Schreibwettbewerb März/April 2013 - Voting & Siegerehrung

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    • Schreibwettbewerb März/April 2013 - Voting & Siegerehrung

      Welche Geschichte hat euch am Besten gefallen? 8
      1.  
        Geisterhand (4) 50%
      2.  
        Hinter der Fassade (2) 25%
      3.  
        Tödlicher Deal (2) 25%
      Hallo zusammen,

      erstmal möchte ich mich dafür entschuldigen, dass das Uservoting etwas zu spät kommt, aber ich hatte gestern einfach keine Zeit mehr. :thumbdown:

      Hier nun also die 3 Geschichten (chronologisch geordnet), die bei mir eingetroffen sind plus Väterchen Frosts Geschichte, die nicht bewertet wird, da er das Thema gewählt hat.

      Wie besprochen, ist man beim Voten nicht anonym, damit Schummeln nicht möglich ist. Ausserdem dürfen einmal abgegebene Bewertungen nicht mehr verändert werden. Bedenkt das bitte bei eurer Stimmenabgabe!

      Das Voting dauert bis zum 1. Mai 2013 um 23:55 Uhr.

      Viel Spass beim Lesen! :)
    • Geisterhand
      by Radioactive

      Es war einmal eine junge Frau mit großen blauen Augen, die seit vielen Monden auf Wanderschaft war. Sie hatte das Haus ihrer Eltern verlassen und wollte nach ihrem Glück in der Welt suchen. Vielleicht wartet ja jemand auf ihr Kommen oder aber sie fand einen Ort an dem es sich zu leben lohnte.
      So begab es sich nach all den vergangenen Monaten, dass der jungen Frau Seltsames wiederfuhr.
      An diesem Abend kam zu ihr der Geist der vergangenen Jahre. Er erschien ihr an dem Abend, als der erste Schnee sanft zu Boden fiel.
      "Ich grüße dich, junge holde Maid!", wisperte der Geist ihr in das rechte Ohr, auf das es erschrak und sich aufsetzte. Als es sich umblickte konnte es in der Dunkelheit nichts erkennen und auch so blieb der Geist vor ihrem Auge verborgen.
      "Wer seit ihr?"
      "Ich?", fragte die Wisperstimme zurück, gab aber gleich darauf die Antwort. "Ich bin der Geist der vergangenen Tage, Wochen, Monate und Tage!"
      "Und was wollt ihr von mir?", fragte die Frau mit nun sicherer Stimme.
      "Ich möchte der jungen Maid etwas anbieten, dass sie nicht auschlagen kann!"
      "Und was wäre dies?"
      "Ich, als Geist der vergangenen Zeit, weiß welche Wünsche die junge Maid begehrte und immernoch begehrt. Ich will der jungen holden Maid die weitere Wanderschaft ersparen auf das sie gleich ihren Traum erfüllen kann. Doch ich kann es nicht so einfach in Erfüllung gehen lassen. Die holde Maid muss eine Aufgabe bewältigen!"
      "Und die wäre?"
      Da erschien der Geist direkt vor der jungen Wanderin und streckte ihr auffordernd seine hand entgegen. Nach einem kurzen Zögern griff sie nach der Geisterhand und in dem Augenblick, wo ihre Hand die des Geistes berührte durchfuhr sie ein eiskalter Schauer.
      Vom einen zum anderen Moment saß die junge Frau, die nun wieder ein kleines Mädchen war, auf einer mit Blumen übersähten Wiese. Sie trug nun einen feuerroten Umhang und spürte in ihren Rockfalten etwas hartes und langes. Als sie das unbekannte Ding aus den Falten hervorholte sah es, dass es ein kleines silbernes Schwert war.
      Plötzlich ertönte hinter ihr ein Knacken am nahe gelegenen Waldrand und eine Stimme, die wie die des Gesites der vergangenen Jahre klang, sprach zu ihr.
      "So allein an diesem schönen Ort?"
      Das Mädchen verbarg die Klinge wieder hastig zwischen den Rockfalten und blickte sich dann nach dem Sprecher um. Es war ein weißer Wolf mit freundlich dreinblickenden hellbraunen Augen. Er kam zu ihr und setzte sich vor das Mädchen hin. Das Mädchen erinnerte sich an die Worte ihrer Mutter und fürchtete sich vor dem Wolf.
      "Hab keine Angst ich tue dir nichts! Ich bin hier um dir zu helfen nach dem zu suchen, was dein Herz begehrt.", sprach der Wolf und legte den Kopf schief. Da entspannte sie sich.
      "Ich weiß, was du da in deinen Rockfalten hast, holde Maid! Doch die Klinge ist nicht für mein Herz bestimmt. Folge mir und du wirst die hießige Aufgabe erfüllen können."
      Das Mädchen folgte dem Wolf zu einem alten Haus, welches umgeben war von einem schönen Garten.
      Als sich das Mädchen gefolgt von dem Wolf dem Haus noch einen Schritt näherte, stürmte aus der Haustür ein Jägersmann und hielt eine Flinte im Anschlag.
      "Komm zu mir! Schnell!", rief der Mann und das Mädchen gehorchte, nachdem es mit einem Blick über die Schulter das Nicken des Wolfes sah. Als sie die Schwelle des Zaunes überschritt verwandelte sich das schöne Antlitz des Gartens in eine abstoßende Fratze. Die dornenbewehrten Ranken der Rosen wuchsen gierig in die Länge und griffen nach ihren Beinen. Kleine Insekten verwandelten sich in giftiges Getier und der Jägersmann wurde zu einem kleinen häßlichen Gnom und seine Flinte zu einem alten verknorrten Stock. Siegessicher stürmte der Gnom nun vor, um das Mädchen zu überwältigen.
      "Nimm das Schwert und besiege ihn!", rief der Wolf ihr zu.
      Da zog das Mädchen das silberne Schwert und hielt es vor sich mit der Spitze nach vorn gerichtet Der häßliche Gnom, mitten im Lauf und mit einem siegessicheren Lächeln auf der kleinen Fratze, konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. Die Schwertspitze fuhr dem Gnom in die Stirn und tötete ihn auf der Stelle. Als der leblose Körper zu Boden sank riss das Gewicht des Toten zugleich das Schwert aus der Hand des Mädchens. Der Leichnam versank im Boden und so steckte das Schwert aufrecht im Erdreich. Sogleich das Schwert die Erde berührte wurde des Garten wieder schön und das Mädchen wurde wieder zu der jungen Frau, aber sie trug weiterhin die rote Robe. Nun erkannte sie auch, dass es der Garten ihrer Mutter war, in dem sie nun stand. Sie erkannte, dass sie die Schönheit ihrer Heimat in all den vergangenen Jahren nicht anerkannt und akzeptiert hatte. Mit diesen Gedanken regte sich in ihr der Wunsch wieder Heim zu kehren.

      Am folgenden Tag, wachte die junge Frau auf und setzte ihre Wanderschaft bis zum Einbruch der Nacht fort.
      Plötzlich erschien ein zweiter Geist.
      "Ich grüße dich, junge holde Maid!", wisperte der Geist in ihr linkes Ohr, doch die Frau erschrak sich nicht. Auch diesmal konnte sie in der Dunkelheit nichts erkennen und so blieb der Geist zunächst vor ihrem Auge verborgen.
      "Seit ihr ein Freund des Geistes der vergangenen Jahre?"
      "Ja!", antwortete die neue Wisperstimme. "Ich bin der Geist der jetzigen Sekunde!"
      "Und was wollt ihr von mir?", fragte die Frau mit sicherer Stimme.
      "Ich möchte der jungen Maid die zweite Aufgabe überbringen damit sie ihre Träume erreicht!"
      "Und welche wäre die Zweite? Soll ich wieder jemanden töten?"
      "Nein, doch ich darf der jungen Maid nicht mehr sagen!"
      Da erschien der Geist direkt vor den jungen Frau, wie der Andere in der Nacht zuvor und streckte ihr auch seine Hand entgegen. Ohne zu Zögern griff sie nach der Geisterhand und in dem Augenblick, wo ihre Hand die des Geistes berührte durchfuhr sie ein lauwarmer Schauer. Angehemer als der des ersten Geistes und wie in der Nacht zuvor war sie innerhalb eines kleinen Augenblickes an einem anderen Ort. Doch diesmal war sie auf keiner Blumenwiese, sondern in einem finsteren runden Raum und sie trug ein wundehübsches abendblaues Miederkleid und ihre langen Haare waren zu einem langen Zopf zusammengeflochten. Doch auch diesmal fühlte sie das Schwert in ihren Rockfalten, mit dem sich der Gnom zur Strecke gebracht hatte
      Plötzlich ertönte vom Fenster her eine kehlige alte Frauenstimme.
      "Lass dein Haar herunter!"
      Schnell eilte die junge Frau zum Fenster und tat wie ihr die Stimme befohlen hatte. Wenig später stand in dem Raum eine alte Vettel und starrte sie wütend an.
      "Du hast Besuch gehabt!", sprach die Alte und kam auf die junge Frau zu.
      "Ich weiß, was du da in deinen Rockfalten hast, junge Maid! Doch die Klinge ist nicht nur für mein Herz bestimmt. Erfülle die Aufgabe und so bist du deinem Traum ein weiteres Stückchen näher."
      Nach diesen Worten stürmte die alte Vettel unvermittelt auf die junge Frau zu und auch diesmal zog diese das Schwert, um es schützend vor sich zu halten. Doch innerhalb von wenigen Sekunden änderte die alte Frau erstaunlich schnell die Richtung. Der jungen Frau blieben nur Sekundenbruchteile um das Schwert herumzureißen. Die Alte war inzwischen so nahe, dass der Schwertstreich der alten Vettel den Kopf von den Schultern schlug.
      Direkt nach dem Streich erklang eine andere Stimme vom Fenster her.
      "Lass dein Haar herunter!"
      Doch diesmal tat sie nicht wie gehießen, sondern schnitt sich den Zopf ab, befestigte ihn am Fenster und kletterte so am Turm herunter. Keine Sekunde wollte sie länger hier verweilen. Da stand nun plötzlich ein Reiter auf einem weißem Pferd vor ihr und reichte ihr lächeld die Hand.
      Als sie in dem Mann den weißen Wolf aus dem ersten Traum und darinnen den Freund erkannte, welchen sie mit ihrem wortlosen Fortgehen zutiefst verletzt hatte, wusste sie, dass der Turm die Mauer um ihre eigene Seele war. Sie wurde traurig und dachte an all die Zeit, die sie bisher vergeudet hatte und nie merkte, wie wichtig ihr dieser Freund gewesen war. Der Schmerz wurde innerhalb von wenigen Sekunden so stark, dass sie das Schwert nahm und sich selbst für ihre Taten richtete.
      Am nächsten Tag tauchte der dritte Geist auf und betrachtete den leblosen Leichnam der jungen Frau.
      „Du hast dich also entschieden?“, fragte er in die Dunkelheit. Er wusste, dass der Geist der jungen Frau noch an diesem Ort verweilte, doch sie zeigte sich ihm nicht.
      Der Geist schwebte zu dem Leichnam und hauchte ihm einen Geisterkuss auf die Stirn, doch die weit aufgerissenen Augen konnte er leider nich schließen.
      „Komm ich bringe dich nach Hause!“, flüsterte seine Stimme leise und liebevoll. Doch sie offenbarte sich ihm nicht und er wusste ganz genau warum. Sie bereute ihre Taten. Sie bereute dass sie ohne Worte fortgegangen war und was sie alles in der zeit dannach getan hatte. Und nun fürchtete sie die Konsequenzen. Fürchtete das zu verlieren, was sie in ihrem ganzen Leben vermisst hatte. Sie fürchtete sich vor ihren eigenen Tränen...
      Da lächelte der Geist und nahm seine wahre Geistergestalt an. Mächtige Schwingen reckten sich gen Himmel und goldene Schuppen strahlten warm und sanft in der Dunkelheit.
      „Fürchte dich nicht mehr. Ich vergebe dir!“

