Der weiße Nebel

  • (Weil nur über Grendring schreiben ja auch langweilig ist, habe ich diese Kurzgeschichte in dem Universum geschrieben. Hoffe sie gefällt euch)



    Schon seit Tagen plätscherte der Regen
    auf seinen Hut. Das Leder war völlig aufgeweicht, die Feder hing
    schlaff hinunter. Nichts mehr an ihm verriet, dass er eigentlich der
    Burx von Yatan war, der Besitzer stolzer Ländereien in Rothanien.
    Seine Kleidung und der Brustpanzer waren genauso mit Schlamm
    verschmiert, wie bei dem einfachen Bauern neben ihm, oder dem
    Studenten. Wie lange saß er nun schon an diesem Frontabschnitt bei
    der Belagerung von Yotungang? 2..3 Monate? Kaum einer wusste wie
    lange. Die Tage waren fast so dunkel wie die Nacht, und zu keiner
    Tageszeit hörten die Kanonen auf zu feuern. Langsam wischte er sich
    über die Augen, setzte sich auf den dreckigen und nassen Stuhl im
    Graben. Das Wasser stand knöchelhoch und viele Soldaten der
    Republikaner mussten schon ihre verfaulten Füße geben. Aber war es
    das nicht wert? Er war sich nicht mehr ganz so sicher. Wenigstens
    hielten seine hohen Lederstiefel dicht. Langsam zog er das Schwert
    aus der Scheide, betrachtete die edle, feine Klinge mit Wohlgefallen.
    Ja, das war ein Meisterwerk. Stahl aus Middelien, verziert mit dem
    Wappentier seiner Familie, der zweiköpfige Fuchs, und zwei
    stählernen Händen als Parierstange. Diese Waffe war wohl das
    einzige was noch glänzte. Vorsichtig schob er die Klinge wieder in
    die Scheide, begutachtete seine Pistole. Das Brennpulver war nass,
    ebenso wie der Stein, der es entzünden sollte. Würden die
    Militaristen jetzt einen Ausfall wagen, wären sie wohl in einem
    blutigen Nahkampf gefangen. 2 Mal war das schon passiert. Jedesmal
    hatten sie hohe Verluste zu beklagen. Und wieder schossen die Kanonen
    eine Salve auf die Stadt, die mit Mörserfeuer aus der Stadt
    beantwortet wurde. Reflexartig schmiss er sich in das schlammige
    Wasser, drückte seinen Kopf so tief hinein, wie noch nie. Auch wenn
    es immer nur Sekunden dauerte, bis das Pfeifen zu einem Krachen
    wurde, kam es ihm vor, als wären es Jahrzehnte. Der Ton wurde immer
    tiefer, bis die Kugeln überall einschlugen. Zwei Männer, vielleicht
    30 Meter entfernt von ihm, rissen sie um und entfesselten ein
    lodernes Inferno. Sofort wurde Sand herangetragen, um die Flammen zu
    löschen, bevor sie sich auf dem Wasser im Graben ausbreiteten. Wie
    oft er das schon gesehen hatte in der Zeit. Eigentlich hatten sich
    die Anführer beider Seiten darauf geeinigt diese Waffen nicht zu
    benutzen, aber wer hielt sich schon daran, wenn man verlor? Genauso
    hatten die Republikaner ja auch Ätzkalk in die Festung geschossen
    und ließen bei jeder Salve viele Gegner erblinden oder grausam
    sterben. „Alarn!“, rief es von der Seite, und nur leise nahm er
    es durch ein, ihn völlig umgebenes, Pfeifen war. Langsam rappelte er
    sich auf und sah zur Seite. Einer seiner Kameraden. Zwar war der
    Standesunterschied immens, immerhin waren die Eltern dieses Mannes
    noch Sklaven gewesen, während Alarns Familie schon seit 2
    Jahrhunderten die Burxe von Yatan waren, aber sie verstanden sich
    gut. Und war es nicht das, was zählte? Der Sklave, genannt Gurn, ein
    großer Nordtman mit hellbraunem Haar und einer gräßlichen Narbe im
    Gesicht, klopfte dem kleineren Alarn auf die Schulter. „Befehl von
    ganz oben. Deine und meine Einheiten sollen uns zurückziehen und
    eine Stellung im Hinterland halten, um einen möglichen Entsatz
    abzuwehren.“, sagte Gurn und grinste mit seinem halb zahnlosen
    Gebiss. Alarn nickte stumm und sah sich um. 13 Mann hatte er noch.
    Von 30. Den Rest hatte es hier im Graben dahingerafft. Ihre Füße
    und Beine waren verfault, sie waren erbärmlich verbrannt, wurden
    erschossen oder hatten ihre Lunge ausgehustet, nach den
    Ätzkalkangriffen, die auch die Militaristen benutzten. Er pfiff laut
    und seine Männer sammelten sich bei ihm. Rupe, der gerade erst 14
    Jährige Bauerssohn aus Middelien, der hoffte, dass sich die
    Revolution auch bei ihm in der Heimat durchsetzte, Ilia, die
    Studentin aus Burgrothan, welche andauernd ihre Brille verlor,
    Manesk, der kleinste Nordtman, den er je gesehen hatte, und der Rest.
    Alle sahen ihn erschöpft an, aber immernoch kampfbereit. „In einer
    Stunde marschieren wir ab. Weg von der Front!“, sagte er im
    strengen Befehlston und seine Leute beeilten sich, ihre sieben Sachen
    zusammenzupacken. Gurn machte es fast genauso, nur, dass er
    wesentlich sanfter und umgänglicher war. Insgesamt waren sie dann
    wohl 31 Soldaten. Ein Großteil davon noch halbe Kinder, was
    erwartete das Revolutionskomitee, wenn eine Entsatzstreitmacht
    anrückte? Dass sie durch diese handvoll hungriger und schlecht
    ausgerüsteter Menschen aufgehalten werden würde? Das war doch mehr
    als utopisch. Alarn setzte sich wieder auf den Stuhl und griff in die
    Innentasche seiner Jacke. Das Bild seiner Frau und seiner Tochter.
    Wie lange hatte er sie jetzt schon nicht mehr gesehen? Seitdem der
    Krieg angefangen hatte? Man hatte ihm erzählt, dass Schwarzfieber in
    Yatan grassierte....



    Je weiter sich die Truppen entfernten,
    desto leiser wurde der höllische Chor der Front. Man hörte sogar
    wieder Vögel zwitschern, die Länder waren grün und am Horizont sah
    man sogar einen Wald. Es war so anders, als die ewig graue und
    zerstörte Front. Gurn hatte eine Karte und einen Kompass, führte
    die Truppen nach 2 Tagen zum richtigen Ort. Es war ein halb
    zerstörtes Herrenhaus auf einem Hügel, von dem sie die umliegende
    Gegend gut beobachten konnten. Davor war eine Holzbarrikade errichtet
    worden, sogar mit einem Turm. Alle lachten und stürmten erfreut in
    diese „königliche“ Behausung. Es gab wieder ein Dach über dem
    Kopf, keinen allgegenwärtigen Lärm und vorallem: Sie konnten wieder
    etwas kochen und mussten sich nicht mehr von Trockenfleisch und
    aufgeweichtem, halb verschimmeltem Brot ernähren. Alle richteten
    sich ein. Die beiden Offiziere bekamen das einzige richtige Zimmer,
    aber sie sperrten sich dagegen und benutzten diesen Raum lieber zur
    Lagerung. Wer wusste schon, wie lange sie dort bleiben müssten? Rupe
    wurde auf den Turm geschickt, Ilia stand an der Barrikade und Manesk
    kochte etwas. Interessanterweise war der kleine Nordtman ein
    erstaunlich guter Koch, obwohl er vorher 20 Jahre im Kerker gesessen
    hatte. Manchmal wollte Alarn gar nicht wissen, wie er das wissen im
    Kerker gesammelt hatte. Allerdings war es sicher interessant, wenn
    auch nicht ganz appetitlich. Es nieselte nur noch etwas, also
    beschloss Alarn einen Spaziergang um ihre neue Stellung zu machen. Es
    war nicht groß, aber ließ sich gut verteidigen. Gurn befahl seinen
    Leuten gräben auszuheben, um den Feind, sollte er überhaupt kommen,
    zu behindern. Ebenso wurden Fallen gebaut. Wenn sie auch nur einen
    Monat Zeit hätten, könnten sie diese Stellung zu einer kleinen
    Festung ausbauen.




    Die Tagen vergängen sehr schnell.
    Morgens exerzierte Alarn mit seinen Leuten, danach wurde gegessen.
    Den Rest des Tages wurde gearbeitet. Alarns Einheit befestigte das
    Haus selbst, während Gurns Leute die Barrikaden ausbauten und die
    Gräben zogen. Zwei Leute standen jedoch immer auf Wache. Nach einer
    Woche war das Herrenhaus schon wieder mit Wänden versehen, auch wenn
    sie größtenteils nur aus Holzplanken bestanden. Aber wenigstens
    konnte der Feind so nicht sehen, wenn darin ein Feuer loderte. Die
    Barrikaden waren verstärkt worden, und ein Graben war um die
    Stellung gezogen worden. Laut Alarns Rechnung hatten sie noch für 3
    Tage etwas zu essen, dann sollte besser Nachschub kommen...



    Doch der kam nicht. Es kam ein Reiter,
    jedoch von der anderen Seite. „Ergebt euch oder sterbt!“, war die
    Aussage, die er traf. Er trug die rote Uniform der Militaristen. Gurn
    und Alarn saßen zusammen im Lagerraum, überlegten was sie tun
    sollten. Doch die Entscheidung war klar. Lieber würden sie alle
    drauf gehen, als die Armee komplett aufgerieben zu sehen. Rupe und
    Ilia wurden losgeschickt, um Bescheid zu geben. Sie sollten
    allerdings getrennt Wege gehen, falls einer erwischt wird. Mitten in
    der Nacht rannten sie los. Die anderen bemannten die Barrikaden.




    Der Mond strahlte kein bisschen, schien
    das nicht mit ansehen zu wollen. Nicht nur, dass es stockfinster war.
    Nein, es schien als würde jegliche Helligkeit sogar noch
    verschwinden. Die Dunkelheit war beinahe schon fest geworden.
    Aufmerksam sah Alarn in Richtung der möglichen Feinde. Absolute
    Stille, niemand atmete, kein Vogel sang für sie. Nichts. Plötzlich,
    wie ein kleiner Funke, strahlte kurz etwas am Horizont. „In
    Deck...!“, schrie Alarn nachdem er viel zu lange überlegt hatte,
    was es war. Der relativ leise Knall hätte es ihm schon verraten
    müssen. Bevor alle lagen, schlug die Kugel ein. Einer von Gurns
    Männern wurde komplett aufgelöst. Teile von ihm lagen um sie herum
    und es wirkte, als hätte jemand sein Blut über das halbe Herrenhaus
    verteilt. Zitternd blieben sie alle liegen und drückten die Köpfe
    in die Erde. Bald folgte ein ein Schuss. Doch dieser traf nur
    unterhalb der Barrikaden. Manesk sprang auf und begann zu schreien:
    „Zielt besser ihr Idioten!“; leicht musste Alarn schmunzeln, doch
    ein helles Pfeifen ertönte und Manesk fiel zu Seite, hielt sich den
    Bauchschuss. Sofort kroch Alarn zu ihm und drückte die Wunde fest.
    „Bleibt in Deckung und feuert, sobald ihr etwas seht!“, befahl
    Gurn und die Leute gehorchten. Die Kanone war nur eine Ablenkung
    gewesen. Die Infanterie war schon da. Die Rebellen feuerten, wann
    immer so etwas sahen, hofften einfach nicht getroffen zu werden. Doch
    2 von Gurns Leuten erwischte es. Am Ende der Nacht sah das Fazit wohl
    so aus. 3 von Gurns Leuten tot, und Manesk verstarb am frühen
    Morgen. Sie wurden auf dem Hof des Herrenhauses beerdigt. Alarn sah
    in die Ferne. Das Entsatzheer war einfach zu groß für sie. Er
    zählte 7 Kanonen und dazu gehörten sicher 3000 Soldaten. Aber in
    der Nacht hatten sie 14 Militaristen erwischt. Er stand an der
    Barrikade und starrte nachdenklich auf den Feind. Die Sonne ging
    gerade auf, noch war kein Schuss gefallen. Gurn stellte sich neben
    ihn und strich sich über den Vollbart, schlug sein Beil in einen
    Balken der Barrikade. „Lass uns wenigstens 100 mitnehmen“, sagte
    er dann grinsend und klopfte Alarn auf die Schulter, der nur weiter
    auf den Feind starrte. Die Arme hatte er verschränkt, blickte nur
    geradeaus, aus seinen silbergrauen Augen. Er hatte lange genug
    gelebt. 46 Jahre war er schon alt. Er wollte natürlich trotzdem
    lieber nach Hause als zu sterben, aber es tat ihm leid um all die
    jungen Soldaten, die mit dem Krieg schon aufgewachsen sind. Die Nacht
    über hatte kaum jemand von den Soldaten geschlafen, sie saßen alle
    an der Barrikade und beobachteten die Umgebung. Manesks Geschrei
    hatte sie wachgehalten. Wieder krachte es. Sofort gingen alle in
    Deckung. Die Kugeln trafen 2 mal das Herrenhaus und einmal den Hof,
    der Rest nur den Hügel. Keiner wurde schwer verletzt. „Wie lange
    es wohl dauert, bis sie Ätzkalk nehmen?“, fragte Gurn grinsend,
    als er zu Alarn gekrochen war. Manchmal hasste er den schwarzen Humor
    des Nordtmans, aber was sollte er dagegen tun? Wieder kam ein Reiter
    von den Militaristen. Alarn ließ in ihre kleine Festung. „General
    Lyareg bietet euch eine ehrenhafte Kapitulation an, eure Männer
    gehen in Gefangenschaft, ihr dürft auf euer Gut zurückkehren“,
    sagte der Bote. Alarn sah seine Leute an, die ihn erwartungsvoll
    ansahen. Ohne zu Zögern zückte Alarn die Pistole und zielte auf den
    Boten. „Sagen wir, ich habe erstmal genug vom schönen Leben“,
    sagte er dann trocken und erschoss den Boten. Sie fesselten ihn aufs
    Pferd und schickten es zurück. Kurz nachdem der Bote wieder
    zurückgekehrt war, eröffneten die Kanonen das Feuer. Diesesmal
    wurde Alarns schlimmste Befürchtung war. Die Kugeln explodierten
    über ihnen und gaben das weiße Pulver frei, das man Ätzkalk
    nannte. Alle zogen ihre Mäntel vor den Mund und über die Augen,
    rannten ins Haus und tauchten Taschentücher in die Wasserfässer,
    hielten sich diese dann vor den Mund und die Augen. Nur einer von
    Alarns Leuten schaffte es nicht durchzuhalten. Man bekam sehr wenig
    Luft dadurch und die Panik verstärkte diesen Eindruck noch. Er
    wollte kurz richtig Luft holen und sog voller Elan seinen Tod in die
    Lungen. Er hustete Blut nach einiger Zeit und schrie wie verrückt.
    Seine Augen verbrannten langsam, und die Lunge verklumpte, zersetzte
    sich ebenso. „Tücher auflassen!“; schrie Alarn voller Inbrust
    durch seinen Schutz. Die nächste Salve waren die Brandgeschosse.
    Eines davon setzte den Turm in Brand und ein weiteres von Alarns
    Leuten starb. Brennend fiel er vom Turm. Als sich das weiße Nebel
    gelegt hatte, sah Alarn in Richtung der Feinde. Sie rückten nicht
    vor. Schossen auch nicht mehr. Um die Befestigung herum brannten
    Feuer durch die Geschosse. Langsam erhob sich die Truppe wieder und
    sah in Richtung des Feindes. „Scheiße“, sagte Gurn und meinte es
    sogar ernst. Heute Nacht müssten sie wieder Löcher ausheben.




    Die nächsten Stunden waren die Hölle.
    Alle kauerten sich auf dem Boden zusammen, während die Kanonen eine
    Salve nach der anderen schossen. Das Herrenhaus wurde fast komplett
    zerlegt, ebenso die Barrikaden. Gurn hatte einen großen Holzsplitter
    von diesen im Bein, 2 weitere Leute wurden durch Trümmerstücke und
    Splitter getötet. „Diese Feiglinge“, knurrte Gurn, als er sich
    den Splitter aus dem Bein zog. Alarn drückte sich einfach in den
    Dreck, hielt das Bild seiner Familie fest umklammert. Nach dem
    Sperrfeuer stürmten wieder Truppen vor. Die Republikaner schossen
    aus allen Rohren, nahmen 20 Militaristen mit, bevor diese sich
    zurückzogen. Doch gerade als Alarn sich über den weiteren Sieg
    freute, drehte er sich zur Seite, um zu sehen, ob jemand verletzt
    war. Gurn hatte einen Kopfschuss erlitten. Der Schädel war hinten
    aufgeplatzt und das Innere lag verteilt hinter ihm. Warum gerade die
    guten? Das hatte er sich schon so oft gefragt. Sie schaufelten Gräber
    für ihre Toten und beerdigten sie. Ein Drittel der Verteidiger war
    nun schon tot. Aber dafür hatten sie dreimal mehr Militaristen
    mitgenommen. Jeder General würde sich darüber freuen. Doch welcher
    General sah schon an, wie seine Leute starben, die er lange kannte?
    Die er sogar als Freunde hätte bezeichnen können? Keiner.
    Desillusioniert setzte sich Alarn auf den Boden im Herrenhaus, sah
    die anderen Soldaten an. „Wer dafür ist aufzugeben, ist frei das
    zu tun.“, sagte er dann nur und sah sich um. 5 Leute nickten und
    holten ein weißes Tuch, gingen damit vor die Befestigung.
    Erstaunlicherweise wurden sie nicht direkt erschossen. Aber die
    Gefangenenlager waren auch nicht besser. 15 waren sie nun noch.
    Gerade genug um noch etwas Widerstand zu leisten. Bald ging die Sonne
    wieder unter. Noch einmal aßen sie gut, dachten an ihre Freunde und
    Familien, taten irgendetwas, das ihnen Spaß machte. Alarn saß nur
    auf einem Trümmer und beobachtete den Feind, trank etwas Wein. Die
    lodernen Flammen der eingeschlagenen Geschosse erhellten die Umgebung
    etwas, tauchten sie in einen Lichtschein, als wären sie bei einer
    Beerdigung der Nordtmans. Aber Beerdigung traf es wohl am Besten.
    Seufzend steckte sich Arlan das Bild seiner Familie in die
    Innentasche, direkt über seinem Herzen. Der Mond ging langsam auf,
    schien diesen letzten Abend noch mit ihnen verbringen zu wollen.



    In der Nacht wurden sie wieder
    beschossen. Die Kugeln zerstörten die Barrikaden oder setzten sie in
    Brand, sodass ihre einzige Chance blieb, sich im Inneren des nun
    zerstörten Herrenhauses zu verschanzen. 2 wurden noch von
    Bruchstücken getötet, doch keinen störte es mehr. Bald wären sie
    genauso tot. Vielleicht sogar noch durch eine viel grausamere Art.
    Die Kanonen schwiegen, und man hörte nur das Klappern der sich
    bewegenden Ausrüstung, an den Gürteln und Kordeln der
    marschierenden Soldaten. Wenigstens konnten Alarn und seine Leute
    diese sehen, bevor sie selbst gesehen wurden. Sie schossen gezielt,
    luden nach so schnell sie konnten und schossen wieder. Die Kugeln
    pfeiften bald schon um ihre Köpfe herum, 7 erwischte es sehr schnell
    und der Rest von ihnen verteilte sich, schoss einfach weiter. Nur das
    Pfeifen und Krachen ihrer Gewehre und Pistolen war zu hören, bis
    plötzlich ein Schrei ertönte. „Für Rothanien!“, rief der
    Hauptmann der Militaristen und sie stürmten mit gezogenen Schwertern
    und Beilen auf die Republikaner zu. Diese wechselten auch ihre Waffen
    nach dem letzten Schuss und versuchten im Nahkampf noch so viele
    mitzunehmen wie es ging. Alarn hatte seine Pistole noch geladen,
    kämpfte mit seinem Schwert. Zum Glück war er ein bekannter Fechter
    in Rothanien. Er tänzelte durch die Soldaten, stach mal hier zu,
    schlug hier horizontal auf den Gegner ein. Doch egal wie viele er
    tötete, es kamen immer mehr. Irgendwann sammelte er sich mit seinen
    Mannen in einer Ecke und sie versuchten sich weiter zu verteidigen.
    Plötzlich spürte Alarn einen stechenden Schmerz in seiner Brust.
    Ein Militarist hatte sein Herz durchbohrt. Sein Blick wurde immer
    verschwommener, die Kraft lies nach. Die Zeit verging, als würde sie
    kurz davor sein anzuhalten. Er sah zu seinen Leuten. Sie wurden
    gerade niedergemacht. Mit letzter Kraft hob er seine Pistole, setzte
    sie an seinen Kopf und drückte ab.


    Noch wenige Gedanken gingen durch
    seinen Körper. Ob seine Familie noch lebte?

  • tolle Geschichte gefällt mir sehr gut :D
    sehr detailierte Beschreibungen, das macht die Geschichte lebendig
    die Tippfehler sind nicht schlimm und die Formatierung eigentlich auch nicht. Damit können wir alle leben


    Zitat

    Noch wenige Gedanken gingen durch


    seinen Körper. Ob seine Familie noch lebte?

    Ich glaube das ist etwas unglücklich formuliert (ist das einzige was mir wirklich aufgefallen ist :D)
    seit wann gehen einem Gedanken durch den Körper? Ich glaube du wolltest Kopf schreiben, aber dann hättest du eine Wortwiederholung gehabt. Liege ich da richtig? ;)


    Fazit: Wirklich gut, du solltest mal öfters rein schauen ;)

    "Die höchste Ebene des Kampfes ist es, nicht zu kämpfen."

  • Kann mich Thoran nur anschließen. Super Geschichte, so gefällt mir das :thumbup:

    Zitat

    Die Dunkelheit war beinahe schon fest geworden.

    Das verstehe ich nicht ?(


    EInige kleine Rechtschreibfehler sind drin und die wechselst zwischen den Zeiten, aber nichts weiter schlimmes.


    LG
    ARathorn

  • Die Geschichte ist sher schön, lebendig, dreckig, viele Beschreibungen und Umschreibungen. Man ist richtig dabei, sieht die Situation vor seinem Geistigen Auge und kann mit den Leuten mitfühlen. Quasi Frontbericht von WKI als Fantasy.


    Kleinere Kritikpunkte im einzelnen wären:


    - Zahlen würde ich immer ausschreiben ("zwei" statt "2"), ließt sich einfach besser.


    - Nachdem er abgedrückt hat, gehen im wahrscheinlich keine Gedanken mehr durch den Kopf (sondern kurz vorher).


    - Bei der Überlegenheit (30 gegen 3000) frage ich mich, warum sie das Herrenhaus nicht gleich stürmen (bzw. umzingeln oder einfach umgehen). Es wird nicht klar, warum das Entsatzheer ausgerechnet hier lang muss, 2 Tage von der Front entfernt.


    - Die Motivation von Alarn, lieber zu sterben als in Gefangenschaft zu gehen, müsste noch stärker herausgearbeitet werden.


    Aber das ist Kritik auf hohem Niveau.


    Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.


    Friedrich Schiller

  • Hallo,
    im Großen und Ganzen gefällt mir die Geschichte wirklich sehr.
    Schon seit Tagen plätscherte der Regen


    auf seinen Hut.
    -> Kurze Frage: Heißt das, dass der Mann/die Frau schon seit Tagen da steht?
    Habe ich das richtig verstanden?


    Ansonsten hast du schöne Beschreibungen und Gedanken und Gefühle rein gebracht.
    „Ergebt euch oder sterbt!“,
    -> Schreibt man nicht besser: "Ergebt euch oder ihr werdet sterben!"
    Klingt für mich irgendwie schöner.


    LG justme

    "Aus Asche wird Feuer geschlagen, Aus Schatten geht Licht hervor, Heil wird geborstenes Schwert Und König, der die Krone verlor."
    -Aus Herr der Ringe- Die Rückkehr des Königs


    Lucy: "Wo warst du denn? Warum hast du uns nicht geholfen?"
    Aslan: "Nichts geschieht zweimal auf die selbe Weise, Liebes."


    Lucy: "Wenn ich früher gekommen wäre, würden die, die gestorben sind, noch am Leben sein?"
    Aslan:" Wir erfahren niemals, was passiert wäre, aber was passieren wird, das ist etwas ganz anderes."

  • Hey!
    Mir gefällt deine Geschichte sehr gut :) ab und zu sind ein paar Absätze etwas irritierend gesetzt aber sonst sehr schön
    Es gefällt mir dass deine Geschichte in der "späteren" zeit spielt :D ist mal was anderes :)

    Writers aren't exactly people ... they're a whole bunch of people trying to be one person.
    - F. Scott Fitzgerald