Wortklaubereien [Kurzgeschichten]

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    • @Phi
      Die erste Geschichte hab ich jetzt durch. Ui. Harter Stoff mit diesem "Ohne mich wärst du besser dran gewesen"-Aussage. Das ist schon harter Stoff. Mir ist auch tatsächlich nichts aufgefallen, was ich verbesserungswürdig finde. Einzig die Formatierung stört und reißt den Text ziemlich auseinander, aber das ließ sich ignorieren.
      Ein guter Start, auch wenn ich die anderen beiden mehr mochte. Morgen ist die Nächste dran. :thumbup:
    • @kalkwiese Falls du das mit dem doppelten Zeilenabstand gemeint hast, das hab ich ausgebessert. Muss wohl beim letzten Mal "Geschichten-Übersicht"-Editieren passiert sein :/ Falls du was anderes meinst, bitte ich um Aufklärung :D
      Finde ich gut, wenn du dich hier durcharbeitest :D Ich hoffe nur, du mochtest die anderen Geschichten nicht deswegen mehr, weil die erste so "hart" war.. da könnte hier öfter passieren :rofl:


      Sometimes, you read a book and it fills you with this weird evangelical zeal, and you become convinced that the shattered world will never be put back together unless and until all living humans read the book.
    • Deine zweite Gechichte kommt mir bekannt vor. Hattest du die an anderer Stelle schon mal? Oder hatte ich sie einfach hier schon mal gelesen?
      Ich finde die Idee sehr interessant und gut umgesetzt. Auch wie du als Kontrast den abgeneigten Regenhasser eingebaut hast passt.

      Phi schrieb:

      Sie sitzt am Fenster und wartet auf das Gewitter. Es wurde für diesen Tag angekündigt, sie hat sich schon die ganze Woche darauf gefreut. Sie liebt Gewitter, es beruhigt sie und regt sie zum Nachdenken an.
      weiß nicht ob beabsichtigt, aber hier ist oft Sie, verb, Objekt
      als Satzbau verwendet.

      Phi schrieb:

      aber sie weiß, dass das Gewitter in ihre Richtung zieht und bald direkt über ihren Kopf hängen wird.
      ihrem
      - Große Männer werden im Feuer geschmiedet. Das Privileg der Kleineren ist es, das Feuer zu entfachen. -

      - nur ein Irrer steigt in das Raumschiff eines Verrückten -
    • @Kelamith Ich schätze mal, solltest du nicht heimlich im Zelda-Forum dein Unwesen treiben, dass du die Geschichte hier schonmal gelesen hast :D
      Das mit dem montonen und einfachen Aufbau ist so halb-gewollt. Ich hab mich nicht hingesetzt und gedacht "Subjekt - Prädikat - Objekt" benutze ich jetzt einfach mal dauernd, sondern das ist beim Schreiben so entstanden und ich fand es dann ganz nett, da es ja trotzdem um ein junges Mädchen geht und der Regen ja auch irgendwie immer monoton ist.
      Da "ihrem" hab ich ausgebessert, vielen Dank!


      Sometimes, you read a book and it fills you with this weird evangelical zeal, and you become convinced that the shattered world will never be put back together unless and until all living humans read the book.
    • Über Regen haben wir ja schon im Chat gesprochen. Jetzt also Die vergessene Braut.
      Hier gab es für mich bis zum Schluss die Möglichkeit, dass er doch nicht auftaucht. Und dann war er da und ich fragte mich, warum zum Teufel der Kerl seine Arme Braut so lange warten lässt. >:[]
      Natürlich ist das offen gelassen. Er könnte Chirurg sein (hier Credits an @Ewala, die das Beispiel mit dem Chirurg brachte und mir auch verriet, wie man das Wort schreibt xD) und an einem Notfall arbeiten. Also alles gut.
      Die Geschichte ist auch recht leichte Kost, finde ich. Das mag ich hin und wieder, aber es darf gern auch mehr sein und tiefer greifen. Wenn ich du wäre gefällt mir beispielsweise mittlerweile besser, als ich es neulich noch hab durchscheinen lassen.
      Hier noch ein paar Details, die die Geschichte imho verbessern könnten:
      Spoiler anzeigen

      Phi schrieb:

      Alleine steht sie vor dem Altar. Alle anderen haben schon aufgegeben, sind gegangen. Keine Gäste mehr auf dieser Hochzeit. Niemand war bereit, bis in die Nacht zu warten. Nur sie. Auf ihrer Hochzeit ohne Bräutigam.
      Aus irgendeinem Grund finde ich, dass dieser Satz too much ist. Du wiederholst hier oft, dass sie allein ist, und dass keiner sonst da ist, und dass da kein Bräutigam ist, und dass die Gäste fehlen. Und das ist auch nicht verkehrt, des trägt gut zur Stimmung bei. Aber ich fand es dann doch zu viel, ich hatte schon verstanden, worum es ging, bevor ich mit dem Absatz fertig war.
      Ich würde einfach dieses Satz streichen. Es liest sich dann für mich flüssiger und ich finde auch, dass dann das richtige Maß getroffen ist.

      Phi schrieb:

      Dass es längst keine Gäste mehr gibt, stört sie nicht.
      Ich weiß, dass ich Krümel kacke, aber gerade bei Kurzgeschichten muss man ja jedes Wort auf die Goldwaage legen. Und dieses finde ich einfach überflüssig. Der Satz sagt ohne es das gleiche aus und liest sich besser.
      Dieses Wort "längst" hätte ich beispielsweise gebracht, wenn ich noch nichts über die Gäste gesagt hätte und dann erkläre, dass da schon lange keiner mehr sind. Seit dem ersten Absatz weiß ich hier aber, dass sie alleine ist. Und dass die Gäste schon weg sind. Es ist mir wieder zu viel. Ich finde diesen Punkt ausreichend dargestellt und er braucht, finde ich, keine weitere Betonung mehr.
    • Spoiler anzeigen

      kalkwiese schrieb:

      Hier gab es für mich bis zum Schluss die Möglichkeit, dass er doch nicht auftaucht. Und dann war er da und ich fragte mich, warum zum Teufel der Kerl seine Arme Braut so lange warten lässt. >:[]
      Natürlich ist das offen gelassen. Er könnte Chirurg sein (hier Credits an @Ewala, die das Beispiel mit dem Chirurg brachte und mir auch verriet, wie man das Wort schreibt xD) und an einem Notfall arbeiten. Also alles gut.
      Hihihi, rede dir das nur ein :evil:

      kalkwiese schrieb:

      Phi schrieb:

      Alleine steht sie vor dem Altar. Alle anderen haben schon aufgegeben, sind gegangen. Keine Gäste mehr auf dieser Hochzeit. Niemand war bereit, bis in die Nacht zu warten. Nur sie. Auf ihrer Hochzeit ohne Bräutigam.
      Aus irgendeinem Grund finde ich, dass dieser Satz too much ist. Du wiederholst hier oft, dass sie allein ist, und dass keiner sonst da ist, und dass da kein Bräutigam ist, und dass die Gäste fehlen. Und das ist auch nicht verkehrt, des trägt gut zur Stimmung bei. Aber ich fand es dann doch zu viel, ich hatte schon verstanden, worum es ging, bevor ich mit dem Absatz fertig war.Ich würde einfach dieses Satz streichen. Es liest sich dann für mich flüssiger und ich finde auch, dass dann das richtige Maß getroffen ist.
      Absolut richtig. Vor allem, weil auch "Hochzeit" zweimal direkt hintereinander kommt. Wird gestrichen :D

      kalkwiese schrieb:

      Phi schrieb:

      Dass es längst keine Gäste mehr gibt, stört sie nicht.
      Ich weiß, dass ich Krümel kacke, aber gerade bei Kurzgeschichten muss man ja jedes Wort auf die Goldwaage legen. Und dieses finde ich einfach überflüssig. Der Satz sagt ohne es das gleiche aus und liest sich besser.Dieses Wort "längst" hätte ich beispielsweise gebracht, wenn ich noch nichts über die Gäste gesagt hätte und dann erkläre, dass da schon lange keiner mehr sind. Seit dem ersten Absatz weiß ich hier aber, dass sie alleine ist. Und dass die Gäste schon weg sind. Es ist mir wieder zu viel. Ich finde diesen Punkt ausreichend dargestellt und er braucht, finde ich, keine weitere Betonung mehr.
      :rofl: Hatte ich erwähnt, dass sie alleine ist und keine Gäste mehr anwesend? Nein? Gut, dann mach ich das doch nochmal!
      Oh Mann, wie konnte mir sowas nicht auffallen? Da wollte ich wohl ganz besonders an der Gefühlsschraube drehen. Ebenfalls gestrichen.


      Ich danke dir vielmals für deine ausführlichen Korrekturen <3 Das hilft mir wirklich weiter, meine Geschichten nochmal anders zu betrachten. Mein Ziel für die nächste Geschichte: Kalki spraachlos zurücklassen :evil:


      Sometimes, you read a book and it fills you with this weird evangelical zeal, and you become convinced that the shattered world will never be put back together unless and until all living humans read the book.
    • Ich habe mir die Tage deine Kurzgeschichten durchgelesen, vor allem weil sie sich gut für Zwischendurch auf der Fahrt zur und von der Arbeit und in den Pausen eignen. Sie sind zwar alle recht kurz kurz, das macht sie aber nicht gleich schlecht, im Gegenteil, ich bin begeistert, wie du es mit wenigen Worten schaffst, eine gewisse Atmosphäre zu schaffen. Du beschreibst eine regelrechte Momentaufnahme so gut, als würde man hier und da als stiller Beobachter danebenstehen, ohne dass du viel Schnickschnack herum beschreiben musst. Ich finde, in deinen Geschichten spielt sich unglaublich viel zwischen den Zeilen ab und so etwas mag ich.
      Das ein oder andere überraschende Ende gibt dem ganzen noch das Tüpfelchen auf dem i, selbst wenn einiges dann doch offensichtlich war. Beim Künstlertod hast du mich allerdings erwischt. ^^ Das Ende stand zwar im Titel, kam dann aber doch so - hopps.

      Bisher am besten gefallen haben mir "Wenn ich du wäre" und "Opa". Bei Letzterer hatte ich auch gleich ein Kind im Ohr, das mir in eben diesen Worten seine Geschichte offenbart. Hast du wirklich gut getroffen. "Gemeinsamkeiten" hat mich zum Schmunzeln gebracht, den Kern der Sache fand ich gut gewählt.
      Ich freue mich schon auf deine nächsten Einfälle.
      "Don't worry, Xavier's on the job," said Sharon. We heard a squeak and looked down to see the rat in question with a piece of cheese in its mouth. Sharon picked him up and scolded him. "Keys, I said, not cheese!"

      Library of Souls - Ransom Riggs
    • Schnee also. Wunderschöne Geschichte. Der Inhalt ist erkennbar und man kann ihn greifen, aber dafür muss man sich erst selbst in den weißen Schleier hinein begeben. Auf so etwas habe ich gehofft. :thumbup:
      Du folgst hier einem Konzept und die Gefühle, die du ausdrückst, werden auch nicht genannt. Trotzdem kann man sie greifen. Aber es bleibt Raum für eine eigene Interpretation. Jeder wird da drin etwas sehen, was etwas anders ist, trotzdem scheint die Geschichte nicht willkürlich nur Bilder aneinander zu reihen (Etwas runterzuschreiben, ohne wirkliche Intention und das dann als Kunst zu verkaufen, fände ich billig).
      Schön, wirklich.
      Auch hier wieder ein paar Anmerkungen:
      Spoiler anzeigen

      Phi schrieb:

      Ich habe es nicht bemerkt, aber auf einmal sind die dunklen Wolken da_und obwohl die Nacht schon undurchdringlich ist, kann ich sie am Himmel erkennen.
      Nur ein Detail. Ich würde an der Stelle ein Komma setzen, weil die zweite Hälfte eine neue Information bietet. Ist mehr eine Geschmackssache.

      Phi schrieb:

      hier gibt es nichts außer mich und mein Haus.
      Ich bin mir sicher, dass es "außer mir und meinem Haus" heißen müsste. :hmm: Hier gibt es nichts außer wem? Mir und meinem Haus.

      Phi schrieb:

      so wie du jeden Teil meiner Seele zeichnen kannst
      Fantastisch :thumbup:

      Phi schrieb:

      Wir gehen den Weg entlang, der uns vom Schicksal gemalt wurde.
      Uh. Das ist jetzt schwierig. Mit Worten wie "Schicksal" bin ich immer recht vorsichtig, weil man damit schnell in Kitsch abdriften kann. Gerade bei bildlicher Sprache spielt immer Pathos eine wichtige Rolle. Zu viel Pathos wird aber käsig.
      Du bist mit diesem Satz, finde ich, genau auf der Grenze. Die einen werden es kitschig finden, die anderen werden sagen, dass das noch passt. Ich würde versuchen, was irgendwie zu entschärfen. Da muss man mit Bedacht rangehen. Der Satz soll dadurch ja auch nicht seine Wirkung verlieren. :hmm: Spontan habe ich nur das parat:
      "Wir gehen den Weg entlang, für den wir bestimmt sind." Um beim Schicksal zu bleiben.
      "Wir gehen den Weg entlang, den wir uns geschaffen haben." Um die Zweisamkeit zu unterstützen.
      "Wir gehen den Weg entlang, den wir in den Schnee treten." Um den Schnee als Metapher beizubehalten.
      Letzterer gefällt mir am besten. Aber auch hier ist es eine Geschmacksfrage.
    • @Kitsune Vielen Dank für deine lieben Worte. Es freut mich, dass dir die Geschichten gefallen und sie auch nicht zu sehr zu kurz sind. Ich hoffe, ich kann dich mit eventuellen nächsten Geschichten auch erreichen :)

      @kalkwiese Wie immer tausend Dank für deine Mühe! Heute habe ich aber anscheinend meinen uneinsichtigen Tag x) Deswegen habe ich an der Geschichte nichts geändert. Erklärungen dazu im Spoiler. Bei der nächsten Geschichte werden wir uns bestimmt wieder grün :thumbsup:
      Spoiler anzeigen

      kalkwiese schrieb:

      Phi schrieb:

      Ich habe es nicht bemerkt, aber auf einmal sind die dunklen Wolken da_und obwohl die Nacht schon undurchdringlich ist, kann ich sie am Himmel erkennen.
      Nur ein Detail. Ich würde an der Stelle ein Komma setzen, weil die zweite Hälfte eine neue Information bietet. Ist mehr eine Geschmackssache.
      Da ich persönlich Kommas vor einem "und" grässlich finde, werde ich das so lassen ^^

      kalkwiese schrieb:

      Phi schrieb:

      hier gibt es nichts außer mich und mein Haus.
      Ich bin mir sicher, dass es "außer mir und meinem Haus" heißen müsste. :hmm: Hier gibt es nichts außer wem? Mir und meinem Haus.
      Duden Bd. 4, Grammatik, § 672, Fussn. 2)
      Wenn das Bezugswort im Nominativ, Genitiv oder Akkusativ steht, ist es möglich, das "außer" folgende Substantiv in den gleichen Kasus zu setzen; "außer" ist dann Konjunktion.
      Da das "nichts" (hier gibt es wen oder was?) im Akkusativ steht, kann nach dem außer also ebenfalls im Akkusativ weitergemacht werden.
      /Klugscheißer off x)

      kalkwiese schrieb:

      Phi schrieb:

      Wir gehen den Weg entlang, der uns vom Schicksal gemalt wurde.
      Uh. Das ist jetzt schwierig. Mit Worten wie "Schicksal" bin ich immer recht vorsichtig, weil man damit schnell in Kitsch abdriften kann. Gerade bei bildlicher Sprache spielt immer Pathos eine wichtige Rolle. Zu viel Pathos wird aber käsig.Du bist mit diesem Satz, finde ich, genau auf der Grenze. Die einen werden es kitschig finden, die anderen werden sagen, dass das noch passt. Ich würde versuchen, was irgendwie zu entschärfen. Da muss man mit Bedacht rangehen. Der Satz soll dadurch ja auch nicht seine Wirkung verlieren. :hmm: Spontan habe ich nur das parat:
      "Wir gehen den Weg entlang, für den wir bestimmt sind." Um beim Schicksal zu bleiben.
      "Wir gehen den Weg entlang, den wir uns geschaffen haben." Um die Zweisamkeit zu unterstützen.
      "Wir gehen den Weg entlang, den wir in den Schnee treten." Um den Schnee als Metapher beizubehalten.
      Letzterer gefällt mir am besten. Aber auch hier ist es eine Geschmacksfrage.
      Auch hier muss ich dir widersprechen, weil für mich Schicksal genau das richtige Wort ist ^^


      Sometimes, you read a book and it fills you with this weird evangelical zeal, and you become convinced that the shattered world will never be put back together unless and until all living humans read the book.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Phi ()

    • @Phi Kann es sein, dass du mich mit Kitsune verwechselt hast?

      (Edit: Aber wenn ich schonmal hier bin, kann ich sicher auch ein wenig durch den Thread stöbern)
      my name is Cow,
      and wen its nite,
      or wen the moon
      is shiyning brite,
      and all the men
      haf gon to bed -
      i stay up late.
      i lik the bred.


      GNU Terry Pratchett
    • Zu Mutter.
      Eine bodenständigere Geschichte. Aber das ist gut so, es muss ja nicht alles peotisch sein. An Tiefe hast du damit jedenfalls nicht eingebüßt. Die Geschichte reiht sich für mich vorne mit ein, zusammen mit Künstlertod, die ich einfach witzig fand, Der Tanz, die so knuffig ist, und Schneefall, die so schön war, dass es mich wirklich beeindruckt hat. :)
      Der Inhalt ist ernüchternd. Ich muss und kann dazu auch nicht viel mehr sagen. o: Und ob die Mutter tot ist oder die Eltern nur geschieden sind, ist nicht gesagt geworden, spielt aber auch keine Rolle, finde ich. Ein Hinweis auf ihren Tod ist für mich, dass der Hauptcharakter nicht zu ihr fliehen kann und bei ihrem Vater bleiben muss. Außerdem würde ich den Titel nicht anders mit der Geschichte in Verbindung bringen können, wenn sie noch am Leben wäre. Eine Scheidung ist für mich eigentlich ausgeschlossen, für mich deutet alles auf eine tote Mutter hin.
      Hier nochmal, was mir aufgefallen ist:
      Spoiler anzeigen

      Phi schrieb:

      ihm die rote Vase mit ganzer Kraft auf den Kopf zu schleudern.
      Von Lyn schonmal angemerkt worden, ich weiß. Man schleudert eigentlich etwas irgendwo gegen. "Auf" irritiert den Leser etwas. Es macht aus der Position des Protas wohl Sinn, weil der Vater sitzt und der Prota steht. Aber bis man das so verstanden hat, dauert das für mich zu lange. Ich würde es durch "gegen" ersetzen.

      Phi schrieb:

      Rot, rot wie meine Wut.
      Gefällt mir. So ein Satz hätte auch von mir kommen können. :D

      Phi schrieb:

      Und warf mein letztes Stück Würde weg.
      Kein Verbesserungsvorschlag.
      Die Wendung war für mich, dass es keine gab. Alles blieb beim Alten. Dabei hatte ich fest mit einer Wendung gerechnet. Schön zu sehen, dass du auch im Aufbau der Geschichten variabel bist. :thumbup:
    • A Day Without Rain also.

      Das Lied dazu habe ich mir noch nicht angehört. Es kommt gleich dran. :D
      Irgendwie kommt diese Geschichte noch etwas halbgar vor, muss ich leider zugeben. :/ Gute Ansätze sind da, aber so richtig ist sie noch nicht da, wo sie sein sollte. Das Thema ist irgendwie emotional und träumerisch angelegt, aber es erreicht mich nicht so wirklich. Ich habe Da Bilder vom Himmel und von einem Regenbogen vor mir, und am Ende von einem Friedhof, auf dem ein Klavier steht, aber es fehlt mir noch die Tiefe, quasi eine Grundlage für die Emotionen. Meine Kritikpunkte sind da wohl ähnlich zu "Regen", auch wenn ich die Länge hier passend finde und da nichts streichen würde. Es fühlt sich für mich eher so an, als wenn noch etwas fehlen würde.

      Hier die Dinge, die mir beim Lesen (in irgendeiner Weise) aufgefallen sind:
      Spoiler anzeigen

      Phi schrieb:

      Vor ein paar Sekunden erst hatte es aufgehört und als ob die Sonne die Frische des Regens erhalten, die Dunkelheit aber vertreiben wollte, kam sie ganz langsam hinter den Wolken hervor.
      Den Satz finde ich etwas schwerfällig. Das würde sich aber auflösen, wenn man ihn nur etwas umstellt. Mein Vorschlag:
      "Vor ein paar Sekunden erst hatte es aufgehört und ganz langsam kam die Sonne hinter den Wolken hervor, als ob sie die Frische des Regens erhalten, die Dunkelheit aber vertreiben wollte.

      Phi schrieb:

      Die anderen verschwanden angesichts dieser Freundlichkeit fast gänzlich.
      Das verstehe ich nicht ganz. Dass das Gelb am deutlichsten zu erkenne ist, ist eine Freundlichkeit? Das macht für mich irgendwie nicht viel Sinn. Bei vielen Metaphern und Bildern verstehe ich die Gefühle, die sie auslösen, oft ganz gut, auch wenn ich den genauen Sinn nicht festmachen kann. Darum bin ich da eigentlich nicht gern so kleinlich. Aber hier fühle ich nichts. Es wirkt leider eher aufgesetzt. Das passiert mir auch manchmal und ich finde das immer schade. Vielleicht findest du einen besseren Weg, um das auszudrücken, was du ausdrücken wolltest.

      Phi schrieb:

      Es wurde noch nie einer gesehen, der schöner war.
      Das passt für mich nicht mit den anderen Bildern. Der Regenbogen ist blass und das Gelb ist aber so stark, dass die anderen Farben im Vergleich dazu verblassen. So ein wirklich schöner Regenbogen ist das für mich eher nicht, wenn du verstehst. :hmm: Vielleicht hast du vorhergehenden Bilder auch gar nicht so gemeint, wie sie bei mir ankamen.

      Phi schrieb:

      "Mit dir war jeder Tag ein Tag ohne Regen,
      denn wir sahen nur den Regenbogen am Himmel."
      Aber braucht es nicht den Regen, um einen Regenbogen zu sehen? Widerspricht sich der Satz nicht?

      Ich habe gesehen, was du schreiben kannst. Und das sind wirklich wunderbare Kurzgeschichten. Aber das hier ist in meinen Augen leider eine deiner Schwächeren. Ich denke aber, dass du mit der Idee eine bessere Geschichte machen kannst. Das zeug dazu hast du auf jeden Fall. :)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von kalkwiese ()

    • @kalkwiese Könnt ich mich glatt dran gewöhnen, jeden Tag von dir zu lesen :D
      Das "Problem" bei dieser Geschichte (und auch einer folgenden, das wirst du dann bestimmt merken) war, dass es ein erster Versuch war, eine Geschichte passend zu einem Musikstück zu schreiben. Die Emotionen und Tonlagen der Musik in Schrift zu verwandeln - dabei war ich dann so darauf konzentriert, dass alles andere etwas hinten runter gefallen ist. Wie gesagt, das wirst du beim nächsten Musikexperiment bestimmt auch merken.
      Also du hast vollkommen Recht damit, dass das eine der schwächeren Geschichten ist. Aber für mich stand da im Vordergrund, dass es stimmig zur Musik ist, und das zumindest hab ich - finde ich - geschafft :rofl: Man muss sich ja auch an den kleinen Erfolgen erfreuen :D

      Spoiler anzeigen

      kalkwiese schrieb:

      Phi schrieb:

      Vor ein paar Sekunden erst hatte es aufgehört und als ob die Sonne die Frische des Regens erhalten, die Dunkelheit aber vertreiben wollte, kam sie ganz langsam hinter den Wolken hervor.
      Den Satz finde ich etwas schwerfällig. Das würde sich aber auflösen, wenn man ihn nur etwas umstellt. Mein Vorschlag:"Vor ein paar Sekunden erst hatte es aufgehört und ganz langsam kam die Sonne hinter den Wolken hervor, als ob sie die Frische des Regens erhalten, die Dunkelheit aber vertreiben wollte.
      Abgeändert, vielen Dank! War wirklich etwas verschachtelt.

      kalkwiese schrieb:

      Phi schrieb:

      Die anderen verschwanden angesichts dieser Freundlichkeit fast gänzlich.
      Das verstehe ich nicht ganz. Dass das Gelb am deutlichsten zu erkenne ist, ist eine Freundlichkeit? Das macht für mich irgendwie nicht viel Sinn. Bei vielen Metaphern und Bildern verstehe ich die Gefühle, die sie auslösen, oft ganz gut, auch wenn ich den genauen Sinn nicht festmachen kann. Darum bin ich da eigentlich nicht gern so kleinlich. Aber hier fühle ich nichts. Es wirkt leider eher aufgesetzt. Das passiert mir auch manchmal und ich finde das immer schade. Vielleicht findest du einen besseren Weg, um das auszudrücken, was du ausdrücken wolltest.
      Ich hatte dabei im Kopf, dass Geld eine helle und freundliche Farbe ist. Ich habs mal in "Helligkeit" abgeändert, vielleicht ist das besser?

      kalkwiese schrieb:

      Phi schrieb:

      Es wurde noch nie einer gesehen, der schöner war.
      Das passt für mich nicht mit den anderen Bildern. Der Regenbogen ist blass und das Gelb ist aber so stark, dass die anderen Farben im Vergleich dazu verblassen. So ein wirklich schöner Regenbogen ist das für mich eher nicht, wenn du verstehst. :hmm: Vielleicht hast du vorhergehenden Bilder auch gar nicht so gemeint, wie sie bei mir ankamen.
      Für mich ist das schon ein schöner Regenbogen, wenn da so ein richtig kräftiges Gelb am Himmel rumfunkelt. In meinem Kopf ist der irgendwie freude- und hoffnungsbringend und deswegen so schön. :hmm:

      kalkwiese schrieb:

      Phi schrieb:

      "Mit dir war jeder Tag ein Tag ohne Regen,
      denn wir sahen nur den Regenbogen am Himmel."
      Aber braucht es nicht den Regen, um einen Regenbogen zu sehen? Widerspricht sich der Satz nicht?
      Ich habe gesehen, was du schreiben kannst. Und das sind wirklich wunderbare Kurzgeschichten. Aber das hier ist in meinen Augen leider eine deiner Schwächeren. Ich denke aber, dass du mit der Idee eine bessere Geschichte machen kannst. Das zeug dazu hast du auf jeden Fall. :)
      Damit war gemeint, dass jeder Tag ein Tag ohne Regen war, auch wenn es tatsächlich geregnet hat - weil man sich eben nicht auf das Negative, den Regen, konzentriert hat, sondern sich am Positiven, den Regenbogen, festgehalten hat.


      Sometimes, you read a book and it fills you with this weird evangelical zeal, and you become convinced that the shattered world will never be put back together unless and until all living humans read the book.
    • Spoiler anzeigen

      Phi schrieb:

      Ich hatte dabei im Kopf, dass Geld eine helle und freundliche Farbe ist. Ich habs mal in "Helligkeit" abgeändert, vielleicht ist das besser?
      ja, ich finde, dass das besser passt. :)

      Phi schrieb:

      Für mich ist das schon ein schöner Regenbogen, wenn da so ein richtig kräftiges Gelb am Himmel rumfunkelt. In meinem Kopf ist der irgendwie freude- und hoffnungsbringend und deswegen so schön.
      Das kann auch nur an mir liegen. Wahrscheinlich habe ich mir das mit der Blässe stärker vorgestellt, als beabsichtigt.

      Phi schrieb:

      Damit war gemeint, dass jeder Tag ein Tag ohne Regen war, auch wenn es tatsächlich geregnet hat - weil man sich eben nicht auf das Negative, den Regen, konzentriert hat, sondern sich am Positiven, den Regenbogen, festgehalten hat.
      Okay. Ganz so kam es für mich nicht rüber. Dafür hätte ich wohl noch einen Hinweis hineingebracht, der andeutet, dass es trotz des Regenbogens geregnet hat.
    • Zu Märchenwald.
      Das ist ein Märchenwald! Und wie. Man kann das ganze auch kitschig nennen, aber wie sonst, wenn nicht so, ist denn ein Märchenwald? Ich finde es wirklich schön geschrieben. Vielleicht ist die Glückseligkeit etwas dick aufgetragen, aber es scheint ja ein Traum oder so etwas ähnliches zu sein. Warum also nicht? Ich finde dieses Musikexperiment deutlich stärker als das davor.
      Mir ist aber aufgefallen, dass du Sätze oft mit dem Subjekt anfängst. Dadurch liest sich der Text wie eine endlose Aufzählung. An manchen Stellen passt das für mich gut, an anderen finde ich das schon etwas zu viel. Aber da musst du sehen, wie du das handhaben willst. Ich könnte dir jetzt nicht sagen, wo genau oder ab wann genau ich das unpassend finde. Es ist aber auffällig und sollte angeschaut werden.
      Hier noch eine Kleinigkeit:
      Spoiler anzeigen

      Phi schrieb:

      und ließ mich die fehlenden Schuhe entgültig vergessen.
      Du siehst es ja. :D
    • Gemeinsamkeiten zu beurteilen fänd ich jetzt irgendwie unfair. ich gehe weiter zur nächsten Kurzgeschichte. o:

      Regen II also. Ich stehe dem ersten Teil ja recht kritisch gegenüber. Zu erfahren, was die Fortsetzung draus macht, hat mich dann aber gekitzelt. :D Es kam unerwartet, wie ein Backstein. Gerade bei der, nennen wir es mal "Auserwählten", aus der ersten Geschichte, hätte ich mit sowas nie gerechnet. Da hast du mich erwischt. o:
      Es ist nur für mich die Frage, warum sie im Gefängnis sitzt und diese Strafe erwartet. Ich frage mich aber auch, ob die Geschichte solche Informationen braucht oder nicht. :hmm: Schwierig. Wahrscheinlich nicht.
      Ein schöner zweiter Teil, der leider, finde ich, unter dem ersten leidet, weil man den zuvor gelesen haben sollte. Ein bisschen ähnlich wie die Animes "Clannad" und "Clannad Afterstory". "Afterstory" hat ein paar der emotionalsten Animeszenen, die ich je gesehen habe. Um die ganz verstehen zu können, muss man aber "Clannad" schauen, welcher über 20 Folgen hat und teils sehr langweilig und vorhersehbar ist und zum Glück durch Humor etwas aufgelockert wird. Eigentlich will diese Animes auch anderen empfehlen, weil es mich eben beeindruckt hat, aber... Du verstehst sicher. o:
      Ich fand sie auch gut geschrieben. Viel habe ich nicht anzumerken.
      Spoiler anzeigen

      Phi schrieb:

      Das Bedürfnis danach, den warmen Sommerregen auch SPÜREN zu dürfen, ließ alle anderen Gedanken verblassen.
      Ich würde "spüren" eher kursiv schreiben, um es zu betonen. Mit Großbuchstaben wirkt es für mich eher ungeschickt und passt nicht so ganz in die Stimmung hinein. Außerdem hat das Ende dann bestimmt etwas mehr rein, weil man die Großbuchstaben dort nicht erwartet. :D
    • @kalkwiese Oh Gott, ich hab überhaupt nicht daran gedacht, dass man "Regen II" als Fortsetzung von "Regen" sehen könnte :rofl: Im Nachhinein etwas blauäugig von mir :D Tatsächlich haben die beiden Geschichten nichts miteinander zu tun, außer dass es irgendwie um Regen geht - und da der Titel schon vergeben war, wurde es eben Regen II xD Vielleiiiicht sollte ich das mal ändern.

      Die Anmerkung mit der kursiven Schrift ist sehr hilfreich, gleich abgeändert :thumbsup:


      Sometimes, you read a book and it fills you with this weird evangelical zeal, and you become convinced that the shattered world will never be put back together unless and until all living humans read the book.
    • Opa

      Phi schrieb:

      Wir bleiben nicht sehr lange. Das strengt ihn sonst zu sehr an, sagt Mama. Zum Abschied umarme ich ihn.
      WIE KANNST DU ES WAGEN; MIR NOCH VOR DEM UNAUSWEICHLICHEN ENDE ZUM WEINEN ZU BRINGEN!?

      Phi schrieb:

      Er gibt mir meinen Teddy.
      UND HIER: DU BEDIENST VOLL UND GANZ DAS KIND IN MIR: WARUM NUR TUST DU MIR DAS AN!? DX


      So, und jetzt in Ernsthaft. Es war ja schnell klar, worauf es hinauslaufen würde. Aber das hat mich auch nicht retten können. Dx Der kindliche Charakter der Geschichte (den du übrigens toll umgesetzt hast. Dieses Mal habe ich wohl nichts zu beanstanden), die offensichtlichen Lügen der Mutter ... und natürlich, wie der Hauptcharakter seinen Opa lieb hat, gerade das hat mir dann den Rest gegeben. ;(
      Inhaltlich ist die Geschichte wahrscheinlich sogar recht gängig, aber du hast es wirklich gut umgesetzt.
      Persönlicher Bezug
      Das erinnert mich ein bisschen an meinen Großvater. Nur haben wir da wirklich geglaubt, dass er sich wieder fängt. Alles sah danach aus, er war auch schon wieder seit einer Woche zuhause. Und dann ist er nicht mehr aufgewacht. Immerhin hat es ihn so erwischt, wie er es immer wollte. Zuhause und ohne Schmerzen.



      Hiermit muss jetzt wohl immer in stiller Erwartung der nächsten Geschichte leben. x)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von kalkwiese ()

    • Was ich bei deiner ersten Geschichte, "Wenn ich du wäre", aufwühlend finde, ist, dass du nicht auflöst, in welchem genauen Verhältnis der Monologisierende zum Sterbenden steht. Sind es Eheleute, Freunde, Vater und Sohn? Dadurch lässt du mich nach dem letzten Satz nicht nur durch die Geschichte selbst im Regen stehen. Das beklemmende Gefühl bleibt, eines, welches ich nicht sobald real fühlen möchte. In meiner eigenen Kurzgedichte-Sammlung habe ich auch eine ganz ähnliche Situation vertextet, nur etwas anders. Vielleicht interessiert es dich ja im Vergleich zu "Wenn ich du wäre".
      Zwei rechtschreibtechnische Dinge sind mir aufgefallen:

      Phi schrieb:

      Nichtmal jetzt, kurz vorm Sterben.
      Nicht mal; oder: Nicht einmal

      Phi schrieb:

      Bungee Sprung
      Ich hab mal nachgesehen: Es wird tatsächlich im Deutschen "Bungeesprung" geschrieben.

      Ich werde demnächst weiter lesen, es auf mich wirken lassen und dann - mal sehen. :)
      Reim dich oder ich fress dich... [Kurzgeschichten]
      Der Oger Magus

      Wenn Link Peach retten müsste, reichten dann drei Schwerthiebe für Bowser?
    • Zum Regen:
      Spoiler anzeigen

      Phi schrieb:

      Regen
      Sie sitzt am Fenster und wartet auf das Gewitter. Es wurde für diesen Tag angekündigt, sie hat sich schon die ganze Woche darauf gefreut. Sie liebt Gewitter, es beruhigt sie und regt sie zum Nachdenken an. Dahinten, nicht mehr weit entfernt, kann man am Himmel die ersten dunklen Wolken erkennen. Leichter Wind lässt die Blätter der Bäume schaukeln und sie öffnet das Fenster, um die kühle Luft an ihren Wangen zu spüren. Sie kann den kommenden Regen schon fast schmecken, sie spürt ihn beinahe auf ihrer trockenen Haut. Da hört sie schon das Donnergrollen, dumpf und leise, aber sie weiß, dass das Gewitter in ihre Richtung zieht und bald direkt über ihrem Kopf hängen wird. Sie schaut in den Himmel und freut sich.
      Eine sehr ätherisches Gefühl, eine Art Schweben, überkommt mich hier beim Lesen. Die Wiederholung von "sie" stört nicht, unterstützt ebenjenes Gefühl. Sehr ergreifend!

      Er flucht leise vor sich hin, ausgerechnet jetzt muss es regnen. Das ist mal wieder typisch sein Glück, wo er doch mitten im Park ist und keinen Schirm dabei hat. Eigentlich wollte er sich gemütlich unter einen Baum setzen und sein neues Buch lesen, aber jetzt regnet es. Wurde das nicht sogar im Wetterbericht angesagt? Sogar ein richtiges Gewitter mit Donner, Blitz und allem drum und dran (Drum und Dran)? Seufzend beschleunigt er seine Schritte und spürt schlecht gelaunt einzelne Tropfen auf seinen nackten Armen. Er hat wegen den warmen Temperaturen absichtlich keine Jacke mitgenommen, aber jetzt ist es plötzlich kühl geworden, ein leichter Wind lässt ihm eine Gänsehaut über die Arme laufen. Er hofft wenigstens ein bisschen trocken zu Hause anzukommen, er hasst den Regen.

      Ich gleite geräuschlos vorbei und beobachte. Etwas anderes mache ich nie, nur beobachten (Beobachten). Die Menschen, Tiere, Pflanzen, alles. Wenn ich genug gesehen und meine Schlüsse daraus gezogen habe, versuche ich mein Wissen an die Erde weiterzugeben. Ich entleere meine Gedanken, Gefühle und Erlebnisse in Form von Regen und hoffe, dass irgendjemand froh über mein Geschenk ist. Manche freuen sich über die Wassertropfen, die ich hinabschicke, aber noch hat niemand das aufgenommen, was ich ihnen mitgebe. Ich werde nie aufgeben, dazu ist mein Wissen zu wertvoll, mit jedem Regen nieselt es mit hinab und irgendwann wird derjenige, für den es bestimmt ist, es auffangen und mir dankbar sein. Und das, obwohl ich auch nur aus meinen Beobachtungen, die unbenutzt wieder zu mir zurückkehren, bestehe.

      Sie lehnt sich weiter heraus und streckt ihre Finger in die kühle Luft, um mehr vom Regen spüren zu können. Jeden Tag, jede Stunde wartet sie am Fenster in der Hoffnung, diese geheimnisvollen Wassertropfen wieder sehen zu können. Sie spürt deutlich, dass in den durchsichtigen Perlen mehr zu finden ist als nur die natürliche Nässe. Jeder einzelne Tropfen ist kostbar, einzigartig und will etwas bestimmtes (Bestimmtes) sagen. Sie weiß es einfach, schon seit sie ganz klein war (Komma) wusste sie es. Und ganz tief in ihrem Herzen weiß sie auch, dass sie das Geheimnis bald lüften wird. Sie muss nur weiter warten, beobachten und glauben. Und dann, eines Tages, wird sie es (sie) spüren, die Bedeutung des Regens. Oder: Bald wird sie sie spüren, die Bedeutung des Regens - "eines Tages" klingt führt den Leser hier auf eine falsche Fährte, finde ich. Sie muss nur warten und den Wolken vertrauen.


      Er wartet genervt, dass die Ampel endlich auf grün umschaltet. Nass ist er nun zwar so oder so, aber das ist in diesem Moment egal. Hauptsache raus aus diesem schrecklichen Regen, der außer zum Pflanzen bewässern zu nichts gut ist (/nichts taugt --> klingt noch abwertender). Warum hat er auch nicht einmal auf den Wetterbericht gehört, wie sonst auch immer. Das hat er jetzt davon, er steht durchnässt in einem furchtbaren Sommergewitter. Blitze, Donner, Grollen. Wie er das hasst. An solchen Tagen würde er am liebsten das Haus nicht verlassen. Mit jedem Tropfen wird seine Laune schlechter, bis er schließlich vollkommen entnervt bei rot (Rot) losläuft. Dass genau in dem Moment ein heller, blauer Blitz den Himmel erleuchtet, in dem das Auto ihn erfasst, das bemerkt er schon nicht mehr.

      Ich bemerke eine Veränderung. Jemand nimmt sich mir an, in diesem Augenblick. Es ist ein Mädchen, fast noch ein Kind. Aber sie will verstehen und versteht. Sie beobachtet und zieht Schlüsse. Sie ist wie ich. Aber sie ist ein kleiner Mensch, der noch viel(/vieles) lernen muss. Und ich bin ab sofort ihr Lehrer, ich muss weiter meine Arbeit tun, für sie, für dieses Mädchen. Es gibt vieles, was sie verstehen muss und auch wird, ich muss es nur richtig machen. Aber darüber mache ich mir keine Gedanken, alles wird so kommen, wie es kommen soll, daran kann ich nichts ändern. Zuerst muss sie verstehen, was das Leben ist, für mich, für sie, für ihn. Alles andere kommt danach, jetzt ist nur das wichtig. --> Hier kommt für mich nicht ganz heraus, was du mit "das" meinst. Dass er ab sofort ihr Lehrer ist?


      Sie bemerkt eine Veränderung. Dieser eine besondere Tropfen, als er ihre Haut berührte, er hat ihr etwas übermittelt. Wechsel der Zeitform im Satz beabsichtigt? Sie schließt die Augen und hört in sich hinein, sie bewegt sich nicht, sie atmet nicht, sie hört nur. Sie hört die wundervollen Stimmen des Regens, des Wassers, der Wolken, der Natur. Sie erzählen ihr ihre Erlebnisse, Gedanken, Wahrnehmungen. Sie zeigen ihr das, was sie seit etlichen Jahren gesehen und gehört haben. Sie versteht nicht alles, aber sie weiß, dass jede Einzelheit von Bedeutung ist und grade etwas besonderes mit ihr passiert. Plötzlich hört alles auf, sie hört und fühlt es nicht mehr. Sie öffnet die Augen und sieht, dass dieser bestimmte Regentropfen an ihrem Arm hinunterläuft und schließlich zu Boden fällt. Sie fühlt Traurigkeit.

      Er liegt im strömenden Regen auf der Straße und bewegt sich nicht mehr. Menschen haben sich um ihn herum versammelt, der Autofahrer steht unter Schock und wird vom Notarzt versorgt. Aber für den Mann kommt jede Hilfe zu spät, er ist tot. Seine Seele gleitet aus seinem Körper hinaus, sie schwebt gegen die Regentropfen hoch zu den Wolken. Er hasst den Regen, aber das ist für ihn nun nicht mehr wichtig. Wichtig ist nur, sich zu den Wolken setzen zu können und dort zu beobachten. Er will mit der Wolke verschmelzen, mit dieser Wolke, die so viel weiß und so beruhigend aussieht. Die Wolke lässt ihn gewähren, auch wenn er den Regen hasst. Denn sie weiß, dass das nun keine Bedeutung mehr hat.

      Ich schwebe weiter, ich kann nicht zu lange an einem Ort bleiben. Das Mädchen muss warten, bis ich wiederkomme, wie sie schon ihr ganzes Leben auf mich gewartet hat. Und ich werde weiter beobachten, für sie, für dieses Mädchen. Wenn ich dann wiederkomme, wird sie mich erwarten und sich freuen. Dann kann ich ihr mehr beibringen, um schließlich wieder für einige Zeit zu verschwinden. Solange, bis sie weiß, was Leben ist und bedeutet. Denn außer mir wissen das leider nur die Seelen der Toten. Deswegen schicke ich die Seelen, die zu mir kommen, in Form von Wasserperlen auf die Erde. Wenn das Mädchen alles begreift, dann ist meine Arbeit vollendet und ich werde nicht wieder kommen. Dann nimmt das Mädchen meinen Platz ein.
      Es wird dann also nicht mehr regnen? Oder ist diese Wolke nur eine ganz besondere Wolke, anders als andere Wolken? Klingt so, als würde das Mädchen durch das umfassende Wissen der Regentropfen aus der Wolke zu einer Art Heilsbringerin.

      Im Grunde sind wir alle nur Regentropfen, die willkürlich und ungesteuert auf der Welt verteilt sind. Wenn man genau hinsehen würde, könnte man eine Wasserperle in jedem Menschen erkennen. Leider haben die Menschen verlernt zu beobachten. So werden die Wolken wohl immer die einzigen sein, die wissen, was Leben wirklich bedeutet. Und wenn wir die Gelegenheit haben, sie zu fragen, dann ist es nicht mehr wichtig. Dann ist unser Leben vorbei, ohne dass wir jemals wirklich gewusst haben, was es ist. Es scheint, als sei dieses Wissen nur für die Wolken bestimmt, die geräuschlos und sanft über unsere Köpfe hinweggleiten und beobachten. Hört man genau hin, hört man sie rufen. Sie rufen nach dem Mädchen, das alles versteht. Aber sie finden es nicht.
      Diesen letzten Abschnitt, so schön er auch von dir verfasst ist, würde ich weglassen. Du trittst damit aus der Geschichte selbst als Erzähler heraus, als hättest du die Pausetaste gedrückt und erklärst nun, was wir soeben gesehen haben. Obwohl du einerseits mit deinem Stil das mystische Gefühl aufrechterhältst, unterbrichst du andererseits die Ungreifbarkeit der Situation für uns menschliche Wesen. Ich will dir nur meine Sichtweise mitteilen und sicher hast du die Kurzgeschichte auch lange Zeit durchdacht, ehe du sie in dieser Form belassen hast, aber den letzten Teil solltest du einfach nochmal ins Verhältnis zur Intention deiner Geschichte setzen.

      Der erste Absatz hat mich bereits förmlich in die Geschichte gesaugt. Sehr gut geschrieben!
      Reim dich oder ich fress dich... [Kurzgeschichten]
      Der Oger Magus

      Wenn Link Peach retten müsste, reichten dann drei Schwerthiebe für Bowser?