      Da begann die Luft vor dem goldenen Geisterdrachen zu flimmern und ein kleiner Geist in der Gestalt einer zusammengekauerten Füchsin saß ängstlich vor ihm. Große blaue Augen blickten scheu zu seinem mächtigen Kopf auf.
      Der goldene Drach lächelte, griff das zitternde Wesen und setzte es behutsam auf seinen Rücken.
      Mit zwei Flügelschlägen erhob er sich nun und so entschwanden beide ungesehen durch die Dunkelheit in die Geisterwelt.
    • Hinter der Fassade
      by Skadi

      Die kalten Mauern dieses Turms halten mich gefangen, seit ich mich erinnern kann. Dies ist mein Heim und die Umgebung, die ich gewohnt bin. Rapunzel hat man mich getauft, genau wie die kleine zarte Pflanze, die sich der Sonne entgegenstreckt um zu wachsen. Und tief in mir drin verspüre auch ich diesen Wunsch: die Sonne auf mein Gesicht scheinen lassen und ihre Wärme auf meiner Haut zu spüren. Doch dieser Wunsch wird für immer ein Wunsch bleiben, wie ich nun weiß.
      Das starre Grau der hart gemauerten Steine sind alles, was ich von dieser Welt kenne. Was jenseits meines Gefängnisses existiert – ich kann es nur erahnen. Der einzige Zugang nach Draußen ist das kleine Turmfenster am anderen Ende meiner Kammer. Sonnenlicht fällt in Strahlen durch es hindurch und wärmt den harten Fußboden an der Stelle, wo es ihn trifft. Dieses Fenster ist ein Tor der Wärme und der Hoffnung, des Lichts und der Freiheit. Und dennoch fürchte ich es. Ich fürchte es, da sein sonniges Gemüt eine Verblendung ist. Eine Täuschung! Denn seit je her bringt es mir nichts als Kummer, wann immer eine Stimme vom Fuße des Turms zu mir herauf ruft. Dann steigt bald darauf ein Schatten durch das Fenster und so sehr ich mich nach Gesellschaft sehne, wünsche ich mir in diesen Momenten nichts mehr, als doch wieder allein zu sein.
      So wie jetzt.
      Seine tiefe Stimmt dringt von unten zu mir herauf. Aus Furcht vor dem, was passieren könnte wenn ich nicht tu was er verlangt, helfe ich ihm die steile Turmmauer herauf, auch wenn es mich große Schmerzen kostet, wie das Gewicht eines Mannes an meinen Haaren zieht.
      Genau wie das Fenster durch das er gestiegen kommt, blendet seine Erscheinung und verbirgt das üble Wesen hinter der Fassade. Lügen, nichts als Lügen: das adrette Lächeln, die edle Kleidung und die süßen Worte, mit denen er mich einst dazu brachte ihm Eintritt in meinen Turm zu gewähren – Falsch! Alles falsch, das musste ich nun erkennen.
      Zusammengekauert und zitternd hocke ich auf dem Fußboden, als er auf mich zu kommt. Sein Schatten legt sich über meinen bibbernden Körper. Die breiten Schultern verdecken das einfallende Licht des Fensters völlig und mit einmal kommt mir der Turm noch düsterer und noch kälter vor, als sonst. Die Kälte der Steine kriecht durch meine baren Füße meinen Körper hinauf; die Angst vor dem was gleich geschehen wird, lässt mich starr werden. Mein Kleid ist an vielen Stellen bereits gerissen. Seinetwegen! Erwartet hatte ich einen Prinzen, der mir das gibt, wovon in den Büchern immer gesprochen wird. Liebe, Geborgenheit... . Einen Prinzen, der – nur um mich zu sehen – die Gefahr auf sich nimmt, von einem Turm zu stürzen zu dessen Grundmauern sich ein dichtes Geflecht aus Dornenhecken windet. Einen Prinzen, für den ich bereit wäre meiner Mutter die Stirn zu bieten und mich von ihr loszusagen. Einen Prinzen, der mich aus diesem kalten und beengten Gefängnis befreit.
      Die Realität sieht anders aus. Anstatt mich aus meinem Turm zu erretten, sperrt er mich durch seine Taten in einen emotionalen Käfig. Hundertmal kälter und dunkler als meine Turmkammer. Die blauen Flecken und Schrammen, die seit seinem letzten Besuch an meinem Körper haften, schmerzen noch immer bei jeder Berührung. Mein Körper kann nicht vergessen und meine Seele erst Recht nicht.
      Schon spüre ich wieder seine Hand auf meiner Haut. Sein Griff ist grob und hart. Jetzt zerrt er an meinem Kleid. Ich will nicht, dass er mich berührt! Doch mein Aufschrei, er solle mich in Ruhe lassen, ist nur innerlich. Resigniert lasse ich seine Berührungen über mich ergehen. Mein Körper kommt mir vor, als sei er nur noch ein willenloses Objekt. Lediglich die Schmerzen beweisen mir das Gegenteil. Mir – nicht ihm.
      Ich zucke kurz zusammen, als mein Rücken auf den klammen Boden gedrückt wird. Rote Flecken bilden sich bereits an den Stellen, an denen seine Hände meine Handgelenke fest umpacken und nach unten drücken, damit ich mich nicht wehren kann. Er tut mir weh und das weiß er. Er sieht es in meinen Augen. Dennoch lacht er mich an, als wüsste er nicht um das Leid, dass er mir antut.
      Seine lüsternen Blicke kann ich nur ertragen, indem ich selbst den Blick abwende. Ich schließe meine Augen; der gequälte Ausdruck auf meinem Gesicht bleibt jedoch. In mir wächst der Wunsch, ihm die entwürdigenden Blicke auszutreiben. Ich stelle mir vor, wie er den Turm herabstürzt, direkt in die dichte Dornenhecke hinein, die ihm die Augen aussticht. Er würde Schmerzen spüren, ähnlich wie die meinen, wenn sich die spitzen Stacheln in sein Fleisch bohren – unnachgiebig und gnadenlos. Am eigenem Leib würde er es erfahren, wie es ist, wenn man von windenden Ranken festgehalten wird und sich ihren Torturen nicht entziehen kann. Doch das, so wird mir bewusst, wird für immer eine Phantasie in meinem Kopf bleiben und sich niemals erfüllen. So schließlich ergebe ich mich ihm auch dieses Mal kampflos. Mir bleibt keine Wahl.
    • Tödlicher Deal
      by Ardwinna

      "Noch einen!", Rumpelstilzchen stellte das nun leere Glas Tequila auf die Theke.
      "Schlechter Tag?", der Hüne von Barmann sah zu ihm hinab und goss ihm die goldene Flüssigkeit nach.
      Es war das vierte Glas in sehr kurzen Zeit und Rumpelstilzchen war redselig geworden.
      In dem Barmann hatte er einen Zuhörer gefunden.
      "Niemand wusste meinen Namen. NIEMAND! Und dann kommt dieses Bauernmädchen daher und finden ihn raus. Meinen heiligen Namen. Mein ein und alles.", er kippte das Glas hinunter und nickte dem Barmann zu, der es erneut auffüllte.
      "Es begann vor einem Jahr, als eine junge Müllerstochter ins Schloss gebracht wurde, um dort Stroh zu Gold zu spinnen. Natürlich war sie dazu nicht in der Lage und geschickt wie ich bin, bot ich ihr einen Handel an. Ich würde das Stroh in Gold verwandeln, wenn sie mir im Austausch etwas schenkte. In der ersten Nacht gab sie mir ihr Halsband und ich verwandelte das Stroh in Gold.", Rumpelstilzchen zog ein schwarzes Band hervor und betrachtete es, "In der zweiten Nacht überließ sie mir ihren Ring und ich verwandelte erneut Stroh in pures Gold.", er hob den kleinen Finger, an dem ein goldener Ring steckte.
      "In der dritten Nacht hatte sie nichts mehr zu bieten und so verlangte ich von ihr ihr erstgeborenes Kind. Sie willigte ein und zum letzten Mal wurde aus einfachem Stroh Gold."
      Er kippte das sechste Glas hinterher.
      "Vor drei Tagen kam ihr Sohn auf die Welt und ich verlangte nach ihm. Gott, dieses Weibsbild hat mir die Ohren vollgeweint. 'Alles, aber nicht meinen Sohn', das sagte sie die ganze Zeit. Ich bot ihr erneut einen Deal an. Meinen Namen gegen ihr Kind. Sie willigte ein und siegessicher verschwand ich. Zwei Nächte versagte sie und in der dritten Nacht, nannte sie ihn. Meinen Namen. Sie darf das Kind behalten."
      Glücklicherweise hatte der Barmann das Glas wieder aufgefüllt und Rumpelstilzchen kippte auch dieses hinunter.
      "Jetzt habe ich gar nichts mehr.", er ließ den Kopf auf den Tisch fallen.

      "Hey, wach auf!", Rumpelstilzchen wurde unsanft von zwei Ohrfeigen geweckt.
      Er schlug die Augen auf.
      Er stellte fest, dass er auf einem Stuhl saß, seine Arme hinten an die Lehne gefesselt.
      Rumpelstilzchen hatte das Gefühl, als ob ihm der Kopf zerbersten würde.
      Er sah sich um.
      Drei Männer standen in der dunklen Kammer, einer davon war der Barmann.
      "Macht mich los.", wimmerte Rumpelstilzchen und die drei Männer lachten.
      Dann trat der Hüne zu ihm und beugte sich hinab: "Ich habe einen Deal für dich. Du stehst doch auf Deals, oder?"
      "Nur zu meinen Bedingungen.", Rumpelstilzchens Kopf fiel zur Seite.
      "Nun, ich glaube, du wirst zu dem hier nicht nein sagen können.", der Barmann grinste.
      Rumpelstilzchen sah zu ihm.
      "Ich biete dir eine Fee an.", der Barmann lächelte ihn an.
      Beide wussten, dass Feen einem jeden Wunsch erfüllen mussten, wenn man sie einmal gefangen hatte.
      "Und was verlangst du für sie?", Rumpelstilzchen versuchte neutral zu klingen.
      Es gelang ihm. Er war wieder in seinem Element.
      "Deinen Namen.", sagte der Mann trocken.
      Rumpelstilzchen stockte der Atem.
      "Wieso?", er wurde neugierig. Was wollte der Barmann mit seinen Namen?
      "Dein Name muss sehr außergewöhnlich sein, wenn die Königin ihn erst am dritten Abend erraten konnte. Ich würde ihn gerne wissen."
      Rumpel überlegte.
      Sein Name hatte seit gestern Abend keine Bedeutung mehr, somit konnte er ihn ruhig verraten. Er hatte nichts mehr zu verlieren.
      "Schneidet mich los."
      Der Hüne winkte einen der Männer herbei und dieser durchtrennte die Fesseln.
      Rumpelstilzchen sprang auf.
      Der dritte Mann trat zu ihm.
      In seiner Hand hielt er eine Glasflasche und in ihr schwebte eine kleine, weiße Fee.
      "Sie wird die Echtheit deines Namen bestätigen, dann kannst du sie haben.", der Hüne blickte auf Rumpelstilzchen hinab.
      Dieser straffte kurz seine Schultern und wippte einmal auf den Fußballen vor und zurück. Dann seufzte er:"Rumpelstilzchen, mein Name ist Rumpelstilzchen."
      Der Hüne sah zu der Fee.
      "Du sagst die Wahrheit, Rumpelstilzchen.", ein Lächeln huschte über des Barmanns Gesicht
      Er nahm die Glasflasche und warf sie Rumpel zu.
      "Wie versprochen. Ein Wunsch steht dir zur Verfügung!", sagte er und wies auf die Tür.
      Doch Rumpelstilzchen dachte nicht daran,diese zu nutzen.
      Er warf ein Pulver auf den Boden und war verschwunden.
      Er liebte diese Art zu reisen. So angenehm.
      An seinem Feuer tauchte er wieder auf und verschwendete auch keine Zeit.
      "Ich will, dass du mir der Königin ihr Kind bringst und zwar auf der Stelle.", ein Lächeln huschte über sein Gesicht.
      Endlich.
      Die Fee nickte widerwillig und schnippte mit dem Finger.
      In einer hellen Wolke tauchte ein weißes Kinderbett auf.
      Rumpelstilzchen ließ die Flasche mit der Fee fallen und nährte sich dem Bett.
      Und als er direkt davor stand, sah er ein junges Kind.
      Der Königin ihr Kind. Ihr Sohn.
      Er beugte sich hinab, um das kleine Ding hochzuheben, doch soweit kam er nicht mehr.
      Ein Schmerz durchfuhr seinen Körper und als er auf seine Brust sah, entdeckte er eine Pfeilspitze.
      Er drehte sich um und fiel zu Boden.
      Als Rumpelstilzchen schwach den Kopf hob, sah er wie der Barmann auf ihn zu trat.
      In einer Hand hielt er einen Bogen, in der anderen ein Messer. Der Hüne kniete sich vor ihn hin.
      "Wie du weißt, können Feen jedem Wesen nur einen Wunsch erfüllen. Ich habe meinen verschwendet und das Schloss kann ich nicht betreten, weil ein Fluch mich von diesem fern hält. Du warst mein letzter Ausweg und wie ich sehe, ist auf dich Verlass. Ich danke dir. Für die Erfüllung meiner Träume benötige ich ein Königskind."
      Wie hast du mich gefunden? ", Rumpels Stimme war schwach.
      "Ein uralter Zauber, noch älter als ich. Alles was man benötigt, ist der Name der Person, welche man finden will", der Barmann lächelte ihn diabolisch an.
      "Wer bist du?", den sterbenden Mann verstand man nur noch mit Müh und Not.
      "Ich bin der Teufel.", und mit diesen Worten stach der Barmann ihm das Messer in den Bauch.
      Das letzte was Rumpelstilzchen sah war, wie der Teufel höchst persönlich das Kind aus dem Bett hob und mit ihm in einer roten Wolke verschwand.
      Dann wurde alles schwarz.
      Rumpelstilzchen war tot.

      20 Jahre später

      Die Welt, wie wir sie kannten gibt es nicht mehr.
      Der Sohn der Königin hat die Märchenwelt in die Finsternis gezogen.
      Der Teufel selbst lehrte ihn einen Hass, den kein Sterblicher je für möglich gehalten hatte.
      Dieser Hass vernichtete alles Gute.Tod, Trauer und Verzweiflung prägen nun alle Welten.
      Die Moral, die uns in Märchen vermittelt wurde, gibt es nicht mehr, kein einziges glückliches Ende fand mehr statt.
      Kinder, einst weise von Märchen belehrt, verstehen sich nun darauf, alles und jeden zu quälen.
      Und in dieser Welt werde ich meine Tochter großziehen.
      Eine Welt ohne Hoffnung, Liebe und Ehre.
    • Frau Holle (by Väterchen Frost - Wird nicht bewertet)

      Es war einmal eine Witwe, die hatte
      zwei Töchter. Die eine war ihre richtige Tochter, die andere ein
      Findelkind. Nun begab es sich, dass die Witwe ihr eigenes Kind
      bevorzugte und die Adoptivtochter dazu zwang, die niederen Arbeiten
      des Hauses zu erledigen. Dies wusste die hässliche Tochter
      auszunutzen, und verhöhnte das hübsche Findelkind bei jeder
      Gelegenheit.

      Es begab sich also, dass das schöne
      Mädchen am Brunnen sitzend einige Löcher im Kleid ihrer Schwester
      nähen sollte. Sie war munter dabei, als sie sich mit der spitzen
      Nadel in den Finger stach. Vor Schreck fiel ihr das Kleid den tiefen
      Schacht hinunter, gefolgt von einem Tropfen ihres eigenen Blutes.

      Voller Schuldgefühle berichtete das
      anmutige Kind der bösen Witwe. Wütend keifte Sie, dass sie dem
      Mädchen nicht eher verzeihen würde, bevor sie das Kleid nicht
      wieder aus dem Brunnen geholt hätte.

      So begab sich ihre Adoptivtochter
      wieder zum Brunnen, und in Ermangelung einer besseren Lösung sprang
      sie hinein, um das Kleid zu bergen...


      Sie übergab sich. Keuchend hing sie
      mit ihrer Nase nur wenige Zentimeter entfernt von der appetitlichen
      Pfütze, die sie soeben ausgespien hatte. Ihr langes, schwarzes Haar
      fiel ihr in Strähnen ins Gesicht, als sie sich mühsam
      aufrichtete....

      Moment! Schwarzes Haar? Sie hatte
      blonde Haare! Doch es gab keinen Zweifel, ihr Haar war schwarz
      geworden. Noch bevor sich das Mädchen Gedanken darüber machen
      konnte, geriet ihr der beißende Geruch von verbranntem Fleisch in
      die Nase. Sie drehte sich um und entdeckte sogleich den Urpsrungsort.

      Nur wenige Meter vor ihr stand ein
      riesiger Backofen. Durch ein kleines Fenster konnte man hineinsehen,
      doch als sie es versuchte, konnte sie nichts erkennen.

      Plötzlich vernahm sie mehrere
      undeutliche Stimmen. Als diese immer lauter wurden, meinte sie die
      Worte „Hilf uns!“ zu vernehmen.

      „Hilf uns, fremdes Mädchen! Sie
      denkt, wir wären Brot! Hier im Backofen!“

      Erneut sah sie durch das kleine
      Fenster, konnte aber immer noch nichts erkennen. Sie wollte sich
      gerade abwenden, als eine Hand das Glas durchschlug und nach ihren
      Haaren griff. Schrilles Lachen erklang.

      „Ich hab' sie, ich hab' sie!“

      Mehrstimmiges Gejohle erklang, und die
      Hand, die nach Verwesung und verbranntem Fleisch stank, zog das
      Mädchen näher zu sich heran. Es versuchte, sich zu wehren, doch der
      Kraft ihres Peinigers hatte sie nichts entgegenzusetzen.

      Sie schlug mit ihren Händen auf die
      Finger ein, und mit einem Mal spritzte Blut, und das Wesen ließ von
      ihr ab. Ohne eine weitere Sekunde zu vergeuden, wandte sich das
      Mädchen ab und rannte davon. Sie hielt erst wieder an, als sie,
      komplett außer Atem, über einen Stein stolperte und der Länge nach
      im Dreck lag. Sie verharrte eine Weile, um das eben geschehene zu
      verarbeiten. Als sie sich wieder aufrappelte, fiel ihr das das Messer
      in ihrer linken Hand auf. Es war blutbefleckt.

      Was zum...!

      „Hallo, meine
      Kleine“, fragte der Baum zu ihrer Rechten. Erschrocken sprang das
      Mädchen einige Schritte zurück und stolperte erneut über einen
      Stein. Denselben?!

      Der Baum kicherte
      leise. Nein, nicht der Baum. An dem Baum hing ein Kopf, als wäre er
      eine Frucht!

      Er war es, der
      sprach. Er sagte: „Was haben ein Mann und eine Frau gemeinsam?“

      „Sie sind beide
      tot!“, antwortete eine andere Stimme kichernd, und dann lachten die
      beiden Köpfe laut. Andere stimmten mit ein, und auf einmal hingen
      überall am Baum Köpfe von Kindern, Erwachsenen, Alten, Farbigen,
      Weißen, Verletzten und Gesunden.

      „Wir sind ihre
      Armee. Du musst uns ernten!“, rief der erste, den das Mädchen
      gesehen hatte, und alle anderen stimmten mit ein.

      „Ernte uns! Ernte
      uns! Ernte uns!“, brüllten sie, und das Weiße in ihren Augen
      wurde sichtbar.

      Kreischend rappelte
      sich das Mädchen auf und rannte erneut davon.


      Nach einer ganzen
      Weile, in der das Mädchen verrückt zu werden schien, kam sie an ein
      Haus. Es war ein schönes, gemütliches Bauernhaus, das eine
      wohlwollende Atmosphäre versprach. Das Mädchen überlegte eine
      ganze Weile, doch dann siegte die Neugierde, und sie klopfte an der
      hölzernen Haustür an.

      Sie vernahm
      hektische Schritte, und schließlich öffnete sich die Tür. Dahinter
      stand eine kleine ältere Dame, die das Mädchen mit einem breiten
      Grinsen und zwei Tassen Tee in Empfang nahm.

      „Hallo, meine
      Liebe“, sagte sie mit zuckersüßer Stimme und quiekte dabei ein
      wenig, „ich habe dich bereits erwartet. Komm rein, los doch!“ Sie
      bugsierte das Mädchen in das Wohnzimmer ihres Hauses und
      verfrachtete es in einen großen Ohrensessel. Die Frau selber ließ
      sich in einem der anderen Sessel des Raumes nieder, direkt neben
      einer Greisin, die so alt aussah, dass sie als tot durchgegangen
      wäre, hätte ihr linkes Auge nicht immer wachsam herumgezuckt. Die
      Gastgeberin bemerkte den ängstlichen Blick des Mädchens.

      „Mach dir keine
      Sorgen, Süße. Die alte Bertha tut dir nichts, und selbst, wenn sie
      es wollte, sie könnte nicht!“, zwinkerte sie und schlürfte
      genüsslich von ihrem Tee.

      „Wie ist dein
      Name, Kleines?“, fragte sie sodann interessiert und leckte sich
      unauffällig über die Lippen.

      Das Mädchen
      zögerte kurz, beschloss dann aber, der netten Alten zu vertrauen.

      „Lil.“


      Zwei Jahre später

      Berthas Auge zuckte
      immer noch. Es schwamm in seinem Glas und zuckte hektisch umher. Ob
      es wohl seinen Körper vermisste? Vermutlich nicht. Der jetzige
      Zustand kam dem von Oma Bertha ziemlich nahe. Immer nur das gleiche
      zu sehen, kein Fort- oder Rückschritt.

      Lil klopfte mit
      ihren langen Fingernägeln an das Glas. Schlagartig sah das Auge zum
      Ursprung des Geräuschs, das dadurch entstand.

      Die amtierende Hexe
      des Märchenlands lächelte zufrieden. Sie konnte sich noch gut daran
      erinnern, wie viel Angst sie vor zwei Jahren vor Oma Bertha gehabt
      hatte. Dabei war es nur ein schwaches altes Weib gewesen, wie Frau
      Holle auch.

      Frau Holle. Lil
      wurde selbst nach anderthalb Jahren noch wütend, wenn sie an die
      verräterische ehemalige Herrin der Märchen dachte. Diese verfluchte
      Hexe hatte sich Lils Vertrauen erarbeitet, nur um sie gleich danach
      gefangen zu nehmen und für unheilige Experimente zu missbrauchen.
      Damit nicht genug. Sie hatte arbeiten müssen. Durch das Schütteln
      der Kopfkissen von Frau Holle hatte Lil den Menschen auf der
      richtigen Welt Krankheiten gebracht. Sie hatte sich mit dem Wolf
      messen müssen, war von Rotkäppchen ausgepeitscht worden. Sie musste
      den Backofen mit neuen Menschen füttern und die Köpfe ernten, um
      zuzusehen, wie sie zu einer sabbernden, gehorsamen Armee wurden, die
      das Märchenland Meter für Meter korrumpierten.

      Lil kicherte leise.
      Und nun war sie es, die Märchenfiguren wie Schneewittchen auf die
      böse Seite brachten. Und sie war gut darin. Ihre Schöpfungen waren
      ihr in Bosheit und grausamer Attraktivität fast ebenbürtig.

      Damals hatte Lil
      ihre Peinigerin erstochen. Von hinten, mit einem Messer, das auf
      wundersame Weise einen Weg in ihre Hand gefunden hatte. Damals hatte
      sie die Schwelle zum Wahnsinn überschritten. Und da es IMMER eine
      böse Hexe geben musste, hatte sie den Platz eingenommen. Oma Bertha
      hatte diese Rolle nie richtig ausführen können. Bis Frau Holle kam,
      hatte sie bei allem versagt. Sogar Hänsel und Gretel hatten sie
      besiegen können. Erbärmlich.

      Lil war anders.
      Mächtiger. Gieriger. Wahnsinniger. Und jünger.


      Mit einem Seufzer
      erhob sie sich. Es wurde Zeit. Die anderen warteten sicher.

      Sie trat aus ihrem
      Labor hinaus und sah die knapp bekleidete Schneewittchen, rauchend
      und mit einem Zwerg unter dem Rock. Direkt neben ihr waren
      Rotkäppchen und der Wolf. Man konnte auf den ersten Blick erkennen,
      wer von den beiden der wahre Wolf und wer das Schaf war.

      „Kommt!“,
      befahl Lil gebieterisch und trat hinaus zum Brunnen.

      Die Welt um sie
      herum brannte. Der Himmel war schwarz, der Mond rot. Ihre Heerscharen
      hatten ganze Arbeit geleistet und den Großteil dieser riesigen Welt
      bereits überrannt. Drei Monate hatten sie dafür gebraucht.

      Lil steckte sich
      eine Zigarette an. Die Welt hatte sich verändert. Sie dachte, es
      wären nur zwei Jahre vergangen, doch hier oben schienen Jahrhunderte
      vergangen zu sein.

      Sie kamen am
      Brunnen an. Zwei wimmernde Gestalten waren daran angekettet. Zwei
      Frauen. Die eine war bereits etwas älter, die andere hatte so viele
      Jahre gesehen wie Lil.


      Die Hexe trat vor
      die ältere und beugte sich dicht an sie herab.


      „Entschuldige“,
      flüsterte sie sanft und gleichzeitig drohend, „das ist nichts
      persönliches. Du erinnerst mich nur an eine Person, die ich mal
      gekannt habe. Sie war, wenn man so will, der Auslöser für deine
      Misere. Wenn du jemanden hassen solltest, dann sie. Nicht mich.“

      Mit diesen Worten
      rammte Lil der Frau ein Messer in den Bauch. Die Hexe des
      Märchenlands kicherte leise und vergrub dann schlagartig ihre Zähne
      im Hals der Witwe. Diese schrie vor Schmerzen und verstummte
      schlagartig, als Lil ihr die Kehle aufriss. Mit blutverschmiertem
      Mund warf sie ihren Kopf nach hinten und betrachtete den Mond. Sie
      krümmte sich vor Erregung, bevor ein gellendes, kreischendes,
      schrilles Lachen aus ihr hervorbrach.

      „Was haben ein
      Mann und eine Frau gemeinsam?“, fragte sie, mehr an sich selbst
      gerichtet als an jemand anderes. „Sie sind beide tot!“,
      beantwortete sie es sogleich und riss der anderen Frau am Brunnen den
      Kopf ab. Lachend sprang sie in das tiefe Wasser. Zurück ins
      Märchenland.


      Schweißgebadet
      wachte Oma Bertha auf.
    • Ich finde es gut, dass die veröffentlichten Geschichten anonym sind, sprich nicht einem User zugewiesen wurden.

      Die Geschichten werde ich spätestens zum Wochende gelesen haben und dann erscheint auch ein Feedback. ;)
      "Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben."
      - George Bernard Shaw -

    • Hah, mir ist gerade aufgefallen, dass der Name meiner Protagonistin der von einer sehr hübschen Komilitonin aus dem Italienischkurs ist... :blush:

      EDIT Rechtschreibung Protagonistin
      Die Fantasie bietet Uns nicht nur Wege
      und Möglichkeiten, der Realität für einige Zeit zu entfliehen,
      sondern sie erweitert Unseren Horizont. Fantasie schafft sich eine
      ganz eigene, reale Existenz, bildet Uns auf einer höheren Ebene aus
      und stärkt Unseren Charakter.
    • Sind wirklich sehr schöne Geschichten geworden. Ich konnte zu diesem Thema keine Geschichte schreiben aber vielleicht werde ich beim nächsten Thema mich hinsetzten und auch mal eine Kurzgeschichte verfassen. Und ich lese sie mir alle durch und dann mich für eine entscheiden . :) :)
      Ich brauch kein Prinzen der Drachen tötet,
      sondern einen,
      der mich liebt wenn ich zum Drachen werde!
    • Ich kann mich gerade zwischen zweien nicht entscheiden...^^ - Freut mich, dass du meine Geschichte magst. Ich persönlich bin absolut nicht zufrieden. Viel zu viele Wortwiederholungen. Da find ich die anderen drei besser
      Die Fantasie bietet Uns nicht nur Wege
      und Möglichkeiten, der Realität für einige Zeit zu entfliehen,
      sondern sie erweitert Unseren Horizont. Fantasie schafft sich eine
      ganz eigene, reale Existenz, bildet Uns auf einer höheren Ebene aus
      und stärkt Unseren Charakter.
    • Sollte das Uservoting nicht eigentlich anonym sein? oder hab ich da was falsch verstanden? Weil ich nämlich, wenn ich auf Details gehe, sehen kann, wer was gewählt hat.
      Die Fantasie bietet Uns nicht nur Wege
      und Möglichkeiten, der Realität für einige Zeit zu entfliehen,
      sondern sie erweitert Unseren Horizont. Fantasie schafft sich eine
      ganz eigene, reale Existenz, bildet Uns auf einer höheren Ebene aus
      und stärkt Unseren Charakter.
    • @VäterchenFrost: Erinner mich auch nicht mehr genau, aber es gab entweder eine Diskussion oder eine Umfrage dazu. Die Mehrheit war dafür, also wurde es umgesetzt. Es ist ja auch keine persönliche oder ein Parteiumfrage, soadss man irgendwelche Konsequenzen erwarten muss xD
      Die Vorteile überwiegen imo: Erstens kann niemand seine eigenen Geschichte wählen (also die teilnehmer selbst), zweitens können die Teilnehmer nach Aschluss der Umfrage direkt die Leute ansprechen, die für sie gestimmt, aber vlt. noch kein Feedback abgegeben haben.
      "Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben."
      - George Bernard Shaw -

    • Ich finde es ok, dass man die Namen der Abstimmer sehen kann. So hat Deku die Möglichkeit nachzuprüfen, wer vielleicht seine eigene Geschichte votet.

      Ich glaube es ging in der Diskussion eher darum, dass die Geschichten Anonym sind und nicht die Stimmabgaben ;)

      LG
      Riri
      Wer Stift und Tastatur beherrscht, der hat Macht darüber seine Phantasie seiner Mitwelt zu offenbaren.

      Admin of Nesmyr
      Member of Goroth