Der Fluch der Kerze

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  • Hi, ich hab hier was ausgegraben das ich gerne zeigen würde.


    Es ist ein Pokemon-Fan-Fiction, Lovecraft inspiriertes, Horror-Drama aus der Erzähler Perspektive. Das ist –nicht- meine Komfort-Zone, sondern meine Komfort-Zone mit Zimmerservice, Klimaanlage und Meer-Blick. Das zu schreiben hat damals unendlich viel Spaß gemacht.


    Ich habe die Original-Geschichte vor etwas mehr als fünf Jahren unter dem Foren-Namen „RarestOfAll“ für einen English-sprachigen Youtube Kanal geschrieben, der sich mit Videospiel-Creepypasta befasst. Es ist da sogar relativ beleibt gewesen und ich bin sehr stolz darauf wie der Spannungsbogen geworden ist. Daher habe ich mich ein paar Stunden hin gesetzt und es auf Deutsch übersetzt. Ich hoffe es gefällt.


    Achtung: Blut und Gedärm :!:<X


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    Der Fluch der Kerze



    Ich erinnere mich lebhaft an meinen zehnten Geburtstag, jenen Tag an dem der Professor mir den zerkratzen Poke-Ball übergab und mir Fukano anvertraute. Mein Team und ich gewannen viele Orden aber ich war nicht dazu bestimmt Campion zu werden. Wir gaben Jahr um Jahr unser Bestes aber es war nie genug und mein Fukano wurde alt und müde.


    Meinen treuen Freund leiden zu sehen war das letzte was ich wollte, also holte ich das Geld das wir gewonnen hatten von der Bank, zog mich aus der Liga zurück und kaufte ein Haus an der Küste. Es war friedlich und ruhig. Wir hatten fünf weitere Jahre zusammen. Ich war sehr einsam als er starb aber nicht für lange. Ein Ladenbesitzer fragte mich nach Verabredungen und wir heirateten.


    Ich habe ihn geliebt, ihn und Harriett, unsere süße, hübsche, kleine Tochter. Da ich Trainerin gewesen war und ihr Vater noch weiter im Ausrüstungs-Laden arbeitete war es fast unvermeidlich dass mein perfekter, kleiner Engel ebenfalls mit Pokemon aufwachsen würde.


    Wir besorgten ihr zu ihrem siebten Geburtstag ein Nidoran um ihr Gesellschaft zu leisten und ein sanftmütiges Vulpix das sie warm halten konnte wenn die Nächte kalt waren. Trotzdem kam sie immer wieder mit verletzten oder verirrten Pokemon nach Hause, die sie draußen fand. Sie hatte diesen Blick in ihren großen, grünen Augen wenn sie um Erlaubnis bat all diese armen Dinger zu behalten.


    Eines Tages hielt sie in Lichtel in ihren kleinen Händen. Seine gelben Augen waren halb geschlossen und ich musste sehr genau hinsehen um zu erkennen dass es sich überhaupt noch bewegte. Es regnete draußen und das Grollen eines Gewitters zog hinter ihr auf als sie in der Tür stand.


    Ich habe Geister-Pokemon niemals gemocht, niemals! Obwohl ich viele Trainer kannte die darauf schworen dass sie sichere Siege garantieren wenn man nur weiß was man tut. „Um Geist-Pokemon zu trainieren musst du zuerst aufhören dich zu fürchten.“ Hieß es, aber ich muss zugeben das mir allein schon diese Hürde zu hoch war.


    Das Lichtel war schwach und seine kleine blaue Flamme drohte zu verlöschen. Ich war mir sicher dass es nicht überleben würde, wenn ich Harriett zwang es wieder dorthin zu bringen wo sie es gefunden hatte, aber irgendetwas in meinem Hinterkopf schrie vor Entsetzen und riet mir das kleinere Übel zu wählen. In unserer Stadt gibt es eine Tradition aus alter Zeit, die besagt das es Unglück über einen Menschen und dessen Familie bringt wenn man eine Kerze aus bläst ohne vorher ein kleines Gebet auf zu sagen.


    Harriett weinte, aber sie gehorchte mir, zumindest dachte ich das. Ich sprach das Gebet und begann das Abendessen vor zu bereiten nur um später zu bemerken dass sie es heimlich in ihr Zimmer geschmuggelt hatte.


    Lichtel halten ihre Flammen mit der Lebens-Energie von Menschen am Brennen. Nicht so viel das man es spüren würde, normalerweise nicht mehr als der Stich eines Hornlius, aber ich beobachtete trotzdem voller Sorge wie sich darum kümmerte.


