Schneewittchen (Eine Dresden Files Geschichte)

  • So, nun will auch ich mal etwas anderes als Kritik und Kommentare beitragen.

    Das ist ein Abenteuer, das parallel zu einem Pen-and-Paper Rollenspiel entstanden ist, das ich geleitet habe. Sollte jemanden also die Geschichten über den einzigen professionellen Magiers Chicagos von Jim Butcher kennen, wird ihr oder ihm einiges bekannt vorkommen.

    Da ich noch nicht alles niedergeschrieben habe, werde ich mal mit den ersten beiden Kapitel beginnen.


    Ich freue mich über Kritik und Anregungen, wie es weitergehen kann. Der Plot ist zwar im Großen und Ganzen fertig aber nicht in Stein gemeißelt.

  • Wieder zu Hause

    „Hey, seit wann seid ihr denn wieder zurück?“ Fröhlich geht Hanna zum Ecktisch, der schon früher ihr gemeinsamer Stammplatz war. „Mist jetzt müssen wir das Gras verstecken.“ Lars stupst Eleonore an. Freudestrahlend springt sie auf und läuft ihrer Schulfreundin entgegen. Übermütig fällt sie ihr um den Hals. Nach einer herzlichen Umarmung schaut sie sie mit großen strahlenden Augen an. „Gerade erst angekommen?“ „Vor einer Stunde etwa.“ Die beiden jungen Frau setzen sich zu Lars, der Hanna feixend mit einem festen Händedruck begrüßt. „Du willst uns nicht hochnehmen, oder?“ Schalkhaft blitzen seine Augen und er grinst übers ganze Gesicht. Der Spruch bringt ihm einen derben Knuff auf den Oberarm ein. Für einen Moment verzieht er das Gesicht bevor das Lachen zurückkehrt. „He, das ist Polizeigewalt.“ Dafür fängt er sich einen direkten Nachschlag. Hanna zieht einen Mundwinkel nach oben. „Den hast du dir verdient...Du bist immer noch nicht schlauer geworden, oder? Du bettelst ja geradezu um Schläge“. Lars lacht. „Ein bisschen schon. Ich weiß jetzt bei wem ich es machen kann.“ Er reibt sich den Oberarm und Hanna grinst ihn an. „Meistens zumindest.“


    Sie dreht sich zum dem leisen Klackern hinter ihr um. Eine unauffällige junge Frau strahlt sie freudig an. „Maja, ich habe dich fast nicht mitbekommen. Schön dich zu sehen.“ Nachdem auch Maja sich mit einem Getränk versorgt hat, plaudert Eleonore schon wild auf sie ein. „Erzähl mal, wie war es auf der Insel? Warst du allein?“ Verschwörerisch sieht sie ihre Freundin an. „Oder hast du jemanden kenngelernt? Erzähl doch mal.“ „Es war großartig und so schön ruuuhig.“ „Ich habe zwar Leute kennengelernt, aber sicher nicht so, wie du wahrscheinlich meinst. Was ist eigentlich mit dir? Wo warst du nochmal?“ „Skandinavien. Traumhaft. Und bevor du fragst, ich habe den einen oder anderen Schnucki getroffen.“ Eleonore blinzelt Hanna und Maja zu. Lars hat sich nach vorn gebeugt und das Kinn auf die gefalteten Hände gestützt. „Details… Elli… Details“ raunt er halblaut mit übertrieben verschwörerischer Stimme. Eleonores Gesicht läuft rot an. „Ach halt den Rand“. Dabei blitzt sie ihn böse an. Die anderen Drei lachen laut. Eleonore schmollt für ein paar Augenblicke bevor auch sie zu lachen anfängt.


    „He, Leo… Hier hinten“. Lars winkt einem jungen Mann in hellblauem Poloshirt und dunkler Leinenhose zu. Mit einem kurzen Nicken geht er zum Tisch in der Ecke. „Hallo zusammen. Ich freue mich euch zu sehen.“ Er gibt den Frauen die Hand. Lars schlägt ihm herzhaft auf die Schulter. Mit verzogenem Gesicht sieht er in die dunklen Augen seines Freundes. „Immer noch Leopold… Du weißt ich mag diese Spitznamen nicht.“ „Ach komm, sei nicht so steif.“ Hanna wirft Lars einen tadelnden Blick zu. „Leopold, schön, dass du da bist. Wie läuft das Studium?“ „Hervorragend. Ich bin Mitglied einer Forschungsgruppe, die sich mit moderner Lasertechnologie auseinandersetzt und…“ Sichtlich erfreut berichtet er ausführlich von seiner Studiengruppe. Nach 10 Minuten bereut Hanna so unvorsichtig gewesen zu sein und ihn darauf angesprochen zu haben. Lars macht ein Gesicht als leide er körperliche Schmerzen. „Genug… Du hast mich irgendwo im Mittelteil verloren.“ „Banause…“ mit verschränkten Armen lehnt sich Leopold zurück. Maja, die die ganze Zeit wie ein stilles Mäuschen dabeisaß, wechselt das Thema, bevor Lars ihn noch weiter Piesacken kann. „Elisabeth ist…ähm… müsste gleich da sein.“ Alle sehen sie irritiert an. Kurz drauf öffnet sich die Tür und eine dunkelblonde junge Frau in einem buntgemusterten Sommerkleid betritt das Café. Freudestrahlend geht sie zu der Gruppe und wird freudig begrüßt. „Entschuldigt, ich musste noch ein paar Rezepte fertigmachen.“ Sie sieht sich im Raum um. „Wo ist eigentlich Maria? Sie wollte doch auch herkommen.“ Die anderen sehen sich fragend an und zucken mit den Schultern. „Hm, ich rufe sie kurz an.“ Nach etwa 20 Sekunden legt Elisabeth enttäuscht auf. „Mailbox… Dann schreibe ich ihr eben eine Nachricht.“ Hanna sieht fragend zu Elisabeth. „Was ist los. Ihr wart doch früher beinahe unzertrennlich.“ Traurig senkt Elisabeth ihren Kopf. „Ich glaube es ist ihre Schwester. Seit kurzem ist sie ständig in ihrer Nähe.“ Sie seufzt tief. „Seitdem ist Maria irgendwie komisch geworden.“ Ein Schatten dämpft die bisher ausgelassene Stimmung und für ein paar Sekunden herrscht nachdenkliches Schweigen. Maja atmet tief ein und noch bevor sie etwas zu Elisabeth sagen kann, klingelt Elisabeths Smartphone. Aufgeregt greift sie danach. „Maria hi… Äh was…Oh ja… Ok, wann sollen wir da sein?... Prima. Bis heute Abend. Ich freue mich.“ „Wir sollen gegen 18:00 Uhr zu Maria kommen. Sie konnte nicht weg und lädt uns heute Abend zu einer kleinen Party ein.“

  • Die Wiedersehensparty

    "Da seid ihr ja endlich!" freundstrahlend rennt die bildschöne junge Frau auf die Gruppe zu, ihr schwarzer Zopf fliegt hin und her. Sie umarmt jeden überschwänglich. Überfordert von diesem Gefühlsausbruch weicht Maja zwei Schritte zurück. Elisabeths Umarmung fällt nicht weniger freundschaftlich, aber zurückhaltender aus. Enttäuscht sieht sie, wie Lars den engen Kontakt in vollen Zügen genießt. Sie sucht den Augenkontakt zu ihrer heimlichen Liebe. Sind ihre Augen heller geworden? Aber nur für einen kurzen Moment. Vermutlich war es nur das Licht.


    Maria hängt sich bei Elli und Hanna ein und sie gehen gemeinsam zum Haus, wo auf dem Rasen davor schon ein schönes Picknick vorbereitet ist.


    Lars steht noch immer verträumt da und schaut den drei Mädels hinterher. Leise pfeift er durch die Zähne und sieht auf die nackten, leicht gebräunten Beine und den wohlgeformten Hintern in den engen Shorts von Maria. "Pass auf, das dir die Augen nicht aus dem Kopf fallen." zischt ihm Elisabeth zu, als sie an ihm vorbei stapft. Leopold folgt ihr kopfschüttelnd. "Ich guck doch nur..." erwidert er schulterzuckend und folgt den anderen in leichtem Trab.


    Es herrscht eine ausgelassene Stimmung mit viel Gelächter. Jeder gibt die besten Anekdoten des letzten Jahres zum Besten. Besonders spannend sind natürlich die Erlebnisse der drei Gereisten.


    Annekatrin, Marias Mutter, steht seit ein paar Minuten dabei und hört schmunzelnd den jungen Leuten zu. Als jemand eine Anekdote aus der gemeinsamen Schulzeit zum Besten gibt, sieht sie ihre Tochter amüsiert an. "So, so... mein liebes, schüchternes Töchterlein kann auch anders". "Mama..." Sie läuft puterrot an. Alle einschließlich Annekatrin lachen. Plötzlich gefrieren ihre eben noch so fröhlichen Züge. Die anderen folgen ihrem Blick in Richtung Villa.


    Eine Frau in einem hellen, körperbetonten Kleid schreitet, besser gesagt schwebt, zu ihnen hinüber. Sie wird von zwei sehr attraktiven Frauen und einem nicht weniger anziehenden Mann begleitet. Doch sie verblassen gegen diesen Engel. Das blonde Haar fließt wie flüssige Gold auf ihre nackten Schultern. Jede Bewegung ist anmutig. 'Ich würde mir die Beine brechen' denkt sich Hanna als sie auf die hohen Schuhe mit den dünnen Absätzen sieht. Doch diese Person bewegt sich darin als würde sie mit bequemen Sneakers über den feinen Rasen laufen.


    "Eure Majestät gibt sich die Ehre" presst Marias Mutter zähneknirschend hervor. Alle starren ehrfurchtsvoll diesem unerwarteten Besuch entgegen. Freudestrahlend läuft Maria ihrer Schwester entgegen. "Katarina, ich wusste gar nicht das du zu Hause bist". "Hallo Schneewittchen" Maria wird schon wieder rot. "Du sollst mich doch nicht so nennen. Vor allem nicht vor den anderen". Katarina lacht hell auf und es klingt den anderen wie Musik in den Ohren. Sie sieht Annekatrin an, die ihr höflich aber ohne besondere Regung zunickt. Ein Schatten huscht über die engelsgleichen Züge. Dann wendet sie sich wieder ihrer jüngeren Schwester zu. "Ich dachte du würdest uns heute Abend vielleicht ins Red Velvet begleiten wollen. Ich wusste ja nicht das du Besuch hast." Sie sieht Lars mit einem zuckersüßen Lächeln an. "Vor allem so hübschen." Sie tritt auf ihn zu, schaut ihm tief in die Augen und streicht zart über seine Wange. Der männliche Begleiter Katarinas wirft ihm einen giftigen Blick zu, den er jedoch gar nicht wahrnimmt, als er sich in ihren tiefen smaragdgrünen Augen verliert. Katarinas rotglänzende Lippen öffnen sich und sie neigt sich ein wenig zu Lars hinüber. Der ist wie hypnotisiert. Selbst wenn die Welt jetzt untergehen würde, müsste sie es ohne ihn tun. Für ihn zählt nur noch dieser Augenblick. "Katarina!" Annekatrins sanfter Ruf dringt als grobes Gekreisch zu ihm und zerreißt den wohligen Schleier. "Lass ihn, er ist doch viel zu jung für dich." Die junge Frau richtet sich auf und lacht laut. Mit einem sinnlich bösen Grinsen lässt sie den völlig verdatterten Lars stehen und geht zurück zur Villa.


    In Hannas Bauch breitet sich ein seltsam flaues Gefühl aus. Ihre Nackenhaare stellen sich auf. Etwas zieht sie zum Eingang des kleinen Vorgartens. Lässig ans Tor gelehnt steht dort ein gutaussehender Mann in mittleren Jahren. Er hat etwas Animalisches und Dominates an sich, ein Alphamännchen. Laut kichernd kommt Maria zu ihr. Als sie den Mann erblickt, erstirbt das Lachen in ihrer Kehle. „Hallo Vater!“ sagt sie in nüchternem Tonfall. „Wolltest du mit Mama reden?“ Sie sieht ihn mit unterwürfigem Blick an, was Hanna nicht entgeht. Durch die plötzliche Stille aufmerksam geworden, kommen nun auch die anderen zu ihnen.


    "Oh, hallo Karl." Annekatrin blickt ihn mit kaltem Lächeln an. "Maria, gehst du mit deinen Freunden wieder nach hinten? Dein Vater möchte bestimmt etwas mit mir besprechen.“ Maja sieht Karl gebannt an. Lars und Leopold stehen mit eingezogen Schulter und gesenkten Köpfen da. Etwas mahnt Hanna zur Flucht, aber ein anderer Teil von ihr wird von seiner Ausstrahlung förmlich aufgesogen. Elisabeth ist die einzige der er keinerlei Beachtung schenkt. „Nun geht schon.“ Der plötzlich scharfe Ton Annekatrins reist sie aus ihrer Trance. „Aber Annekatrin, kein Grund so barsch zu werden. Auch ich freue mich Marias Freunde kennenzulernen.“ Ein feines, überlegenes Lächeln umspielt die Mundwinkel. Maria fasst Hannas Arm. „Kommt, Mutter hat Recht, wir sollten sie nicht weiter stören. Einen schönen Abend, Vater.“ Sie zieht Hanna und die noch völlig paralysierte Maja mit sich zum Haus.


    Dort fällt die Anspannung von allen ab. Zurück bleibt ein unerklärliches Gefühl der Leere. Als Marias Mutter ihnen wenige Minuten später ins Haus folgt, sieht Maria sie fragend an. "Was war den los? Vater wollte doch nur nach uns sehen." "Karl kann auf andere manchmal etwas einschüchternd wirken." Sie sieht ihre Tochter an und versucht sich leidlich an einem Lächeln. "Das weißt du doch." Maria nickt. "Ja, da hast du recht." Ihr Blick verliert sich und sie kaut unbewusst auf ihrer Unterlippe. So was war für sie völlig untypisch. Maria atmet tief ein. "Hm, heute war er wirklich seltsam…Warum war er hier? Wollte er irgendetwas mit dir besprechen oder so?" Alle Farbe weicht aus Annekatrins Gesicht. Sich nickt stumm. Erschreckt blickt Maria ihre Mutter an. "Was ist denn plötzlich?" Annekatrin seufzt tief. "Ich erkläre es dir später." Mit wankendem Schritt verlässt sie das Zimmer. Kurz darauf fällt die Tür leise ins Schloss.


    Es herrscht minutenlang betretenes Schweigen. Hanna ist die erste, die sich aus der Starre löst. "Ich denke, wir sollten uns mal auf den Heimweg machen. Es ist ja auch schon spät." Maria lässt traurig den Kopf hängen. "Wollt ihr wirklich schon gehen? Wir haben uns doch so lange nicht gesehen." "Ja, leider. Es war ein langer Tag. Wir können uns doch morgen wieder treffen." Sie verabschieden sich nacheinander. Nur Elisabeth hält ihre Freundin noch im Arm, als die anderen schon zur Tür hinaus sind. Noch einmal dreht sich Hanna um. Weint Maria etwa?

  • Hallo spaetzuender,


    ich finde die Dialoge gut gelungen, kann mir das richtig vorstellen, wie das in den entsprechenden Situationen gerade sein muss. Allerdings finde ich es nicht immer ganz eindeutig, wer jetzt was sagt und wer genau handelt (siehe dazu die folgenden Anmerkungen). Auch was die Rechtschreibung betrifft, bin ich sehr zufrieden damit. :D

    Hier und da müsstest du nochmal über fehlende Kommas sehen und auch einmal bezüglich das vs. dass. Aber das sind Kleinigkeiten.

    Bin mal gespannt, wohin die Reise geht, bisher wird ja noch nicht viel verraten. Das wirklich interessante kommt ja erst gegen Ende des 2. Teils, was ist mit dem Vater von Maria?


    Hier dann noch ein paar Anmerkungen von mir:


    Beste Grüße

    Charon

  • Lieber spaetzuender ,

    was mir beim Lesen auffiel, ist folgendes:

    Wie bereits Charon bemerkte, ist oft uneindeutig, wer was sagt. Was mir auch ein bisschen aufgestoßen ist, dass zwischen diesen besagten unterschiedlichen Redeanteilen kein Absatz gemacht wird - es ist ein Fließtext, hintereinander weg, dabei markiert man in einem Roman doch gewöhnlicherweise mit einem Absatz, wenn jemand Neues spricht (das könnte zusätzlich auch bei der Identifikation der Redeanteile helfen). Also, es sei denn, du willst ganz avantgardistisch-abgehoben rüberkommen, würde ich wohl immer einen Absatz rein machen.

    Und formal bemerkte ich beim Lesen noch, dass du dir diese Redebegleitsätze fast komplett ersparst. Ich habe lediglich vier oder fünf gezählt und das finde ich ein bisschen schade (ist vielleicht nur meine subjektive Meinung), denn mit solchen Redebegleitdingern kann man schön beschreiben, wie etwas gesagt wird.

    Maria lässt traurig den Kopf hängen. "Wollt ihr wirklich schon gehen? Wir haben uns doch so lange nicht gesehen." "Ja, leider. Es war ein langer Tag. Wir können uns doch morgen wieder treffen."

    Maria lässt traurig den Kopf hängen. "Wollt ihr wirklich schon gehen?", erkundigt sie sich bedrückt und schiebt, beinahe etwas anklagend, hinterher: "Wir haben uns doch schon so lange nicht gesehen."

    "Ja, leider", muss Hanna einräumen. "Es war ein langer Tag. Wir können uns doch morgen wieder treffen."

    Oder so.

    Denn - wenn diese Beschreibungen fehlen, liegt es oft am Leser, sich die Stimmung dazu zu denken. Natürlich gibst du uns auch Impulse über das, was direkt gesagt wird, aber ich mach mal ein krasses Gegenbeispiel auf:


    Maria lässt traurig den Kopf hängen. "Wollt ihr wirklich schon gehen?", jammert sie herzzereißend im Tonfall einer Heulboje. "Wir haben uns doch schon so lange nicht gesehen."

    "Ja, leider", entgegnet Hanna, und der zynische Unterton ist nicht zu überhören. "Es war ein langer Tag", fährt sie Maria unwirsch an. "Wir können uns doch morgen wieder treffen."


    So oft Redeanteile einzufügen, ist natürlich auch nicht Sinn der Sache; das hier soll nur als Extrembeispiel dienen. Ich versuche immer, eine gesunde Mischung aus Begleitsätzen und geschlossenen Sätzen mit anschließenden Beschreibungen zu finden. Das ist nur meine subjektive Meinung, die garantiert nicht von allen geteilt wird, aber diese formale Sache ist mir eben aufgefallen.

    Zum Inhaltlichen kann ich noch nicht viel sagen - es ist ja noch nicht viel passiert...^^ Der Schreibstil ist nicht schlecht, aber um mir ein Bild machen zu können, müsste ich ein bisschen mehr dazu lesen.


    Liebe Grüße

    Stadtnymphe

  • Hallo Stadtnymphe

    danke für's Feedback. Ich muss mich mehr auf die eigentlich Geschichte konzentrieren. Die ersten Sachen waren noch zuviel Rollenspiel. Ich gelobe Besserung. :)

    Dein erstes Beispiel mit "...erkundigt sich bedrückt..." wäre so meine Absicht gewesen. So liest es sich auch viel besser.

    Ich überarbeite gerade das nächste Kapitel und lasse das gleich mit einfließen. Da gibt es dann auch die erste Action. ^^

  • So der nächste Teil.

    Ich habe versucht die eure Hinweise einzuarbeiten und hoffe es gefällt.


    Auf dem Nachhauseweg

    Die Sonne ist längst untergegangen und der zunehmende Mond taucht die Parklandschaft des Anwesens in kühles, fahles Licht, als sich die Gruppe von ihrer Freundin verabschiedet.

    Kaum beleuchtet schlängelt sich ein schmaler Weg aus festem Split, gesäumt von dichtem Bewuchs und alten Bäumen, vom Nebeneingang der Schneefeldschen Villa zurück zur Straße.


    Mit gedämpften Stimmen schmieden die jungen Leute Pläne für den nächsten Tag. Nur Elisabeth ist still und folgt den anderen, tief in ihren eigenen Gedanken versunken.


    Vor der letzten Biegung sind über das Grünzeug hinweg, schon die Lichter der Straße zu sehen, als ihnen eine Gestalt entgegenkommt. Den Konturen nach ist es eine elegant gekleidete Frau. Ein Hut, der mehr nach Ascot als auf einen dunklen Pfad gepasst hätte, schirmt auch das letzte Licht von ihrem Gesicht ab. Verwundert verlangsamen die Freunde ihre Schritte und bleiben stehen. Um ein Haar wäre Elisabeth in Maja hineingelaufen. Überrascht folgt sie den Blicken ihrer Begleiter. Maria hatte gar nichts von Besuch erwähnt? Wer sollte um diese Zeit den Nebeneingang des Anwesens nutzen?


    Plötzlich beginnt Hannas Herz zu rasen. Ihr wird schwarz vor Augen, die Knie sacken durch und Lars, der neben ihr geht, kann sie geraden eben auffangen. Der dunkle Vorhang hebt sich sie sieht den Rücken einer Teenagerin mit fast schwarzen Haaren vor sich. Bleiche Hände mit langen Fingern legen sich auf die Schulterblätter der Dunkelhaarigen. Sanft streicht eine Hand die Wirbelsäule hinauf zur Schädeldecke. Die andere wandert über das Dekolleté zum Herzen. Hanna spürt den Herzschlag des Mädchens, der sich beständig erhöht, in ihren Fingern und ein erregendes Kribbeln durchläuft ihren Körper. Begierde und Abneigung prallen aufeinander, lassen grelle Blitze vor ihren Augen explodieren. Sie zerstören die Illusion, die ihr so real vorkam. Mit einem Mal ist sie wieder klar und starrt in die leuchtenden Augen einer Person, die nun etwa anderthalb Meter vor ihr steht und den Mund zu einem raubtierhaften Lächeln verzieht. Eine Reihe weißer aber unnatürlich spitzer Zähne strahlen ihr entgegen.


    „Guten Abend die Damen und Herren. Wie geht es der lieben Maria?“ Die wohlklingende ruhige Stimme vertreibt alle Anspannung und zieht die sechs Freunde in ihren Bann. Wie gebannt starren sie die Frau an. Elisabeth ist die erste, die die Kontrolle über ihre Sinne wiedererlangt.


    „Gut! Aber entschuldigen sie bitte die Frage… wer sind sie? Und was wollen sie von Maria?“ Ihre Stimme zittert. „Sie werden niemanden antreffen. Maria und ihre Mutter gingen ins Haupthaus, bevor wir aufbrachen.“ Sie schiebt Maja sanft zur Seite, um nach vorn, der Frau entgegen zu treten. Maja beschleicht ein sehr ungutes Gefühl. Irgendetwas stimmt nicht. Es stimmt so ganz und gar nicht. Alles in ihr zieht sich zusammen. Ist die Frau gerade gewachsen?


    Lars und Hanna, die die kleine Gruppe anführten, werden ebenfalls von Elisabeth zur Seite gedrängt. Abrupt bleibt sie 2 Schritte vor der Angesprochenen stehen, als wäre sie gegen eine unsichtbare Wand gelaufen.


    „Kein Problem, ich werde sie schon erreichen.“ Mit einem plötzlichen Satz springt die Frau Elisabeth entgegen und stößt sie dabei in die Arme von Lars. Der Stoß trifft so unerwartet, dass sie beide zurück stolpern und auf dem Hosenboden landen.


    Hanna reagiert am schnellsten. Mit einigen schnellen Schritten setzt sie der Angreiferin nach und rammt ihr wie ein Footballspieler die Schulter in den unteren Rücken. Mit einem Zischen fährt das Wesen herum. Eine kalte Böe weht ihr den eleganten Hut vom Kopf. Rotglühende, geschlitzte Pupillen in einem langen spitzen Gesicht fixieren Hanna. Eine krallenbewehrte Klaue wischt haarscharf an ihrem Gesicht vorbei. Instinktiv lässt sie sich nach hinten fallen. In diesem Moment wird ihr bewusst, wozu dieses blöde Falltraining gut war. Mit wildem Blick will sich die Kreatur auf die am Boden liegende Hanna stürzen. Ein beherzter Tritt gegen die Stelle, an der bei einem Menschen das Knie ist, verhindert einen erfolgreichen Angriff, der für die junge Polizistin wohl nicht gut ausgegangen wäre.


    Herausfordernd stellt sich Lars zwischen den Dämon und Hanna.


    „Jetzt mal nicht so stürmisch junge Frau.“ Ein provozierendes Grinsen steht ihm im Gesicht. Irritiert von dieser Unverfrorenheit zögert das Monster für einen Moment. Das gibt Elisabeth genügend Zeit aufzuspringen und von dem einzigen Gedanken getrieben Maria zu warnen, hastet sie in Richtung Haus. Doch ist es nur ein kurzer Augenblick des Zauderns und das Scheusal wendet sich wieder um, um der fliehenden Elisabeth nachzusetzen.


    Panisch rüttelt diese an der eisernen Gartentür. Schon weht ihr heißer Atem ins Genick als das Tor mit einem lauten Quietschen aufschwingt und sie nach vorn stolpert. Gerade eben noch kann sie sich mit den Händen abfangen, ohne bäuchlings im Dreck zu landen. Etwas zischt über sie hinweg und hinterlässt ein paar Meter vor ihr einen hässlichen Fleck verdorrten, braunen Grases und ein übler Gestank weht von der Stelle zu ihr herüber. Die junge Frau findet ihr Gleichgewicht wieder und rennt, ohne sich umzusehen, ihrer Freundin Maria entgegen. Aufgeschreckt vom Lärm, war diese nach draußen gelaufen und starrt nun mit weit aufgerissenen Augen auf die Szene, die sich einige Meter vor ihr abspielt.


    Leopold steht die ganze Zeit ungläubig und fasziniert zugleich neben dem Weg. Gerade als dieses Monstrum sich umdreht, um Elisabeth an der Flucht zu hindern, drückt er ab. Ein grelles weißes Licht blitzt auf, als er versucht ein Foto dieser Ausgeburt zu machen. Geblendet donnert es gegen den gemauerten Pfeiler der Tür. Dieser Wucht hat der nicht viel entgegenzusetzen und krachend landet der Dämon in einem Haufen aus zerstörten Ziegeln. Ein Schrei, der den Freunden das Blut in den Adern gefrieren lässt, durchdringt die Nacht. Wütend springt das Wesen auf, um sich seinem eigentlichen Ziel erneut zu zuwenden.


    Hanna, inzwischen wieder auf den Beinen, sprintet dem Alptraum nach, als etwas heißes an ihr vorbeizischt und ein Flammenstrahl fährt der Bestie in den Rücken. Wieder schreit das Monster auf, diesmal vor Schmerz. Es wendet sich um und springt mit übernatürlicher Geschwindigkeit auf Lars, Leopold und Hanna zu. Nur noch die hasserfüllten, glühenden Augen leuchten ihnen übergroß entgegen, als sie eine heftige Druckwelle hart zu Boden schleudert.


    Etwas benommen rappeln sich Leopold, Lars und Hanna auf. Lars umklammert noch immer das Eisen seines Schlagfeuerzeugs. Ein Feuerstein baumelt an einem Lederband um seinen Hals. Wankend und mit weichen Knien gehen sie zu Maria und Elisabeth, die schreckensbleich und wie gelähmt auf eine besonders düstere Stelle in der Nähe des Tores starren.


    „Was…was war das?“ fragt Maria tonlos. Hanna zuckt zitternd mit den Schultern und schüttelt den Kopf. „Können wir reingehen?“ Ihre Stimme ist rau und kratzig.


    „Moment mal. Wo sind denn Elli und Maja geblieben?“ Leopold hält Hannas Arm fest.


    Maria zeigt stumm zum Tor. Eleonore! Ängstlich sieht sie sich nach allen Seiten um, ein Bündel an die Brust gepresst, als wäre es ein besonders wertvoller Schatz. Die letzten Meter sind ein Sprint zu ihren Freunden vor dem Haus, in Sicherheit. Ihr Atem geht schnell und flach, das Gesicht ist schmutzig, die Hände von Dornen zerkratzt. Zögerliche streckt sie den anderen das Bündel entgegen, das eben noch so schützend vor ihren Körper gehalten hatte. Es sind Majas Kleider. „Maja…ihre Kleider...“ Standhaft kämpft sie gegen die Sorge, die ihr fast die Stimme raubt. Maria nimmt Elli in den Arm und führt sie behutsam ins Haus.

  • Hallo spaetzuender,


    Da geht es ja schon direkt zur Sache, hatte ich jetzt gar nicht so in der Form erwartet. :D

    Und wie ich das gerade verstehe, wird das eine Geschichte, in der das Übernatürliche nicht natürlich ist? Dann wird das die Freunde ja im nächsten Abschnitt bestimmt stark beschäftigen und ich bin mal gespannt, wie sie das Verarbeiten und weiter darauf reagieren. ^^


    Ich habe dann noch ein paar Anmerkungen zum Text, teils auch Fragen, weil ich nicht immer alles ganz verstanden habe oder nachvollziehen kann:


  • Hallo Charon

    danke das du dran bleibst. Bisher hat nur "die beste Ehefrau von allen" querlesen müssen... ^^

    Das Feedback von dir und den anderen hilft schon kolossal.

  • Hi spaetzuender,


    dann hier noch ein paar Hinweise und Anmerkungen zu deinen Anmerkungen. :thumbsup: