• STERNENZAUBER


    Alex klappte die Sonnenbrille zusammen und verstaute sie in seiner Hemdtasche, bevor er die Türe zum Starlog - Center aufstieß und eintrat.

    Einige Augenblicke verharrte er im Eingangsbereich, damit sich sein Augen an den jähen Wechsel vom gleißenden Tageslicht an das dagegen eher matte Glänzen der Neonröhren im Innern des Gebäudes gewöhnen konnten.

    Ihn gegenüber saß Harry hinter dem Tresen seiner Portiersloge und hob kurz den Blick von seiner Zeitung. Ein knappes Nicken seinerseits war die einzige Begrüßung in seine Richtung, dann wandte sich der grauhaarige Mann wieder dem Sportteil zu.


    Alex konnte ein Grinsen nicht unterdrücken. Noch vor nicht mal einem Jahr wäre Harry wie elektrisiert aus seinem Stuhl aufgefahren, wäre er hier aufgetaucht. Und eine barsche Frage nach seiner Legitimation sowie eine sehr unsanfte Beförderung wieder hinaus wären gefolgt.


    Jetzt brauchte er hier nicht einmal mehr in die Tasche zu greifen um seinen Ausweis herauszuholen. so schnell konnte es gehen...

    Er ging an Harry vorbei und schritt nach rechts den Gang hinunter. Dicker Teppichboden unter seinen Füßen schluckte jedes Geräusch seiner Schritte. Wie in allen Starlogs üblich achtete man auch hier darauf, für die Piloten und Techniker eine ruhige, entspannte Arbeitsatmosphäre zu schaffen.

    Im Vergleich hierzu kam Alex die Zeit vor dem Starlog wie ein böser Traum vor. Die simplen Simulationsmodelle, die draußen an jeder Straßenecke zu finden waren mochten zwar geeignet sein, einfachste Gefechtstaktiken einzuüben, aber verglichen mit den technischen Möglichkeiten und dem Komfort eines Starlog konnte man die dort verbrachte Zeit bestenfalls als ein primitives Basistraining bezeichnen.

    Trotzdem hatte es früher hitzige Debatten und heftige öffentliche Streitigkeiten über die Starlogs gegeben. Viele hatten ihren Sinn und ihre Notwendigkeit schlichtweg in Frage gestellt, von Fakten belegte Warnungen als puren Unsinn abgetan und alles noch so abwegige als Argument herangezogen, um die Realisierung der Centren zu verhindern.


    Erst die Erkenntnis, daß die sogenannten „Golden Voyager Records“ an Bord der Raumsonden Voyager 1 und 2, die man im Jahre 1977 in den Weltraum geschossen hatte sehr wohl von jemandem gefunden worden waren, ließ die Zweifler verstummen.

    Recht schnell sogar, denn auf den Radaren und Monitoren überall auf der Erde tauchten, erst vereinzelt, dann immer häufiger unbekannte Lichter auf.

    Nur die eingefleischtesten Kritiker leugneten noch die Realität, die ihnen jeden Tag vor Augen geführt wurde: Es gab da draußen im Weltraum anderes Leben. Und es mochte die Menschen nicht. Und wenn dieses andere Leben dort draußen auch noch nicht die Erde erreicht hatte oder erreichen konnte; lange würde es nicht mehr dauern.

    Aber auch die Menschheit hatte sich weiterentwickelt. Wenn sie auch immer noch nicht in der Lage war, lebende Menschen in die Weiten des Weltalls zu schicken...die Phantasie der Bewohner des Planeten Erde in Bezug auf Waffen war grenzenlos.


    So hatten die großen Konzerne im Laufe der Jahre verschiedene Programme entworfen, getestet und wieder verworfen.

    Am Anfang stand der „Invader“, aber dieses System stellte sich rasch als zu langsam und schwerfällig heraus. Dann folgte „Cresta“. Effektiv, aber mit zu geriner Reichweite. Quasi als Abfallprodukt schuf man „Asteroid“. Kein eigentliches Kampfsystem, als Abwehr gegen Meteoritenschwärme jedoch durchaus von Nutzen.

    Es dauerte einige Zeit, bis man die Vorteile der jeweiligen Systeme miteinander verbunden und noch einige Extras hinzugefügt hatte.

    Als Ergebnis schließlich wurde der Powerblaster vorgestellt. Mit wortwörtlich durchschlagendem Erfolg.


    Powerblaster.

    Das war damals eine magisches Wort für all die Jungen dort draußen, die verbissen an den Simulatoren übten. In der vergeblichen Hoffnung, irgend wann einmal zu den auserwählten zehn zu gehören.

    Denn gut waren viele, aber zum Kreis der Zehn zu gehören, die ein Blasterteam bildeten...dazu gehörte mehr.


    Die weitgeschwungene Treppe ersteigend, die in die Zentrale des Starlog führte, dankte Alex einmal mehr seiner Glücksgöttin, die ihm damals die Möglichkeit gewährt hatte, für einen erkrankten Piloten einspringen zu dürfen. Blasterflüge waren, wenn auch heißbegehrt, sehr teuer. Und nur die Fürsprache seines ein Jahr älteren Freundes Nick hatte dafür gesorgt, daß er im Cockpit des Blasters Platz nehmen durfte.


    Das anfangs überhebliche Lächeln der ihn umstehenden Piloten war dann sehr schnell einem überraschten Staunen gewichen. Denn obwohl Alex mit den üblichen Angfängerschwierigkeiten zu kämpfen hatte, war ihm eine beachtliche Anzahl von Abschüssen feindlicher Schiffe gelungen, ehe er zum Starlog zurückkehren mußte.

    Danach war das Team um einen Piloten reicher gewesen.


    Das Piepen der Instrumente erreichte seinen Höhepunkt, als er um die Ecke zum Haupthangar bog. Das durch die Fenster einfallende Sonnenlicht erhellte den großen Raum, unterstützt von einer Vielzahl Neonleuchten an der Decke. In zwei Reihen rechs und links von ihm zogen sich die Monitormdule an den Wänden hin. Die bequemen Drehstühle davor ware nur sporadisch besetzt. Ein ruhiger Tag, wie es aussah.

    Einige Meter vor Alex erhob sich die Glaskanzel der Kommandozentrale. Boogy, der heute Koordinationsdienst hatte, versorgte gerade einige Techniker mit den für die Bedienung der Geräte nötigen ID-Scheiben. Mit verschiedenen Buchstaben- und Zahlenkombinationen versehen dienten diese Scheiben dazu, den jeweiligen Nutzer eines Gerätes zu legitimieren.

    Boogy gestattete sich ein kurzes Lächeln, als Alex an die Panzerglasscheibe herantrat, die den Koordinator vom Kontrollzentrum trennte - die Sicherheitsstandards der Starlogs waren streng.

    „Na?“ Boogy stellte damit keine Frage. „Wieder auf dem Kriegspfad heute?“

    Alex nickte grinsend.

    „Und wie! Zwei Tage Pause sind einfach zuviel für mich!“

    Der Koordinator nickte.

    „Kann ich gut verstehen. Der Blaster ist wirklich ein tolles Ding.“

    Er kramte in einer Schublade herum.

    „Aber es ist gar nicht so verkehrt, öfter mal auszusetzen. Ich habe hier schon eine Menge Jungs gesehen, denen die Sache irgendwann über die Hutschnur ging. Konnten nicht aufhören und waren dann irgendwann ausgezählt.“

    Alex gabe seinem Gegenüber im Stillen recht. Zuviel am Blaster war wie eine Sucht. Er reichte Boogy seinen Berechtigungsschein durch den schmalen Spalt im Panzerglas und nahm dafür mehrere ID-Scheiben in Empfang.

    „War Nick schon hier?“ fragte er und sah sich dabei im Raum um. Boogy schüttelte verneinend den Kopf.

    „Noch nicht gesehen heute, sorry. Ich nehme an, er kommt erst später.“

    Alex verstaute die ID-Scheiben in der Hosentasche.

