Der Oger Magus

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    • bigbadwolf schrieb:

      Wie sollen wir denn mit einem Oger im Schlepptau in irgendeine Stadt reinkommen
      Das ist die Frage, die mich gestern beinahe um den Schlaf gebracht hätte. Wie kommt man mit einem Oger in die Stadt?

      Hat das Forum dazu Vorschläge?. Mir fällt nichts ein (ausser mit der S-Bahn; war Witz, verstanden?)
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • Nun gut. Weil @Sensenbach sonst wieder nicht pennen kann, hier etwas vom nächsten Teil. Ohne Cliffhanger. :D



      Magiedilettant

      20. Mirtul


      Eine graue, durchscheinende Blase raste auf ihn zu. Verk konnte gerade noch die Hände schützend vors Gesicht heben. Als der Zauber ihn traf, war er wie erstarrt – nein, er war tatsächlich erstarrt! Völlig hilflos musste er durch seine kränklich grau schimmernden Finger sehen, wie sich zwei Gestalten aus dem Dunkel der Nacht lösten und auf ihn zu rannten. Als sie näher kamen, erkannte Verk zwei junge Menschenfrauen mit harten, aggressiven Gesichtszügen und kurz geschorenem, schwarzem Haar. Die erste Frau war durch eine prächtige, glänzende Metallrüstung samt Helm, Handschuhen und einem kleinen runden, mit einem roten Stein besetzten Holzschild geschützt und hielt einen Kriegshammer in der Hand. Die andere, kleinere Frau trug nur leichte Kleidung und hatte, eben noch unbewaffnet, so blitzartig zwei Dolche gezückt, dass Verk ungläubig geblinzelt hätte, wäre er nicht gelähmt gewesen.
      Hinter den Angreifenden traten zwei weitere Gestalten aus der Dunkelheit, welche sich jedoch offensichtlich zurückhielten.
      Plötzlich erschien eine riesige Schleimkugel in Verks Sichtfeld.
      Mit einem Übelkeit erregenden Platschen wurde die Menschenfrau im Feldharnisch getroffen und zu Boden gerissen, wo sie wild um sich schlagend versuchte, aus der zähen Schleimmasse zu entkommen. Wie unerwartet Bjaniks Zauber die Angreifer getroffen hatte, war vor allem an der völlig perplexen Miene der weniger schwer gerüsteten Frau zu erkennen, die unentschlossen und verwirrt zwischen Bjanik, dem erstarrten Verk, ihrer tobenden Komplizin und den beiden Gestalten im Dunkeln hin- und herblickte.
      „Halt!“, rief Bjanka. „Wir sind keine Feinde!“
      Aus den Schatten traten ein Elf und eine Elfe heran. Während der hochgewachsene, kahlköpfige Elf ein langes, graues Gewand trug und einen gut sechs Fuß langen Stab mit sich führte – offensichtlich ein Magier – war die Berufung der silbergrünhaarigen Elfe nicht sofort zu erkennen. Erst als der Schein des Feuers ein Emblem auf ihrem edlen Kettenhemd reflektierte, kam Bjanka der Gedanke, dass sie eine Priesterin sein könnte.
      „Warum greift ihr dann jene an, die euch schützen wollen?“, fragte die Elfe mit einem Blick in Richtung des Ogers. Ihr Akzent unterschied sich stark von jenem, der Bjanka sowohl in Letzthafen als auch bei den Luskanern an der Nordstraße aufgefallen war. Vielleicht war diese Gruppe noch viel weiter von ihrer Heimat entfernt, als die beiden Gnome.
      „Ihr habt uns zuerst angegriffen!“, entgegnete Bjanik, mit dem Zauberstab auf die Menschenfrau mit den Schwertern zielend.
      Nun war es an den Elfen, verwirrt den Blick zwischen Verk und den Gnomen schweifen zu lassen.
      „Er gehört zu uns“, durchbrach Bjanka schließlich die allgemeine Konfusion. „Der Oger, sein Name ist Verk, gehört zu uns“, bekräftigte sie nochmals.
      Während die Elfe Verk mit offensichtlichem Argwohn musterte, entfuhr dem Elfenmagier nur ein lautes Schnauben.
      „Toll, dass wir alle Freunde sind. Jetzt macht dieses verdammte Zeug weg!!!“
      Während die Priesterin einen leisen Gesang in Richtung Verk anstimmte, begannen alle nicht gelähmten Anwesenden, große Schleimklumpen von der noch immer völlig verklebten Frau zu entfernen. Es war einfach widerlich.
      „Danke… ein Feuerball… ist dagegen ja… eine Wohltat!“ sagte die Frau schwer schnaufend, als sie endlich aufstehen konnte und erschauderte erneut vor Ekel. „Geht das… jemals… wieder weg?“, fragte sie. Ein dicker Klumpen tropfte von ihrem Schild und platschte auf den Steinboden.
      Bjanik hob die Augenbrauen, dachte nach und zuckte schließlich mit den Schultern. „Du warst leider mein erstes Opfer“, sagte er. Anscheinend hatte er wirklich keine Ahnung, ob der Zauber dauerhaft oder vorübergehend war.
      „Das hängt vom Stab ab“, warf der Elf ein. „Wir werden einfach abwarten müssen.“
      Die Kriegerin war von ihrem energischen Befreiungsversuch zu erschöpft, um zu klagen und ließ deprimiert die Schultern hängen.
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    • Das ist ja eine ziemliche Chaostruppe, die du da zusammen würfelst. Die Norder von @Xarrot kommen auch gleich vorbei, da gibt es ja auch eine Chaostruppe.

      So etwas mag ich ja.
      Bjanik macht auf mich den Eindruck eines genialen, aber etwas verwirrten Magieprofessors. Schleimkugel!
      Ist Banik jetzt ein Profi oder lernt er selbst noch? Das kommt irgendwie unterschiedlich rüber. Einerseits bringt er Verk viel bei, andererseits geht seine Magie auch eigene Wege.

      bigbadwolf schrieb:

      hielt einen Kriegshammer in der Hand
      Ist so ein Hammer nicht zu schwer für eine Frau? Selbst ein Schwert hat ja einigen an Gewicht.
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

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    • Spoiler anzeigen

      Sensenbach schrieb:

      Ist so ein Hammer nicht zu schwer für eine Frau?
      Aber, aber! Frauen in Fantasygeschichten stehen ihren männlichen Berufsgenossen doch nicht hintan. ;)
      Ne, ich glaube, wenn man sein Leben lang hart trainiert hat und als Kriegerin Übung im Umgang mit dieser Waffe hat, geht das sicherlich. Sie schwingt ihn ja auch nur im Kampf und nicht 24 Stunden am Tag. Außerdem stelle ich mir hier nicht so nen überdimensionierten Hammer vor, wie es manchmal dargestellt wird.

      Sensenbach schrieb:

      Ist Bjanik jetzt ein Profi oder lernt er selbst noch?
      Ehrlich gesagt habe ich mir das noch nicht hundertprozentig überlegt, da dieser Aspekt auch erst viiiiel später dargelegt werden soll. Er ist magieerfahren, aber längst kein Profi. Auf einer Skala von 1 (Neuling) -10 (Erzmagier) liegt er vielleicht bei 4.

      Die misslungenen Zauber? Die Thematik taucht noch öfter auf.
      Naja, da möchte ich eigentlich, dass jeder Leser selbst dahintersteigt. Irgendwann im Verlauf der Geschichte zumindest. Wenn man dann peu á peu über die wichtigen Geschehnisse im Bereich Magie sinniert, kommt man drauf... ^^
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    • Es geht weiter.

      @Tnodm0309 Es geht um Wölfe. :D



      An Schlaf war nun nicht mehr zu denken. Die Gruppe hatte sich schließlich um das erneut angefachte Lagerfeuer versammelt und ein zurückhaltendes, steifes Gespräch begann. Zunächst gaben die Fremden nicht viel mehr als ihre Namen preis. Der Elf hieß Tarlin und bildete zusammen mit den angeheuerten Söldnergeschwistern Dorn und Zam’ra eine Art Leibgarde für die Elfe Tel’Quir. Verk rieb sich fortwährend den steifen Nacken seit Tel’Quir, eine Priesterin der Elfengöttin Sehanine Mondbogen, ihren Lähmungszauber wieder aufgehoben hatte.

      Während Bjanik sie vorstellte und freimütig ihre Geschichte mit der Gruppe teilte, sprachen Bjanka und Verk nur, wenn sie direkt angesprochen wurden. Als er gerade ihr Zusammentreffen mit Verk schilderte, stöhnte Zam’ra laut: „Den Göttern sei Dank!“
      Als der Gnom zu ihr hinsah, war der Schleim vollständig verschwunden. Zam‘ras Gefährten konnten ihr Grinsen nicht unterdrücken und als Dorn dann auch noch anfing verhalten zu kichern, stimmte die gesamte Gruppe ein.
      Nach den abschließenden Worten zu ihrer Reise – Verks besondere Fähigkeit wurde vorerst ausgelassen – bildeten sich drei kleinere Gesprächsgruppen. Während die Elfen Bjanik nach der Herkunft seines Schleim-Zauberstabs fragten und sich Zam’ra mit Bjanka über den verschiedenartigen Proviant der beiden Gruppen unterhielt, rückte Verk etwas näher an Dorn heran.

      „Du ist Dorn, ja?“
      Sie schaute zu ihm auf und nickte.
      „Schöne kleine Dolche“, führte der Oger das Gespräch weiter und deutete auf die beiden Waffen, welche in den Scheiden am Gürtel der Frau ruhten.
      „Kleine Dolche?“, fragte sie verwundert, ehe sie begriff.
      "Von da oben muss dir wohl alles ziemlich klein vorkommen“, sagte sie fröhlich lachend. „Das…“ – sie zog die Waffen und ließ sie einmal entgegengesetzt auf ihren Handflächen kreisen – „… sind Kurzschwerter, magische Kurzschwerter um genau zu sein.“
      „Oh.“ Verk grübelte und holte seinen „Menschendolch“ hervor. „Dann ist das auch Kurzschwert?“
      Als Antwort hielt Dorn ihr Kurzschwert daneben. Ihre Länge war nahezu identisch. Dann fiel Verk etwas auf. Die magischen Schwerter leuchteten nicht. Zumindest konnte er kein farbiges Leuchten sehen. Er musterte erneut sein eigenes Kurzschwert und fragte: „Mein Schwert auch magisch?“
      „Zeig mal.“
      Verk gab ihr das kleine Schwert und die Kriegerin untersuchte mit anscheinend geschultem Blick zuerst die Schneide, dann den lederumwickelten Griff und zuletzt die Spitze. Anschließend verglich sie das Gewicht mit einem ihrer Kurzschwerter.
      „Deins ist etwas schwerer und hat schon einige Kerben und Schrammen. Ich glaube nicht, dass es magisch ist“, endete sie und gab dem Oger die Waffe zurück, der sie sogleich in das Loch in seinem Fellschurz steckte.
      „Warum begleitest du die beiden?“, wechselte Dorn das Thema und ließ ihre Schwerter geräuschlos in die Scheiden gleiten.
      „Ich will mehr zu Magie wissen. Und Bjanik ist guter Lehrmeister“, antwortete Verk und deutete auf Bjanik, welcher den Elfen gerade begeistert einige Schriftrollen unter die Nase hielt. Bjanka war aufgestanden und in den hinteren Teil der kleinen Höhle gegangen. Kurze Zeit später kam sie mit zwei der heute erlegten Hasen zurück. Verk und Dorn beobachteten eine Weile, wie Bjanka und Zam’ra Proviant austauschten. Die Hasen waren der Kriegerin ein riesiges Stück Käse, eine Steingutflasche und einen Feuerstein wert.
      „Dorn klingt un… ähm… un…“, warf Verk plötzlich ein.
      „Ungewöhnlich? Du sprichst unsere Sprache noch nicht sehr lange, oder?“
      „Verk lernt von Bjanik. Er sagt, Ve – … er sagt, ich gut, aber Sprache schwer.“
      „Das mag sein... naja, also für ‚Dorn‘ sind die hier verantwortlich“, erklärte sie und tätschelte die Griffe ihrer beiden Kurzschwerter. „Ich kann ziemlich flink zustechen und bin auch recht wendig. Zam’ra hat mir einmal gesagt, ich sei wie ein Dorn – ein unachtsamer Moment und man wird gestochen. Eigentlich heiße ich Dov’ra, aber der Name hat mir nie sonderlich gefallen.“
      „Dorn besser“, bestätigte der Oger nickend.


      Eishauch

      Sharrax war nicht dumm. Die große Winterwölfin, die vor dem ersten Schnee sogar einen Braunbären getötet hatte, hielt ihr hungriges Rudel schon seit Stunden zurück. Die lauten Gespräche waren längst verstummt und obwohl die Sonne bald aufgehen würde, schlief ihre Beute nach der ereignisreichen Nacht nun sicherlich. Dennoch mussten sie zunächst die Wache töten. Daher schickte sie ein Männchen auf die Klippe oberhalb des Höhleneingangs. Der Angriff musste schnell und so gut wie lautlos erfolgen. Es war waghalsig, aber das Fleisch würde es wert sein.
      Ein scharfer Windstoß stellte ihr schneeweißes Fell auf und erzeugte einen hohen Ton in ihrem rechten Ohr. Sharrax hob den Kopf leicht und spähte aus dem Unterholz heraus zur Höhle hinauf. Wenige Augenblicke später war das Männchen bereits in Stellung. Die einzelne Wache verharrte am Eingang der Höhle. Ausgerechnet die gepanzerte Frau!
      „Das wird nicht funktionieren. Wir müssen auf eine bessere Chance warten…!“, dachte sie, gerade als das Männchen, welches sich bereits dem Hungertod nah fühlte, die Menschenfrau von oben ansprang. Ihr gesamtes Rudel griff wie tollwütig an, noch ehe Sharrax fluchen konnte.
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    • Sehr schön,
      wieder mit Cliffhänger, das mag ich ja ;)

      bigbadwolf schrieb:

      Die Hasen waren der Kriegerin ein riesiges Stück Käse, eine Steingutflasche und einen Feuerstein wert.
      Es interessiert mich, wie du in deiner Geschichte grundsätzlich mit dem Problem des Transports umgehst. Sind deine Protagonisten zu Fuss unterwegs, oder mit dem Pferd, Packpferd oder einem Esel? Bei längeren Reisen mit viel eisernen Waffen und Proviant kommt da ja einiges zusammen.
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

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    • Spoiler anzeigen

      Sensenbach schrieb:

      Es interessiert mich, wie du in deiner Geschichte grundsätzlich mit dem Problem des Transports umgehst. Sind deine Protagonisten zu Fuss unterwegs, oder mit dem Pferd, Packpferd oder einem Esel? Bei längeren Reisen mit viel eisernen Waffen und Proviant kommt da ja einiges zusammen.
      Auch wenn es die angesprochenen Tiere in dieser Welt gibt, hat doch keiner der Protagonisten eines. Ich werde das Thema Proviant generell eher aussparen. Aber gehen wir mal davon aus, dass die Protagonisten darauf vorbereitet sind, inklusive eingeplanter Jagderfolge für Frischfleisch und diverser Sammelerfolge für Beeren, Kräuter etc. eine Reise von etwa 6 Zehntagen überstehen zu können. Dass Bjanik und Bjanka in Letzthafen in einem Magierlabor waren, heißt ja nicht, dass sie nicht auch beim örtlichen Lebensmittelhändler waren. Dörrfleisch, Käse, Rosinen... da die Protagonisten die beschriebenen Waffen und Ausrüstungsgegenstände ja am Körper tragen, bleibt auf dem Rücken immer noch Platz für einen Tornister. Gut, ja, den habe ich bei den Beschreibungen nicht erwähnt, aber irgendwie erschien mir das überflüssig. Und Waffen? Naja, wirklich schwer bepackt ist ja nur Zam'ra mit ihrem Kriegshammer und ihrer Vollrüstung. Aber wenn sie das abkann, dann wird sie wohl auch noch nen Tornister schleppen können. ;)
      Ich hoffe, das beantwortet deine Frage weitestgehend.





      Hier der Rest vom Abschnitt "Eishauch":


      Der dumpfe Aufschlag alarmierte Bjanka noch vor dem überraschten Aufschrei Zam’ras. Einen Augenblick später war sie kampfbereit, aber die Sicht zum Eingang wurde ihr bereits von Zam’ras Gefährten verstellt. Haben die drei gleich in Kampfaufstellung geschlafen?!, dachte sie verwirrt.
      Neben ihr begann Bjanik einen Zauber. Aber Tarlin hatte seine Magie anscheinend im Schlaf vorbereitet, denn schon brach ein wahrer Geschosshagel aus ihm hervor. Bjanka hatte schon oft zugesehen, wenn Bjanik magische Geschosse hervorrief, aber Tarlins waren dagegen riesig – und er hatte nicht mal seine Finger bewegt!
      Während nun auch Tel’Quir einen Gesang anstimmte und Dorn ihrer Schwester zu Hilfe eilte, wurde der Wolf durch Tarlins Geschosse in die Luft und nahezu auseinandergerissen. Zam’ra hatte ihren Helm verloren, schien aber unverletzt zu sein. Während Dorn ihrer puterrot angelaufenen Schwester rasch auf die Beine half, stürmten gut zwei Dutzend Wölfe aus der Dunkelheit auf sie zu. Als die Kriegerinnen ihren perfekt aufeinander abgestimmten Defensivkampf am schmalen Eingang der Höhle aufnahmen, war Bjanka froh, sie auf ihrer Seite zu wissen. Jede Klaue, die nach Dorns Beinen schlug, traf entweder Luft, prallte von Zam’ras Schild ab oder fiel ihrem Hammer zum Opfer. Gleichzeitig bestraften Dorns Kurzschwerter jeden Angriff auf ihre Schwester. Verk hatte sich hinter den beiden Kriegerinnen positioniert und wehrte über ihre Köpfe hinweg mit seiner Keule alle Wölfe ab, die einen Sprung wagten. Bjanka nutzte die wenigen Lücken in der Verteidigung, um ein paar ihrer Dolche zu werfen. Als Bjanik neben ihr plötzlich aufhörte zu sprechen, wandte sie den Kopf in seine Richtung und erblickte dort, wo der Gnom eben noch gestanden hatte, eine gallertartige Masse, die träge an der Höhlenwand in Richtung Eingang glitt. Jeder Wolf, welcher nach Bjaniks zähflüssiger Gestalt schnappte, wurde unvermittelt von einem faustartigen, verhärteten Auswuchs getroffen, welcher sofort wieder in den schleimigen Körper zurücksank. Tel’Quirs Gesang stoppte abrupt und ein Gefühl göttlicher Lenkung überkam Bjanka. Ein Ziel zu verfehlen erschien ihr nun fast unmöglich, sodass sie ihre Dolche umso kräftiger warf und jeder Wurf ließ einen Wolf aufjaulen.
      „Dorn!“, rief Tarlin. Sie ließ sich sofort zu Boden fallen. Keine Sekunde später schossen brennende Pfeile über ihren Kopf hinweg und ließen das Fell zweier Wölfe in Flammen aufgehen. Die anderen Wölfe wichen verängstigt zurück, während die brennenden Wölfe sich mit qualvollem Winseln auf dem Boden wälzten. Erst als Bjanka das schneeweiße Fell eines riesigen Wolfs bemerkte, erkannte sie, dass das Rudel nicht nur dem Feuer entgehen wollte. Bei den Göttern, sie ging diesem Ungetüm von Wolf kaum bis zur Schulter.

      Verk hatte noch nie einen so prächtigen, großen Wolf gesehen. Deshalb wusste er auch nicht, dass er einem Winterwolf gegenüber stand und war zu perplex, als Zam’ra und Dorn plötzlich nach beiden Seiten davonhechteten.
      Im letzten Winter hatte Verk einmal als Bestrafung im Freien schlafen müssen, als gerade ein mächtiger Schneesturm über dem Grat wütete. Die Kälte hätte ihn damals beinahe umgebracht.
      Ein Schwall solch überwältigender Kälte traf den Oger, dass seine Haut vor Schmerz brannte. Ihm stockte der Atem. Er fühlte, wie Hautschichten zerbarsten und krümmte sich zusammen, das Gesicht mit den Händen bedeckend. Die Haut seiner Hände fror und platzte knackend.
      Erst nach einer schier endlosen Zeit verebbte das eisige Inferno. Die Kälte verschwand rasch und seine gefrorenen, offen liegenden Nervenenden begannen förmlich zu schreien. Immer noch vor Schmerz verkrümmt, senkte er die Hände und erblickte den schneeweißen Wolf, der rasch näher kam und sein Rudel, das sich seine Kältestarre ebenfalls zunutze machen wollte.
      Und er sah den blau leuchtenden Energieknoten, der direkt vor ihm in der Luft hing. Das durchscheinende Gebilde schwebte zuckend und pulsierend nur wenige Handbreit vor seinem Gesicht.
      Er wusste nicht, warum er es tat oder was genau er tat, als er seine bebende Hand in die schimmernde, magische Konzentration stieß. Er konnte irgendetwas fühlen und greifen – nicht greifen im eigentlichen Sinn, eher bewegen. Eine neue Welle der Qual durchfuhr ihn und seine Hand zuckte unkontrolliert. In einer lautlosen Explosion zerstob die blaue Energie und dann sah er –

      Nichts.

      Es gab nur noch Schwärze um ihn herum. Verk war augenblicklich wie gelähmt. Er konnte hören, wie der Kampflärm wieder anschwoll. Er konnte ohrenbetäubendes Wutgeheul und ein kurzes, intensives Jaulen unmittelbar vor sich hören. Er hörte seine Kampfgefährten laut fluchen, nahm die Stimmen Tel’Quirs und Tarlins wahr, die beide erneut zauberten. Ein harter Stoß gegen seinen Schädel ließ ihn zu Boden gehen und er verlor das Bewusstsein.
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    • Es geht weiter mit den Auriliten. Ein heikler Abschnitt. Wenn euch was unlogisch erscheint, gebt Bescheid. Ansonsten wünsche ich mal wieder viel Spaß!




      Aurils Wille

      20. Mirtul


      Nach all den Monaten war der Tempel nun endlich in Sichtweite.
      Ohne Fjotkars scharfe Augen hätten die Geschwister den Tempeleingang auf diese Entfernung unmöglich ausmachen können und obwohl der Anblick das Ende ihrer langen Reise verhieß, waren sie doch noch einige Tagesmärsche entfernt. Die vielen Schluchten, teilweise von Schnee halb verdeckten Felsspalten und unpassierbaren, zerklüfteten Steilwände, welche den gesamten Grat der Welt durchzogen, hatten ihre Reise mehrfach verlangsamt und die Gruppe zu tagelangen Umwegen gezwungen. Selbst Fjotkar und Sigrulf, die beiden mürrischen Frostriesen, konnten die meisten Hindernisse nicht überwinden. Im Gegensatz zu Reil und Cinnabelle schienen sie die Verzögerungen jedoch nicht zu beunruhigen, sondern sie genossen es einfach, die ihnen so vertraute Gebirgslandschaft zu durchstreifen.
      Vor einigen Zehntagen waren sie mit einer Horde Schneetrolle aneinander geraten, die in ihrer Gier nach Menschenfleisch sofort angegriffen hatten, noch ehe Fjotkar und Sigrulf hinter einem Felsvorsprung in Sicht gekommen waren. Einige der etwa neun Fuß großen Schneetrolle ergriffen angesichts der doppelt so großen Feinde die Flucht, während andere sich ihrer Kampfeslust hingaben. Der Kampf war kurz und brutal, wobei Cinnabelle kaum mehr tat, als einen Segen auszusprechen und einen magischen Hammer zu beschwören, der ihrem Streitkolben überlegen war. Der Segen schien jedoch keine Wirkung zu erzielen und ihr magischer Hammer vibrierte bei jedem Schlag in ihrer Hand, wie sie es noch nie erlebt hatte. Da die Gruppe keine Säure mit sich führte und keine Möglichkeit hatte, rasch ein Feuer zu entzünden, konnte sie die Trolle, welche die Fähigkeit zur vollständigen Regeneration besaßen, nur vorübergehend kampfunfähig machen. Reil war der Einzige, der mittels eines Flammenschlag-Zaubers zumindest einige Schneetrolle verbrennen und damit endgültig vernichten konnte.
      Als die versengenden Flammen auf die Schneetrolle niederfuhren, erschien es Cinnabelle auf einmal ungemein widersprüchlich, dass die Frostmaid ihren Priestern auch Feuerzauber gewährte. Doch solange es ihren Belangen diente, schienen die Göttin ihre eigenen Dogmen nicht sonderlich zu kümmern.
      Die beiden Frostriesen verließen sich auf ihre gewaltigen Äxte, die sogar größer waren als Reil. Sie hackten jedoch derart ungestüm auf die Schneetrolle ein, dass sie ihnen immer wieder Körperteile abtrennten. Wenn genug Zeit verging, konnte einem abgeschlagenen Trollkopf ein kompletter neuer Körper wachsen und genauso regenerierte sich auch der kopflose Überrest. Insofern hatten die vier den Schauplatz des Gemetzels rasch hinter sich gelassen, während die zerschlagenen Trolle sich von ihren Wunden erholten.

      Da die bloße Anwesenheit der mächtigen Frostriesen die meisten Feinde abwehrte, verlief die übrige Reise durch den Grat der Welt recht friedlich. Dennoch hatte sich Cinnabelle immer wieder gefragt, ob es Gerti nicht ein Leichtes gewesen wäre, einen Magier anzuheuern, der sie in die Nähe des Tempels oder zumindest nach Luskan hätte teleportieren können.
      Und noch etwas beschäftigte die Geschwister. Obwohl die Anführerin der Frostriesen die Suche nach dem verlorenen Tempel eher als eine unwichtige Aufklärungsmission, ja schon fast als Strafexkursion deklariert hatte, vermuteten Cinnabelle und Reil mehr dahinter. Das Orkkönigreich unter König Obould Todespfeil hatte in den wenigen Jahren seit dem Vertrag mit den Zwergen von Mithrilhalle eine enorme Stabilität erlangt. Obould verwendete offenkundig alle Energien auf die Sicherung und Urbarmachung seines jungen Reiches… aber Orks sind ein kriegerisches Volk. Obgleich der tiefverwurzelte Hass von Zwergen und Orks durch den Vertrag nicht einfach verschwunden war, konnte Gerti im Fall größerer Auseinandersetzungen nicht mehr auf eine uneingeschränkte Allianz mit den Orks gegen die Zwerge oder die übrigen Städte im nordwestlichen Teil Faerûns zählen. Insofern fragten sich die Geschwister, ob Gertis Bezeichnung des Aurilitentempels als mögliches Basislager auch nur ansatzweise ihre wahren Absichten bei der Rückeroberung der heiligen Stätte widerspiegelte.

      Cinnabelles braune Augen glitten ziellos über die entfernten verschneiten Gipfel. Der weiße Schnee, eine Wolke, hochaufgetürmt... wachsam... Sie glaubte, dass harte Gesicht einer Frau in der Wolke zu erkennen, welches sie kalt musterte. Ihr lief ein Schauer über den Rücken.
      "Reil, siehst du - ?"
      "Ja", antwortete er und legte seine starke Hand auf ihre Schulter.
      Zittert meine Schulter oder seine Hand?
      Ein tiefes Grollen, das direkt aus der Bergwand kam, riss Cinnabelle aus ihren Gedanken. Hastig sah sich die Gruppe nach einer Vertiefung im Felsen oder einem Überhang um, aber die Klippe, die ihnen einen so weiten Blick ermöglichte, bot keinen solchen Schutz. Stattdessen würde die Schneelawine, welche hoch über ihren Köpfen losbrach, gänzlich ungehindert über den Fels – und über sie – hereinbrechen.
      Fjotkar und Sigrulf, beide schon über zweihundert Jahre alt, hatten in ihrem Leben bereits unzählige Lawinen erlebt und konnten die Kraft dieses Exemplars binnen Augenblicken einschätzen. Die Riesen stampften gemeinsam mit solcher Wucht auf, dass der Felsboden unter ihren Füßen aufbrach oder einfach zermalmt wurde. Während Reil bereits in einen Stärkungszauber vertieft war, hatte Cinnabelle noch nicht einmal die Absicht hinter all dieser Zerstörung verstanden. Als Reils göttlicher Zauber wirkte, schwollen Fjotkars ohnehin riesige Muskeln zu einem wahren Gebirge heran. Wenige Augenblicke später klaffte bereits ein über zwei Fuß tiefes Loch in der Klippe und die beiden Frostriesen betrachteten die dem Berg zugewandte Kante.
      Cinnabelle war wie paralysiert und konnte den Blick nicht mehr von der herandonnernden Lawine abwenden. Hätte Reil sie nicht mit Gewalt hinter die Riesen gestoßen, wäre sie zerschmettert worden. Die Geschwister duckten sich hinter die breiten Rücken und während Reil bereits einen weiteren Stärkungszauber anstimmte, bereitete Cinnabelle, die den Sinn inzwischen mit Schrecken erkannt hatte, gedanklich einen Erfrischungszauber vor. In dem Moment, als die Schneemassen Fjotkar und Sigrulf erreichten, wirkte auch Reils zweiter Zauber und die beiden Frostriesen, gesegnet mit schier unermesslicher Kraft, warfen sich der Lawine koordiniert entgegen. Dabei ließen sie genug Schnee unter ihrer vereinten Blockade hindurch, um das Loch unter sich zu füllen und lenkten die übrigen Schneemassen gezielt nach beiden Seiten ab. In einem Sekundenbruchteil bildete der durchgelassene Schnee ein Polster, das ihre perfekte Abwehrhaltung sogar stabilisierte. Die Wucht der Lawine ließ die Steinkante unter ihren Füßen brechen und die Riesen wurden wie zwei Meißel in den Fels getrieben. Während der Schnee und darin mitgeführtes Geröll beidseitig an ihr vorbeischoss, wirkte Cinnabelle ihren ersten Erfrischungszauber auf Fjotkar, denn trotz der magisch hinzugewonnenen Stärke zitterten seine Arme bereits durch die ungeheure Anstrengung. Reil tat es ihr gleich, um Sigrulfs Erschöpfung zu bekämpfen. Die mächtigen Frostriesen hielten stand.
      Sekunden später ebbte die Gewalt der Lawine ab. Die von scharfkantigen Eisklumpen und Steinen zerschundenen, völlig entkräfteten Riesen schnauften und keuchten, unfähig sich aus ihren Schneebetten hochzustemmen.

      Während sie gemeinsam mit ihrem Bruder weitere Zauber auf die beiden Frostriesen wirkte, dachte Cinnabelle nach. Es hatte keinen erkennbaren Auslöser für die Lawine gegeben, doch Cinnabelle wusste, dass im Frühjahr bereits eine starke Windböe den Schnee vom Berg lösen konnte. Die Göttin hatte ihnen gegen die Lawine beigestanden, doch zugleich verkörperten die kalten, zerstörerischen Schneemassen alles, woran Auril Wohlgefallen fand. Die Mission der Gruppe schien die Frostmaid ebenso zu erfreuen.

      Was ihnen widerfahren würde, sollte sich dies ändern, war ein Gedankengang, den Cinnabelle lieber nicht weiterverfolgen wollte.
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    • Ich finde ja wie immer alles gut, was du schreibst und es hat ja schon Buchqualität, daher werde ich jetzt mal etwas anspruchsvoller.
      Das ist jetzt aber Kritik auf hohem Niveau, um Gutes noch besser zu machen ... und dich reich und berühmt :D

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      In diesem Teil sind mir die Charaktere etwas zu blass, die Geschwister kann ich mir zum Beispiel noch nicht recht vorstellen. Haben sie Angst? Ist ihnen kalt? Haben sie grüne Augen? Was erhoffen sie sich vom Leben?
      Der Kampf, den du schilderst wirkt etwas beiläufig auf mich. Hier kommt wenig Spannung auf, da du ihn ja als etwas Vergangenes schilderst. Es wäre aber eine schöne Aktion möglich, vielleicht wird eines der Geschwister verletzt und kann gerade noch geheilt werden?

      Insgesamt habe ich noch zu wenig Angst, um die Charaktere. Gibt es einen bösen Feind? Er wird ja angedeutet, gerade in diesem Teil, aber es gibt noch keinen Feindkontakt. Du könntest deine Protagonisten zum Beispiel vom Feind jagen lassen. Ich bin sicher, das kommt auch noch.
      Die Identifikation mit den Protagonisten wird aber verstärkt, wenn du sie frühzeitig in Schwierigkeiten bringst.

      Beispiele:
      Herr der Ringe => die schwarzen Reiter
      Rad der Zeit => Trolloks etc
      Aliens => die Aliens
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

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    • Erstmal danke für die wertvollen Anmerkungen. Genau so etwas brauche ich, um den Text zu verbessern. Dass ich Cinnabelle bislang eher unzureichend charakterisiert habe, ist mir beispielsweise gar nicht bewusst gewesen. Danke. Das Bild von ihr wird mit der Zeit komplettiert.
      Spoiler anzeigen

      Sensenbach schrieb:

      Der Kampf, den du schilderst wirkt etwas beiläufig auf mich. Hier kommt wenig Spannung auf, da du ihn ja als etwas Vergangenes schilderst. Es wäre aber eine schöne Aktion möglich, vielleicht wird eines der Geschwister verletzt und kann gerade noch geheilt werden?
      Die Beschreibung des zurückliegenden Kampfes dient vor allem der Kontroverse um den Flammenschlag-Zauber und Cinnabelles Gedanken dazu. Du hast zwar recht mit der fehlenden Spannung, aber das ist hier auch nicht mein mir vorgenommenes Ziel. Kämpfe sind in jener Welt nicht immer etwas Besonderes oder auch nur pauschal Erwähnenswertes. Es gibt sie eben. Ich versuche daher sekundär, beim Leser den Eindruck zu erwecken, dass der beschriebene Kampf lediglich ein Ärgernis und keine wirkliche Bedrohung darstellte. Außerdem empfand ich eine erneute ausführliche Kampfbeschreibung nach der Kampfszene mit Sharrax etwas zu viel des Guten. Ach ja, und Verletzung und Heilung hatte ich bereits bei Verk und Bjanik. ;)

      Sensenbach schrieb:

      Insgesamt habe ich noch zu wenig Angst, um die Charaktere. Gibt es einen bösen Feind? Er wird ja angedeutet, gerade in diesem Teil, aber es gibt noch keinen Feindkontakt. Du könntest deine Protagonisten zum Beispiel vom Feind jagen lassen. Ich bin sicher, das kommt auch noch.
      Eine Jagd passt nicht in die letztliche Hintergrundgeschichte.
      Über das Thema mit der Angst um die Protagonisten habe ich auch lange nachgedacht. Ich will halt nicht spoilern. Sagen wir, die Geschichte ist ja noch lange nicht am Ende. :)

      Ja, das kommt noch. ;)

      Nochmals danke.

      Für meine anscheinend vorhandenen Leser: Schreibt mir bitte, wenn euch irgendetwas auffällt oder ihr einfach nur einen Gedanken äußern wollt. Dass die Zahl der Zugriffe steigt, aber außer Sense keiner was schreibt, ist ein wenig ?( .
      Danke fürs Lesen.
      Ich weiß ja nicht mal, wer mitliest.
      Wortgefechte - Ein Schwert und sein Held

      Ok! Ich geh da lang und du da lang...
    • Da ich nicht wusste, wo ich den Abschnitt teilen kann, stelle ich ihn einfach ganz rein. :)



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      21. Mirtul


      Als die Sonne den Horizont hinter sich ließ, waren die sieben Reisenden bereits dabei, ihr gemeinsames Lager abzubrechen. Ein halbes Dutzend Wölfe – verkohlt, zerschnitten und zum Teil mit zertrümmerten Schädeln – säumte den vorgelagerten Bereich der Höhle und die Sonne erzeugte ein sanftes Schimmern auf dem von Tautropfen glänzenden weißen Fell des toten Winterwolfs. Bjanik hatte einiges über diese wunderschönen, magischen, aber auch bösartigen Geschöpfe gelesen. Sein Gallertkörper hätte den größten Schaden wohl abgefangen, aber er war froh, dass er dem Eisodem dieses Untiers noch um Haaresbreite entkommen war. Armer Verk, dachte Bjanik. Der Winterwolf hatte den Oger voll erwischt – zum Glück für Bjanka und die Elfen, die ebenfalls durch seinen massiven Körper vor dem Angriff geschützt waren. Er dachte gerade darüber nach, wie der Winterwolf eigentlich gefallen war und woher die plötzliche Dunkelheit gekommen war, als Tarlin an ihn heran trat.
      „Ich möchte deine imposante Leistung während des Kampfes anerkennen, Bjanik.“
      „Welche imposante Leistung denn?“, fragte der Gnom verwirrt. Er hatte ja schließlich weder den Zeitfluss angehalten noch einen Meteorschwarm beschworen. Die Gestaltwandlung konnte wohl kaum gemeint sein.
      Der Elf hob überrascht die Augenbrauen. „In meinen zwei Jahrhunderten habe ich noch keinen Magier gesehen, der in verwandeltem Zustand und dazu noch in einem Körper ohne Gliedmaßen weitere Zauber wirken konnte. Die gnomischen Magier der Reiche scheinen da besondere Fähigkeiten zu besitzen.“
      Bjanik hatte absolut keine Ahnung, wovon er sprach.
      „Woher wusstest du eigentlich, dass Dorn und Zam’ra den blinden Kampf beherrschen?“, fragte Tarlin, da der Gnom nicht reagierte.
      „Das wusste ich nicht.“ Bjanik runzelte die Stirn. Jetzt erst verstand der Gnomenmagier den Hintergrund der Frage. „Moment mal! Ich… ich hab doch gar nicht gezaubert, schon gar nicht als Gallerte gezaubert! Ich dachte, der Dunkelheitszauber stammte von dir!“
      „Ich schätze die Zauber meiner schwarzherzigen Vettern, der Dunkelelfen, nicht“, erwiderte Tarlin leicht verstimmt. „Aber wer hat diese riesige Kugel der Dunkelheit dann beschworen?“

      Das war allerdings eine gute Frage.

      „Könnte deine Gefährtin versteckte magische Talente besitzen?“, dachte Tarlin laut nach.
      „Hm, nein, nicht das ich wüsste“, antwortete Bjanik zögernd.
      „Denn Tel’Quir würde diesen Zauber niemals anwenden, falls die Göttin ihr diesen überhaupt gewähren würde… und Dorn und Zam’ra… ich bin mir nicht sicher, ob sie eine magische Schriftrolle überhaupt richtig herum halten würden…“
      In Bjaniks Denken rastete etwas ein, aber die Möglichkeit war einfach zu abwegig, um sie auch nur zu erwägen. Dafür war einfach viel zu wenig Zeit vergangen.
      Im Hintergrund konnte Bjanik Verk sehen, der sich nach langen Stunden endlich vom Höhlenboden erhob. Tel’Quir hatte ganze Arbeit geleistet. Das Gesicht der Elfe zeugte von der enormen Anstrengung, verursacht von den intensiven göttlichen Energien, welche sie in den letzten Stunden durchströmt hatten, um die schrecklichen Wunden seines Freundes zu behandeln. In seiner sitzenden Position nahm Verk den Dank der Elfe entgegen, welchen er sogleich erwiderte. Bjanka und die beiden Kriegerinnen waren nahezu fertig damit, das Lager zu räumen.

      „Ähm, also haben Zam’ra und Dorn den Winterwolf getötet?“, fragte Bjanik, um das Gespräch vom ungeklärten Ursprung der Dunkelheit fortzulenken. Tarlins Blick und sein kurzes Zögern waren dem Gnom Hinweis genug, dass der Elf ihm sein Geheimnis zugestand und das Thema nicht erneut aufgreifen würde.
      „Das dürfte leicht herauszufinden sein“, antwortete er, hockte sich zusammen mit Bjanik neben das Tier und suchte nach der tödlichen Wunde.
      Nach einer Weile deutete er auf eine große Platzwunde am Schädel und dann auf mehrere Einstiche unterhalb des Halses. „Da werden sich die beiden den Ruhm wohl teilen müssen,“ konstatierte der Elf.
      „Schade. Schönes Tier“, ertönte Verks Stimme über ihren Köpfen.
      „Verk! Geht es dir wieder gut?“, fragte Bjanik besorgt und auch Tarlin musterte den Oger voller Mitleid. An den schlimmsten Stellen glänzte seine Haut noch hellrot und allein das Stehen bereitete ihm sichtlich Schmerzen.
      „Geht besser“, erwiderte Verk. „Tel’Quir mich gerettet. Sie sagt, meine Haut muss mit Zeit heilen. Tel’Quir ist gute Priesterin... Mond… Mondbogen ist gute Göttin.“
      Nun traten auch die anderen vier an die Leiche des Winterwolfs heran. Bjanik konnte hinter der Gruppe erkennen, dass die Höhle nun wieder vollkommen leer war. Auch die Feuerstelle konnte er nur noch deshalb identifizieren, weil er genau wusste, wo sie sich befunden hatte.
      „War wirklich ein prächtiges Tier…“ ergriff Dorn das Wort, hockte sich neben den Winterwolf und strich sanft über das weiße Fell. „Ja, zu schade, dass es uns töten wollte“, fügte Zam’ra an.
      „Den richtigen Leuten ist solch ein Fell eine Menge wert. Wer soll…“, warf Tarlin ein, aber Tel’Quir schnitt ihm das Wort ab.
      „Unser Ogerfreund sollte das Fell bekommen. Der Winterwolf tauchte so plötzlich auf… wäre Verk nicht gewesen, hätte mich selbst die Göttin nicht retten können.“
      „Du mich geheilt. Du Fell bekommen“, entgegnete Verk.
      „Nein. Nimm du es. Kauf dir etwas davon, dass Schaden in Zukunft von dir abwendet. Es wäre schade um einen solchen Oger wie dich“, hielt Tel’Quir mit sanftem Lächeln dagegen.
      Verk nickte und lächelte, so gut es ihm möglich war. „Ihr jetzt mit uns kommen?“

      Als ihre drei Begleiter sie fragend ansahen, schüttelte Tel’Quir sachte den Kopf. „Nein, guter Verk. Wir vier müssen unsere eigene Reise fortsetzen. Wir danken euch für eure Unterstützung und Gesellschaft, die guten Geschichten und neuen Erkenntnisse. Möge die Göttin euch schützen… und dich ganz besonders“, schloss sie und verneigte sich leicht in Verks Richtung.

      Die Reisenden verabschiedeten sich voneinander. Während die Elfen und Menschen die Höhle Richtung Süden verließen, studierte Bjanik das Kartenbuch. Sie waren nur noch wenige Tagesmärsche von ihrem Ziel entfernt. Nachdem Verk erfolglos versucht hatte, den toten Winterwolf mitzunehmen, verschob sich der Aufbruch ein wenig. Der Oger machte sich sofort daran, dem Tier das wertvolle Fell abzuziehen. Bjanka bot zwar an, ihm das Häuten mit einem ihrer scharfen Dolche statt seiner gewohnten Steine zu zeigen, aber schließlich half sie Verk lediglich bei der Arbeit, damit die Wärme der Sonne den Geruch nicht weiter verschlimmerte.
      Während Bjanik den beiden halb interessiert, halb angewidert zusah, wuchs seine Neugier ins schier Unermessliche. Schließlich konnte er sich nicht mehr zurückhalten.
      „Verk, weißt du, woher die magische Dunkelheit vorhin während des Kampfes kam?“, fragte er scheinheilig.
      Verk wirkte verwirrt. „Magische Dunkelheit? Ich dachte, ich mich hätte geblendet“, antwortete er nachdenklich.
      „Dich geblendet?“, fragte Bjanka verwirrt, aber Bjanik jubelte nur laut.
      „HA! Ich wusste es! Aber woher kanntest du den Zauber? Was genau ist passiert und was hast du gemacht? Wie – “
      „Bjanik!“, unterbrach ihn Bjanka energisch. Sich seines Übereifers nun bewusst, wartete Bjanik auf den Ballen wippend ab.
      Während der Oger weiterhin das inzwischen vollständig vom Wolfskörper gelöste Fell bearbeitete, schien er zunächst für sich selbst die Ereignisse zu rekonstruieren. Insofern sprach er mehr zu sich selbst, als gezielt auf die Fragen des Gnoms zu antworten.
      „Wenn mich Eis von Winterwolf getroffen hat, alles Schmerzen. Dann ist blau leuchtende Kugel in der Luft aufgetaucht. Ich weiß nicht, warum. Ich dann einfach gegriffen. Dann wieder alles weh… von Eis und… Hand verkrampft. Irgendwas ist passiert und dann… dann explodiert… und dann alles dunkel.“ Gedankenverloren und mit bedrücktem Gesichtsausdruck schabte er weiter das Fell aus. „Ich nichts mehr gesehen und alles Schmerzen… bis Tel’Quir mich heilt.“ Er verstummte.
      Bjanik und Bjanka mussten erst einmal verarbeiten, dass ihr Freund offensichtlich aus heiterem Himmel einen Zauber gewirkt hatte. Das war zwar weder seine klare Absicht gewesen, noch hatte er den Zauber sinnvoll lenken können, doch eine Kugel der Dunkelheit war weit mehr als ein Taschenspielertrick.
      „Hat Verk gezaubert?“, fragte der Oger unsicher und sah Bjanik direkt an.
      „Oh ja, und wie!“, betonte der Gnom glücklich.
      Verk wirkte sehr beunruhigt. Auf seiner Unterlippe kauend wandte er sich wortlos wieder seiner Arbeit zu.
      Bjanik wusste nicht, was er davon halten sollte. Bjanka hingegen schien Verks Trübsal zu verstehen.
      „Das hat dich sicher sehr erschreckt, oder?“, fragte die Gnomin behutsam und Verk nickte leicht. „Wenn du mehr Übung darin hast, kannst du deine Zauber besser lenken und dann machen sie genau das, was du dir möchtest, so wie bei Bjanik.“
      Der Oger nickte erneut gedankenversunken, erwiderte aber nichts. Er kaute auch nicht mehr auf seiner Lippe herum.
      Als Bjanik tief einatmete, um Bjankas Aussagen zu bekräftigen und Verk seinerseits Mut zuzusprechen, sah ihn die Gnomin nur bestimmt an und schüttelte sachte den Kopf.

      Als das Fell eine Stunde später komplett gesäubert war und zusammengefaltet über Verks massiger Schulter ruhte, setzten die drei ihre Reise nach Nordwesten fort. Lediglich die beiden Gnome wechselten einige Worte.
      Wortgefechte - Ein Schwert und sein Held

      Ok! Ich geh da lang und du da lang...

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von bigbadwolf ()

    • Ich habe es leider schon wieder getan. Beim Abschnitt "Eishauch" fehlt noch einiges, was ich vergessen habe hochzuladen.

      Ich habe diesen Rest jetzt bei meinem Post vom Sonntag, 17. September 2017 eingefügt. Wer ihn also noch braucht, bitte erst dort nachsehen und dann wie gewohnt weiterlesen.

      Sorry, Leute! :pardon:
      Wortgefechte - Ein Schwert und sein Held

      Ok! Ich geh da lang und du da lang...
    • Sehr schön im Spoiler mehr.

      Spoiler anzeigen

      Während nun auch Tel’Quir einen Gesang anstimmte und Dorn ihrer Schwester zu Hilfe eilte, wurde der Wolf durch Tarlins Geschosse in die Luft und nahezu auseinandergerissen.
      Satz überprüfen

      Im letzten Winter hatte Verk einmal als Bestrafung im Freien schlafen müssen, als gerade ein mächtiger Schneesturm über dem Grat wütete. Die Kälte hätte ihn damals beinahe umgebracht.
      Das passt irgendwie nicht. Löschen?

      Deshalb wusste er auch nicht, dass er einem Winterwolf gegenüber stand und war zu perplex, als Zam’ra und Dorn plötzlich nach beiden Seiten davonhechteten.
      Perplex = verblüfft

      Immer noch vor Schmerz verkrümmt, senkte er die Hände und erblickte den schneeweißen Wolf, der rasch näher kam und ebenso sein Rudel, das sich seine Kältestarre ebenfalls zunutze machen wollte.
      Und dann sah er plötzlich den blau leuchtenden Energieknoten, der direkt vor ihm in der Luft hing. Er war hell und schimmerte mystisch, machtvoll.
      Das ist ein wichtiger Absatz mach es intensiver!

      Er wusste nicht, warum er es tat oder was er genau tat, als er seine bebende Hand in die schimmernde, magische Konzentration stieß. Er konnte irgendetwas fühlen und greifen – nicht greifen im eigentlichen Sinn, eher bewegen. Zu technisch.
      Eine neue Welle der Qual durchfuhr ihn und seine Hand zuckte unkontrolliert. In einer lautlosen Explosion zerstob die blaue Energie und dann sah er –

      „Ähm, also haben Zam’ra und Dorn den Winterwolf getötet?“, fragte Bjanik, um das Gespräch vom ungeklärten Ursprung der Dunkelheit fortzulenken.
      abzulenken?

      Nach einer Weile deutete er auf eine große Platzwunde am Schädel und dann auf mehrere Einstiche unterhalb des Halses. „Da werden sich die beiden den Ruhm wohl teilen müssen“, konstatierte der Elf.

      Verk nickte und lächelte, so gut es ihm möglich war. „Ihr jetzt mit uns kommen?“
      Das Fell macht einen guten Mantel für einen mächtigen Magier, ich hab auch so einen. :D

      Die Reisenden verabschiedeten sich voneinander. Während die Elfen und Menschen, die Höhle Richtung Süden verließen, studierte Bjanik das Kartenbuch.
      Verks Gesicht erschlaffte und er wandte sich wieder seiner Arbeit zu.
      Erschlaffte ist irgendwie seltsam

      „Das hat dich sicher sehr erschreckt, oder?“, fragte die Gnomin behutsam und Verk nickte leicht. „Wenn du mehr Übung darin hast, kannst du deine Zauber besser lenken und dann machen sie genau das, was du dir möchtest, so wie bei Bjanik.“
      Was du möchtest

      Der Oger nickte erneut gedankenversunken, erwiderte aber nichts.
      Als Bjanik tief einatmete, um Bjankas Aussagen zu bekräftigen und Verk seinerseits Mut zuzusprechen, sah ihn die Gnomin nur bestimmt an und schüttelte sachte den Kopf.
      Satz ist komplex
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • Spoiler anzeigen
      Ich werde nächste Woche wahrscheinlich nichts hochladen. Hoffe, ihr könnt so lang warten. ;)

      Wer von euch je das Computerspiel Icewind Dale gespielt hat und einige Karten noch im Kopf hat, wird hier manches wiederentdecken. :D



      Ein Mensch zu sein


      25. Mirtul


      Nach der ersten Sichtung vergingen drei weitere Tage voller Sackgassen, falscher Abzweigungen und Umwege, bis Reil, Cinnabelle und die Frostriesen den Tempeleingang endlich über sich aufragen sahen. Dies galt zumindest für die beiden Menschen, denn bereits der von zwei riesigen bronzenen Figuren gesäumte Eingang zwang Fjotkar und Sigrulf, sich tief zu bücken.

      Pakte zwischen Aurils Anhängern und den mächtigen Frostriesen waren zwar nicht unüblich, doch die Erbauer dieses Tempels hatten derartige Audienzen in ihrem Tempel wohl nicht eingeplant. Andererseits hätte eine riesige Pforte den versteckten Eingang natürlich unnötig präsentiert. Was Cinnabelle und ihren Bruder stutzig machte, waren die Metallfiguren an den Seiten. Einer der gut zwölf Fuß hohen Statuen fehlte der Kopf, welcher unweit unter dem stetig schmelzenden Schnee hervorlugte. Obgleich das Tal, in welchem sich die Gruppe nun zu befinden schien, von der Sonne geradezu gemieden wurde, war der Schnee dem einziehenden Frühling nicht gewachsen. Die andere, unversehrte Statue stellte einen in eine Robe gewandeten Menschen dar, den Kopf in einer ergebenen Pose geneigt, die Hände vor der Brust zusammengeführt. Als Cinnabelle herantrat, um die Statue näher zu betrachten, bemerkte sie aus dem Augenwinkel, wie sich Fjotkar die Arme rieb. In den letzten Tagen hatten beide Frostriesen dies immer wieder getan, sobald sie sich von den Geschwistern unbeobachtet gefühlt hatten. Die Schneelawine vor fünf Tagen hatte ihnen anscheinend mehr zugesetzt, als die beiden durchblicken lassen wollten. Cinnabelle beließ es dabei, machte es doch für sie sowieso keinen Unterschied. Die Bronzestatue musste einen ungewöhnlich bescheidenen Diener Aurils darstellen, denn in ihrer Religion waren es für gewöhnlich aggressive, Macht und Anmut ausstrahlende Posen, die in Stein oder Metall verewigt wurden. Sollte es noch andere Priester der Frostmaid gegeben haben, die alles persönliche Streben nach Macht und Einfluss von sich wiesen, um lediglich demütig ihrer gewählten Gottheit zu dienen?

      Die Sonne näherte sich bereits den hohen Gipfeln im Westen, im Norden zogen dunkle, tiefhängende Wolken auf. Unweit des Eingangs ragten zwei sich gegenüberstehende Felsbrocken auf, welche den Frostriesen bis zur Hüfte reichten und die bereits lange Schatten warfen. Der etwa zehn Fuß breite Raum zwischen den breiten Felsen würde sich als windgeschütztes Nachtlager eignen.

      „Yetis“, sagte Fjotkar hinter Cinnabelle, welche sich gerade dem Eingang zuwenden wollte.
      Während ihre Hände bereits nach ihrer Schleuder suchten, drehte sich die junge Priesterin um, konnte jedoch keines der aggressiven Pelzgeschöpfe erkennen. Ein Kampf gegen Yetis war kaum angenehmer als gegen Trolle, obwohl sie kleiner und schwächer waren. Ihr Fell tarnte sie in der Regel im Schnee so gut, dass nur äußerst wachsame Reisende einem Yetiüberfall entgingen. Oder zumindest überlebten. Andernfalls sah man sich von einer Sekunde auf die andere mindestens einem halben Dutzend übermannsgroßer, klauenbewehrter Alpträume gegenüber.
      Ehe Cinnabelle fragen konnte, korrigierte Sigrulf: „Yetispuren.“ Anschließend ließ er kampflustig seine Fingerknochen knacken, was die Priesterin an das Geräusch berstender Felsen erinnerte.
      „Heute werden wir den Tempel nicht mehr betreten“, ergriff Reil das Wort. „Wenn ihr unbedingt euren Spaß haben wollt, bitte. Dann bringt aber auch etwas Nützliches mit – und ich meine keine Yetihandschuhe. Irgendetwas Essbares oder Wertvolles. Wir bleiben hier beim Eingang.“

      Als die Frostriesen außer Hörweite waren, deutete Reil auf die Bronzefiguren.
      „Dir kommt diese schwache Pose auch seltsam vor, nicht wahr?“, fragte er.
      „Vielleicht waren diese Auriliten mehr auf ihren Glauben fixiert, als es viele unserer Brüder und Schwestern heute auch nur vorgeben.“
      „Eine solche Statue spottet der Göttin mehr, als ihr zu gefallen. Wir sollten vorsichtig sein. Vielleicht haben Häretiker den Tempel entweiht…“
      Wird sich der Tempel tatsächlich als bewohnbar herausstellen?, sinnierte Cinnabelle erneut über ihre Mission, während ihr Bruder über die Anhänger anderer Religionen spottete. Werden unsere Glaubensbrüder und -schwestern sich auf den langen Weg hierher machen und diesen Ort im Namen Aurils erneut besiedeln? Einen Ort, tief eingebettet in den Fels, welcher Aurils frostigen Atem nicht willkommen heißen kann? Einen Ort für die Verehrung ihrer Göttin des Eises, der in tiefer Dunkelheit unter dem Fels liegt und den vermutlich Fackeln erleuchten müssten? Einen Ort… für warmblütige Menschen ohne Infravision…?
      „Woran denkst du?“
      Cinnabelle bemerkte, dass sie vor sich hin starrte, während sie gedankenverloren das Schneeflockensymbol an ihrer Kettenrüstung betastete.
      „Nichts… nichts Wichtiges. Lass uns das Lager herrichten.“

      Des Nachts entluden sich die Wolken, welche Cinnabelle im Norden gesehen hatte, in einem heftigen Schneeregen direkt über ihren Köpfen. Die nasskalte Kleidung störte die abgehärteten Auriliten jedoch nicht im Geringsten, erst recht nicht die beiden Frostriesen.
      Als Cinnabelle und Reil sich am nächsten Morgen daran machen wollten, den Eingang des Tempels auf Fallen zu untersuchen, wurde schnell klar, dass der Eingangsbereich wohl auf lange Sicht den höchsten Teil des Tempels darstellte. Ihrer Möglichkeiten beraubt, hielten Fjotkar und Sigrulf draußen Wache, während die Geschwister in das Gebäude vordrangen.
      Wortgefechte - Ein Schwert und sein Held

      Ok! Ich geh da lang und du da lang...
    • Spoiler anzeigen
      @Genesis Ich hoffe, du konntest halbwegs aufschließen. :)
      Die versprochen, geht es heute weiter. Ein langer, aufschlussreicher Abschnitt für alle Magiefans.


      Ein Hexenmeister?

      23. Mirtul

      Bjanik konnte spüren, wie die Energie auf ihn überging. Den Zauber Kalte Hand würde er morgen wie immer parat haben, ebenso wie eine Bandbreite anderer niederer Zauber. Schließlich wusste man ja nie, was der Tag brachte.
      Wie jeden Abend verfolgte Verk gebannt den gesamten Vorgang und schilderte Form und Farben der magischen Energien, die der Gnomenmagier durch sein Zauberbuch aus Mystras Gewebe bezog. Inzwischen war sich Bjanik aufgrund der Beschreibungen seines Freundes ziemlich sicher, dass Zauber einer bestimmten Zauberschule, etwa der Nekromantie oder der Beschwörung, meistens dieselbe Farbe hatten, wohingegen sich ihr genaues Aussehen stets unterschied. Sogar die Energien für ein und denselben Zauber schienen von Mal zu Mal anders auszusehen.
      „Dauert ganz schön lange. Das muss man wirklich immer machen?“, fragte Verk nicht zum ersten Mal.
      „Wer zaubern will, braucht eben Zeit und Geduld“, antwortete Bjanik ebenfalls nicht zum ersten Mal.
      Verk schien sich überwinden zu müssen, um seine nächste Frage zu stellen. Er zupfte an seinem neuen Überwurf aus dem Fell des Winterwolfs herum und suchte nach den passenden Worten in der Gemeinsprache.
      „Du hast letztes Mal nicht meine Frage beantwortet… ob du mich Magier machen kannst“, sagte er schließlich.
      Bjanik hatte in den letzten Tagen intensiv darüber nachgedacht, was er dem Oger antworten würde, sollte dieser erneut fragen. Ein erneuter Gedanke an Verks spontanen, wenn auch völlig unkoordinierten Dunkelheitszauber bestärkte ihn.
      „Eigentlich stellt sich eher die Frage, ob du so ein Magier werden willst wie ich?“
      „Was soll er denn sonst für einer werden?“, schaltete sich Bjanka in das Gespräch ein.
      „Weißt du, was ein Hexenmeister ist?“, fragte er Verk, welcher daraufhin den Kopf schüttelte.
      „Gab es unter den anderen Ogern einen Schamanen?“, fragte nun Bjanka, die zu wissen schien, worauf der Gnom hinauswollte.
      Erneut verneinte Verk.
      „Ich habe dir von Magiern, Priestern und Druiden erzählt, aber es gibt noch eine vierte Art von Zauberwirkern, die ihren ganz eigenen Regeln folgt.
      „Priester, Druiden?“, fragte der Oger und Bjanik fiel wieder ein, dass das letzte Gespräch in Jogishk stattgefunden hatte. Verk kannte diese beiden Begriffe in der Gemeinsprache nicht. Da er mittlerweile bei jedem Einsatz des Übersetzungszauberstabes fürchtete, dass er gänzlich entladen war, wollte er ihn eigentlich nicht schon wieder einsetzen.
      „Warte kurz“, sagte er grübelnd, bis er einen Plan ersonnen hatte.

      „Ich werde jetzt eine Ladung verbrauchen und dir in deiner Sprache rasch alle wichtigen Begriffe zum Thema Zaubern übersetzen und erklären, dann reden wir in der Gemeinsprache weiter. Ich hab nämlich keine Ahnung, wie lange der hier noch funktioniert“, sagte der Gnom und wedelte mit dem Zauberstab.
      Bjanka erhob sich umgehend und verließ das Lager. Sie würde ja sowieso nichts verstehen. Abgesehen davon war Jogishk mit seinen harten, kehligen Lauten für die Ohren der sogenannten guten Völker Faerûns alles andere als eine wohlklingende Sprache. Als Bjanik schließlich mit dem benötigten Vokabular fertig war, endete auch der Zauber, sodass er Verk bitten musste, seine letzte Antwort in der Gemeinsprache zu wiederholen.
      „Ich sage, dass ich den Unterschied bei Hexenmeister und Magier nicht verstehe“, erklärte Verk.
      „Lass es mich so erklären. Erinnere dich mal an Zam’ra und Dorn. Beide sind Kriegerinnen. Sie haben ein jahrelanges, intensives Training hinter sich und kämpfen dadurch diszipliniert und kontrolliert. Bestimmte Techniken und Kampffähigkeiten haben sie erlernt, wie Tausende andere. Du hingegen verlässt dich mehr auf deine Stärke und hast einen spontanen, brutaleren Kampfstil. Du stürmst auf den Feind ein und handelst instinktiv. Ich habe gelesen, dass es noch weiter im Norden sogenannte Barbaren gibt, die sich auch vorrangig auf ihre Kraft, Ausdauer und natürliche Wildheit verlassen. Genauso unterscheiden sich auch ein Magier und ein Hexenmeister. Der Magier hat gelernt, wie man zaubert. Er hat lange trainiert und sich selbst diszipliniert, um die komplexen Abläufe des Zauberns zu verinnerlichen. Er kann kontrolliert die magischen Energien in sich aufnehmen, sie formen und wieder freigeben. Ein Hexenmeister hat eine intuitive Gabe, man nennt es, glaube ich, auch Charisma oder ein Geschenk der Götter, zur Manipulation magischer Energie.“
      Verk räusperte sich, um Bjaniks Redefluss zu unterbrechen. „Was ist Manipulation?“
      „Manipulation? …Na, wenn du einen großen Stein in einen Fluss wirfst, änderst du dadurch die Strömung, ja? Du veränderst den Fluss nach deinen Wünschen. Du manipulierst ihn, ja?“, fragte Bjanik.
      Verk nickte.
      „Gut, ähm… also Hexenmeister manipulieren spontan magische Energie, sie greifen also in das magische Gewebe und verändern es nach ihren Wünschen. Bedenke, dass uns das Gewebe ja immer und überall umgibt, obwohl wir es nicht sehen können. Naja, soweit ich weiß, bist du da die einzige Ausnahme… immerhin siehst du das Gewebe ja manchmal. Wie auch immer… das langwierige Erlernen der vorbereiteten, kontrollierten Kanalisierung… ähm, also die Formung magischer Energie spart sich ein Hexenmeister. Seine ersten spontanen Manipulationsversuche enden daher meistens in einer riesigen Katastrophe. Dein erster Zauber hat dir ja zumindest nicht körperlich geschadet, sondern dir nur die Orientierung genommen.“
      „Aber da war wieder so eine leuchtende Energiekugel, die ich sehen gehabt. Ohne sie hätte ich gar nicht zaubern können.“
      „Doch, ich glaube schon. Nur wäre das Ergebnis vermutlich ein ganz anderes gewesen. Du hast eben zufällig gerade diese aufgetretene Energieansammlung auf diese spezielle Art manipuliert. Hättest du in das, sagen wir, gewöhnliche Gewebe eingegriffen, hättest du vielleicht eine „Kalte Hand“ hervorgebracht… oder den halben Berg gesprengt.“ Er zuckte mit den Schultern. „Das kann uns vielleicht nicht einmal Mystra sagen… Wie genau die spontane Manipulation funktioniert, kann ich dir aber auch nicht erklären. Angeblich hat da jeder Hexenmeister seine individuelle Vorgehensweisen, gewisse Neigungen – eben seinen eigenen Stil. Deshalb benötigen Hexenmeister viel Zeit, um auch nur einen einzigen Zauber zu perfektionieren. In der Regel kann er dann aber seine Zauber mit geringerem energetischem Aufwand wirken, als ein Magier. Dadurch kann er diese begrenzte Anzahl von Zaubern zumeist häufiger wirken. Dennoch stellt sich je nach der Größe seiner Gabe, seiner Mächtigkeit und seiner persönlichen Erfahrung irgendwann dieselbe mentale Erschöpfung ein, welche auch ihm die weitere Energiemanipulation unmöglich macht. Ein Hexenmeister muss noch nicht einmal sonderlich schlau sein…, obwohl das häufig der Fall ist. Mein Lehrmeister Nardib hat mir erzählt, dass jede Rasse Abeir-Torils Hexenmeister hervorbringen kann – beispielsweise auch Orks und Trolle – und ihre Grundveranlagung kann ausgebaut und trainiert werden. Die Anleitung durch einen gestandenen Hexenmeister kann natürlich dabei helfen, schnellere Fortschritte zu erzielen, aber letztlich muss jeder Anfänger irgendwann selbst zurechtkommen.“
      „Du glaubst also, ich bin Hexenmeister, nicht Magier“, schloss Verk.
      „Ich glaube, diese Art des Zauberns wäre in Anbetracht deiner einzigartigen Fähigkeit wesentlich effektiver für dich“, erklärte Bjanik. „Du hast kein Zauberbuch und kannst ohnehin noch nicht lesen. Ich habe noch nie ein Zauberbuch erschaffen und habe mich auch noch nie damit beschäftigt. Wenn ich dir das Lesen beibrächte, könntest du natürlich mit meinem Buch arbeiten, aber meine persönlichen Notizen“ – er deutete auf die vollgekritzelten Ränder seines Zauberbuchs – „würden dir wenig nützen… und dann hätte ich kein Zauberbuch mehr. Außerdem ist die sichere Aufnahme der magischen Energie aus dem Buch etwas, dass man sehr lange üben muss. Mir unterlaufen dabei auch gelegentlich Fehler. Einmal habe ich beim Einprägen von Agannazars versengendem Strahl versehentlich die Energie freigesetzt, statt sie in mich aufzunehmen. Dadurch habe ich den Zauber komplett aus dem Buch gelöscht. Zum Glück hatte mein Meister den Zauber noch irgendwo als Schriftrolle herumliegen.“
      „Und dann?“, fragte der Oger, der den Zusammenhang offensichtlich nicht erfasste.
      Woher soll er das auch wissen?, fragte sich Bjanik und schlug sich gegen den Kopf.
      „Naja, irgendwie müssen die Zauber ja ins Buch kommen, oder? Einige Magier erfinden neue Zauber und schreiben sie direkt in ihre Bücher. Dazu haben sie ihren Zauber zunächst so perfektioniert, dass sie die dazu benötigten Energien direkt aus dem magischen Gewebe in sich aufnehmen können. Sind sie dazu in der Lage, übertragen sie den Zauber mitsamt der benötigten Energie in ihr Buch. Ich habe zum Beispiel auf diese Weise meinen Stinkschleimzauber erfunden. Ist so ein Zauber erstmal erfunden, kann er auch auf Schriftrollen übertragen werden. Das ist dann so, als würde der Magier den Zauber wirken, aber er überträgt dabei die Energie auf das Papier. Währenddessen notiert er auch die zusätzlichen Gesten, Worte und unterstützenden Komponenten. Jetzt gibt es also eine Schriftrolle mit dem entsprechenden Zauber. Ich habe zum Beispiel mit Tarlin Schriftrollen ausgetauscht – einenStinkschleimzauber gegen eine Elastische Kugel.“
      „Also, Zauber werden ausgedacht, aufgeschrieben und dann als Schriftrollen an andere Magier weitergegeben?“, fragte der Oger.
      Bjanik grinste ob der etwas naiven Vorstellung seines Freundes.
      „Naja, Magier sind nicht allesamt Wohltäter. Wenn man einen richtig guten Zauber haben will, muss man auch richtig gut bezahlen, aber an sich hast du Recht. Der Zauber, welcher in der Schriftrolle auf seine Freisetzung wartet, kann von einem geschulten Magier in sein Zauberbuch übertragen werden. Wenn man dabei allerdings unkonzentriert ist, kann einem die Energie bei der Übertragung entgleiten. Das kann auch wieder unschöne Nebenwirkungen haben… du weißt ja, was ich meine. Naja, die Schriftrolle entlädt sich dabei in jedem Fall – als wäre der Zauber ausgesprochen worden – und wird durch die Energiefreisetzung zerstört. Wer also beim Einschreiben patzt, hat einen Haufen Gold in den Abyss geschmissen.“
      „Und wenn Zauber dann im Buch ist, holt es sich die Energie immer wieder. Hab ich gesehen. Dein Buch hat vorhin auch immer geleuchtet, sobald die Energie zu dir gegangen ist… vielleicht sehe ich nur manipulierte Energie. Du sagst ja, Gewebe ist überall, aber ich sehe nur Zauber und was dazu gehört… und manchmal die Energiekugeln.“
      Diese Schlussfolgerung beeindruckte Bjanik, hatte er sich doch bislang selbst nicht erklären können, warum Verk die magischen Energien nur manchmal sehen konnte.
      „Das stimmt wohl. Das heißt, wenn du in das Gewebe greifst, müsstest du durch die Manipulation gleichzeitig sehen können, was du da tust. Dann kannst du mit den Augen kontrollieren, wie deine Hände die magische Energie formen. Dazu musst du aber zuallererst einmal herausfinden, wie du auf das Gewebe zugreifst.“
      Verk wedelte unsicher mit den Armen und starrte dabei in die Luft vor sich, offensichtlich in der Hoffnung ein magisches Leuchten erzeugt zu haben.
      Bjanik prustete los vor Lachen und Bjanka, die mit einem Kaninchen über der Schulter gerade erst wieder gekommen war, stimmte ob des irritiert herumwedelnden Ogers mit ein. Schließlich musste auch Verk lachen.

      Die Nacht brachte Schneeregen mit sich, doch die drei Gefährten waren in ihrer kleinen Höhle geschützt. Nur einen guten Tagesmarsch entfernt schlief auch Cinnabelle endlich ein.
      Wortgefechte - Ein Schwert und sein Held

      Ok! Ich geh da lang und du da lang...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von bigbadwolf ()

    • Aha, so geht Zaubern ^^
      Ein Kapitel mit viel Erklärungen, finde ich aber lohnend, und gut geschrieben.

      Spoiler anzeigen

      bigbadwolf schrieb:

      einenStinkschleimzauber
      Leerzeichen

      bigbadwolf schrieb:

      Zauber einer bestimmten Zauberschule
      Das hab ich noch nicht richtig verstanden, was meinst du mit "Zauberschulen"? Sind die Zauber in Kategorien eingeteilt oder gehören die Magier unterschiedliche Richtungen (Schulen) an.
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • so @bigbadwolf,
      wie angekündigt wollte ich ja auch mal in deiner Geschichte rumstöbern und hab mir mal den Einstieg in deine Geschichte durchgelesen.
      Fazit: Echt super Einleitung!! :thumbsup: Der Prolog ist einfach nur richtig gut geschrieben und Iasons Tod kam für mich dermaßen unerwartet. Mir gefällt schon im Prolog deine Sprache und die Fehlerquote in deinem Text ist beeindrucken gering. Die Spannung im Prolog reicht schon aus, um mich weiter an der Geschichte zu erfreuen.
      Zum ersten Kapitel:
      Oger. :D Ich muss ehrlich sein, mit Ogern hatte ich bisher noch keine Fantasyerfahrung gesammelt. Doch der erste Eindruck eines Ogers erinnert mich an so viele Eigenschaften der Orks aus Skyrim. Groß, stark, etwas dümmlich und immer auf Gewalt und Kampf aus. Das alles lässt mich natürlich aufhorchen. Ich hoffe, dass ich deine weiteren Kapitel schnell genug nachhole um bei deinen Neuesten Kapiteln auch mit dabei zu sein.
      Bis dahin...
      LG Lehaidin
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • Es freut mich riesig, dass es dir so zusagt und dass du etwas schreibst, obwohl du noch nicht alles gelesen hast. Das gibt mir Auftrieb.
      Die geringe Fehlerquote liegt daran, dass ich die Geschichte mehrfach kontrolliere, bevor ich sie reinstelle und an den Kommentaren der Leser.
      Schön, dass dich der Prolog überrascht hat. :D Und ja: Dein erster Eindruck von Ogern stimmt. Oder eben auch nicht. ;) Ich verweise hier mal auf den Thread über Fantasyklischees von @Formorian.
      Moralität? Nix wissen! oder: Ich gut, du böse. Basta!

      Zum Aufholen: Ich poste inzwischen meistens etwa 2 bis 3 Abschnitte pro Woche.

      Schön, dass du mitliest, @Lehaidin! Dann ist @Sensenbach hier nicht mehr so allein. ;)
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