Helios III (Arbeitstitel)

  • Ich tue mich immer etwas schwer, mit den Hauptfiguren, die gleich in eine sofort erkennbare Nische zu packen. Samuel ist an sich kein übler Kerl. Er ist nur etwas überfordert mit dieser Situation. Aber das wird sich schon bald ändern. Dann ist er lieber. ^^


    Ich werde jetzt die letzten beiden Parts des ersten Kapitels posten, als zwei Spoiler. So wird der Post nicht zu lang und ihr habt mehr Komfort beim Lesen.








    LG:
    Zarkaras Jade
    ______________________________________________________________________________________________________________________
    Immortalis Secreta-Unsterbliche Geheimnisse

    Ich bin mir nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.


    -Albert Einstein-
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    3 Mal editiert, zuletzt von Zarkaras Jade ()

  • Da ist jemand von seiner Zimmergenossenwahl ja hellauf begeistert. Aber vielleicht lernt er sie ja noch mögen, wobei ich sagen muß, dass ich sie ebenfalls ziemlich nervig und aufdringlich finde.
    Erstaunlich finde ich nur, dass es auf dem Schiff scheinbar okay ist, wenn die männliche Besatzung mit den weiblichen ein Quartier teilt. Da hätten sie auch die Duschen nicht trennen müssen. ^^


    LG, Kyelia



    Wenn es ein Buch gibt, das du wirklich lesen willst, aber das noch nicht geschrieben wurde, dann musst du es selbst schreiben.
    - Toni Morrison -

  • Stimmt, @Kyelia, das mit den Duschen dachte ich mir hinterher auch xD Zumal die Kabinen ja nicht viel Privatsphäre zulassen. Ich habe da so den Eindruck einer Ein-Zimmer-Wohnung.


    Die beiden Teile haben mir wesentlich besser gefallen, als der davor. Besonders der Mix aus Infos zur Station und trotzdem Fokus auf Sam und Hal. Die Entwicklung mit den beiden amüsiert mich :D

    "Sehe ich aus wie einer, der Geld für einen Blumentopf ausgibt, in den schon die Pharaonen gepisst haben?"

  • HI :D



    Achja und eine Frage: Wann hat sie Hal die Haare geschnitten?
    Und warum gibt's keine Geschlechter getrennten Zimmer?
    Obwohl ... kann man da auch zusammen wohnen und wie macht man das wenn man in einer festen Partnerschaft lebt?
    Oder gibt es sowas nicht?
    Okay so viel zum Thema EINE Frage *lach*


    Naja wie dem auch sei :D
    ich freue mich auf mehr :D

    Writers aren't exactly people ... they're a whole bunch of people trying to be one person.
    - F. Scott Fitzgerald

  • Danke, @Kyelia, @Wysenfelder und @Miri, für eure Kommentare, Korrekturen und euer Feedback. :)


    Schön, dass es euch bis jetzt so gut gefällt. Kurz etwas zu Miris Korrekturen. Ja, es muss Station 13/4E sein. Habe mich da im Schreibwahn selbst veralbert und die Zahl vertauscht. Bei so vielen Abteilungen und Stationen komme sogar ich manchmal durcheinander. ^^
    Und am Ende, dass er "Guten Abend", aber sie "Guten Morgen" sagt, war beabsichtigt. Um ihre quirlige Art und Verwirrtheit etwas näher zu bringen. Ihr Biorhythmus ist noch auf die Helios II eingestellt und dort war es zu dieser Zeit noch Morgen. Also sagt sie aus Unbedachtheit "Guten Morgen". Kam vielleicht nicht so rüber.



    Eure Fragen sind wirklich gut und berechtigt.


    Gut, das mit den Haaren ist mir dann selbst aufgefallen. Werde es vermutlich noch irgendwo dazwischenquetschen.


    Geschlechter getrennte Duschen: Ich selbst war am Überlegen, ob es auch zusammen gehen würde. Aber das hätte dann in meinen Augen zu starken Konflikten geführt. Frauen können sehr zickig sein. *Sich selbst eine Ohrfeige gebend*


    Geschlechter getrennte Zimmer, Ja, Nein?: Eindeutig...Auch! Um dieses Thema besser zu erläutern, muss man sich die Frage stellen: "Was ist mit Fortpflanzung und Arterhalt?"
    Die Quartieraufteilung bestimmen nicht die Abteilungsleiter und auch nicht die Offiziere. Die ganz "wichtigen" Leute entscheiden das, wer mit wem zusammenkommt. Das ist eine Art Partnerbörse. Der Genpool ist auf die 1,6 Milliarden Personen beschränkt. Um Inzest zu vermeiden, bestimmen die Wissenschaftler, anhand von vielen Faktoren, wer mit wem kompatibel ist. Also Erbgut; Persönlichkeit; Politischer Rang; etc.
    Leider weiß das das Volk nicht! An sich stirbt niemand dort einsam, weil jeder einen Partner zugewiesen kriegt.
    Damit ist vermutlich auch deine Frage, bezüglich fester Partnerschaft, beantwortet...Miri.



    Wie dem auch sei. Hier ist der erste Part des zweiten Kapitels. ;)



    LG:
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  • Sehr gut erklärt, das mit der Partnerwahl. Klingt echt interessant. Da hat sich jemand Gedanken gemacht xD


    Der Text hat mir wieder gut gefallen, auch wenn die Handlung noch nicht so in Fahrt kommt. Nur zwei Dinge:
    Die Dialoge wirken arg gestellt. Mal schreibst du sehr umgangssprachlich und mal wieder übermäßig höflich. Das ist in sich noch nicht stimmig, rein stilistisch gesehen. Das bemerke ich übrigens schon von Anfang an xD Wollt's halt mal loswerden. Sind aber nur Kleinigkeiten.


    Außerdem wirkte die Szene mit dem Hal-Fanboy etwas fehl am Platze. Aber vielleicht kommt der Typ ja später noch zum Tragen und im Gesamten passt alles wieder. Das ist halt immer das Problem, wenn man nur abschnittsweise das Zeug lesen kann :) Mach gern weiter, ich bin dabei.

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  • Das mit der Partnerwahl hat was. Nur, wenn die großen Köpfe vorhaben die menschliche Rasse zu behalten sollten sie vielleicht nicht alle Menschen mit halb Chimas verkuppeln. XD
    Nun zum eigentlichen Teil. Wie auch die letzten fand ich den wieder super.
    Wobei ich mich langsam wirklich frage, worum es in der Geschichte gehen wird. Immer nur von deren Arbeit zu lesen könnte auf Dauer etwas mühselig werden. :rolleyes:
    Ich will dich aber nicht drängen. Lass dir Zeit. ^^


    LG, Kyelia



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  • Danke für euer Feedback und eure Anmerkungen. :)

    Die Dialoge wirken arg gestellt.

    Da stimme ich dir zu. Der Anfang wirkt wirklich sehr häuprig. Ich habe bis jetzt auch noch kaum tiefgründige Gefühle eingebaut, merke ich gerade. Aber ich werde mich bemühen, die Dialoge glaubwürdiger und runder zu gestallten. Und auch die Gefühle werden viel detaillierter werden.

    Außerdem wirkte die Szene mit dem Hal-Fanboy etwas fehl am Platze.

    Das mit dem Hal-Fanboy wird noch etwas genauer erklärt. Er wirkte dort fehl am Platze. Aber im Laufe dieses Kapitels wird sich noch so einiges klären. Und auch was Hal Mellins betrifft. ;) Kyelia schrieb:

    Immer nur von deren Arbeit zu lesen könnte auf Dauer etwas mühselig werden.

    Keine Angst! Ich habe nicht vor, ständig nur über deren Arbeit zu berichten. Nur war ich erstmal gezwungen, euch langsam an dies heranzuführen, bevor ich zu den großen Ereignissen komme. Natürlich werden noch viele Szenen mit Arbeit und Wissenschaft folgen, aber auch sehr viele andere.

    Um Inzest zu vermeiden, bestimmen die Wissenschaftler, anhand von vielen Faktoren, wer mit wem kompatibel ist. Also Erbgut; Persönlichkeit; Politischer Rang; etc.


    Leider weiß das das Volk nicht!

    Diese Kontroverse ist ein kleiner Tipp zur Lösung des Rätsels: "Worum wird es in der Geschichte gehen?"
    Aber auch so hoffe ich, dass es euch durchgängig gefallen und zum Nachdenken anregen wird.


    Hier der nächste Part des zweiten Kapitels




    Bitte verzeiht mir, wenn irgendeine "digitale" Anrede oder Nachricht mal nicht kursiv ist. Manchmal übersieht man das.


    LG:
    Zarkaras Jade

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  • Hey Jade ^^

    Da kam das hübsche Mädel wieder. Gewohnt frech grinste sie mich an und überreichte uns das Tütenfutter. Sie harkte uns ab und stellte sich provokativ an die Wand.

    weiß: hakte, harkte kommt von harken, den Garten zum Beispiel ^^
    Gelb: hier könntest du am Übergang feilen. Ich dachte erst: WTF? Welches Mädel? XD


    Danke erst mal für die Infos oben :)
    ich dachte mir schon, dass es damit zu tun hat ^^
    Eine sehr interessante Idee, wie die Beziehungen und den ganzen Kram und so beschreibst ^^
    Was mich etwas irritiert sind die ständig schwankenden Gefühle von Samuel für Hal.
    Mal geht sie ihm tierisch auf die Eier, mal findet er sie super und dann dreht er sich doch wieder nach einer anderen um 8|
    Bin mal gespannt, wer oder was sich hinter diesem Slevin verbirgt ^^ scheint ja ein kleiner Stalker zu sein xD

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  • Ich hab den Teil schon gestern gelesen, aber da war ich zu müde, um etwas zu kommentieren xD
    Jetzt hat Miri mir das mit dem plötzlich auftauchenden Mädel vorweg genommen. Das war wirklich etwas abrupt und wenn ich es heute so lese, klingt es wie in einer Schularbeit :D


    Ein toller Auftritt von Sam, als er sich und Hal verteidigt. Aber irgendwie muss sie ja eine seltsame Vergangenheit haben, wenn sie keiner leiden kann. Ich an seiner Stelle hätte sie dazu längst etwas gefragt.


    Übrigens wird toll Spannung aufgebaut mit den Nachrichten, die keinen Ursprung haben. Sehr nice.

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  • Ich liebe gute SciFi-Geschichten und das ist auf jeden Fall eine. Hat richtig Spaß gemacht hier zu lesen. Ich werde auch auf jeden Fall dabei bleiben. ^^


    Was die Geschlechtertrennung anbelangt ist es genau richtig geschrieben. Das hat einfach nur gesellschaftliche Gründe. ;)


    Nur eine Frage habe ich: Wenn es doch SciFi ist, warum ist es dann Non-Fantasy? Gehört das nicht eher in den "sonstige Fantasy" Bereich?

  • Danke für euer Feedback, @Wysenfelder, @Miri. Und herzlich willkommen, @Schreibfeder. :)
    Ja, verwechsel ich jedesmal. Harkte, hakte, hackte :D
    Richtig, muss eigentlich in "sonstige Fantasy" rein. Muss ich nochmal Alopex oder Jennagon drauf ansprechen. Und ganz höflich fragen. :)


    Anbei der nächste Part.


    [ KAPITEL 2-WER IST SLEVIN?-TEIL 3 ]



    “Ist hier noch frei?”, unterbrach mich jemand in meinem Gedankengang. Es war Michel, der mit vollem Tablett erwartungsvoll zu mir blickte. Hal, leicht irritiert, stocherte neben dem Salat ins Leere und führte die leere Gabel zu ihrem Mund. Das gekonnte Farbspiel zwischen dem satten Gurkengrün und ihren violetten Lippen, ließ mich für einen Sekundenbruchteil in eine andere Welt versinken, bevor ich wieder von Mitchel in die Realität zurückgeholt wurde. “Samuel, ist der Platz besetzt? Darf ich mich setzen?”


    Ich nickte. “Ja, komm ran. Freunde dürfen sich immer zu mir gesellen.”


    Sofort nahm er neben mir platz und begann, sich das Brot zu belegen. Schwarzer Gromissalat, Tomatenscheiben, Kürbis-Pesto und etwas Synthesefleisch. Dazu gab es Algensalat mit Tofu. Wir alle drei tranken Mineralwasser dazu.


    “Entschuldigung nochmals, wegen neulich”, entgegnete er Hal reuebewusst. “Ich hätte dich nicht wegen den Haaren so angreifen sollen. Manchmal rede ich einfach, ohne drüber nachzudenken.”


    Sie verzieh ihm. Auch sie sei nicht ganz unschuldig daran gewesen. Schließlich war es Vorschrift.


    Jetzt klinkte ich mich auch mal mit ein. Es hatte keinen Zweck, es weiter hinauszuzögern. “Hal, kennst du einen gewissen Slevin?”


    Sie zögerte, ihre Gabel ruhte in der Luft. Ein leises Stöhnen drang hinter ihren Lippen hervor, welches sie sofort wieder verschluckte. “Nein! Ich kenne keinen Slevin.”


    Mitchel erwiderte: “Dein Zögern sagte aber was anderes.”


    “Das Essen ist so scharf!”, grummelte sie uns boshaft entgegen. “Man darf doch wohl noch mal Luft schnappen, oder nicht?”


    “Mellins, wenn du Probleme hast, dann rede mit mir!”, erwiderte ich und schaute ihr tief in die Augen. Ungewissheit drückten sie aus. Leichte Angst zeigte die makellose Iris. Hal litt innerlich, ich spürte es. Sehr wohl kannte sie einen Slevin.


    “Ich bin nicht gezwungen, mich vor euch zu rechtfertigen! Kümmere du dich lieber um deine Serena Tallow!” Ruckartig sprang sie auf, nahm ihr Tablett und stampfte davon. Nichtmal aufgegessen hatte sie.


    “Ist die immer so schwierig?”, fragte Mitchel und biss genüsslich in sein gut belegtes Brot. Ich blickte ihr hinterher, zum Tresen, die Wand entlang und anschließend zur Tür. Dort verschwand sie aus meinen Augen und ebenso etwas aus meinem Gemüt.


    “Also wenn die bei der Arbeit auch so ist, dann aber mein herzlichstes Beileid”, floss gleichgültig aus seinem übervollen Mund.


    “Jetzt fang du auch noch damit an!”, entgegnete ich mürrisch und erhob mich ebenfalls, ihr bestenfalls folgen könnend.


    Verwundert blickte er mir hinterher. “Serena Tallow?”


    Mit strammen Schritt brachte ich das Tablett weg und stürmte gehend zur Tür hinaus. Und nun begann ich wieder zu zweifeln. Wollte ich sie eigentlich einholen? Oder sollte ich dies überhaupt? Hätte ich, an Hals Stelle, es so gewollt und toleriert? Und wo wäre sie nun eigentlich?
    Bestimmt auf dem Weg zu den Duschen. Es gab nur einen Weg, den sie nehmen konnte. Und der führte zu allen Stationen. Systematisches Absuchen, oder sofortige Vermutung? Ich hatte nur wenige Optionen. Davon abgesehen konnte ich es jetzt sowieso nur geringfügig beeinflussen.
    Warum musste es ausgerechnet Hal sein? Wir waren offizielle Partner. Wenn wir uns nicht vertrauen können und uns voneinander distanzierten, wirkt sich das schlecht auf die Arbeitsmoral aus. Zwangsläufig leidet die Sicherheit darunter.
    Angespannt und erwartungsvoll betrat ich unser Quartier. Doch sie war nicht hier. Was nun? War es von Nöten, hier zu verharren? In der Hoffnung, dass sie bald kommen würde. Oder hatte ich das eigentlich vor, sie hier zu erwarten?
    Ich wollte mit ihr sprechen. Aber nicht so plump, wie eben in der Kantine. Dort war eindeutig zu viel Trubel, Spott und Ignoranz. Ich musste zur Ruhe kommen und uns beiden nun erstmal wieder etwas Freiraum lassen.
    Samuel! Beruhige dich wieder. Du warst doch noch nie so aufgewühlt wegen einer Frau. War Hal es wirklich wert?
    Nein, war sie nicht. Tief durchatmen und mal an nichts denken. Jetzt erstmal duschen und dann sehe ich weiter.
    Ich schnappte mir mein Handtuch und stapfte los. Wie gewohnt glotzten die notgeilen Mannen den Frauen stieläugig hinterher und sabberten sich imaginär voll. Mein Blick schweifte nur kurz zu der Frauendusche rüber. Etwas Anregung holen, aber nicht mehr. Man flirtet im Vorbeigehen.
    Leicht erschöpf von der Triebsucht meinesgleichen erreichte ich den Umkleideraum. Gut gefüllt war er und ich konnte nur schwer einen Platz ausfindig machen. Großes Gedränge und Gewusel. Das laute Rauschen des Wassers war bis zum Eingang zu hören. Doch nur schwer konnte es den Stimmen der Männermeute trotzen.
    Dort war etwas frei, ausgerechnet zwischen zwei Chima. Ein gewöhnlicher und ein Schwarzhäutiger. Die Schwarzhäutigen gehören auch der Rasse Chima an. Aber ähnlich, wie bei uns Menschen, gibt es auch dort vererbliche Unterschiede.
    Ich zögerte noch. Denn diese beiden Exemplare sahen nicht gerade gut gelaunt aus. Auch wenn Chima generell sehr streitlustig waren. Ich hatte keine Angst, sondern nur Respekt.
    Leider wartete ich ziemlich lange dort, mitten im Gang, und versperrte den anderen etwas den Weg. Aber nirgendwo anders wurde was frei. Dass die auch immer alle so lange duschen mussten.
    Die beiden Fischköpfe schauten mich erwartungsvoll an und der eine deutete leicht auf den leeren Platz neben sich. Noch immer zögerte ich, überwand mich dann aber doch. Vorsichtig drängelte ich mich zwischen sie beide und legte behutsam mein Handtuch nieder. Sie musterten mich und schoben ihre Klamotten etwas zur Seite.


    “Danke vielmals”, flüsterte ich ihnen respektvoll entgegen. Nur langsam zog ich meine Kleidungsstücke einzeln aus und legte sie ordentlich gefaltet auf die Bank. Und dann geschah es. Unsere Hände berührten sich. Meine und die des Schwarzen. Sich räuspernd blickte er in meine Richtung und bäumte sich dann vor mir auf. Ich ließ meinen Blick gesenkt und versuchte nicht weiter aufzufallen.
    Er packte mich am Kopf und drehte ihn ruckartig zu sich um. Ich wehrte mich nicht. Es hätte nichts gebracht. Und nun hatte ich wirklich Angst. Ein zweites Mal, dass ich mit einem Chima auf der Helios III in Konflikt geriet.


    “Mach das noch einmal und deine Hand ist gebrochen!”, murrte er mich an und blickte anschließen zu seinesgleichen rüber. Ein imaginäres Wortgefecht begann. Und ich mittendrin, statt nur dabei. Er rüttelte an meinem Kopf und Arm und der andere am der anderen seitlichen Extremität. Ein Für und Wider begann, ohne Worte, ohne Geräusche. Allein durch Zerren und Drücken wollten sie, durch mich die Oberhand gewinnen.
    Mir war das so peinlich. Und das tat so weh! Ich bangte um meine Arme und betete für meinen Kopf. Wer war nun gegen wen, und warum eigentlich? Ich konnte mich kaum noch auf den Beinen halten, so sehr rüttelten sie mich durch. Und was taten die anderen Leute? Nichts taten sie. Es war halt Gang und Gäbe. Wenn Chima wütend waren, dann waren sie eben mal wütend. Da war es egal, auf wen oder was sie wütend waren. Sie folgten ihrem Urinstinkt.


    “Bitte sehr, du hast gewonnen!”, fauchte der schwarze und überließ mich dem gemütlicheren. Schnell zog er seine Unterhose aus und verschwand in Richtung Duschraum. Ich wusste jetzt nicht so recht, ob ich mich nun bei meinem vermeintlichen Retter bedanken sollte, oder vielleicht doch fürchten. Wer, als Durchschnittsarbeiter, wusste denn schon, was sich so den ganzen Tag in deren Köpfen abspielte? Laut den Berichten bedeutete ein Sieg bei den Chima immer eine Beanspruchung der Beute. War ich nun seine Beute? Oder zählte das nicht bei Menschen?
    Er zeigte auf meine bereits abgelegte Kleidung und sprach: “Soll das jetzt alles sein, was du ausziehen willst?”


    Ich schaute verdutzt und schüttelte leicht den Kopf. Mein Blick schwenkte augenblicklich zu den Duschen. Eine Rauferei zwischen zwei Chima, der schwarze war einer von ihnen. Sie schlugen und traten sich! Schwere Fausthiebe und Ellenbogenparaden erfolgten. Die anderen machten Platz und ließen den beiden Freiraum für ihren Instinkt. Ich hatte schon ein wenig Angst. Zwar war ich weit genug weg von ihnen und nah genug am Eingang, aber Flucht besänftigte noch nie einen Chima.
    Lautes Geschrei und Gestöhne hallten durch die Räume, betäubend die anderen anwesenden zum Verharren zwingend. Sie bissen und kratzten sich. Sie betatschten sich gegenseitig mit ihren schwimmhautdurchzogenen Händen und zielten auf die Hüftknochen, mit ihren dort befindlichen Kiemen. Dies bereitete besonders heftige Schmerzen und war eine der empfindlichsten Stellen an ihren sonst so mächtigen und stämmigen Körpern.
    Eine Hand umschlang mich sanft, gefolgt von einem Flüstern, direkt in mein Ohr. “Bleib bei mir und dir wird nichts geschehen. Er ist schon den ganzen Tag lang gereizt.”


    “Warum?”, fragte ich zögerlich und schmiegte mich unbewusst an ihn.


    “Sein Vorgesetzter hat ihn zurechtgewiesen, nachdem er seinem Kollegen fast den Arm gebrochen hatte. Sein Vorgesetzter ist auch ein Mensch, verstehst du?”


    Bleich wurde ich im Gesicht. Beinahe hätte er mir den Arm gebrochen, wäre nicht der andere Chima gewesen. Sehr ernst war die Situation für mich unbewusst gewesen. Das hätte wirklich schmerzhafter enden können.
    Ironischerweise bezwang der, anfänglich schwächer wirkende, blaue Chima den gereizten schwarzen. Wenn auch nur mit großer Mühe und Hinterlist. Aber was sollte man schon erwarten, von solchen Wesen?
    Stolz vom Sieg schlenderte der blaue Chima zu seinen Sachen, schnappte sie sich und lief dann völlig nackt hinaus. Die Leute staunten nicht schlecht, als sie dies sahen. Also nicht den Nudisten, sondern den Verlierer. Dieser raufte sich nochmal kurz seine Haarstoppeln und verließ dann ebenfalls den Duschraum. Mein temporärer neuer Freund nahm mich an die Seite und streckte seine Hand weit nach vorn. Ohne weitere Worte schnappte sich der Besiegte seine Klamotten und verließ ebenfalls nackt die Umkleide.
    Kaum waren sie beide verschwunden, kehrte die Normalität wieder ein und alle widmeten sich wieder ihren Dingen. Ich zog mich weiter aus und legte meine Sachen etwas weiter zur Seite.

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  • “Mach das noch einmal und du deine Hand ist gebrochen!”,

    Was sind das denn für Zustände auf der Helios III? ich bekomme so langsam das Gefühl, dass das nicht nur an den Chima und ihrer Persönlichkeit liegt, sondern an der Tatsache, dass die dort alle ständig auf einander hocken. Mir kommt der Platz nämlich dennoch sehr knapp bemessen vor. So viele Lebewesen auf begrenztem Platz. Das kann nur zu Konflikten führen. :hmm:


    LG, Kyelia



    Wenn es ein Buch gibt, das du wirklich lesen willst, aber das noch nicht geschrieben wurde, dann musst du es selbst schreiben.
    - Toni Morrison -

  • Ja stimmt, sehr raues Klima. Irgendwie natürlich, aber irgendwie auch... undurchdacht? Wer verpackt Milliarden Menschen in eine Raumstation, ohne für die Einhaltung der Regeln zu sorgen?
    Klar, bei uns ist auch nicht gleich bei jeder Schlägerei ein Cop zur Stelle, aber das Ganze wirkt für mich bisher wie eine Knastserie. Ja, das trifft meine Gedanken ganz gut. Gemeinsames essen, rumpöbeln an der Essensausgabe, Männerdusche mit Stressmachern.
    Hat was von einem Zwangslager.
    Aber echt mal was anderes zu lesen :thumbup:

    "Sehe ich aus wie einer, der Geld für einen Blumentopf ausgibt, in den schon die Pharaonen gepisst haben?"

  • Ja, aber es macht Sinn. Man muss eine große Gruppe von Menschen (und Aliens) in einen großen Raumschiff zufriedenstellen. Auf engsten Raum zusammengedrängte Menschen sind logischerweise recht aggressiv (und bei anderen Spezies tritt das noch stärker zu neige). Also gibt man ihnen den Freiraum den sie brauchen, als eine Art Ventil für den Stress.
    Solange die Arbeit darunter nicht leidet, versteht sich.


    Bis jetzt habe ich keine Fehler in der Geschichte gefunden, auch keine von der technisch-wissenschaftlichen Sichtweise. ^^

  • Wie ich sehe, haben die Chima ja schon ihre ersten "Fans" ;)
    Seid froh, dass sie sich bis jetzt nur in der Gemeinschaftsdusche auf die Fresse hauen. :D
    Aber keine Angst, es ist dort nicht überall wie im Knast.


    Ich poste jetzt den vierten Part und vielleicht morgen dann schon den fünften.



    [ KAPITEL 2-WER IST SLEVIN?-TEIL 4 ]



    “Warum muss eure Spezies immer so laut sein?”, fragte er mich und schnaufte leicht genervt. Er meinte die drei jungen Kerle, unweit neben uns. Die haben schon die ganze Zeit über, wo ich hier war, gelacht und gejault. Frechfröhlich und ungehemmt. Selbst von der Klopperei ließen die sich nicht beeindrucken. Ich selbst beachtete die gar nicht so recht. Die waren mir zu blöd. Kein Grund, sich mit solchem Gesocks zu beschäftigen.


    “Nicht mal hier hat man seine Ruhe!”, sprach er weiter und schaute mich erwartungsvoll an. “Oder was meinst du dazu?”


    Leise antwortete ich nur: “Wir sind humorvoll, meistens zumindest.”


    “Soll das heißen, wir Chima sind das etwa nicht?” Etwas grimmig blickte er mich an. Abermals senkte ich meinen Kopf, um seinen Zorn nicht sehen zu müssen.


    “Doch, ihr seid auch humorvoll. Ich meine nur, dass wir uns über viele kleine Dinge freuen können. Dinge, die für andere eher unbedeutend sind.”


    “Da könnest du recht haben”, entgegnete mir der Chima grübelnd. “Seit einer Stunde geht das übrigens schon so.”


    “Echt jetzt? Und um was geht es da? Was ist da so witzig?”


    Tief schnaufend und holte er seinen Kommunikator hervor und öffnete ein Video, welches ihm als Nachricht zugesendet wurde. “Hier, schau es dir an. Sehr geschmacklos. Also genau das richtige für deine Spezies.”


    Was sah ich da, auf dem Video? Es sah aus, wie die Umkleide in der Frauendusche. Zwei junge Mädels hockten auf der Bank und unterhielten sich über irgendwas.
    Sie ist weg. Jetzt, schnell!
    Sie sprangen auf und liefen durch den Raum, zu einem Wäschestapel hin. Die eine schnappte sich den grünen Pullover, während die andere eine Flasche aufschraubte. Dann schütteten sie den Inhalt, Maschinenöl, in den Pullover. Ordentlich gefaltet, legten sie ihn wieder hin.


    Ein äußerst fieser Streich. Sehr gemein und keinesfalls witzig. Das fand sogar ich, als Mensch, geschmacklos.


    Sie kommt.
    Und dann ging ein Mädel zu dem Wäschestapel und zog sich an. Das Mädel kam mir irgendwie bekannt vor. Und dann zog es den Pullover über den Kopf, und das ganze Öl lief ihr triefend über Gesicht und Oberkörper. Die Weiber kicherten und jubelten. Das Mädchen kreischte und schrie, als würde es sterben.
    Ich hielt das Video an und schaute etwas genauer hin. Blondes Haar; blaue Haut; violette Lippen. Das war Hal Mellins!


    Sofort legte ich den Kommunikator beiseite. “Lösche das. Sofort!”


    Etwas verwundert schaute er mich an und fühlte sich sofort beleidigt und angegriffen. “Sag mal, geht es noch? Höre auf, mir Befehle zu erteilen! Wir haben den gleichen Rang, also bin ich dir sowieso übergestellt!”


    “Das weiß ich. Ich kenne dieses Fräulein auf dem Video. Das ist meine Zellengenossin.”


    Große Augen machte er. “Die Halbchima? Das glaube ich dir nicht! Das ist unmöglich!”


    “Natürlich ist das möglich. Das ist Hal Mellins. Woher hast du das Video?”


    Sofort entriss er mir den Kommunikator und hielt mich mit seiner Hand auf Abstand. “Halte dich zurück, Mensch! Ich lösche es, versprochen. Aber das wird trotzdem nichts bewirken. Das Video ist öffentlich und wurde an jeden geschickt. Keine Ahnung, warum du das nicht erhalten hast.”


    Meine Kinnlade fiel runter. Ich wurde kreidebleich. “Öffentlich? Von wem ist das? Warum stellt das jemand öffentlich? Das ist würdelos!”


    Hektisch schweifte sein Blick umher. “Beruhige dich wieder, Mensch”, raunte er mir entgegen und drückte mich sanft, an der Schulter packend, auf die Bank. Ich wollte mich aber nicht beruhigen. Immerhin war darauf Hal zu sehen. Er sprach zu mir, ganz aufgeregt. “Wir machen es jetzt so. Ich lösche es, weil ich es geschmacklos finde. Dann gehen wir gemeinsam duschen und unterhalten uns darüber. Du erklärst mir, wer die Frau ist und was dich daran so stört. Ist jetzt wieder gut?”


    “Ja, es geht wieder. Aber...”
    “Kein aber! Schau zu, ich lösche es jetzt. Lass uns nun duschen gehen.”


    Er legte seine Sachen auf meine und wir gingen gemeinsam zu den Duschen. Den ganzen Weg lang über starrte ich auf seine leicht zuckenden Kiemen. Sehr faszinieren fand ich das. Doch auch sein restlicher Körper war äußerst interessant. Diese Fischköpfe waren so viel anderen wie wir, aber uns doch so ähnlich.
    Wir begaben uns in die hinterste Ecke, um dort etwas ungestörter zu sein. Er schien schon etwas den Ernst der Lage begriffen zu haben. Sonst wäre er nicht so schnell darauf eingegangen. Langsam ließ ich mir den sanften Sprühnebel über meinen Körper laufen und versuchte nicht mehr an dieses dumme Video zu denken. Es verwirrte mich und machte mich geistig verrückt. Nicht der Streich an sich war es, der mich aggressiv machte. Sondern vielmehr die Tatsache, dass Hal das Opfer war. Und warum sie ausgerechnet das Opfer war.
    Aber anderseits konnte ich es nun auch nicht mehr verhindern. Vermutlich hatten es bereits über eine Milliarde angesehen und sich prächtig darüber amüsiert.
    Ich konnte meine Tränen nicht gänzlich zurückhalten. Zu sehr griff es in meine sekundäre Privatsphäre ein. Und wie es nun wohl Hal erging? Was ist, wenn sie nun gerade in diesem Moment in der Frauendusche war und die anderen Frauen sie nun ebenso schikanierten?
    Der Chima stieß mich sanft an und riss mich aus meiner Gedankenwelt.
    “Erzähl mir doch nun mal etwas mehr über diese Frau Mellins. Wer genau ist sie?”


    Verwirrt schaute ich drein, fing mich dann aber schnell wieder. “Um ehrlich zu sein, weiß ich das selbst kaum. Gut, sie ist meine Arbeitspartnerin. Aber irgendwie scheinen alle anderen sie mehr zu kennen, wie ich.”


    “Stammt sie vielleicht aus einer Familie mit wichtigen Personen? Offiziere oder Wissenschaftler? Hast du sie schon mal gefragt, wer ihre Eltern sind?”


    Ich schüttelte den Kopf. “Nein, das hat mich bis jetzt noch gar nicht interessiert. Und ich weiß auch nicht, ob mich das was angeht. Aber was soll denn an ihr so besonderes sein?”


    “Hal Mellins...” Er grübelte. “In irgendeinem Zusammenhang habe ich solch einen ähnlichen Namen schon mal gehört.”


    Das irritierte mich nun schon etwas. Zuerst kannte er sie nicht und nun meinte, er sie doch zu kennen. Oder wie? Und wieso dieses Video? Ich meine, was bringt es einem? Warum sollte man bewusst eine fremde Person so demütigen? Das Video war anscheinend öffentlich, also frei zugänglich. Wer würde einen Nutzen daraus ziehen, dies zu tun?
    Und dann kam es mir in den Sinn, wie ein Geistesblitz! Vielleicht war es ja dieser Slevin? Ich hatte ihn ja geblockt und bekam vielleicht deswegen diese Video nicht zugesendet. War es etwa doch ihr Exfreund und wollte sich an ihr rächen? Wurde sie vielleicht wegen ihm auf die Helios III versetzt? Sie schwärmte ja schon die ganze Zeit davon, wie schön es doch dort drüben war.


    Er stupste mich an. Etwas wütend wirkte er. “Hörst du zu? Ich versuche dir zu helfen und du versinkst in deinen Gedanken. Ich glaube, ihre Mutter hieß auch Mellins. Kann mich aber auch irren.”


    “Ich verstehe nicht recht. Was bringt mir denn der Name ihrer Mutter, wenn ich nicht mal sie kenne? Und selbst wenn. Ich kann wohl kaum nach Mellins suchen und hoffen, ihr Profil an Anhieb zu finden.”


    Er lachte beherzt. “Warum denn nicht? Was ist daran so verkehrt? Wenn du mehr über sie erfahren willst, aber zu feige zum Fragen bist, dann mache es heimlich und hinterrücks.”


    Das kam mir aber nicht richtig vor. Der Gedanke war nicht schlecht. Aber sollte ich wirklich dafür Zeit aufbringen? Und außerdem war es doch gar nicht so, dass ich zu feige dafür war. Hal hat doch abgeblockt und mich zurückgewiesen. “Ich kann doch nicht einfach in die Profile fremder schauen, nur um deren Probleme zu erfahren.”


    Und da lachte er erneut. “Das ist nicht dein Ernst, oder? Ich schaue täglich in die Profile anderer. Das ist wie eine Befreiung für mich, mal zu erfahren, was in anderen Abteilungen so abgeht.”


    “Meinst du wirklich, ich sollte mal nach Hal Mellins Profil suchen? Und was ist, wenn ich unerwünschte Details erfahre?”


    Ungläubig schaute er mich an. “Wenn du dich davor stäubst, dann lass es gleich. Ich verstehe eure Gedankengänge nicht! Ihr Menschen seid immer so konfus und nachdenklich! Bei uns Chima ist das viel unkomplizierter. Wenn wir was wollen, dann nehmen wir es uns einfach. Ist doch egal, ob sich zwei oder zwanzig darüber Gedanken machen.”


    “Du könntest wirklich recht haben. Nicht das Video ist der Schlüssel zu diesem Rätsel, sondern Hal Mellins selbst. Ich denke, ich werde sofort losgehen und mich damit beschäftigen. Aber eine Frage habe ich trotzdem noch.”


    Er schaute interessiert. “Sprich geschwind, Mensch!”


    “Warum genau hast du dich bereiterklärt, mir zu helfen? Das ist doch gar nicht eure Art, uns Menschen einfach so zu helfen.”


    Er bat mich etwas näher heran. Ich zögerte leicht, aber vertraute ihm dann doch irgendwie. Er streckte mir seinen Kopf entgegen und flüsterte mir ins Ohr. “Chima sind es nicht gewohnt, dass Menschen sich über sie solche großen Gedanken machen. Fühle dich vorerst als akzeptiert, in meinen Augen. Aber nun will ich doch mal gerne etwas allein sein. Gehe schnell, bevor sich meine Einstellung dir gegenüber doch noch ändert.”


    Einvernehmlich stimmte ich zu und begab mich sofort aus dem Raum. Auch wenn er anfänglich sehr zuvorkommend und mitfühlend wirkte, konnte er trotzdem schnell seinen Gemütszustand ändern. Ich blieb ein Mensch und er blieb ein Chima. Nur hoffte ich innerlich schon, dass er mehr bewirken könnte.
    Ich ging zu meinen Sachen, legte des Chimas vorsichtig beiseite und zog mich langsam an. Die Kerle hatten immer noch mit diesem Video zu tun und amüsierten sich prächtig darüber. Anscheinend hatten sie sonst nicht viel zu lachen. Denn so lustig war diese Szene nun auch wieder nicht, dass man sich daran über eine Stunde lang ergötzen konnte. Anlegen wollte ich mich auch nicht mit denen. Sie waren in der Überzahl und so schon wie auf Droge, durch dieses ständige Gelache. Ich versuchte nicht hinzuhören und schnell von hier zu verschwinden. Je schneller ich auf meinem Zimmer war, umso schneller konnte ich auch Hal Mellins nachgehen.
    Draußen ging ich nochmal schnell gegenüber und gesellte mir kurz zu den notgeilen Männern, welche imaginär sabbernd dem anderen Geschlecht hinterherschauten. Hier schien alles normal zu sein. Kein exzessives Geschrei, oder lautes Gelächter. Hoffentlich war wirklich alles in Ordnung bei ihr. Ich bangte, aber konnte ihr dort nun wirklich nicht helfen. Dies war die verbotene Zone.
    Also ging ich weiter, zu unserem Quartier. Sie ließ sich nicht blicken, sie war nicht in der Nähe. Und das Warten und Zögern vor der Tür ließ mich auch schon etwas lächerlich wirken. Einige starrten mich schon an, weil ich dümmlich davor stand und nichts tat, außer sie anzustarren.


    Guten Abend, Samuel. Wie war dein Tag?


    “Guten Abend, Miri. Sehr anstrengend, leider.” Sofort schloss ich wieder die Tür hinter mir.


    Ich vernehme leicht gestresste Subtöne in deiner Stimme. Wünschst du eine Aufmunterung?


    “Nein, danke. Ich wünsche nur etwas Ruhe, Miri. Bitte melde mir sofort Bericht, wenn Hal Mellins sich anmeldet.”


    Ich werde dir verbal Bericht erstatten, sobald Hal Mellins das Quartier betreten will.
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    Soll ich für die Zukunft Videos etwas abtrennen? (farblich?)

    Ich bin mir nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.


    -Albert Einstein-
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    Helios III (Arbeitstitel)
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    Purpur
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    Big City Life
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    Mana

  • Oha Hal ist also in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt, wegen eines dummen Videos. Ziemlich gemein sowas und das dann auch noch an alle weiter zu schicken ist einfach nur erbärmlich. Ich frage mich wirklich, wer Hal ist und was sie zu verbergen hat, dass es sich lohnt sie zum Gespött zu machen. Und wer ist dieser Slevin? Hoffentlich packt Hal diesbezüglich endlich mal aus. :hmm:


    LG, Kyelia



    Wenn es ein Buch gibt, das du wirklich lesen willst, aber das noch nicht geschrieben wurde, dann musst du es selbst schreiben.
    - Toni Morrison -

  • Wer Slevin ist, wird Hal jetzt wohl mal ausplaudern müssen. Oder was es allgemein mit ihren Problemem auf sich hat. Ich erwarte, dass Sam sie jetzt mal ausfragt, denn sie häuft ja ordentlich Geheimnisse an.

    "Sehe ich aus wie einer, der Geld für einen Blumentopf ausgibt, in den schon die Pharaonen gepisst haben?"

  • Alta das ist voll fies ...
    Cyber Mobbing gibt's dann also immer noch -.-
    Aber immerhin weiß Sam jetzt woher das Video kommt, was aber nicht unbedingt heißen muss, dass Slevin was mit Hal zu tun hatte.
    Sam hat ihn geblockt, vielleicht war dass der einzige Weg Sams Aufmerksam erneut auf sich selbst zu richten?
    Und wer Hal jetzt genau ist würde ich auch gerne mal wissen ^^
    Bin gespannt wie es weiter geht :D

    Writers aren't exactly people ... they're a whole bunch of people trying to be one person.
    - F. Scott Fitzgerald