Bis zum letzten Schrei II

  • Prolog



    Die Angst lässt mein Herz schneller schlagen. „Andy, bitte wo steckst du? Ich habe es ja verstanden! Na komm schon, lass den Scheiß! Ich werde es nie wieder sagen!“


    Ich halt den Atem an und lausche in die Stille. Aber da ist nichts! Keine Geräusche, nur mein eigener, rasender Herzschlag. Warum habe ich dumme Kuh auch behauptet, dass seine Verstecke zu leicht zu finden sind? Ist doch kein Wunder, dass er jetzt auf stur schaltet.

    Mein zwei Jahre jüngerer Bruder ist ein Dickschädel und manchmal ziemlich nervig. Ewig will er mitkommen, folgt mir auf Schritt und Tritt überall hin. Darüber machen sich die anderen Kinder aus dem Ort lustig. Doch jetzt lacht keiner mehr von ihnen. Es ist schon spät. Hier im Wald wird es schneller dunkel. Allein deswegen sollten wir schon auf dem Heimweg sein. Wir suchen Andy seit einer gefühlten Ewigkeit und meine anfängliche Angst steigert sich immer mehr zur Panik! Wie soll ich das Selma und Greg erklären?


    Bei dem Gedanken an meine Pflegeeltern wird mir die Kehle eng. Andy und ich sind erst seit ein paar Wochen bei ihnen. Was werden sie sagen oder tun …


    Mein Stiefvater hätte nicht lang gefackelt und mich ins Loch gesteckt.

    „Dort kannst du meinetwegen verrotten, elende Göre, bis zum jüngsten Tag lasse ich dich da drin. Hör auf zu flennen, hört ja doch niemand!“ Ein Schauder überrollt mich, bei der Erinnerung an den leeren Wassertank, wo ich manchmal Stunden oder Tage ausharren musste. Solange, bis Ma mich wieder herausholte.

    „Er ist in die Stadt gefahren. Warum musst du ihn auch immer reizen, Kind? Gehe ihm einfach aus dem Weg, wenn er in dieser Stimmung ist!“

    Keine Entschuldigung, kein tröstendes Wort, nichts! Ich war wieder einmal diejenige, die Schuld an allem hatte!


    Würde es bei den Waits auch so sein?


    „Andy!“ Meine Stimme ist schrill und hallt zwischen den Bäumen wieder.

    Kaynes, ein Junge aus dem Ort kommt auf mich zu. „Das hat doch keinen Zweck, Hope. Er antwortet nicht! Wir müssen zurück und es Mr. und Mrs. Wait sagen!“

    Ich schüttle wild den Kopf. Meine Kehle ist wie zugeschnürt. Selbst wenn ich wollte, ich kann nichts erwidern.

    „Komm schon, Hope, das wird sicher nicht so schlimm!“

    Er hat doch keine Ahnung! Ich schließe die Augen und bin wieder im Loch!


    Meter hohe Wände, das Gefühl, wie sie näher kommen, mich erdrücken.

    Ich bekomme keine Luft! Alles dreht sich … Mir ist schlecht!

    Krampfhaft versuche ich dagegen anzukämpfen, schlucke. Versuche mich gegen den Strudel, der mich in die Schwärze zieht, zu wehren. Vergeblich!

    Mehr aus meiner Feder: Gefangen im High Fantasy Bereich.


    Der Tag an dem alles begann findet ihr im Urban Fantasy Bereich auf fleißige Leser. ^^

  • Hey Sabrina :)



    LG,

    Rainbow

  • Nun denn, dann werde ich mich hier auch mal noch einklingen. ^^

    Die Geschichte beginnt ja schon mitten in einer eher ungünstigen Szene. Hope sucht also ihren kleinen Bruder, der aus bisher ominösen Gründen mitten in einem Wald verschwunden ist. Man fragt sich sofort was passiert ist, wo er jetzt ist, warum er weg ist und was Hope nun machen wird. Ich kann auf jeden Fall verstehen, dass sie nicht zurück will. Scheinbar ist sie ja noch nicht lang bei ihren Pflegeeltern und sie hat noch keine Ahnung wie diese reagieren werden. Gerade nach dem, was sie schon durchgemacht hat :stick:


    Ansonsten bin ich noch nicht so recht sicher, was ich von dem Anfang halten soll. :hmm: Ich fühle mich von den Infos ihrer Vergangenheit gerade noch etwas erschlagen. Ich weiß nicht wie relevant das in der Geschichte noch wird, aber dass wir in dem kurzen Abschnitt schon eine kleine Rückblende hatten, bombardiert mich etwas. Klar denkt sie darüber nach und wahrscheinlich hat sie so viel Angst vor den Konsequenzen, die das Verschwinden mit sich bringen könnte, dass sie sofort mit dem Schlimmsten rechnet. Aber ich glaube, die Schilderung ihrer Gefühle hätte ich persönlich in der Situation erstmal stimmiger gefunden. Für die genaue Vergangenheit ist ja noch etwas Zeit :D Aber das ist auch nur meine Einschätzung. Gut möglich, dass andere es anders sehen. Und wie gesagt, ich weiß ja nach dem kurzen Abschnitt auch noch nicht, wo du hin willst :rofl:


    Naja, ich werde die Geschichte auf jeden Fall in den Augen behalten.


    LG, Kyelia



    Wenn es ein Buch gibt, das du wirklich lesen willst, aber das noch nicht geschrieben wurde, dann musst du es selbst schreiben.
    - Toni Morrison -


  • Danke euch Rainbow , Tariq und Kyelia beiden und den anderen Lesern für lesen und Feedback geben.

    Sicher hast du Recht Kyelia die Situation ist sehr emotional aufgeladen für Hope und gerade wegen ihrer Vergangenheit. Schön, dass ihr wieder an Bord seid und mich mit Kommentaren in meiner Schaffensphase unterstützt.:D Es geht in kurzer Zeit auch hier wieder weiter. Viel Spass dabei:D

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  • @ Sabrina

    Ich finde den Anfang auch sehr gut, weil es gleich jemanden in die Geschichte mit nimmt. Es zeigt kleich ihren Charakter und das sie Angst hat.


    Jedoch möchte ich auch eine Anmerkung machen:

    Doch jetzt lacht keiner mehr von ihnen. Es ist schon spät. Hier im Wald wird es schneller dunkel. Allein deswegen sollten wir schon auf dem Heimweg sein.

    Über diesen Abschitt bin ich etwas gestolpert. Es sind anreihungen von Sätze die irgendwie nicht ganz klar sind und holprig klingen.
    Frage: Warum lacht keiner mehr? Weil er sich jetzt so gut versteckt hat?


    "Da es bereits spät ist, und es hier im Wald schnell Dunkel wird, sollten wir eigendlich schon auf den Heimweg sein." so oder so ähnlich würde ich es schreiben. Liest sich etwas geschmeidiger.


    Ich bin gespannt wohin die Reise führt... ;)

    Fantasy ist ein Werkzeug der Magie,
    wer sie beherrscht,
    besitzt die Kunst
    andere zu verzaubern.
    c Antke 2013

  • Ich werde den ersten Teil des Prologs noch mal bearbeiten mir ist zu viel entgangen aber so ist das wenn man im Schreibflow ist.

    :D ja das kenne ich nur zu gut. Word zeigt mir erstmal nur rot unterstrichende texte an, wenn ich mal so richtig in fahrt komm. bevor ich es dann veröffendlichen kann muss ich es erst mal so an die 100 mal durchlesen, damit man überhaubt was versteht von dem was ich da geschrieben habe. :grumble:

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    c Antke 2013

  • „Na, wer hat jetzt das beste Versteck?!“

    Andys hohe Stimme in meinem Rücken lässt mich herumwirbeln. Ein Gefühlschaos überrollt mich, sodass mir schwindelig wird. Erleichterung, dass ihm nichts passiert ist, gleichzeitig unsagbare Wut auf ihn, dass er uns so lange hat suchen lassen. Ich will ihn an den Schultern packen, ihn durchschütteln und nehme ihn doch nur fest in den Arm.


    „Hier drüben ist er!“

    „Kommt rüber!“

    „Wir haben ihn!“

    Die Stimmen der anderen Jungen hallen durch das Waldstück.

    „Wo war er denn?“

    „Oh Mann, wegen deinem kleinen Bruder kommen wir alle zu spät zum Essen und kriegen jede Menge Ärger.“ „Ach halt doch die Klappe, Adam. Überlege mal was für Ärger wir bekommen hätten, wenn wir ohne ihn aufgetaucht wären.“


    Dass Kaynes mich vor Adam verteidigt, bekomme ich nur beiläufig mit, viel wichtiger ist, dass Andy wieder da ist.

    „Hey, du zitterst ja. Hope, ist dir kalt?“

    Ich schüttle stumm den Kopf, halte Andy nur weiterhin an mich gedrückt, bis das Zittern nachlässt. Ich knie mich hin, damit wir auf gleicher Augenhöhe sind.


    „Mach das bloß nie wieder, ja? Ich habe mir Sorgen gemacht und zwar richtige, verstanden?“

    Andys Augen schauen mich verblüfft an. Tränen der Erleichterung laufen mir über die Wangen. Er runzelt seine Stirn.

    „Weinst du etwa? Dad hat immer gesagt …“


    „Mir ist egal, Andy, was er immer gesagt hat!“

    Meine Stimme ist wütend. Ich sehe, wie er überrascht die Augen aufreißt und einen Schritt vor mir zurückweicht.

    Das habe ich nicht! gewollt! Er soll keine Angst vor mir haben.

    Andy kann meine Wut auf Stan Willings nicht verstehen. Nie wurde Andy, Timothy oder Dave für irgendetwas von ihm bestraft! Meine Brüder haben ihn immer nur als liebevollen "Dad" erlebt. Das waren immer „seine Jungs!“

    Bestraft wurde immer nur ich …


    Bei dem Gedanken daran, kann ich einen Moment die Matratze unter mir spüren. Der muffige Geruch steigt mir in die Nase und mir wird übel. Mit geschlossenen Augen atme ich tief ein und aus.

    Als ich wieder die Augen öffne, sehe ich Andys Blick, der auf mich gerichtet ist.

    Abwartend und vorsichtig.

    „Andy, entschuldige bitte. Das hätte ich nicht sagen sollen, aber es ist spät und wir sollten nach Hause gehen. Die Waits machen sich sicher schon Sorgen!“


    „Na endlich, ein vernünftiger Vorschlag!“

    Ich höre wie alle Umstehenden erleichtert Adam zustimmen. Langsam setzen sich die Jungs in Bewegung.

    Ich will ihnen mit Andy folgen, doch er steht noch an derselben Stelle.


    „Alles Okay?“ Er schreckt zusammen und schaut mich an.

    „Es wird dunkel …“ Schauernd zieht er seine Schultern nach oben. Er will es sich vor den Jungs nicht anmerken lassen, aber ich weiß, das er Angst im Dunkeln hat.

    Ihm ist seine Schwäche peinlich, aber für mich als seine Schwester ist es okay.


    Wir folgen den Anderen mit Abstand. Seine Hand liegt in meiner. Immer wieder schaut er sich um. Die Schatten der Bäume breiten sich auf dem Waldboden aus, wie mahnende Finger.


    Um ihn abzulenken, drücke ich seine Hand in meiner.

    „Andy! Wenn wir Zuhause sind mache ich dir einen warmen Kakao, so wie ihn Mama dir immer gemacht hat. Hm?“ „Mit Keksen, die leckeren mit Schokolade, Hope?“

    „Ja klar, die mit Schokolade!“

    Der ängstliche Gesichtsausdruck verschwindet allmählich.


    „Du bist also nicht mehr sauer auf mich?“, fragt er vorsichtig.

    „Das war ich nie!“

    „Aber vorhin, da hatte ich das Gefühl, dass du mich nicht leiden kannst.“ Seine Stimme ist leise und niedergeschlagen.

    „Das wird niemals passieren. Du bist mein Bruder und ich werde dich immer lieben, egal was du tust.“

    „Ich hab dich auch lieb, Hope!“

    Er strahlt mich an.


    In diesem Moment verschwimmt die Umgebung, auch Andys Gesichtszüge verlieren an Intensität. Einen Moment kämpfe ich dagegen an, doch ich weiß, dass ich dagegen machtlos bin.


    Prolog Ende

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  • Sabrina


    Na das ist ja noch mal gut gegangen. Oder doch nicht. Bekommt sie nun schon wieder Ärger?


    Das einzige was ich in diesen Text anmerken möchte ist :

    Erst jetzt knie ich mich vor ihn hin, jetzt sind wir auf gleicher Höhe.

    mit "Jetzt" hast du eine Wortwiederholung drin. Ich würde das eher umformulieren wie:

    Erst jetzt knie ich mich vor ihm hin, damit wir auf gleicher Augenhöhe sind.

    oder

    Ich knie mich hin, damit wir auf gleicher Höhe sind.

    Aber über jetzt und jetzt stolpert man ein wenig im Text.

    An sondsten bin ich weiter gespannt wie es weiter geht. ;)

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  • Louisville Bundesstaat Kentucky

    Datum: 29. Juni

    Uhrzeit: 7: 43


    Kapitel 1


    Nur sehr langsam kam Hope zu sich. Das Aufwachen kostete sie Überwindung. Sich der Realität zu stellen ist nie leicht gewesen, besonders nach so einem Traum. Oft waren die Dinge, von denen sie träumte, finster. Alpträume, geprägt von Erinnerungen aus ihrer Kindheit. Meist wachte sie am Ende schreiend auf, doch heute nicht. Dieses Mal hatte sie von ihrem jüngeren Bruder geträumt, ihrem Versteckspiel im Wald

    Noch immer fühlte sie seine warme Hand in der ihren, hörte sein fröhliches Lachen. Es ist nur ein Traum gewesen, nichts als ein Traum! Fünf Jahre sind seither vergangen. Eine Zeit in der sie sich oft zurückwünscht hatte zu Andy. Aber das gehörte der Vergangenheit an und nichts und niemand konnte daran etwas ändern.

    Mit dem Schmerz und Bedauern überschwemmte sie auch das Hier und Jetzt. Die muffig riechende Matratze, auf der sie bäuchlings lag. Eine Hand hatte sie in die Unterlage gekrallt. Sie löste den krampfhaften Griff. Ihre Schultern taten weh von gestern Abend. Es war spät geworden und ihr steckte die Müdigkeit noch bleischwer in den Knochen. Am liebsten hätte sie noch eine Weile geschlafen, aber jemand, der neben ihrem Lager kniete, hatte etwas dagegen. Müde blinzelte sie in das dämmrige Licht. Verdammt, es war noch nicht mal richtig hell im Raum. Vielleicht gab derjenige ja auf, wenn sie nicht reagierte? Sie wickelte sich beim Abwenden fester in die Decke. Sicher konnte die Angelegenheit noch eine Zeit warten. Dieser Jemand war anderer Meinung und ließ nicht locker.


    „Hope, bitte! Du musst aufwachen!“ Samanthas piepsiger Stimme hörte man die Angst an. Sie war in heller Panik. Unsanft rüttelte sie Hope an der Schulter. „Sie werden gleich hier sein! Wir müssen verschwinden und zwar schnell!“

    Augenblicklich war jede Müdigkeit, die Hope noch bis eben gefühlt hatte, wie weggeblasen. Sie setzte sich kerzengerade auf. Samantha, die alle nur Sam nannten, kniete ganz aufgelöst neben der Matratze. Erleichtert atmete sie jetzt auf.

    „Ich dachte, ich bekomme dich gar nicht mehr wach! Wir müssen über die Feuerleiter, sie sind schon im zweiten Stock!“

    Männer vom Wachschutz, schoss es Hope durch den Kopf. „Verdammt!“ Die letzte Kontrolle war erst eine Woche her! „Schon wieder?“

    Sam half, in Windeseile ihre Habseligkeiten in den Rucksack zu stopfen. „Ja! Evie hat sie erst so spät bemerkt. Da waren sie bereits am Haus! Sie wartete auf uns im Park. Ich denke, wir müssen uns nach einem neuen Unterschlupf umschauen. Hier ist es nicht mehr sicher!“


    Sie tauschten einen kurzen Blick und Hope sah in Sams Augen das gleiche Bedauern, was auch sie darüber empfand. Zwei Monate war dieses leer stehende Haus ihre Bleibe gewesen. Ein letztes Mal schaute sie sich gehetzt in der Tür um. Dies hier kam einem Zuhause am nächsten. Lass die Gefühlsduselei, dafür bleibt keine Zeit!


    „Na los! Machen wir uns dünne!“, drängte Sam flüsternd.

    Auf Zehenspitzen schleichend folgte sie ihrer Freundin, die voraus ging. Hope hörte, wie die Türen im Untergeschoss geöffnet und wieder geschlossen wurden. Männerstimmen, die sich unterhielten und lauter wurden.

    In ihren Rücken vernahm sie das Poltern von Schritten im Treppenhaus. Schneller, Hope! Sonst erwischen sie dich! Der eigene, trommelnde Herzschlag wummerte in ihren Ohren.

    Sam war bereits um die nächste Ecke gebogen, wo der Korridor einen scharfen Knick machte. Die Tapete mit dem kleinen Blümchenmuster an den Wänden hatte schon bessere Tage gesehen. Der Flur war schmal und zu beiden Seiten zweigten Zimmertüren ab. Geradeaus hatte sie freie Sicht auf das Fenster. Der Flügel war weit geöffnet und Hope konnte die metallene Feuerleiter an der Außenseite erkennen. Sie führte sowohl zum Dach als auch nach unten zur Straße.

    Sam war schon raus geklettert, hielt sich an dem Eisengestänge fest und winkte „So was wie diesen Kasten finden wir allemal wieder, Hope.“ Sie hatte natürlich recht.

    Besonders seitdem der neue Bürgermeister von Louisville das Sozialbau Projekt ins Leben gerufen hatte. Das Haus hier gehörte zu einem ganzen Bezirk von Wohnblöcken, die von der Stadt saniert wurden. Allerdings zogen sich die Baumaßnahmen schon Monate hin. Von Zeit zu Zeit kontrollierte ein beauftragter Wachschutz die leer stehenden Gebäude, so wie auch jetzt gerade. Wenn man sie hier fand, informierte man umgehend die Polizei oder andere Behörden. Das war das Letzte, was Hope wollte.

    Ihr Herz schlug wie ein Dampfhammer, während sie Sams Beispiel folgte und hinauskletterte.


    In ein paar Minuten würde sie unten sein und damit außer Reichweite der Wachmänner. Niemand konnte anhand der Matratze feststellen, wer dort geschlafen hatte und das war auch gut so.

    Die Suche nach einem neuen Schlafplatz musste dennoch bis zum Abend warten. Es gab zuvor noch einiges zu tun.

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  • Hey Sabrina :)



    LG,

    Rainbow

  • Louisville Bundesstaat Kentucky
    Datum: 29. Juni

    Uhrzeit: 9: 05


    Hope stand an der Ecke und blickte hinüber zu dem Gemischtwarenladen auf der anderen Straßenseite. Auf dem großen weißen Schild über dem Eingang stand in schwarzer Schrift „Shaimes“. Und darunter in kleinerer Schrift der Slogan, mit dem er warb. „Immer frisch auf den Tisch!“


    Jeden Morgen um dieselbe Zeit schloss Shaimes den Laden auf. Zehn Minuten später kam er heraus, um das Obst und Gemüse in den Verkaufstischen auszusortieren. Was seiner Prüfung nicht stand hielt, wanderte in eine Kiste zu seinen Füßen. Im Anschluss füllte er die Auslagen mit frischer Ware auf und ging wieder hinein, um sich um die Kundschaft zu kümmern. Die Kiste schob er zuvor unter einen der Verkaufstische.


    Das tat Shaimes auch heute. Hope schätzte den Mann auf Ende fünfzig, er hatte grau meliertes Haar, das er seitlich gescheitelt trug. Das karierte Hemd und die Cordhose in einem hellen Beige waren längst aus der Mode, dennoch passte die Kleidung zu ihm. Sein rundliches Gesicht strahlte jeden an, der in seinen Laden kam. Auch Hope war des Öfteren schon dort gewesen, hatte aber nichts gekauft, sich nur umgesehen. Er war immer freundlich, lächelte, linste über seine schwarze Nickelbrille hinweg, was ihm etwas Großväterliches verlieh.

    Jetzt gerade war er dabei, das Obst und Gemüse auszusortieren. Hope lief dabei das Wasser im Mund zusammen und ihr Magen knurrte vernehmlich, wenn sie daran dachte, was schon alles in die kleine Kiste gewandert war. Heute würde es eine gute Ausbeute sein und nicht nur ein paar geschrumpelte Äpfel. Sie wartete mit klopfendem Herzen, bis der Mann die Auslagen aufgefüllt hatte, ehe sie sich in Bewegung setzte. Um diese Zeit herrschte normalerweise dichter Berufsverkehr, doch hier, in einer der wenig befahrenen Seitenstraßen, war kaum etwas davon zu merken. Einen Block weiter die Straße hinauf, wechselte sie auf den anderen Bürgersteig und strebte dem Lädchen zu. Shaimes hatte mittlerweile seine Arbeit an den Verkaufstischen beendet und war nirgendswo zu sehen.

    Hopes Puls beschleunigte sich fühlbar und sie wiederholte im Geist die Worte wie ein Mantra, um sich zu beruhigen. „Es ist doch eh nur Abfall, was er wegschmeißen will! Ausgesonderte Ware! Im Grunde schade ich doch niemanden.“

    „Ja sicher. Schwachsinn, das ist trotzdem Diebstahl! Für so etwas könnte man die Cops rufen. Die sind schneller da, als du bis drei zählen kannst.“ „Aber dafür müssen sie mich erst mal kriegen!“ Ihr kleiner geistiger Dialog stoppte abrupt, als sie den Ladenbesitzer in der Türe entdeckte. Ihr Herz machte einen wilden Satz.

    „Nur nicht stehenbleiben, immer weitergehen. Lass dir nicht anmerken, dass du ihn bemerkt hast. Los, ein Schritt nach dem anderen!“ „Aber was ist mit der Kiste?“ Ihr Magen knurrte laut. „Verflucht noch mal! Lass die Kiste dort wo sie ist! Das bisschen Obst ist das Risiko nicht wert!“ Sie war nur noch wenige Meter von den Verkaufstischen entfernt, als sie das junge Pärchen bemerkte, dass zielstrebig auf den Ladeneingang zuhielt. Im Stillen schätzte sie die Entfernungen ab und verlangsamte ihr Schritttempo.

    „Jetzt nur keinen Fehler machen! Manchmal hast du wirklich mehr Glück als Verstand.“ Sie stimmte zu. Im selben Augenblick, als die Türe des Ladens sich mit einem Klingeln hinter dem Pärchen schloss, fischte sie nach der Kiste. Bingo!

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  • Und aufgeholt. ^^

    Hope hat ihren kleinen Bruder also wiedergefunden. Nochmal gut gegangen. Und scheinbar war das ganze auch nur eine Erinnerung? Man fragt sich natürlich, was seither passiert ist, damit Hope in der Obdachlosigkeit endet und nun auf das alte Obst zurückgreifen muss, dass irgendwer wegwirft. Mal schauen :hmm:

    Kleine Anmerkung meinerseits: Hope weiß, dass es Diebstahl ist, das Obst und das Gemüse mitzunehmen, ob nun ne Hand voll Äpfel vom Tisch oder etwas "Müll" aus der Kiste darunter, spielt dann ja eigentlich keine Rolle. Ich verstehe auch nicht, warum der Kerl die Kiste unter den Tisch schiebt und nicht irgendwo anders verstaut. Das lädt ja gerade zu ein und die Cops dürfte er dafür auch nicht rufen... Und noch nie was von der "Zum halben Preis Kiste" oder so gehört? :rofl: Wird das echt so gemacht? Der Obsthändler meines Vertrauens sortiert das Zeug zwar in separate Kisten, aber stellt es dann eben noch zum "billigeren" Verkauf hin. Was dann daraus nicht mehr verkauft werden kann, fliegt direkt in den Müll. :hmm:


    LG, Kyelia



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  • Sabrina

    Die Geschichte nimmt ja eine interessante Wendung

    Noch immer fühlte sie seine warme Hand in der ihren, hörte sein fröhliches Lachen. Es ist nur ein Traum gewesen, nichts als ein Traum! Fünf Jahre sind seither vergangen. Eine Zeit in der sie sich oft zurückwünscht hatte zu Andy. Aber das gehörte der Vergangenheit an und nichts und niemand konnte daran etwas ändern.

    Mit dem Schmerz und Bedauern überschwemmte sie auch das Hier und Jetzt.

    Ich muss jetzt mal ganz doof nachfragen: Lebt Andy noch? Weil der Text lässt irgendwie mich stutzen und ihm scheind was passiert zu sein. Ich bin auch gespannt wie die Geschichte ihren lauf nimmt, denn sie hat ja wohl vor irgendwas Angst das sie von der Pflegefamilie davon gelaufen ist. Du machst ein echt neugierig. :thumbsup:


    Kurze anmerkung:

    Eine Zeit in der sie sich oft zurückwünscht hatte zu Andy.

    Ich bin hier wieder etwas gestolpert. Mag an meine Schreibweise liegen, aber hört sich es nicht so ein klein wenig besser an.?

    Eine Zeit in der sie sich oft zu Andy zurückgewünscht hatte.



    „Hope, bitte! Du musst aufwachen!“ Samanthas piepsiger Stimme hörte man die Angst an. Sie war in heller Panik. Unsanft rüttelte sie Hope an der Schulter. „Sie werden gleich hier sein! Wir müssen verschwinden und zwar schnell!“

    Augenblicklich war jede Müdigkeit, die Hope noch bis eben gefühlt hatte, wie weggeblasen. Sie setzte sich kerzengerade auf

    Diese Passage fand ich total klasse geschrieben. Ich hatte richtig mitgefühlt von der schläfrigen benommenheit und dem plötzlichen erwachen. Toll beschrieben. :thumbup:


    Auch der innerliche Dialog beim Gemüsehändler fand ich sehr gelungen. Das einzige was mich dazu interessieren würde ist, in welchem Jahr spielt das Ganze. Im hier und Jetzt oder früher.
    Ich finde das mit der Kiste unterm Stand auch ein wenig merkwürdig, zumal es nicht mal mehr erlaubt wäre, Okay hier in Deutschalnd ist was anderes als Amerika, klar, aber es macht die Geschichte etwas merkwürdig.
    Hier könnte man vielleicht noch dazu schreiben, das er es immer vorrüber gehend macht, um später es weg zu räumen, weil es ein tagesablauf ist. Würde auch erklären das sie vielleicht zulange gezögert hatte und deswegen vor ihm steht, oder er von seinen eigendlichen Abläufen abweicht und er deswegen ihr zuvorkommt. Macht aus meine Sicht die Sache etwas schlüssiger.


    Bin gespannt wie es weiter geht aber eine Echt gute Geschichte bis jetzt. Mach weiter so. :thumbsup:

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  • Louisville Bundesstaat Kentucky

    Datum: 29. Juni

    Uhrzeit: 9.35




    „Das ist nicht Ihr Ernst!“ Casey wechselte einen schnellen Blick mit ihrer Partnerin.

    Spezial Agent Karen Cossby wirkte ebenso überrascht von den neuen Entwicklungen wie sie. Damit hatte niemand wirklich gerechnet. Sie war immer noch völlig überrumpelt von den Neuigkeiten.

    Am gestrigen Mittag waren sie angekommen und gleich zum Hauptquartier des National Louisville Police Department, kurz LVPD gefahren. Nach einem anfänglichen Briefing, das sie auf den neuesten Stand im "Moris" Fall brachte, hatten sie sich in die Ermittlungen gestürzt. Hauptsächlich waren sie hier, um Beweise und Anhaltspunkte zu finden, die den Verdacht untermauerten, dass es Verbindungen zu einem Fall in Baltimore gab, an dem das FBI aktuell arbeitete.Es ging dabei um einen Kinderpornoring. Das FBI hatte versucht, nach einer Razzia an verschiedenen Standorten die Hintermänner des Rings in Erfahrung zu bringen. Leider war bei dem Zugriff des SWAT Teams einiges schiefgelaufen und viele der potenziellen Täter waren entkommen. Ein anonymer Hinweis ans FBI hatte den Ausschlag gegeben, dass sie jetzt hier waren und das LVPD bei ihren Ermittlungen unterstützten.


    „In etwa einer halben Stunde trifft Mayfiss ein, dann gehört er ganz Ihnen, Agent Morgan. Bin schon gespannt, wie Sie diese harte Nuss knacken wollen.“ Deputy Sheriff Abraham Michaels war ein Mann Mitte Fünfzig. Sein kurzgeschnittenes, dunkles Haar zeigte an den Schläfen graue Ansätze. Die hohe Stirn war in tiefe Falten gelegt und gerade massierte er sich mit den Fingern die schmerzende Nasenwurzel. Dieser ganze Fall machte Michaels schwer zu schaffen, das hatte Casey bereits bemerkt, aber das war auch kein Wunder. Ihr Blick wurde magisch von den Bildern der vermissten Kinder angezogen. Man hatte sie mit Klebestreifen an die Plexiglaswand gepinnt. In den letzten zwei Wochen waren weitere drei Bilder hinzugekommen. Drei Familien, die hofften, vielleicht vergeblich …


    Casey, hör sofort auf damit, verstanden? Du findest die Kinder und bringst sie zu ihren Familien zurück! Das ist deine Aufgabe, also konzentriere dich auf den verdammten Fall!

    Die wütende Stimme half ihr, sich wieder zu erden. Merklich straffte sie die Schultern und presste die Lippen zusammen.

    Grey Mayfiss war einer ihrer Hauptverdächtigen, man hatte ihn bei einer Fahrzeugkontrolle erkannt und aufgegriffen. Er würde bald zur Vernehmung hier sein. Und dieser Abschaum brauchte ihre ganze Aufmerksamkeit in jeglicher Hinsicht!

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  • Louisville Bundesstaat Kentucky

    Datum: 29. Juni

    Uhrzeit: 10.12



    Mayfiss Greyham, vierundfünfzig Jahre alt. Man sieht ihm das Alter nicht an, ging es Casey durch den Sinn, während sie ihn auf der anderen Seite der Scheibe beobachtete. Sein kurzgeschnittenes, blondes Haar zeigte noch keine grauen Ansätze. Größe einsfünfundachzig, athletisch, muskulöser Körperbau, schmale Nase und grüne Augen, ging Casey systematisch die Daten durch, die sie aus der Akte kannte. Geboren in Spencer, einer Kleinstadt im Nordosten Iowas. Hat mit Sechzehn die Schule geschmissen und sich auf der Straße durchgeschlagen. Mit Siebzehn musste er seine erste Haftstrafe absitzen, wegen Drogenbesitzes. Andere Straftaten folgten nach seiner Entlassung. Er arbeitete sich im Laufe der Jahre im Kartell hoch. Mittlerweile war er einer der führenden Köpfe eines Menschenhändlerrings, dem Casey mit ihren Kollegen seit mehr als einem halben Jahr auf den Fersen war. Mayfiss war ebenso wie andere Führungsspitzen an dem Abend der großen Razzia aus Baltimore verschwunden.


    Sie interessierte sich brennend dafür, weshalb er ausgerechnet diesen Zeitpunkt gewählt hatte, um unterzutauchen. Schon lange vermuteten sie einen Maulwurf, einen Tippgeber in ihren Reihen. Bisher war es dem Kartell immer gelungen, ihrem Zugriff zu entgehen. Es war dem FBI und speziell ihrer Einheit immer einen Schritt voraus. Doch jetzt würde Casey dafür sorgen, dass er den Namen des Tippgebers preisgaben würde. Vor knapp fünf Minuten hatten ihn die beiden Beamten in den Verhörraum begleitet. Seitdem saß er an dem kleinen Tisch, vor sich einen Becher mit Wasser, den er bisher nicht angerührt hatte. Die beiden Beamten flankierten die Türe in seinem Rücken.


    Sie registrierte das nervöse Zucken seiner Augenwinkel. Dieser Kerl war bei weitem nicht so abgebrüht, wie er sich gab. Man hatte ihm nicht gesagt, weswegen er hierher aufs Präsidium gebracht worden war. Das würde Casey selber tun. Ihre Kollegin Karren Cossby räusperte sich und straffte die Schultern. Ihr versteinertes Profil sagte ihr mehr, als viele Worte. Sie kannte die Vorgeschichte ihrer Kollegin. Bei dem Versuch, Mayfiss und dem Kartell eine Falle zu stellen, war ihr ehemaliger Partner ums Leben gekommen. Special Agent Kenn Maiden war als Undercover Agent in das Syndikat eingeschleust worden und dank des Maulwurfs war seine Tarnung aufgeflogen. Vor laufender Kamera hatte man ihn hingerichtet, anders konnte man es nicht bezeichnen.


    Karren hatte eine Rechnung mit Greyham offen, dem sie die Schuld daran gab und das sah man ihr gerade auch an. Ein Muskel zuckte in ihrem angespannten Kiefer, während sie starr Mayfiss durch die Scheibe beobachtete. Ihre emotionale Reaktion war mit einer der Gründe, warum Casey das anschließende Verhör führen würde. Ihre Kollegin würde das Ganze von hier aus beobachten.


    „Tu mir einen Gefallen, Morgan. Bring ihn dazu, irgendetwas zu gestehen. Lass nicht zu, dass das Schwein ungestraft davonkommt.“ Ihre Stimme war rau vor Emotionen.


    Casey überrollte eine Gänsehaut angesichts der Gefühle, die darin schwangen. Selten hatte sie Karren so wütend und hasserfüllt erlebt. Sonst war sie die Abgebrühte von ihnen beiden. Kühl und in manchen Situationen unnahbar, aber eine Polizistin mit eisernen Grundsätzen, der man vertrauen konnte. Das hatte sie in mehr als einem Fall unter Beweis gestellt. Seit vier Monaten arbeiteten sie als Team zusammen und Casey wusste, sie konnte sich zu hundert Prozent auf Karren Cossby verlassen.

    „Du weißt, ich kann es dir nicht versprechen aber ich tue mein Möglichstes!“ Im Vorbeigehen streifte Casey wie zufällig Karrens geballte Faust. „Wir kriegen ihn, du wirst sehen“, flüsterte sie ihr zu. Auch hier im Beobachtungsraum gab es Kameras und Mikrofone, die alles festhielten, was sich abspielte.

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  • Hey Sabrina


    Die letzten Teile haben mir gut gefallen.

    Casey hat es nun also mit einem Kinderpornoring zu tun... oh je... nicht wirklich besser, als Organhandel, aber so ist es eben, in ihrem Job.


    Bin mal gespannt, wie die Vernehmung von diesem Greyham abläuft. Scheint ja ein ganz schön fieser Typ zu sein. Die Vorgeschichte der Partnerin und die Art, wie sie ihren damaligen Kollegen verloren hat, hast du schön skizziert. Man kann sich die Emotionen sehr gut vorstellen, die da gerade den gesamten Raum einnehmen...


    Bin gespannt, wie’s weitergeht :gamer:

  • Danke Rainbow und Tariq das es euch gefällt. Das erste Kapitel habe ich schon eine ganze Weile fertig, allerdings geht mein Hauptcharakter Casey wieder eigene Wege.:D

    Andere als ich eigentlich gehen wollte, als ich in der Storyline fürs erste Kapitel vorgesehen hatte. Aber so ist das nun mal. Bin eben so gespannt wie ihr, wie es weitergeht.

    Mehr aus meiner Feder: Gefangen im High Fantasy Bereich.


    Der Tag an dem alles begann findet ihr im Urban Fantasy Bereich auf fleißige Leser. ^^

  • Louisville Bundestaat Kentucky


    Datum: 02. Juni


    Uhrzeit: 10.15


    Mit geschlossen Augen saß Hope auf der Parkbank. Die Füße auf der Sitzfläche, das Gesicht der warmen Sonne zugedreht. Sie liebte diese Zeit am Morgen, wenn sich hier noch nicht so viele Leute drängten. Erst im Laufe des Tages würde der Besucherstrom zunehmen.

    Der Cherokee – Park war mit seinen weitläufigen schattigen Spazierwegen und Rasenflächen sehr beliebt, besonders bei jungen Familien. Auch die asphaltierte Skaterbahn, mit Hindernissen und einer Halfpipe, lockten viele der Jugendlichen an. Die rote Parkbank, wo sie jetzt mit ihren Freundinnen saß, war einer ihrer Lieblingsorte und ein beliebter Treffpunkt für ihre Clique.


    Die vertrauten Stimmen von Sam und Evie, die sich unterhielten, vermischten sich mit den anderen Geräuschen in ihrer Umgebung. Vereinzeltes Kinderlachen was vom nahen Spielplatz zu hören, irgendwo im Park ertönte eine Fahrradklingel, Kies knirschte unter Schuhsollen. Aber die immer lauter werdende Unterhaltung ihrer Freundinnen forderte ihre Aufmerksamkeit.


    Mit einem Seufzer erkannte sie das Thema der Diskussion. “Umweltschutz“ Eines von Evie´s und Sam´s Lieblingsthemen. Beide konnten stundenlang darüber philosophieren und in verschiedenen Punkten diskutieren, was ihnen ebenso viel Spaß machte. Hope hingegen hatte mit der Zeit gelernt, sich aus solchen Wortgefechten heraus zu halten. Stattdessen wartete sie ab, wer dieses Mal das Duell mit seinen Argumenten gewann. Soweit sie den Inhalt verfolgte, ging es um die Verschmutzung der Meere und wer daran die Schuld trug. Ein Lieblingsthema von Sam, das ihr am Herzen lag. Mit ein Grund, warum Hope insgeheim auf Sam als Gewinnerin tippte.

    „Und du denkst wirklich das reicht aus, was die Firmen in den Umweltschutz investieren? Das ist doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Unbedeutend, wenn man das Ausmaß bedenkt. Meinst du nicht, Hope?“

    „Das habe ich nicht gesagt, Sam! Du hörst mir wieder mal überhaupt nicht zu! Aber so ist es ja jedes Mal. Nicht wahr, Hope?“ Blinzelnd wanderte ihr Blick von einem fragenden Gesicht zum anderen. „He, macht das unter euch aus. Ich bin die Schweiz! Ihr versteht schon? Ich bin unparteiisch!“


    Ungefähr zehn Minuten später waren die Wogen wieder geglättet und Hope beobachtete, wie Sam genussvoll in eine der saftigen Birnen biss.

    „Oh, sind die lecker!“ Ihr verzückter Gesichtsausdruck brachte Hope zum Grinsen. Das sommersprossige Gesicht ihrer Freundin strahlte zufrieden und Sam tat so, als wenn sie gleich von der Lehne der Parkbank nach hinten kippen würde.

    „Einfach zum Sterben“, murmelte sie.

    Die gelöste Stimmung war augenblicklich wie weggewischt. Hope hatte das Gefühl, als hätte man ihr einen Eimer eiskalten Wassers ins Gesicht gekippt. Sam bemerkte ihren Fehler, doch es war zu spät um die Stimmung zu retten.

    „Entschuldige bitte, Hope. Das war blöd von mir! Ich habe nicht nachgedacht …“ „Ja das ist immer dein Fehler, Sam! Schallt doch mal den Kopf ein, bevor du den Mund aufmachst!“


    Evies Stimme klang weit entfernt, ebenso wie die anderen Geräusche rund um Hope. Alles wirkte seltsam, wie durch einen Schleier von ihr getrennt. Und ihre dunklen Dämonen, die immer da waren, im Hintergrund versteckt auf ihre Gelegenheit lauerten, um sie zu überfallen, waren plötzlich da. Zehrten die Vergangenheit und alles, was sie vergessen wollte, mit ihren Ängsten und Schmerzen ans Licht.

    Mehr aus meiner Feder: Gefangen im High Fantasy Bereich.


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  • Sabrina


    Eine schöne alltägliche Szene, wie die drei da auf der Parkbank sitzen, und die beiden Freundinnen diskutieren, während Hope lieber unbeteiligt bleiben möchte.

    Das Kippen der Stimmung am Ende hast du gut eingefangen. Man fragt sich zwangsläufig, warum Hope so empfindlich auf das Thema Tod bzw. sterben reagiert.

    Hat das was mit ihrem kleinen Bruder zu tun? Wir wissen bislang nur, dass sie mal einen hatte...und sie von Albträumen geplagt wird...:hmm:


    Na ja, ich werde wohl abwarten und weiterlesen müssen :gamer: