Chaotische Kurzgeschichten

Es gibt 22 Antworten in diesem Thema, welches 7.789 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (2. Oktober 2023 um 07:44) ist von Miri.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo zusammen,
    In diesem Thread werde ich alles an Kurzgeschichten sammeln, was ich so verzapfe und nicht mit einem der großen Projekte zusammenhängt :D
    Beispielsweise auch die Geschichten, die am Schreibwettbewerb teilgenommen haben :D
    Man will ja auch Feedback, warum man 0 Stimmen hat xD

    Kritik ist wie immer erwünscht :)

    Viel Spaß und LG
    Chaos

    Inhaltsverzeichnis
    • Offizieller Beitrag

    Donner grollte vor dem Fenster, während der Blitz die menschenleere Straße vor dem Krankenhaus erleuchtete. Die dicken Regentropfen, welche unbeirrt auf die Scheibe einprasselten und die nächtliche Metropole in eine nasse Geisterstadt verwandelten, unterstrichen nur Adams schlechte Laune. Er sollte eigentlich längst nicht mehr hier sein, aber er hatte sich geweigert zu gehen, als die Schwestern ihn nach Hause schicken wollten. Nun saß er in dem Besuchersessel des dunklen Patientenzimmers der Intensivstation und beobachte Sarah, die noch immer bewusstlos im Bett lag. Nur das regelmäßige Piepen ihres Herzmonitors und das keuchende Geräusch des Beatmungsgerätes verriet ihm, dass sie noch lebte. Gerade so.
    Die Ärzte hatten gemeint, es sei knapp gewesen. Hätte das Messer sie nur wenige Zentimeter weiter getroffen, hätte sie es vermutlich nicht einmal mehr in den Rettungswagen geschafft.
    In den zweiunddreißig Jahren seines Lebens hatte sich Adam noch nie so hilflos gefühlt, wie in diesem Moment. Müde hielt er sich den noch immer schmerzenden Kopf und überlegte, wie es soweit hatte kommen können. Eine kleine Streiterei zwischen zwei Fremden am Bahnhof, nichts Ernstes. Irgendwie war die Situation dann eskaliert und er hatte sich inmitten einer Schlägerei wiedergefunden. Er war ahnungslos, warum der Kerl mit der braunen Lederjacke sein Messer zweimal im Bauch seiner Freundin versenkt hatte. Alles was er wusste war, dass der Typ die nächsten acht Wochen mit einem Strohhalm essen würde und Sarah nun um ihr Leben kämpfte.
    Die Operation war gut verlaufen, aber sie war noch nicht über den Berg. Es konnte noch so vieles schiefgehen …
    Ein dumpfer Schmerz bohrte sich seitdem durch Adams Schädel und quälte ihn zusätzlich zu der Ungewissheit über die Zukunft der jungen Frau. Vielleicht hätte er die Schmerzmittel doch nicht ablehnen sollen, aber er war zu sehr mit der Sorge um Sarah beschäftigt gewesen, als dass er an sich selbst hätte denken können.
    Er warf einen kurzen Blick auf seine Armbanduhr.
    Kurz vor Mitternacht.
    Er wollte nicht schlafen, er wollte wachbleiben und auf sie aufpassen. Er wollte bei Sinnen sein, falls etwas schiefging und er Hilfe holen musste. Er wollte wenigstens jetzt für sie da sein, wenn er es am Bahnhof schon nicht gewesen war. Obwohl Adam sich nach Kräften mühte, die Augen offen zu halten, spürte er, wie die eintönigen Geräusche der medizinischen Geräte ihn langsam ins Reich der Träume beförderten.

    Ein Klopfen an der Tür ließ ihn hochschrecken. Noch immer war es dunkel draußen und flüchtig wanderten seine Augen über das Ziffernblatt.
    „Halb vier Uhr morgens?“, murmelte er schlaftrunken. „Wer stört denn um diese Zeit?“
    Eigentlich konnte es sich nur um die Nachtschwester handeln, aber warum sollte diese anklopfen und eventuell einen Patienten wecken.
    Er fühlte sich nicht wirklich ausgeruht, aber wenigstens hatte der kurze Schlaf seine Kopfschmerzen vertrieben. Sarah hingegen lag noch immer reglos in ihrem Bett.
    Noch einmal verlangte jemand danach, hereingebeten zu werden, dieses Mal deutlich bestimmter.
    „Ja?“, raunte Adam und räusperte sich dann, da seine Stimme beinahe versagte.
    Quälend langsam öffnete sich die Tür zum beleuchteten Gang und eine dunkle Figur trat ein. Nur die Umrisse eines langen Mantels und breitkrempigen Hutes waren vor dem hellen Hintergrund zu erkennen.
    Der Raum versank wieder in Dunkelheit, als die Tür leise hinter dem Besucher zufiel. Ein Blitz erhellte den Raum und offenbarte für einen Augenblick das unbekannte Gesicht des Fremden. Vom Geräusch des rollenden Donners begleitet erhob sich Adam hastig von seinem Sessel.
    „Wer sind Sie?“, fragte er leise, aber energisch. „Was wollen Sie hier?“
    „Begrüßt du jeden Gast so unfreundlich?“, entgegnete der Mann amüsiert und betätigte den Lichtschalter.
    Adam sah über die Tatsache hinweg, dass er geduzt wurde und beschwerte sich bemüht ruhig, was das sollte.
    „Sie wird noch aufwachen!“, meinte er und deutete auf Sarah.
    „Würde es dich stören, wenn sie aufwacht?“, forderte ihn der Fremde heraus und nahm seinen Hut ab.
    Mit zusammengebissenen Zähnen richtete Adam seinen Blick auf den Boden. Nichts wünschte er sich mehr, als dass sie wieder aufwachte, wieder lachte und wieder mit ihm am Leben teilhaben konnte. Niemand wusste, ob sie morgen erwachen, ob sie je wieder ganz gesund werden würde. Sacht schüttelte er den Kopf und sah sein Gegenüber dann wieder an.
    Zufrieden grinsend warf der Besucher den Hut auf den kleinen Tisch und fuhr sich durch die langen schwarzen Haare.
    Noch immer war unklar, wer der Mann war, oder was er dort in Sarahs Krankenzimmer wollte, weshalb Adam seine Frage wiederholte.
    „Wer sind Sie?“
    Der Besucher musterte ihn eindringlich.
    „Was glaubst du denn, wer ich bin?“
    „Woher soll ich das wissen?“, maulte Adam und zuckte mit den Schultern. „Jetzt sagen Sie mir endlich wer Sie sind, oder ich rufe die Schwester!“
    Um seine Drohung zu unterstützen machte er einen Schritt auf Sarahs Bett zu und legte den Finger auf den Schalter, der die Pfleger alarmierte.
    „Das geht leider nicht“, meinte der Fremde mit ruhiger Stimme, woraufhin der junge Mann genervt schnaubte und versuchte den Knopf zu betätigen.
    Nichts tat sich. Keinen Millimeter konnte er den Schalter hinunter drücken.
    „Verdammt nochmal!“, fluchte er. „Dieses Drecksding klemmt!“
    „Nun beruhige dich, du weckst sie noch auf!“, mahnte der Besucher amüsiert.
    Wütend sah Adam ihn an.
    „Wer. Sind. Sie?“, fauchte er zum dritten Mal und war bemüht, sich zurückzuhalten.
    Langsam und bedächtig kam der Mann zu ihm herüber und stellte sich neben ihn an das Bett der jungen Frau. Irgendetwas sagte ihm, dass er es zulassen sollte.
    „Charon“, hauchte der ungebetene Gast. „Thanatos. Anubis. Osiris. Mors.“
    Verständnislos sah Adam zu dem Fremden auf, der deutlich größer war, als er zunächst geschätzt hatte.
    „Was?“, hakte er vorsichtig nach. „Warum zählen Sie antike Götter auf?“
    Was stimmt denn mit dem Kerl nicht?
    Das dunkle Haar hing dem unheimlichen Mann ins Gesicht, als er zu Sarahs Freund hinunterblickte.
    „Weil das die Namen sind, die man mir gab.“
    „Ihnen … gegeben hat?“
    Nur ein Nicken bekam er als Antwort.
    „Ich verstehe nicht, worauf Sie hinauswollen“, gab er zu und richtete seinen Blick wieder auf die bewusstlose Frau vor sich. „Wer hat Ihnen diese Namen gegeben?“
    „Die Menschen jener Zeit.“
    Schweigend wartete Adam auf eine weitere Erklärung, welche nach einem Moment der Stille auch folgte.
    „Einige Jahrhunderte später nannten sie mich dann den ‚Schnitter‘ oder ‚Gevatter Tod‘.“
    Wieder breitete sich eine angespannte Ruhe im Raum aus, welche lediglich von den Geräuschen der medizinischen Geräte und gelegentlichem Donnergrollen unterbrochen wurde.
    Hatte dieser Mann gerade behauptet, er sei der Tod?
    „Das ist nicht witzig“, raunte Adam leise und nahm Sarahs Finger in die seinen.
    Er verstand nicht, wie jemand im Krankenhaus am Bett einer schwer verletzten jungen Frau so etwas sagen konnte.
    „Das war kein Witz“, antwortete der Besucher und legte seine Hand auf die des Paares.
    Die knöchernen Fingerglieder fühlten sich kalt und hart auf Adams Haut an, sodass er seinen Arm erschrocken zurückzog und dem Fremden mit klopfendem Herzen ins Gesicht sah. Leere Augenhöhlen, leer von jeglicher Wärme oder Leben dominierten den Totenschädel, der nun von den dunklen Haaren des Mannes umrahmt wurden. Nur einen Augenblick später war das Gesicht wieder wie zuvor, aber Adam starrte den Tod noch immer entsetzt an.
    „W-Was … aber, warum …“, fing er an, unterbrach sich aber sofort wieder als ihm das beständige Piepen von Sarahs Herzmonitors auffiel.
    „Nein! Sie können sie nicht haben!“, beharrte er und schüttelte vehement den Kopf. „Sie ist noch so jung! Das hat sie nicht verdient!“
    Wortlos verschränkte der Seelensammler die Arme vor der Brust und schüttelte mitleidig den Kopf.
    „Bitte! Warum soll sie sterben und der Idiot, der ihr das angetan hat, darf weiterleben?“
    Weiterhin schwieg der dunkle Besucher und Adam spürte, wie ihm die Tränen in die Augen stiegen.
    „Nein, bitte …“, hauchte er. „Sie darf nicht sterben! Sie ist …“
    „Sie wird gesund“, wurde er unterbrochen.
    „W-was?“
    Erleichterung machte sich in seiner Brust breit, als er die Aussage des Todes vernahm. Gleichzeitig jedoch drängte sich ihm die Frage auf, warum dieser dann dort im Krankenzimmer stand.
    „Ich bin nicht wegen Sarah hier, Adam“, beantwortete der Besucher die unausgesprochenen Worte. „Warum glaubst du, rede ich mit dir?“
    Überrascht riss der junge Mann die Augen auf.
    „S-Sie meinen …“, stammelte er und versuchte einen Weg zu finden, die Äußerung in einer positiven Weise zu interpretieren. Es gelang ihm nicht.
    „Ja, Adam. Ich bin wegen dir hier.“
    Die Erkenntnis, dass er sterben würde traf ihn wie der Schlag vor wenigen Stunden. Nur diesmal befielen ihn keine Kopfschmerzen, kein Schwindel und keine Übelkeit.
    „Wann ist es soweit?“, fragte er gefasst. Seine eigene Ruhe überraschte ihn beinahe. Es war, als ob es nicht mehr wichtig war, ob er in der Welt verbleiben würde oder nicht.
    „Es ist bereits geschehen“, meinte der Tod und deutete auf den Sessel, in dem Adam zuvor geschlafen hatte.
    Dort saß er noch immer. Entspannt zurückgelehnt verriet nur das fehlende Heben und Senken des Brustkorbs, dass der junge Mann im Sessel nicht mehr am Leben war.
    Fragend sah Adam seinen Körper an, ehe er einen hilfesuchenden Blick zu dem Besucher warf.
    „Der Schlag hat dich schwerer verletzt als du vermutet hast“, eröffnete ihm der Tod. „Eine Blutung im Gehirn kann schlimme Folgen haben.“
    „Daher die Kopfschmerzen und die Übelkeit …“, erkannte Adam seinen Fehler. Tatsächlich hätte er sich untersuchen lassen sollen, für eine Sekunde an sich selbst denken. Aber das war nun egal. Ein kleines Lächeln breitete sich in seinem Gesicht aus, als er erkannte, dass wenigstens Sarah wieder gesund werden würde.
    „Werde ich sie wiedersehen?“, wollte er dann wissen und hoffte, die Antwort würde positiv ausfallen.
    Der Tod nickte lächelnd.
    „In dreiundfünfzig Jahren, vier Monaten und achtzehn Tagen.“
    „So lange …“, murmelte Adam und war sich nicht sicher, ob er darüber wirklich traurig war. Immerhin bedeutete es auch, dass Sarah noch ein langes Leben vor sich hatte.
    „Was ist das Leben eines Menschen gegen die Ewigkeit“, gab der Tod ihm zu bedenken, woraufhin der Verstorbene sacht nickte und sich ein Lächeln abrang.
    „Kann ich mich noch verabschieden?“
    Wortlos bestätigte ihn der dunkle Besucher, nahm seinen Hut wieder vom Tisch und stellte sich neben die Tür.
    Adam ging ein letztes Mal zu Sarah hinüber und nahm noch einmal ihre Hand. Er nahm sich etwas Zeit, seiner jungen Freundin alles zu sagen, was er ihr nicht mehr sagen können würde. Er erzählte, wie er sich die Zukunft mit ihr vorgestellt hatte und wie leid es ihm tat, sie nun alleine zu lassen.
    „Adam“, hörte er leise den Tod neben der Tür sagen. „Es wird Zeit.“
    Seufzend nickte der Angesprochene und ging langsam und mit einem wehmütigen Blick auf Sarah zur Tür.
    „Hat sie irgendetwas davon gehört, was ich ihr gesagt habe?“, fragte er unsicher.
    „In ihren Träumen“, war die beruhigende Antwort, was Adam erneut ein Lächeln abrang.
    Der Seelensammler erkannte wohl, dass der Verstorbene bereit war, seine letzte Reise anzutreten und öffnete die Tür. Ein grelles Licht blendete Adam, der einen tiefen Atemzug nahm und zögerlich durch die Tür trat. Das Piepen, das Sarahs Herzschlag darstellte wurde leiser und verstummte schließlich, während das Leuchten den Verstorbenen umfing und seinen Geist aus dem Leben trug.

  • Also einmal abgesehen davon, dass ich gebührend überrascht war, dass diese tiefsinnige Geschichte von dir stammt, hat sie einen wirklich wunderbaren Plottwist! Sowas Lob ich mir :hi1:
    Zu Anfang baust du auch gleich sehr schön die düstere Atmosphäre mit Regen, Nacht und Trostlosigkeit auf, sodass man gleich voll drin ist. Dafür schon mal einen Keks :cookie:

    Obwohl Adam sich nach Kräften mühte, die Augen offen zu halten, spürte er, wie die eintönigen Geräusche der medizinischen Geräte ihn langsam ins Reich der Träume beförderten.

    Das ist so eine Stelle, die entfaltet ihre wahre Wirkung eigentlich erst beim zweiten Lesen. Echt sehr gut gelungen und eigentlich sogar mein Lieblingspart.

    Der Raum versank wieder in Dunkelheit, als die Tür leise hinter dem Besucher zufiel. Ein Blitz erhellte den Raum und offenbarte für einen Augenblick das unbekannte Gesicht des Fremden.

    Ziemlich theatralisch inszeniert, aber passt hier gut zur restlichen Atmosphäre xD

    Nichts wünschte er sich mehr, als dass sie wieder aufwachte, wieder lachte und wieder mit ihm am Leben teilhaben konnte. Niemand wusste, ob sie morgen erwachen, ob sie je wieder ganz gesund werden würde.

    Zwei Mal "wachen" recht schnell aufeinander. Zwar in abgewandelter Form aber es sticht dennoch etwas hervor. Leider will mir gerade auch keine bessere Alternative einfallen :pardon:

    Keinen Millimeter konnte er den Schalter hinunter drücken.

    Ich würde vielleicht "Der Schalter ließ sich keinen Millimeter hinunter drücken" schreiben.

    Langsam und bedächtig kam der Mann zu ihm herüber und stellte sich neben ihn an das Bett der jungen Frau.

    Hier kann man wieder "Adam" benutzen. Zu viele Personalpronomen hinter einander sind auch nicht gut.

    Leere Augenhöhlen, leer von jeglicher Wärme oder Leben dominierten den Totenschädel, der nun von den dunklen Haaren des Mannes umrahmt wurden.

    "Dominieren" vermittelt hier ein etwas falsches Bild. Ich würde da den ganzen Satz etwas umstellen und dabei das "nun" komplett rausnehmen, sowie das "leer" ersetzen. Vorschlag: "Aus einem trostlosen Totenschädel, eingerahmt von den dunklen Haaren des Mannes starrten ihm zwei leere Augenhöhlen entgegen, bar jeglicher Wärme oder Leben."

    Erleichterung machte sich in seiner Brust breit, als er die Aussage des Todes vernahm.

    Das klingt irgendwie so formell und nach Gerichtsprozess :hmm: Wie wäre es mit "..., als er die Worte des Todes Vernahm."?

    "Vem har trampat mina svampar ner?!"

  • Für mich die beste Geschichte im Wettbewerb, @Chaos, obwohl sie nicht soooo perfekt zum Thema passte. Das ließ doch eher an ziemlich derbe Formulierungen (wie in Asnis Geschichte ^^ ) denken als an so ein berührendes Szenario, wie du es hast entstehen lassen.

    Trotzdem war sie mein Favorit, eben weil sie so berührend war. Das ist meine Lieblingsstelle:

    „Es ist bereits geschehen“, meinte der Tod

    Wenn der Tod nur immer so einfühlsam sein könnte. Obwohl - vielleicht ist er das ja? Keiner da, der uns darüber Auskunft geben kann...

    "Er wird wiederkommen. Die Berge sind wie ein Virus. Man infiziert sich mit der Liebe zu ihnen
    und es gibt kein Gegenmittel. Sie führen in eine Sucht, man kommt nicht mehr von ihnen los.
    Je länger man sich woanders aufhält, desto größer wird das Verlangen, sie wiederzusehen."

    Chad, der Holzfäller
    aus "Der Wolf vom Elk Mountain"

    ___________________

  • @Chaos Rising
    ;( da hast du wohl bei mir einen wunden Punkt getroffen...

    Die Vorstellung, das sie aufwachen wird und er nicht mehr da ist... ;(

    Ergreifendes Thema und tiefgründiger Inhalt... Toll!!

