Der Sohn aus dem Feuer

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    • Hey @Traumstunde,
      Freut mich natürlich, dass du den Weg zu dieser Geschichte gefunden hast ^^ Umso mehr würde ich mich natürlich freuen, wenn du auch weiterhin ab und zu reinschauen wirst :love:
      Nun zu deiner Anmerkung... Deine Ansicht ist durchaus vertretbar, zwar habe ich mir selbst nie wirklich Gedanken über den Satz gemacht, aber du hast eigentlich völlig Recht... "Dann" zerstört hier etwas die Spannung. Ich denke, ich werde deine letzte Version mit "Und plötzlich überschlugen sich die Ereignisse" übernehmen.
      Danke für deinen hilfreichen Kommentar ^^

      LG Lehaidin
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


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      Kapitel 14
      (Fortsetzung)

      Am nächsten Morgen war der Himmel noch immer bewölkt und ein zarter Nieselregen säuselte auf die Gefährten herab, die bereits vor Sonnenaufgang aufgebrochen waren. In der Ferne grollten leise Donner und der fruchtbare Grasboden unter den Sohlen von Elion war innerhalb weniger Stunden zu rutschigem Matsch und Schlamm geworden.
      Der Regen wurde immer stärker und kurz vor der Mittagsstunde waren die Wassermassen zu einem gewaltigen Starkregen herangewachsen und die Gefährten suchten verzweifelt nach einem Unterschlupf. Blitze zuckten über den wolkenbedeckten Himmel und die darauf folgenden Donner ließen Elions Haare zittern.
      Matilda trieb sie unentwegt voran und war den gesamten Vormittag schweigsam und in sich gekehrt. Nach dem vorigen Abend fühlte sie sich zwar in ihrer neuen Gefährtengruppe akzeptiert, aber sie hatte Elion und Dania gesehen. Die Elbin war überglücklich auf dem Schoß des jungen Zauberers eingeschlafen und obwohl es Matilda eigentlich völlig egal sein müsste, war in ihr ein Fünkchen Zorn aufgeflammt.
      Das Feuer der Eifersucht hatte in jener Nacht an ihr gezehrt und nun ritt sie schweigend neben Elion her, der glücklich den Himmel nach Blitzen absuchte.
      Matilda schielte unentwegt zum jungen Zauberer herüber und in ihren Gedanken schossen Fantasien durch den Kopf, in denen sie an Danias Stelle eingeschlafen war. Irgendetwas hatte der junge Zauberer an sich, Etwas, dass ihr Interesse an ihm ins unermessliche zu steigern schien.
      "Wo ist denn nun dieser Unterschlupf von dem ihr uns erzählt hattet?", brummte Thren laut durch den Vorhang aus Regen und unterbrach Matildas Fantasien schlagartig.
      Suchend blickte sich die Späherin aus Osgiliath um und nach wenigen Augenblicken huschte ein Lächeln über ihre Lippen.
      "Wir sind da, seht dort!", antwortete sie und deutete auf ein kleines Bauernhaus am Rande eines kleinen Wäldchens.
      Heimelige Lichter brannten in den Fenstern und gemeinsam ritten die Gefährten zwischen Mais und Weizenfeldern bis in den kleinen Hof des Bauernhauses.
      Ein kleiner Brunnen stand in der Mitte des kleinen Hofes, der überwiegend ein Platz war, welcher von dem Bauernhaus selbst, einem Stall und einer Scheune umgeben war. Der erdige Boden war zu einer gigantischen Schlammpfütze mutiert und sobald Elion schwungvoll von seinem Pferd abgesprungen war, bereute er seine Entscheidung zutiefst.
      Sobald seine Füße den Bode berührten, verloren sie auch schon wieder den Halt und mit einem mädchenhaften Schrei landete der Zauberer rücklings in der Schlammpfütze.
      "Verfluchte..."
      "Ach Elion, ihr müsst euch einfach mehr Zeit lassen. Ein Zwerg sollte euch Mal zeigen wie das geht", unterbrach Thren die Ausflüchte von Elion und ließ sich vorsichtig von seinem und Danias Pferd hinab.
      Seine Schuhe berührten den Boden und mit einem leisen "Platsch" schaffte es der Zwerg auf den Boden. Grinsend ging er auf Elion zu und der junge Zauberer wusste, dass er sich noch den ein oder anderen Spruch anhören würde müssen.
