wenn ich nur über die BRD, oder nur über die DDR schreibe ist immer eine große Gruppe außen vor.
Ich persönlich würde das nicht schlimm finden. Als Kind dieser Zeit bin ich es gewöhnt, nicht viel über das Leben in der anderen Hälfte Deutschlands während der Teilung zu wissen.
Ich glaube, es ist schwer oder gar nicht möglich, die Vorgänge und Veränderungen in beiden Teilen Deutschlands nach der Teilung für die Leser lebendig werden zu lassen. Da wir als Leser bis jetzt immer an der Seite der Hexen waren, wäre es für mich wohl am ehesten nachzuvollziehen, wenn wir auch jetzt in dieser Zeit an ihrer Seite bleiben und ihre Sicht auf die Dinge, die da gerade bei ihnen geschehen, teilen. Über das, was im anderen Landesteil vor sich geht, können wir auch erfahren, aber nur "durch ihre Brille gesehen", also das, was sie aus der Öffentlichkeit bzw. von Patienten erfahren. Oder ob sie selbst mal in der Lage sind, in die jeweils andere Landeshälfte zu reisen (ich merk gerade: Ich weiß nicht, wo steht das Waldschösschen? BRD oder DDR? Das würde sich ja auf die Möglichkeit, zu reisen oder Informationen zu erhalten, gravierend auswirken, denk ich.)
Ob du es überspringen willst (du bist der Chef), bleibt allein dir überlassen. Ich an deiner Stelle würde da abwägen: Gibt es in der Zeit große Ereignisse, die die Hexen betreffen, oder willst du nur beschreiben, wie sie die Zeit erleben? Wenn du den Fokus auf den Hexen halten willst, dann schreibe, was sie erleben, egal welche Zeit gerade ist. Sie leben inzwischen so lange, da kommt es auf die vierzig Jahre "geteiltes Deutschland" nicht wirklich an, denk ich. Pick dir die Rosinen aus, Dinge, die das Leben der Hexen berühren und für uns Leser interessant machen, und lass dich nicht von starren Zeitabschnitten fesseln. Das wäre mein Tipp. Vielleicht hilft's dir ja.