  • Ich muss auch sagen, dass ich diese Kurzgeschichte richtig gut finde.

    Es ist ein ernstes Thema angeschnitten und ich finde, das bringst du in diesem kleinen Teil auch schon gut rüber.

    Ich freue mich schon auf mehr

  • Heilige Scheiße... Entschuldigung aber das ist gerade das einzige was mir dazu einfällt. Wie kann man nur so etwas tolles schreiben? Diese Geschichte ist etwas einzigartiges, faszinierendes, wundervolles und vor allem eins: etwas ganz besonderes. Ihr denkt euch jetzt bestimmt, dass ich übertreibe. Nein, das tue ich gar nicht. Für mich ist diese Geschichte wirklich etwas ganz wertvolles.
    Der Schreibstil, dieses düstere, traurige und spannende, ist etwas das ich wirklich abgöttisch liebe. Ich bewundere Leute, die so etwas unglaubliches schreiben können.
    Du hast mich in deinen Bann gezogen. Ernsthaft, ich konnte meinen Blick nicht abwenden. Ich wollte unbedingt wissen wie es ausgeht.

    Dieser Plottwist hat mir sowieso den Rest gegeben. Ich habe so gehofft, dass sie überlebt aber das hätte nicht zu dieser düsteren Atmosphäre gepasst und deshalb habe ich erwartet, das sie sterben wird und dann kommt dieser Plottwist. Genial. Ich habe mich in diese kurze Geschichte verliebt und hoffe wirklich, dass deine anderen auch so unfassbar gut sind. Wenn sie das sind, dann herzlichen Glückwunsch. Dann hast du jetzt ein Fangirl.

    @Chaos Rising danke für diese Geschichte!

    ___________________________________________________________________
    ~Life is too bitter, so coffee, at least, should be sweet.~

    • Offizieller Beitrag

    Boah Leute 0o
    Ich hab euch ja hier noch gar nicht geantwortet ... wtf ...
    *hust*
    Sorry :whistling:
    Schnell nachholen xD

    Erstmal natürlich: Danke euch allen für die Kommis :love: Es freut mich sehr, dass diese Geschichte so gut ankommt :)

    Xarrot

    Das ist so eine Stelle, die entfaltet ihre wahre Wirkung eigentlich erst beim zweiten Lesen. Echt sehr gut gelungen und eigentlich sogar mein Lieblingspart.

    Hihi, so war das gedacht :D
    Hat sich da gut angeboten, das da so zu gestalten :D
    Danke dir :)

    Ziemlich theatralisch inszeniert, aber passt hier gut zur restlichen Atmosphäre xD

    Jaaaa, ich weiß :rofl:
    Aber in einer KG kann man auch mal etwas übertreiben oder? xD

    Also einmal abgesehen davon, dass ich gebührend überrascht war, dass diese tiefsinnige Geschichte von dir stammt, hat sie einen wirklich wunderbaren Plottwist! Sowas Lob ich mir

    Warum überrascht dich das? xD Und Danke, freut mich sehr, dass dir der Twist gefällt :D (Auch wenn er ned ganz die Themenvorgabe getroffen hat :rofl: )
    (Ich frage mich grade echt, warum ich hier noch nicht geantwortet habe ... Das wollte ich immer schon wissen xD)

    Tari

    Für mich die beste Geschichte im Wettbewerb, @Chaos, obwohl sie nicht soooo perfekt zum Thema passte. Das ließ doch eher an ziemlich derbe Formulierungen (wie in Asnis Geschichte ) denken als an so ein berührendes Szenario, wie du es hast entstehen lassen.

    Ja, das war mir beim Einsenden schon bewusst, dass ich vmtl genau deswegen nicht gewinnen werde xD
    Aber hey, die Geschichte ist ja (scheinbar) trotzdem gut geworden, also kann ich damit sehr gut leben :D
    (Und die Gewinnergeschichte soll ja auch ganz ok gewesen sein :D )

    Wenn der Tod nur immer so einfühlsam sein könnte. Obwohl - vielleicht ist er das ja? Keiner da, der uns darüber Auskunft geben kann...

    Man weiß es nicht :hmm: Man kann es nur hoffen :pardon:

    LadyK

    Die Vorstellung, das sie aufwachen wird und er nicht mehr da ist...

    Das ist tatsächlich mit das schlimmste was ich mir (andersrum natürlich xD) vorstellen kann :hmm: vlt habe ich das Thema darum gewählt ich weiß es nicht :hmm:
    (Mann, ich sollte echt nie einen Psychiater mein Zeug lesen lassen xD)

    Kanra

    Heilige Scheiße... Entschuldigung aber das ist gerade das einzige was mir dazu einfällt. Wie kann man nur so etwas tolles schreiben? Diese Geschichte ist etwas einzigartiges, faszinierendes, wundervolles und vor allem eins: etwas ganz besonderes. Ihr denkt euch jetzt bestimmt, dass ich übertreibe. Nein, das tue ich gar nicht. Für mich ist diese Geschichte wirklich etwas ganz wertvolles.
    Der Schreibstil, dieses düstere, traurige und spannende, ist etwas das ich wirklich abgöttisch liebe. Ich bewundere Leute, die so etwas unglaubliches schreiben können.
    Du hast mich in deinen Bann gezogen. Ernsthaft, ich konnte meinen Blick nicht abwenden. Ich wollte unbedingt wissen wie es ausgeht.

    Dieser Plottwist hat mir sowieso den Rest gegeben. Ich habe so gehofft, dass sie überlebt aber das hätte nicht zu dieser düsteren Atmosphäre gepasst und deshalb habe ich erwartet, das sie sterben wird und dann kommt dieser Plottwist. Genial. Ich habe mich in diese kurze Geschichte verliebt und hoffe wirklich, dass deine anderen auch so unfassbar gut sind. Wenn sie das sind, dann herzlichen Glückwunsch. Dann hast du jetzt ein Fangirl.

    @Chaos Rising danke für diese Geschichte!

    :blush: :blush:
    Vielen Dank :)
    Ich weiß jetzt gar nicht so genau, was ich darauf sagen soll :rofl: :hmm: Ach ich freu mich einfach über das Lob und die netten Worte :D
    So!
    Bleibt nur zu hoffen, dass ich jetzt ein Fangirl habe :hmm: :rofl:
    Danke dir :)

    Falls du eine "Empfehlung" willst:

    Spoiler anzeigen


    Mann, das fühlt sich komisch an, seine eigenen Sachen zu empfehlen :rofl: Aber ich hoffe du (ihr) weisst (wisst) ja, wie es gemeint ist :D

    Zwischen Leben und Tod - Band I: Der Schatten des Todes
    Ist momentan mein (bzw. unser :D ) Hauptprojekt und auch viel weiter geschrieben (und ausgereift) :)

    So, nachgeholt :D
    Dachte das wäre schon lange erledigt :rolleyes: *wird alt*

    LG Chaos

  • Hi @Chaos Rising

    Also um ehrlich zu sein, hätte ich nicht erwarte, dass du sowas schreibst xD aber ich sag es jetzt einfach mal. WOW. :love: Das war ja schön und gleichzeitig so verdammt traurig! Mann, warum tust du mir sowas an?! :panik:
    Dieser kurze Einblick war wirklich eine kleine emotionale Achterbahn mit einer schönen Botschaft. Sher berührendes Szenario.

    Lg

    Fly

    "Ein Schloss ohne Gruft, das wäre wie, wie ein Einhorn ohne Horn!"

    Eigenes von Fly
    Schatten unter London

    • Offizieller Beitrag

    Hey @97dragonfly

    Danke für dein Kommi :)

    Also um ehrlich zu sein, hätte ich nicht erwarte, dass du sowas schreibst xD

    Warum sagen das alle, die diese Geschichte lesen? :rofl: Was HAST du denn erwartet? :D

    Vielen Dank für die lieben Worte und das Lob :)
    Freut mich, dass dir die Geschichte gefällt, auch wenn ja eigentlich nicht viel passiert :D

    LG Chaos :)

    PS: Im Chat nicht wundern, wenn mal paar Minuten keiner was sagt, das is normal und heisst nit, dass wir niht mir dir reden wollen xD

  • Hi @Chaos Rising!

    Spoiler anzeigen

    Eine schöne Kurzgeschichte - traurig, aber schön! Ja, das Leben kann hart sein, aber ich finde, besonders der Twist ist dir gut gelungen :)
    Vor allem interessant ist auch, wie verschieden die Vorstellungen vom Tod so sind (nicht nur innerhalb der Kulturen, sondern auch je Individuum). Um ehrlich zu sein, dachte ich am Anfang der Beschreibung kurz an Gandalf ... :D

    Nur die Umrisse eines langen Mantels und breitkrempigen Hutes waren vor dem hellen Hintergrund zu erkennen

    Insgesamt ist das Thema wohl für eine spannende, knackige Kurzgeschichte sehr gut geeignet. Hat mir gut gefallen :)

    Fantasy is like endless freedom! Open your mind and create epics!

    ~Meine Geschichte: Aydron (Band I)~

    • Offizieller Beitrag

    Keine ahnung...nicht das! xD hätte dich jetzt nicht für den sentimentalen Typen gehalten...darum

    Bin ich eigentlich auch nicht, aber in Geschichten is das ja manchmal was anderes xD

    @Celytha
    Auch dir Danke für dein Kommi :)
    Freut mich, dass es dir gefallen hat :) Der Twist war mir tatsächlich wichtig xD (und die Grundidee)
    Dass der Besucher der Tod sein wird, wird vermutlich recht schnell klar :D Aber ich wollte nach diesem "Scheintwist" halt nochmal ... twisten
    xD

    Danke für das Lob! :blush:

    LG Chaos

    • Offizieller Beitrag

    So, damit das hier auch tatsächlich mal ne Sammlung wird und nicht nur eine einzelne KG, hab ich im Urlaub endlich mal die zweite Idee umgesetzt xD
    Tatsächlich ist es eine Art ... Fortsetzung zu der ersten Geschichte in diesem Thread. Man muss die erste Geschichte aber nicht kennen, um es zu verstehen - aber falls man die erste lesen will, sollte man diese eventuell zuerst lesen, weil die Geschichte hier die erste etwas spoilern wird.

    Ansonsten lasse ich das erstmal so stehen :D
    Oh und natürlich Danke @Etiam fürs Probelesen :)


    Viel Spaß!


