Helios III (Arbeitstitel)

  • Was genau Slevin für Schaden angerichtet hat, wollte ich später in einem anderen Kapitel erläutern.
    @Schreibfeder. Ich hatte auch genau vor, zwei Tage dafür anzusetzen. Also @Miri, die geliebte Miri ist bald wieder online. :)


    Die wirklichen Hauptsysteme sind nicht veränderbar. Das ist absolut unmöglich, da sie nur analog bedienbar sind. Und wie sicher ein Reaktor ist, werdet ihr schon bald erfahren. ;)


    Nun kommt der letzte Part des zweiten Kapitels. Ich hoffe, es beseitigt alle Unklarheiten zu dem Fall.
    [ KAPITEL 2-WER IST SLEVIN?-TEIL 12 ]



    Nachdenklich war ihr Blick auf mich gerichtet. Schüchtern rieb sie sich über die Arme und hüllte sich in meine Decke ein. Sie fror anscheinend.
    “Sam, es tut mir leid, dass ich dich unbewusst damit hineingezogen habe.”
    Ich schmunzelte. “Ist doch alles in Ordnung, Hal.”
    “Ist es nicht, Samuel. Alle hassen uns und daran bin allein ich schuld.”
    “Nein Hal, du bist nicht schuld daran. Du bist ein Opfer, wie ich. Slevin ist daran schuld. Er ist paranoid und besessen von dir.”
    “Ja, das ist er!”
    Und wieder brach kurzes Schweigen aus. Sie mummelte sich immer mehr in meine Decke ein, was ich aber nicht schlimm fand. Auch wenn mir selbst sogar langsam etwas frisch wurde. Zögerlich streckte sie mir die Hand entgegen und deutete mit ihren Augen auf das Plätzchen neben sich hin.
    Ach, was solĺs? Es war auch nur Hal. Was sollte schon weiteres passieren? Ich gesellte mich mit unter meine Decke, dicht, aber nicht zu dicht, an sie gedrängt. Sie freute das sehr, weil sie sich generell schon sehr offensichtlich zu mir hingezogen fühlte. Ich bewahrte Ruhe und Gelassenheit.
    Zögerlich und mit fröhlichem Lächeln fragte sie: “Wollen wir jetzt darüber reden?”
    “Was meinst du, Hal?”, fragte ich verwundert und schaute ihr intensiv in die Augen.
    “Ich kann dir erklären, worum es in diesem Rechtsstreit wirklich ging und wie das ablief.”
    Ich zögerte. Eigentlich wollte ich das schon. Aber wäre es unhöflich, nun vehement danach zu verlangen, auch wenn sie es mir persönlich anbot? Oder wollte sie das jetzt nur tun, um mich endlich zu besänftigen?
    “Hal, fühlst du dich gezwungen?”
    “Was?”, flüsterte sie und schmollte leicht. “Gezwungen?”
    “Na willst du es mir jetzt erzählen, bei du dich von mir bedroht fühlst? Oder machst du das jetzt aus eigenen Stücken?”
    “Ich finde halt, dass es sich nicht länger lohnt, es zu verheimlichen. Du hast das Recht, die wirkliche Wahrheit zu erfahren. Da wir ja jetzt feste Partner bleiben.” Keck zwinkerte sie mir zu und stupste mich leicht mit der Schulter an. Ich schmunzelte. Dieses freche Mädel, mit ihrer ehrlichen und tollpatschigen Art.
    “Ja, dann erkläre es mir. Erkläre es mir mal in Amtssprache. Du kannst das doch, oder?”
    Sie schaute verwundert? “Amtssprache? Wirklich, Sam?”
    “Ja!”
    “Aber warum?”
    “Du musst ja nicht, wenn du es nicht willst. Ich dachte halt nur, es wäre...”
    Da grinste sie frech. “Nicht zweifeln, Sam. Also gut, dann werde ich versuchen, es dir zu erklären.”
    Ich lehnte mich zurück und hörte ihr aufmerksam zu.


    “Also laut dem Gesetz ist jeder dazu berechtigt, bei Verdacht auf ungerechte Behandlung und/oder ungerechtem Verhalten, sich zu beschweren und eventuellen Schadensersatz zu verlangen. Und weiterführend ist dort verfasst, dass jeder, der höher qualifiziert/bessere Leistung erzielt und/oder produktionstechnisch wertvoller ist, als ein anderer, bevorzugt werden muss und kann. Unabhängig von Rasse, Religion und politischer Einstellung. Und jeder ist berechtigt, sich von einen Vormund vertreten zu lassen, sofern es von dieser Person erwünscht und/oder diese Person wegen körperlicher und/oder geistiger Behinderung nicht in der Lage ist, bewusst und selbstbewusst Entscheidungen zu treffen.”


    Okay, da habe ich mir ja was einfallen lassen. Ich wusste ja schon, dass Amtssprache schwer zu verstehen war. Aber dies war doch wirklich nur Kauderwelsch. Ich verstand mal gar nichts.


    “Bei Widersprüchen im Inhalt, Sachverhalt und/oder in Aussagen, zwischen dem Vormund und dem, von diesem zu vertretenen, gilt immer das Wort des zu vertretenen und/oder in Anspruch nehmenden eines Vormundes (Eidschwur mit inbegriffen).”
    “Und jetzt bitte nochmal in unserer Sprache, Hal.”
    Da grinste sie umso mehr und umso frecher. “Amtssprache ist halt nichts für jedermann, Sam! Jedenfalls können Greys nicht sprechen, also können sie auch nicht widersprechen. Und es ist ja bekannt, dass sie keine negativen Gefühle empfinden können. Also Hass, Wut, Gier und so. Und um erstmal Widerspruch in Erwägung zu ziehen, muss man wütend auf etwas oder jemanden sein. Denn das Wort wider bedeutet ja dagegen. Greys könnten natürlich einen Vormund bestimmen, der in ihrem Namen Entscheidungen trifft. Doch wer entscheidet in diesem Fall, ob der Grey nun wirklich unfähig ist oder nicht? Greys könnten verbal Entscheidungen treffen, wenn es einen Weg gäbe, ihnen dies zu ermöglichen.”


    Ich unterbrach sie kurzerhand. Das ging mir alles etwas zu schnell. “Moment, Hal. Du willst also sagen, dass Greys nichts zu entscheiden haben, weil sie nicht sprechen können? Aber ist das nicht gegen das Grundgesetz?”
    Sie wankte. “Ja und nein. Einerseits gibt es Greys in höheren Positionen und andererseits nutzen diese Greys aber nicht ihren Rang aus. Es gibt zwölf Jurymitglieder. Drei von jeder Rasse und drei Mischlinge. Also gibt es mindestens drei Personen, die immer neutral abstimmen. Die Greys halt. Meine Mutter wollte aber ebenfalls eine klare Entscheidung von diesen drei dazu haben.”


    So langsam schien ich es zu verstehen. Aber wenn es wirklich so sei, wie ich es vermutete, dann wäre es eine Patt-Situation. “Und wie haben die das dann geregelt, Hal?”


    “Per Zufall. Das klingt jetzt sehr banal, aber die haben eine Münze geworfen.”
    Ich stutzte. “Das ist doch jetzt nicht dein Ernst, oder? Das klingt mal gar nicht nach Gerechtigkeit.”
    “Ist aber nunmal so gewesen, Sam. Wenn Worte und Gedanken nicht mehr ausreichen, wird eben das Schicksal zur Hand genommen.”
    Ich schüttelte einfach nur den Kopf. Das war so schwachsinnig, dass es echt schon wieder logisch war. Aber wer war ich denn schon, dass ich sowas in Frage stellte? Und irgendwie warf das ein ganz neues Licht auf die Chima und Menschen. Mir war schon immer bewusst, dass sich unsere beiden Spezies nicht gerade sehr gut leiden konnten. Aber dass sie in solch einer Sache wirklich an einem Strang zogen, war sehr überraschend. Auch wenn dieser Strang eher dem Bösen diente.
    “Aber trotzdem frage ich mich immer noch, was das nun direkt mit dir zu tun hat, Hal. Also warum beschuldigt er dich und nicht deine Mutter?”
    Da schnaufte sie. “Er hat meine Mutter beschuldigt. Und das noch viel heftiger wie mich. Aber nachdem es sein Vater mitbekommen hatte, hörte er auf damit.”
    “Warum? Das verstehe ich nicht.”
    “Der Fall fand vor unser beider Geburt statt. Und er war bereits abgeschlossen. Doch als Slevin mein Partner wurde und sein Vater das mitbekam, ging es wieder von Vorne los. Slevin beschuldigte mich, dann seinen Vater. Der wiederum meine Mutter und die sich gegenseitig. Und dann ging Slevin zu weit und zog vor Gericht.”


    “Aber bestimmt ohne Erfolg, oder?”; fragte ich interessiert.
    Sie schmunzelte frech. “Was denkst du denn? Da hat meine Mutter gleich mal eine einstweilige Verfügung gegen ihn erwirkt. Er durfte sie nicht mehr belästigen und ihr nicht näher als fünfzig Kilometer kommen.”
    “Aber er belästigt sie doch noch”, erwiderte ich. “Er hat sie doch eindeutig erwähnt.”
    “Ja, das schon. Aber er hat es über mich getan. Es war nie seine Absicht, es öffentlich zu machen. Weil er an meine Mutter nicht mehr herankam, wurde ich sein Opfer.”
    “Aber was bringt das ihm, wenn er dich gegen sich aufhetzt? Er würde doch sowieso wieder verlieren, vor Gericht.”
    “Das schon, aber ich gehe nicht vor Gericht. Ich will das meiner Familie nicht noch einmal antun. Meine Mutter hat dadurch schon genug an Einfluss verloren. Sie steht auf Messers Schneide.”


    Da musste ich aber erstmal kräftig schlucken. “Und darum darfst du nicht in der Juristik arbeiten. Weil du dann automatisch wieder diesen Fall neu aufrollen würdest. Aber das ist doch kein Leben, sich selbst so zu strafen.”
    “Ich lasse es über mich ergehen. Ich tue es meiner Familie zu liebe. Natürlich nervt das meine Mutter auch, mich ständig in einer neuen Abteilung zu sehen.”
    “Und wieso wechseltest du überhaupt so oft?”
    “Weil Slevin nicht nur mein Ex-Freund ist, sondern auch noch mein erster Partner. Ich will jetzt nichts behaupten, aber vermutlich hat Slevin das irgendwie geregelt, dass es dazu kam. Denn eigentlich passten wir überhaupt nicht zusammen.”


    Das erinnerte mich kurz an das Virus und den Nachrichtenfilter. “Wo arbeitet denn Slevin?”
    “Nullpunktforschung natürlich. Darum fand ich es ja auch so bescheiden dort.”
    Ich stutzte. “Aber haben die da mit Software und sowas überhaupt zu tun?”
    “Nicht wirklich, Sam. Aber Slevin hatte schon immer ein Händchen für sowas. Wie ich es bereits gesagt habe, ist die Sicherheitseinrichtung eigentlich unüberwindbar. Und da er sich jetzt selbst ins eigene Fleisch geschnitten hat, muss ich nur noch warten, bis es endlich mal vorbei ist.”
    Und dieser Satz brachte mich echt mal zum Nachdenken. “Du hast mir also extra nichts gesagt, damit ich dir nicht helfe? Weil du wusstest, dass ich dich nur drängen würde?”
    “Ja, Sam. Du warst der erste, der es mit durchgestanden hat, ohne sich über mich zu beklagen. Es war nie von mir geplant, dich mit einzubinden. Slevin ist halt paranoid und sah anscheinend in dir ein Mittel.”
    “Jetzt wird mir alles klar, Hal! Du wollest ihn so lange mit Ignorieren provozieren, bis er sich selbst öffentlich demütigt und ans Messer liefert. Du bist ganz schön gerissen, weißt du das?”
    Da grinste sie über beide Ohren. “Ich habe nicht umsonst einen Abschluss von 1,0 im Rechtswesen. Ich mache es langsam, aber wirkungsvoll.”
    Da stimmte ich ihr vollkommen zu. Solch ein gerissenes Luder. Slay konnte wirklich stolz auf sie sein. Und ich war es sowieso!


    “Aber wollen wir jetzt nicht erstmal schlafen gehen, Sam?”
    “Ja, natürlich”, entgegnete ich sofort. Mit freundlichem Lächeln erhob sie sich aus meinem Bett und erklomm langsam die Leiter. Mein Blick schweifte zu ihrem Hintern, der wirklich sehr knackig in diesem engen Pyjama aussah. Und auch der restliche Körper war nicht ohne.
    Ach Sam! Wie konnte ich nur?
    Unsere Augen trafen sich nur kurz, bevor sie oben angekommen war und sich ins Bett fallen ließ. Das gewohnte Poltern und Quietschen folgte demnach auch sofort.
    “Meinst du, es wird morgen sehr stressig?”, fragte sie mich leicht betrübt klingend.
    “Ich denke mal nicht viel mehr wie die letzten paar Tage. Vielleicht kommen wir ja auch in eine ruhige und gesellige Runde?”
    Kurzes Schweigen.
    “Ja, das hoffe ich auch. Entschuldigung nochmal, dass es soweit kommen musste, Sam.”
    “Ach Hal, sehe das nicht so negativ. Ich bin wirklich froh, dass ich dich als Partnerin habe. Auf der Helios I war ich die ganze Zeit nur mit einem Kerl zusammen auf dem Zimmer. Es war ruhig und gesellig. Aber doch fehlte immer irgendwas.”
    Da lachte sie. “Du bist so amüsant, Samuel. Gute Nacht.”
    “Gute Nacht, Hal.”

    Ich bin mir nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.


    -Albert Einstein-
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  • Jetzt habe ich es auch verstanden. Klingt eigentlich ziemlich banal, wenn man darüber nachdenkt. Ich bin mir sicher, dass dieser Slevin einen an der Waffel hat. Wegen solchen Sachen anderen das Leben zur Hölle mache und dann auch noch Personen, die ja absolut nichts dafür können. Meine Fresse. Naja, dann werden sie also versetzt. Bin gespannt, wohin. ;)


    LG, Kyelia



    Wenn es ein Buch gibt, das du wirklich lesen willst, aber das noch nicht geschrieben wurde, dann musst du es selbst schreiben.
    - Toni Morrison -

  • Okay also ich bin noch nicht so wiet wie Kye uns muss den Teil glaube.ich nochmal lesen, bis.uch raffe, was es nun mit den Greys und Slevin zu tun hat ... ^^*
    Irgendwo ganz oben hast du "stakte ihm die Hand entgegen" oder so ähnlich. Es heißt streckte ^^
    Und den Gerichtsbeschluss kann man zwar nicht erwürgen aber erwirken ;)
    Also ich lese dann nochmal ein 2. Mal ^^

    Writers aren't exactly people ... they're a whole bunch of people trying to be one person.
    - F. Scott Fitzgerald

  • Also nachdem ich mir immer noch nicht ganz sicher war hab ich mal mit Kye geschrieben und wir kamen zu dem Schluss:
    Ein Grey sollte ne Führungspositionen bekommen und darüber sollte abgestimmt werden.
    Da die Greys aber neutral waren, kam Hals Mum auf die Idee eine Münze zu werfen. Die Münze sagte ja und dadurch wurden Slevins Vater.und einige andere entlassen.
    Soweit richtig? XD

    Writers aren't exactly people ... they're a whole bunch of people trying to be one person.
    - F. Scott Fitzgerald

  • Fast. xD
    Der Grey war in seiner "Schulklasse" besser als einige Menschen. Und ein paar dieser Menschen wurden Abteilungsleiter, obwohl es eigentlich dem Grey zugestanden hätte. Da aber ein Abteilungsleiter, der von Natur aus nicht sprechen kann, sehr schlecht seinen Job machen kann, wurden die Menschen und Chima immer bevorzugt.
    Slay fand das ungerecht und ging deshalb vor Gericht. Weil aber die Jury aus allen drei Rassen besteht, und diese auch die Gesetzte gemacht haben, konnten sie sich nie einigen. Greys sind immer neutral bei allem. Also wären es schon mal vier Stimmen verschenkt.
    Das Problem dabei ist, dass der Grey sich nicht wehren kann, weil er es von Natur aus nicht will. Wenn man ihm sagt, er muss WC-Putzer bleiben, weil man da nicht reden muss, dann nimmt der das so hin. Auch wenn er übermäßig intelligent wäre, würde er sich mit WC-Putzer zufriedengeben.
    Das Gesetz besagt, dass er Veto einlegen könnte. Aber er wird das von sich selbst aus nicht tun. Und wenn man einen Vormund bestimmen würde, der für ihn Veto einlegt, muss man erstmal beweisen können, dass der Grey zu doof dafür wäre, es selbst zu tun. Aber er ist ja nicht doof, sondern nur nicht in der Lage negative Gefühle zu empfinden. Und um Veto muss man schon irgendwie Wut oder Trauer empfinden.


    Dass die eine Münze geworfen haben, klingt vielleicht etwas dumm und ungerecht. Aber wenn man von der Wahrscheinlichkeit ausgeht, ist das gerechter als die 4 Stimmen der Greys in der Jury als neutral zu werten.


    Wahl.
    4 Menschen--> "wählen Nein"
    4 Chima--> "wählen Ja"
    4 Greys--> "wählen vielleicht"
    Die vier Stimmen der Greys würden im schlimmsten Fall in ein "Nein" umgewandelt werden. Im besten Fall wären es immer 4 "Ja"-Stimmen. Dann können aber immer noch 8 Stimmen gegen sie sein. Also liegt die Chance für Gerechtigkeit zwischen 33% und 66%. Da aber die Menschen und zum Teil auch die Chima korrupt sind, tendiert es stark zu 33% Gerechtigkeit.


    Münzwurf.
    Ist immer 50%!


    Das praktizierten die nur in diesem einen Fall, da es von Slay so gefordert wurde.


    Slays Plan ging bis dahin auf. Aber dann bezogen die obersten Leute alle Greys mit ein und deswegen wurden mehrere versetzt. Die Greys bekamen zum ersten Mal richtig gerechte Gerechtigkeit.
    Dumm war nur, dass Slevins Vater der war, der seinen Posten wegen Slay verlor.
    Ihr müsst euch das mal vorstellen. Ein gestandener Mann muss Platz für einen "wertlosen" Grey machen. Und eine Chima ist daran schuld. Beide Rassen sind "Sklaven" in seinen Augen.


    Jetzt alles verstanden?

    Ich bin mir nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.


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  • Sie machen es eher über Telekinese oder per Zeichensprache. Doch beides zweites können nur wenige von uns und ersteres wollen wir nicht.

    Telekinese ist das Bewegen von Objekten per Gedankenkraft, ich glaube, du meinst Telepathie, oder. Reden über Gedanken ... ^^


    So wiedervwas gelesen. Das oben angeführte ist das Einzige, was mir jetzt grob aufgefallen war :P
    Paar Rechtschreibfehler tummeln sich dort, störten aber den Lesefluss nicht.
    Da ist Samuel aber mal extrem genervt von Hal, so dass er aus der Kantine stürmt und sogar ein eindeutiges Angebot ableht :rofl:
    Göttlich ... ^^


    Und ich hoffe mal nicht, dass sein Zimmergenosse auch sein "Kollege" ist, um effektiveres Zusammenarbeiten zu begünstigen, dann muss man sich Gedanken machen, dass Samuel iwo ne Luke öffnet und sich per Unterdruck ins Weltall saugen lässt :rofl:

    "Habent sua fata libelli."

    ("Bücher haben ihre Schicksale.")

    - Terentianus Maurus

  • Ich finde das Wahlsystem sehr interessant. ^^
    Aber was passiert, wenn die Menschen eine dritte Spezies unterjochen? :D


    Beim Unterjochen machen die Chima sicher begeistert mit, aber die anschließenden Abstimmungen werden sicher sehr interessant werden.



    Ich finde es sehr gut, wie du unterschiedliche Rassen beschrieben hast. Die sind logischerweise nicht so wie Menschen, sondern besitzen vielleicht einige Fähigkeiten nicht. Im Falle der Greys: Die Fähigkeit Entscheidungen zu treffen, oder gar zu sprechen.
    Es macht alles interessanter, facettenreicher.

  • @Jennagon. Es muss tatsächlich Telepathie heißen.
    @Schreibfeder. Danke, dass es dir so gut gefällt, mit den verschiedenen Rassen. Zwar ist noch nicht so viel von den Greys bekannt, aber es wird noch sehr interessant werden, mit denen und den Chima.


    Vermutlich haben einige von euch noch kein konkretes Bild, wie die Greys nun eigentlich aussehen. Das liegt daran, dass ich noch keine Szene hatte, in der Sam ernsthaft was mit denen zu tun hatte. Ich versuche, die alsbald näher zu erläutern und euch noch schmackhafter zu machen. ;)

    Und ich hoffe mal nicht, dass sein Zimmergenosse auch sein "Kollege" ist

    Jetzt weiß ich, wo du aktuell bist. :D


    Und was mir aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass euch ein paar Dinge noch nicht aufgefallen sind. Die sind ja auch wirklich im ersten Moment so nebensächlich, dass man sie leicht vergessen kann.
    1: WC´s
    2: Zähneputzen
    3: Wäschewaschen


    Natürlich gibt es auch WC´s. Aber ich denke mal, ich sollte die Einzelheiten auf dem stillen Örtchen nicht niederschreiben. Und natürlich kann es auch mal vorkommen, dass man während der Arbeitszeit auf´s Töpfchen muss. Das ist auch ein Grund, warum man niemals alleine arbeitet. Einer muss ja die Stellung halten. Habe ich völlig verpeilt, die noch mit einzubauen.


    Zähne werden auch noch geputzt werden müssen. Das bietet sich beim Duschen mit an. Habe ich nicht erwähnt und ist keinem von euch aufgefallen. Darum habe ich es strickt und einfach vergessen. *Sich selbst eine Ohrfeige gebend*


    Wäsche wird auch gewaschen. Aber diesen Punkt werde ich noch genauer behandeln, wenn es so weit ist.


    Falls ihr auch noch Kleinigkeiten findet, die im Alltag von Nöten sind, aber schnell vergessen werden, bitte sagt es mir. Macht die Geschichte zwar nicht interessanter, aber das Leben der Bewohner komfortabler. ;)


    Und nun kommt der erste Part des dritten Kapitels.
    Es wird äußerst wissenschaftlich! Aber bestimmt nicht langweilig.


    [ KAPITEL 3-DAS DUELL-TEIL 1 ]



    [ 6020 n. Chr. Tag 5 Helios III ]


    4:20 Uhr am Morgen zogen wir um in eine andere Schiffszelle. Begleitet von einer Wache, traten wir halb verschlafen unsere Reise an. Miri war immer noch offline, was es uns und der Wache schwer machte, die Zeit tatsächlich einzuhalten. Schrecklich, schon nach vier Tagen auf der Helios III wieder die Abteilung zu wechseln. Für Hal war das ja nichts Neues. Wobei sie sich auch gewünscht hätte, endlich mal ihr endgültiges Ziel erreicht zu haben.
    Doch sie war eben der Grund, für all das hier. Nur wegen ihrem Ex-Partner wurden wir zwangsversetzt. Aus Schutz, für uns selbst, vor den anderen. Alle hassten uns hier, niemand wollte uns haben.
    War ich traurig oder wütend deswegen? Ich wusste es nicht. Vielleicht würde es nun alles besser werden.
    Mit strammen Schritt gingen wir voran, zur Station 63/4E. Die bekanntlich letzte in dieser Zelle. Alle, zur Zeit Anwesenden, starrten uns verwundert an. Nur wenige begriffen den Ernst der Lage und fast jeder hatte Vorurteile. Niemand blieb verschont, von den Nachrichten und Videos. Und jeder bildete sich seine eigene Meinung.
    Keiner kannte uns näher, immer nur flüchtig über Augenkontakt. Dies erleichterte uns den Abschied.
    Der Hauptkorridor führte uns an der Kantine vorbei, bis zu einer Schleusentür. Diese war nur von Offizieren und Höherrangigen zu öffnen. Denn nur sie hatten die Befugnis dazu. Es sollte ja nicht jeder einfach so in eine andere Ebene oder Zelle verschwinden. Wäre auch zu verwirrend gewesen.
    Hinter der Tür befand sich nicht gleich die Station 14/4E, sondern erst ein schmaler Steg, vier Meter breit und zehn Meter lang. Eine Art Plateau, von der aus man hinauf und hinabsehen konnte, zu jeder einzelnen Ebene und Etage.
    Relativ ruhig war es hier, sofern man nichts sagte. Denn aufgrund des schachtförmigen Aufbaus, wirkte er wie ein schallverstärkender Resonanzkörper. Nur das leichte Schlagen der Lüftungsventilatoren und hohe Summen der Magnetpuffer war zu hören. Da wir sozusagen direkt auf der Außenhülle standen, konnten wir durch das kleine Panzerglasfenster unter dem Gitter nach draußen blicken. Besonders hier, an den Übergängen, spürte man, wo man sich befand. Wir staunten sehr, als wir die Helios I erblickten. Zum Greifen nah wirkte sie. Und doch trennten uns vierzig Kilometer luftleerer Raum voneinander.
    Wir passierten die zweite Schleusentür und waren nun in Station 14/4E. Anders wie bei uns, befand sich hier die Kantine und dementsprechend dann die Duschen am anderen Ende. Es war im Grunde die selbe Kantine, nur auf der anderen Seite.
    Doch hier war noch lange nicht unser Ziel. Fünft weitere Unterzellen passierten wir, also zehn weitere Schleusentore. Klingt verwirrend, nicht wahr? Wir liefen sozusagen in Drehrichtung, um die Rotationsachse des Schiffs. Über Kopf, wohl gemerkt. Durch hohe Rotationsgeschwindigkeit, erreichten wir an der äußersten Position eine Gravitationsstärke von 1,1G. Wir wirkten hier also zehn Prozent schwerer, nach irdischem Maßstab. Nach Innen hin nimmt die Fliehkraft ab.
    Auf unserer Reise sahen wir nun also die beiden anderen Schiffe jeweils dreimal und XV Novus viermal. Gegen 5:30 Uhr erreichten wir endlich unser neues Quartier. Pünktlich zum Schichtwechsel. Wir waren nun in Station 13/5E, direkt neben den Gemeinschaftsduschen. Also befand sich die Kantine in Station 63/5E.
    Unsere “Vormieter” waren ebenfalls schon umgezogen, wodurch wir sofort unser neues Quartier beziehen konnten. Oder eben nicht, weil bereits unsere Schicht begann. Wieder Magnetspulen? Nein! Jetzt waren wir beim Fusionsreaktor zugeteilt. Wie ich es mochte.
    Schnell registrierten wir uns, stellten unsere Kisten hinein und begaben uns unverzüglich zur Arbeit.
    Eine Hochsicherheitstür verweigerte uns den Weiterweg. Leider konnten wir diese nicht eigenmächtig passieren. Sie diente ja nicht umsonst der Hochsicherheit.
    Dafür öffnete nun jemand von innen die mächtige Stahltür. Ein blauer Chima war es. Sein Blick war musternd und ernst.
    “Wer seid ihr? Zeigt mir eure ID-Karten.”
    Wir zeigten sie vor. “Samuel und Hal Mellins! Wir wurden hierhin eingeteilt, vermuten wir.”
    Stutzig schaute er auf seinen Kommunikator. Etwas unbeholfen wirkte er dabei. “Moment noch bitte. Es dauert länger, aber es geht.”
    “Hoffentlich ist bald wieder alles in Ordnung”
    Er lachte, wenig euphorisch.
    “Im Notfall muss man auch mal improvisieren können. Samuel und Hal Mellins, korrekt. Gut, dann kommt!”
    Wir passierten die meterdicke Tür und er verschloss sie sofort wieder über das Display links daneben. Zwei hydraulische Magnetspangen schnappten zusammen und versiegelten die Tür. Selbst ein Zerbersten des Schiffes würde diese Verbindung nicht lösen können.
    Wir befanden uns nun in einem Vorraum, in dem sich nur eine Sitzbank befand. Viel größer als unser Quartier war er nicht.


    “Hier werden wir dekontaminiert. Also von Strahlungsrückständen befreit. Wir warten kurz, bis die Anzeige dort über beiden Türen auf Grün springt.”
    Gespannt schauten wir hinauf zur Anzeige. Ein leises Summen hallte durch den Raum, gefolgt von einem Zischen und etwas Rauch. Sie sprang um und wir konnten passieren.
    “Jetzt betreten wir den Reaktorraum! Nichts sagen und meinen Anweisungen folgen!”


    Kaum betraten wir den Raum, wollte ich eigentlich schon wieder kehrt machen. Mein Blick wanderte von einem Mitarbeiter zum nächsten. Und es wurde nicht besser für mich. Hal dagegen war sofort positiv gestimmt. Denn zu ihrer Freude und meinem Leid waren dort nur Chima und Greys.
    Alleinig eine Menschenfrau war mit dort. Anders wie zuvor waren hier alle zusammen beschäftigt. Dies förderte die Geselligkeit untereinander.
    Nun standen wir hier und wurden kurz eingewiesen, wie auch vorgestellt. Alle waren sehr vertieft in ihre Arbeit, versuchten aber trotzdem aufmerksam mitzuhören.
    “Wie wir alle bereits vermutet haben, wollten zwei ganz besondere Kandidaten versetzt werden.”
    Lautes Gelächter brach aus, unter den sprachfähigen.
    “Das hier sind Samuel und Hal Mellins. Der Ersatz dafür. Vorher waren sie gemeinsam drei Tage bei den Magnetfeldgeneratoren tätig, sonst nichts weiter. Also sind sie bereits mit der theoretischen Funktionsweise des Reaktors vertraut. Behandelt sie wie wir unseresgleichen untereinander behandeln. Also ohne Vorurteile und streng! Und behandelt ihn bitte, wie er es verdient! Dies bezieht sich besonders auf dich, Valery. Des Weiteren wünsche ich Disziplin, von allen hier!”
    Dann nahm er uns nochmal kurz mit an die Seite zum Display und stellte jeden Kollegen vor, dabei auf diese zeigend. Zwölf waren es, uns drei inklusive.
    “Das ist Kror, vierunddreißig Jahre jung. Er ist zuständig für die Blankets. Dann haben wir Uru Somma und Zia Takin, ihre Alter verschweige ich aus Diskretion. Sie sind für den unteren Transformator zuständig und das sehr gewissenhaft. Am Hauptrechner sind Chu 00101101 und Mao 10101101. Lin 11100101 und Tao 00001011, die anderen beiden Greys, sind für die Kriolium-Leiter eingeteilt. Und Hiar ist mit Valery für den oberen Transformator zuständig. Bleiben nur noch ihr beiden und meine Wenigkeit. Mein Name ist Zell Takin, dreißig Jahre jung. Ich bin hier sozusagen euer Vorgesetzter. Was ich sage und anordne, wird auch so verfolgt und durchgeführt. Und nun zu euch beiden.”
    Auf dem Weg zu unserem Arbeitsbereich, zeigte er uns den Reaktor. Ein beeindruckendes Meisterwerk, möchte man ungemein behaupten!
    “Unser Herzstück, ein Kernfusionsreaktor Version H3. Dreitausend Megawatt Leistung, zweihundert Millionen Grad relative Plasmatemperatur. Durchschnittliche Maximallaufzeit bis zum Auswechseln der Blankets beträgt vierzigtausend Betriebsstunden, bei Vollbelastung, also rund 1482 Novustage.”


    Ein H3 Reaktor ist die aktuell modernste Version. Im Gegensatz zu den primitiveren Versionen H1 und H2, bei denen indirekt über Dampfturbinen elektrischer Strom erzeugt wird, wird beim H3 die Hitze direkt in Elektrizität umgewandelt. Dies ist möglich, dank der Entwicklung eines neuen Elements, namens Kriolium. Es ist in der Lage, aus positiver Wärme Strom zu erzeugen. Je mehr es erhitzt wird, umso höher ist die Spannung. Und nun stellt man sich mal vor, wie es ist, wenn zweihundert Millionen Grad heißes Plasma eben auf dieses Kriolium trifft.


    Wir beide waren immer noch vollkommen überwältigt von der Raffinesse dieser Anlage, da drängte er uns auch schon weiter zu unserem eigentlichen Arbeitsbereich. Wir gingen zu den D-T-Tanks, die eher Druckbehältern, von der Größe eines Feuerlöschers, glichen. D-T, also Deuterium und Tritium. Zwei Wasserstoffisotope, welche sich am besten für die Fusion eigneten. Sechs Tanks, also pro Isotop drei, befanden sich hier und stellten fast schon eigenständige Anlagen dar. Über dick isolierte Rohre, diverse Schläuche und Kabel waren sie mit dem Reaktor verbunden. Sie befanden sich oberhalb der Mittelachse, etwa im unteren Drittel. Immer paarweise und im gleichen Abstand zueinander. Der Reaktor an sich war äußerlich nur eine große metallene Kugel, ebenfalls bestückt mit unzähligen Sensoren, Kabeln und Schläuchen. Er maß 16 Meter im Durchmesser und hatte eine eigentliche Höhe von 14 Metern. Auf einem Sockel stand er und wurde ebenso oben von einem Metallkranz in Waage gehalten. In diesen beiden befanden sich, für uns momentan nicht einsehbar, zwei gewaltige Transformatoren. Aber genug erstmal dazu.


    Jetzt erklommen wir eine Treppe, welche uns zum ersten von zwei Laufstegen brachte. Diese Laufstege führten um den Reaktor herum. Und nur über diese konnte und durfte die hochtechnisierte und komplexe Anlage erreicht werden. Uns interessierte nur die untere Ebene.
    Nur zögerlich stieg Hal die Stufen empor. Hier konnte man keinen falschen Schritt so leicht ignorieren. Hier war alles viel kleiner und detaillierter. Keine einzelne Maschine, welche bestenfalls seelenruhig vor sich hin ratterte und ihre Aufgabe irgendwie erfüllte. In diesem Bereich hier herrschte ständige Anspannung. Ein kleiner Fehler konnte schnell zum nächsten führen, welcher wiederum zu einem großen Problem anwachsen konnte! So viel war zu beachten, was Mellins zuvor immer getrost ignorieren konnte. Disziplin und Eigenständigkeit waren da noch die einfachsten Dinge.


    “Hier arbeitet ihr. Ihr passt auf, dass die Sensoren richtig funktionieren und ein gleichmäßiger D-T-Fluss gewährleistet ist. Falls ihr Hilfe bräuchtet, wovon ich mal nicht ausgehe, sind Valery und Hiar eure Ansprechpartnerinnen. Lasst euch nicht zur Leichtsinnigkeit hinreißen! Auch wenn sie beide direkt über euch arbeiten, haben sie nicht Zeit, ständig auf euch zu achten! Ich weiß auch, dass sich viele Leute gerne auf ihre Kommunikatoren verlassen. Aber zur Zeit sind diese ja unbrauchbar. Warum auch immer. Soweit alles verstanden?”
    Erwartungsvoll schaute er uns an. Im Prinzip war alles klar soweit. Doch ob wir es wirklich zu seiner vollsten Zufriedenheit machen würden, musste sich noch zeigen.
    “Ja, wir denken schon”, erwiderte ich zögerlich und widmete mich sofort den Tanks. Hal stand weiterhin etwas perplex und verunsichert da. Für sie wirkte das alles bestimmt sehr aufwändig und stressig. Hätte sie nur ungern eines besseren belehrt.
    “Übrigens, diese kleinen Kästen, die hier überall sind. Betrachtet diese als Geigerzähler.”
    “Geigerzähler?”, fragten wir im Chor.
    “Die messen die Ionensprünge, Gammastrahlen, Neutrinos, Röntgen und viele andere Teilchen und Partikel, welche uns in großen Mengen schaden können.”


    Kurzes Schweigen brach unter uns dreien aus. Erwartungsvoll starrten wir uns gegenseitig an, gespannt wartend, was wohl als nächstes käme.
    Beschwingt klatschte er leise in die Hände und unterbrach so die nachdenkliche Stille. “Da nun alles geklärt ist, gehe ich mal wieder zu den anderen. Wenn irgendwas ist, sagt mir sofort Bescheid. Ich wünsche absolute Gehorsamkeit und Disziplin! Das hier ist nämlich kein einfacher Kohleofen, wie es eure Vorgänger behaupteten.” Und dann verschwand er wieder.
    Hal schaute ihm noch zögerlich hinterher und kam dann an meine Seite. “Sam, was genau sollen wir jetzt tun?”, fragte sie mich zögerlich und lehnte sich leicht gegen den Tank.
    Sofort stieß ich sie von ihm weg und erwiderte: “Das sollst du zumindest schonmal nicht tun!”
    Sie zuckte zurück und ging langsam um mich herum, auf die andere Seite. Gespannt schaute sie mir über die Schulter und versuchte, das von mir durchgeführte zu begreifen. Doch selbst ich war hier etwas überfordert. Zwar war mir die Theorie bekannt, aber die Praxis fehlte noch.
    “Sam, was tust du da?”, fragte sie mich flüsternd. Ängstlich war ihr Blick auf mich und die anderen gerichtet. “Was soll ich jetzt machen? Ich habe keine Ahnung von diesen Dingen.”
    “Du sollst die Sensoren und Messgeräte im Auge behalten, Hal”, erwiderte ich leicht genervt und zeigte hinter mich, zum zweiten Tank. Sie ging dort hin und versuchte sich zurechtzufinden. Aber es war zu kompliziert für einen Laien.
    Sie wartete auf mich, um mir erneut zuzuschauen, wie ich es machte und was ich machte. “Schau her”, flüsterte ich ihr heimlich zu und deutete auf den Monitor, der sich direkt über dem Tank befand. “Du siehst hier die Dichten der Gemische in den einzelnen Sektoren. Jeder Tank hat zwei Sektoren.”
    Sie nickte. “Und wozu ist das wichtig, Sam?”


    “Wir verwenden ein Zwei-Stufen-Kryo-System für die Injektion. Im vorderen Sektor wird das jeweilige Isotop gewogen und vorgekühlt, um auf subatomarer Ebene zu kristallisieren. Im hinteren Sektor wird es dann schockgefrostet und unter Hochdruck gebracht.”
    Hal schaute sehr verwirrt und zog eine Schnute. “Wie soll ich das denn jetzt verstehen? Warum kühlen wir es überhaupt ab, bevor wir es in das Plasma geben?”
    “Weil der Siedepunkt der Isotope so extrem niedrig ist. Es würde sofort mit dem Plasma reagieren und in den Kolben zurückströmen. Eine Flüssigkeit kann dagegen schneller injiziert werden.”
    Sie schien es immer noch nicht ganz begriffen zu haben. Also versuchte ich es etwas bildlicher zu erklären. Ich nahm meine Hände zu Hilfe und führte es ihr pantomimisch vor. “Das funktioniert wie eine Spitze. Der Kolben verdichtet das Gas, bis es flüssig wird. Der hohe Druck bewirkt dabei diese künstliche Verflüssigung. Die Ironie ist aber, dass das Gas sich dadurch noch weiter aufheizt. Darum müssen wir es schockfrosten, um es stabil zu halten. Wenn der Druck hoch genug ist, öffnet sich das Ventil und der Brennstoff wird injiziert. Der dadurch wieder entstandene Unterdruck vor dem Kolben lässt dann neues Gas einströmen.”

    Ich bin mir nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.


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  • Also haben die beiden jetzt ihren neuen Arbeitsplatz beim Reaktor. Nicht schlecht. Klingt zumindest interessant und hochkompliziert. Ich frage mich, woher Sam das immer alles weis. Es ist ja, als wüsste er über alles bescheid.
    Auf jeden Fall scheinen die Typen dort schon mal freundlicher zu sein. Wobei, der erste Eindruck kann auch täuschen, aber dieser Zell scheint dich ganz okay zu sein.


    LG, Kyelia



    Wenn es ein Buch gibt, das du wirklich lesen willst, aber das noch nicht geschrieben wurde, dann musst du es selbst schreiben.
    - Toni Morrison -

  • Sie sind jetzt also im Prinzip in eine andere "Stadt" gekommen ... so mit neuen Leuten, anderer Kantine und so ...
    Bin mal gespannt wie lange es da gut geht, wenn sie Slevin weiter im Nacken haben.
    Stimmt ... jetzt wo Kye es sagt, weiß Sam irgendwie über alle Stationen bescheid ... :hmm: Dabei ist Hal doch diejenige, die schon überall rumgekommen ist ... (auch wenn sie nicht die Klügste ist XD)

    Writers aren't exactly people ... they're a whole bunch of people trying to be one person.
    - F. Scott Fitzgerald

  • Er weiß auch nicht alles. Aber er weiß halt das, was er lernen konnte. Da ihr sein Zeugnis noch nicht kennt, wisst ihr auch nicht, was er alles kann und was nicht. Hal ist zum Beispiel sehr gut in der Juristik, wo Sam mal voll abkackt.
    All den “Scheiss” dort lernen die (sofern sie es begreifen) in der Schule. Nicht wie bei uns, wo man vielleicht mal Wasser und Eis behandelt, oder die Quersumme aus 123456789 errechnen soll. Wie genau und wie lange das dort abläuft ist jetzt noch unwichtig. Also nicht wundern, wenn Sam alles so detailgetreu erklärt. Würde er es nicht begreifen, hätte ich einen anderen der Leute das erklären lassen. ;)

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  • Netter Teil, interessante Wendung und nun ein völlig neuer Ort.
    [spoiler]

    Alle, zur Zeit anwesenden, starrten uns verwundert an.

    *Anwesenden (groß)

    Diese war nur von Offizieren und höherrangigen zu öffnen.

    *Höherrangigen (groß)

    Es sollte ja nicht jeder einfach so in eine andere Ebene oder Zelle verschwinden.

    Hier fehlt irgendwo ein Komma, aber ich bin nicht sicher wo.

    Sie diente ja nicht umsonst der Hochsicherheit.

    Naja, ich würde hier besser nur "Sicherheit" nehmen. Auch weil du kurz vorher Hochsichereheitstür genommen hattest.

    Mein Name ist Zell Takin, dreißig Jahre jung Ich bin hier sozusagen euer Vorgesetzter.

    jung. Ich (da ist dir der Punkt entkommen. ;) )

    Wir gingen zu den D-T-Tanks, die eher Druckbehältern, von der Größe eines Feuerlöschers, glichen

    Das letzte Komma kann ruhig weg.[/spolier]

  • Hallöschen :)


    Nach einer etwas längeren Forum-Pause bin ich nun auch wieder da :)


    Zu den letzten 3 Kapitel muss ich folgendes sagen:


    Du schreibst einfach fantastisch! Die paar Fehler die Kyelia gefunden hatte, wären mir gar nicht aufgefallen.
    Ich bin bei deiner Geschichte immer einfach mittendrin und kann kaum aufhören zu lesen.


    Ich finds super, wie du all das so gut Beschreiben tust und auch so leicht und locker rüber bringst. Also wenn ich so etwas auf die Beine stellen würde, würde es spätestens beim 10 Kapitel bei mir hadern.


    Zu Hal und Sam: Ohgott, und ich dachte, als die da im Bett lagen, würde irgend etwas passieren! Mist, du machst das so spannend! Ich hätte mich beim Schreiben wohl nicht so lange zurück halten können. Aber du, du folterst mich ja schon damit. Ich will nur zu gern wissen, was das mit Hal und Sam noch wird. Ich bin jetzt schon so super aufgeregt wie es bei dir weitergeht :)

  • Danke, @Kyelia; @Miri; @Schreibfeder und @Mukii, für die Korrekturen und Kommentare. Habt ihr es auch alle soweit verstanden, wie das mit den D-T-Tanks funktioniert? Soll ich irgendwann später mal unter "eigene Fantasy-Welten" den kompletten Aufbau des Schiffes, mit allen Abteilungen usw. reinstellen? :D


    [ KAPITEL 3-DAS DUELL-TEIL 2 ]



    Und nun schien sie es einigermaßen verstanden zu haben. Ich schickte sie zum dritten Tank, sie sollte es selbst mal überprüfen und nachjustieren. Ich schaute ihr natürlich dabei zu und passte auf, dass sie keinen Unsinn machte.
    “Ich weiß, du willst es dir am liebsten notieren. Aber heute muss es erstmal so gehen. Ich finde es auch sehr schade, dass dies passiert ist.”
    Sie nickte einvernehmlich. “Das sind so viele Informationen, Sam.”
    Kurz schweifte mein Blick hinauf zu Valery und Hiar. Die Chima, also Hiar, war stark vertieft in ihre Arbeit, während Valery eher etwas unterfordert daneben stand. Merkwürdig, dass sie sich dies nun leisten konnte.
    Unsere beiden Blicke kreuzten sich und genauso schnell schauten wir auch wieder weg. Was war das denn? Ich zögerte? Aber auch sie wirkte sehr schüchtern. Das lag bestimmt an Hiar und den anderen Chima, die hier lauerten.
    Womit hatten wir beide das nur verdient? Hier war es doch noch schlimmer, wie zuvor.
    Plötzlich polterte es neben mir. Instinktiv schaute ich zu Hal rüber. Sie ließ ihren Kommunikator fallen und quälte sich sofort zu ihm hinunter.
    Alle schreckten auf, auch wenn das Poltern aufgrund der lauten Maschinen und Anlagen nur schwer zu hören war. Ich vernahm es aber sehr deutlich, ich hatte mein Gehör schon drauf geschult.
    “Hal”!, raunte ich ihr entgegen und verdeckte beschämt meinen Blick. “Der ist doch jetzt nutzlos. Also warum hantierst du damit rum?”
    Leicht hibbelig war sie. Vorsichtig erhaschte sie ihn und stützte sich beim Erheben am Geländer ab.
    “Hal, passe bitte etwas mehr auf.”
    Ihr war das äußerst peinlich, das konnte man in ihrem Gesicht sehen.
    Zell schaute sofort auf und suchte das Geschehen. “Ist was passiert? Dass sich hier keiner ohne meine Erlaubnis verletzt, ja?”
    “Wir haben verstanden”, erwiderte ich sofort und schickte Hal rüber zum ersten Tank. Kurz flüsterte ich ihr noch zu: “Jetzt benimm dich bitte.”
    Sie trottete los und verharrte ruhig bei diesem, bis ich auch wieder kam. Alles schön und gut. Das zeigte, dass sie mir vertraute und mich schätzte. Aber leider wurde hier mehr verlangt. Ich ließ mir nichts anmerken, aber innerlich wollte ich sie anschreien und unterweisen.
    Leise und ruhig versuchte ich sie in dieses Milieu einzuweisen. Doch die anderen schauten schon längst.
    Einer der Greys deutete mit dem Finger auf uns und blickte zum Vorgesetzten. Dieser wandte kurz darauf ebenfalls seinen Blick zu uns rüber und sprach herrisch: “Hal, geh zum dritten Tank und lasse Samuel alleine am ersten arbeiten!”
    Ertappt schreckten wir auf und starrten ihn fragend an. Energisch zeigte er auf die andere Seite und grimmte immer mehr. “Hal, gehe rüber!”
    Sie spurte, sie hatte ja anscheinend keine andere Wahl. Vermutlich dachte sie echt, ihre Gene würden einen Vorteil darstellen. Als würden die Chima hier ein Auge zudrücken und nachsichtig sein. Am ersten Tag in dieser Abteilung. Aber dies hier war keine Sache der Rasse, sondern des Ranges. Auch wenn hier alle das gleiche waren, musste trotzdem einer das Sagen haben. Und da Greys bekanntlich nichts sagen können, musste es eben ein Chima sein. Und ich hatte, obwohl wir uns erst seit ein paar Stunden kannten, großen Respekt vor Zell.
    Hal ging rüber zum Tank und versuchte ihr neuerlerntes Wissen anzuwenden. Doch es war offensichtlich, dass sie es nicht packte. Immer wieder suchte sie Augenkontakt mit mir und machte ein betrübtes Gesicht. Doch ich konnte ihr nicht helfen. Auch ich war unter ständiger Beobachtung und musste mich um meine Arbeit kümmern. Und es war genug zu tun. Akkord und Zeitdruck!
    Doch es brachte nichts. Ich musste einen Zahn zulegen und die Taktzahl erhöhen. Routine kam schnell rein, zumindest bei mir. Mellins dagegen war nur im Zuschauen und Rumstehen routiniert. Was Hiar und Valery auch schon langsam nervte. Sie sagten es nicht, aber die Blicke und andeutenden Geräusche waren eindeutig. Valery, wir hielten zögerlichen Augenkontakt, schien trotzdem noch auf unserer Seite zu sein. Sie schaute betrübt und nachdenklich. Auch Hal merkte es so langsam, dass dies so nichts brachte. Tränen bildeten sich in ihren Augen und ließen ihre Aura weniger fröhlich erstrahlen.
    Ich suchte Blickkontakt mit Zell, der anscheinend schon gespannt darauf lauerte, dass ich mich ihm zuwende. Nur ein kurzes Nicken brachte er mir entgegen.
    “Wenn ich kurz was sagen darf?”, entgegnete ich ihn fragend. “Meine Partnerin ist noch nicht vertraut mit dieser Arbeit.”
    Er stutzte. “Ich weiß nicht, was dein Problem ist. Du arbeitest doch gewissenhaft.”
    “Ich kann das ja auch. Ich begreife sowas schnell. Aber sie...”
    “Dann höre auf zu diskutieren, Mensch! Wenn sie Probleme hat, dann soll sie es mir selbst sagen!” Sein Blick wanderte zu Hal, welche sich ängstlich am Geländer festkrallte.
    “Lasse dich nicht von ihm unterjochen! Wir sind alle gleich, niemand wird bevorzugt oder benachteiligt.”
    Hal nickte zögerlich. “Ja, ich bin hier zum ersten Mal. Aber ich werde mich bemühen, euren Anforderungen gerecht zu werden.”
    Sein Blick wirkte zufriedener, wenn auch nicht gänzlich befriedigt. Er dachte nach und versuchte wahrscheinlich, diese Situation in Griff zu bekommen. Dann blickte er wieder zu mir und anschließend zu Kror. “Gut Hal, komm da runter. Du arbeitest mit Kror zusammen.”
    Gesagt, stampfte Hal auch schon zur Treppe hinüber, während Kror sich seelisch auf sie einstellte.
    Kaum war sie angekommen, stolperte sie über eine Kante und konnte sich grad noch so an Kror festhalten. Aufgebracht stieß er sie zu Boden und brüllte sie an: “Falle gefälligst richtig, Mellins!”


    “Was ist denn nun schon wieder? Mellins, benimm dich!”
    “Aber ich...”
    “Unterbrich mich nicht! Reiß dich gefälligst zusammen! Das hier sind hochkomplizierte Anlagen! Gehe jetzt endlich zu Kror und arbeite!”


    Betrübt schaute sie drein und stellte sich vorsichtig neben ihren neuen Partner. Ich versuchte ein Auge auf sie zu haben. So wie ich sie kannte, würde dies nicht das letzte Missgeschick heute sein. Sie war sehr angespannt und stand eher im Wege rum, anstatt hilfreich zu sein. Ich wollte ungern in ihrer Haut stecken. Wenn schon sie als Halbchima von reinrassigen so heftig angekeift wurde, will ich nicht wissen, was sie mit mir angestellt hätten. Womöglich wäre dann ein gebrochener Arm wirklich noch das geringste Übel.
    Traurig war mein Gemüt. Ich hoffte innig, dass sie den heutigen Tag ohne weitere Zwischenfälle überwinden würde. Ich wollte ihr ja eigentlich damit nur helfen und es nicht noch schlimmer machen.
    Und wer half nun mir? Unmenschlich war das alles hier. Zell beutete mich nur aus. Hauptsache er würde seine Ruhe haben und nichts weiter machen müssen.
    “Dürfte ich was anmerken, Zell?”, fragte ich zögerlich. Sehr launisch blickte er auf und animierte mich mimisch zum Weiterreden.
    “Kann ich denn nicht mit Valery zusammenarbeiten? Das hier ist schon relativ viel Arbeit für einen alleine. Und Hiar scheint ja auch ganz gut ohne sie klarzukommen.”
    “Warum sollte ich? Du machst es doch ganz gut. Bis jetzt ist noch nichts passiert und sonderlich erschöpf wirkst du auch nicht.”
    “Ja, schon richtig. Aber ich bin keine Maschine. Ich kann nicht an drei Orten zur gleichen Zeit sein. Und ohne Hilfsmittel, wie meinen Kommunikator ist das noch viel anstrengender.”
    Ungläubigkeit zeichnete sich auf seinem Gesicht ab. “Du bist ein Mensch! Du bist es gewohnt, im Nachteil zu sein.”
    Ich verstand nicht so recht. “Was meinst du damit? Natürlich bin ich hier benachteiligt. Ihr Chima seid mir gerade zahlenmäßig überlegen.”
    Zell erwiderte prompt: “Im Krieg wart ihr uns zahlenmäßig eins zu zehn unterlegen und trotzdem habt ihr gewonnen!”
    “Was hat das denn hiermit zu tun? Ich habe einfach nur keine Lust, etwas unbewusst zu vernachlässigen.”
    “Es wird nicht weiter diskutiert, Samuel! Du machst deine Arbeit korrekt und das ist das einzige was zählt. Fortschritt! Das ist das einzige, was euch Menschen ehrenvoll macht.”


    Ich winkte ab. Das war mir zu blöd. Dann arbeitete ich halt alleine und werde vermutlich viele kleine Flüchtigkeitsfehler verursachen. Und Zell würde das nichts kümmern, weil wir Menschen es ja nicht anders gewohnt waren.
    Schwachsinniges Argument. Aber was sollte ich auch schon von einem Chima weiter verlangen? Von wegen nur wir hätten Vorurteile. Vermutlich waren die Greys hier die einzigen vernünftigen, mit denen man sich sachlich unterhalten konnte. Valery und Hal nicht zu vergessen.
    Das war aber auch wirklich eine anstrengende Arbeit, die ich hier machte. Körperlich und geistig. Alle fünf Minuten musste ich die Position wechseln und von Tank zu Tank wandern. Bei jedem dann die aktuellen Daten auswerten und gegebenenfalls den D-T-Fluss anpassen. Die Rotationskühlung überprüfen, Dichte messen, Reinheitsgrad und Mischungsverhältnis überwachen und angleichen. Eigentlich dürfte ich nur drei Minuten für jeden Tank brauchen, damit ich alle zehn Minuten eine Runde geschafft hätte. Aber es waren einfach zu viele Dinge, die ich bewältigen musste.
    Doch wenn ich an die anderen Arbeiter hier dachte, hatte ich es noch relativ gut. Am Hauptrechner waren nicht umsonst zwei Greys beschäftigt und ebenso mit den Kreolium-Leitern.
    Aber trotzdem hätte ich noch gerne jemanden an meiner Seite gehabt. Hal oder Valery kamen für mich eigentlich nur in Frage. Zell wusste das, wollte es aber nicht akzeptieren.
    Sie war auch wirklich ein schmuckes Fräulein, diese Valery. Rote Haarstoppeln, zartrosa Lippen, sehr helle und reinliche Haut. Zwar nicht viel Oberweite, dafür aber einen schönen Po. Ja, ich weiß. Nicht während der Arbeitszeit, das lenkt zu sehr ab. Trotzdem war sie hübsch. Und hätte ich sie noch länger angestarrt, wäre ich komplett aus dem Konzept gekommen.
    Ich widmete mich wieder meiner Arbeit, welche so langsam echt ermüdend und langweilig wurde.
    Viel lieber wäre ich nun mit den Transformatoren beschäftigt. Darüber wusste ich mehr Bescheid. Aber dies kümmerte Zell nicht. Hauptsache jemand machte diese Drecksarbeit hier, die meine Vorgänger aufgegeben haben.
    Mal wieder nach Hal schauen, was sie so trieb. Schien ja nicht gerade viel zu sein, was sie tat. Echt schade sowas. Kror war direkt neben ihr und tat nichts. Nur zögerlich verfolgte sie seinen Arbeitsschritten und notierte es sich.
    Sie blickte zu mir rauf. Ich lächelte ihr unbewusst zu und sie mir zurück. Es bekräftigte sie. Ein zögerliches Nicken bestätigte mir das. Ach Hal, ich hätte dir ja zu gerne mehr geholfen, aber wie du sahst, war auch ich nicht gerade auf der Sonnenseite tätig. Wir stehen das schon durch.
    Und dann konnte Hal endlich mal kurz aufatmen. Zell verschwand in den Dekontaminationsraum. Doch alle spurten und blieben vertieft in ihre Arbeit. Und was geschah dann, als die Tür verschlossen war? Zia Takin natürlich, die an den unteren Transformatoren arbeitete. Zell Takin und Zia Takin? Waren sie Ehepartner oder Geschwister?
    Jedenfalls wirkte sie auch sehr streng, was den ersten Ton anging. “Hilf Kror gefälligst! Und Samuel, du kannst auch mal etwas schneller sein!”


    Echt klasse, was hier abging. Zwölf Personen und nur drei Männer. Von denen zwei auch noch Chima und unhöflich waren. Und sie hatte ja leicht Reden. Sie musste ja nur am Transformator arbeiten. Ich hätte sie mal gerne hier dran gesehen, alleine. Ich machte ja wohl schon schnell genug.
    Eine Ohrfeige verpasste sie Hal augenblicklich, nur aus Spaß an der Freude, so schien es. Und sofort flossen die Tränen, was Zia noch viel rasender machte. Sofort gab es eine zweite Ohrfeige hinterher. Ich konnte es mir nicht mit ansehen, wie Hal gequält und gedemütigt wurde. Am liebsten wäre ich dazwischen gegangen, aber bestimmt wollten die das gerade bezwecken.
    ______________________________________________________________________________________________________________________
    Macht Samuel zu wenig Interaktion? Sollte er mehr eingreifen, in seiner aktuellen Lage?

    Ich bin mir nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.


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  • Was geht denn bitte in der Abteilung ab? Und dabei hat Zell zu Beginn so freundlich gewirkt. 8|
    Jetzt wird Hal auch noch geohrfeigt. Wo sind die beiden da nur wieder rein geraten? Das kann doch nicht deren Ernst sein, was bitte ist an der Situation jetzt besser, als an der vorherigen. Da würde ich mich lieber von den anderen Belöffeln lassen, hätte aber auf Arbeit meine Ruhe, wo ich den ganzen Tag bin. Als umgekehrt. Ist doch nicht normal... :S


    Wenn du die Sache mit den D-T-Tanks nochmal für Dumme erklären könntest, dann wäre das echt genial. Ich glaube es zwar verstanden zu haben, aber vorstellen kann ich es mir noch nicht so wirklich, dafür reicht mein bescheidenes Physikwissen nicht aus. :rofl:


    Die Idee mit den Fantasy-Welten und dem Aufbau des Schiffes finde ich sehr gut. Bisher habe ich noch kein so wirkliches Bild von dem ganzen Schiffe. Außer, dass es viele Gänge, Abteilungen und Ebenen gibt. :D


    LG, Kyelia



    Wenn es ein Buch gibt, das du wirklich lesen willst, aber das noch nicht geschrieben wurde, dann musst du es selbst schreiben.
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  • Kann mich Kye nur anschließen... was ist da denn auf diesem Schiff los?! Hier geht es auch ganz offen gegen die Meschen, was ich auch verstehen kann wegen dem Krieg und so, aber das.ist doch schon lange her und Sam wird wohl nichts mehr dafür können.
    Man könnte ja wenigstens am Arbeitsplatz vernünftig zusammenarbeiten damit die Arbeit gut wird und keiner Fehler macht -.-
    Naja drüben war's auf jeden Fall angenehmer ...

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  • Also ich benötige keine extra Erklärung für die D-T-Tanks. Ich bin aber auch naturwissenschaftlicher Student und muss solches Zeug bis zum Erbrechen hören. Und nebenbei ein SciFi-Fan, von daher komme ich selbst mit den Andeutungen mühelos zurecht. Komplizierte Erklärungen würden mich vermutlich eher langweilen...und sind streng genommen auch nicht Kern der Geschichte, oder? Du legst den Schwerpunkt auf die Gesellschaft und weniger auf die Technik (auch wenn die auch eine bedeutene Rolle spielt).
    Die Abteilung erinnert mich irgendwie an meinen ersten Job.


  • Natürlich lege ich eher den Schwerpunkt auf die Gesellschaft. Aber die Wissenschaft bringe ich auch mit rein, weil das in anderen SciFi-Stories immer sehr theoretisch und fiktiv gehalten wird. Wer bitteschön kann sich schon Warp-Antriebe und Wurmlöcher vorstellen? Gut, ich schon. Aber ich bin ja auch nicht ganz normal. :D
    Und natürlich werde ich keinen klassischen Fusionsreaktor (wie er aktuell realisierbar ist) präsentieren, sondern eine realistische verbesserte Form eines Fusionsreaktors. Ein wenig Fiktion muss schon sein. ;)


    [ KAPITEL 3-DAS DUELL-TEIL 3 ]



    Zum Glück kam Zell schnell wieder zurück und wies nun Zia erstmal zurecht. “Habe ich dir nicht befohlen, keinen hier zu schlagen!? Auch wenn du meine Frau bist, ist das kein Freischein für dich!”
    Sie wich zurück und hielt schützend ihre Hände vor sich. “Ich habe es nicht so gemeint, Zell. Sie wollte wieder Unsinn anstellen, da habe ich nur versucht, sie davon abzuhalten.”
    “Wir wissen beide, dass das nicht wahr ist, Zia”, erwiderte er sofort und überreichte Hal die Essensrationen, welche er gerade geholt hatte. Ängstlich nahm sie diese entgegen und hielt sie behutsam in den Händen.
    “Soll ich enttäuscht von dir sein, Zia? Ist es das, was du bezwecken willst?”
    Sie schüttelte hektisch den Kopf. “Nein, das will ich nicht bezwecken.” Die Arme vor sich verschränkt, wich sie zu ihrem Arbeitsbereich zurück und widmete ihre Aufmerksamkeit den Systemen.
    “Habe ich jemals einen von euch geschlagen?”, fragte Zell lautstark in die Runde. Alle verneinten es klar und deutlich.
    “Also warum versuchen dann alle, sich über mich zu stellen und meine Regeln zu ignorieren?”
    Keiner antwortete, Schweigen herrschte.
    Er räusperte sich. “Wie immer, keine Antwort!” Anschließend ging er zu Hal, strich ihr kurz zärtlich über den Kopf und nahm das Essen wieder entgegen.
    “Essenpause”, schnaufte er enttäuscht und verteilte zugleich die Rationen unter den Greys. Die hatten einen Sonderstatus dabei, weil sie, im Gegensatz zu uns anderen, eine zweite Tube anstatt dem Riegel bekamen. Kror und Hiar folgten Zells Aufruf zugleich und nahmen auch ihre Rationen entgegen. Hal nahm sie nur zögerlich entgegen und behielt sie fest umschlungen in ihren Händen.
    Nachdem wir alle unser Essen hatten, ging die Futterorgie auch schon los, so dachte ich. Aber sie taten nichts und arbeiteten gewissenhaft weiter. Das wunderte mich etwas. Denn wir waren doch dazu verpflichtet, die Nahrung zu uns zu nehmen. Aber wenn die es hier nunmal anders machten, dann würde das schon seine Gründe haben.
    Also steckte ich es mir erstmal in die Hosentasche und arbeitete munter weiter. Hal dagegen war noch sehr unentschlossen, was dies betraf. Sollte sie nun essen oder sollte sie nun warten? Das Problem war, dass sie zur Zeit die Einzige war, welche nichts zu tun hatte. Sie durfte nichts tun, wie es Zell ihr angeordnet hatte. Sie sollte beobachten und lernen, damit sie es morgen alleine machen konnte. Ob Zell es ernst meinte, war außer Frage. Natürlich meinte er es so, wie er es sagte.
    Ich hatte schon Mitleid mit ihr. Zumal sie in Krors Nähe nicht gerade glücklich und aufmerksam wirkte. Er war auch ziemlich streng und herrisch. Zumindest kam er mir so vor, mit seinem grimmigen Blick und dieser aggressiven Haltung.
    Und darüber hinaus hatte ich es auch nicht gerade einfach. Ich machte die Arbeit, die eigentlich für zwei bestimmt war. Und das nur, weil ich Mensch war. Es musste ja wirklich sehr schrecklich gewesen sein, damals in der Nachkriegszeit, dass die Chima solch einen Hass auf uns haben. Wobei es vermutlich auch mit jüngsten Ereignissen zusammenhängen konnte.
    Und wer wusste denn auch schon, ob das, was sie uns über die Geschichte lehrten, auch wirklich so war?
    Ich hatte wirklich keine Lust auf Krieg. Egal ob gegen fremde Völker auf anderen Planeten, oder auf der Helios untereinander.
    Leider war die Invasion von VII Luna, oder auch Velit, den Mond von XV Novus, schon lange geplant und der Termin rückte immer näher. Wenigstens waren Hal und ich nicht gelistet, da wir auf der Helios III gebraucht werden.
    Zu verstörend war für mich der Gedanke daran, auf fremde und womöglich ahnungslose Rassen zu stoßen und diese im schlimmsten Fall noch zu erschießen. Als Soldat war man darauf geschult worden, genau dies ohne Zweifel und Reue zu tun. Aber als normaler Ingenieur sträubten mir schon die Nackenhaare, wenn ich nur daran dachte, dies mal in Erwägung zu ziehen. Egal was auch jemals passieren sollte, ich will keinen Ärger.


    Erneut schweifte mein Blick zu Hal rüber. Anscheinend durfte ich sie wirklich keinen Moment aus den Augen lassen. Denn schon wieder wurde sie angekeift. Was die nur mit ihr hatten? Sie war ein wenig unbeholfen und tollpatschig. Na und? Hal fühlte sich bestimmt einfach nur schlecht wegen sich selbst, weil sie so war. Doch mit mir an ihrer Seite ging es auch. Sehr wütend blickte Zell sie an, während sie leicht irritiert und überfordert neben Kror stand und lustlos in der Gegend herumschaute.


    “Hal, wenn du nichts lernen willst, was machst du dann eigentlich hier?”, fragte Zell.
    “Aber ich möchte doch was lernen”, erwiderte sie zögerlich mit gesenktem Kopf.
    “Dann frage Kror, was du machen sollst. Morgen musst du das können.”
    Da machte sie große Augen. “Morgen? Aber wie soll ich das denn schaffen?”
    “Das ist mir doch egal! Dann gibt es eben heute keine Freizeit für euch beide.” Sein Blick wanderte zu mir rauf. Ich war perplex und fassungslos. Warum ich auch? Gut, sie war meine Partnerin und wir verstanden uns gut. Aber wieso sollte ich meine Freizeit für sie opfern? Und vor allem, wegen was? “Wenn ich auch was dazu anmerken darf, Zell?”
    “Nein, darfst du nicht.”
    Das überhörte ich mal provokativ. “Es bringt doch nichts, sie zu hetzen. Unter Stress macht man viel mehr Fehler, als wenn man langsam an die Sachen herangeht.”
    Sein Blick war äußerst launisch. “Im Krieg hat man auch nur Stress und steht unter ständiger Anspannung. Trägheit macht dumm und schwach.”
    Da schüttelte ich einfach nur ungläubig den Kopf. Das musste man berichtigen. “Und Stress macht aggressiv und krank. Und außerdem sind wir nicht im Krieg und werden auch nicht aktiv mitwirken.”
    Alle starrten mich an. Ein leises Tuscheln ging durch die Runde. Hal und ich waren die Einzigen, die nicht mit eingebunden wurden. Hatte ich was Falsches gesagt? Hatte ich ihn nun unbewusst beleidigt? Still war er zumindest erstmal.
    Und dann meldete sich Zia wieder zu Wort. “Wir wollen keinen Ärger, Mensch. Also bleib leise und konzentriere dich wieder auf deine Arbeit.”
    Wie Ärger? Waren die hier alle nur noch verblödet? Dass Zia noch fleißig mit ins Horn blies, war zu verstehen. Aber dass die anderen, ebenfalls die Greys, sich nicht dazu äußerten, war unverständlich. Aber wenn sie halt meinten, dann sollte es eben so bleiben. Ich legte mich doch nicht mit einem Chima an. Ja gut, das mit der Offizierin war eine Ausnahme.


    Hal schlich sich zaghaft an Krors Seite und flüsterte ihm was zu. Ich konnte es nicht verstehen, weil es hier so laut war. Aber es schien ihm nicht sonderlich gefallen zu haben. Er bäumte sich vor ihr auf und blickte grimmig auf sie herab. Mit Drücken und Zerren scheuchte er sie durch die Gegend. Was er sagte, tat sie auch. Ich hätte ihr auch nichts anderes geraten, bei diesem Ungetüm.
    Sobald sie auch nur einen Schritt in einen anderen Bereich machte, wurde sie von Zell zurechtgewiesen. Und kaum zurück bei Kror, wurde sie wieder von ihm angegiftet. Zweimal, dann spurte sie und folgte ihm auf Schritt und Tritt. Auch wenn ihn das zu nerven schien, machte sie munter weiter. Es wurde ihr so befohlen, also war es so. Aggressiv ging er mit ihr um und das ein oder andere Schimpfwort fiel auch. Vier Augen waren ständig auf sie gerichtet und kontrollierten jede ihrer Taten. Tränen hatte sie in den Augen. Ich hätte bestimmt auch geweint, wenn man mich so behandelt hätte.
    Kror war mir am wenigsten sympathisch, wobei ich bis jetzt noch niemanden so wirklich leiden konnte. Zell und Zia wirkten auf mich schon bereits wie ein altes Ehepaar, das sich selbst nur das Meiste gönnte. Uru Somma war eine Mitläuferin, was an sich schon für eine Chima ungewöhnlich war. Und die beiden Damen über mir kochten ihre eigene Suppe. Die kümmerte nichts und niemand, so schien es. Der Einzige, der sich vielleicht mal trauen würde, das Maul aufzumachen, war Kror. Die anderen ließen sich mit Freuden unterjochen, aber gleichzeitig nicht auf Anfängerklasse herab stufen.
    Hätte ich es nicht gewusst, hätte ich Kror als Vorgesetzten angesehen. Er war mit Abstand der Kräftigste und Stämmigste hier. Gut einen Kopf größer als Hal und mindesten doppelt so breit. Ein typischer schwarzer Chima.
    Sehr temperamentvoll.
    Die Greys wirkten gegen ihn wie kümmerliche Babycalamaris-Imitate. Ihre spindeldürren Arme waren nicht mal in der Summe so stark wie einer von ihm. Vier Zentner wog er bestimmt.
    Heimlich suchte er immer mal Blickkontakt mit Hiar. Sie war ja auch eine sehr hübsche Chima. Und äußerst rar dazu. Sie war eine Rothäutige. Schwarze Flecken zierten ihre Haut zusätzlich und sehr schlank war ihre Statur. In Anbetracht, dass sie eine Chima war. Blaue Haarstoppeln und tiefschwarze Lippen. Ihre Augen waren ebenso feuerrot wie die Haut, weshalb sie schon etwas bedrohlich wirkte.


    Sie würdigte ihm aber keinen Blick. Vermutlich kannten sie sich schon intimer. Ob ich da vielleicht eine Schwäche von ihm entdeckt hatte? Ich wollte jetzt nicht behaupten, dass er ein Draufgänger war, aber ich konnte es auch nicht verneinen.


    Und so vergingen auch die letzten Stunden. Hal wurde immer mehr eingeschüchtert und getriezt, ich musste mich weiterhin allein herumquälen und alle anderen hüllten sich in Schweigen. Unsere Ablösung kam. Das Display leuchtete auf, was ich nur aus dem Augenwinkel mitbekam. Zell ging wiedermals in den Raum und ließ sie alle herein. Elf zählten wir, also fehlte noch einer. Einzeln wurden wir abgelöst von unseren Nachfolgern. Alle, bis auf Uru Somma. Hal und ich atmeten erleichtert auf. Endlich war dieser Scheiß hier vorbei, endlich konnten wir uns der Freizeit widmen.
    Zell rief uns zu sich und gemeinsam gingen wir dann in den Dekontaminationsraum. Schweigend standen alle wie angewurzelt da und starrten Löcher in die Wände. Nur kurz blickte ich zu Valery rüber, die etwas abseits stand. Kror hatte ein wachsames Auge auf mich, was mich extrem nervte. Ich wollte nicht mit ihm in Konflikt geraten, also versuchte ich vehement, ihm keinen Grund dafür zu geben. Aber anscheinend hatte er bereits einen Grund entdeckt.
    War es vielleicht doch auch Valery mit und nicht nur Hiar? Sie stand zwar direkt neben mir und beäugelte mich eingehend, aber es war eher ein Mustern, als ein Flirten. Und bei Valery hatte ja wohl ich als Mensch Vorrang! Er konnte ja auch Uru nehmen, wenn ihm so viel an dem weiblichen Geschlecht lag. Und die Greys waren auch noch da.
    Ich ignorierte alle drei und konzentrierte mich nun auf Hal. Sie braucht nun dringend meine Aufmerksamkeit und Nähe. Sie hatte genug auf der Helios III durchgemacht, um Anspruch auf Spaß und Anerkennung zu erheben. Und bis Jetzt war nur ich dafür da. Und ich genoss es immer mehr, sie als Kameradin zu haben.
    Zells Blick war streng in den Raum fixiert, verschränkt waren seine Arme und die Brust weit angeschwollen. Zia tat es ihm gleich, wobei ihre Brust noch viel mehr zur Geltung kam. Echt ein Phänomen! Ich konnte es immer noch nicht so recht glauben, was hier abging. Also nicht der aktuelle Prozess hier, sondern die Situation. So viele Frauen um mich herum und die einzigen beiden Männer waren richtige Testosteronbomben! Ich schmächtiger Bub verkümmerte ja regelrecht neben ihnen. Wie sollte ich mich nur in solch einer Umgebung behaupten? Immer erdrückender wurde dieser Raum hier, auch wenn er stets gleich war. Ich vermute mal, das ist einer der wenigen Räume im ganzen Schiff, der unverändert bleiben würde. Wie ein Bunker wirkte der und genauso sicher war er auch. Immer fester krallte Hal sich an meinen Arm und zog den Pulloverärmel zwischen den Fingern in die Länge. Das leise Summen nervte immer mehr und beengte mich in meinem Denken.

    Ich bin mir nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.


    -Albert Einstein-
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    Helios III (Arbeitstitel)
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    Purpur
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    Big City Life
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    Mana

    3 Mal editiert, zuletzt von Zarkaras Jade ()

  • Mach weiter so, liest sich sehr gut. ^^


  • Ganz ehrlich? Da war die andere Abteilung ja wohl ein Scheißdreck gegen die ganzen Schwachköpfe. Die schikanieren Hal die ganze Zeit. Was ist da der Unterschied zu dem Chaos mit Slevin? Also entweder kommen die einem am Anfang nur alle komplett bescheuert vor, oder sie sind es wirklich. Ich hoffe für Hal, dass sich da noch etwas ändern wird. ^^


    LG, Kyelia



    Wenn es ein Buch gibt, das du wirklich lesen willst, aber das noch nicht geschrieben wurde, dann musst du es selbst schreiben.
    - Toni Morrison -