Chaotische Kurzgeschichten

Es gibt 22 Antworten in diesem Thema, welches 8.078 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (2. Oktober 2023 um 07:44) ist von Miri.

  • Salut,

    Das finde ich eine sehr gelungene Kurzgeschichte. Jeder Satz hat seine Wichtigkeit, wir erhalten genau die Informationen, die wir benötigen und ich komme sehr schnell ins Grübeln, ob Edward etwas ausheckt.

    Der Part mit der Opfergabe war jetzt nichts wirklich Neues und hatte ich irgendwie erwartet. Dennoch macht er sehr Spass zum Lesen.

    Den zweiten Teil aber hätte ich nicht erwartet und vertieft noch einmal diesen kosmischen Horror, den offenbar auch jene treffen kann, die glauben, ihn zu kennen.

    Mein einziger Kritikpunkt wäre, dass Lavinias Pakt ziemlich aus dem Nichts kommt. Hat sie ihn vor ihrem Tod oder danach geschlossen? Mit demselben Wesen oder einem anderen?

    Offenes Ende in allen Ehren, aber ich wünsche mir da noch einen Hinweis, dass Lavinia viellecht mehr wusste, als es den Anschein hatte.

  • Hoi.

    Auweia, eine ganz schön dunkle Geschichte ... ich probiere es dennoch mal, sie zu lesen.

    Spoiler anzeigen

    „Ja?“

    „Ja.“ Edward grinste. „Lass dich überraschen.“

    Die Stelle habe ich mehrmals gelesen. Mir kommt es so vor, als würde was beim Inquit fehlen :hmm: Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich noch ein wenig Foreshadowing möchte, ohne dass es zu offensichtlich ist.

    Vielleicht könntest du noch ein einfaches "sagte er bestimmt und grinste sie an" oder so einfügen.

    Lavinia schob ihre Unterlippe vor. „Ich bin doch so ungeduldig!“

    „Dafür dauert unser Abendspaziergang aber schon ganz schön lange.“ In der Tat war aus dem Beobachten eines Sonnenuntergangs bereits eine halbe Nacht geworden.

    „Ich bin eben auch neugierig!“ (me too, girl, me too xD) Sie konnte nicht bestreiten, dass die Gespräche mit Edward sehr anregend waren und die Zeit dabei schnell verflogen war.

    Weiß sie, dass sie ihre Unterlippe vorschiebt? Ist es ein Versuch kokett zu wirken/sein? Oder ist es eine Beobachtung?

    (Bei Beobachtung würde die Perspektive nicht stimmen)

    Ich verstehe nicht genau, warum die Länge des Dates etwas mit ihrer Neugierde/ ihrer Ungeduld zu tun hat :hmm:

    Sie machte einen vorsichtigen Schritt und prüfte den Untergrund. Nachdem sie sich vergewissert hatte, dass das Gestein nicht unter ihren Füßen wegbröckeln würde, ging sie langsam zur Spitze des Ausläufers. Dort standen zwei hölzerne Pfähle, an denen sie sich festhielt und über den Rand spähte. Von hier sah das Wasser dunkler aus. Aber noch etwas fiel ihr auf. „Ein Schiffswrack!“

    Schön beschrieben :)

    „(Ja.) Captain Edward Marsh ist damals leider nicht zurückgekehrt.“

    „Edward Marsh?“

    Er nickte. „Ja, ich bin nach meinem Urgroßvater benannt. Genau wie mein Vater und mein Großvater vor mir.“

    „Verstehe.“ Sie stellte es sich etwas unpraktisch vor, wenn alle Männer der Familie den gleichen Namen hatten.

    Bisschen viele "..." finde ich. Die ersten zwei könntest du eigentlich auch weglassen, beim letzten würde ich eher einen Gedankenstrich verwenden.

    "?!" finde ich immer etwas überdreht, stattdessen könntest du auch anders ihre Überraschung zeigen.

    Vorschlag: "Warum leider"?, fragte sie und drehte sich um. War er am Ende verheiratet?

    Edward drehte sich herum und lächelte. Es war ein kaltes Lächeln, weit entfernt von dem herzlichen Edward, den sie vor zwei Tagen in einem Café Kaffee kennengelernt hatte. „Der Blutmond verlangt es“, sagte er und sie erkannte das Messer in seiner Hand.

    Sie erkennt das Messer? Oder sieht sie das Messer in seiner Hand?

    Schockiert starrte sie den Mond an, dessen bekanntes Gesicht plötzlich von seltsamen Gebilden durchzogen waren.

    Sagt man "Gesicht" in diesem Fall? Evt. ist "Antlitz" oder "Oberfläche" oder so was besser.

    Sie verkrampfte, schaffte es nicht, einen Laut von sich zu geben. Ruckartig nahm der Schmerz zu, als er mit beiden Händen in die Wunde griff.

    Pfui.

    Verständnislos starrte sie ihr eigenes, noch schlagendes Herz an, das Edward in die Höhe reckte.

    Ein pittoreskes Bild.

    Sie spürte ihre Knochen brechen, während ihr Verstand ihren Körper verließ. Mit einem Ruck wurde sie in die Höhe gerissen. Weitere Knochen brachen.

    Der blutverschmierte Edward war das Letzte, was ihr verschwommener Blick wahrnahm, ehe sie in die Tiefe gezerrt wurde und zum letzten Mal das Bewusstsein verlor.

    Theoretisch verlässt ihr Verstand ihren Körper (laut dem ersten Satz hier), daher kann sie eigentlich nichts mehr wahrnehmen, da sie ja schon nicht mehr in der Verfassung hierfür ist.

    Der Schnitt unter ihren Rippen war geschlossen, aber deutlich zu sehen.

    Ist es dann die Narbe? Oder ist die Wunde geschlossen (was eigentlich auch eine Narbe wäre oder?)?

    „Aber Misthaven wird bald meinen, einen Albtraum zu erleben.“

    Meinen oder einen?

    „Dein Urgroßvater ist nicht der einzige, der Pakte schließen kann, Edward!“

    Eigentlich ist der Urgroßvater ja tot, daher stört es mich ein wenig, dass der Satz im Präsens verfasst ist ... Es ist ja auch so, dass die Familie eigentlich diesen Pakt mit jeder Generation erneuert, also vielleicht den Satz etwas umformulieren?

    Oder: "Auch andere können einen Pakt schließen" oder so? :hmm: Bin unsicher, aber verstehst du, was ich meine?


    Fazit: Sehr gute Idee, wie ich es dir ja schon gesagt hatte :) Auch die Umsetzung ist gut, die Handlung und die Twists sind überraschend, aber auch schlüssig. Ich mag die Tentakel-Lavina-Beschreibungen, die unheimlich und spannend zugleich sind.

  • Miris Gedanken beim Lesen

    „Selbstverständlich!“ Er lächelte. „Ich habe sehr lange gesucht, um eine Frau wie dich zu finden.

    Erster Satz im zweiten Absatz und sofort denk ich: "Da ist doch was im Busch!!!" XD Das klingt verdächtig! :panik:
    (Wobei ich das als Außenstehende natürlich erwarte. ich schätze, als Lavinia wäre mir das gff. auch nicht aufgefallen :hmm: )

    Nach dem Tod meines Urgroßvaters – während eines Blutmonds – kehrten sie zurück.

    Schon wieder der Blutmond! :panik: Das IST was im Busch!

    „Was meinst ...“ Ihre Worte erstarben in dem Tuch, das er ihr aufs Gesicht drückte.

    Siehste?!

    Ihr Blick verschwamm. Ein Gefühl der Enge in der Brust; ein Reißen und dann ... Leere.

    Edward zog seine Hände aus ihrem Körper und hielt etwas in der Hand. Rot und blutig zuckte es in seinen Fingern.

    Mein ... Herz ... Nein, das ...

    Verständnislos starrte sie ihr eigenes, noch schlagendes Herz an, das Edward in die Höhe reckte.

    Ewwww ... eklig! Und grausam!

    Misthaven war für die nächste Zeit in Sicherheit und gut versorgt.

    Er hat eigentlich ein gutes Ziel ..

    hier stellt sich sogar die ethische Frage: ich es okay, ein Leben zu opfern, wenn man viel mehr dadurch retten kann?

    „Dein Urgroßvater ist nicht der einzige, der Pakte schließen kann, Edward!“

    Und das bereitet mir Genugtuung *hmpf ...

    Ich muss sagen, der erste Teil war nicht unerwartet, dafür gefiel mir die Wendung im zweiten Teil :D

    Außerdem wirft die Geschichte unterschwellig recht tiefgründige Frage auf :D

    Zum Beispiel die oben genannte. Aber auch die Frage, ob Rache wirklich jedes Opfer wer ist :hmm:

    Unterhaltsam und spannend zu lesen und lässt einen durchaus nachdenklich zurück :D :thumbsup:

    Writers aren't exactly people ... they're a whole bunch of people trying to be one person.
    - F. Scott Fitzgerald