Schatten der Nacht

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    • Schatten der Nacht

      Wir leben im Verborgenen, Unerkannt unter den Menschen.
      Wir haben uns Äußerlich ihren Gewohnheiten angepasst, so dass wir niemanden auffallen. Bisher war es so, doch die Zeit schreitet fort.


      Früher konnte man sie leicht in die Irre führen, täuschen wo es nötig war. Doch mehr und mehr erkennen wir, dass wir einen Wesenszug an ihnen unterschätzt haben. Die Fähigkeit zu lernen!

      Ihr menschlicher Verstand, so beschränkt er auchzu sein scheint, versteht es durch den technischen Fortschritt Waffen zu entwickeln, die selbst für uns gefährlich werden können. Und wir leben schon Jahrhunderte unter ihnen, unerkannt im Schatten.
      Jetzt stellt sich uns die Frage, wie lange wird dies noch möglich sein?
      Was wird passieren sollte die Wahrheit ans Licht kommen? Gut kann ich mich an das letzte Mal erinnern.

      Damals war ich noch jung...

      Doch die Erinnerungen haben sich in mein Gehirn eingebrannt. Die Menschen haben sich gegen uns aufgelehnt. Es liegt so weit in der Vergangenheit, dass sich kein Mensch mehr daran erinnern kann. Zu dieser Zeit lebten sie noch in primitiven Höhlen. Aber schon da haben wir den Fehler begangen und sie unterschätzt. Wie wird es diesmal sein?

      Durch ihre fortschrittliche Technologie haben sie die Möglichkeit, unser seit Jahrhunderten bewahrtes Geheimnis zu entdecken. Und ihre Waffen stellen eine ernste Bedrohung für uns da. Das wissen alle von meiner Art und langsam wächst in ihnen die Angst und diese trägt manchmal seltsame Früchte. Wut und Hass gehören dazu.
      Diese Gefühle machen unvorsichtig. So hat der Rat beschlossen, dass es jene gibt wie mich.

      Wir sind Schatten der Nacht! Wächter, die dafür sorgen, dass die Menschen unwissend bleiben. Das niemand die Spuren entdeckt, die manche von uns hinterlassen. Wir jagen auch jene von unserer Art, die unvorsichtig werden und damit riskieren sie unsere Sicherheit.
      Das Geheimnis zu wahren hat oberste Priorität. Mein Name ist Angel und ich bin einer von Ihnen! Ein Schatten der Nacht!
      Mehr aus meiner Feder: Gefangen im High Fantasy Bereich.

      Bis zum letzten Schrei im No Fantasy und im Mitgliederbereich entsteht Auf der Suche Viel Spass beim schmöckern. :D

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    • Etwas kurz, um wirklich was dazu zu sagen, aber es hört sich interessant an. Bin gespannt auf mehr.
      Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind.
      Albert Camus (1913-1960), frz. Erzähler u. Dramatiker
    • Freut mich das es euch gefällt! Das war ein Einfall denn ich beim schreiben einer anderen Geschichte hatte. Ein Nebenprodukt was schon lange in meinem Kopf herum spuckt. Jetzt musste es auf Papier gebracht werden. Natürlich werd ich daran weiterschreiben @moxypicture. :D Wird nur warscheinlich ein Weilchen dauern. Wenn es mal wirklich zur Buchform kommt würd ich das Erste als Klapptext nehmen. Ihn noch um ein oder zwei Sätze eventuell erweitern was die Handlung betrifft.

      @melli schön das du auch neugirig bist! Angel ist ein Charakter der dir gefallen wird, da bin ich mir ziemlich sicher! :thumbsup:
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    • Dichte Nebelschleier lagen auf dem Wasser. Man konnte das gegenüber liegende Ufer nur als undeutlichen Schemen erkennen. Dunklere Umrisse in einer Nebelbank, die ab und an einen Moment lang aufriss. Die Bäume am Ufer streckten ihre kahlen Äste dem grauen Himmel entgegen. Die Uferpromenade verschwamm vor ihm in der dunstigen Sicht. Bis auf das ältere Pärchen, das ihm händchenhaltend entgegen kam, war niemand zu sehen. In ihren Gesichtern las er Unruhe und Furcht. Ein Gefühl, das er schon so viele Male auf den Gesichtern der Menschen gesehen hatte. Meist schlug der Ausdruck in Panik und Angst um, wenn er sich in seiner wahren Gestalt zu erkennen gab. Ein Sekundenbruchteil des Schreckens bevor es endete… Doch er war nicht zum jagen hier, deswegen unterbrach Angel den Blickkontakt. Er hörte das erleichterte Aufatmen, als sie an ihm vorbei hasteten. Er lauschte auf den rasenden Herzschlag, der sich entfernte, dann war es wieder still.
      Die Geräusche seiner Schritte auf dem Kiesbestreuten Weg wurden vom Nebel gedämpft. Im Sommer war dieser Teil der Uferpromenade ein beliebtes Ausflugsziel, doch jetzt Ende November lag der Abenteuerspielplatz und das Ausflugslokal verlassen vor ihm. Er musterte den freien Platz, wo sich im Sommer die Menschen bei Konzerten drängten. Ein beliebter Ort um sich unter Menschen zu mischen. Angels Blick glitt über den Platz. Obwohl er verlassen wirkte, hatte Angel das sichere Gefühl beobachtet zu werden. Allgemein hatte er kein gutes Gefühl bei der Sache. Endgards Nachricht, dass er ihn hier treffen wollte, kam ziemlich überraschend. Und Angel hasste Überraschungen! Sie brachten selten etwas Gutes, dass hatte ihn die Erfahrung gelehrt. Auf der anderen Seite hatte er schon beinahe mit seiner Nachricht gerechnet, nur dieser Treffpunkt bereitete ihm Sorge.
      In letzter Zeit hatte es zu viele Vorfälle gegeben. Zu viele Dinge, die an die Presse gelangt waren. Todesfälle, die Aufsehen erregten. Der Rat war alarmiert. Zwar war es Angel immer wieder gelungen die Tatsachen zu verschleiern, doch die Luft wurde zunehmend dünner. Zu viele Zufälle für Angels Geschmack. Das Gefühl, dass sich über ihren Köpfen etwas zusammen braute, hatte er schon länger. Doch seine Warnungen waren bisher vom Rat und seines Gleichen ignoriert worden. Man tat es ab und ihm hatte es den Ruf eines Schwarzsehers eingebracht. Doch jetzt wurden immer mehr Spekulationen in der Presse geäußert. Vermutungen, die der Wahrheit gefährlich nahe kamen. Die Gefahr wurde nun auch dem letzten seiner Spezies klar. Bisher hatten sie unentdeckt unter den Menschen gelebt. Im Schatten verborgen mitten unter ihnen. Unentdeckt hatte man Jagd auf sie gemacht, ohne an die Folgen zu denken. Das war jetzt vorbei. Eine Zeit des Umbruchs stand ihnen bevor.
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    • Diese Zeit des Umbruchs hatte Angel vorausgeahnt, nur hatte es niemand wahrhaben wollen. Jetzt konnte man aber die Tatsachen nicht länger ignorieren. Sicher, hatte es früher auch schon Gerüchte gegeben, aber die Menschen damals waren leichter zu täuschen. Spekulationen und Gerüchte über blutrünstige Vampire, Werwölfe die sich bei Vollmond verwandelten und Hexen mit übersinnlichen Fähigkeiten, gab es auch schon damals. All diese Geschichten enthielten Funken von Wahrheit. Ausgestreut von seines Gleichen, um den Menschen eine Erklärung zu liefern, für die vielen Opfer die es forderte, wenn seine Art auf Jagd ging. Ganze Dörfer die entvölkert wurden, getarnt als Epidemien und Seuchen. Die verräterischen Leichen wurden wegen der „Ansteckungsgefahr“ auf Scheiterhaufen verbrannt. Früher war es einfacher gewesen, den Menschen dank ihres Aberglaubens etwas vorzumachen. Heutzutage würde man mit solchen Nachrichten, das Gegenteil bewirken. Die Medien würden sich auf die Nachricht stürzen. Die Opfer und Tatorte würden erforscht werden, mit Hilfe von Geräten und modernster Wissenschaft. Und sie würden sich erst zufrieden geben, wenn alles zur Zufriedenheit aller geklärt war. Aberglaube, hatte die Menschen früher abgeschreckt, heute zog es die Menschen an. Angel verzog angeekelt das Gesicht. Er vermisste die Zeiten auf seine Art und Weise. Doch es machte keinen Sinn einer vergangenen Epoche nachzutrauern. Sie kam nie wieder. Man musste sich vielmehr an die neue Zeit anpassen und das viel den meisten seiner Art schwer. Sie lebten im Ewiggestrigen. Sie waren nicht bereit, das Unvermeidliche zu akzeptieren. Den Wandel der Zeit! Sie waren erstarrt in ihren Ansichten und bemerkten erst die Gefahren, wenn es meist schon zu spät war. Kameras, die alles überwachten, aufzeichneten. Medien, die in sekundenschnelle Nachrichten überall auf der Welt verbreiteten. Moderne Waffen, die im Ernstfall auch ihnen zum Verhängnis werden konnte. All dies bereitete dem Rat Sorge. Angel hingegen, existierte schon zu lange um Angst vor dem Ende zu empfinden. Er war einer der wenigen der die Anfänge erlebt hatte. Er hatte Jahrhunderte kommen und gehen sehen. Dank seiner besonderen Gabe hatte er die Jahrzehnte überdauert. Die Gabe der Voraussicht. Und diese Gabe sagte ihm gerade, dass ihn jemand beobachtete.
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    • Vielen Dank melli! Wozu so ein Geschichtenwettbewerb alles gut ist, mit so einem Thema! :D
      Jetzt bin ich voll drin in dieser mystischen, dunklen Schiene. Aber um erlich zu sein ich hatte schon lange so etwas mystisches zu schreiben. Und Angel hat mich schon einige Mal in meinen Träumen besucht. Ihn kann man nicht so Recht einordnen. Wehrt sich noch gegen alle Schubladen, wenn du verstehst wie ich das meine melli. Auf jeden Fall find ich das super toll das du dabei bleibst und es spannend findest! :love:

      Sabrina :D
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    • Das Gefühl wurde immer intensiver. Endgard hatte nicht den Platz als Treffpunkt genannt, sondern die Uferpromenade. Er konnte sich von überall nähern. Oder war er schon da? Angel überquerte den Platz, blieb an der Kaimauer stehen. Sein Blick wurde vom gegenüberliegenden Ufer angezogen. Vereinzelt saßen dort Krähen in den kahlen Ästen der Bäume am Flussufer. Wie auf ein Zeichen begannen sie jetzt zu krächzen und mit den Flügeln zu schlagen. Sekunden später flog der ganze Schwarm auf. Angels Lippen verzogen sich unmerklich zu einem Lächeln. Also hatte er mit seiner Vermutung richtig gelegen. Endgard hatte ihn bereits erwartet. Die Krähen überquerten den Fluss, verborgen von einer Nebelbank, die plötzlich wieder aufzog. Sie stießen von oben auf ihn hinunter. Im Sturzflug, manche so nah, dass er das grau ihres Gefieders glitzern sehen konnte. Andere majestätisch dahin gleitend. Alle hatten ein Ziel. Der Baum, der Angel am nächsten stand. Mit lautem Krächzen landeten sie. Endgard liebte dramatische Auftritte. Die letzte Krähe ließ sich nieder, im selben Moment begann es. Angel war fasziniert, obwohl er es nicht zum ersten Mal sah. Krähe für Krähe löste sich in grau schwarzen Nebel auf, floss ineinander, wurde zu einer Einheit und troff nach unten. Langsam entstand in dem grauschwarzen Nebel eine Gestalt, eine Silhouette, der Umriss eines Mannes. Ein Mann, den Angel unter dem Namen Arent Endgard kannte. Ob das wirklich sein richtiger Name war, wusste er nicht. Er existierte ebenso lange wie Angel und hatte im Laufe seines Lebens seine Kräfte perfektioniert. Für ihn war das eben Geschehene normal, nichts Außergewöhnliches. Andere seiner Art hätten viel dafür gegeben ähnliche Kräfte zu haben. Er trat aus den grauschwarzen Nebelschleiern. Er trug einen maßgeschneiderten schwarzen Anzug und seinen grau schwarz melierten Mantel darüber. Seine auf Glanz polierten schwarzen Schuhe sanken in den aufgeweichten Boden ein. Im Theater oder bei einem Opernbesuch wäre diese Garderobe wenig aufgefallen, doch hier? Der schwarze Spazierstock mit dem geschnitzten Löwenkopf aus Elfenbein schimmerte im einfallenden Licht. Angel sah die grau schwarzen Nebelschwaden hinter ihm. Sie türmten sich hoch, lösten sich nach und nach auf. Nein, sie wurden von Endgards Körper wieder aufgesogen. Faszinierend! War der eine glasklare Gedanke von Angel. Er war zwar auch zu vielen Dingen fähig, doch seine Kräfte lagen eher im kämpferischen Bereich. Mit ein Grund warum ihn der Rat als Schatten berufen hatte. Mit jedem Jahrzehnt das vergangen war, hatten seine Fähigkeiten zugenommen. Es gab nur sehr wenige seiner Art, die sich mit ihm messen konnten. Endgard gehörte dazu.
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    • Endgards Schritte waren lautlos. Der Nebel über dem Wasser und auf dem Weg, bildete einen natürlichen Sichtschutz vor unliebsamen Zuschauern. „Angel! Du wirst unvorsichtig. Ich hätte dich jederzeit angreifen können.“ „Den Versuch wär´s wert gewesen. Du weißt so gut wie ich, wie der Kampf geendet hätte.“ Jetzt trennte sie nur noch wenige Schritte. „Unterschätze mich nicht. Ich lerne dazu, Angel.“ Etwas an der Haltung und an der Art wie Endgard sprach verriet ihm, dass hier etwas nicht stimmte. Eine ungewohnte Spannung lag in der Luft. Er hatte Arent seit vielen Monaten nicht mehr gesehen, aber das war nichts Ungewöhnliches bei ihrer Freundschaft. Sie hatten beide ihre Aufgaben, unterschiedliche Meinungen und Ansichten. Doch trotz aller Widrigkeiten, auch in der Vergangenheit, waren sie immer Freunde geblieben. Jetzt störte etwas dieses Gefüge. Angel runzelte die Stirn. „Du lernst nicht dazu, was dein Auftreten betrifft. Das war schon vor Jahrhunderten ein Spektakel über das alle redeten.“ Angel konnte nicht verhindern, dass seine Stimme dabei gereizt klang. „Du nimmst deine neue Aufgabe zu ernst. Ich lebe schon zu lange, um mich an Regeln zu halten, die der „Rat“ beschlossen hat. Was soll dieses ganze Versteckspiel bringen? Die Konfrontation ist unausweichlich. Du kennst meine Standpunkt, und den kennt auch der Rat! Allein der Ausgang dieser Konfrontation wird über unser Schicksal entscheiden!“ Angel überwand den letzten Rest ihrer Distanz und packte Arent am Arm. Seine Finger wurden lang, messerscharfe Krallen zerschnitten den Stoff und gruben sich in das Fleisch darunter. Angels Atem ging stoßweise. Die Emotionen machten es nicht leichter, die Verwandlung aufzuhalten. Er kämpfte gegen den tierischen Instinkt, während er Arent die Worte entgegen zischte. „Du weißt, dass Sie nur einen Grund suchen! Seit Jahrzehnten bist du ihnen ein Dorn im Auge. Liefere ihnen mit deinen Worten nicht die Möglichkeit!“ Angel konnte spüren, wie sich die Wut in Endgard aufbauten. Wie sich seine Kräfte damit zusammenballten und nach außen drängten. Im letzten Sekundenbruchteil ließ er ihn los. Die Druckwelle der aktivierten Kräfte schleuderte ihn gegen den Baum. „Was soll das nützen? Bist du so naiv zu glauben, Sie haben dich wegen deiner Fähigkeiten ausgesucht, Angel? Warum haben Sie dich zu einem Schatten berufen? Jetzt bist du Ihr Werkzeug! Einer, der für Sie die Drecksarbeit erledigt. Mehr nicht!“ Sein Lachen war hart, verbittert. „Du bist naiver als ich bisher dachte, mein Freund!“ Er zog die letzten beiden Worte verächtlich in die Länge. Schüttelte dabei den Kopf. „Angel, du wirst die Wahrheit noch erkennen, bevor das Ende kommt! Aber das ist nicht der Grund für unser Treffen.“ Angel richtete sich auf, vermied es aber näher auf Endgard zu zugehen. Mittlerweile war ihm klar geworden, was er zuvor zwischen ihnen gespürt hatte. Feindseligkeit! Die Haltung von Endgard dem Rat gegenüber, war schon immer skeptisch gewesen. Skeptisch, war der falsche Ausdruck. Ein Gegner des Rats, traf es wohl eher. Er prangerte lautstark alle Beschlüsse an, die der Rat fasste. Jetzt da Angel ein Schatten war, diente er damit dem Rat und somit war auch er ein potenzieller Gegner für Endgard geworden. „Weswegen bist du hier?“ Nicht wegen unserer Freundschaft, dass weiß ich jetzt. Ging es Angel durch den Sinn. Er empfand einen Anflug von Wehmut, der aber schnell in Wut umschlug. „Es geht um das hier!“ Aus der Innentasche seines Sakkos zog er einen weißen Umschlag. Angel hatte angespannt den Atem angehalten. „Was ist das?“ „Etwas, was später sehr vieles entscheidet. Bei mir ist es nicht mehr sicher.“ „Aber bei mir schon?“ Fragte Angel ungläubig.
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    • Angel konnte es nicht fassen. Als Freund war er nicht gut genug, aber als Schatten, der etwas für Endgard aufbewahren sollte schon? „Verrat mir nur einen plausiblen Grund warum ich das tun sollte, Arent?“ Der Gesichtsausdruck von Endgard hatte sich auf erschreckende Art und Weise verändert. Obwohl ihre Speziers ab einen bestimmten Zeitpunkt nicht mehr alterte, kam sein gequältes Gesichtsausdruck dem Ganzen sehr nahe. „Wenn ich eine Wahl hätte, würde ich dich nicht darum bitten, Angel. Aber du bist der Einzige, dem ich noch traue. Trotz deines neuen Aufgabenbereichs für den Rat.“ Fügte er leise hinzu. „Ich weiß, dass du zu einem gegebenen Wort stehst und dein Leben dafür aufs Spiel setzen würdest, um es zu halten!“ Angel fühlte wie die Mauer der Feinseligkeit Risse bekam. Auch seine Wut auf Arent schmolz dahin. Sie kannten sich einfach schon zu viele Jahre, als das sie diese Freundschaft wegen irgendwelcher Unstimmigkeiten riskierten. Allein deswegen, war der Rat in der Vergangenheit nie ein Thema zwischen ihnen gewesen. In ihrer Freundschaft hatte der Rat und seine Beschlüsse nie eine große Rolle gespielt. Angel war ein Befürworter des Rats, der viele Beschlüsse rechtens fand. Der Rat regelte das Zusammenleben unter Ihresgleichen, indem er Beschlüsse fasste und Strafen über diejenigen verhängte, die sich nicht daran hielten. Arent hingegen vertrat die Ansicht, dass das Leben durch das Recht des Stärkeren geregelt sein müsste. Für ihn spielte es keine Rolle ob man ihre Existenz entdeckte. Die weitreichenden Folgen, das Chaos, die Panik der Menschen, ließ er außer Acht. Nein, für ihn war es sogar Gott gewollt! Erinnerungen stiegen in Angel auf. Er fühlte sich zurück versetzt an einen anderen Ort. Jahrhunderte in die Vergangenheit…
      „ Angel, wie stellst du dir das Ende der Welt vor? Armageddon? Oder wie der Pfaffe vorhin sagte, das jüngste Gericht?“ Die meisten Tische in dem heruntergekommenen Gastraum waren leer. Kein Wunder hier am Ende der Welt… Dachte Angel verächtlich, während er an aus dem Humpen der vor ihm stand nippte. Er verzog angewidert das Gesicht. Riecht wie Pisse und schmeckt auch so! Er verspürte gute Lust dem Wirt sein eigenes Gesöff einzuflößen. Aber wahrscheinlich würde es dem Fettwanst hinter dem Tresen noch schmecken. Arent saß ihm gegenüber und sein fragender Gesichtsausdruck erinnerte Angel daran, das sein Freund auf eine Antwort wartete. Seit Tagen waren sie hier in der Gegend auf Beutezug, jeder auf seine eigene Art. Es war für Angel nach drei Tagen in seiner Urform ungewohnt, sich wieder als Mensch zu bewegen und auch so zu reagieren. Erfahrungsgemäß gab sich das nach einigen Tagen. Bis dahin fühlte es sich an, als wäre er in einer menschlichen Hülle gefangen. Arents blutunterlaufene Augen und die Art wie er ihn mit glänzenden Pupillen ansah, konnte ein Mensch als Zeichen für übermäßigen Alkoholgenuss und tagelangen Schlafmangel deuten. Kurz einen ausschweifenden Lebenswandel. Angel hingegen wusste es besser. Selbst hier in dieser runtergekommenen Kaff sprach man von den seltsamen Todesfällen im Hurenviertel Londons. Unauffällig zu töten lag nicht in Arents Natur.
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    • Weiterhin gut und spannend geschrieben. :thumbsup:

      Das Bier nach Pisse schmeckt kommt mir doch irgendwie bekannt vor? :D

      Sabrina schrieb:

      „Ich weiß, dass du zu einem gegebenen Wort stehst und dein Leben dafür aufs Spiel setzen würdest, um es zu halten!“

      Hm.....kann man bei solchen Kreaturen von "Leben" sprechen? Die Leben doch gar nicht, sie existieren? Leben hört sich so menschlich an..
      Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind.
      Albert Camus (1913-1960), frz. Erzähler u. Dramatiker
    • Danke meine liebe melli! :love:
      Werd das mit dem Leben in existieren umändern. Hört sich besser an. 8) Tja ich konnte nicht widersteh en bei dem Spruch, der hat so gut gepasst.
      Schön das dir die Story gefällt.
      :aikido: Ab dem nächsten Kapitel wird die Story dann etwas mehr Fahrt aufnehmen. :D
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    • Gerade eben hatten sie beide für Aufsehen in der hiesigen Kirche gesorgt. Angel hatte die Angstausdünstungen im Kirchenschiff gerochen. Schwer und süß wie Moschus lagen sie in der Luft, während er mit Arent an seiner Seite die Reihen nach vorne entlang schritt. Der junge Pfarrer auf seiner Kanzel war sichtlich nervös. Er verlor einige Male die Fassung und musste in seiner Predigt immer wieder neu ansetzen.Dabei erzählte er vom Tag des jüngsten Gerichts, von Armageddon und der Strafe Gottes. Angel hatte sich eher auf die Gerüche in der Kirche konzentriert, als auf die Worte des Pfarrers. „Die Strafe Gottes soll über jene kommen, die nicht rechtens Glaubens sind “ rezitierte Angel mit dunkler, rauer Stimme den Bibelvers, den er noch in Erinnerung hatte. „Sind wir nicht die „Strafe Gottes“, mein Freund? Hast du dir diese Frage schon einmal gestellt? Sein ausführendes Werkzeug? Und wäre es nicht somit unsere Pflicht, so zu leben, wie es unserer Natur entspricht?" Angel erkannte das fanatische Glänzen in Arents Augen. Er kannte die Meinung seines Freundes. Über die Jahrhunderte hinweg war Arent zu einer Symbolfigur des Widerstands geworden. Widerstand, gegen den Rat und seine Regeln. Viele sahen in Arent jemanden, der ihnen das bieten konnte, was sie sich erträumten. Absolute uneingeschränkte Macht! Das Recht jeden zu morden und abzuschlachten ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen. Angel wusste, wohin das führen würde. Seine Art war keine Spezies, die in Frieden miteinander leben konnte. Über kurz oder lang würden sie untereinander in Streit geraten, egal, ob es dabei um das Revier ging oder um Machtansprüche. Sie würden sich gegenseitig bekämpfen, bis zur endgültigen Vernichtung ihrer Art. Angel erinnerte sich an die Anfänge. An die blutigen Kämpfe, in denen ganze Zirkel ausgelöscht wurden. Um dieses Abschlachten untereinander zu verhindern, wurde einst der Rat gegründet. Doch Arent war blind und taub für solche Argumente. So auch jetzt. „Wenn wir die Strafe Gottes sind, Arent, wer straft dann uns? Vielleicht sind wir nur eine Laune der Natur? Ein Ausrutscher, der nicht beabsichtigt war? Hast du das bedacht? Was, wenn unsere Existenz zum Untergang der Welt beiträgt?“ Angel sah wie sich Endgards Züge verhärteten. Die Kälte seines Blicks stand wie eine eisige Mauer zwischen ihnen. Kurz danach hatten sich ihre Wege getrennt. Sie hatten ab diesem Tag eine stille Übereinkunft getroffen und nie wieder über dieses Thema gesprochen. Bis zum heutigen Tag.
      Angel wurde sich wieder seiner Umgebung bewusst. Arent hatte sich in der Zeit nicht von der Stelle gerührt. Arent wartete noch immer auf seine Antwort. Die Kälte und Feinseligkeit zwischen ihnen war verschwunden. Stattdessen stand vor ihm ein alter Freund, der ihn um einen Gefallen bat. Angels Augen richteten sich auf den Briefumschlag in Arents Fingern. Auf den ersten Blick ein ganz normales Kuvert. Blütenweiß, ohne Sichtfenster, nicht besonders dick oder gewölbt, was auf seinen Inhalt schließen ließ. Ein ganz normaler Umschlag. Die Neugier hatte Angel gepackt. Wie konnte so etwas Unscheinbares solch eine Macht besitzen? „Ich tue es!“ stieß er hervor. Man sah die Erleichterung in Arents Gesichtszügen. Er war sich seiner Sache nicht sicher gewesen. „Verwahr ihn gut! Erzähl niemandem, dass ich ihn dir gegeben habe, Angel. Niemandem! Beschütz ihn um jeden Preis. Sollte mir etwas passieren, sehe hinein und entscheide selbst. Aber sei vorsichtig, Angel. Vieles erscheint anders, als es in Wahrheit ist. Las dich nicht täuschen…“ Arents Blick schien ihn vor irgendetwas warnen zu wollen aber er sprach es nicht aus. Wie unter Zwang machte er zwei Schritte auf Angel zu und reichte ihm das Kuvert, dabei zitterten seine Finger. Für einen Sekundenbruchteil berührten sich ihre Fingerspitzen, doch das reichte aus. Angel keuchte, fühlte einen brennenden Schmerz in der Brust, als wenn ihm jemand das Herz bei lebendigem Leib heraus reißen würde. Dann erfasste ihn Schwärze.
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    • Angel zuckte zusammen, als er wieder zu sich kam. Etwas Feuchtes tropfte auf seine Stirn und rann seitlich herunter. Er wischte es mit der Hand weg, dabei blitzen die letzten Erinnerungen auf. Endgard, ihr Treffen… die Krähen... Arents auftauchen…ihr Wortwechsel… Arent war gekommen um ihm etwas anzuvertrauen… der Umschlag, verdammt! Angel riss die Augen auf. Geblendet blinzelte er zu den kahlen Zweigen hinauf. Der Nebel hatte sich verzogen und einem blassen Scheibe am Himmel Platz gemacht. Angel lag unter den ausladenden Ästen eines Baums und richtete sich auf. Sein gehetzter Blick erfasste die Umgebung. Von Arent fehlte jede Spur und das Kuvert? Seine Finger fanden den Umschlag und er atmete erleichtert auf. Was zum Teufel war da gerade passiert? Etwas hatte ihn getroffen. Wie ein Stromschlag hatte es sich angefühlt nur mit dem Unterschied das ein Stromschlag nicht dieselbe Wirkung bei ihm zeigte wie bei einem Menschen. Er betrachtete den Umschlag, ehe er ihn einsteckte. Dafür war noch später Zeit. Trotz des nasskalten Wetters konnte Angel fühlen, dass mehr Leute an der Uferpromenade entlang spazierten. Es war Zeit, sich zurück zu ziehen. Er legte den Kopf in den Nacken und betrachtete die helle Scheibe am Himmel. Im Laufe des Tages würde die Sonne immer mehr an Kraft gewinnen. In seiner Manteltasche fand er die Sonnenbrille und setzte sie auf. Wenn er damit nicht ein Klischee bediente, dachte Angel mit einem kaum merklichen Lächeln um die Mundwinkel. Wenigstens in diesem Punkt, was ihre Lichtempfindlichkeit anging, hatte der Aberglaube Recht. Aber das Sonnenlicht konnte sie nicht töten es schwächte sie lediglich und stach unangenehm in den Augen. Einige Leute die ihm begegneten, sahen sich nach ihm um. Der ganz in schwarz gekleidete Mann, mit Sonnenbrille und Ledermantel erregte Aufsehen. Angel war es in diesem Moment egal…
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    • Zweites Kapitel

      Der Tatort war weiträumig abgesperrt. Hinter dem Absperrband hatte sich eine kleine Menschenmenge von Schaulustigen und Mietern des Wohnhauses gebildet. Ratlose geschockte Gesichter. Im Nachhinein hatte niemand mit dieser grauenhaften Tat gerechnet. Dabei hatten viele Dinge darauf im Vorfeld hingedeutet. Die mehrfachen Anzeigen bei der Polizei wegen nächtlicher Ruhestörung die aber dann im Endeffekt nicht zur Anklage kamen, weil die Anzeigen aus unerfindlichen Gründen wieder zurückgezogen wurden. Wenn man genauer nachgeforscht hätte, wäre man vielleicht auf Ungereimtheiten gestoßen. Dinge, die sich nicht so einfach erklären ließen. Nicht mit einem unzufriedenen Mieter und dessen überstürzten Auszug aus besagtem Wohnhaus. Bei weiteren Nachforschungen hätte man sicher festgestellt, dass die hinterlassene Nachsendeadresse bei der Nachbarin nicht stimmte und sich damit die Spur des ausgezogenen Mieters im Nichts verlor… Angel war sehr gründlich, was das Verwischen von Spuren anging.
      Angel kannte den Polizeiapparat und das System gut genug um zu wissen, dass sie solchen Spuren nicht folgten. Dafür fehlte das Personal und die Kriminalitätsrate war einfach zu hoch. Allerdings schaffte er es nicht immer alle zu täuschen. In den Fällen war es wichtig „Überzeugungsarbeit“ bei den Mitwissern zu leisten. Er konnte sehr überzeugend sein.
      Mit geschlossenen Lidern sog Angel tief die kalte Nachtluft ein. Karas hatte erst vor wenigen Minuten seinen Aussichtsplatz verlassen, wo Angel jetzt hockte. Er fühlte noch seine verblassende Präsenz. Es würde leicht sein von hier aus seiner Fährte über die Dächer zu folgen. Im frisch gefallenen Schnee zeichneten sich deutlich die Spuren ab. Nicht gerade unauffällig die Gestalt einer Großkatze zu wählen, dachte Angel. Er schüttelte über so viel Unverstand den Kopf. Einmal zu viel hatte Karas den Kodex gebrochen. Deswegen war Angel jetzt hier. Bevor die Nacht zu Ende war würde er Karas stellen. Doch zuerst musste er sich um die Spuren kümmern die er hinterlassen hatte.
      Der Dachfirst des Nachbarhauses, auf dem er jetzt hockte, bot einen guten Blick auf das Geschehen am Tatort. Gerade passierte der Leichenwagen die Absperrung. Ihm würde Angel folgen. Niemand sah den huschenden schwarzen Schatten der Anlauf nahm und lautlos zum nächstgelegenen Dach sprang. So folgte Angel dem Straßenverlauf den der Leichenwagen nahm.
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    • Dank der geringen Abstände zwischen den Häusern, kam Angel schnell vorwärts. Seine Schritte waren ebenso lautlos, wie die Absprünge und Landungen von ihm. Ganze Häuserzeilen waren dicht an dicht beidseits des Strassenverlaufs gebaut, was ihm die Verfolgung des Leichenwagens erleichterte. Dank seiner Schnelligkeit holte er schnell auf. Folgte dem Leichenwagen eine Weile, bis er ganz sicher war, welche Route er nehmen würde. Aus Erfahrung wusste Angel wo die Leichenhalle lag. Jetzt nahm er den schnelleren Weg über die Dächer, um noch vor dem Leichenwagen dort zu sein.
      Es war altmodischer Flachbau aus den 70ern. Der graue Außenputz stammte anscheinend aus derselben Zeit. Angel sah nicht nur den Außenputz, der an einige Stellen abbröckelte, sondern auch den nackten Beton darunter, ebenso die Stahlträger, die zur Verstärkung der Wände diente. Dank seiner außergewöhnlichen Sinne war es ihm möglich, die ganze Konstuktion zu erfassen um Schwachstellen zu finden.
      Er ließ den Blick über die Umgebung gleiten. Das Gebäude an sich war nicht sehr groß. Angel schätzte den Bau auf zwei Mal Dreißig Meter. Der Haupteingang lag zur Straßenseite hin. Fünf Treppenstufen führten zu einem schlichten Eingang mit einer Doppeltür aus Glas. Um diese Uhrzeit was sie versperrt, was an sich kein Hindernis für ihn darstellte, allerdings war sie, wie er wusste, Videoüberwacht.
      Der andere Zugang war mit einer Schranke und einem Pförtnerhäuschen gesichert, dass um diese Zeit ebenfalls unbesetzt war. In ihm befand sich eine Schaltung für das elektrisch gesteuerte Schwingtor was der Leichenwagen passieren musste. Hier gab es nur eine Kamera, die man aber umgehen konnte. Angel wusste wie. Er hatte schon einige Male diesen Weg in die Leichenhalle genommen und das immer unbemerkt.
      Ohne einen Laut zu verursachen landete Angel auf dem Flachdach des Nebenhauses. Lautlos rutschte er bis zur Dachrinne nach vorne, hangelte sich daran zur Seite, außerhalb des Bereichs der Kamera. Die letzte Distanz zum Boden überwand er mit einem Sprung. Mit katzenhafter Geschmeidigkeit federte Angel den Sprung ab. Wieder kämpfte er gegen den Trieb an sich in seine Urform zu verwandeln. Wenn er dem Trieb jetzt nachgab würde er nur noch seinen tierischen Instinkten folgen. Zusammenhängendes denken war in seiner Urgestalt nur sehr beschränkt möglich. Gerade weil er so oft diesen Trieb unterdrückte, forderte er dann seinen ganzen Tribut. Deshalb ließ Angel es nur äußerst selten zu. Und wenn dann nur, wenn er absolut sicher war, dass keine Menschen in der Nähe waren.
      Er näherte sich im Totenwinkel der Kamera dem Pförtnerhäuschen. Er sah durch die Plexiglasscheibe das Bedienungspult. Seine Hände umfassten den Knauf der Tür. Angel hatte die Augen geschlossen und konzentrierte sich auf den Mechanismus. Seine Sinne folgten den Händen flossen wie dichte Nebelschwaden zu dem Mechanismus. Verfestigten sich im Schloss zu einem Schlüssel, der dank von Angels geistiger Kraft gedreht wurde. Ein leises Klicken klang überlaut in seinen Ohren. Der Nebel löste sich im gleichen Moment auf, als er die Augen wieder öffnete. Die Tür zum Pförtnerhäuschen stand einen Spalt breit offen. Wenige Minuten später betätigte Angel den Schließmechanismus des Tores innerhalb der Leichenhalle. Jetzt brauchte er nur noch auf das Eintreffen des Leichenwagens zu warten…
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