    „Dann wünsch mir mal Glück,“ sagte er.

    Boogy gluckste.

    „Glück??? Ihr Burschen kommt doch heutzutage sowieso immer zurück! Wenn ich da an meine Zeit denke...“

    „Deine Zeit, Boogy? Bist Du sicher, daß Deine Zeit besser war als es meine ist?“


    Das Gesicht des Kordinators verzog sich zu einem schiefen, bitteren Grinsen. Das fiel ihm nicht schwer. Quer über sein Gesicht zog sich eine breite, flammend rote Narbe aus einer Zeit, als es den Powerblaster noch nicht gegeben hatte.

    „Irgendwann bleibt auch mal einer von euch auf der Strecke,“ murmelte er. „Und ich bin jetzt schon gespannt, welchen intelligenten Spruch ich dann zu hören kriege!“

    Damit drehte er Alex den Rücken zu.


    Wird fortgesetzt...

  • Vorhang auf zum zweiten Teil:


    Der Powerblaster stand alleine in seiner Ecke. Die große schwarze Kiste wirkte auf den ersten Blick völlig unscheinbar. Und für diejenigen, die sich eher zufällig in diesen Teil des Starlogs verirrten, war das auch beabsichtigt.
    Denn der Blaster verbarg ein Waffensystem in seinem dunklen Körper, das Alex stets aufs neue Bewunderung abforderte. Es war schlichtweg genial. Zumindest war in der anderthalbjährigen Geschichte des Blasters noch kein nennenswerter Zwischenfall eingetreten, der die Effektivität dieser Waffe in Frage gestellt hätte.
    Basierend auf der eigentlich simplen Idee der Fernsteuerung war es den Intelligenzlern der Weltindustrie gelungen, das Konzept der Simulation auf ein reales Umfeld zu übertragen.
    Die Piloten des Blasters saßen zwar eigentlich stets in einem stationären Cockpit, konnten aber ihren jeweiligen Einsatzort aus einer Vielzahl von Raumbasen auswählen, was es ihnen ermöglichte, praktisch von einer Sekunde zur anderen an verschiedenen Orten im bekannten Weltraum aufzutauchen. Und auch wieder zu verschwinden. Früher hatte Alex es immer komisch empfunden, wenn die Mannschaft der U.S.S. Enterprise im Fernshen von hier nach dort und wieder zurück gebeamt wurde.
    Jetzt ließ er sich selbst beamen.
    Passend zu ihrer Einsatzweise hatte man die Kampfschiffe der Blasterflotte schlicht „Shadows“ genannt. Ohne Aktivierung durch einen Piloten verharrten diese Schiffe in einem künstlichen Nebel, der sie vor den Ortungsgeräten der Ghast, Rhedyx oder der Vessen verbarg. Oder vor denen, die noch keinen Namen hatten...

    Alex kletterte in den Sitz des Cockpits und fühlte sogleich, wie sich die Sitzfläche seiner Körperform anpasste. Er blickte auf den Ausschnitt der Sternenkarte, die der Monitor anzeigte. Keine Bewegung war dort auszumachen, aber das hatte nichts zu bedeuten. Schon mancher Pilot hatte leichtsinnig den Startbefehl gegeben und sich dann inmitten einer Horde Sagrad - Raumer wiedergefunden.
    Er griff in die Tasche und zog eine der ID-Scheiben heraus, betrachtete prüfend die Prägung uf beiden Seiten und schob sie dann in den Receiver.
    „Dann wollen wir mal,“ sagte er zu niemandem bestimmten.
    „Schließen Sie ihren Gurt, Sir,“ erklang leise eine Stime hinter ihm. Na, wenigstens war das Bodenpersonal auf dem Posten.
    „Klarmachen zum Instrumentencheck,“ kam die nächste Anweisung. Alex legte einige Schalter um und wartete, bis für Waffensysteme, Ortungsradar und Energiezufuhr grünes Licht gegeben wurde. Dann drückte er den Knopf und wartete auf die teilnahmslose Stimme, die er schon so oft gehört hatte:
    „Systeme sind bereit. Shadow ist bereit.“

    Alex lehnte sich entspannt zurück. Es würde nur wenige Sekunden dauern bis der Beam erfolgte. Das Brummen des G-Majors schwoll kurz gewaltig an, um ansatzlos einer Stille ohne Namen zu weichen.
    Alex betrachtete das Leuchten der Sterne um sich herum. Soweit er sehen konnte, war der Weltraum vor ihm leer. Er langte nach dem Bordmikro.
    „Erbitte Anweisungen Starlog 1910,“ sagte er.
    „Hier Starlog 1910,“ erklang eine ferne Stimme aus dem Lautsprecher seiner Kopfstütze. „Sie befinden sich in Zone Abremelin. Kein Feindkontakt. Empfehlen Kurs auf Zone Northoar. Drei Rhedyxschiffe wurden loalisiert.“
    Alex legte zwei weitere Schalter um. Auf dem Monitor verschwammen die Lichter der dargestellten Sterne, wurden kurz darauf wieder scharf erkennbar, wenn auch in einer völlig anderen Positionierung. Und dazwischen leuchteten hell zwei rote und drei gelbe Lichter auf...
    „Sie haben Kontakt, Sir. Viel Glück!“

    Alex knurrte etwas unverständliches und schaltete vom Übersichtschirm in den Direktmodus.
    „Gibt's also doch noch jemanden, der einem Glück wünscht...denn mal los!“
    Er kippte zwei Schalter um. Wie erwartet entpuppten sich die roten Punkte als zwei Fünferverbände der Ghast. Alex verzog geringschätzig das Gesicht. Obwohl es diese Wesen längst hätten lernen müssen, griffen sie jedesmal erneut mit der gleichen Taktik an. Fast gelangweilt zog er den Shadow leicht nach links und wartete, bis sich die zehn Raumer voneinander gelöst hatten.
    In einem eleganten Bogen rauschten die ersten fünf Schiffe auf ihn zu.
    Ohne die automatische Zielanzeige zu beachten löste er Schuß auf Schuß aus den Energiespeichern. Ein Schiff nach dem anderen verglühte in einer grellen Wolke aus pulverisiertem Metallstaub. Den Shadow weit herumziehend gelangte er in Schußposition für die folgende Formation. Auch hier dasselbe: Ohne nennenswertes Gegenfeuer, dem er spielend leicht auswich, verwandete er die restlichen fünf Raumer in Sekundenbruchteilen in verglühende Metallsplitter.

    Alex lehnte sich in seinem Sessel zurück und holte mit einem Knopfdruck den Übersichtsschirm zurück auf den Monitor. Die beiden roten Punkte waren verschwunden. Die drei gelben waren noch da.
    Er verzog das Gesicht. Rhedyx. Das genaue Gegenteil der Ghast. Abwartend und unberechenbar anstelle von impulsiv und leicht durchschaubar. An die konnte er bis auf hundert Längeneinheiten heranfliegen, ohne das sie reagieren würden.
    Blieb nur die Provokation.
    Alex schaltete den Antrieb des Shadow auf die höchste Stufe, jagte das Schiff auf seine drei Gegner zu. Für einige Sekunden schien es, als hätten die Rhedyx ihn nicht wahrgenommen. Dann jedoch, als er auf 85 Längeneinheiten heran war, stoben die drei Schiffe auseinander.
    Der Shadow raste ohne abzubremsen durch die entstandene Lücke der Formation.
    „Die machen einen blöden Klimmzug!“ schoß es Alex durch den Kopf, als er den Shadow hoch- und dann in einer Linkskurve herumzog. „Nur eine blöden Klimmzug!“
    Er verzog abwertend das Gesicht.
    Die Rhedyx versuchten sich in einem der einfachsten Manöver. Einem Dreieck gleich, dessen Ecken durch ihre Schiffe bestimmt wurde, hingen sie im Raum.
    Alex steuerte den Shadow mit halber Kraft genau in ihre Mitte und ließ das Schiff, als die Rhedyx wie erwartet zu feuern begannen einfach absacken.
    Hellgelbe Lichtblitze zuckten über ihm. Dann zeigte ein Blick auf den Monitor, daß sich zwei der Schiffe gerade gegenseitig vernichtet hatten.
    „Idioten,“ stellte Alex grinsend fest und nahm Kurs auf den verbleibenden Raumer. Dessen Pilot hatte die Selbstvernichtung seiner Genossen tatenlos mit ansehen müssen. Jetzt wandte er sich zur Flucht.

    „Häng dich dran an den,“ sagte eine vertraute Stimme hinter Alex, wo sich die Kopfstütze befand. „Mach den Dreckskerl fertig!“
    Nick.

    „Was glaubst Du wohl, was ich vorhabe?“ gab Alex ins Mikro zurück. „Heute Abend bin ich auf Rekordjagd!“
    Nick hinter ihm kicherte.
    „Das sollte mich zwar sehr wundern, aber ich bleibe am Ball,“ sagte er.
    Alex brachte die Triebwerke des Shadow auf volle Kraft und klemmte sich hinter den fliehenden Rhedyxraumer. Ohne sich im geirngsten um dessen wilde Ausweichmanöver zu kümmern rückte er ihm dichter und dichter auf den Pelz.
    „Gleich bist du dran mein Freund!“ sagte er leise und entsicherte den Feuerknopf. Wie ein bockendes Pferd sprang der Shadow hin und her, als Alex eine breitgestreute Garbe abfeuerte.
    Der erste Einschlag fetzte dem Raumer vor ihm einen Stabilisator weg. Steuerunfähig taumelte das Schiff in die nachfolgenden Laserblitze und verglühte.
    „YEAH!“ rief Alex und schlug mit der Faust auf die Steuerkonsole.
    „Keine voreilige Freude Mann,“ erscholl Nicks Stimme in seinem Rücken.
    „Wirf mal lieber einen Blick auf den Gesamtschirm!“
    Alex blickte hoch. Zwei blaue Punkte, die schnell größer wurden.
    „Wer zum Teufel sind die???“ fragte er. Es dauerte einige Sekunden, ehe Nicks Antwort kam.
    „Das sind Sagradkreuzer. Da hast du dir wirklich einen schönen Abschnitt zum Rekordbrechen ausgesucht. Die knackst du nicht mal eben so!“

    Alex wischte sich den Schweiß von der Stirn und starrte auf den Monitor. Die beiden Kreuzer waren SCHNELL.
    „Wo haben die ihre Schwachstellen, Nick?“ fragte er in die Dunkelheit des Cockpits hinein.
    „Die gibt's kaum,“ erklang es hinter ihm. „Du könntest versuchen die Kommandoeinheit zusammenzuschießen. Die liegt genau in der Mitte. Aber das Ding ist fast nicht zu knacken. Probier's lieber mit den großen Geschütztürmen rechts und links davon. Sind die erstmal weg, ist der Zentralturm ein Kinderspiel!“
    Alex gab volle Kraft auf die Frontdeflektoren und manövrierte den Shadow in eine Position aus der heraus er einen freien Schuß auf den mächtigen Geschützturm hatte, ohne selbst getroffen zu werden. Hoffte er jedenfalls.
    „Beeil dich!“ ertönte ein andre Stimme in seinem Rücken. „Der andere wird versuchen, hinter dich zu kommen!“
    Michael.

    Man nannte sie hier im Starlog auch das „Kleeblatt“: Nick, Michael, Alex.
    Seit langem die besten Piloten, die bisher im Sitz des Blasters Platz genommen hatten.

    Die Manöver auf den Bildschirmen verfolgend mußte Alex seinen Freunden recht geben. Entschlossen schob er sich mt dem Shadow an den Geschützturm heran. Den Feuerknopf tief eindrückend fetzten seine Laser das große Geschütz auseinander.
    „Super, Mann!“ rief Nick irgendwo hinter ihm. Alex fegte durch die verglühende Wolke des Geschützturms geradewegs auf die Zentralstation des Kreuzers zu.
    „Was machst du denn da...was zum Geier?!?“
    „Halt einfach mal die Klappe Nick! Geht das? Einfach mal die Klappe halten?!?“
    Alex presste die Worte durch zusammengebissene Zähne hervor.
    „Ich probiere was Neues aus...“


    Wird fortgesetzt...

  • Teil drei und das Finale.


    Vor ihm wurde die Kuppel der Kommandoeinheit groß und größer. Und Alex ließ sie noch etwas größer werden, ehe er die beiden Lancerraketen aus ihrer Halterung ausklinkte.
    Den Shadow hart nach oben wegziehend, konnte er unter sich ein helles Leuchten sehen, das den Sagradkreuzer einhüllte. Dann war das blaue Licht auf seinem Monitor erloschen.

    In seinem Rücken konnte er Nick und Michael überraschtes Keuchen hören.
    „So macht man das, ihr Pfeifen!“ sagte Alex. In der nächsten Sekunde riß er hektisch am Steuerknüppel. Gebündeltes Licht umzuckte den Shadow.
    „So macht man was...???“ ließ sich Nicks Stimme hinter ihm vernehmen.

    Eine rote Lampe blinkte auf dem Monitor, zeigte den Ausfall des linken Lasers an. Alex zog den Shadow herum. Der zweite Sagradkreuzer war an ihn herangekommen und feuerte aus allen Rohren.
    Ein erneuter Treffer,dann noch einer. Eine zweite rote Lampe begann zu blinken. Alex achtete nicht darauf, sondern erwiderte das Feuer. Es folgte ein erbitterter Energieaustausch. Und wenn der Sagradkreuzer auch langsam rötlich zu pulsieren begann, war klar, das sich Alex gegen das große Schiff nicht mehr lange halten konnte.
    „Steig lieber aus, Alex,“ hörte er Nicks beschwörende Stimme hinter sich. „Das kannst du nicht schaffen!“
    Wider besseres Wissen ließ Alex den Shadow hin- unnd hertanzen im Bemühen,den Feuerstößen des Sagradkreuzers auszuweichen.
    „Halt dich raus, Bruder,“ sagte er grob „Noch ein paar Treffer und das verdammte Ding ist hinüber!“
    Hastig war er einen Blick auf die Systemanzeigen. Fast überall blinkten jetzt diese nervtötenden roten Lämpchen.
    „Gib's doch endlich auf, Alex!“ erklang Nicks Stimme erneut hinter ihm. „Das schaffst du nicht. Steig aus!“
    Alex schüttelte heftig den Kopf.
    „Das wird ein neuer Rekord, Mann!“ rief er laut „Noch ein Treffer und das Scheißding ist Geschichte! Nur ein Treffer noch...!“
    Noch während dieser Worte sah Alex die blauen Energiestrahlen auf sich und den Shadow zurasen und fühlte geradezu die Energie, mit der sie in sein Schiff einschlugen.
    Dann wurden die Monitore schwarz....

    Alex kletterte aus dem Powerblaster. Feucht klebte ihm das Hemd an der Haut.
    „Da wirst du aber nochmal üben müssen, ehe du meinen Rekord holst,“ sagte Nick grinsend und klopfte ihm auf die Schulter. „Den Trick mit den Lancern werde ich mir aber merken. Das war 'ne gute Idee!“
    Wehmütig blickte Alex auf die Highscoreanzeige.
    „Hat ja nicht wirklich viel gefehlt,“ sagte er. „Knapp dreitausend Punkte mehr und du wärst mal erster gewesen.“
    Zweifelnd betrachtete Michael die Highscores.
    „Glaube ich leider nicht, Alex,“ sagte er dann. „Die zwölfhundert Punkte für den zweiten Sagrad hätten auch nicht gereicht. Da hättest du noch drei mehr gebraucht, um Nick zu schlagen“.

    Nick sah Alex fragend an.
    „Und?“ fragte er. „Spielst du nochmal?“
    Alex kramte in der Hosentasche herum und betrachtete die drei Zweieuromünzen, die ihm nach dem Umtausch seines Zehners bei Boogy an der Kasse jetzt noch blieben. Der Powerblaster war wirklich teuer.

    „Nein,“ sagte er dann und schob das Geld in die Tasche zurück. „Ich will noch in's Kino. Ist Filmnacht heute.“
    „Was läuft?“ fragte Michael von hinten.
    „Star Wars IV. - VI.“, gab Alex grinsend zurück.

    „Der Mann will noch was lernen!“ rief Nick, während er seine langen Beine im Cockpit des Blasters verstaute. Mißmutig sah er auf den Monitor.
    „Also - wenn mich echt was stört an dieser Kiste, dann dieses idiotische „Insert Coin“ Geblinke!“, sagte er, warf vier Euro in den Kassenschlitz des Automaten und drückte auf den „Start“ - Button.

    Alex winkte Boogy grüßend zu, als er die Spielhalle verließ.
    „Bitte schließen sie ihren Gurt, Sir,“ klang es ihm leise hinterher. Dann klappte die Tür zu.

    Ein leichter Wind kühlte den Schweiß auf seiner Haut. Er zog die Sonnenbrille aus der Hemdtasche,
    setzte sie auf und ging die Straße hinab.

    Für die Sterne war morgen auch noch Zeit...

  • Lieber Der Wanderer

    Ich hab hier nicht kommentiert, weil mir die Sache von Anfang an komisch vorkam und ich nicht Unwissend, unsinnigen Unsinn posten wollte.

    Ganz am Anfang dieses "Starlog" und "Powerblaster". Ich muss gestehen, ich hab gedacht: Der Wanderer schreibt doch keine Science Fiction Geschichte in diesem Stil. Das passte nicht zu den bisherigen Erzählungen.

    Im zweiten Abschnitt habe ich dann geahnt, dass es ein Computerspiel ist, die Dialoge deuteten darauf hin. Und die Leichtigkeit der Abschüsse. Kurz habe ich als Möglichkeit an "Enders Game" gedacht. Wo Computerspiel und Realität ja verschwimmen.

    Am Schluß ist es also für mich keine so große Überraschung, dass es alles in einer Spielhalle stattgefunden hat.^^

    Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.


    Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz

  • Lieber Sensenbach ,

    Daß die Erzählung nicht zu meinen anderen hier passt und Dir da recht schnell irgendwas komisch vorkam hat einen ganz einfachen Grund:


    Es ist nämlich die allererste Geschichte, die ich jemals zu Papier gebracht habe...das dürfte jetzt ungefähr 35 Jahre her sein.8)


    Die habe ich letztens wiedergefunden und dachte einfach: Hau sie hier mal raus, dann war die Schreiberei von damals wenigstens nicht

    ganz umsonst...^^^^^^


    Die Hintergründe zur Entstehung: In jeder Frittenbude standen damals diese Kisten, in die man seine Kohle stecken konnte (ich muß da Milionen verzockt haben...!). Und das perfideste: Die konnten sich nix merken, diese Frührechner! Bis auf die ersten drei Scores waren alle anderen am nächsten Tag nämlich gelöscht - und alle, die nicht zum "Kleeblatt" gehörten, schmissen wieder ohne Ende Geld rein, um sich einen Platz zu erobern...

    Und passend dazu kam dann noch dieser Film raus (bitte über die Qualität nicht abfällig grinsen - Für 1984 war das schon ziemlich abgefahren).


    Starfight


    Und schwups: War die Idee zu meiner allerersten Geschichte fertig...

    Ich bereue nichts:D:D:D auch wenn ich damals sogar den Namen meines Protas bei Starfight geklaut habe, wie ich gerade beim Betrachten des Trailers feststellen durfte:whistling::whistling::whistling:


    Aber irgendwie muß man ja mal anfangen...


    Burk :smoker: