Am Anfang... (Arbeitstitel)

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    • Am Anfang... (Arbeitstitel)

      Am Anfang war das Wort. Und das Wort lautete: "Hergottsakramentsundeins wo sind die verfickten Streichhölzer?"

      Gut, wenn man es genau nimmt, war es wohl mehr als nur ein Wort. Doch so genau nahm das zu den frühen Morgenstunden des zweiten Februar im Jahre 2010 niemand. Denn es war niemand da, der es hätte genau nehmen können, nur eben jener, der die bedeutungsvollen Worte von sich gegeben hatte. Und wenn der es genau genommen hätte, hätte er sich wohl anders ausgedrückt.

      Im Anfang war also das Wort. Und erst, als der Fluchende Wer-auch-immer die verfickten Streichhölzer gefunden hatte, ward auch Licht. Ein kleines. Ein sehr kleines. Und auch nicht für lange. "Scheiß Streichhölzer" war demnach folgerichtig die zweite, gewichtige Wortkombination.

      Doch diese ach so geschmähten Streichhölzer, besonders das eine, nun abgebrannte, hatten einen kurzen Blick freigegeben, auf jenen der da so hingebungsvoll fluchte und auch, andeutungsweise, auf die Umgebung. Der Umgebung an sich war nichts negatives nachzusagen, außer, dass sie ohne die Hilfe der Streichhölzer doch sehr dunkel war.

      Dem Flucher hingegen... Jetzt, da man einen kurzen Blick auf ihn erhaschen konnte, wurde auch der eigenartige Geruch der Dunkelheit erklärlicher. Es ist äußerst selten, das dunkle Umgebungen nach Alkohol riechen. Es sei denn, sie heißen "ungeputzter Pub". Diese Dunkelheit hier verdankte ihren Geruch allerdings eindeutig dem Fluchenden, Die Flasche, die er mit der gleichen Hand hielt, mit der auch das brennende Streichholz gehalten hatte, hatte ein eindeutiges Etikett und war fast vollkommen leer. Zumindest zum Zeitpunkt des Lichteleins.

      Jetzt, den Geräuschen nach zu urteilen, ereilte auch den letzten Rest der klaren Flüssigkeit der Tod durch Verschlucken. "Ekliges Zeug!" war nun der dritte, bedeutungsschwangere Satz, den die alkoholduftende Dunkelheit in sich aufnahm...

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      Es war dunkel. Und irgendwie war es nicht richtig. Es sollte nicht dunkel sein. Immerhin hatte sich Fredo gestern, bei vollstem Vollmond auf der Parkbank den letzten Joint reingezogen und dann die Augen geschlossen. Gut, Fredo hatte sich eine Bank im dunkelsten Eck des Stadtparks rausgesucht, man musste sich ja den Bullen nicht auf nem silbernen Tablett servieren. Und eigentlich hatte Fredo auch gar nicht schlafen wollen... aber wie das nun mal so ist, wenn der letzte Joint schlecht ist, überkommt einen halt doch die Müdigkeit.

      Doch warum war es hier so verdammt dunkel?

      Fredos Überlegungen diesbezüglich waren nicht unbedingt von Erfolg gekrönt. Er erkannte nur eines mit gradezu brillianter Klarheit: Es war dunkel, weil kein Licht da war. Weshalb die Straßenlaternen, deren Licht sonst immer gemein in sämtliche Ecken blökte, nicht brannten, war nicht Fredos Problem. Fredos Problem war eher, dass er nicht wußte, wo er hinmusste, um Stevo zu finden. Stevo war Fredos bester Kumpel. Zumindest sah Fredo das so. Stevo hätte Fredo wohl eher als "besten Kunden" bezeichnet, besonders, weil Fredo offenbar genug Geld hatte, die völlig überteuerten Reste-Joints aus Stevos Kehrrichthaufen zu erwerben.

      Also, kurz gesagt, Fredos Problem war, dass er keinen Joint mehr hatte und gerade jetzt und hier und sofort einen brauchte. Also rappelte er sich auf und sah sich um, immer noch in der Gewißheit, irgendwo ein Licht, und damit einen Anhaltspunkt für seinen Aufenthaltsort zu finden.

      Da war jedoch nichts.

      Außer vielleicht... Fredo schnupperte mißtrauisch in die Luft: Ein schwacher Alkohol-Geruch wehte sanft heran, von irgendwo da vorn...


      (TBC)
      Der Unterschied zwischen dem, was Du bist und dem, was Du sein möchtest, liegt in dem, was Du tust.
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      Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?
    • Hm, @Cory Thain, ich hab keine Ahnung, wo du uns hinführen willst, aber der Anfang vom Anfang gefällt mir. ^^
      Gerade der erste Part ist super. Man bekommt aufgrund der Beschreibung selbst das Gefühl, dass man jetzt unbedingt Licht haben muss, um zu wissen, was eigentlich hier los ist.
      Im zweiten hast du es mit wenigen Sätzen geschafft, ein Bild von Fredo zu zeichnen, ohne dabei auf das typische Beschreiben zurückgreifen zu müssen. mehr muss ich momentan nicht über ihn wissen. Reicht mir. :thumbsup:
      Fredo. Okay, ich hab das Gefühl, dass er Stevo nicht treffen wird. zumindest nicht in absehbarer Zeit... :/
      Mach mal weiter. Jetzt gleich bitte. :stick:
      Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
      (Ricarda Huch)


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