Harper trifft den Imperator

  • Servus. Vielleicht wundert ihr euch gerade, warum von mir wenig kommt. Das liegt daran, dass ich gerade an einem Roman arbeite, der in einer Welt angesiedelt ist, die ein bisschen mit der von Final Fantasy 7 zu vergleichen ist, aber einen humorvollen Genre-Mix darstellen soll.
    Hier ein kleiner Auszug und vorab ein paar Infos zum besseren Verständnis.


    Haper ist eine recht junge GeMo, was für genetic engeneered morhp steht, eine von der Firma SHAK künstlich zusammengebauten Rasse von Gestalltewandlern, zum Zweck der Spionage und Sabotage gegnerischer Firmen. Harpers "Eltern" haben als erste Generation so etwas wie Fortpflanzung geschafft und dafür gesorgt, dass die Harpers Generation entkommen konnte.
    Um jemandes Gestalt annehmen zu können muss ein GeMo zuerst einen unversehrten DNA-Strang des zu Imitierenden absorbieren. Harper hat vor Kurzem unbeabsichtigt etwas absorbiert, was ihr einige Beschwerden verursacht.
    Sie befindet sich gerade im Cockpit einer "geborgten" Militärtransportmaschine um mit ihren Gefährten eine gute getarnte Höhle in der großen Wüste zu suchen und dort einige Dinge zu bergen.


    Viel Spaß also, mit dem kleinen Ausschnitt.

    -------------------
    Tom Stark
    zum Lesen geeignet

  • Haper trifft den Imperator (kritisch mit 12500 Schaden)

    Während Harper am Ruder sitzt döst sie weg, nur ein ganz leichter Schlaf, bei dem das Bewusstsein ganz dicht an der Oberfläche bleibt, aber weit genug abtaucht um das Unterbewusste deutlich wahrnehmen zu können.
    »Mein Kind, wir müssen uns unterhalten ...«
    »Wie, wo, wer, was bist du?«
    »Harper, ich bin dein Vater!«
    »Blödsinn, GeMos waren vor meiner Generation geschlechtslos. Ich habe also keinen Vater, du Dödel! Also, wer bist du?«
    »Und doch ist es wahr. Ich bin dein Vater. Ohne mich hätte niemand deine Vorfahren geschaffen, ohne mich gäbe es kein Tri-Corp, kein SHARK, ohne mich ....«
    »Jaja, schon kapiert, du bist der ultimative Drahtzieher. Aber wer bist du jetzt wirklich?«


    Unüberhörbares lautloses entnervtes Räuspern.
    »Ich, mein Kind, ich bin der Geist der stets verneint, der stets das Böse will und doch das Gu ...«
    »Verdammt, hörst du wohl auf mit dem salbungsvollen Geseiere?! Ich will einen Namen, kein esoterisches Wichtig-Gebrabbel!«
    Schweigen. Dann ein tiefsinniges unhörbares Durchatmen.
    »Ich, mein ... Kind, bin der Imperator.«
    »Aha ...«

    Wieder Schweigen, diesmal fassungslos.
    »Du weißt nicht, wer ich bin, stimmt's?«
    »Du hast es gerade eben gesagt, oder? Du bist der Impernator!«
    »IMPERATOR, Himmel noch eins, IM PE RA TOR!«
    »Ganz ruhig, hab's ja kapiert.«
    »Gut!«

    Schweigen.
    »Bist du sowas wie der Teufel?«
    Die unsichtbare allmächtige Stimme verdreht hörbar die Augen.
    »Ja, Teufel, Freddy Krüger, Google ... ich habe viele Namen und vielerlei Erscheinungsformen.«
    »Hm, ok. Und wie kommt es, dass ich erst jetzt von dir höre, Daddy?«
    »VATER! Ich bin kein Daddy!«
    »Mann, du bist aber dünnhäutig, dafür dass du das große Übel hinter allem sein willst? Also gut, Vati, warum lässt du erst jetzt von dir hören?«

    Das allmächtige Böse knirscht mit den Zähnen.
    »Deine DNA wurde verändert. Du hast erst jetzt die Fähigkeit direkt mit mir zu sprechen!«
    »Kacke, du meinst diese Drecks-Infektion, die meine Verwandlungen manchmal so eklig schleimig anfühlen lässt?«
    »Ja, ganz genau ...!«
    Unhörbares aber allgewaltiges triumphierendes wahnsinniges Gelächter.

    »Ok, Dad. Du bist also die Infektion. Will heißen, ich nehme das richtige Antibiotikum und ich bin dich wieder los?«
    »Wie? Nein, ich BIN nicht die Infektion, sie hat nur dich verändert. Du bist nun eine neue Stufe der Schöpfung, dazu bestimmt über alle zu he ...«
    »Halt, Moment, langsam. Also ich werde dich nicht los, kann aber nicht mehr mit dir reden?«


    Lautloses Seufzen, das den Tiefen des Nichts die Haare zu Berge stehen lässt.
    »Im Prinzip ... ja.«
    »Und warum sollte ich genau mit dir reden wollen? Ganz ehrlich, bisher bist du langweilig und nervend.«
    »Weil, mein Kind, ich dir Kräfte erschließen kann, die du nie für denkbar gehalten hast!«
    »Aha ...«


    »Da ich die ganze Schöpfung durchdringe, kann ich dich lehren sie zu manipulieren. Willst du nicht die Macht haben Leute mit einem Zucken deiner Finger hochzuheben zu erwürgen?«
    »Nur mit einem Fingerzucken?«
    Begeisternd: »Ja!«


    »Nö.«
    Schweigen.
    »Nö ...?!«
    »Nö. Ich kann Leute schon hochheben und erwürgen, gut dazu muss ich sie hochheben und erwürgen, aber das ist nicht übel. Wenn ich jedes Mal jemand erwürge wenn meine Finger zucken ...?«
    »DU KANNST , DU MUSST NICHT ...!«
    »Ja, schon gut, krieg' dich wieder ein.«

    Eisiges galaktisches Schweigen.


    »Paps, noch da?«
    »Nenn mich nicht ... ach, vergiss es. Ja, ich werde immer bei dir sein.«
    »Auch wenn ich Sex habe?«
    »Äh ... ja, immer.«
    »Scheiße. Dann schau wenigstens weg. Ich find's eklig, wenn mein Dad mir beim Sex zuschaut!«
    »Ich dachte es wäre klar, dass ich nicht diese Art von ... Dad ... bin ...«


    Das Bewusstsein wird rüde aufgetaucht, völlig egal, ob das Verb "Auftauchen" normalerweise intransitiv ist.
    »Harper! Harper wach auf! Wir nähern uns den Koordinaten. Zeit auf manuelle Steuerung zu gehen!«
    Diese Stimme kommt diesmal über den Bordfunk und klingt zwar ebenfalls tief und kräftig aber deutlich weniger imperatorisch ... - zumindest etwas weniger.
    Die Frau schlägt die Augen auf, sofort hellwach.
    »Scheiße, was für' n Traum! Sollte echt weniger von diesen Powerriegeln essen!
    «
    Schnell richtet sie sich auf und ergreift die Steuerknüppel.
    »Ok, Big Boy, bin schon wach! Bereite Landeanflug vor ...«

    -------------------
    Tom Stark
    zum Lesen geeignet

  • :hmm:
    Weiß nicht ... der Humor ist gut, ich musste an manchen Stellen echt lachen, auch wenn ein Imperator, der sagt: "Ich bin dein Vater ...", ein alter Hut ist ;)
    Aber, manche Vergleiche, wenn auch witzig gemeint, machen in meinen Augen keinen Sinn.


    Unüberhörbares lautloses entnervtes Räuspern.
    Unüberhörbar und lautlos? Diese beiden Begriffe in einer Sache sind redundant. Etwas, was lautlos ist, kann nicht unüberhört bleiben ...


    Wieder Schweigen, diesmal fassungslos.
    Wie klingt fassungsloses Schweigen, wenn man der "Stimme" nicht ins Gesicht sehen kann? ?(


    Unhörbares aber allgewaltiges triumphierendes wahnsinniges Gelächter.
    Hier wieder ... unhörbar ... unhörbares Gelächter, das stört iwie, weils sinnlos ist und der Witz, wenns denn einer sein soll, ging iwie an mir vorbei. Außerdem gehören Kommata zwischen eine Aufzählung. :|


    Der Storykern - dazu kann ich noch nix sagen, aber bisher ist der recht amüsant.


    abtaucht um das Unterbewusste deutlich wahrnehmen zu können.


    Komma vor "um"


    So, das war es erstmal, ich warte ab, bis noch was kommt und gucke, wie die Story weiterverläuft ^^


    Liebe Grüße


    Jennagon

    "Habent sua fata libelli."

    ("Bücher haben ihre Schicksale.")

    - Terentianus Maurus

  • Zitat von Jen

    Unüberhörbar und lautlos? Diese beiden Begriffe in einer Sache sind redundant. Etwas, was lautlos ist, kann nicht unüberhört bleiben ...

    Ich mag genau dieses Widersprüchliche :) so wie ich das sehe, wurde es hier als poetisches (pöööötisches) Stilmittel verwendet und somit in Ordnung. Wie gesagt- ich lese sowas sehr gerne. Manche Autoren haben so die Art, es einem wild um die Ohren zu schlagen, bis es wieder nervt, aber hier fand ichs sehr schön und charmant ^^


    Zitat

    Außerdem gehören Kommata zwischen eine Aufzählung.

    Das allerdings ist so ;)


    Ich habe den Text extrem gerne gelesen, musste praktisch dauerschmunzeln und fand ihn, neben seinem Humor, auch wirklich spannend :) Auch dass du stilistisch praktisch nur das Gespräch wiedergegeben hast hat wunderschön geklappt.



    ... als einziges zu bemängeln wären da die vielen überflüssigen Absätze. Ich kann nicht wirklich eine Regelmäßigkeit finden, mit der sie gesetzt werden. Sie stören net direkt, aber ... indirekt :D


    Ich freu mich jedenfalls auf mehr ^^


    "You know what the big problem is in telling fantasy and reality apart? They're both ridiculous."


    - Twelve


  • Stimmt, Kommata, da war doch was.
    Die Absätze habe ich wegen der leichteren Lesbarkeit der Sinnabschnitte gemacht, aber es kann schon sein, dass es des Guten zu viel war.
    Andererseits ist natürlich alles noch sehr eine Rohfassung und wird am Ende womöglich völlig anders im Roman auftauchen.
    Jedenfalls macht mir die Figur um die rotzfreche Harper wirklich Spaß.
    Ja, dieses Stilmittel der gegensätzlichen Begriffe die sich auf einer tieferen (oder war*s einer höheren?) Ebene sinnhaft zusammenfügen nennt man Paradontose ... nein Parallaxe , oder vielleicht doch Paradox? Könnte auch der Ochs sein, also "Ox Ymeron, Schwanz und Kopf mal wieder auf verschiedenen Weiden?" 8)


    Auf jeden Fall schön, wenn euch der Humor gefällt.

    -------------------
    Tom Stark
    zum Lesen geeignet

  • Zitat


    Die unsichtbare allmächtige Stimme verdreht hörbar die Augen


    Spätestens dort hattest du mich. Der Satz ist echt gut :D


    Ansonsten find ich den Humor richtig gut, vor allem das widersprüchliche. Freu mich auf mehr wirre Gespräche zwischen Haper und Daddy...

    Vorm Grill steh'n fill, vorm Schwenker steh'n nur die Denker.