Eine Welt ohne Namen - Im Bann von 2 Welten

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    • Der Zauber des Waldes


      Maja wachte auf, als es gerade hell wurde. Es war ziemlich kalt geworden und auch ihr Schlafsack konnte sie nicht davor bewahren, zu frieren. Über die Blätter, Zweige und Grashalme hatte sich Reif gelegt. Maja kroch aus dem Schlafsack und bewegte Arme und Beine, um wieder warm zu werden. Dann wollte sie Feodor wecken, doch der war schon wach und starrte in die Baumwipfel. Er hatte keine Decke und keinen Schlafsack, sondern nur seinen dünnen Umhang etwas enger um sich geschlungen. Trotzdem schien er nicht so zu frieren wie Maja.
      „Warst du die ganze Nacht wach?“, fragte er plötzlich entsetzt.
      „Nein“, sagte Maja, wie kam er auf so etwas?
      Doch dann merkte sie, dass er nicht sie ansah, sondern Jinna, die hinter ihr lag. Maja drehte sich zu ihr um. Jinna hatte die dunkelsten Augenringe, die sie jemals gesehen hatte und sie war bleich und käsig. Offenbar war ihr auch kalt, denn ihre Lippen waren hellblau.
      „Ich … ich konnte nicht schlafen“, flüsterte sie.
      „Warum nicht?“
      „Ich hatte Angst. Es ist so unheimlich. Und wir sind ganz allein.“
      „Aber als wir nach Andraya gegangen sind, hattest du doch auch kein Problem damit“, sagte Maja. Soweit sie sich erinnern konnte, hatte Jinna auf ihrer Reise immer sehr fest geschlafen.
      „Ich habe mir immer eingeredet, es sei nur, um Mama zu retten. Damals hatten wir auch immer Wachen aufgestellt. Und später war Gnark da.“
      „Wir hatten auch eine Wache“, sagte Feodor. „Fiete hat aufgepasst.“
      Maja schaute zu Fiete, der auf einer großen Wurzel saß, den Kopf schief legte und seine spitzen Zähne zeigte.
      „Aber was ist, wenn uns wirklich jemand angreift?“, rief Jinna verzweifelt. „Wenn wenigstens Meister Wolf hier wäre. In seiner Nähe würde ich mich sicherer fühlen.“
      „Ich kann auch auf dich aufpassen“, sagte Feodor. „Wenn Meister Wolf mir zutraut, dass ich euch sicher durch den Wald bringe, dann solltet ihr mir auch vertrauen.“ Jinna sah ihn nur mit großen Augen bibbernd an und sie konnten nicht enträtseln, was in ihrem Kopf vorging. „Auf jeden Fall können wir so nicht weiter, du musst schlafen“, fuhr Feodor fort. „Wir können nicht mit einem halben Gespenst durch den Wald reiten. Gib ihr deinen Schlafsack, Maja, dann hat sie es noch wärmer.“
      „Ich will nicht schlafen.“
      „Jinna, leg dich hin. Ich passe schon auf dich auf.“ Karim war auch aufgewacht. Er schaute seiner Schwester einen Moment eindringlich in die Augen. Schließlich gab sie nach und ließ sich wieder auf den Boden sinken. Es dauerte nur ein paar Sekunden, dann schien sie zu schlafen.
      „Entschuldigt mich bitte.“ Karim ließ sich mit einem dumpfen Plumpsen wieder in seinen Schlafsack fallen und kurze Zeit später hörten sie ihn laut schnarchen. Maja und Feodor sahen sich an. Dann zuckte der Zauberlehrling mit den Schultern.
      „Lust auf ein kleines Spielchen?“
      Er hob ein paar kleine Steine auf. Damit spielten sie den ganzen Vormittag ein einfaches Spiel und stopften Brot und Beeren von einem Busch hinter dem großen Baum in sich hinein. Irgendwann flog Fiete davon und kam kurze Zeit später mit einer toten Maus zurück, die er sanft vor Feodors Füße rollte.
      Feodor seufzte. „Ich habe versucht, ihm das abzugewöhnen, aber er macht es immer wieder. Normalerweise jagt er nachts, dann krieg ich immer die toten Fledermäuse. Und letztens hat er ein Heupferd angeschleppt. Ich will die nicht, Fiete.“
      Er hob die Maus mit spitzen Fingern am Schwanz hoch und hielt sie dem Flatkey vor die Nase. Dieser guckte ganz traurig und ließ die langen, spitzen Ohren hängen, aber schließlich packte er die Maus mit den Zähnen und verdrückte sich damit.
      „Wohin geht er?“, fragte Maja.
      „Ich würde sagen, er ist ein bisschen beleidigt und verzieht sich zum Schmollen in eine Ecke. Er kommt bestimmt gleich wieder.“
      „Er ist süß“, sagte Maja.
      „Vor allem ist er klug. Du hast verloren.“
      Maja sah auf die Spielsteine auf dem Boden. Feodor hatte sie zum siebten Mal geschlagen.
      Irgendwann bequemte sich auch Karim aufzustehen. Er stopfte fast die gesamte restliche Räucherwurst in sich hinein und begann dann, rastlos im Kreis herumzugehen.
      „Ich will ja nichts sagen, aber irgendwie benimmst du dich merkwürdig“, sagte Feodor zu Karim. Der antwortete nicht und Feodor beschloss, nicht weiter auf sein Verhalten einzugehen. „Hey Maja, hast du Lust, was Schönes zu sehen?“
      „Was denn?“
      „Wird 'ne Überraschung. Du hast doch nichts dagegen, wenn wir dich kurz allein lassen, Karim?“
      Man konnte fast sehen, wie in Karim sein Stolz und seine Angst vor dem Wald miteinander rangen. Schließlich siegte die Angst.
      „Ist das nicht gefährlich?“
      „Ach was. So gefährlich ist der Wald nicht, das sind alles Ammenmärchen. Ich lebe schon seit fast zehn Jahren in diesem Wald und mir ist nie was passiert. Was sollte auch passieren? Ein paar gefährliche Sachen gibt es hier zwar, aber wenn man vorsichtig ist, passiert schon nichts. Außerdem ist es heller Tag und der Nebel hat sich längst verzogen.“
      „Als wir das letzte Mal hier waren, hat uns mitten in der Nacht ein Rudel Wölfe angegriffen.“
      „Jaah, bei Vollmond werden sie manchmal aggressiv. Aber ihr lebt ja noch, es ist helllichter Tag und Vollmond ist noch lange hin.“
      „Gibt es hier etwa Werwölfe?“, fragte Maja entsetzt. Was für Fabelwesen würden ihr noch in dieser Welt begegnen?
      „Quatsch, es gibt keine Werwölfe. Im Herzen dieses Waldes steht ein großer Stein, durch den hier bei Vollmond einiges Unheimliches passiert. Manche sagen, es sei ein Meteorit, aber ich denke, es ist eines der Elemente von Pheris. Ist ja auch egal, ihr seid hier sicher. Kommst du, Maja?“
      Maja rappelte sich auf und folgte ihm. Er führte sie vom Weg herunter und quer durch den Wald, über Wurzeln und Steine, an Büschen, Bäumen und Pilzen vorbei.
      „Was sind die Elemente von Pheris?“, fragte Maja interessiert. Sie kannte den Namen von ihrem Amulett, welches sich Zeichen von Pheris nannte.
      „Zwölf Stoffe, also Metalle und so, die angeblich vor langer Zeit von den ersten Kamiraen hierher gebracht wurden. Jeder von ihnen hat besondere magische Eigenschaften und sie sind alle sehr selten. Ich kenne nur die Namen von vier von ihnen auswendig: Taroq, Lumion, Sarhaktat und Vamelion.“
      „Und was davon glaubst du ist der Stein?“
      „Vielleicht keines. Es könnte Sarhaktat sein, aber es spricht auch einiges dagegen. Aber weißt du, ich habe mein halbes Leben in diesem Wald verbracht und was hier manchmal passiert ist nur mit einem dieser Elemente zu erklären.“ Er lächelte verträumt.
      „Und wer glaubt, dass es ein Meteorit ist?“
      „Meister Wolf glaubt das auf jeden Fall.“
      „Und die Kamiraen?“, fragte Maja, begierig mehr über diese zu erfahren.
      „Du meinst Jimo Kandrajimo? Die anderen kenne ich nämlich nicht.“
      „Ja.“
      „Ich habe ihn nicht gefragt. Aber er und Meister Wolf reden öfter über solche Dinge. Ich nehme an, dass sie beide die gleiche Meinung haben.“
      „Tamors Schwert war aus Taroq“, fiel Maja plötzlich ein.
      „Und die Weltentore sind aus Vamelion.“
      „Wirklich? Es sah aus wie Stein.“
      „Das äußere ist Stein, aber im Innern ist Vamelion.“
      Maja erinnerte sich an die blau schimmernde Membran. Sie hätte gerne mehr über diese Elemente erfahren, aber auf einmal hörte sie ein leises Rauschen und fragte, was es sei.
      „Das ist die Überraschung, komm mit.“
      Feodor wurde schneller und schob sich zwischen zwei großen, dichten Büschen hindurch. Maja folgte ihm, bog vorsichtig die Zweige auseinander und -
      Blubb, blubb, blubb ... ich bin ein Fisch.
    • Der Anblick raubte ihr fast den Atem. Was Feodor ihr hatte zeigen wollen, war ein kleiner Bach – der schönste, den Maja bisher gesehen hatte. Er bahnte sich seinen Weg durch große Felsen und sprudelte und glitzerte dabei. Ein paar Meter rechts von Maja floss er unter einem großen, glatten Felsen hindurch und ein lautes Rauschen sagte ihr, dass das Wasser dahinter ein paar Meter in die Tiefe stürzte.
      Feodor stand auf dem Stein, der wie eine Brücke über dem Fluss lag, und winkte ihr zu. Sie kletterte über die Felsen zu ihm. Auf der anderen Seite des Steins war tatsächlich ein schmaler, aber mindestens sechs Meter hoher Wasserfall. Sie blickte hinab in die glitzernde Gischt und die dichten Wolken aus winzigen Wassertröpfchen, die sich am Ende des Wasserfalls bildeten.
      „Das ist wunderschön“, sagte Maja.
      „Ich wusste, dass es dir gefällt.“ Feodor setzte sich hin und ließ die Beine über dem Abgrund baumeln.
      Maja hockte sich daneben und so bewunderten sie lange Zeit einfach nur die Schönheit dieses magischen Ortes. Nach einer Weile kamen ein paar Vögel zu ihnen auf den Stein geflattert und schienen sich gar nicht an der Anwesenheit der beiden Menschen zu stören. Feodor begann, sie mit Brotkrümeln aus seiner Hosentasche zu füttern. Eifrig pickten sie danach.
      „Gut, dass Fiete nicht da ist, der würde sich über sein Mittagessen freuen“, schmunzelte Feodor und warf ein paar Brotkrümel auf Majas Kopf, woraufhin zwei von den Vögelchen wild zeternd angeflogen kamen und sich auf ihrem Haupthaar um das Futter zankten. Einen Moment lang hielt Maja es aus, doch dann musste sie so lachen, dass die Vögel erschrocken davonflatterten.
      „Entschuldige“, sagte sie.
      „Macht nichts, lass uns gehen.“
      Auf dem Rückweg erzählte Feodor ihr, dass die meisten Tiere ihm schnell vertrauten, so war es auch bei Fiete gewesen. Dass der kleine, graue Jäger jetzt fast immer bei ihm war, machte die Sache allerdings gefährlicher für die meisten Kleintiere.
      „Fiete ist ziemlich stark, er kann sogar Kaninchen töten. Meister Wolf lässt ihn manchmal für sich jagen, ich selbst esse ja kein Fleisch.“
      „Warum eigentlich nicht?“
      „All die Tiere, die immer zu mir kommen und um mich herum flattern und hopsen … ich bringe es einfach nicht übers Herz, eines von ihnen zu töten oder zu essen. Ich esse aber oft Fisch und – so merkwürdig das auch klingt – gegen Käfer, Würmer und Schnecken in der Suppe habe ich auch nichts.“ Er lachte.
      „Urrgh“, machte Maja, das konnte sie sich wirklich nicht vorstellen. „Aber warum isst du Fische? Ich meine, was unterscheidet Fische von anderen Tieren?“
      „Mir ist einfach noch nie ein Fisch hinterher geschwommen“, sagte Feodor. „Und Meister Wolf besteht darauf, dass ich etwas anderes als Wurzeln esse.“
      Als sie wieder an dem großen Baum ankamen, war Jinna gerade dabei endlich aufzustehen. Nur leider fing es jetzt an zu regnen. Sie beeilten sich, ihre Sachen zusammenzupacken und ritten weiter, wobei sie sich die Kapuzen ihrer Umhänge über den Kopf zogen.
      Die Umhänge – die waren jetzt auch wieder dabei. Karim, Jinna und Maja hatten nämlich genau das wieder angezogen, was sie getragen hatten, als sie ihre letzte Reise beendet hatten. Das hieß, dass Karim in braun, Maja in schwarz-braun und Jinna überwiegend in hellblau gekleidet herumliefen. Die langärmeligen Hemden und die Umhänge mit Kapuze waren in der Welt ohne Namen die übliche Reisekleidung, sowohl für Frauen, als auch für Männer. Und so sahen die drei auch Feodor, der jetzt hurtig vor ihnen herlief, nicht unähnlich. Er trug schließlich auch einen Umhang.
      Der Regen wurde stärker und stärker und Maja wünschte sich, sie würden endlich eine Pause machen. Sie wollte sich einfach nur irgendwo hinlegen und vergessen, dass sie bei strömendem Regen im Wald umher ritt. Sie wollte gerne, vielleicht in einer geschützten Höhle, ein kleines Feuer anzünden und sich wärmen – die Hose, die trotz des Umhangs klatschnass wurde, ausziehen. Doch Fiete, der ihnen voraus flog, landete nicht und auch Feodor blieb nicht stehen. Karim und Jinna hatten den Kopf gesenkt und hielten mit einer Hand ihre Kapuzen fest, damit sie ihnen nicht vom Kopf rutschten. Sie sprachen nicht, trieben nur konzentriert Darlino und Panama an. Wie oft hatten sie wohl in ihrem Leben schon im Regen herumwandern müssen? Sie waren das sicher gewöhnt.
      Maja war es nicht gewöhnt, sie wünschte sich ein schönes, altes, warmes Auto, in dem sie auf der Rückbank saß, trocken und schläfrig, und dem Regen zusah, der auf die Windschutzscheibe prasselte. Oder wenigstens einen Regenschirm.
      Als sie nach Andraya gegangen waren, hatte es auch oft geregnet, aber damals war der Regen warm gewesen und und ihm war Sonnenschein gefolgt, der sie alle wieder getrocknet hatte. Jetzt begann der Herbst und der Regen fiel kalt vom Himmel. Das einzige, was auf ihrer Reise nach Andraya noch ungemütlicher gewesen war, als diese Wanderung gerade, war der Ritt auf Taramos und Penelope gewesen. Denn die waren so hoch geflogen, dass es trotz des Sommers bitterkalt gewesen war.
      Auch als es allmählich dunkler wurde, hielten sie nicht an, und als Maja nachfragte, warum sie nicht langsam mal eine Pause machten, sagte Feodor, sie müssten verlorene Zeit wettmachen.
      Plötzlich gabelte sich der Weg. Zwischen den Abzweigungen stand ein morscher Holzwegweiser mit drei Pfeilen. Einer von ihnen zeigte in die Richtung, aus der sie kamen, darauf stand Eisingen. In die linke Abzweigung zeigte ein Pfeil, auf dem Putto Wei – Gefahr stand. Und nach halbrechts zeigte das Schild eine Sackgasse an. Feodor wählte diesen Weg und es dauerte etwa eine Stunde, bis sie tatsächlich vor einer dichten Wand aus Bäumen standen.
      „Meister Wolf hat sein Haus extra abseits der Wege gebaut“, murmelte Feodor erklärend. „Für einen Zauberer ist es meist besser, versteckt zu leben. Ihr solltet absteigen, ab jetzt wird es etwas holprig.“
      Mit diesen Worten verschwand er zwischen den Bäumen.
      „Wie lange brauchen wir eigentlich noch, Feodor?“, rief Maja. Sie fragte sich das schon die ganze Zeit, denn eigentlich hatte sie nicht damit gerechnet, dass der Weg zu Meister Wolf so weit sein würde. Aber jetzt waren sie schon zwei Tage unterwegs.
      „Dauert nicht mehr lange. Zwei Stunden vielleicht.“
      Maja stöhnte. „Können wir nicht 'ne Pause machen?“
      „Jetzt nicht mehr.“
      Offenbar hatte Feodor es plötzlich sehr eilig, anzukommen. Er rief ihnen ständig zu, sie seien zu Fuß viel zu langsam und Maja konnte sehen, wie Karims Blick jedes Mal, wenn Feodor den Mund aufmachte, etwas säuerlicher wurde. Sie gingen weiter und weiter. Irgendwie waren sie es gewöhnt. Ansonsten, so dachte Maja, hätten sie jetzt wohl Pudding in den Beinen gehabt. Nach zwei Stunden konnte sie allerdings immer noch nichts entdecken, was auf ihr Ziel hingewiesen hätte. Sie suchte nach einem Lichtschein oder etwas anderem, an dem sie Meister Wolfs Haus erkannt hätte, aber in der Dunkelheit konnte sie nichts sehen.
      Dann rutschte sie plötzlich ab.
      Sie hatte nicht bemerkt, dass Feodor stehen geblieben war und im Dunkeln auch nicht den Grund dafür erkannt. So war sie einfach über die Kante gelaufen, hinter der der Waldboden nicht, wie vorher, flach war, sondern steil in die Tiefe ging. Er war immer noch von Bäumen bewachsen und immer noch von Laub, Ästen und Steinen bedeckt, aber er war zu einer nicht zu unterschätzenden steilen Talwand geworden. Auf der anderen Seite des Tales war ein ebenso steiler Hügel und dazwischen floss ein kleiner Bach.
      Majas Schrecksekunde dauerte nicht lange. Sie stürzte, konnte sich aber an Karims Fuß festhalten, um zu verhindern, weiter ins Tal zu rutschen. Als sie nach unten sah, erblickte sie endlich, was sie gesucht hatte: ein kleines Haus, halb in den steilen Hügel eingegraben. Hinter den Vorhängen brannte Licht.
      „Wir sind da“, sagte Feodor überflüssigerweise. „Ihr könnt schon mal vorgehen, aber gebt mir eure Pferde. Ich führe sie einen anderen Weg hinunter; hier ist es zu steil.“
      Sie taten, was er sagte und kletterten dann zur Hütte hinab. Man hätte mit Leichtigkeit auf das Dach des Holzhauses klettern können, aber das taten sie natürlich nicht. Sie stiegen links um es herum zu einer kleinen Tür mit herzchenförmigen Guckloch. Bevor sie klopfen konnten ging die Tür schon auf.
      Blubb, blubb, blubb ... ich bin ein Fisch.
    • Ich hatte das Glück, dass ich die beiden Teile hinter einander lesen konnte und somit kein Problem mit dem ersten Cliffhänger hatte :) aber der zweite im neuen Teil, ist auch ziemlich fies gesetzt. ich will wissen wie es weiter geht!!!!
      Die beiden Teile sind gut geschrieben und mir persönlich sind jetzt keine Rechtschreibfehler aufgefallen :)
      Schreib schnell weiter :stick:
      Ich lebe in einer Welt voller Fantasy, und Ihr?
    • Karim und Jinna hatten den Kopf gesengt und hielten mit einer Hand ihre Kapuzen fest, damit sie ihnen nicht vom Kopf rutschten

      gesenkt - kommt ja nicht von ansengen

      Als sie nach Andraya gegangen waren, hatte es auch oft geregnet, aber damals war der Regen warm gewesen und danach war meistens die Sonne herausgekommen und hatte sie alle wieder getrocknet. Jetzt war es fast Herbst und der Regen war kalt. Das einzige, was auf ihrer Reise nach Andraya noch ungemütlicher gewesen war, als diese Wanderung gerade, war der Ritt auf Taramos und Penelope gewesen. Denn die waren so hoch geflogen, dass es trotz des Sommers bitterkalt gewesen war.

      ein bisschen viel "war" Die grünen sind dem PQP zu verdanken, da geht´s nicht anders, aber die blauen dazwischen kannst du vermeiden.

      Aah, endlich sind sie da :D Nach der Reise im Regen können sie sich jetzt endlich aufwärmen :) Dann schreib mal zu, bin auf das Wiedersehen schon gespannt :thumbup:

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau
    • @Kisa: Ich habe jetzt eine Zusammenfassung des ersten Teils geschrieben. Ich habe sie in den ersten Post dieses Threads eingefügt, wenn du da auf "Spoiler" klickst, erscheint sie. Ich hoffe, dass sie hilfreich ist, ich habe mich auf das Wichtigste beschränkt und mich ein bisschen daran orientiert, was in dieser Geschichte passieren wird.
      Wenn du danach beim Lesen dieser Geschichte noch irgendwelche Fragen hast, dann stell sie, ich beantworte sie dir gerne.

      gesenkt - kommt ja nicht von ansengen

      Das wär ja noch schöner. ;) :D


      Das Zauberhaus im Dark Forest


      Vor ihnen stand Meister Wolf. Zuerst sah er ein wenig besorgt aus, aber als er sie erkannte, hellte sich seine Miene merklich auf.
      „Hallo, ihr seid spät dran“, sagte er, hielt die Tür weit auf und nahm ihnen die nassen Umhänge ab.
      „Feodor bringt unsere Pferde weg“, erklärte Maja, als sie an ihm vorbei ging.
      „Ja, ja, lasst ihn nur machen. Wollt ihr ein wenig Erbsensuppe? Ich habe sie extra auf dem Feuer gelassen.“
      Die drei nickten – sie hatten großen Hunger. Während Meister Wolf die Tür hinter sich schloss und zur Feuerstelle an der Wand ging, um mit einer großen Kelle Suppe metallene Teller zu schütten, sahen sich Maja, Karim und Jinna in der Hütte um. Sie hatte offenbar zwei Räume, einen zum Schlafen und einen zum Wohnen. In Letzterem standen sie jetzt. In einer Ecke lehnte eine wackelig aussehende Leiter, die zu einer Luke in der Decke führte. Dort oben musste ein Dachboden sein.
      Der Wohnraum war chaotisch. In der Mitte stand ein großer Tisch auf einem rot gemusterten, den ganzen Raum ausfüllenden und mehrere Brandlöcher aufweisenden, alten Teppich. Dort, wo sich die Dachbodenluke befand, war Stroh heruntergefallen und verteilte sich über ebenjenen Teppich. Vereinzelt standen Bücherstapel, rätselhafte Gegenstände, weiche Sessel, große Blumenvasen und Tischchen mit kleinen Blumenvasen darauf herum.
      An den Wänden hingen Regale mit noch seltsameren Gegenständen, Kerzen und wirklich alten Büchern, die teilweise nur noch Papierstapeln glichen. Außerdem gab es neben der Tür zum anderen Raum eine schmale Pritsche mit einer Wolldecke. Ob Feodor dort schlief? Maja erhaschte einen Blick in den Schlafraum. Dort befand sich ein großes Bett mit einem flauschigen Paar Puschen davor.
      „Sie haben wirklich ein … witziges Haus, Meister Wolf“, sagte Maja und nahm eine große Vase mit verzogenen, bunten Fratzen darauf näher in Augenschein.
      „Ich verstehe das mal als Kompliment. Danke sehr“, antwortete der Zauberer.
      Karim und Jinna schienen Majas Meinung nicht zu teilen. Sie standen mitten im Raum, an dem Fleck, an dem sie den größten Abstand zu sämtlichen undefinierbaren Gegenständen hatten, und in ihren Augen sah man eindeutig, wie unwohl sie sich hier fühlten. Offenbar hatten sie ihre Angst vor jeder Art von Zauberei immer noch nicht abgelegt. Misstrauisch wie sie nun mal waren, beobachteten sie Meister Wolf, wie er ihnen Suppe servierte.
      Maja beschloss, ihnen einfach ein gutes Beispiel zu sein und setzte sich gut gelaunt an den Tisch, um ihr Abendessen zu empfangen. In dem Moment ließ ein kleiner, blonder Junge seinen Kopf aus der Dachluke baumeln.
      „Maja!“, rief er strahlend.
      „Matthias! Schön, dich zu sehen.“
      Matthias wohnte erst seit kurzer Zeit bei Meister Wolf, seit sie von ihrer Reise zurückgekommen waren. Der Junge kletterte so schnell er konnte die Leiter hinab und umarmte nacheinander Maja, Karim und Jinna. Er trug einen Schlafanzug und seine Haare waren zerzaust.
      „Kann ich auch noch Suppe haben?“, fragte er.
      „Es ist spät am Abend, du sollst schlafen und nicht essen“, antwortete Meister Wolf, holte aber noch einen Teller aus dem Schrank.
      „Wie könnte ich schlafen, wenn ich weiß, dass Maja, Karim und Jinna hier sind?“
      Maja beobachtete ihn fasziniert. Sie hatte sich immer noch nicht daran gewöhnt, den Elfjährigen reden zu hören. Als sie ihn kennengelernt hatte, war er stumm gewesen, und jetzt sprach er wie ein Wasserfall, mit einer Stimme, die man nur als schön bezeichnen konnte.
      Maja nahm ihren Löffel und probierte von der Suppe. Sie schmeckte nicht wie die Erbsensuppe, die sie kannte. Sie war würziger und hatte einen Nachgeschmack nach Regenkraut, einem hier in der Gegend oft verwendeten Gewürz.
      Die Tür ging auf und Feodor kam herein. Er warf seinen Umhang in eine Ecke und schüttelte sich das Wasser aus den Haaren.
      „Ich habe die Pferde in den Stall gebracht.“
      „In welchen Stall?“, fragte Maja.
      „Den im Tal.“
      „Ihr habt Pferde mit?“, fragte Matthias.
      „Ja. Wir können zusammen ausreiten“, sagte Karim zu ihm, „wie in alten Zeiten.“
      „Ich musste Bonnie zurückgeben“, murmelte Matthias. „Sie gehörte ja nicht mir, sondern Arel. Er war ziemlich wütend. Ich will nicht wissen, was er mit mir angestellt hätte, wenn Meister Wolf nicht dabei gewesen wäre. Arel hat meine Entschuldigung auch nicht angenommen und er hätte mich bestimmt nicht mehr bei sich wohnen lassen, aber ich wollte eh nicht mehr dorthin zurück.“
      „Ich habe immer gedacht, das Pferd gehörte dir“, sagte Maja. Matthias hatte nie auch nur angedeutet, dass er das Pferd praktisch gestohlen hatte.
      Sie schwiegen alle, während Feodor sich einen Teller nahm und ihn mit Suppe füllte.
      Maja merkte erst jetzt, während sie aß, wie müde sie war. Es war bestimmt schon zehn Uhr Abends, aber genau konnte sie das natürlich nicht wissen.
      Nachdem sie aufgegessen hatten, schickte Meister Wolf sie deshalb alle ins Bett. Feodor schlief tatsächlich auf der Pritsche und Meister Wolf gehörte das Bett mit den plüschigen Pantoffeln davor. Karim, Jinna und Maja schliefen bei Matthias auf dem Dachboden. Man hatte ihnen dicke Decken auf das Stroh gelegt, auf dem sie sich nun zusammenrollten. So waren die vier Gefährten also endlich wieder unter sich und natürlich schliefen sie nicht sofort, sondern unterhielten sich noch ein bisschen. Wenn auch nur kurz. Dann übermannte sie die Müdigkeit. Das letzte, was Maja noch wahrnahm bevor sie einschlief, war, dass Matthias nicht unter einer Decke, sondern unter dem Umhang schlief, den Alma ihm geschenkt hatte. Dem Umhang, der aus Taroq war, genau wie das Schwert, welches Maja auf ihrer Reise getragen hatte. Dem Umhang, der Magie abwehrte.
      Blubb, blubb, blubb ... ich bin ein Fisch.
    • Sie hatte sich immer noch nicht daran gewöhnt, den elfjährigen reden zu hören.

      groß mMn

      Ich frage mich, ob Meister Wolf wohl schon etwas von der Besonerheit und dder Kraft erahnt, die Matthias´ Stimme innewohnt :huh: Und ich frage mich, ob Karim und Jinna jemals ihre Vorurteile der Zauberei gegenüber ablegen können x) Immerhin geht es Maja h´jetzt wieder besser. Das Treffen scheint ihr gutzutun :)

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau
    • Dinteyra schrieb:

      Misstrauisch wie sie nun mal waren_ beobachteten sie Meister Wolf_ wie er ihnen Suppe servierte.

      Kommas fehlen

      Als sie ihn kennengelernt hatte, war er stumm gewesen, und jetzt sprach er wie ein Wasserfall, mit einer Stimme, die man nur als schön bezeichnen konnte.

      Wie definiert man denn eine schöne Stimme? Das würde ich irgendwie etwas anders beschreiben 8|

      Ein schöner Teil. Mit der Beschreibung vom Haus beziehungsweise dessen Innenraum, kann man sich das echt gut vorstellen, wie es dort aussieht :thumbsup: und ich persönlich finde das du Matthias sehr schön dargestellt hast. ich kann ja nichts zum ersten Teil sagen, aber ich finde deine Charaktere allgemein, sehr gut getroffen und auch unterschiedlich, sodass man nicht in die Versuchung kommt, die alle durcheinander zu bekommen :thumbup:
      Schreib schnell weiter :stick:

      PS: Danke für die Zusammenfassung des ersten Teils, da hast du dir nur wegen mir echt viel Mühe gemacht :thumbsup:
      Ich lebe in einer Welt voller Fantasy, und Ihr?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kisa ()

    • Danke für die Verbesserungen. Man sieht nicht mehr, wenn ich meine Texte editiere, aber ich habe alles geändert. Nur das Wort 'schön' belasse ich erst mal so. Ich wollte nämlich gerade ausdrücken, dass sie ein bisschen schwer zu beschreiben ist. Ich habe es mir aber notiert, kann sein, dass ich es später noch ändere.

      Schon wieder ist ein Teil fertig, im Moment bin ich wirklich motiviert. Ich möchte an einem bestimmten Punkt ankommen, auf den ich mich schon freue. Wenn es zu schnell geht, sagt Bescheid, dann halte ich einfach ein bisschen Text zurück.




      Als Maja, Karim und Jinna am nächsten Morgen aufwachten, war Matthias schon nicht mehr auf dem Dachboden. Doch auch im Wohnraum konnten sie ihn nicht entdecken. Meister Wolf war gerade dabei, ein paar Eier in die Pfanne zu hauen und sie mit Kräutern zu bestreuen. Ein köstlicher Duft wehte durch die Hütte.
      „Feodor und Matthias sind draußen“, sagte Meister Wolf anstelle eines Morgengrußes munter und öffnete mit einem Topflappen den Ofen über dem Feuer. Darin lagen ein paar kleine, braune Ballen – sollten das Brötchen sein?
      Maja ging nach draußen, während die Geschwister dem Zauberer halfen den Tisch zu decken. Das Haus von Meister Wolf war auf einer Seite in den Hügel eingegraben und auf den drei anderen Seiten von einer Art Terrasse, nämlich einem flachen Stück Boden umgeben, auf dem keine Bäume wuchsen. Das war ganz praktisch, denn so konnte man um das Haus herumgehen, ohne ständig schief zu stehen.
      Matthias und Feodor standen hinter der Hütte, dort wo keine Fenster waren. Vermutlich hatten sie mit Absicht diesen Platz gewählt, an dem sie nicht beobachtet werden konnten, denn was sie taten sah äußerst bizarr aus. Matthias stand, in seinen Umhang aus Taroq gehüllt, auf der einen Seite. Er hatte den Stoff eng um sich gezogen, um möglichst viel von seinem Körper zu verdecken. Ihm gegenüber stand Feodor mit einem langen, knorrigen, grauen Holzstab in der Hand und ließ damit Blitze oder Energiestöße auf Matthias prasseln, die diesen aber nicht weiter störten, außer dass manche davon ihm die Haare zu Berge stehen ließen.
      Maja blieb fasziniert von diesem Anblick stehen. Sie hatte schon von Magie gehört, sie aber noch nie so deutlich gesehen wie jetzt. Ehrfürchtig beobachtete sie die beiden, aber es dauerte nicht lange bis Feodor sie entdeckte.
      „Hi Maja, wir testen Almas Umhang“, sagte er fröhlich. „Und allmählich wird mir klar, warum Fürst Dreizehn ihn haben wollte. Wenn man die Kapuze über den Kopf zieht, kann einem so gut wie kein Zauber schaden. Obwohl ich natürlich nur die harmlosen ausprobieren kann, ich will Matthias schließlich nicht umbringen. Ich versuche, einen Zauber zu finden, der durch den Mantel hindurch dringt.“
      „Du könntest auf sein Gesicht zielen“, sagte Maja fachmännisch.
      „Nicht, wenn er die Kapuze auf hat. Das haben wir schon ausprobiert. Setz mal auf, Matthias.“
      Matthias zog sich die Kapuze über den Kopf und Feodor sprach klar und fest drei Worte, die Maja nicht kannte. Dann ließ er den Stab auf den Boden krachen und eine rot-violette Flammenkette schoss aus seiner Spitze genau auf Matthias zu. Sie schlängelte sich von den Füßen bis zu seinem Kopf um ihn herum und zog sich dann zusammen. Doch Matthias musste sich nur einmal kurz bewegen, schon zerfielen die Flammen.
      „Hey!“, rief der kleine Junge. „Das war gefährlich. Lass das sein. Wenn Meister Wolf dich dabei erwischt, kriegst du Zauberverbot.“
      „Ich wette, der Umhang hält noch viel Schlimmeres aus“, murrte Feodor. „Wo sind Karim und Jinna?“
      „Sie helfen Meister Wolf beim Frühstück machen. Aber wenn sie hier raus kämen und euch sähen, würden sie sowieso schreiend wegrennen“, antwortete Maja.
      „Du meinst, weil sie Angst haben, dass ich das hier mache?“
      Feodor grinste und ließ den Stab erneut auf den Boden krachen. Im selben Moment schlug Maja ein eiskalter Wind ins Gesicht und ihre Muskeln verkrampften sich. Keuchend wich sie einen Schritt zurück, als es schon wieder vorbei war. Sie schaute an sich herab, als erwarte sie, dass sich etwas verändert hatte, aber alles war wie sonst.
      „Was war das?“, fragte sie, „ich meine … sollte das was bewirken?“
      „Es sollte dich nur erschrecken“, antwortete Feodor. „Dieser Zauber bewirkt eigentlich nichts. Wenn ich feste mit dem Stab auf den Boden klopfe, kann ich dich vielleicht an den nächsten Baum schleudern, aber sonst hat der Zauber keinen Effekt. Außer, dass er die Leute irritiert und erschreckt. Möchtest du auch mal? Meister Wolf hat seinen Stab so präpariert, dass jeder diesen einen Zauber damit auslösen kann.“
      Er hielt ihr den Stab hin.
      „Was, ich? Ich kann das gar nicht.“ Maja blickte äußerst skeptisch drein. „Ich kann nicht zaubern.“
      „Du musst nicht zaubern, der Stab tut es. Jeder kann es.“ Feodor warf ihr den Stab zu. „Du darfst auch auf mich zielen, bei Matthias macht es ja keinen Spaß.“
      Maja fing den Stab auf und hielt ihn zögerlich fest.
      „Und jetzt?“ Ihrer Stimme hörte man tiefe Zweifel an.
      „Auf den Boden klopfen!“, rief Matthias.
      „Und mich anschauen“, fügte Feodor hinzu.
      Maja klopfte vorsichtig auf die Erde. Nichts geschah.
      „Fester!“, rief Matthias, doch in diesem Moment kam Meister Wolf um das Haus herum.
      '“Es gibt Frühstück“, sagte er. „Warum hast du schon wieder meinen Stab, Feodor? Du kannst auch ohne ihn zaubern.“
      „Der Stab ist aber viel besser“, sagte Feodor und ging zu Meister Wolf. Als er an Maja vorbei kam, nahm er ihr den Stab aus der Hand. „Wann kriege ich endlich meinen eigenen?“
      „Du bist noch zu jung“, antwortete Meister Wolf.
      „Aber ich bin gut.“
      „Ich habe meinen Stab mit dreiundzwanzig bekommen. Du bist erst sechzehn.“
      Feodor gab auf. Er wirkte leicht gekränkt, spielte aber darüber hinweg, indem er beim Frühstück ausgiebig über einen bestimmten Zauber diskutierte. Maja verstand kein Wort, nur Matthias lauschte dem Gespräch zwischen Meister und Lehrling angestrengt. Karim und Jinna machten kurzweilig ein Gesicht, als bereuten sie es schon, hergekommen zu sein.
      Blubb, blubb, blubb ... ich bin ein Fisch.
    • „Nicht, wenn er die Kapuze auf hat. Das haben wir schon ausprobiert. Setzt mal auf, Matthias.“
      Setz

      Maja und die anderen sind also endlich bei Wolf angekommen. ;) Irgendwie muss ich sagen, dass es mich gar nicht verwundert, dass es bei ihm im Haus so chaotisch aussieht. :D
      Ich bin mal gespannt, ob Jinna und Karim sich noch mit der Zauberei anfreunden können. :D

      LG, Kyelia

      Außer Betrieb - Geduldsfaden ist gerissen

      Der, der das Licht stahl
      Síchestja - Das Erbe einer Vergangenheit
    • Matthias und Feodor standen hinter der Hütte, dort wo keine Fenster waren, und vermutlich hatten sie mit Absicht diesen Platz gewählt, an dem sie nicht beobachtet werden konnten, denn was sie taten sah äußerst bizarr aus.

      Finde diesen Satz etwas unschön, weil du ihn viermal verlängerst.

      Ein Stab mit dem jeder einen kleinen Erschreckungszauber bewirken kann? Sowas will ich auch haben :golly:
      Irgendwie habe ich das Gefühl, Feodor wird keinen Zauber finden, der Taroq durchdringt. Ich finde auch, dass du mit diesen Metallen eine Mechanik in deine Story reinbringst, ie sehr viel Potential birgt. Der Mantel macht ja anscheinend imun gegen Magie, was bewirken dann die anderen Metalle, oder gibt es ein Gegenstück zu Taroq, das seine Wirkung aufhebt?

      Und nein, du postest nicht zu schnell. Nur immer her damit, will ja, dass du zu der Stelle kommst, auf die du dich freust :)

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau
    • Dinteyra schrieb:

      Ein köstlicher Duft wehte durch die Hütte.

      da finde ich das "verbreitete sich" etwas besser passt. Schließlich weht in der Hütte ja kein Wind, aber das ist nur meine Meinung und du musst es nicht ändern, wenn es dir so besser gefällt :)

      Matthias und Feodor standen hinter der Hütte, dort wo keine Fenster waren, und vermutlich hatten sie mit Absicht diesen Platz gewählt, an dem sie nicht beobachtet werden konnten, denn was sie taten_ sah äußerst bizarr aus.

      Komma

      Wie ein sehr schöner Teil. Auch das austesten des Umhangs finde ich eine gute Idee. allerdings kann ich ehrlich sagen das ich noch nicht so wirklich weiß, was ich von Jinna und Karim halten soll, die sind der Zauberei ja sehr negativ eingestellt.... irgendwie kann ich die noch nicht zu wirklich zuordnen, aber Meister Wolf ist ziemlich cool, wenn du mich fragst. Ich bin gespannt auf deinen nächsten Teil :thumbsup:
      Ich lebe in einer Welt voller Fantasy, und Ihr?
    • @Alopex Lagopus: Aus einem der Metalle sind die Tore, man kann mit ihnen also irgendwie die Grenze zwischen den Welten überwinden. Einige von den anderen werden bestimmt noch vorkommen, aber konkret überlegt habe ich mir dazu noch nichts. Mal sehen, wofür ich sie noch brauche.

      @Kisa: Karim und Jinna sind für mich die am schwersten zu schreibenden Charaktere. Ich weiß gar nicht so genau, woran es liegt. Sie leben halt nach den Werten, die sie in ihrem Heimatdorf gelernt haben und sind besonders der Zauberei gegenüber sehr voreingenommen, aber auch sonst begegnen sie Fremden eher misstrauisch. Im ersten Teil haben sie zum Beispiel Matthias nicht getraut, weil er schreiben konnte und dies in ihrem Heimatort als schwarzmagische Kunst betrachtet wurde. Was natürlich Quatsch ist, weil in den größeren Städten der Welt ohne Namen das Schreiben durchaus geläufig ist.
      Aber ich tue mich wirklich schwer mit ihnen und vielleicht merkt man das manches Mal.



      Ein unliebsamer Besucher


      Es folgten ein paar kurzweilige, angenehme Tage. Feodor und Matthias experimentierten weiterhin mit dem Umhang und Karim und Jinna reagierten auf diese merkwürdige Freizeitbeschäftigung genau so, wie Maja es vorhergesagt hatte: Mit blankem Entsetzen. Aber ihnen blieb nichts anderes übrig, als sich an die offensichtliche Magie um sie herum zu gewöhnen, denn beide Zauberer, Feodor und Meister Wolf, übten ihr Handwerk fast rund um die Uhr aus. Während Meister Wolf zum Beispiel die Kerzen auf dem Tisch unvermittelt aufflackern ließ und sich oft damit beschäftigte, neuartige Dinge, zum Beispiel einen Frostschrank zu erfinden, übte Feodor, Blumen aus dem Teppich sprießen zu lassen. Ab und an saß er aber auch in einer Ecke über ein Papier gebeugt und murmelte vor sich hin. Dann war er dabei, einen neuen Zauber zu entwickeln, wie Matthias ihnen erklärte. Meister Wolf war damit absolut nicht einverstanden. Seiner Meinung nach war es viel zu gefährlich.
      „Das sind grundlegende, magische Gesetze, mit denen du da hantierst. Ein falsches Wort und wir fliegen alle in die Luft!“, rief er verärgert, etwa vier Tage nach Ankunft der Besucher.
      „Ich passe schon auf“, murmelte Feodor, „und wenn ich sie ausprobiere, gehe ich nach draußen.“
      „Feodor, ich habe Angst um dich!“, sagte Meister Wolf in scharfem Tonfall. „Ich - “
      „Was ist mit dem Frostschrank?“, unterbrach sein Schüler ihn. „Du experimentierst auch die ganze Zeit herum.“
      „Das ist etwas völlig anderes. Der Frostschrank ist ein Küchenschrank mit einem dauerhaften Frostzauber. Du hingegen versuchst, komplett neue Zauber zu erschaffen und bewegst dich dabei in magischen Ebenen, in die schon lange niemand mehr vorgedrungen ist. Du benutzt Sprachen, die du nur zum Bruchteil verstehst. Du bist 100 Jahre zu jung für so etwas. Solange du nur Pülverchen erfunden hast, war es noch in Ordnung, aber das“, er deutete auf das Papier, „das ist etwas ganz Anderes. Du hast keine Ahnung, was du anrichten könntest.“
      Er schwieg einen Moment, sein Gesicht eine Mischung aus Ärger und Verzweiflung. Dann schien er plötzlich eine Entscheidung zu treffen.
      „Jetzt ist Schluss“, sagte er. „Gib mir deine Notizen. Ich verbiete dir, weiter zu experimentieren – egal woran. Und von nun an will ich bei jedem Zauber, jedem Pülverchen, jedem Trank und was du sonst noch machst, wenn ich es nicht kenne, wissen, wo es geschrieben steht. Ich will alle Notizen“, fügte er hinzu, als Feodor ihm einen Stapel gab. „Und deine Pülverchen.“
      „Auch Gims?“, fragte Feodor.
      „Auch Gims. Und das Rezept dafür ebenfalls.“
      „Ich habe das Rezept in meinem Kopf.“
      „Dann wird es von nun an da bleiben.“
      „Das ist unfair!“, rief Feodor. „Gims funktioniert, das weißt du selber auch.“
      „Es interessiert mich nicht, ob es funktioniert. Du bist zu jung zum Experimentieren. Von nun an ist Schluss damit, du hältst dich an die Lehrbücher. Du könntest ein richtig guter Zauberer werden, warum riskierst du dein Leben für so einen Mist? Die Zauber, die es bereits gibt, sind gut genug. Besser sogar, als du es dir vorstellen kannst.“
      „Und wo finde ich diese Zauber?“, fuhr Feodor auf. „In deinen Büchern steht nur Firlefanz.“
      „Feodor!“ Meister Wolf holte tief Luft, wohl um sich zu beruhigen. „Ich glaube, es wäre das Beste, du gehst nach draußen und schnappst erst mal frische Luft.“
      Feodor starrte ihn wütend an, drehte sich dann auf dem Absatz um, ließ mit einer Geste seinen Umhang in seine Hand fliegen und marschierte aus dem Haus. Karim, Jinna, Matthias und Maja wagten kaum zu atmen. Meister Wolf sah ziemlich wütend aus. Er starrte mit geballten Fäusten auf die immer noch offen stehende Tür. Ein paar Sekunden vergingen, dann erschien eine Gestalt darin. Im ersten Moment dachten alle, Feodor wäre zurückgekehrt, doch diese Gestalt war stämmiger, hatte breitere Schultern, kurz: sah einfach erwachsener aus als die jugendliche Gestalt des Zauberlehrlings.
      „Meine Güte, was ist denn mit Feodor los?“, fragte die Gestalt mit einer Stimme, die Maja vage bekannt vorkam. Ein Schauer lief ihr über den Rücken.
      „Jimo!“, schrie Meister Wolf erfreut, als der Mann in die Hütte trat.
      „Sie!“, keuchte Maja und starrte den Kamiraen feindselig an.
      „Wolf, mein Freund!“ Strahlend umarmte Jimo Kandrajimo den alten Zauberer.
      „Was führt dich her?“
      „Die Sehnsucht, meinen alten Freund wiederzusehen und der Hunger. Du bist doch immer noch so ein begnadeter Koch, oder?“
      „Wenn du es sagst.“ Meister Wolf wurde rot. Aber es stimmte, er war ein begnadeter Koch und ein begeisterter noch dazu. Er verbrachte fast den ganzen Tag vor dem Feuer, wo er rätselhafte Mixturen oder köstliche Leckereien schuf.
      „Hallo Matthias!“, grüßte Kandrajimo nun den Blondschopf, „Karim, Jinna“, er nickte ihnen zu, „Maja!“ Ein aufmunterndes Lächeln.
      Maja erwiderte es nicht. Sie war einen Moment wie erstarrt. Was wollte er wirklich hier? Warum kam er ausgerechnet jetzt? Maja glaubte ihm nicht, dass er nur wegen Meister Wolf gekommen war.
      Kandrajimo betrachtete sie einen Moment nachdenklich.
      „Deinem Gesichtsausdruck nach zu schließen bist du irgendwie sauer auf mich“, sagte er.
      Sie machte es wie Feodor und marschierte ohne ein weiteres Wort zur Tür hinaus. Nur dass sie ihren Umhang nicht mit Magie auf sich zu fliegen lassen konnte. Sie musste ihn aufheben. Außerdem schlug sie die Tür hinter sich zu.
      Blubb, blubb, blubb ... ich bin ein Fisch.
    • Oha, da ist Meister Wolf aber streng mit seinem Lehrling :S Ich kann Feodor da nachvollziehen, das wäre, wenn mir so, als ob mir jemandd das Schreiben verbieten und vorschreiben würde, die guten alten Geschichten von Goethe zu studieren :cursing:
      Und Jimo ... ich glaube nicht, dass der zufällig vorbeikommt. Jedenfalls wird die Stimmung jetzt ziemlich in den Keller fallen, in Maja ruft er nur wieder zornige Gedanken an die Kamiraen hervor. Da kommt der Streit zwischen Feodor und Meister Wolf echt ungünstig dazu.

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


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    • Naja, ein erholsamer Besuch sieht anders aus. Streit, das Auftauchen von Kandrajimo ... alles sehr seltsam :hmm:
      Ich glaube auch nicht, dass er einfach so vorbeigekommen ist.
      Feodor hat es auch nicht leicht, obwohl ich Meister Wolf sogar verstehen kann ... irgendwo. Wenn etwas schiefgeht, dann könnten beide wirklich alt aussehen. Immerhin sind sie auch gerade nicht allein im Haus :pinch:

      Alles in allem gerade eine etwas verzwickte Situation. 8o
      ... Aber spannend. Man weiß schon jetzt, iwann gehts los :sarcastic:
    • Dinteyra schrieb:

      Du bist 100 Jahre zu jung für so etwas.

      Es ist nichts falsch an diesem Satz, aber ich persönlich finde es immer schöner wenn Zahlen (Alter, Größe etc.) ausgeschrieben werden. Ich wollte es nur anmerken, aber es bleibt dir überlassen ob du es änderst :)

      Wieder ein sehr schöner Teil. :thumbup: Das du Probleme mit Jinna und Karim hast (finde ich) merkt man nicht wirklich, aber während Matthias, Maja etc. in die Geschichte mehr eingebunden sind, tauchen Jinna und Karim nur immer am Rand auf. Vielleicht schaffst du es ja, die beiden etwas mehr zu integrieren und wenn es nur vorwurfsvolle Worte sind, weil die anderen zaubern. Das würde die beiden etwas aktiver machen und vielleicht bekommst du beim schreiben dann auch einen besseren Draht zu den Charakteren.
      Wie schon gesagt der Teil ist schön geschrieben und gefällt mir sehr gut. Vor allem der Streit zwischen Meister Wolf und Feodor. Der ist sehr authentisch und ich kann mir gut vorstellen, dass ich als Zauberlehrling auch alles mögliche ausprobieren wollte, selbst die Sachen für die ich noch nicht genug Erfahrung habe.
      Weiter so :stick:
      Ich lebe in einer Welt voller Fantasy, und Ihr?
    • Ich kann mich den anderen nur anschließen. Der Teil ist dir mal wieder sehr schön gelungen und ich habe nichts auszusetzen.
      Wahrscheinlich werde ich mit dieser Meinung allein dastehen, aber ich muss sagen, dass ich Meister Wolf schon irgendwie verstehen kann. Er macht sich eben sorgen um seinen Schüler und will nicht, dass ihm etwas passiert. Meister Wolf wird schon seine Gründe haben, warum er das macht, schließlich hat er schon einiges mehr Erfahrung und wird ihm das sicher nicht aus Spaß verbieten. Spießig ist er immerhin nicht. :hmm: Dass Feodor allerdings Sachen ausprobieren will, kann ich auch verstehen, mir würde es wohl auch nicht anders gehen. :D


      Jetzt bin ich auf jeden Fall gespannt, was Jimo Kandrajimo bei Meister Wolf will. Ich zweifle etwas daran, dass er das nur ist, um seine Kochkünste in Empfang zu nehmen. :huh:


      LG, Kyelia

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