei mir tun zu können.
    Harte Kritik im eigenen Ermessen, wichtig in eigener Sache.


    Freundliche Kommentare gehören auch hier dazu.
    Es ist gut, dass es immer ehrlich gemeint gemeint ist.
    Darum empfiehlt es sich, erst danach die anderen Kommentare zu lesen.
    Jedes Kommentar eurerseits wird von mir aufmerksam gelesen.
    Keine Beleidigungen, keine Probleme.
    Nur zu, ich kann schon was vertragen.


    Vale



    5. Kapitel


    … alles andere, aber keine Herrenjahre



    Der nächste Tag beginnt ereignislos. Fast schon wie zuhause. Ums Essen brauchen wir uns nicht zu kümmern. Dafür wird schon gesorgt von den Zwergen. Auch die Gerüchteküche ist heftig am Brodeln. Es steht überhaupt nicht fest, wie lange wir hier bleiben. Ich habe meinen Dienern von den fünf Wintern erstmal nichts gesagt.
    Ich will erst mal sehen, wie gut sie mit der neuen Situation zurecht kommen. Das man in neuen Gegebenheiten verstört ist, ist ganz normal. Nicht jede Gegend ist so gefährlich, wie mein alter dunkler Wald. Doch er war meinen Dienern vertraut. Viele Bestien haben einen Blick für verstörte Neulinge und wissen, dass sie leichte Beute sind. Ohne einen guten ortskundigen Führer ist man so oder so verloren.
    Die Zwergenlakaien haben uns noch darauf hingewiesen in den Gasträumen zu bleiben. Damit uns nicht langweilig wird, haben sie uns eine kleine Gauklertruppe geschickt. Für Unterhaltung ist gesorgt.
    Die wichtigsten Truhen habe ich in mein Zimmer schaffen lassen. Mein kleiner vertrauter Wasserspeier wird ein Auge darauf haben. Das Tolle ist, ich kann dieses magische Wesen damit ein ganzes Leben lang beauftragen Wache zu schieben. Und es wird es tun. Ohne Schlaf, ohne Nahrung.
    Heute hat Sylvana den lieben langen Tag Zeit sich zu kleiden und zu pflegen.
    Wir brauchen uns nicht zu beeilen. Nur das Warten. Bin gespannt wie sich das heute Abend entwickeln wird. Aus Erfahrung weiß ich, daß die andere Seite genauso aufgeregt ist, wie wir. Wahrscheinlich die noch mehr.
    Sylvana ist von dem ganzen Gefolge am routiniertesten. Sie gibt sogar den Waschfrauen Anweisungen, wie sie pfleglich mit unserer Gewandung umzugehen haben.
    Den Zimmerfrauen teilt sie noch weitere Anweisungen mit, mich fragt sie dabei, ob ich auch mit meinem Gästezimmer zufrieden bin. Ich fordere nur weiteres Lesematerial an. Es spiele auch keine Rolle, ob damit der ganze Zimmerboden damit belegt wird.
    Die Zimmerlakaien sind etwas eingespielter, was den Umgang mit Fremden angeht. Ihre ganze Art ist im Großen und Ganzen freundlich und zuvorkommend. Nicht diese schroffe Art, wie man es bei den anderen Zwergen kennt. Als ich noch ein Buch über unterirdisches Leben in die Hand bekommen habe, ist der Nachmittag im Flug vergangen.


    Und schließlich werden wir in die Clanhalle gerufen. Ich habe mich in ein schlichtes schwarzes Gewand geworfen. Es glänzt mit Würde im Licht und brauche dazu keine Zaubersymbole. Sylvana hat die Zeit genutzt, sich richtig schön zumachen. Ihre Haare hat sie hochgesteckt und die weise Strähne sieht man schön an verschiedenen Stellen verlaufen. Dazu trägt sie ein türkisfarbenes langärmeliges Kleid mit elfenbeinfarbenen Blumen. Bis auf einen leichten Ausschnitt ist kaum Haut darauf zu sehen. Zuletzt noch ein rostroter Umhang und schwarze verschnörkelte Sandaletten. Ihre Perlenkette trägt sie weiterhin.
    Wir haben ein großes Buch über alle bekannten Maß- und Gewichtseinheiten, Messwerkzeug, Schreibzeug, und einen Rechenschieber dabei.
    Die Schatzkiste wird wieder von Lumpis Familie hinterher getragen und der andere wertvolle Besitz wird mit der Bewachung unserer Vertrauten, Alfreds Präsenz und weiteren magischen Fallen gesichert. Wir haben den anderen Dienern streng verboten unsere Gemächer zu betreten. Sie wären sonst in Lebensgefahr.


    Die Clanhalle ist jetzt an viele Stellen abgedunkelt worden. Nur unter dem Kristalldach ist sie hell erleuchtet. An dieser Stelle ist auch die Ratsversammlung. Die Tische sind in einem Quadrat angeordnet. In der Mitte der quadratisch angeordneten Tische ist ein großer abgesengter Tisch zu sehen. Die Tische stehen nicht zusammen. Man kann gut zur Mitte kommen. Auf den Tisch in der Mitte sind verschiedene Messwerkzeuge aufgereiht. Auf den anderen Tischen sind Getränke, und diverses Schreibzeug verteilt. Die meisten Zwerge tragen hier dunkelgrüne Gewandung mit Handwerkssymbolen. Gomlan selbst trägt eine weiße Robe und zwei sind in blauen Rauleder gekleidet. An den Tischen ist schweigen zu vernehmen. Wir setzen uns ohne Aufforderung. Die Truhe lassen wir in die Mitte schaffen und Lumpi und sein Gezücht wird wieder weggeschickt. Ihre Arbeit ist hiermit getan. Immer noch wird nichts geredet. Wozu auch? Taten sprechen lauter als Worte.


    Ich gehe zum Tisch, öffne die Truhe und lege auf die Mitte ein paar Schmuckstücke hin.
    Gomlan meint dazu, „Gut so. Der Schatzmeister wird die Stücke jetzt nach und nach begutachten.“ Und schon nähert sich ein Blaugekleideter, krempelt die Ärmel hoch und streckt seine Hände zur Mitte des Tischs. Er wendet mehrmals die Hände und fängt schon mal an die Schmuckstücke zu bearbeiten. Der zweite Schatzmeister stellt eine Waage, ein Wännlein mit einer klaren Flüssigkeit, ein zweites Wännlein, ein Vergrößerungsglas, lange Pinzette und eine Messzange hin. Die Waage ist hochempfindlich. Sie zeigt schon Gewicht, wenn sich nur eine Fliege darauf niederlässt. Der erste Schatzmeister fängt schon an die Schmuckstücke nach und nach mit der Pinzette in die eine Wanne zu tauchen und dann in die andere. Der zweite Schatzmeister stellt ein drittes Wännlein mit einem Gitter drüber und lässt es in Ruhe abtropfen. Wir stellen eine weitere Waage (unsere) auf den Tisch und bemerken beim wiegen keine Widersprüche. Und nun kommen noch weitere Werkzeuge auf den Tisch: Hammer, Weichmetallbohrer und Goldsäge.


    Und jetzt kommt das, wovor mich Sylvana gewarnt hat. Kunstwerke werden kaputt gemacht. Mich stört es nicht wenn was kaputt gemacht wird. Ganz im Gegenteil. Die Geschmeide werden angekerbt, gebohrt und deren Steine herausgepickt wie alte Zähne. Die Steine werden mit Hammerschlägen geprüft ob sie nicht aus Glas sind. Das gekerbte Gold wird wieder in die Wanne gehalten. Was passiert zu unser aller Überraschung? Es fängt an zu brodeln und fauchend zu zischen. Aggressive Dämpfe steigen hoch. Ein deutlicher Beweis, dass dieses eine Goldgeschmeide mit billigerem Metall gestreckt wurde. Ein Trick unter Fälschern ist es, Geschmeide aus Blei herzustellen und das dann mit Gold zu überziehen. Blei ist fast so schwer wie Gold.
    Der Schatzmeister hält uns das verschrumpfte und mittlerweile schwarze Kleinod in Gesichtshöhe. Seine Augen werden zu ganz schmalen Schlitzen und er dreht sich jetzt zu Gomlan um und meint: „Offensichtlich versucht uns da einer zu betrügen. Ich schlage vor, die Beiden wieder auf die Reise zu schicken.“
    Gomlan kommt sofort zu dem Prüftisch gelaufen und mustert das Stück kritisch und frägt uns direkt, nein er verlangt es: „Ich höre?“
    Oh, oh, das ist nicht mehr der Kumpel mit dem ich gestern mit einem Bier ein Schwätzchen gehalten habe.



    Fortsetzung folgt.

    333 halfevil


    Feilt an euren Fähigkeiten, nicht an den Eitelkeiten.
    Und ihr werdet eines Tages vom Duft der Lorbeeren umgeben sein.


    Fragen zur Kritik werden gerne beantwortet. :)

    Einmal editiert, zuletzt von Mad Bull () aus folgendem Grund: Leichtigkeitsfehler.