    Es erholte sich und wurde stärker. Es war munter, neugierig und es hasste nicht mehr als von Harriett getrennt zu sein, wenn sie zur Schule musste. Ein Jahr verging und mein Ehemann schloss das kleine Kerlchen ins Herz. Wie konnte er auch nicht? Es vertrug sich wunderbar mit den anderen Pokemon und machte niemals irgendwelchen Ärger, aber der nagende Zweifel den ich bei unserem ersten Treffen gefühlt hatte verschwand niemals ganz.


    Vielleicht war ich zu voreilig gewesen. Vermutlich verhielt es sich völlig normal und ich empfand es nur als unheimlich weil ich vorher niemals ein Geist-Pokemon gehabt hatte.


    Eines Abends saß meine Tochter vor dem Fernseher und sah sich das Viertelfinale der Liga an. Sie jubelte aufgeregt über einen guten Zug ihres Lieblings-Trainers. Lichtel jubelte nicht, noch verfolgte es den Kampf. Es hockte einfach auf ihrer Schulter und beobachtetestattdessen mich.


    Ich ging auf die andere Seite des Raumes um ein Fenster zu öffnen und etwas frische Luft hinein zu lassen. Als ich mich umdrehte starte es noch immer.


    „Mama, mach das nicht! Lichtel mag keinen Wind. Er macht das seine Flamme flackert.“ Protestierte Harriett.


    „Dann bring es in einen anderen Raum!“ Rief ich, lauter als ich beabsichtigt hatte. Ich sah zu wie sie aufstand und ihr Pokemon ins Schlafzimmer brachte und es auf dem Bett absetzte, aber in dem Moment als sie versuchte die Tür zwischen sich und Lichtel zu schließen stieß es diesen merkwürdigen Schrei aus.


    Ich hätte niemals geglaubt dass dieses Geräusch von einen Lichtel stammen könnte. Es klag als würde man es foltern. Der Klang schien aus allen Richtungen zu kommen und schmerzte so sehr in meinen Ohren das ich dachte ich würde taub werden. Ich brauchte beide Hände im meine Ohren zu bedecken, aber Harriett überwand ihren Schrecken und öffnete die Tür.


    Der Schrei verstummte sofort. Es saß noch immer dort wo sie es zurückgelassen hatte und tat nichts außer seine kleinen, weißen Ärmchen nach ihr aus zu strecken, in Erwartung wieder aufgehoben zu werden.


    Ich zitterte noch immer. Wenn man viele Pokemon großzieht trifft man eventuell auf ein oder zwei die sehr anhänglich sind aber ich hatte niemals eine Reaktion wie diese erlebt. Harriett drückte es an sich, knuddelte es und redete tröstend darauf ein, obwohl ich klar erkennen konnte dass es nicht mehr unglücklich aussah. Wenn ich es recht bedenke hat es auch niemals glücklich ausgesehen. Seine Augen hatten immer denselben, neutralen, halb geschlossenen Ausdruck wie am ersten Tag.


    Mein Ehemann band lange Seile an alle Türgriffe, damit es alle Räume betreten und verlassen konnte wann es wollte. Es widerholte den eigenartigen Schrei nicht also behielten wir es. Nach einer Weile zwang ich mich nicht mehr daran zu denken.


    Es war erst Tage später; ich hatte gerade einen Kuchen gebacken und drehte mich um, um ihn aus dem Ofen zu holen, da kreuzte mein Blick erneut diese gelben Augen. Es war nicht auf dem Boden, wo es sonst herumlief, sondern auf Augenhöhe mit mir. Ich ließ den Kuchen vor Schreck fallen. „Mama! Schau! Lichtel hat sich zu einem Laternecto entwickelt.” Rief meine Tochter voller Aufregung.


    „Raus aus der Küche!“ Schrie ich beide verärgert an. Ich weiß es hatte das nicht mit Absicht gemacht, aber ich war so angespannt seit wir mit diesem… diesem Ding lebten. Ich nahm die obere Kuchen-Schicht und legte sie draußen auf dem Rasen auf einen Teller. Die wilden Taubsis würden das sicher zu schätzen wissen und es würde nicht völlig verschwendet sein. Den Rest fegte ich zusammen und durchquerte den Vorgarten auf dem zur Mülltonne, als etwas den Rand meines Sichtfelds streifte.