    Das Spiel mit dem Tod


    Es war vollkommen still, als Benjamin erwachte. Langsam öffnete er die Augen und blinzelte, um die ihn umgebende Dunkelheit zu vertreiben. Es gelang ihm nicht. Nach kurzer Zeit leuchtete ein kleines Licht durch die Finsternis und blendete ihn. Irgendetwas stimmte nicht. Er konnte nicht sagen, was es war, aber die unnatürliche Ruhe in dem Raum hatte etwas Friedliches. Zu friedlich für den Trubel der letzten Tage.
    „Hallo, Benjamin“, sagte eine tiefe, ruhige Stimme, woraufhin er den Kopf in Richtung der Quelle drehte.
    Er sah niemanden. Nur das Licht schien der Bewegung des Kopfes zu folgen und bohrte sich weiterhin in Benjamins Geist.
    „Wer ist da?“, fragte Ben unsicher.
    „Der Tod.“
    Die Worte des Fremden dröhnten in seinem Geist, erfüllten ihn und verdrängten alle anderen Gedanken.
    „W-Was?“, hakte der junge Mann nach. Hatte er richtig gehört? Der Tod?
    Eine Gestalt schälte sich aus der Dunkelheit. Der knöchellange Mantel zeichnete sich deutlich gegen die Helligkeit ab, genau wie die breite Krempe des Hutes. Langes schwarzes Haar fiel lose und in dünnen Strähnen über die Schultern des Fremden, der plötzlich selbst zu leuchten schien.
    „Es gab einen Unfall“, erklärte der Besucher. „Beim Start.“
    Ben erinnerte sich. Vor wenigen Augenblicken hatte er noch mit seinen fünf Kollegen im Cockpit des Spaceshuttles „Indomitable“ gesessen und hatte auf die Zündung der Triebwerke gewartet. Und nun … war er hier?
    „Wo bin ich?“, verlangte Benjamin verunsichert zu wissen und sah sich erneut in der Finsternis um.
    „In der Schattenwelt“, war die Antwort. „Am Übergang vom Leben zum Tod.“
    „Nein“, keuchte der Astronaut. Er war zu jung, um zu sterben. Er wollte nicht von der Welt verschwinden, ohne wenigstens einen Flug ins Weltall erlebt zu haben, ohne sich wenigstens für einen Moment im Ruhm eines Raumfahrers gesonnt zu haben.
    „Das ist nicht deine Entscheidung“, stellte der Tod mit ruhiger Stimme klar und lächelte ihn an. „Nun komm.“
    Der Seelensammler wies mit der Hand auf die Quelle des Lichts hinter sich, um ihm den Weg zu weisen.
    „Nein“, wiederholte Ben. „Nein, das geht nicht. Ich will nicht sterben!“
    Noch immer lächelte der ungewollte Besucher.
    „Du bist bereits gestorben, Benjamin. Du kannst nicht verhindern, was bereits geschehen ist.“
    „Aber du …“, begann der Verstorbene zu reden, unterbrach sich jedoch, als er sich bewusst wurde, dass er keine Ahnung hatte, wie man den Tod anzusprechen hatte. „… Sie können das bestimmt!“
    „Ich könnte es“, gab der dunkelhaarige Fremde zu.
    „Dann tun sie es!“
    Nun lachte der Besucher auf und schüttelte den Kopf.
    „Dein Tod war schnell und schmerzlos, Benjamin“, stellte der Seelensammler fest. „Was willst du denn mehr?“
    „Leben!“, rief Benjamin umgehend. „Ich will leben! Und wenigstens erleben, wofür ich so viel geopfert habe!“
    Immerhin hatte es ihn viel Zeit mit seiner Familie und letztlich auch die Ehe gekostet, Astronaut zu werden. Doch es war sein Traum und er hatte alles dafür getan, sich diesen zu erfüllen. Es war ein langer und harter Weg gewesen, aber er hatte es geschafft. Und nun das!
    „Was ist schon ein Leben gegen die Ewigkeit“, murmelte der düstere Besucher beinahe genervt.
    Frustriert stöhnte Benjamin auf und durchsuchte seinen Geist nach einer Möglichkeit. Plötzlich fiel ihm etwas ein.
    „Das … Leben als Tod muss doch furchtbar langweilig und eintönig sein“, stellte er in den Raum. „Ich meine … immer nur die Sterbenden begleiten?“
    Der Tod lachte.
    „Du würdest dich wundern, wie unterschiedlich diese Sterbenden sind.“
    Benjamin winkte ab.
    „Aber etwas Abwechslung schadet nicht!“
    Fragend blickte ihn der Seelensammler an. Deutlich war ein Ausdruck der Neugier in seinen dunklen Augen zu erkennen.
    „Was schlägst du vor?“
    „Ein Spiel!“, rief Benjamin freudig, als er das Interesse seines Gegenübers spürte. „Und der Gewinner … bestimmt, wie es mit mir weitergeht.“
    Erneut lachte der Tod und schüttelte den Kopf.
    „Ihr Menschen und eure Ideen.“ Er musterte Benjamin und kratzte sich nachdenklich am Kinn. „Wie du meinst.“
    Beinahe überrascht, dass der Besucher tatsächlich zugestimmt hatte, lachte Benjamin freudig auf. Er konnte kaum glauben, dass er eine Chance erhalten sollte, sein Leben zu retten.
    „Aber sei gewarnt, Benjamin Cromwell“, mahnte der Dunkle. „Ich verliere nie.“
    Der zum Sterben Verurteilte schluckte und meinte, er wolle es dennoch versuchen.
    „Ich brauche meine Karten“, forderte er den Tod auf, der sie unverzüglich aus der Tasche seines Mantels zog. Benjamins Herz klopfte wie verrückt, als er die gezinkten Karten entgegennahm. Er mischte sie und kontrollierte unauffällig, ob die subtilen Markierungen noch dort waren. Es kostete ihn seine ganze Willenskraft, nicht zu grinsen, als er erkannte, dass es tatsächlich seine Karten waren.
    Mehr als einmal hatte er Freunde und Bekannte beim Blackjack um etwas Geld erleichtert und nie hätte er gedacht, dass ihn dies einmal das Leben retten könnte.
    Er erkundigte sich, ob dem Tod das Spiel bekannt war, was dieser schmunzelnd verneinte. Knapp erklärte Benjamin die Regeln und den Wert der einzelnen Karten. Besonders hob er hervor, dass ein Ass als eine eins oder eine elf gelten würde – was immer günstiger für den Spieler war.
    „Wer näher an einundzwanzig kommt, gewinnt?“
    „Im einfachsten Fall, ja“, bestätigte Benjamin. „Und wer mehr hat, verliert.“
    „In Ordnung“, meinte der langhaarige Besucher und schnippte mit den Fingern, woraufhin ein Tisch zwischen den beiden Spielern erschien. „Dann los.“
    Etwas angespannt mischte Benjamin noch einmal und deckte die ersten Karten auf. Sich selbst eine Zehn und dem Tod eine Neun.
    „Noch eine“, forderte der Seelensammler. Offenbar hatte er bereits verstanden, dass er mit dieser Karte noch nicht verlieren konnte.
    Benjamin deckte wie gewünscht die nächste auf. Er wusste, dass es eine Neun sein würde, und ärgerte sich bereits, dass sein Gegenspieler bereits achtzehn Punkte hatte.
    „Achtzehn“, stellte dieser ebenso fest und nickte zufrieden. „Das genügt.“
    „In Ordnung“, meinte Benjamin mit einem Räuspern und deckte sich selbst eine Fünf auf.
    Fünfzehn. Er hatte keine Wahl, er musste noch eine Karte nehmen. Zu seinem Glück würde es nur eine Drei werden, was ihm dieselbe Punktzahl wie dem Tod einbrachte.
    „Ebenfalls achtzehn“, meinte der Tod amüsiert. „Man könnte meinen, du machst es absichtlich spannend.“
    Benjamin hatte die Wahl, erneut zu spielen und eine bessere Punktzahl für sein Gegenüber zu riskieren oder noch eine Karte zu nehmen und eventuell zu verlieren. Er traute sich kaum, die Rückseite der Karte anzusehen. Doch dann erkannte er sie. Die leicht eingerissene Ecke, der leichte Knick in der Mitte … beides für sich genommen unauffällig und bei mehreren Karten zu finden. Doch gemeinsam …
    Ein Ass!
    Dann hätte er neunzehn! Einen Punkt mehr als der Seelensammler und damit gewonnen!
    Mit zitternden Fingern griff er nach der Karte und hoffte, sich nicht geirrt zu haben. Erleichtert atmete er aus, als er erkannte, was er in der Hand hielt und warf das Herz-Ass auf seinen Stapel und starrte den Tod an.
    Einen unendlich langen Augenblick musterte dieser den Stapel Karten und grinste dann.
    „Du hast gewonnen!“
    „J-Ja“, stammelte Benjamin ungläubig und hoffte, der Langhaarige würde sich an die Abmachung halten.
    „Also?“, wollte dieser wissen und breitete die Arme aus, während der Tisch und die Karten wieder verschwanden. „Wie geht es nun weiter mit dir?“
    Der Astronaut schluckte ungläubig. Sollte er wirklich über sein Schicksal entscheiden dürfen?
    „I-Ich will nicht sterben“, stammelte er. „Ich will leben!“
    Wieder dauerte es einen endlos lange scheinenden Augenblick, bis der Tod antwortete.
    „So sei es“, sagte er dann und klatschte in die Hände, woraufhin er verschwand und Benjamin wieder im Dunkeln saß.
    Dann hörte er es. Das Piepen. Langsam und gleichmäßig deutete es seinen Herzschlag an und mit einem tiefen Atemzug riss er die Augen auf.
    Ärzte und Schwestern kamen herbeigeeilt, befreiten ihn von der Beatmungsmaschine, an der er nach dem Unfall für einige Wochen gehangen war – im Koma. Sie erklärten, es wäre ein Wunder, dass er noch am Leben war und dass er ohne schwere Verbrennungen davongekommen war. Benjamin nahm an, dass auch das an seinem Handel mit dem Tod lag. Seine Familie tauchte auf, weinend aber glücklich Sohn und Vater wiederzusehen. Selbst seine Exfrau Carol besuchte ihn und schien erleichtert, dass der gemeinsame Sohn nicht ohne ihn aufwachsen musste.
    „Verunglückter Astronaut betrügt den Tod“, titelten die Zeitungen und Benjamin fragte sich, ob sie wussten, wie recht sie hatten. Die Ärzte sollten recht behalten. Es dauerte beinahe Monate, bis er die Klinik verlassen durfte, doch das hielt ihn nicht auf. Kein halbes Jahr nach dem Unfall stand er erneut als Astronaut vor den Kameras. Die Leute feierten ihn als Helden, weil er trotz der Katastrophe, die immerhin fünf anderen das Leben gekostet hatte, mutig genug war, in die Rakete zu steigen – die Reparaturmission war natürlich weiterhin zu erledigen.
    Benjamin sagte nicht viel dazu. Ein wenig fühlte er sich schlecht, überlebt zu haben, während die anderen gestorben waren. Doch dann dachte er sich, dass diese genauso mit dem Tod hätten verhandeln können.
    Dann endlich war es soweit. Die Triebwerke starteten, er wurde in seinen Sitz der Raumfähre „Dark Horizon“ gepresst und diesmal gelang der Start. Entspannt sah er aus dem Fenster in die ewige Finsternis des Weltalls. Nur die Sterne waren zu sehen, bis schließlich das Ziel der Mission auftauchte. Das Hubble Weltraumteleskop. Er sollte es reparieren. Jahrelang hatte Benjamin für diesen Moment gekämpft, wochenlang trainiert, sich die Arbeitsschritte eingeprägt, mit den Werkzeugen vertraut gemacht.
    Der Astronaut nahm einen tiefen Atemzug, als er über Funk mitbekam, dass die Schleuse nach draußen geöffnet wurde. Kurz darauf schwebte er ins All hinaus und die unfassbare Stille und Leere verschafften ihm eine Gänsehaut.
    Er stieß sich von der Rakete ab und schwebte auf das Teleskop zu – nur gehalten von der Leine, die ihn mit dem Shuttle verband.
    „Ich sehe den Schaden“, verkündete er, als er das zertrümmerte Panel entdeckte. „Sieht schlimmer aus als erwartet.“
    Ihm war gesagt worden, dass es genügen würde, eine Platine zu tauschen, die von dem wenige Millimeter großen Stück Weltraumschrott getroffen worden war. Eigentlich eine einfache Reparatur, wenn man nicht gerade im All war.
    Doch es war weit mehr beschädigt, als die Platine, deren Ersatz er mit sich führte. Wie konnten sich die Eierköpfe nur so irren?!
    „Eigentlich brauche ich gar nicht weitermachen“, meinte er resigniert. „Das wird sowieso nic …“
    Ein gewaltiger Schlag gegen seinen Kopf riss ihn herum und brachte ihn ins Schleudern. Er drehte sich unkontrolliert, flog durch die Finsternis des Alls, Shuttle und Teleskop wie in einem Strudel vor sich sehend. Er schloss die Augen, um die aufkommende Übelkeit zu unterdrücken, und versuchte seinen Kollegen über Funk Bescheid zu sagen. Doch er brachte keinen Ton heraus. Bemüht, die Fassung zu wahren, wartete er darauf, dass das Kabel, dass ihn mit dem Shuttle verband, seine Reise ins Nichts unterbrach und fragte sich, was geschehen war.
    Ein kurzer Ruck verriet ihm, dass die Rettungsschnur gespannt war – und ein weiterer eröffnete ihm, dass sie versagt hatte.
    Panik stieg in ihm auf, als er erkannte, dass er rettungslos in die Weiten des Alls getrieben wurde. Was sollte er tun? Konnte er etwas tun? Nein, er musste sich darauf verlassen, dass seine Kollegen ihm helfen, ihn einsammeln würden. Sekunden vergingen … Minuten … Stunden … nichts geschah. Das Raumschiff wurde immer kleiner, bewegte nicht auf ihn zu. Warum versuchten sie nicht, ihn zu retten?
    „Das werden sie nicht, Benjamin“, dröhnte die altbekannte Stimme seines ungewollten Besuchers von vor wenigen Monaten in seinem Kopf. Der Tod war zurück. „Sie sind sich sicher, dass du tot bist.“
    War er das nicht? Er versuchte etwas zu sagen, doch es wollte nicht gelingen.
    „Niemand überlebt den Einschlag einer Schraubenmutter, die sich mit mehreren tausend Kilometern in der Sekunde durch das All und deinen Anzug bewegt“, erklärte ihm der Tod, was geschehen war.
    Plötzlich sah Benjamin den Mann in seinem langen Mantel vor sich, als wäre es das Normalste auf der Welt, im All herumzulaufen wie im Stadtpark. Ein selbstgefälliges Grinsen zeugte von der Überlegenheit des übernatürlichen Fremden.
    „Hast du dich nicht gewundert, warum du nicht sprechen kannst?“, wollte der Seelensammler wissen. „Das ist schwierig, ohne Luft. Dein Helm ist zerstört.“
    Fragend starrte Benjamin den Tod an. Er war also doch gestorben.
    „Aber ich will mal nicht so sein.“
    Der Besucher schnipste mit den Fingern, woraufhin Benjamin spürte, wie sich Luft um sein Gesicht sammelte.
    „Danke …“, krächzte der Astronaut resigniert. „Dann … gehen wir?“
    „Wohin?“, fragte der Tod unverwandt.
    „Das müssen Sie doch wissen? Wo auch immer sie die … Toten hinbringen?“
    Das folgende Lachen des Seelensammlers verriet ihm, dass irgendetwas nicht in Ordnung war.
    „Dachtest du wirklich, ich würde nicht merken, dass du mich betrügen wolltest?“, wollte der unpassend gekleidete Mann wissen. „Dass deine Karten gezinkt waren? Das reicht vielleicht, um deine Freunde und Bekannten zu narren.“
    „Es … es tut mir leid“, gab Benjamin kleinlaut zu. Er hätte es gleich wissen müssen. „Warum haben sie es dann zugelassen, wen sie es wussten?“
    „Weil du recht hattest“, meinte der Tod amüsiert. „Etwas Ablenkung schadet nicht.“
    „Ich habe es jetzt verstanden“, murrte der Astronaut.
    „Hast du das?“
    „Ja. Man kann seinen Tod nicht verhindern.“
    Wieder lachte der Seelensammler und schüttelte den Kopf.
    „Oh, du hast ihn verhindert“, meinte er grinsend. „Du hast gewonnen, schon vergessen?“
    „W-Was?“
    Übertrieben theatralisch zog der Tod eine Schriftrolle aus seinem Mantel und rollte sie ab.
    „I-Ich will nicht sterben. Ich will leben!“, stammelte er spöttisch die Worte, die Benjamin an ihn gerichtet hatte. „Erinnerst du dich? Ich halte mein Wort.“
    Erst dann, in diesem Augenblick wurde Benjamin klar, was das bedeutete. Was er angerichtet hatte.
    „I-Ich kann nicht sterben?“, keuchte er ängstlich. „Gar nicht?“
    „Oh, du kannst schon, wenn ich es zulasse“, antwortete der Tod grinsend. „Aber wie gesagt. Ich halte mein Wort. Und ich lasse mich ungern betrügen …“
    Voller Panik versuchte Benjamin, den Arm des Besuchers zu greifen, ihn festzuhalten, während dieser langsam verblasste.
    „Nein! Nein, das können sie nicht machen!“, schrie er. „Nehmen sie mich …“
    Die Luft, die der Tod ihm geschenkt hatte, war verschwunden und seine Worte erstarben in der Stille des Weltalls. Hastig versuchte er, den Arm des Todes zu packen, ihn festzuhalten. Nie hätte er gedacht, dass er sich nach ihm sehnen würde, ihn sich wünschen. Die Finger seines Handschuhs packten ungelenk den Stoff des Mantels. Eindringlich starrte Benjamin den blassen Mann an, der so seltsam fehl am Platz wirkte.
    Dieser schüttelte seufzend den Kopf und verblasste langsam.
    Benjamin bemühte sich weiterhin, den Mantel festzuhalten, seinen unwilligen Erlöser nicht loszulassen, doch mehr als ein stummer Schrei blieb ihm nicht, als der Tod gänzlich verschwunden war. Er hörte nichts mehr außer seinem unaufhörlichen Herzschlag, sah nichts mehr, außer der kleiner werdenden Erde, der Sonne und einigen Sternen am Himmel. Unaufhaltsam trieb er weiter durch die Leere, das Nichts, ohne Hoffnung dem jemals zu entkommen. Nur begleitet von seinem dem Hämmern seines Herzens, das spöttisch in seinem Kopf dröhnte und nie verstummen sollte.
    Ein letztes Mal hörte er die Stimme des Todes, die ihm noch etwas mit auf seine unendliche Reise gaben.
    „Ich sagte doch, ich verliere nie.“
    Inzwischen war Benjamin klar, was der Seelensammler damit hatte sagen wollen. Selbst, wenn der Sterbende das Spiel gewonnen hatte – der wahre Verlierer war Benjamin.

  • Hallo @Chaos Rising

    Ok, Fly mag!
    Ich liebe so düstere hinterhältige fiese Geschichten! Und die Idee mit dem Tod, der sich auf ein Spiel einlässt, endet nie gut für einen Sterblichen, denn man kann den Tod nicht besiegen, auch wenn so viele es schon versucht haben *hihi etwas möchtegern Klugheit von sich geben kann ich gut :rofl: *

    Ich fand den Seelensammeler einen wirklich coolen Charakter und der arme Astronaut ... er hat es zumindest versucht und der Tod hat ihn offensichtlich absichtlich gewinnen lassen :evil:

    „Aber du …“, begann der Verstorbene zu reden, unterbrach sich jedoch, als er sich bewusst wurde, dass er keine Ahnung hatte, wie man den Tod anzusprechen hatte. „… Sie können das bestimmt!“

    Den Teil finde ich richtig cool!

    „Dann tun Sie es!“

    Naja wenn der gute Benjamin ihn schon so hochwürig anspricht xD

    Liebe Grüsse
    Fly

    "Ein Schloss ohne Gruft, das wäre wie, wie ein Einhorn ohne Horn!"

    Eigenes von Fly
    Schatten unter London

    Einmal editiert, zuletzt von 97dragonfly (21. September 2019 um 15:52)

  • Ich mag wie die Geschichte zum Ende hin leicht lovecraft-angehauchte Züge annimmt ^^ Der Horroraspekt gefällt mir. Damit habe ich am Anfang nicht gerechnet.

    Vor wenigen Augenblicken hatte er noch mit seinen fünf Kollegen im Cockpit des Spaceshuttles „Indomitable“ gesessen

    Oh the irony!

    Benjamins Herz klopfte wie verrückt, als er die gezinkten Karten entgegennahm.

    Das halte ich für keine gute Idee. "Tod heißt auch Gerechtigkeit", wie Saltatio Mortis schon besungen hat :hmm:

    „Dachtest du wirklich, ich würde nicht merken, dass du mich betrügen wolltest?“,

    „Aber wie gesagt. Ich halte mein Wort. Und ich lasse mich ungern betrügen …“

    Sag ich ja!

    Der Tod ist schon so ein pfiffiges Kerlchen, Bens Worte derart wörtlich zu nehmen und ihm daraus einen Strick zu drehen. Persönlich mag ich solche cleveren Figuren sehr gern, die ihre Intelligenz subtil ausspielen.
    Ich schwanke ja zwischen "selbst schuld", weil Ben sich allen erstes anmaßt, den Tod höchstpersönlich betrügen zu wollen, und ... naja Mitleid kann man schlecht sagen, wenn jemand den Rest der Ewigkeit im All herumschweben muss oO Das ist richtig scheiße <--- schamlose Untertreibung :rofl:

  • Lieber @Chaos Rising
    Sehr schön. Selbst das Leben kann ein Fluch sein. Der Tod ist ja krass drauf. Ich hoffe für Benjamin, dass der Tod noch ein einsehen hat.
    Eine unterhaltsame Geschichte mit schöner Pointe!

    Spoiler anzeigen

    Es gelang ihm nicht. Nach kurzer Zeit leuchtete ein kleines Licht durch die Finsternis und blendete ihn. I

    Ein kleines Licht und er ist gleich geblendet?

    Eine Gestalt schälte sich aus der Dunkelheit. Der knöchellange Mantel zeichnete sich deutlich gegen die Helligkeit ab, genau wie die breite Krempe des Hutes. Langes schwarzes Haar fiel lose und in dünnen Strähnen über die Schultern des Fremden, der plötzlich selbst zu leuchten schien.

    Das mit der Dunkelheit und dem Licht hat mich ganz durcheinander gebracht. Er "schälte sich aus der Dunkelheit" und "der knöchellange Mantel zeichnete sich gegen die Helligkeit ab". Ein Widerspruch. Aber ich denke, das ist beabsichtigt um die ungewöhnliche Situation darzustellen!

    „Was ist schon ein Leben gegen die Ewigkeit“, murmelte der düstere Besucher beinahe genervt.

    Hier hab ich mich gefragt, ob das geht, "beinahe" genervt sein. Könnte man weglassen, oder "mit genervten Unterton" schreiben.

  • Kurz hast du mich in die Irre geführt, als der Tod relativ schnell als dieser zu entlarven war glaubte ich den Rest bereits durchschaut zu haben, das er jedoch jemand anderen holen würde war - trotz gestreuter Hinweise - dann, aufgrund des zu schnellen Bildes das in mir entstand, nicht gleich zu erkennen. Die versönliche Verabschiedung sagt mir persönlich nicht so zu, ist jedoch reine Geschmackssache. Technisch auf jeden Fall exzellent.

  • Heyho Chaos Rising ,

    Hut ab!

    Zwei sehr schöne Erzählungen zum gleichen Thema - wobei ich die erste favorisiere. Die ist für mich viel atmosphärischer und dichter gewebt...und der Plot-Twist war eine echte Überraschung. Wirklich gut.:thumbup::thumbup::thumbup:


    Zugegeben: Beim Lesen der zweiten hatte ich ja schon 'ne ungefähre Ahnung, wohin es gehen würde. Daher habe ich den Twist bereits hier vermutet:

    Ärzte und Schwestern kamen herbeigeeilt, befreiten ihn von der Beatmungsmaschine, an der er nach dem Unfall für einige Wochen gehangen war – im Koma.

    Hatte da die Clive Barker - Vision von jemandem, der wieder lebendig, aber gleichzeitig so schwer verletzt ist, daß dieses "neue" Leben nur noch aus Qualen und Schmerzen besteht...hätte die Geschichte so ihr Ende gefunden, wäre das für mich völlig okay gewesen.

    Und was mir die zweite Erzählung ebenfalls schwieriger zu verdauen machte: Der Tod hat darin eher teuflische Züge...dabei ist er für mich immer die neutrale Instanz zwischen Gut und Böse.

    "Inter Deum et Diabolum semper Lucifer est."

    Aber gut - daß soll ja auch nur meine Eindrücke beim Lesen etwas beschreiben.

    Aber eines würde mich noch interessieren: So wie Du in beiden Geschichten die Gestalt des Todes beschrieben hast, stand jedesmal der "Undertaker" vor mir...liege ich da richtig?8)

    Der Wanderer

    • Offizieller Beitrag

    So, hier eine potentielle Anthologiegeschichte :D

    Das zweite Treffen

    Tief unter ihr rollten die Wellen gegen die Klippen und die Schaumkronen zeichneten sich im Licht des Vollmonds vor dem dunklen Wasser ab. Lavinia sog die kühle Nachtluft ein und trat einen Schritt vom Abhang zurück.

    „Keine Angst“, sagte Edward hinter ihr. „Ich halte dich notfalls fest, ich brauche dich noch!“

    Sie sah ihn herausfordernd an. „Ist das so?“ Immerhin war es erst ihr zweites Treffen überhaupt und die erste richtige Verabredung. Ein Abendspaziergang an der Küste.

    „Selbstverständlich!“ Er lächelte. „Ich habe sehr lange gesucht, um eine Frau wie dich zu finden.“

    Sie erwiderte das Lächen und spürte die Wärme in ihren Wangen. Hoffentlich verbarg das Mondlicht die Rötung vor ihm. „Lass uns weitergehen“, sagte sie, um von dem Thema abzulenken.

    „Gerne. Es gibt ohnehin noch etwas, das ich dir zeigen wollte.“

    „Ja?“

    „Ja.“ Edward grinste. „Lass dich überraschen.“

    Lavinia schob ihre Unterlippe vor. „Ich bin doch so ungeduldig!“

    „Dafür dauert unser Abendspaziergang aber schon ganz schön lange.“ In der Tat war aus dem Beobachten eines Sonnenuntergangs bereits eine halbe Nacht geworden.

    „Ich bin eben auch neugierig!“ Sie konnte nicht bestreiten, dass die Gespräche mit Edward sehr anregend waren und die Zeit dabei schnell verflogen war.

    Zufrieden grinsend nahm er ihre Aussage hin und führte sie weiter den Rand der Klippe entlang.

    Es war ein atemberaubender Anblick. „Wenn ich gewusst hätte, wie schön die Gegend um Misthaven ist, hätte ich meinen Urlaub schon früher hier verbracht.“

    „Ich glaube, der Zeitpunkt ist sehr gut gewählt“, sagte Edward und lachte. „Immerhin haben wir heute Nacht noch einen Blutmond vor uns!“

    „Einen Blutmond?“ Sie hatte nicht gewusst, dass eine Mondfinsternis für Misthaven vorausgesagt worden war. „Ist es das, was du mir zeigen willst?“

    „Auch, ja“, gab er zu.

    „Falls du mir erzählen möchtest, dass du das ganze Extra für mich eingerichtet hast, muss ich dich enttäuschen.“ Sie grinste. „Ich bin vielleicht blond, aber ...“

    „Nein, nein“, meinte er beschwichtigend. „Aber ich möchte dir noch das Wahrzeichen von Misthaven zeigen!“ Er wies mit der Hand auf ein Brandungstor, das ins Meer ragte.

    „Ein Felsenbogen?“ Zwar war die natürliche Brücke schön anzusehen, doch ein Wahrzeichen?

    „Von dort können wir es gut sehen.“

    „Was denn?“

    „Lass dich überraschen!“

    „Nein!“ Lavinia nahm seine Hand und zog ihn hinter sich her. Mit eiligen Schritten näherte sie sich ihrem Ziel. Erst als sie vor der wenige Meter breiten Felsformation stand, hielt sie inne. „Da ... rauf?“

    „Ja. Keine Sorge, der Fels hält uns aus.“ Edward schob sie sanft an der Schulter weiter. „Nun geh schon!“

    Sie machte einen vorsichtigen Schritt und prüfte den Untergrund. Nachdem sie sich vergewissert hatte, dass das Gestein nicht unter ihren Füßen wegbröckeln würde, ging sie langsam zur Spitze des Ausläufers. Dort standen zwei hölzerne Pfähle, an denen sie sich festhielt und über den Rand spähte. Von hier sah das Wasser dunkler aus. Aber noch etwas fiel ihr auf. „Ein Schiffswrack!“

    Ruhig lag es halb versunken auf einem Felsen. Ein altes Fischerboot, jedoch in überraschend gutem Zustand.

    „Das ist das Schiff meines Urgroßvaters“, erklärte Edward und trat neben sie. „Die Armitage.“

    Überrascht sah sie ihn an. „Ist er ...“

    „Ja. Captain Edward Marsh ist damals leider nicht zurückgekehrt.“

    „Edward Marsh?“

    „Ja, ich bin nach meinem Urgroßvater benannt. Genau wie mein Vater und mein Großvater vor mir.“

    „Verstehe.“ Sie stellte es sich etwas unpraktisch vor, wenn alle Männer der Familie den gleichen Namen hatten. Sie musterte das Dampfschiff. „Es sieht nicht aus als wäre es drei Generationen alt.“

    Edward lachte. „Wir halten es auch gut in Schuss.“

    „Ein Wrack?“

    „Es hat eine wichtige Bedeutung für die Leute in Misthaven. Es ist sogar auf dem Stadtwappen abgebildet!“ Er warf einen Blick auf die Taschenuhr in seiner Hand und betrachtete dann den Mond.

    „Wann ist es soweit?“, fragte Lavinia, als sie erkannte, dass er auf die Mondfinsternis wartete.

    „In einer Stunde etwa.“

    Sie lächelte. „Wie wäre es, wenn wir hier warten und du mir solange die Geschichte des Wracks erzählst? Ich glaube hier haben wir einen wunderbaren Blick!“

    „Das ist eine sehr gute Idee!“ Er klang zufrieden mit dem Vorschlag. „Nun, tatsächlich war der Untergang der Armitage der Zeitpunkt, als die Fische nach Misthaven zurückgekehrt sind.“

    „Was?“

    „Vor etwa einhundert Jahren gab es auf einmal keine Fische mehr vor der Küste. Misthaven war kurz vor dem Ende. Nach dem Tod meines Urgroßvaters – während eines Blutmonds – kehrten sie zurück. Natürlich entstand so der Eindruck, dass das Schiffsunglück etwas damit zu tun hatte und die Menschen hier sind sehr abergläubisch.“

    „Verstehe. Und deshalb halten sie das Wrack in Schuss?“

    „Genau. Schon ein bisschen Farbe hier und da kann Wunder wirken.“

    „Sicher ist sicher, denke ich.“ Sie atmete tief durch und nahm seine Hand. „Es tut mir dennoch leid um deinen Urgroßvater.“

    „Außer seinem Namen habe ich nicht viel von ihm mitbekommen“, erklärte er und lächelte.

    Lavinia drehte sich herum und lehnte sich an ihn an, woraufhin er zufrieden brummte. Noch immer stand der Mond hoch am Himmel. „Er sieht größer aus als sonst ...“

    „Das tut er hier immer ...“ Sanft streichelte er ihre Schulter.

    Sie ließ ihn gewähren und genoss die Berührungen. Vielleicht war sie lange genug allein gewesen. „Ich glaube ich mag dich ...“, hauchte sie, um ihn darauf hinzuweisen, dass er sich mehr erhoffen durfte.

    Edward seufzte. „Ich dich leider auch.“

    „Warum Leider?!“ War er am Ende verheiratet?

    „Weil es leichter wäre, wenn dem nicht so wäre.“

    „Was meinst ...“ Ihre Worte erstarben in dem Tuch, das er ihr aufs Gesicht drückte.

    Sein Griff an ihrer Schulter verstärkte sich, unterband ihre Bewegungen. Der stechende Geruch benebelte sie. Sie versuchte, sich zu wehren, zu schreien, doch nichts davon gelang ihr. Endlose Augenblicke kämpfte sie dagegen an, bis der Mond am Himmel verschwamm und sie in die Finsternis fiel.

    Hämmernde Kopfschmerzen begrüßten Lavinia, als sie wieder erwachte. Sie hustete, sog gierig die salzige Luft ein. Es war kalt; ihre Handgelenke schmerzten. Verschwommen sah sie eine Gestalt vor sich stehen. Edward? Sie blinzelte ein paar Mal. Die Person stand unter einer Kutte verhüllt mit dem Rücken zu ihr und beachtete sie nicht. Dahinter erkannte sie den Vollmond, der rot leuchtend am Himmel stand. ein seltsamer Singsang begleitete die unheimliche Szenerie. Sie versuchte, etwas zu sagen, doch bekam nur ein weiteres Husten heraus.

    Erst jetzt bemerkte sie, dass sie ebenfalls stand. Wie konnte das sein? Träge sah sie nach oben und erkannte die Ursache für ihre schmerzenden Handgelenke. Sie war mit Seilen an die beiden Holzpfosten gebunden, an denen sie sich zuvor festgehalten hatte, und hing nun dort wie ein Schlachttier. Mühsam stellte sie sich auf die zitternden Beine und nahm die Last von ihren Händen. Ein Blick nach unten offenbarte ihren nackten Körper. Nackt, doch unversehrt. Noch einmal hustete sie. Hatte er sie vergewaltigt? Warum war sie hier angebunden?

    „Du bist wach“, stellte die Gestalt fest. Der Stimme nach war es Edward.

    „Was soll das?“, krächzte sie. Was immer es war, es konnte nicht gut sein.

    Edward drehte sich herum und lächelte. Es war ein kaltes Lächeln, weit entfernt von dem herzlichen Edward, den sie vor zwei Tagen in einem Kaffee kennengelernt hatte. „Der Blutmond verlangt es“, sagte er und sie erkannte das Messer in seiner Hand.

    Panik machte sich breit. Ihr Herz pochte Wild. Jeden Schlag spürte sie in den schmerzenden Schläfen. Sie sah sich um, schrie um Hilfe. Hinter ihr standen weitere in Kutten gekleidete Personen in einem Halbkreis, von denen der Singsang ausging. Niemand reagierte. Ansonsten war da nichts außer den Klippen und den rauschenden Wellen.

    „Schrei nur. Niemand wird dich retten kommen.“ Edward ließ seinen Blick über ihren nackten Leib schweifen.

    Sofort machte sich Ekel in ihr breit. Ekel vor dem Mann, mit dem sie vor gefühlten wenigen Augenblicken die Nacht verbringen wollte. Noch einmal rief sie um Hilfe und begann, an ihren Fesseln zu ziehen.

    Edward lachte. „Du kannst nicht fliehen.“

    Panisch zog Lavinia weiter an den Seilen. Sie würde nicht hierbleiben und sich diesem Wahnsinnigen hingeben. Ein scharfer Schmerz durchzuckte ihr Gesicht, als er ihr eine Ohrfeige verpasste. „Sei still! Sonst wird es nur schlimmer!“ Er packte sie am Kinn und hielt ihr den Mund zu. Wie ein Versprechen presste er die Klinge an ihre Wange.

    Sie erstarrte; atmete stockend. Was sollte sie tun? Was wollte er tun?!

    „So ist brav“, hauchte er und ließ sie los. „Jetzt benimm dich!“

    Sofort spuckte sie ihm ins Gesicht, woraufhin er sie wütend anfunkelte. Erneut holte er aus und sie drehte den Kopf in Erwartung eines weiteren Schlages weg.

    „Edward!, sagte eine männliche Stimme. „Es beginnt.“

    Edward brummte zufrieden und senkte die Faust. „Glück gehabt, Weib!“

    Immer lauter schlug ihr Herz, als wollte es ihr aus der Brust springen. Sie beobachtete ihn, wie er sich von ihr wegdrehte und die Arme vor dem Blutmond ausbreitete. Schockiert starrte sie den Mond an, dessen bekanntes Gesicht plötzlich von seltsamen Gebilden durchzogen waren. Wie Adern auf einem Handrücken pulsierten sie auf der Oberfläche.

    „Oh Herr der Tiefen!“, rief Edward in die Nacht. „Wir sind hier, um unseren Pakt einzuhalten. Blut für Blut! Und Fleisch für Fleisch! Diese junge Seele schenken wir dir, oh großer Kraken, Herr der Tiefe!“

    „W... Was?!“ Lavinia sah Edward überrascht an, als ein tiefes Grollen aus dem Wasser unter der Klippe ertönte. Ein Schatten erhob sich und sie starrte schockiert die meterdicken Tentakel an. Wasser tropfte auf Lavinia herab, als die Fangarme sich über ihr in den Himmel wanden. Das konnte nicht sein! Dieses Ding konnte nicht ... Das war unmöglich! Sie schrie.

    Ein unnatürliches Brüllen begleitete die Tentakel, die sich schwarz vor dem Blutmond abzeichneten.

    Ein stechender Schmerz unter ihrer Brust ließ ihren Schrei verstummen. Sie blickte nach unten und erkannte das Messer, das Edward ihr in den Leib gerammt hatte. Sie wollte etwas sagen, sich wehren. Doch ihr wurde übel und der Schwindel kehrte zurück.

    „Dieses Opfer sei dein!“, rief Edward.

    Noch ehe sie die Worte verarbeiten konnte, riss er das Messer zur Seite und schlitzte ihren Bauch unterhalb der Rippen auf. Sie verkrampfte, schaffte es nicht, einen Laut von sich zu geben. Ruckartig nahm der Schmerz zu, als er mit beiden Händen in die Wunde griff.

    Ihr Blick verschwamm. Ein Gefühl der Enge in der Brust; ein Reißen und dann ... Leere.

    Edward zog seine Hände aus ihrem Körper und hielt etwas in der Hand. Rot und blutig zuckte es in seinen Fingern.

    Mein ... Herz ... Nein, das ...

    Verständnislos starrte sie ihr eigenes, noch schlagendes Herz an, das Edward in die Höhe reckte.

    Die Tentakel senkten sich herab, umfingen ihren Leib und hoben sie hoch. Sie spürte ihre Knochen brechen, während ihr Verstand ihren Körper verließ. Mit einem Ruck wurde sie in die Höhe gerissen. Weitere Knochen brachen.

    Der blutverschmierte Edward war das Letzte, was ihr verschwommener Blick wahrnahm, ehe sie in die Tiefe gezerrt wurde und zum letzten Mal das Bewusstsein verlor.

    ***

    Einige Monate später schlenderte Edward zum ersten Mal seit dem Ritual an der Küste entlang. Wieder stand der Vollmond am Himmel und erhellte die Klippen. Heute erwartete er keinen Blutmond. Es war friedlich. Wie immer in den Wochen und Monaten nach einem Ritual. Misthaven war für die nächste Zeit in Sicherheit und gut versorgt.

    Er blickte auf das Brandungstor in der Ferne, auf dem seine Familie schon so viele Opfer dargebracht hatte. Für ihn persönlich war Lavinia erst das Zweite gewesen, aber er wusste, es würden noch einige folgen. Der Pakt, den sein Urgroßvater damals mit dem Herrn der Tiefen geschlossen hatte, verlangte es so. Nein, der Untergang seines Schiffes war kein Unfall gewesen. Er hatte den Trawler mit voller Absicht gegen das Riff gesteuert und seine Besatzung in die Tiefe geschickt. Nur sein eigener Tod war nicht geplant gewesen. Aber es hatte funktioniert. Die Fische waren in die Gewässer vor Misthaven zurückgekehrt und seit jenem Tag war die Versorgung der Stadt sichergestellt.

    Edward seufzte. Hätte er Lavinia nicht zu einem anderen Zeitpunkt kennen lernen können? Einen Tag später, nach dem Opfer. Oder einen Tag früher, sodass er zumindest die Nacht hätte mit ihr verbringen können. Nun ja. Der Pakt stand über allem.

    Er spazierte weiter zum Opferplatz, blickte auf das Meer und fragte sich, was dort unten lauerte. Unbemerkt. Unerkannt. Welche Überraschungen hielt die See für die Menschheit bereit? Welche ...

    Überrascht kniff Edward die Augen zusammen. Zwischen den Holzpfosten der Opferstätte erkannte er einen Schemen. Sie Silhouette einer Person! Nein, das war unmöglich. Die Zeit war noch nicht gekommen! Außerdem war das seine Aufgabe!

    Er eilte mit schnellen Schritten zum Brandungstor und ... nichts. Erleichtert atmete er durch. Alles Einbildung. Er ging zu den Pfosten und strich über das Holz.

    Ein leises Lachen hinter ihm ließ ihn herumfahren. „Hallo?“ Nichts zu sehen. Er hätte schwören können ...

    Er drehte sich wieder um und starrte in die leeren Augen einer Frau, die zwischen den Pfählen hing. Erschrocken sprang er zurück, stolperte und fiel hin. „L... Lavinia?!“

    Sie war es eindeutig. Das blonde Haar, das bekannte Gesicht ... noch immer war der Schnitt knapp unter ihren Rippen weit geöffnet. Wie in dem Moment als er sie geopfert hatte. Doch ... sie hing verkehrt herum; mit dem Rücken zur See!

    „Was beim Kraken ...“ War der Herr der Tiefen unzufrieden mit dem Opfer gewesen?

    Wieder das Lachen. Wieder sah er sich hektisch um. Wieder nichts. Was ging hier vor?

    „Nein, der Herr der Tiefe war sehr zufrieden mit dem Opfer“, krächzte eine Frauenstimme und ehe sein Verstand erfasste, was er hörte, hob Lavinia den Kopf.

    Edward schluckte. Was sollte er sagen? Er schüttelte den Kopf, schloss die Augen und rieb sie.

    Als er sie wieder öffnete, war Lavinia verschwunden. Verlor er den Verstand? Er rappelte sich auf und drehte sich im Kreis. Nichts zu sehen. Was geschah hier? Ein Kratzen an der Klippe ließ ihn herumfahren. Wie gebannt starrte er auf den Rand des Felsens, als sich langsam Tentakel darüber schoben. Weit dünner als jene, die die Opfer in die Tiefe zerrten, doch ... unverkennbar. Angst machte sich in ihm breit und er rannte auf die natürliche Brücke zum Festland zu. Bevor er dort ankam, tauchten zwei gewaltige Fangarme aus der Tiefe auf und umschlungen sie. Krachend stürzte der Übergang ein und ließ ihn gefangen auf dem Felsabschnitt zurück. Er sah zu den kleineren Tentakeln. Ein blonder Kopf erschien über der Klippe, gefolgt von einem nackten Frauenleib. Der Schnitt unter ihren Rippen war geschlossen, aber deutlich zu sehen. Lavinia. Sie wurde von den Tentakeln getragen, die sie über die Kante hoben und sanft absetzten.

    „Was geht hier vor?“, fragte Edward leise.

    Ihr Haar hing nass und von Seetang durchsetzt in ihr Gesicht. Es verbarg die weit aufgerissenen Augen und das boshafte Grinsen nur teilweise. Ihre Haut war blass und fleckig. „Ich bin zurück, Edward.“ Wasser und Blut quoll aus ihrem Mund, als sie sprach. Sie kam langsam auf ihn zu.

    Er wich zurück. „W... Was? Aber ... du warst das Opfer!“

    Sie legte den Kopf auf die Seite. „Ich bin so viel mehr als nur ein Opfer, Edward.“ Ungelenk machte sie einen Schritt. Offenbar waren einige ihrer Knochen gebrochen.

    „Aber dein Herz! Ich habe es ...“

    „Ja, du hast mein Herz gegessen, Edward“, spie sie ihm entgegen. „Ich habe ein neues.“

    Woher wusste sie das? Er hatte keine Ahnung. was er sagen sollte. Wortlos starrte er sie an, bis sie vor ihm stand. Er konnte nicht fliehen. Es gab keinen Ausweg. Nur die Klippe.

    „Du bist zu feige um zu springen, Edward.“ Sie strich sanft über seine Wange. „Und zu neugierig!“

    „Träume?“, fragte er. All das machte keinen Sinn.

    „Nein.“ Sie sah ihm in die Augen. Das stechende Grün ihrer Iriden war einem tiefen Schwarz gewichen. „Aber Misthaven wird bald meinen, einen Albtraum zu erleben.“

    „Wie kann das sein?“ Seine Stimme zitterte, sein Herz schlug wie verrückt.

    „Oh Edward ...“ Sie nahm seine Hände und legte sie auf ihre Brust. Langsam schob sie sie nach unten über ihre Brüste, bis hin zu der Narbe, die sein Schnitt hinterlassen hatte.

    Sofort erinnerte sich an den Moment, als er ihr Herz herausgerissen hatte. Im Namen eines Wesens, das ihm nun nicht beistand. Er spürte etwas an seinen Fingern und mit Entsetzen stellte er fest, dass die Narbe sich geöffnet hatte. Kleine, schwarze Tentakel schossen aus ihrem Leib und umklammerten seine Hände; zogen ihn in den Schlund, den er selbst geschaffen hatte. Immer mehr umschlangen sie seinen Leib, drückten ihn zusammen und pressten die Luft aus ihm heraus. Sein Schrei erstarb schnell. Fassungslos sah er in die Finsternis in ihren Augen.

    „Dein Urgroßvater ist nicht der einzige, der Pakte schließen kann, Edward!“