Der Sohn aus dem Feuer

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    • Kapitel 5
      (Fortsetzung)

      Er schleckte über Elions Gesicht und wedelte zufrieden mit dem Schwanz, als der junge Zauberer ein kleines Stück Pökelfleisch aus seiner Tasche kramte und es dem hungrigen Hund hinhielt.
      „Was sollen wir denn jetzt mit dem Kläffer machen?“, fragte Thren und Dania funkelte den Zwerg böse an. Kläffer schien der jungen Elbin nicht als Beschreibung für ein so liebenswürdiges Geschöpf zu gefallen, während Elion nachdenklich über die berechtigte Frage nachdachte.
      „Ich weiß es nicht, was sollen wir mit einem Hund? Wir haben Pferde und ich weiß nicht wie wir einen Hund mit uns nehmen sollen. Auf dem Pferd ist das unmöglich“, stellte Elion fest und streichelte das schwarze Hündchen. Das wenige braune Fell auf seiner Brust und seinem Bauch war nass von dem See und der sonst schwarze Hund sprang noch immer an Elion hoch und runter.
      „Wir lassen ihn hier. Irgendwer wird ihn finden. Diese Rauchsäule ist gut und gerne 80 Fuß hoch“, brummte Thren und deutete auf die dunkle Rauchsäule, die sich vom Stall aus in den Himmel erhob.
      Schweigend schaute Dania auf den glücklichen Junghund und Elion wusste, dass sie ebenso empfand, wie er. Sie wollten ihn behalten. Trotzdem hatte Thren Recht und Elion nickte zustimmend. Gemeinsam brachten sie den Hund an die verbrannten Stufen des Wohnhauseses und Dania kramte ein Stück Stoff aus ihrer Satteltasche. Sie legte den dünnen grauen Stoff auf die unterste Stufe und vorsichtig setzte Elion den Hund in die warmen Leinen. Noch immer in der freudigen Aufregung über seine Blitzheilung, sprang der Hund hin und her und schnell war das provisorische Körbchen für den Hund völlig zerstört.
      Dania lächelte, während der Hund überglücklich hechelte und auf dem Stoff herumhüpfte. Sein Schwanz wedelte aufgeregt hin und her, als Elion den keinen Hund erneut in das Körbchen legte und ihn mit dem Stoff zudeckte.
      „Bleib hier, Kleiner. Wir können dich nicht mitnehmen“, sagte er zu dem Junghund und streichelte ihn hinter den Ohren. Der Hund legte den Kopf schief und schaute Elion mit seinen braunen Augen fragend an.
      Langsam erhob sich Elion und ging vorsichtig rückwärts.
      „Bleib!“, sagte er dabei und hob mahnend den Finger, obwohl ihm die Worte selbst wie ein schmerzhafter Kloss im Hals stecken bleiben wollten. Unruhig zuckte der Junghund in seinem Körbchen und Dania wusste, dass er nichts lieber tun würde, als Elion hinterherzurennen, aber aus irgendeinem Grund blieb er sitzen. Immer weiter zogen sich die drei Gefährten zurück und der Hund blickte ihnen aufgeregt hinterher, als ob er auf seinen Befehl warten würde, ihnen hinterherzustürzen. Aber der Befehl blieb aus. Elion erreichte sein Pferd und stieg in Windeseile auf, während er laut „Bleib!“ schrie und seinen Finger hob.
      Auch Dania und Thren hatten sich auf Thalan geschwungen, wobei der Zwerg sich widerwillig von der schönen Elbin helfen lassen musste.
      „Los“, sagte Dania laut und die drei Gefährten ritten los. Elion blickte zurück, während er Mers die Sporen gab und der Junghund saß noch immer ruhig in seinem Körbchen, hob verwundert die Ohren und schaute ihnen hinterher. Auch Dania konnte einen Blick nach hinten nicht verhindern und in ihrem Gesicht spiegelte sich Trauer wieder, als sie in die kleinen Augen des Hundes schaute, der in der Ferne verschwand.
      Das Haus lag inzwischen weit hinter ihnen und durch die Gruppe zog sich ein bedrückendes Schweigen. Dania und Elion ritten gedankenversunken nebeneinander und immer wieder tauchte das Bild des Junghundes vor ihnen auf, der sie mit seinen braunen Äuglein anguckte. Elion hatte das Gefühl gehabt, der kleine Hund würde tief in ihn hineinblicken und für einen Moment war der junge Zauberer dem Vierbeiner verfallen gewesen wie eine Fliege im Netz einer Spinne. Traurig fasste Elion in die Mähne von Mers und streichelte den braven Schimmel, der sich inzwischen damit abgefunden hatte, dass Elion auf ihm ritt. Thren dagegen saß zufrieden auf dem Rücken von Thalan und blickte nach vorne in Richtung seiner Heimat, der er aufgeregt entgegenfieberte. Dania spürte, dass der Zwerg seine Vorfreude nur zu gerne mit ihr und Elion teilen würde, aber Thren ließ seine Begleiter in ihrer Trauer verweilen.
      Es wurde Abend und Elion schlug vor, ein letztes Nachtlager aufzuschlagen, bevor sie Helms Klamm erreichen würden und Dania stimmte ihm vollen Herzens zu. Auch Thren war inzwischen von dem Dauerritt geschunden und stimmte seinen Gefährten widerwillig zu. Thren und Dania machten sich in einem kleinen Fichtenhain in der Nähe auf die Suche nach etwas essbaren und Elion sammelte Feuerholz. Der junge Zauberer schritt leise neben den Jägern durch den, von den letzten Sonnenstrahlen durchzogenen, Wald und hob leise abgebrochene Äste vom Boden auf.
      Plötzlich hob Dania die Hand und bedeutet ihren Freunden, stehen zu bleiben. Dann legte sie ihren Finger auf den Mund und nickte vorsichtig in eine Richtung im Wald. Elion und Thren folgten ihrem Nicken und entdeckten etwa 400 Meilen vor sich einen Feldhasen, der vor einem Busch auf dem Boden schnupperte.
      Langsam zog Dania einen Pfeil aus dem Köcher und legte ihn schweigend an die Sehne, während Elion der schönen Elbin wie verzaubert bei ihrer Arbeit zusah. Auch Thren hielt aufgeregt den Atem an und schaute auf den Hasen, der in einiger Entfernung vor sich hin hoppelte. Er war etwa so groß wie eine gewöhnliche Hauskatze und würde den Dreien zumindest für den Abend genug hergeben, aber Elion bezweifelte, dass er sonderlich satt werden würde. Seelenruhig zielte Dania auf ihr bewegliches ziel und ihre grünen Augen ruhten eiskalt auf dem Hasen, der noch immer unruhig vor dem Busch hin und hersprang und den Boden beschnüffelte.
      Gerade hielt Dania den Atem an, als sich ein Ast aus Elions Armen löste und mit einem dumpfen Aufprall den Waldboden berührte. Die junge Elbin war so auf ihr Ziel fixiert gewesen, dass sie bei dem Geräusch des Astes zusammenfuhr und den Pfeil losließ. Ein Sausen durchzog die Luft und der Pfeil schoss auf sein Ziel zu. Ein Einschlaggeräusch ertönte in der Ferne und der Hase hüpfte aufgeschreckt aus dem Wald hinaus. Dania hatte nicht getroffen, sondern ihr Pfeil war geradewegs in das starke Holz einer Eiche geflogen und in ihm stecken geblieben. Böse funkelte sie Elion an, der inzwischen rot angelaufen hinter ihr stand und ungelenk versuchte den Ast wieder vom Boden zu heben.
      „Entschuldigung“, schluckte Elion und wurde noch röter.
      Dania schnaufte erbost und rannte gemeinsam mit Thren hinter dem Hasen her.
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • Oh, die arme Familie... Verbrennen muss so scheußlich sein.
      Und das arme Hundi :/
      Muss da alleine zurückbleiben... ich hätte ihn wahrscheinlich trotzdem mitgenommen, ich hätt den da nicht sitzen lassen können. Wegen Niedlichkeitsfaktor und so :D
      Bei mir hätte das wahrscheinlich so "Bitte, bitte, bitte nehmen wir ihn mit!" ausgesehen :D

      Die Namen für die Pferde sind echt schön ausgewählt, gefallen mir. :)
      Und ein bisschen Missgeschick muss ja auch sein... wäre ja langweilig, wenn sie den Hasen einfach schießen hätte können. ^^ Die Szene hat mich an eine Szene aus die Tribute von Panem erinnert, wo Katniss auch am Jagen ist und Gale ihre Beute verscheucht.

      Weiterschreiben! :D

      Zum Futzeln hab ich heute (leider :D) keine Zeit, muss noch was für die Uni machen... (ja, selbst in den Ferien) Das hol ich nach :D

      LG,
      Blue
      Chaos sagt, Halvars dunkle Seite sei harmlos gegen mich...
















    • Hey @BlueRosesInMyHeart,
      Schön, dass du weiter gelesen hast :) Ja, das mit dem Hundi war herzlos und gemein, hoffentlich bist du mir nicht zu böse ^^
      Oh nein, ein Missgeschick? :whistling: Naja, hoffentlich finden sie etwas zu essen.

      Natürlich schreibe ich weiter... ;)
      LG Lehaidin
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      - Gandalf -


    • Du schreibst richtig gut. Deine Geschcihte hat mich mit gerissen. ich habe biss dahin gelesen wo die elbin auftaucht. eine paar fragen habe ich:

      Warum ist elion ein Zauberer? In Mittelerde gibt es ausschließlich nur die Istari. Handelt es sich bei elion um Palando oder Alator, die beiden blauen Zauberer? Selbst wenn er keine Fanversion von beiden ist, muss er dennoch eine Maia in Menschengestalt sein. Denn nur die können Magie wirken.

      Die schwarzen Númenorer sind echt geheimnissvoll. Da Hier ein Sohn von Gimli vorkommt, schätze ich mal die Geschichte spielt im 4. Zeitalter?

      auch die Erwähnung der Erid Mithrim sind mir willkommen. da sie bei mir oft eine Rolle spielen. hast du sie bewusst gewält? und schleicht Elion dann durch Überbleibsel der Festunmg Angband wenn er durch diese Gänge geht? ist das der Grund warum sich die schwarzen Númenorer dort versammeln?

      ich bin gespannt wie die Reiße weiter geht.
    • Hey @Mephistoria,
      Super!! ^^ Freut mich, dich als Leser gewonnen zu haben und noch viel mehr, dass dir die Geschichte zusagt :thumbup:
      Nun schnell zu deinen Fragen:

      1. Elion ist nichts von Alledem!! So kann ich das denke ich am besten Beschreiben. Elion kommt nicht aus Mittelerde, er stammt sehr, sehr weit aus dem Norden, aus einer Stadt, die nicht aus Tolkiens Feder stammt, sondern sich lediglich am Nördlichsten Punkt eines Kontinents befindet, der größtenteils von Tolkien erfunden wurde. Nordhelm ist schließlich meine Schöpfung. Elion wurde also in der Magierakademie von Nordhelm geschult und in die Annalen der Magie eingeführt. Magie kann sehr vielseitig sein und ich wollte einen Fremden nach Mittelerde holen, der zeigt, dass Magie und Zauberei nicht einfach nur über unsere altbekannten Tolkien-Standarts vertreten werden muss. Außerdem verleiht es Elion direkt mal einen mysteriöseren Anstrich, findest du nicht? ;)

      Hier nochmal kurz ein Eintrag aus Wikipedia zu Mittelerde:
      "Mittelerde ist die bekannteste und bestbeschriebene Region von Tolkiens Welt. Sie ist Handlungsort der Romane Der Hobbit und Der Herr der Ringe sowie der Quenta Silmarillion, des Hauptteils des Silmarillions. Tolkien beschreibt jedoch nur einen kleinen, den nordwestlichen Teil des Kontinents, während der Rest weitgehend unbekannt bleibt."


      2. Korrekt, gut erkannt. Die Geschichte spielt nach dem Fall Saurons und in einem etwas weiter fortgeschrittenen "Vierten Zeitalter der Sonne"
      Übrigens, Tolkien hat nie einen Sohn von Gimli erwähnt, geschweige denn, von Gimlis Vaterglück geschrieben. Ob Gimli also Nachkommen hat, ist unbekannt. Lediglich die Überfahrt von Legolas und Gimli übers Meer zu den Elben wird von Tolkien erwähnt.

      3. Ered Mithrin, ja, die Berge im Norden. Ich habe sie insofern bewusst gewählt, weil Elion ja nun mal aus dem Norden nach Mittelerde kommt. Er musste also zwingender maßen an den Ered Mithrin vorbei, bzw. darüber. Festung Angband ist ja lediglich ein Überbleibsel Melkors. WOllte da jetzt nichts spezielles hervorheben. Nehmen wir einfach mal an, das sind alte Stollen, die zur Zeit Angmars als Verteidigungsstellungen vom Gundabadberg aus gedient haben.

      Hoffentlich gefallen dir die weiteren Fortführungen und hoffentlich konnte ich deine Fragen beantworten :)
      LG Lehaidin
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    • Kapitel 5
      (Fortsetzung)

      Die kleine graue Gestalt hüpfte flink zwischen den Bäumen hindurch und war gerade dabei auf das freie Feld zu flüchten, als Dania eine andere Gestalt durch das Dickicht wahrnahm, die sich pfeilschnell auf den Hasen zubewegte. Die Sonne war inzwischen beinahe verschwunden und im schwachen Licht des späten Abends konnte die Elbin nur sehen, wie das schnelle Geschöpf den Hasen im Lauf ansprang und ihn zu Boden zerrte. Die beiden Tiere rangen auf dem Boden, bis das Geschöpf aus dem Wald die Oberhand gewann und dem Hasen scheinbar die Luft zum atmen genommen hatte. Auch Elion war inzwischen bei Thren und Dania angekommen, die, von der tierischen Konkurrenz überrumpelt, stehen geblieben waren und dem siegreichen Jäger zuschauten. Das kleine Geschöpf packte den Hasen und lief auf die drei Gefährten zu. Verwundert schaute Elion zu Dania und sie blickten auf den vierbeinigen Jäger, der ihnen ihr Abendessen weggeschnappt hatte und unverändert auf sie zu rannte.
      „Ist das..“
      „Der Köter?“, vollendete Thren Elions Frage und aus seiner Stimme sprach Staunen, das der bärtige Zwerg vergeblich versuchte zu unterdrücken.
      Der kleine Hund hüpfte über den umgestürzten Baumstamm vor ihnen und legte den toten Hasen, dem er die Kehle durchbissen hatte, vor Elion und setzte sich auf seine Hinterbeine. Stolz wedelte der kleine Vierbeiner mit seinem Schwanz und erneut durchlöcherten seine braunen Augen Elion wie ein Pfeilhagel.
      Verwundert kniete sich Elion vor dem Junghund nieder und streichelte ihm das schwarze Fell, während er anfing zu lächeln und sagte:
      „Na, mein Kleiner, du steckst ja voller Überraschungen. Vielleicht sollten wir dich doch mitnehmen?“
      Der Hund drückte seinen Kopf in Elions Hand und tapste vorsichtig weiter auf den jungen Zauberer zu, bis er sich direkt vor Elion niederließ und sich von ihm am Bauch kraulen ließ. Dania hob den Hasen auf und blickte erstaunt auf den, das Kraulen genießenden, Hund.
      „Beeindruckend. Er hat unsere Fährte aufgenommen und ist uns bis hier her gefolgt. Das er den Hasen erwischt hat, kommt noch erstaunlicher Weise dazu. Unser kleiner Freund hier hat ziemlich viel Kraft“, erwähnte die Elbin und musterte noch immer die blutigen Bisswunden am Hals der Beute.
      „Was sagt ihr? Behalten wir ihn? Vielleicht können wir ihn zum Fährten lesen ausbilden“, fragte Elion und schaute vor allem Thren an, der mit verschränkten Armen auf den Hund schaute. Auch Dania lächelte Thren zu und hielt den Hasen gut sichtbar in die Luft.
      Der Zwerg ging auf den Junghund zu und ging in die Hocke. Der Vierbeiner sprang auf und roch fasziniert an der rauen Hand von Thren, die er ihm hinhielt. Sein Schwanz wedelte zufrieden und vorsichtig schleckte er dem Zwerg über die Finger. Thren zuckte ein Lächeln durch das bärtige Gesicht und er seufzte überwältigt.
      „Na dann, Kleiner. Willkommen in der Familie“, brummte Thren, aber er konnte sich noch immer das Lächeln nicht verkneifen.
      Dania und Elion lachten laut los, als der Hund an Thren hochsprang und ihm die Nase abschleckte, als ob er verstanden hätte, dass er nun eine neue Familie hatte. Gemeinsam errichteten sie ihr Nachtlager und der Hase schmeckte vorzüglich, nachdem Dania ihn mit einigen Wildkräutern und Gewürzen über dem Feuer gebraten hatte. Der Junghund hatte sich zufrieden neben Elion zusammengerollt und kaute auf einem Stück Pökelfleisch, während Elion ihm zärtlich über den Rücken streichelte.
      „Wie heißt er?“, fragte Dania und schreckte Elion aus seinen Gedanken.
      „Ähh, keine Ahnung. Ich habe noch nicht darüber nachgedacht“, antwortete der Zauberer und schaute auf den Hund, der noch immer an seinem Pökelfleisch nagte.
      „Kläffer?“, grunzte Thren und grinste hämisch durch seinen zerzausten Bart. Dania ignorierte den Vorschlag gekonnt und wandte sich wieder Elion zu.
      „Ist er weiblich oder männlich?“ ,fragte sie. Elion schaute sie genervt an und schaute etwas beschämt zwischen die Hinterbeine seines neune Freundes.
      „Ein Mädchen“, sagte Elion kurz darauf und setzte sich wieder aufrecht hin.
      „Also auch ein weiblicher Name“, schmunzelte Dania und krazte sich das Kinn. Erneut war Elion fasziniert von der überwältigenden Schönheit der Elbin und vergas sich für einen Moment in den durchdringenden grünen Augen Danias. Er war so vertieft darin, dass er ihre Worte nicht wahrnahm und erst ein kräftiger Tritt von ihr, brachte ihn zurück in die reale Welt.
      „Gibt es keinen Menschen, der dir mal viel bedeutet hat?“, fragte sie und musterte Elion. „Dann könntest du die Erinnerung an die Menschen immer mit ihm tragen.“
      Elion dachte zuerst an seine Mutter, aber obwohl sie ihm viel bedeutet hatte und ihr Tod den jungen Zauberer bis tief ins Herz erschüttert hatte, war er nie wirklich mit ihr verbunden gewesen. Sie war kalt und herzlos zu ihm gewesen, sie hatte ihn zwar nie geschlagen und sie war immer für ihn da gewesen, aber Elion hatte nie das Gefühl gehabt, er wäre ihr eigen Fleisch und Blut gewesen. Elions Schwester war das Lieblingskind seiner Eltern gewesen. Sie wurde immer bevorzugt und von allen geliebt, während er hinter ihrem Schatten leben musste. Elion liebte seine Schwester, er hatte sie geliebt, bis er aus Nordhelm fliehen musste, seitdem hatte er sie nie wiedergesehen. Dann fiel Elion ein Name ein: Lotta. Er wusste nicht, warum der Name seiner ehemaligen Hausmagd ihm in den Sinn kam, aber die Geschichten, die sie Elion erzählt hatte, waren dem jungen Zauberer für alle Zeiten im Gedächtnis geblieben. Sie erzählten von den Taten der Familie Drogon. Einer mächtigen Familie der Menschen, die einst über Nordhelm herrschten, aber dann nach Mittelerde vertrieben wurden. Ihre Herrschaft war zu grausam und das Volk von Nordhelm wurde unterdrückt wie eine Ameise unter dem Fuß eines Menschen. Schon seit jeher war Elion fasziniert von den Tyrannen, die damals über Nordhelm herrschten und Lotta war die einzige gewesen, die die Geschichten von der Schreckensherrschaft erzählt hatte.
      „Lotta“, sagte Elion dann und streichelte der Hündin hinter den Ohren. Freudig sprang der Junghund auf und ihr schien der Name zu gefallen, denn sie schleckte schwanzwedelnd Elions Hand ab, als er sie weiter kraulte.
      „Lotta?“, frage Thren und Elion erzählte seinen Gefährten von seiner Hausmagd und den Geschichten, die sie ihm in seiner Kindheit erzählt hatte.
      „Drogon, nie gehört“, sagte Thren als Elion fertig erzählt hatte und auch Dania zuckte ahnungslos mit den Schultern.
      „Vielleicht sind sie auch einfach auf dem Weg nach Mittelerde gestorben, in der Geschichte war die Frau des Tyrannen schwanger. Über die Eisflächen von Forodwaith mit einer schwangeren Frau? Ich glaube nicht, dass sie das geschafft hat“, sagte Dania und Thren nickte zustimmend.
      „Nun, der Vater des Kindes war einer der mächtigsten Zauberer von Nordhelm gewesen. Niemand konnte sich ihm widersetzen. Nur gemeinsam konnte die Magierakademie von Nordhelm den Tyrannen besiegen und vertreiben“, antwortete Elionn und erinnerte sich an seine Kindheit zurück, in der er staunend vor seiner Hausmagd gesessen hatte und den Schreckensgeschichten gelauscht hatte, die die Familie Drogon verbrochen hatte.
      Bis tief in die Nacht unterhielten sich die Gefährten über Nordhelm und den Verbleib von König Drogon, aber schließlich sanken sie in einen tiefen und festen schlaf, während die Funken des Feuers sanft von der Brise des Windes weggetragen wurden und vor dem sternenbesetzen Himmelszelt verschwanden.
      Elion hatte keine Ahnung, dass er an diesem Tag eine Freundschaft geschlossen hatte, die er nie wieder verlieren würde.
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      - Gandalf -


    • Kapitel 6
      Aglarond

      Am nächsten Morgen ritt die Gemeinschaft weiter und Lotta hüpfte fröhlich neben den Pferden her, während Aglarond gemächlich näher rückte. Thren erzählte aufgeregt Geschichten von den Tavernen der Zwergenstadt, Geschichten über die Hallen von Aglarond und dem unermesslichen Reichtum seines Vaters Gimli.
      Dania verdrehte genervt die Augen, als der Zwerg eine weitere Tavernengeschichte seines besten Freundes erzählen wollte, aber Elion war mit seiner Aufmerksamkeit bei Lotta. Die junge Hündin jagte vor den Pferden hin und her und wühlte freudig in Kaninchenlöchern, jagte dann über die Hügel und suchte sich neue Kaninchenlöcher. Scheinbar unermüdlich konnte der Junghund mit den Pferden mithalten, die in der prallen Mittagssonne schwitzten und deren Mäuler schon Schaum tropften.
      Fasziniert beobachtet Elion das Schauspiel, bis Dania Threns Erzählungen unterbrach und auf ein Tal zeigte, dass sich zwischen zwei Bergen öffnete. Die felsigen, grauen Berge stiegen steil an und das hufeisenförmige Tal war karg uns staubig. Am Ende des Tals türmten sich gewaltige Bergmassive steil nach oben und vor der beeindruckenden Felswand entdeckte Elion Helms Klamm.
      Die Menschenfestung war gewaltig. Starke Mauer zogen sich von der rechten Talseite bis zur Linken und ein weiterer gewaltiger Mauerring türmte sich dahinter auf. Eine schmale Rampe bot den Aufgang zum Tor und das Tor selbst war so groß, dass zwei Kutschen problemlos aneinander vorbei rollen konnten. Am höchsten Punkt der Festung thronte ein gewaltiges Horn auf der Spitze eines Turmes, der sich oberhalb einer kleinen Halle aus Stein erhob. Hinter dem ersten Mauerring lag auf der linken Hälfte des Tals die Wohnsiedlung der Kriegsstadt. Kleine Felder und Gehöfte spickten einen kleinen Bereich neben einem winzigen Bächlein, der sich mitten durch die Festung zog und durch einen kleinen Abfluss in der Mauer entwischte. Auf der rechten Seite des Flusses stiegen gemächlich Rauchschwaden aus den Schornsteinen eines kleinen Dorfes auf und verschwanden geisterhaft im schwachen Wind, der durch das Tal wehte. Auf den Mauern erkannte Elion einige Wachen, die auf der Mauer patrouillierten und wie Ameisen auf ihrem Bau hin und her wuselten.
      Fahnen wehten schwach in der leichten Brise, die sich wie ein unsichtbares Band durch das Tal zog und das Wappen der Pferdeherren prangte über dem Eingangstor. Trotzdem fiel Elion ein weiteres Wappen ins Auge, das über einem Eingang in der Felswand erstrahlte. Selbst von einiger Entfernung konnte Elion erkennen, dass das Wappen geschmückt war mit Kristallen und es funkelte hypnotisch im Sonnenlicht. Das Wappen von Aglarond.
      „Nun, herzlich Willkommen in Helms Klamm“, sagte Thren und seine Augen funkelten ebenso strahlend wie die Edelsteine und Kristalle im Wappen von Aglarond.
      „Das ist beeindruckend“, keuchte Dania und erst jetzt wurde Elion bewusst, dass die wunderschöne Elbin, ebenso wie er, Helms Klamm nur aus Geschichten kannte. Den Klammwall nun vor sich zu sehen verpasste den beiden schlagartig eine Gänsehaut und sie schluckten vor den sagenumwobenen Schlachtfeldern, die sie in wenigen Augenblicken betreten würden. Während Dania und Elion eingeschüchtert über das staubige Feld ritten, konnte Thren kaum seine Augen abwenden von dem Wappen seiner Heimat, welches sich in seinen Augen wiederspiegelte und ihn strahlen ließ. Lotta schien ihre neue Umgebung eher weniger zu gefallen. Nirgends fand sie Kaninchenlöcher oder Felsen, auf denen sie herumhüpfen konnte, keine sanften Hügel, auf denen die Junghündin entlangsprinten konnte und keine Stöckchen, die sie hinter sich her schleifen konnte. Sie langweilte sich und trottete neben Mers her, auf dem Elion eingeschüchtert seine Augen über das Tal schweifen ließ. Sie erreichten den Aufgang zum Klammwall und das dumpfe Hufgeräusch ihrer Pferde verwandelte sich auf dem kahlen Stein in ein lautes Klappern. Die Wachen hatten die Neuankömmlinge schon von weitem erkannt und erst jetzt wurde Elion bewusst, dass auf dem Wehrgang nicht nur Menschen, sondern auch Zwerge Ausschau hielten.
      Sowohl Menschen, als auch Zwerge trugen prächtige silberne Rüstungen und wunderschöne Schwerter hingen an ihren Gürteln herab. Das Tor war aus dem gleichen Material wie die Rüstungen der Wachen und Elion wunderte sich darüber, ob das dünne Tor auch nur einem einzigen Schlag eines Schneetrolls standhalten könnte.
      „Das ist Mithril, es ist das härteste Metall auf der ganzen Welt, nichts und niemand vermag es, durch dieses Tor zu gelangen. Vielleicht habt ihr glück und ihr seht wie ein weiteres Tor gefertigt wird. Als ich meine Reise von hier antrat, schmiedeten die Zwerge meiner Heimat gerade das große Mithriltor von Minas Thirit“, sagte Thren zu Elion, als ob er dessen Gedanken gelesen hätte.
      „Wer seid ihr? Was wollt ihr in den gemeinsamen Landen der Menschen und Zwerge von Rohan und Aglarond?“, rief eine Wache von der Mauer herunter, sobald sich Elion und seine Gefährten in Rufweite befanden. Lotta knurrte los, als sie die Stimme der Wache hörte und blickte sich verwirrt nach dem Rufer um, bevor Elion letztlich absprang und sie beruhigte, während Thren auf das Tor zuging.
      „Ich bin Thren, Sohn von Gimli Elb…“
      „Thren? Euer Vater ist außer sich wegen eurer unermesslichen Dummheit. Lasst sie rein“, unterbrach eine Zwergenwache den Prinzen und das Tor öffnete sich leise.
      Verwundert über die etwas unerwartete Begrüßung betraten die Gefährten die uralte Festung und hinter ihnen schlossen sich die Tore ebenso leise, wie sie aufgegangen waren. Elion kam aus dem Staunen nicht mehr raus und zum ersten Mal in seinem Leben fühlte er sich sicher.
      Hinter den Toren erkannte Elion, warum die Festung so uneinnehmbar war, wie es in den Geschichten der alten Zeiten lautete. Die Mauern waren immens. Fast 30 Fuß breite Steinmauern umgaben die gesamte Festung und der zweite Ring war ebenfalls aus einem 20 Fuß breiten Mauerring geschützt. Die gewaltigen Wehrgänge mit Ölfässern und Katapulten, welche nach dem Ringkrieg von den Zwergen angebracht wurden waren, boten Platz genug für drei Reihen voller Bogenschützen und die Engen Gassen der Festung waren wie ein gefährlicher Kessel. Selbst wenn man das Tor durchbrechen könnte, würde man in der engen Gasse dahinter nur ein leichtes Ziel sein, während die Wachen von der Mauer herab Öl und Pfeile abschießen konnten ohne viele Verluste zu erleiden. Die Zwergenwache kam von einer schmalen Treppe herunter und führte Thren und seine beiden Freunde durch die schmale Gasse hinauf in den zweiten Ring.
      Nachdem sie durch das Tor des zweiten Ringes gelaufen waren, fiel Elion nun endgültig das Kinn auf den Boden und der junge Zauberer blickte auf einen beeindruckenden Innenhof. Der kahle Stein war in atemberaubender Präzision von den Zwergen gehauen worden und auf der Mitte des Platzes stand eine Statue von einem Reiter, der einen Stab in den Himmel hielt und sein Pferd zum Aufbäumen brachte. Sein wehender Umhang und die sein markantes Gesicht waren mit solcher Hingabe von den Zwergen gehauen worden, dass Elion glaubte, die Statue könne jeden Moment vorspringen und ihn in Stein verwandeln.
      „Gandalf der Weiße“, staunte Dania neben Elion und ein anmutiges Lächeln huschte über ihr Gesicht, während die Zwergenwache die Gefährten an der Statue vorbeiführte.
      Lotta amüsierte sich prächtig und schnüffelte aufgeregt über den geschliffenen Steinboden, blieb vor Gandalfs steinernem Abbild einige Augenblicke stehen, schnüffelte an dem Kunstwerk und entledigte sich eines kleinen Geschäfts am Fuße der Statue.
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      - Gandalf -


    • Ja @BlueRosesInMyHeart,
      Ich konnte das Hundi einfach nicht zurück lassen, wollte aber nicht die Mainstream Nummer einbauen und den Hund einfach mitnehmen oder ihn hinter dem Pferden herlaufen lassen. ("geh zurück, plaaatz) :D Fand dann den Gedanken eigentlich ganz nett, dass er ihnen kurzerhand mal das Essen erledigt.
      Kleine Nebeninfo: Lotta ist kein Name von irgendwoher. Mein Hund hat so gehießen ^^ Nur ist der vor etwa vier Jahren eingeschläfert worden, also dachte ich mir, wecke ich ihn so zurück ins Leben :/ :saint:
      Ja, wenn dir Helms Klamm gefallen hat, werden dir vielleicht die nächsten Kapitel ebenfalls zusagen, Aglarond wird in keinem Herr der Ringe Werk und in keiner Schrift von Tolkien erklärt, deshalb hatte ich hier freie Hand :D ;)

      LG Lehaidin
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    • Hallo

      Kapitel 2 gelesen.

      Die erklärung der Magie ist sehr gut. Die ersten Worte haben mich an die Macht in Star Wars erinnert.

      Der Kampf war gut beschrieben. Und hatte richtig dass gefühl Tren retten zu müssen. Es ist klar,dass er der unterlegende war. Nur ihrgendwie hätte ich es schöner gefunden, wenn daria auch einen grösseren Kampfpart gehabt hätte. Und von wem kam der Pfeil der Elion an der Schulter trifft. Ich vermute von der Elbin. Elion hat warscheinlich einfach zur falschen Zeit den Arm gehoben.


      Alles in eine gelungene Kampfszene. Und du bringst einem schon wieder zum weiterlesen , durch das geheimniss von Daria. Hat sie was mit Legolas zu tun?

      Das Kapitel gefällt mir.
    • Hey @Mephistoria,
      Na das freut mich jetzt aber, dass du hier auch mal reingeschaut hast ;) Und noch viel mehr freut es mich, dass dir die Geschichte zusagt. Zu deinen Erwähnungen:

      Nun, die Magie wollte ich so erklären, dass sie irgendwie für jeden empfänglich und vor allem verständlich ist. Und ja, ich habe mich von vielen Magieansichten leiten lassen. (Star Wars, Das Vermächtnis von Thrandor u.s.w) :wizard:

      Zu dem Kampf: Mhh, ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum ich Dania nicht mehr Aufmerksamkeit während des Kampfes geschenkt habe. Ich glaube, ich war mehr darauf bezogen gewesen, dass ich Thren etwas in die Klemme stecken wollte. Und nein, Elion wurde von einem schwarzen Numenor getroffen. Nebenbei sind die schwarzen Numenor hervorragende Schützen und haben Ähnlichkeit mit den Waldläufern. ;)

      LG Lehaidin
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    • Kapitel 6
      (Fortsetzung)

      Elion und Dania, die Lotta an der Statue beobachtet hatten,kicherten leise und blickten ehrfürchtig in das steinerne Gesichtdes sagenumwobenen Zauberers, während Thren vor Aufregung nur nochdas glitzernde Wappen von Aglarond vor Augen hatte. Auf Schritt undTritt klebte der junge Zwergenprinz an den Fersen der Wache undblickte sowohl freudig, als auch ungeduldig auf die großen Tore, dievor ihnen in der fast schwarzen Felswand auftauchten.
      Während sie an der Statue vorbeigegangen waren und auf dieZwergenstadt zuliefen, blickte Elion auf die Hallen von Helms Klamm,die sich links von ihm in den Berg erstreckten. Prächtige Säulenmit Bildnissen ruhmreicher Kämpfer und wunderschönen Pferdenstützten einen weiteren säulenverzierten Übergang, der schließlichin den Gesteinsmassen des Berges verschwand, als ob die Naturversucht hatte, Helms Klamm zu verschlingen wie eine Schlange ihreBeute.
      Auch Dania wandte ihren Blick auf die Fassade dergeschichtsträchtigen Hallen und Elion spürte, wie in ihr eineLawine an Geschichten ausbrach, von denen er nur zu gerne gehörthätte, aber sie erreichten gerade die Tore von Aglarond und dieersten Zwergenwachen kontrollierten die Neuankömmlinge.
      Nachdem Elions und Danias Identitäten in einem gewaltigen Buchvermerkt wurden und ihnen ihre Waffen abgenommen wurden, durfte dieGruppe passieren und Elion betrat die schönsten Hallen, die er jegesehen hatte.
      Kaum war man durch die kunstvoll verzierte Eingangshalle aus Steingelaufen, in der fantastische Wandteppiche und silberne Feuerschalenfür eine willkommene Atmosphäre sorgten, betrat man das Königreichvon Aglarond.
      Die Hallen waren riesig und aus jeder Ecke, aus jedem Winkelglitzerten die fantastischten Edelsteine, silbrige Stalagtiten hingenwie gewaltige Eiszapfen von der Decke und in ihnen branntenzauberhafte Lampen, die die Zwerge in erstaunlicher Kleinstarbeit indie gewaltigen Deckensteine eingebaut hatten. Kunstvoll schlängeltensich baumähnliche Säulen an die Decke und der Boden war mitfantastischen Mosaiken bestückt, die mit glänzender Pracht von denlängst vergangenen Geschichten erzählten. In den Wänden der Hallenbrannten wärmende Kamine und sanft flackernde Öllampen leuchtetenin den Nischen der Halle auf glitzernde Kristalle. Der glitzerndeRaum war wie ein kleiner Marktplatz gebaut und auf beiden Längsseitendes rechteckigen Saales öffnete sich zwischen den Kaminen undKristallnischen Türen zu Gasthäusern und Läden, aus denen diewunderlichsten Düfte durch die Halle strömten. Mitten in der Halleteilte ein Bächlein den Steinboden und eine Brücke aus reinemBergkristall führte über das klare Wasser, das leise plätschernddurch den kleinen Kanal lief.
      Entsprungen war der Bach jedoch aus einem kleinen Wasserfall, dervon der linken Wand entsprang und in einem kleinen Auffangbeckenlandete. Die Kristalle und Edelsteine funkelten hinter der kleinenWasserwand und wieder leuchteten kleine Öllampen auf die glitzerndenAugenfallen, in denen sich Elion verfing.
      Immer wieder öffneten sich Türen zu den Gasthäusern und dieGefährten erhaschten Blicke auf prall gefüllte Bierkrüge undrustikale Speisen, die ununterbrochen zu den Tischen gebracht wurden,während fröhliche Lautenklänge die Stimmung anhoben. In denFenstern der Unterkünfte und Läden, die wie verglaste Löcher inden Stein gehauen waren, entdeckte Elion die wunderlichsten Waren unddie gemütlichsten Betten, in die er sich nur zu gerne gelegt hätte,aber die Wache führte sie weiter durch die rechteckige Halle auf diegegenüber liegende kurze Seite des Raumes. Gewaltige Mithriltürenstanden offen in ihren Angeln und Elion blickte in eine gigantischeHöhle. Die Decke war so hoch, dass der junge Zauberer das Glitzernder Kristalle fast für Sterne hätte halten können und wie eineunterirdische Stadt führten Straßen durch Reihen von Häusern, diekunstvoll aus dem Stein gehauen waren. Einige Türme dienten alsSäulen für das gewaltige Sternenzelt, dass sich an der Decke befandund kleine Fensterchen zogen sich durch die Türme wie eine Schlange,die sich um einen Baum windet. Feuerschalen und Öllampenbeleuchteten die sauberen Straßen, auf denen reges Treiben herrschteund dutzende Zwerge, Menschen und Elben ihren Einkäufen nachgingen.Schmieden und Warenhäuser, Tavernen und Unterkünfte schmiegten sichdicht an dicht, während in prachtvollen Wohnhäusern heimeligeLichter brannten.
      In der Mitte der gewaltigen unterirdischen Stadt lag ein runderPlatz über dem der größte Bergkristall hing, den Dania und Elionje gesehen hatten. Er war kunstvoll vom Stein befreit, der ihn einstumgeben hatte und die Zwerge hatten das Tageslicht mit geschicktenTunneln auf die Oberseite des Kristalls geleitet. Von der Sonneerhellt, strahlte der Kristall durch die ganze Höhle und einsilbriges Licht durchzog auch die hintersten Winkel der Stadt. Elionkonnte die Wolken in dem Kristall spiegeln sehen, die wohl geradeüber den Himmel zogen und seine Augen fielen auf die Elbenstatueunter der Lichtquelle. Eine wunderschöne Elbin aus Marmor streckteihre Hand nach dem Kristall aus und berührte ihn knapp mit derFingerspitze ihres Zeigefingers, während ihre weißen Gewänder sichwie ein Strudel um sie legten und ihre elegante Taille betonten.Während Elion beeindruckt an ihr hochblickte, erblickte er ihrGesicht und ihm stockte der Atem. Fast lebendig wirkte die zarte Hautder Statue, die die Zwerge so detailliert geschaffen hatten und ihreblonden, lockigen Haare fielen ihr tief in den Rücken, während ihreandere Hand eine kleine Glasphiole in den Händen hielt.
      Schweigend lief die Gemeinschaft auf das Elbenabbild zu und Elionschluckte vor Ehrfurcht und senkte den Kopf.
      „Elion…Etheniel..willkommen in Mittelerde…“, flüsterteplötzlich eine Stimme und Elion fuhr herum. Verdutzt schaute ihnDania an und runzelte die Stirn.
      „Was?“, fragte sie und Elions Blick suchte nach demjenigen,der ihn angesprochen hatte. Aber da war niemand. Einige Zwerge liefenüber den Marktplatz und in der Nähe war weit und breit niemand, zudem diese Stimme hätte passen können. Elion hatte noch nie eine soschöne Stimme gehört, die Frauenstimme hatte sich in seinen Körpergebrannt wie ein heißer Holzscheit in die Haut und Elions Haarehatten sich aufgestellt.
      „N..Nichts. Ich habe nur eine Stimme gehört. Wahrscheinlichhabe ich mir das eingebildet“, antwortete Elion und blickte sichnoch immer nach der Stimme um.
      „Elion, das war wahrscheinlich Sie“, sagte Dania und deutetauf die Statue.
      „Dania, also bitte, veralbert mich nicht. Das ist soliderMarmor, warum sollte er sprechen können?“, fragte Elion undgrinste belustigt darüber, dass die junge Elbin versucht hatte, ihnzu verspotten.
      „Nein, Elion, du verstehst das nicht. Die Frau, die Statue dort.Das ist Galadriel. Die wohl mächtigste Elbenzauberin, die es jegegeben hat. Man sagt, ihre Kräfte seien so groß gewesen, dassselbst Sauron sie gefürchtet hat. Vielleicht hat Sie zu dirgesprochen“, erklärte Dania und Elions Blick wandte sich erneut zuder großen Statue von Galadriel. Unwohl in seiner Haut ging Elionweiter und noch immer prickelte seine Haut von der Stimme, die ergehört hatte.
      Die Stimme Galadriels hatte zu ihm gesprochen.
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • Hallo Lehaidin,

      ich bin mal deinem Tipp gefolgt und hab mir ein Werk von dir gesucht. Gelandet bin ich hier.
      Nun muss ich mich outen, denn Herr der Ringe habe ich nie gelesen, ich kenne nur die Filme. :sack:
      Aber ich konnte der Story trotzdem sehr gut folgen. Sehr anschaulich beschrieben. Man glaubt förmlich den Wind heulen zu hören und zieht unwillkürlich die Schultern hoch als Schutz vor der (gar nicht vorhandenen) Kälte. Und - glaub es oder nicht - als ich am Schluss des ersten Parts angekommen war, hing an meiner Nase ein Eiszapfen...

      Jetzt hab ich ein Problem. Du hast mich für meine Geschichte vom Besucher so toll gelobt, und nun hab ich hier bei dir ein paar kleine Fehlerchen gefunden. Und auch ein paar Änderungsvorschläge hätte ich. Wenn du sie aber nicht sehen magst, dann lass die Spoiler-Box einfach zu, okay? Ich hoffe du bist jetzt nicht sauer...

      VG
      Tariq

      Spoiler anzeigen

      Lehaidin schrieb:

      wollten kein Bisschen näher
      bisschen

      Lehaidin schrieb:

      verschwanden so schnell wie sie gekommen waren
      verschwanden so schnell, wie sie gekommen waren

      Lehaidin schrieb:

      bis nach Nordhalm gekommen. Der Stadt seines Vaters, seine Heimat.
      hm... entweder: "bis nach Nordhalm gekommen. Der Stadt seines Vaters, seiner Heimat."
      oder "bis nach Nordhalm gekommen. Die Stadt seines Vaters, seine Heimat."

      Lehaidin schrieb:

      in das Land in dem die Sonne wohnt und finde
      in das Land, in dem die Sonne wohnt, und finde

      Lehaidin schrieb:

      Finde das Kind in dem sich der Mond
      Finde das Kind, in dem sich der Mond

      Lehaidin schrieb:

      Ein Land in dem die Sonne wohnte? Ein Kind des Feuers in dem sich die Sonne
      Ein Land, in dem die Sonne wohnte? Ein Kind des Feuers, in dem sich die Sonne

      Lehaidin schrieb:

      Er wusste wer oder was ihn verfolgte.
      Er wusste, wer oder was ihn verfolgte.

      Lehaidin schrieb:

      ihre Wölfe losgeschickt um ihn zu töten
      ihre Wölfe losgeschickt, um ihn zu töten

      Lehaidin schrieb:

      er bildete sich ein, die Pfote der Wölfe auf dem Schnee
      Pfoten?

      Lehaidin schrieb:

      aber immer wenn er sich umblickte sah er nur weißes Schneetreiben.
      aber immer, wenn er sich umblickte, sah er nur weißes Schneetreiben.

      Lehaidin schrieb:

      Dann geschahen mehrer Dinge auf einmal.
      Dann geschahen mehrere Dinge auf einmal.

      Lehaidin schrieb:

      Der vorderste Wolf sprang urplötzlich nach vorne und Elion hob seinen Stab, er hatte den Zauber schon lange vorbereitet und nun ließ er den Feuerstoß in Richtung des Wolfes los.
      Würde ich vielleicht teilen, ist aber Geschmackssache:
      "Der vorderste Wolf sprang urplötzlich nach vorne und Elion hob seinen Stab. Er hatte den Zauber schon lange vorbereitet und nun ließ er den Feuerstoß in Richtung des Wolfes los."

      Lehaidin schrieb:

      Noch während das Feuer aus seinem Stab schoss und den Wolf im Gesicht traf, gab der Boden unter ihm nach. Elion fiel, er wusste nicht wohin er fiel, aber das Schneetreiben um ihn herum verschwand und Dunkelheit verschlang ihn wie eine Schlange ihre Beute.
      Mit einem dumpfen Aufprall landete er in der Dunkelheit.
      "und den Wolf im Gesicht traf" - vllt kannst du das anders formulieren? 'In die zähnefletschende Fratze' oder so? 'Gesicht' lässt ihn auf mich irgendwie menschlich wirken....

      "Elion fiel, er wusste nicht wohin er fiel, aber..." - hier würde ich auch trennen. "Elion fiel. Er wusste nicht wohin er fiel, aber
      Und im Zitat hast du zweimal Dunkelheit ziemlich eng beieinander...
      Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
      (Ricarda Huch)


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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Tariq ()

    • Ach @Tariq,
      Das ist doch gar kein Problem ;) Wer in diesem Forum tätig ist, sollte Kritik auf jeden Fall abhaben können und es beruhigt mich, dass deine Verbesserungen ja "nur" im sprachlichen, beziehungsweise im Grammatikalischen Bereich angesiedelt sind ^^ Wie bei @BlueRosesInMyHeart, die ebenfalls auf Futzelarbeit steht, bin ich enorm dankbar für eben solche. Ich habe niemanden, der über meine Werke vor der Veröffentlichung drüber schaut und so eine Kontrolle von Forumsmitgliedern ist für mich essenziell. :thumbup:
      Viel mehr freut mich natürlich aber, dass dir meine Geschichte an sich schon Mal gut gefallen hat und du mit Eiszapfen an der Nase aus dem ersten Kapitel gekommen bist (Nicht Nase putzen, das tut wahrscheinlich jetzt etwas weh :D ). Eigentlich sogar fast schon das Hauptziel für mich. Meine Leser mit der Story und der Szenerie quasi in das Geschehen hinein zu katapultieren. Super, dass das bei dir funktioniert hat.
      Deine Verbesserungen werde ich selbstverständlich bei Gelegenheit auch übernehmen, nur ist es immer sehr aufwendig und zeitraubend diese Korrekturen durchzuführen. Also bitte nicht verwundert sein, wenn ich das erst in ein paar Tagen oder so aktualisiert habe. :)

      LG Lehaidin
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • Hallo Lehaidin,
      so, ich bin ein Stück weitergekommen. Wie vorher schon - inhaltlich gibt's nichts zu meckern. Flott geschrieben, interessanter Plot, anschaulich geschilderte Örtlichkeiten, gut beschriebene Szenen. Weiter so! Die Spoilerbox enthält wieder ein bisschen Kleinkram, falls du interessiert bist. :)

      Spoiler anzeigen


      Lehaidin schrieb:

      Hier und da wich er einem schier unendlichen Loch aus,
      vielleicht eher: schier unendlich tiefen Loch ?

      Lehaidin schrieb:

      während er nach weiteren Geräuschen in den tiefen der Gänge horchte.
      Tiefen

      Lehaidin schrieb:

      Jetzt konnte Elion das Geräusch besser verorten, es war ein Tapsen, wie auf Pfoten schlich sich etwas durch den Gang aus dem er gekommen war.
      verorten? hab ich noch nie gehört. Vielleicht besser orten ?

      Lehaidin schrieb:

      Auch seine Tasche und sein Stab konnte Elion weder finden noch im Raum sehen.
      seinen

      Lehaidin schrieb:

      Vorsichtig fasste sich Elion mit den gefesselten Händen an den Hinterkopf und betastete eine schmerzhafte Beule an seinem Hinterkopf.
      vielleicht eher "an der Stelle" ? Sonst hast du eine Wiederholung.

      Lehaidin schrieb:

      Das Letzte an was er sich erinnern konnte war die Ratte,
      Das Letzte, an was er sich erinnern konnte, war die Ratte,

      Lehaidin schrieb:

      Die Tür fiel mit einem Knallen ins Schloss und Elion drehte den Zwerg auf den Rücken.
      Der Zwerg war knappe fünf Fuß groß
      Sorry, Wiederholung...

      Lehaidin schrieb:

      Blut quoll aus seiner Nase hervor und Schnittwunden überzocken seinen Oberkörper.
      überzogen

      Lehaidin schrieb:

      während er sich zu dem Tisch bewegte und stützte sich mit einer Hand an der Wand ab.

      während er sich zu dem Tisch bewegte, und stützte sich mit einer Hand an der Wand ab.

      Lehaidin schrieb:

      Ein Großteil der Wunden des Zwerges waren verschwunden und nur noch aus der Nase tropfte gelegentlich ein Tropfen Blut. Erschöpft ließ sich Elion wieder gegen die Wand gleiten und lehnte sich mit dem Rücken dagegen, während er den Zwerg beobachtete.
      Die Zeit verging und Elion wusste nicht, wie lange er nun schon darauf wartete, dass der Zwerg seine Augen öffnete, aber plötzlich regte sich der Zwerg.
      Zuerst schoss ein leichtes Zucken durch den Körper und keine zwei Sekunden später fuhr der Zwerg aus seinem Schlaf
      Vielleicht kannst du doch abund zu ein anderes Wort hier einsetzen. Wenn man es in einem Stück liest, ist der Zwerg auf Dauer ein bisschen nervig, ging mir jedenfalls so. Denkbar wäre "der Bewusstlose", "sein Zellengefährte", "der ihm Liegende", "sein Gegenüber" "sein Mitgefangener" o.a.m. Auch den Namen Elion hast du ziemlich oft im Text.

      Lehaidin schrieb:

      deutete mit seinen fingern auf seinen Oberkörper.
      Fingern

      Lehaidin schrieb:

      "Euch gebührt dank. Verratet mir euren Namen, junger Zauberer,
      Dank


      An der Stelle muss ich erstmal Schluss machen, bin schon gespannt, wie Zwerg und junger Zauberer aus der Zelle herauskommen. Bis demnächst - ich bleibe dran!

      VG Tariq
      Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
      (Ricarda Huch)


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    • Kapitel 6
      (Fortsetzung)

      Sie verließen den Platz und stiegen eine schier endlose Treppenach oben, die bald über den Dächern der Stadt in eine kleinere Halle führte, die am anderen Ende der Höhle lag. Erneut standen kunstvolle Mithriltüren weit offen und Wachen postierten den Eingang zum Thronsaal und den Gemächern der Königsfamilie. Mit einem freundlichen Nicken gewährte die Wache der Gruppe den Einlass und sie betraten einen lichterfüllten Raum. Im Gegensatz zu den bisherigen Hallen blühte der Thronsaal förmlich vor Pflanzen.Weiden, Birken und Buchen füllten die breiten Nischen an den Seiten und beinahe elbisch verzierte Bänke und Pavillions schmückten die saftigen Gärten, die sich durch die Halle erstreckten. An der Decke erstrahlten weitere Kristalle in den wunderschönsten Farben und Lichtgänge ließen Rubine, Bergkristalle und Saphire prachtvoll leuchten. Feuchte Stalagtiten tropften auf die Bäume und Gärten herab und bewässerten wie von Zauberhand die wunderschönen Pflanzen unter ihnen. Immer wieder öffneten sich zur Seite Gänge in Speisesäle, Gemächer und Arbeitszimmer, während die Gruppe aufeinen steinernen Thron zu lief. Elion war beeindruckt von der Schönheit des Thronsaals und erkannte, warum Gimli der Elbenfreund war, für den man ihn schätzte. Wie ein gelungenes Experiment hatten die Zwerge versucht elbische Baukunst mit der der Zwerge zu vereinen und das Ergebnis war so wunderschön gelungen, dass Dania und Elion erst zu staunen aufhörten, als Lotta auf den Zwerg im Thron zulief.
      „Lotta, komm her!“, rief Elion und deutet mit dem Zeigefinger neben sich, aber die Junghündin war so freudig fasziniert, dass sie den Ruf ihres Herren überhörte und schnuppernd auf den Thron zu lief. Der Zwerg erhob sich und ging einige Schritte auf Lotta zu,die aufgeregt an seiner Hand schnüffelte und sich etwas schreckhaft von ihm streicheln ließ. Dann sprang sie los und wühlte auf einem saftig grünen Rasen nach Maulwürfen oder Kaninchen und ignorierte einen erneuten Ruf von ihrem Herrchen. Elion schüttelte beschämt den Kopf und Dania versetzte ihrem Freund einen wütenden Stoß zwischen die Rippen, der Elion zusammenfahren ließ. Dann schaute er auf und blickte in das Gesicht des Zwergenkönigs von Aglarond. In das Gesicht Gimlis.
      Lächelnd schaute Gimli Lotta hinterher und sein langer schwarzer Bart zuckte belustigt nach oben, als Lotta ihre Schnauze fast vollständig in ein von ihr gebuddeltes Loch steckte. Dann wandte er den Blick zu seinem Sohn und seine Miene verfinsterte sich.
      „Sohn. Was hast du dir dabei gedacht?“, fragte er bestimmt und streng, aber Elion glaubte auch Erleichterung in seiner Stimme zu hören.
      Thren ging vorsichtig einige Schritte auf seinen Vater zu und ging in die Knie, während er anfing zu sprechen:
      „Vater, ich… es tut mir leid. Es musste sein, ich wollte sie wiederfinden. Es…Ich…“
      Der Kopf des Jungen Zwergenprinzen sank auf seine Brust und unmerklich versuchte er seine Tränen zu verbergen, die leise tropfend auf den Boden fielen. Gimlis Gesichtsausdruck wurde sanfter und mitleidend ging er auf seinen Sohn zu, kniete sich zu ihm und legte seine Hand auf dessen Schulter.
      „Thren, ich vermisse deine Mutter genauso sehr wie du, aber wir müssen den Tatsachen ins Auge blicken, dass wir sie möglicherweise nie mehr wiedersehen. Es schmerzt mich, dich so zu sehen und glaub mir, mein Sohn, ich habe alles Erdenkliche getan, was ich konnte. Der Überfall ist Jahre her und noch immer durchstreifen Gondors Waldläufer und Ithiliens Elben die Länder um sie zu finden. Selbst Legolas brach vor einiger Zeit zu seinem Vater auf um ihn um Hilfe bei der Suche zu bitten“, sorgte sich Gimli um Thren und noch mehr Tränen brachen aus dem Prinzen heraus.
      „Ich habe sie nicht..gefunden“, brach es aus Thren heraus und Elion wurde etwas unwohl, als er merkte, dass Dania und er gerade in ein sehr privates Gespräch involviert waren. Noch nie hatte er Thren sonderlich gefühlsbewusst erlebt und er hatte nicht geglaubt, dassZwerge sonderlich viele Gefühle zum Ausdruck hätten bringen können, aber dieser Wasserfall seines Freundes ließ Elion beinahe selbst in Tränen ausbrechen. Auch Dania kämpfte neben Elion gegen einen Gefühlsausbruch an und beiden wurde erst jetzt bewusst, dass Thren seine Mutter verloren hatte und deshalb alleine durch die Wildnis gezogen war, um sie wiederzufinden.
      „Schon gut, Thren. Alles ist gut. Euch geht es gut, das ist das Wichtigste, was für mich derzeit zählt. Ich habe meinen Sohn zurück“, beruhigte Gimli seinen Sohn und blickte besorgt in Threns Gesicht.
      „Ich…Ich habe mich deinen Befehlen widersetzt. Warum bist du nicht wütend, warum schreist du nicht?“, fragte Thren schluchzend und Elion wurde das Gefühl nicht los, das Thren nichts weiter wollte, als mit alledem abzuschließen. Seiner Mutter, seinem Erbe, dem Leiden, welches er während seiner Reise erfahren hatte und dem schmerzlichen Drang, alles zu vergessen, was er an seiner Mutter geliebt hatte.
      „Nein, mein Sohn. Ich liebe dich und du bist das wertvollste was ich besitze. Ich vermisse Metroia ebenso wie du, aber ich habe mich damit abgefunden, dass ich sie vielleicht nicht wiedersehen werde und das solltest du auch tun. Der Schmerz frisst dich auf wie die Flammen das Holz und du wirst daran zu Grunde gehen. Lass deinen Kummer nicht Herr über dich werden und heb den Kopf, schau ins Licht und geh weiter“, sagte Gimli und hob Threns Kopf mit dem Zeigefinger unter dem Kinn an.
      Die Tränen wurden weniger und Thren schien sich etwas zu beruhigen, blickte seinem Vater in die Augen und fiel ihm um den Hals, was Dania nun endgültig in Tränen ausbrechen ließ. Nach wenigen Augenblicken lösten sich Vater und Sohn von einander und drehten sich zu Dania und Elion um, die etwas unwohl in ihrer Haut am Fuße der Treppe standen. Die junge Elbin wischte sich noch immer die Tränen von den Wangen und Elion hippelte unruhig von seinem Linken auf den Rechten Fuß und umgekehrt. Erst jetzt erkannte der junge Zauberer die Ähnlichkeit zwischen den beiden Zwergen vor ihm und ihm fiel ein goldenes Diadem auf dem Kopf des Zwergenkönigs ins Auge.Ein großer Bernstein funkelte in der Mitte des Diadems und in der Baumsubstanz glitzerten drei Strähnen von wunderschönem goldenem Haar.
      „Ein Geschenk von Galadriel“, sagte Gimli, der Elions Blicken gefolgt war und fasste vorsichtig an den Bernstein.
      „Sie schenkte sie mir bei unserer ersten Begegnung. Ich bat um eine Strähne ihres goldenen Haares und sie gab mir drei“, schwelgte der Zwergenkönig in Erinnerungen und ließ seine Hand wieder sinken.
      „Nun, ich wollte nicht, dass ihr Zeuge unserer Familienprobleme werdet. Ich bitte um Verzeihung. Ich bin Gimli Elbenfreund, König von Aglarond. Meinen Sohn kennt ihr ja bereits und ich bin euch unendlich dankbar, dass ihr ihn heil an meinen Hof gebracht habt“,stellte sich Gimli vor und Dania verbeugte sich ehrfürchtig.
      Elion tat es seiner Elbenfreundin schleunigst gleich und erhob sich um sich vorzustellen.
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lehaidin ()

    • So, ich hab weitergelesen.

      Ist schon irre, wie einen deine Story gefangennimmt. Man glaubt förmlich, die dritte (natürlich unsichtbare) Person in der Zelle zu sein und die beiden Insassen zu beobachten und zu belauschen. Und wahrscheinlich hast du auch da drin mit gesessen und fleißig die Dialoge mitgeschrieben, so flüssig, wie die wirken. :)
      Wenn du magst - in der Spoiler-Box wie immer ein paar kleine Kleinigkeiten von kleinlichen Lesern :blush:
      Spoiler anzeigen

      Lehaidin schrieb:

      aus seinem Wamst
      Wams

      Lehaidin schrieb:

      die ihm helfen konnte Komma zumindest die Schmerzen

      Lehaidin schrieb:

      die gefürchteten Bohgenschützen
      Bogenschützen

      Lehaidin schrieb:

      und brandschatzen Komma um zu überleben

      Lehaidin schrieb:

      und bog einen kleine abgebrochene Zacke zurecht
      eine

      Lehaidin schrieb:

      von der geschickten Handwerkskunst von Thren
      vielleicht besser: "von der geschickten Handwerkskunst Threns" ?

      Lehaidin schrieb:

      scheinbar ihr Festmal beendet
      Festmahl


      Anonsten - topp! :thumbsup: Ich bleib dran!

      VG Tariq
      Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
      (Ricarda Huch)


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