    Das Geräusch von Flatternden Flügeln war nicht zu hören und als ich mich umsah war da nur der unberührte Kuchen-Teller. Ich öffnete den Deckel und warf gerade den Müll weg als ich einen stechenden Schmerz in meiner rechten Kniekehle. Ich schrie und stieß mit den Hinterkopf auf, als ich in die Einfahrt stürzte. Meine Sicht war verschwommen, alles was ich sehen konnte war ein riesiges paar blau leuchtender Augen über mir. Das Biest knurrte, während sein dunkler, runder Körper über dem Boden schwebte. Sein grimmiger Schrei machte mir klar dass ich dieses Pokemon kenne, ein wildes Shuppet. Rückwärts schleppte ich mich weg, hin zur Tür und weg ihm und seinen nadelspitzen Zähnen.


    Mein Mann kam mir zur Hilfe. Er packte mich und zog mich auf die Füße. Beim Anblick der anderen Straßenseite lief ein kalter Schauer rann meinen Rücken herunter und ich war vor Angst gelähmt. Dutzende blaue Augenpaare öffneten sich nacheinander in den Schatten. Er verbarrikadierte die Tür, während ich durch das das Haus lief und mich um alle Fenster und Rollläden kümmerte. Harriett hielt ihre drei Pokemon eng an ihre Brust gedrückt, als wir die Polizei riefen.


    Das aggressive Heulen dass Schwarms drang von überall herein, abhängig davon wo sie gerade versuchen ein zu brechen. Ich rannte in den Keller und öffnete eine staubige Kiste mit meiner alten Trainer-Ausrüstung. Endlich schlossen sich meine Finger um eine leicht verrostete Dose Schutz-Spray. Es wies nichts darauf hin wie viel übrig war, also schützte ich die Augen meiner Tochter mit der flachen Hand und bedeckte ihre Kleidung damit, anstatt zu versuchen damit alle Fenster zu blockieren.


    Vulpix, Nidoren und Laternecto suchten in einem Kleiderschrank in meinem Zimmer Schutz vor dem Geruch. Als die Polizei schließlich eintraf waren die Schuppet bereits alle verschwunden. Diese Art kam normalerweise in dieser Gegend nicht vor und wir hatten größte Mühe die Polizei-Chefin zu überzeugen dass es kein Streich gewesen war.


    Mein Ehemann brachte so viel Schutz-Spray aus dem Markt mit wie er konnte und verteilte die Dosen überall um Haus, in jedem einzelnen Raum um sicher zu gehen. Aber das half mir nicht besser zu schlafen. Warum Geist-Pokemon? Warum hier? Warum unsere Familie?


    Laternecto schrie noch ein einziges Mal. Es weckte mich mitten in der Nacht. Wir sprangen auf und rannten so schnell wir konnten ins Zimmer meiner Tochter. Sie war nicht dort und Vulpix und Nidoran kauerten sich zitternd in einer Ecke zusammen. Das Licht im Badezimmer war an, also griff ich nach dem Türgriff. Das Heulen von Laternecto war so laut das wir nicht einmal versuchten miteinander zu reden. Dieser ohrenbetäubende, verzweifelte Schrei an den ich mich so gut erinnerte.


    Ich riss die Tür auf und Harrietts leblosen Körper auf den Fliesen liegen, mit Laternecto das über ihr schwebte. Ihre Augen waren weit geöffnet und sie atmete nicht mehr. „Warum schreit es?“ Murmelte ich obwohl ich die Antwort kannte. Sie waren getrennt worden. Mein Mann rannte nach draußen um einen Krankenwagen für sie zu rufen und ließ Laternecto allein zurück.


    Es gibt keine Worte die beschreiben was ich fühlte. Es hatte so viele Gelegenheiten gegeben es los zu werden, so viel Zeit die ich hätte nutzen können um mir eine Geschichte über sein Verschwinden aus zu denken die sie geglaubt hätte. Nun war es zu spät für das alles.


    Ich begann zu weinen, aber erlaubte mir nicht meiner Erschöpfung zu erliegen. Meine Hände fühlten sich taub an und mein Herz raste schmerzhaft in meiner Brust. Ich wünschte mir nichts so sehnlichst wie seinen Tod. Schließlich stand ich auf, packte das Pokemon und schleppte es mit mir zur Badewanne. Ich füllte sie mit Wasser und ertränkte es. Die Flamme ging aus und sein gequältes Heulen erstarb sofort. Es schlug noch für eine kleine Ewigkeit mit seinen kleinen, dunklen Ärmchen um sich und starrte mich aus dem Wasser heraus an. Ich wünschte das es zumindest einen Schatten der Angst gefühlt hätte die ich ertragen hatte seit es hier war aber sein Gesicht blieb reglos. Ich ließ los und beobachtete schweigend wie es auf den Grund sank.


    Die Sanitäter erklärten uns später das Harriett anscheinend meine Blutdruck-Tabletten mit Erkältungs-Medizin verwechselt und deswegen einen Herz-Infarkt erlitten hatte. Es war ein Unfall gewesen. Schuld… so viel Schuld. Was hatte ich getan?


    Wir nahmen vom Krankenhaus aus ein Taxi nach Hause, weil wir beide nervlich nicht mehr im Stande waren zu fahren. Es regnete aber die Straße war ruhig. Meine Augen schmerzten von den vielen Stunden die ich geweint hatte. Plötzlich riss unser Fahrer das Lenkrad herum und der Wagen überschlug sich.


    Wir durchschlugen eine Leitplanke und stürzten über den Abgrund dahinter. Mein Becken wurde vom Heck des Wagens zerquetscht, als er aufschlug. Ich streckte meine Finger nach der Hand meines Mannes aber ich fasste nur in eine Blutpfütze. Ich wusste nicht ob es seines war oder mein eigenes.


    Der Schock saß tief. Der dunkle Wald um mich herum verschluckte meine panischen Schreie. Der Schmerz überwältigte mich und ich gab meine armseligen Versuche um Hilfe zu rufen auf. Ich war Meilen weit von der nächsten Stadt entfernt.


    Plötzlich bemerkte ich ein schwaches blaues Licht in der Ferne. Ich schloss meine Augen, weil ich genau wusste welches Pokemon blau leuchtet. Es kam näher und ich erkannte gerade so die Umrisse eines Skelabra mit fünf schwebenden Flammen.


    Es sah mich mit demselben emotionslosen Blick an, an den ich mich so gewöhnt hatte. Es griff nach mir und fing an eine seiner Flammen tief in meine Augenhöhle zu drücken. Ich öffnete meinen Mund um zu schreien, aber sobald ich das tat griff es meine Zunge, zog sie weit heraus und verbrannte auch sie. Ich fühlte jede einzelne Schicht meiner Haut brennen, aufreißen und jener darunter weichen. Ich bettelte es an mich los zu lassen.


    Es hörte das was noch von meiner Stimme übrig war nicht mehr. Ich gab die Hoffnung entkommen zu können auf und betete stattdessen darum das Bewusstsein zu verlieren; endlich zu sterben als die Minuten sich wie Tage hin zogen. Die erste flamme hatte sich tief in meinen Schädel gefressen und meine Backen wurden von der Hitze durchlöchert. Es brannte so heiß das selbst Stellen die es nicht direkt berührte langsam versengt wurden und Brandblasen bildeten.


    Sie platzten auf und sonderten kleine Rinnsale schleimige, milchige Flüssigkeit ab, die über meine Arme mein Gesicht und meinen Torso floss. Eine Strähne meines Haars geriet ins das blaue Feuer das es noch immer gnadenlos in mein Auge drückte. Die Flammen breiteten sich von der kleinen Haarsträhne aus über den Rest meines Körpers aus, der langsam von ihnen verzehrt wurde. Meine Kopfhaut fühlte sich heiß an, dann trocken und dann begann sie auf zu reißen.


    Ich würde dir gerne sagen das dies das Ende war aber es ging weiter und weiter und weiter. Für immer.

    „Wichtig klingende Zitate unter Signaturen sind blöd.“
    -Feron

    Einmal editiert, zuletzt von Feron ()

  • Lichtel-Laternecto-Skelabra ist eigentlich eine meiner Lieblingsentwicklungsreihen, nicht nur unter Geisterpokemon, sondern allgemein :love:
    Aber wie du sie hier darstellst, huiii 8| der (für mich) gruseligste Aspekt der ganzen Geschichte war glaube dieser leblose, unveränderliche Blick des Pokemon.

    Lichtel halten ihre Flammen mit der Lebens-Energie von Menschen am Brennen.

    Ab hier war eigentlich klar, dass Harriett sterben würde ^^' ich finde es schön gemacht, dass es komplett ungeklärt bleibt, ob das Lichtel jemals wirkliche Zuneigung zu ihr verspürt hatte oder ob es sie einfach nur als Quelle seiner Lebensenergie (aus-)nutzt.
    Ich nehme an, als Laternecto brauchte es einfach mehr Energie als vorher, was Harrietts kleiner Körper nicht hergeben konnte...


    Der Unfall kam mMn etwas plötzlich, ohne allzu großen Spannungsaufbau, aber das Ende finde ich wirklich gut gelungen, einfach weil es so vage und unabgeschlossen ist.
    Insgesamt eine gelungene Creepypasta, gerne mehr von der Sorte! :D



    Liebe Grüße,
    Carpe

  • @Danke Carpe ich hab die Fehler raus editiert.


    „Wichtig klingende Zitate unter Signaturen sind blöd.“
    -Feron

  • Ist wohl eindeutig eine Geschichte für Pokemon-Kenner. Ich muss zugeben, ich habe vermutlich die Hälfte deshalb nicht kapiert ... ^^


    Die Idee einer paranoiden Mutter, die quasi damit ihre Familie in den Untergang zieht ist aber ziemlich gut. Es hat allerdings zweimal lesen gebraucht, um das zu verstehen, plus deinem Spoiler. Wenn du die Story für das Nicht-Fan-Publikum auch zugänglich machen willst, musst du leider ab und zu irgendwie erklären, warum sich die Mama vor diesem Lichtel so fürchtet. Den kurzen Hinweis, dass sie ihre Angst nie überwinden konnte, es aber dennoch im Haus und sogar in der Nähe ihrer Tochter duldet, hab ich deswegen zuerst nicht als so stark empfunden.
    Der Vater war leider auch eine unbedeutende Randfigur. Den hätte man doch toll als nichtparanoiden Gegenpart aufbauen können und mit Sätzen "Du reagierst mal wieder über Schatz, schau mal wie lieb das Pokemon ist ..." oder etwas in der Art.
    Oder ist das Pokemon wirklich so gefährlich und es war nur in diesem Fall unschuldig? Warum würden zwei geistig gesunde Eltern (bzw immerhin der Vater) es dann bei sich dulden?


    Naja, wie gesagt, ich verstehe wohl zu wenig von der Knuffelmon-Welt, um es wirklich würdigen zu können. Aber die Idee einer paranoiden Person, die dadurch erst Monster anzieht, finde ich klasse. Die klaue ich mir doch mal ganz dreist für einen meiner nächsten Kelly oder Sinistre-Plots als Nebenhandlung. :D

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    Tom Stark
    zum Lesen geeignet

  • Die Leute haben damals auf You-Tube schon über verschiedene Interpretationen diskutiert. Ich fand das super und hab`s dann einfach so angenommen. Horror profitiert sowieso davon das Dinge unklar sind.


    Pokemon eignet sich erstaunlich gut für Horror-Storys. Ich denke das liegt daran das sich das Marketing an 10 Jährige richtet, aber die Inspiration dahinter ihre Wurzeln in Japanischer Folklore hat, die enorm unheimlich und grausam sein kann.

    „Wichtig klingende Zitate unter Signaturen sind blöd.“
    -Feron

  • Eigentlich wäre das Letzte, was ich angenommen hätte, ein "natürlicher" Tod der Kleinen durch die Blutdruckpillen gewesen o.o
    Die Erklärung erscheint mir ziemlich plötzlich und zusammenhangslos, weil die Tabletten vorher noch nie erwähnt wurden (glaube ich).
    Das Pokemon wurde ja als Antagonist in der Geschichte aufgebaut, und es zeigt am Ende doch seine grausame Seite.
    Aber das Laternecto war komplett unschuldig? Das bedeutet dann, dass die Mutter eigentlich für ihren eigenen Tod und den ihrer Tochter verantwortlich war... echt tragisch ^^'
    Ist das eigentlich deine offizielle Erklärung für den Ausgang der Geschichte? Oder überlässt du es den Lesern, was sie glauben wollen?


    Übrigens werden Shuppet laut ihrem Pokedexeintrag genau genommen von Neid und Rachegelüsten angezogen. Da könnte man hineininterpretieren, dass die Mutter ihrer Tochter gegenüber neidisch war, weil sie mit Geisterpokemon ohne Probleme umgehen konnte - was die Mutter ja nie geschafft hat. Oder sie fühlte Neid und Rachegelüste, weil das Lichtel die Aufmerksamkeit ihrer Tochter wegnahm und sie ganz für sich beanspruchte.
    ... naja, ich denk mal die Geschichte wurde schon von oben nach unten doppelt und dreifach durchinterpretiert, also erzähl ich da vermutlich nichts Neues ^^

    Pokemon eignet sich erstaunlich gut für Horror-Storys.

    Stimm ich dir zu :D wie war das noch mit diesem Schwein-Pokemon, dass ständig auf- und abspringen muss, damit sein Herz nicht stehen bleibt? Pokemon kann grausam sein