      "Seht ihr, junger Zauberer. Ein Zwerg ist einfach viel geschickter als...Ahh", schrie Thren und zu Elions Vergnügen landete der Zwerg mit dem Gesicht voraus neben ihm im Schlamm.
      "Ja, viel geschickter", lachte Elion und gemeinsam halfen sich die Freunde wieder auf die Beine.
      "Wer seid ihr? Und was wollt ihr hier?", fragte ein Männerstimme aus der Richtung der Bauernhauses und Elion konnte unscharf zwei Personen in der Tür der Hauses entdecken.
      "Ich bins, Matilda. Heinrich, ich bin auf der Durchreise und meine Gefährten hier benötigen bei diesem Wetter einen trockenen Unterschlupf", rief die Späherin aus Osgiliath durch den Regen und ritt einige Schritte auf das Bauernhaus zu.
      Nach einer kurzen Unterhaltung zwischen Matilda und einer der beiden Personen, winkte die Späherin aus Osgiliath ihre Freunde zu sich und rief:
      "Wir dürfen bis morgen früh in der Scheune übernachten. Heinrich ist so nett und bietet uns sogar ein Abendessen an."
      Dankbar führten die Gefährten ihre Pferde in den kleinen Stall und folgten Matilda in das Bauernhaus, in dem sie den Besitzer des Hofes begrüßten. Heinrich war ein stämmiger älterer Bauer mit grauen Haaren und großen grünen Augen. Er trug einen schwarzen Lederwams und eine einfache braune Hose verdeckte seine Beine, während an seinen Füßen Pantoffeln hingen.
      "Willkommen", sagte der freundliche Bauer und seine Stimme war tief und rauchig.
      Hinter Heinrich hatte sich seine Familie eingefunden und Elion schaute in drei freundliche Gesichter. Das Erste, was ihm auffiel waren die grünen Augen, die jedes Familienmitglied hatte und als nächstes bemerkte der junge Zauberer, wie ähnlich sich die gesamte Familie war.
      Das kleine Mädchen vor den Armen ihrer Mutter war vielleicht sechs oder sieben Jahre alt und das junge Ebenbild ihrer Mutter, die mit langen braunen Haaren und einer braunen Kochschürze freundlich lächelte. Neben ihr stand ein junger Mann, der etwa so alt war wie Elion und dessen blonde Haare in der identischen Frisur seines Vaters auf seinem Kopf prangten.
      "Das ist Elion aus Nordhelm, er ist der Anführer unserer Expedition und das hier ist Dania aus dem Waldlandreich. Der Zwerg dort heißt Thren und er kommt aus Aglarond. Wir sind auf dem Weg nach Harad und mich kennt ihr ja bereits", stellte Matilda die Gefährten vor und lächelnd umarmte die Späherin die gesamte Familie.
      "Willkommen. Freunde von Matilda sind auch Freunde von uns. Und nun setzt euch, es gibt gleich Essen", begrüßte die Mutter Elion, Dania und Thren und bedeutete ihnen, an dem runden Tisch in der Mitte des Raumes Platz zu nehmen.
      Schnell hatten sich die Gefährten niedergelassen und Heinrich hatte Elion und Thren ein paar Handtücher gebracht, mit denen sich die zwei Freunde dankbar vom Schlamm säuberten. Matilda und der Bauernjunge unterhielten sich angeregt und Dania erzählte der neugierigen Tochter von ihren Abenteuern, während die Mutter am Küchenfenster stand und in einem großen Topf einen Eintopf anrührte.
      "Erwartet ihr noch jemanden?", fragte sie plötzlich und Elion drehte sich verwundert zu ihr um.
      "Nein, eigentlich nicht", antwortete der junge Zauberer und stand auf.
      Ein leises Sausen durchzog die Luft und der Wind rüttelte sanft an der Tür des Bauernhauses. Dann war es Dania, die es als Erste bemerkte:
      "Runter, sofort!", schrie sie, aber es war zu spät.
      Mit einem Klirren ging das Küchenfenster zu Bruch und die Mutter von zwei Kindern landete rücklings auf dem Boden mit einem Pfeil in ihrer Augenhöhle.
      Die junge Tochter kreischte panisch und Dania zog sie auf den Boden, während Elion seine Hand nach seinem Stab ausstreckte und auf den Pfeil in der unschuldigen Mutter starrte.
      Es war ein Pfeil aus Nordhelm.
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -