Weltenbau: Aré

  • Ich habe begonnen die Karte neu zu zeichnen und bin gerade dabei so etwas wie einen Atlas zu kreiren. Auch um zu wissen wo sich große Eisschichten bilden, wo die schlimmsten Stürme wüten, welche Flüsse austrocknen und wo es zu Überschwemmungen kommt, entweder durch Fluten, oder schmelzendes Eis, das von den Bergen hinunterkommt.

    Auch Tektonik und die Bewegung von Kontinentalplatten habe ich versucht reinzubringen.

    Auch wenn ich weder Geologe, noch Meteorologe bin und es daher wahrscheinlich nicht korrekt, oder unlogisch ist.

    Im Zweifel beantworte ich alles mit "Magie" :D


    In diesem Zuge tauche ich auch etwas mehr in die Vorgeschichte ein:


    Dies ist ungefähr die Landmasse des Urkontinents Celduvien, auf welchem die ersten Völker vor Äonen entstanden


    Dies ist die Welt Aré vor etwa 4.000 Jahren, kurz bevor es zum Bruch zwischen den Wächtern und den Sterblichen kam und einem kurzen aber brutalen Krieg.



    Und dies ist die aktuellste Karte von Aré, nach der Zerstörung durch den Krieg zwischen Geistern und Sterblichen.


  • Nun zu etwas, dass mich schon lange beschäftigt.

    Jede epische Geschichte hat einen epischen Antagonisten (oder zwei). Immer gerne genommen: autoritäre Imperien.

    Hier also meine Vorstellungen und Ideen dazu.


    Das Reich der neun Nationen


    Gegründet wurde es von einem Nieri, der ein durchaus abenteurliches Leben hatte. Auf seinen Reisen sah er Armut, Elend, Hunger und Krieg. Mit zahlreichen Gefährten und Verbündete gründete er das Reich. Die "Neun Nationen" spielen darauf an, dass alle neun großen Völker unter einem Banner vereint sein sollen. Das Ziel ist es eine Welt in Frieden, Harmonie und Wohlstand zu schaffen, unter einer Herrschaft. Der Gründer war davon überzeugt, das seine Fähigkeiten und seine guten Absichten ihn zum einzig möglichen Herrscher einer solchen Welt machen. Daher wurde er schon zu Lebzeiten zum "Ewigen Imperator" gekrönt. Diesen Titel hat er selbst jetzt nach seinem Tod noch inne.

    Die Eroberungen waren vor allem möglich, da er sich mit verschiedenen Magierorden zusammengetan hat und so über die mächtigsten Magier verfügte. Zudem ließ er Armeen aufstellen, bestehend aus Kriegsbestien, welche auch bei Eis und Sturm kämpfen können.

    Das Reich wird sehr dezentral geführt. Die wichtigste Position haben die Fernflüsterer inne, denn sie sind Telepathen und machen überhaupt erst die Kommunikation zwischen den Reichsteilen möglich.

    Nun, nach dem mysteriösen Tod des Ewigen Imperators wurde sein Sohn zum Prinzkaiser ernannt. Doch die eigentliche Macht liegt bei der obersten Kriegsherrin, welche die Welteroberung weiter vorantreibt.


    Es ist glaube ich unnötig zu erwähnen, dass die Welt nicht gerne erobert werden will und dass gegen Widerstand mit äußerster Härte vorgegangen wird. Das Reich genießt keinen guten Ruf, ist aber nicht durchweg böse, da eben neue Handels- und Kommunikationswege geschaffen und gehalten werden. Zudem verspricht das Reich mehr und größere Zufluchten zu errichten, sodass eines Tages alle Sterblichen vor den Zyklen sicher seien sollen.

  • Hallo Iskaral ,


    Gegründet wurde es von einem Nieri, der ein durchaus abenteurliches Leben hatte. Auf seinen Reisen sah er Armut, Elend, Hunger und Krieg.

    [...]

    Das Ziel ist es eine Welt in Frieden, Harmonie und Wohlstand zu schaffen, unter einer Herrschaft.

    [...]

    Die Eroberungen...

    Da wird es interessant, wie sich dieser Nieri damit abgefunden hat. Also normalerweise will jemand, der Frieden für die Welt will, doch keinen Krieg selber anzetteln? Da stell ich mir recht große innere Zerwürfnisse vor?

    Das Reich wird sehr dezentral geführt. Die wichtigste Position haben die Fernflüsterer inne, denn sie sind Telepathen und machen überhaupt erst die Kommunikation zwischen den Reichsteilen möglich.

    Und hier sehe ich großes Potenzial für Machtmissbrauch. :D Man kann ja erst mal viel erzählen und die anderen glauben es, vor allem, wenn sie es für den Moment eh nicht überprüfen können, was die da so telepathisch empfangen haben.

    Nun, nach dem mysteriösen Tod des Ewigen Imperators wurde sein Sohn zum Prinzkaiser ernannt. Doch die eigentliche Macht liegt bei der obersten Kriegsherrin, welche die Welteroberung weiter vorantreibt.

    Könnte ebenfalls viel Konfliktpotenzial zwischen beiden bieten. Haben sie überhaupt noch die Ziele des Nieri oder geht es ihnen schon um ihre eigene Macht?


    Soweit meine Gedanken, die ich beim Lesen deines letzten Beitrags hatte, vielleicht bringt dir das ja irgednetwas. :thumbsup:

  • Charon


    Danke für deine Gedanken. Es hat mir geholfen die Sache nochmal durchzudenken.

    Also normalerweise will jemand, der Frieden für die Welt will, doch keinen Krieg selber anzetteln?

    Da hast du natürlich recht, dass so jemand prinzipiell nicht darauf erpicht ist Krieg zu führen.

    Aber wenn er der Überzeugung ist, dass jene die er bekämpft eigentlich für alles verantwortlich sind, dass sie hin zu diesen Mitteln gezwungen haben? :evilgrin:

    Hinzu kommt, dass es wohl in meinem Text etwas untergegangen ist, dass zu seinen Lebzeiten die Armee lediglich als Druckmittel eingesetzt wurde und das Krieg nur im "Notfall" geführt wurden.

    Man kann ja erst mal viel erzählen und die anderen glauben es, vor allem, wenn sie es für den Moment eh nicht überprüfen können, was die da so telepathisch empfangen haben.

    Und wieder liegst du richtig. Die Telepathen lenken in gewisser Weise aus dem Hintergrund die Tagesgeschäfte. In unserer Geschichte gibt es ja auch zahlreiche Beispiele in denen wenige, aus dem Hintergrund heraus, ganze Nationen geführt haben.

    *hust* jedes einzelne *hust* chinesiche Kaiserreich *hust*


    Haben sie überhaupt noch die Ziele des Nieri oder geht es ihnen schon um ihre eigene Macht?

    Genau die Überlegung steckte auch bei mir dahinter. Eine Geschichte über ein Imperium auf dem sockelfesten Höhepunkt seiner Macht will doch keiner lesen, oder? :P

  • Das Reich wird sehr dezentral geführt. Die wichtigste Position haben die Fernflüsterer inne, denn sie sind Telepathen und machen überhaupt erst die Kommunikation zwischen den Reichsteilen möglich.

    Nun, nach dem mysteriösen Tod des Ewigen Imperators wurde sein Sohn zum Prinzkaiser ernannt. Doch die eigentliche Macht liegt bei der obersten Kriegsherrin, welche die Welteroberung weiter vorantreibt.

    Die beiden blauen Passagen widersprechen sich ein wenig, finde ich. Oder besser gesagt: es kommt ein wenig darauf an, wie du das weiter ausgestaltest. Die Idee jedenfalls ist gut und eröffnet viele Möglichkeiten, etwa dass die Fernflüsterer sich abstimmen, um selbst die eigentlichen Herrscher zu sein, oder Intrigen von anderer Seite, um eine neue oberste Kriegsherrin zu bestimmen.

    Hast du dir schon Gedanken über den genauen Vorgang der telepathischen Verbindung gemacht?

    Es ist glaube ich unnötig zu erwähnen, dass die Welt nicht gerne erobert werden will und dass gegen Widerstand mit äußerster Härte vorgegangen wird. Das Reich genießt keinen guten Ruf, ist aber nicht durchweg böse, da eben neue Handels- und Kommunikationswege geschaffen und gehalten werden. Zudem verspricht das Reich mehr und größere Zufluchten zu errichten, sodass eines Tages alle Sterblichen vor den Zyklen sicher seien sollen.

    Auch hier hast du eine sehr coole politische Idee zur Expansion (Zuckerbrot und Peitsche... oder so ähnlich), die viel Spielraum lässt und viel, viel besser ist als der stumpfe böse, der irgendwann seine noch stumpferen Armeen aus Haudraufs aussendet und verliert, weil er nicht noch eindimensionaler denken könnte.

    Hinzu kommt, dass es wohl in meinem Text etwas untergegangen ist, dass zu seinen Lebzeiten die Armee lediglich als Druckmittel eingesetzt wurde und das Krieg nur im "Notfall" geführt wurden.

    Klingt für mich nicht unbedingt plausibel :hmm: Entscheidend, aber dazu hast du noch nichts erwähnt, ist die Geschwindigkeit, mit der sich das Reich größer wird. Zumindest denke ich das. Je schneller ein Reich wachsen soll, desto eher muss man "überzeugende Argumente ins Feld führen". Waffengewalt und Eroberung scheinen da plausibler als das Versprechen langfristig Wohlstand aufzubauen.

    Wenn jemand das Ziel verfolgt, ein großes Reich zu gründen oder ein existierende zu vergrößern, dann ist die gewaltsame Eroberung ein Mittel von vielen. Eine anständige Armee (oder allgemeiner Waffen und Kämpfer, könnte ja z.B. auch wenige Magier sein, die anders organisiert sind als z.B. eine römische Legion) verhindert, dass das eigene Reich von einem anderen Reich einfach so verschluckt wird.

    Ich denke, dass die chinesische Außenpolitik seit 1950 eine gute Inspirationsquelle für verschiedene Taktiken zur Umsetzung einer Strategie sein könnte. Zumindest war das meine erste Assoziation.

    „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]

  • Hallo Asni,

    Stimmt es widerspricht sich. Gemeint war eigentlich, dass die Kriegsherrin den Prinzkaiser bevormundet und einen gewissen Einfluss auf die Telephaten ausübt.

    Aber wie das genau aussieht und wie weit der Einfluss der verschiedenen Parteien ist muss ich mir noch überlegen.


    Und ja, auch das "pazifistisch expansionistische" Reich klingt erst einmal widersprüchlich. Gedacht war eigentlich, dass es zu Beginn eine Art Konföderation war und dass die aktive Regierungszeit des Ewigen Imperators etwa 50 - 100 Jahre dauern sollte (noch möchte ich mich nicht so genau festlegen). In dieser Zeit hätte sich das Reich vor allem dadurch ausgebreitet, dass schwächere Nationen (z. B. durch Protektoratsverträge) in Abhängigkeit gezwungen wurden.

    Die großen Eroberungskriege hätten erst danach begonnen.


    Was die genauen Umstände der telephatischen Verbindung angeht, so ist es grundlegend aufgebaut wie der Rest des Magiesystems. Man benötigt einen aufgeladenen Astilla (Schwierigkeitsstufe 4) und kann anschließend mit jedem offenen Geiste Kontakt aufnehmen. Wobei über große Entfernungen nur ein sehr geschulter Geist die "Signale" präzise genug aussenden bzw. aufnehmen kann. Weshalb sowohl am Anfang, als auch am Ende der Kommunikationskette ein Telephat steht.


    Ich danke dir für deine Antwort, vor allem die Sache mit der chinesischen Außenpolitik werde ich mir mal ansehen. Chinesische Geschichte ist im allgemeinen eine ziemlich gute Quelle für Inspirationen. Da sie an sich schon so facettenreich und gewaltig ist :)

  • Hallo Iskaral ,


    das Magiesystem hatte ich mir bisher noch nicht angesehen, weil mir der erste Blick so nach einem starren Rollenspiel-Magiesystem aussah, eben mit verschiedenen Fertigkeiten und Stufen. Das reizt mich persönlich nie so, weil es für mich weniger wie eine natürliche Art wirkt, wie die Magie ist, sondern eher wie eine künstliche, wissenschaftliche Art (von Menschen), verschiedene Möglichkeiten der Magiewirkung zu klassifizieren und zu beschreiben. Hilfreich ist es vermutlich trotzdem, wenn man sich so ein System anlegt :hmm:

    Man benötigt einen aufgeladenen Astilla (Schwierigkeitsstufe 4) und kann anschließend mit jedem offenen Geiste Kontakt aufnehmen. Wobei über große Entfernungen nur ein sehr geschulter Geist die "Signale" präzise genug aussenden bzw. aufnehmen kann. Weshalb sowohl am Anfang, als auch am Ende der Kommunikationskette ein Telephat steht.

    Was ist für dich ein offener Geist? Ein anderer Telepath, der das theoretisch auch selbst aktiv wirken könnte, oder gibt es auch nicht-magiebegabte Menschen (oder Wesen), die trotzdem Signale wahr- und aufnehmen können? Wie stellst du dir die Signale vor? So wie Radiowellen, die sich quasi breitflächig ausbreiten, aber nur von entsprechenden Sendern empfangen werden können? Oder ist es eine direkte Verbindung wie mit einem Schnurtelefon? Gerade die erste Möglichkeit oder etwas ähnliches würde es wieder ermöglichen, dass jemand anderes mithört, was gerade für deine doch an Intrigen und Machtspielen ausgerichtete Welt ziemlich hilfreich sein könnte :hmm:


    Für die Expansion finde ich es tatsächlich naheliegener, wenn zuerst vielleicht eine kleine Serie von Kriegen größere Gebietsgewinne ermöglicht und gleichzeitig die Machtposition so stärkt, dass es danach für den Kaiser möglich ist, leichter mit eher politischen Mitteln seine Politik zu betreiben. Vielleicht reicht sogar ein Krieg oder sogar eine einzige Schlacht (oder Zweikampf), um eine Schlüsselposition (vielleicht eine Ressource zur Herstellung der Astilla?) einzunehmen und damit genug zu kontrollieren, dass eine schnelle, großflächige Reichsgründung möglich ist. Da wäre noch die Frage: Was war vorher in diesem Gebiet? Wie waren die Bewohner in sich und untereinander organisiert? Wenn der Kaiser Nomaden dazu zwingen möchte, in einer engen Stadt zu leben, ist mit mehr Widerstand zu rechnen als wenn die sozialen Dorf-Stadt-Strukturen so weiter bestehen können, wie sie eh schon waren und nur der Kopf sich ändert oder etwas mehr Steuern gezahlt werden müssen, die wiederum aber mit einem gewinnbringenden Austausch verbunden sind. Sehr schön dazu anzusehen: Das Leben des Brian. :D


    Ach ja, Worldbuilding kann so viel Spaß machen ^^

    „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]

  • Asni

    Mir persönlich war es wichtig ein recht hartes und komplexes Magiesystem zu bauen, damit ich weiß was möglich ist und was nicht und in welchem Rahmen Magie von einem Normalsterblichen gewirkt werden kann.

    Ich finde es immer sehr spannend in Geschichten zu sehen wie die Magie funktioniert und wenn sie gut nachvollziehbar ist, regt sie mich auch zu eigenen Gedankenexperimenten an. (z. B. die "Allomantie" aus Kinder des Nebels oder "die Macht" aus Star Wars)

    Ich kann es aber verstehen wenn man Magie als etwas mystisches und geheimnisvolles bevorzugt.


    Die Kontaktaufnahme der Telephaten wäre schon recht gezielt und weniger wie Radiowellen. Deshalb sind auch äußerst erfahrene Telephaten nötig, um in einer großen Entfernung das gewünschte Ziel zu finden. Es wäre wie ein Blinder, der auf einem Tisch nach einer Gabel o.ä. tastet.

    Nur wäre es mit einem anderen Telephaten als Ziel so, als wenn die Gabel dem Blinden von selbst in die Hand springt. :essen:


    Ein "offener Geist" ist einer, der sich nicht abschirmt. Dies kann auch durch einen anderen Astilla geschehen.


    Was die genaue Expansion angeht werde ich mir noch einmal ausführlich durch den Kopf gehen lassen und mir verschiedene Imperien der Geschichte ansehen.

    (von den Assyrern bis zum British Empire)


    Aber jetzt ernsthaft, abgesehen von den Aquädukten, den sanitären Einrichtungen, den Straßen, der medizinischen Versorgung, der öffentlichen Ordnung und dem Wein, was haben diese Unterdrücker je für uns getan? :)

  • Die Degeneration/Entwicklung der Karte gefällt mir sehr gut, schöne Idee!

    Zu den Weltreichen: Wenn du an den großen Zusammenhängen interessiert bist: Ian Morris Wer regiert die Welt? (Why the West Rules – for now)

    Was mit Magie natürlich zu beacht ist, ist sicher die Tatsache das sie die uns bekannten Militärstrategien komplett umkrempeln würden. Niemand belagert eine Burg wenn man sie ein Magier einfach wegsprengen kann. Entsprechend würde auch niemand eine Burg bauen. *g*
    Auch die Möglichkeit eines "Magietelefons" hatte keines der Weltreiche, da würden sich vermutlich ebenfalls ganz andere Bedingungen ergeben. Aber auf jeden Fall natürlich ein massiver Vorteil wenn die Gegner das nicht haben...

    Und nur weil du weißt wie das Magiesystem funktioniert, muss das dann ja der Leser/Protagonist zwinged erfahren. ^^