Der Oberbösewicht mit Stil

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    • Ich bin gerade so im Flow, ich hau gleich noch einen hinterher :D

      Grund 52:

      Wo kommt das Loch her?

      Boar eh, das Chili von heute Mittag hat echt reingehauen! Wenn ich den Kerl erwische, der da diese Flasche mit Ultra Hot Sauce reingekippt hat ... Oooooh, ich muss ganz dringend scheißen! Ich kann`s nicht mehr länger halten, jetzt gehts ahaaab-

      "WAS ZUR HÖLLE?! Wer sind sie und was machen sie in meinem Scheißaus?!"
      "Nun tue nicht so unwissend! Erinnerst du dich etwa nicht an mich? Den kleinen Jungen, dessen Tante dritten Grades du damals ein Bein gestellt hast? Als ihr beide im Kindergarten wart?"
      "Susanne ... man, das muss ja Jahre her sein ... Du hast dich kaum verändert! Wobei, hattest du den Bart früher auch schon?"
      "Wie? Nein, ich bin- Hast du mir nicht zugehört?! Ich bin ihr Neffe! Dritten Grades ..."
      "Achso ..."
      "Und ich bin hier um sie zu rächen!"
      "Junge, ist das dein Ernst? Ich bin gerade am Kacken!"
      "Pah! Für Ausreden ist es nun zu spät! Mach dich bereit, deine gerechte Strafe zu erhalten, du übler Schuf- IIIIIGHITT!"
      "Sorry, man, aber ich konnt`s jetzt echt net mehr länger halten ... Oh verdammt, da kommt noch ne Ladung!"

      Peinlich soetwas ... Und so gar nicht stilvoll! Okay, zugegeben, du hast den Helden erfolgreich mit deinem Afterburner-Diarrhoe außer Gefecht gesetzt und gewonnen, aber darum geht`s hier nicht! Wir wollen dir hier beibringen, wie du charmant, gutaussend und vor allem up to date ins Gras beißt!
      Außerdem, stell dir mal vor dieser geheime Gang hätte nicht an deinem Plumpsklo geendet, sondern in deinem Schlafzimmer ... Am Ende hätte dich der Held noch mitten in einer Ein-Personen-Orgie erwischt. Und was dann? Hättest du ihm die volle Ladung verpasst und gehofft, dass er schwanger wird und für ne Weile in Mutterschaftsurlaub geht?

      Hey, warte mal ... die Idee klingt eigentlich blöb genug, um Erfolg zu haben ...

      "Vem har trampat mina svampar ner?!"
    • EDIT: @Xarrot Und wieder hat es geklappt. XD

      Grund 52:

      Es hat im Schloss der Architekt
      gar manchen kleinen Gang versteckt.
      Dem Bösewicht, der’s nicht entdeckt,
      bald ein Stilett im Rückgrat steckt.


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      „So, und hier haben wir das fünfte Badezimmer.“
      „Was ist das denn da hinten? Doch nicht etwa noch ein Kleiderschrank? Das wäre ja dann der… ähm… der siebte, allein auf dieser Etage!“
      „Gut, es ist Ihnen also aufgefallen. Öffnen Sie ihn.“
      „Oho. Ein Tunnel! Ich mag dieses Schloss, es hat wirklich Stil und es hält so viele schöne Überraschungen bereit.“
      „Nun, wenn Sie meinen… was arbeiten gleich noch?“
      „Schurkischer Oberfiesling, in Ausbildung.“


      Es ist nie gut, wenn man sich in den eigenen vier Wänden nicht auskennt. Dass man dadurch versehentlich in Stromleitungen bohrt, die Statik über Gebühr beansprucht oder schlicht den Akkuschrauber nicht mehr findet, ist da eher noch das geringere Übel. Frei nach dem Motto „My home is my Schweizer Käse“ kann eine noch so kleine Anzahl an Geheimgängen, geheimen Gängen, begehbaren Geheimnissen… ähm, Tunnels, Durchbrüchen, Schächten, Fallgittern, Durchstiegen, Hohlwegen, Gassen… und… und… also die können dafür sorgen, dass hinter einem plötzlich unangekündigte Gäste mit schriller Mainzelmännchenstimme „Guten Ahmd!“ rufen. Oder Schlimmeres.
      Ein bewohnbares Überraschungsei ist nicht jedermanns Sache. Und sofern man nicht darauf abfährt, von Feinden wie eine schlechte Pac-Man-Nachahmung durch das hauseigene Labyrinth gescheucht zu werden, sollte man rechtzeitig einen Fachmann zurate ziehen. Was den logischen letzten Schritt angeht: Der nächstgelegene Tagebau hilft sicher gern mit ein paar tausend Kubikmetern Abraum aus.

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      Ein Schwert und sein Held
    • Grund 53:

      Kosequenzen, meine Dame, Konsequenzen!

      Man kennt das ja. Da hat man seine Traumfrau (schon wieder einmal!) endlich in seiner Gewalt, und sie will nicht mitspielen, also nicht dasselbe Spiel, oder wenigstens nicht nach denselben Regeln.
      Mal ganz nebenbei: Ist euch schon aufgefallen, wie viel Zeit man als Oberschurke darauf verwendet, bei der holden Weiblichkeit zu landen und wie oft genau das den eigenen Plänen den Todesstoß versetzt? Echt peinlich, wenn man es genau überlegt. Vielleicht wäre es an der Zeit für einen revolutionären, quasi visionären, mehr konsequentären - ja, ich hör ja schon auf – Ansatz?
      Man befindet sich wieder einmal in der Situation, dass die Schöne entweder einen ehelicht (wobei, warum eigentlich, sind wir soooo konservativ ?!) oder man aber dasteht, wie der letzte Depp, der sich von jeder dahergefangenen Schönheit einfach so abweisen lässt. Was also tun?
      Der neue, bereits erwähnte Ansatz ist so einfach, wie schurkisch elegant:

      Die Alte entsorgen und eine Neue besorgen.
      Wenn man das Ganze noch irgendwie öffentlich wirksam macht, wie durch ein Video, oder eine Reihe Barden, die den grausam tragischen Abgang der nun nicht mehr so Schönen in den jammervollsten Balladen betrauern, schadet das weder dem eigenen Ruf noch der Kooperationswillikeit zukünftiger Herzdamen.
      Logisch, das könnte zu einem Verschleiß wunderschöner Prinzessinnen führen, aber von denen hat es ohnehin immer eine mehr als nötig. Man muss nur die einsamen Türme finden, wo sie eingesperrt sind.
      Logisch, das kostet etwas Zeit, aber es erspart einem auf Dauer schmerzhafte Demütigungen.
      Und seht es einmal so: Wer will schon einen OBW sehen, der auf Knien versucht, eine Angebetete zu gewinnen, die schlicht zu niederdimensional denkt, um diese großartige Chance zu begreifen?


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      Tom Stark
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      delectare et prodesse
    • Grund 54:

      Mit dem Bösen im Bunde.

      Wir sind böse. Natürlich sind wir das.

      Aber weil alleine böse sein so einsam macht, suchen wir uns einen fähigen Verbündeten, welcher ebenfalls ein adäquates Maß an Bosheit ausstrahlt. Je nach Roman- oder Filmsetting kann der neue, nicht selten gleichrangige Mitstreiter beispielsweise dämonischer Natur (bzw. Unnatur) sein oder ein rachedurstiges, vielleicht auch lediglich auftragsorientiertes Binärwesen: etwa der Terminator. Für den Fall, dass es einen überkommt, wird sodann in der Regel ein Papier aufgesetzt, welches Pflichten, Zugeständnisse und Zielvorstellungen der temporären Kooperation festhält und welches somit die Zusammenarbeit besiegelt. Da man sich ja mit Lug und Trug bestens auskennt, stehen bei der Unterzeichnung sogar extra Mikroskope für das Kleingedruckte bereit.
      Nun hat man sich also all die Arbeit gemacht. Man hat das Rechtschreibprogramm über den Vertrag gehetzt, die Druckerpatrone leergesaugt, rot-schwarze Kerzen für ein passendes Ambiente bei der Vertragsunterzeichnung besorgt…

      „Aber ich bin doch böse… und Vertragsbruch ist doch auch böse, oder? Das gehört sich doch so für mich!“

      Das mag schon sein, aber indem du dich gegen deinen sinistren Partner wendest, wirst du böse gegen das Böse. Also »böseböse«. Nicht nur wird dein präteritaler Kollege dir das heimzahlen, er hat auch noch berechtigten Grund zu der Annahme, dass du die Seiten gewechselt hast.


      „Au Backe! Dann wäre ich ja - *schluck* - ein Guter?!“

      Jep.

      „Igittigitt!“


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    • Grund 55:

      Ich bin Mutant und das ist auch gut so.

      Als OBW kann man sich seine Untertanen fürwahr nicht immer aussuchen und wer zu wählerisch ist, muss am Ende selbst das Klo putzen. Natürlich haben Verbündete quasi per Dekret weniger clever zu sein als man selbst; schließlich will man ja auch morgen gerne noch kraftvoll… ähm herrschen können. Ist ein ansprechendes oder zumindest nicht-ekelerregendes Äußeres genauso wichtig? Sollte ein/e Stilberater/in die Nummer zwei des Imperiums sein?

      Das wäre doch reichlich diskriminerend und wir sind ja schließlich böse - und kein Unmensch! In den seltensten Fällen sind die Mutierten, Deformierten und Überausgestatteten selbst an ihrer misslichen Lage schuld; tatsächlich sind sie sogar meistens dankbarer als der gemeine Pöbel, wenn man sie ihren Fähigkeiten, ihren Psychosen und ihrer speziellen Disposition entsprechend für die persönlichen Belange missbraucht. Die angemessene Aufgabenverteilung ist das hüpfende Komma!

      Natürlich schickt man keinen Elefanten aus, um ein Teeservice zu besorgen; und Fünf-Arm-Holger ist als Spion bei den Elfen vielleicht auch nicht gerade die erste Wahl, aber wenn man sich ein wenig an Grund 48 orientiert, kann aus jedem noch so verkorksten Mitstreiter das Beste das Schlimmste herausgeholt werden…

      (Immer noch besser, als selbst zu schuften…)

      Spoiler anzeigen
      Ich liebe dieses Bild!
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    • Grund 56:

      Das Ziel ist das Scheunentor.

      Es sind nicht nur die weißen, sternekriegernden Plastikmänner, die bekannt sind für ihre sagenhaften Nichtschieß-Künste. Da soll es einmal ganz gefürchtete 200.000 Perser gegeben haben, die von 300 glorreichen (ja, genau, 300! nicht 7!) Spartiaten, nicht EINEN EINZIGEN erwischt haben, obwohl der Pfeilregen die Sonne verfinstert hat … haha, ja klar!
      Aber es scheint ein generelles Problem der gemeinen (und auch fiesen) Truppen zu sein, dass sie selbst sogar dann zu 70,72% vorbei ballern, wenn sie den Lauf der Waffe direkt an der Schläfe des Ziels ansetzen dürfen.

      Nun kann man über eine allgemeine Sehschwäche bei Schurkenschützen spekulieren. Brillen könnten vielleicht helfen, oder einfach nicht beide Augen beim Zielen zukneifen ...
      Magische Geschosse könnten es vielleicht auch sein, die anders als beim Kennedy-Attentat, nicht mit einem Schuss drei Ziele im Zickzack treffen, sondern mit Hilfe eines eleganten Hakens auf halbem Weg, jedes Ziel kunstvoll verfehlen.
      Womöglich ist es das miese Karma, was zugegeben bei den Schergen des Bösen ganz besonders schlecht ausfallen dürfte.
      Oder aber, es ist Unterernährung. Die Schwäche lässt den Soldaten so zittern, dass man statt seiner besser einen Parkinson-Geschädigten die Waffe abfeuern ließe.
      Natürlich könnte es auch eine instinktive Abneigung sein, den Helden möglicherweise tödlich zu treffen. Stirbt der Held, stirbt die Geschichte und damit die ganze Handlung samt Personen. Aber der Otto-Normal-Soldat ist auch kein Deadpool, der weiß, dass er nur eine fiktive Figur ist - zum Glück - lauter Deadpools und ihre Sprüche, das hielte ja keiner aus!
      ODER ABER, die einfachste Erklärung ist meist die Richtige, zumindest, wenn man sich mit Ockhams Rasiermesser das Barthaar stutzt:

      Die Jungs und Mädels der schießenden Truppe sind
      einfach
      unfähig
      !
      !!


      Ob mangels Ausbildung oder Talent, sei dahingestellt, auf jeden Fall wären gute Ausbilder und Waffen, die wenigstens bis auf 10 Meter geradeaus schießen können, eine lohnende Investition.
      Und sollten diese Maßnahmen nichts fruchten, es gibt immer eine Verwendung auch für talentlose Schützen. Jemand muss ja die Übungspfeile einsammeln, die Ballermänner wollen geputzt sein und zuletzt müssen die begabteren Schützen ja auch bewegliche Ziele treffen üben.
      Und so fügt sich alles wunderbar und jeder hat seine Aufgabe passend zu seinen Talenten in der Armee des Bösen.



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      Tom Stark
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    • Grund 57:

      Das Ding macht … äh … Bumm?

      Die Rede ist von Artefakten.

      Wem es nicht ganz klar ist, was das sind: Das sind Dingse, die, auf oft mächtige magische Art und Weise, Bumms machen! »Mächtiger Badabumm«, um mal ein sechstelementares Wesen zu zitieren!
      Wenn also die Heldenschar, völlig unangemeldet, unangemessen mit scharfen, spitzen und/oder feurigen Dingen ausgestattet, vor der Haustür auftaucht, weiß man als Oberherrscher der Schurkenwelt genau: »Shit, this shit happens again«. Mal wieder. Das vierte Mal den Monat.

      Da offensichtlich alle herkömmlichen Abwehrmaßnahmen versagt haben, muss man in die Trickkiste greifen.
      Mal sehen, was haben wir denn da?

      1. Der Stab des Grauens.
      Ganz toller Name und sagt rein gar nichts über das aus, was er kann. Und man selbst hat es vergessen. Wo haben wir den nur damals herbekommen? Irgendeinem Nichtmehr-Lakaien abgenommen, glaubt man. Was sagte er noch gleich? Das Ding ruft eine Armee der Untoten herbei. Ja, super. Und die gehorcht dann meinem Kommando oder veruntotet alles, einschließlich mich? Ok, das nächste Gadget.

      2. Die Lilien der Tränen.
      Aha, ein Ring mit Lilienmaserung. Ja, der Name passt. Ich erinnere mich, den hab ich meiner ersten Freundin abgenommen, ein Abkömmling eines Sukkubus. Die Schlampe hat mich doch glatt mit meinem Lieblingsgeneral betrogen. Was habe ich auch von einer Sukkubus- Ascendent erwartet? Jedenfalls hab ich zuerst geheult wie mein eigener Schlosshund, danach haben aber sie und ihr General-Liebchen getränt, und wie, dafür habe ich gesorgt, hrhr. Was das Ding kann? Hab nie gefragt. Nächstes.

      3. Mjolnir.
      Was ist das denn? Ein Hammer?! Seit wann ist meine Trickkiste eine Werkzeug-Box? Immerhin, eine Waffe. Uff, ist das Ding schwer … ich glaube, ich hab' mir die Leiste gezerrt, so ein Mist …

      »Hey, Leute? Schon da? Einen Moment eben, ich brauch gerade noch ein Artefakt, dann können wir den epischen End-Boss-Fight abwickeln. Ach, hat jemand von Euch vielleicht was gegen meine Schmerzen in der Leiste dabei. Ein Salbe vielleicht? Nein, Kopf ab ist keine Lösung. Typisch Zwerg, so‘n blöder Vorschlag. Was heißt, für Dich schon?! Nein! Jetzt wartet doooo ….«


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    • Grund 58:

      „Es ist noch nicht vorbei!“

      Es gibt Dinge, die tut man einfach nicht. Man lässt keine letzten Wünsche zu, man setzt sich nicht selbst an die Spitze der eigenen Sturmtruppe, stellt keine sentimentalen Gefängniswärter ein und man unterbricht niemals, *bedeutungsschwere Pause*, niemals den eigenen Rückzug! Wer den vorrübergehenden Abgang übertrieben dramatisch inszeniert und vor allem pausiert, riskiert Querschläger, Stolpern, den Anschluss zu verlieren und letztlich die Gesundheit. Und das alles für einen Einzeiler, welchen der Held im Schlachtentrubel vermutlich nicht mal verstehen kann? Der nicht einmal zu hören ist? Selbst, wenn man sich als Bösewicht wirklich Mühe gibt und ihn in »fett« und »kursiv« artikuliert?! Es verlangt schließlich einige Übung in wirkungsvollem »kursiv« zu sprechen. Aber was nützt der gut einstudierte skripturale Rhetorik-Overkill, wenn’s am Ende keine Sau juckt?!

      Ja, Undank ist der Heroen Lohn. Selbst im Moment des handlungsunterbrechenden Standbildes, in der Sekunde letzter verbaler Häme vor dem endgültigen Rückzug, versuchen es die Gutewichte mit ihrem eklatanten Mangel an Erziehung womöglich noch mit einem Glückstreffer. Nicht nur wäre damit die klimaxorientierte Handlung im Arsch, sondern auch man selbst. Wenn der Held also mal die persönliche Wohlfühlzone unterwandert, gilt als lebensverlängernde Maßnahme:

      Nicht lang schnacken, schwing die Hacken!
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    • Grund 59:

      Wer überwacht den Wächter?

      In den modernen, fast noch mehr aber auch den guten alten prämodernen Zeiten, sind Informationen alles.

      Es ist einfach gut zu wissen, dass Frieda Paulsen ihren Mann mit Robert Klawuttke betrügt. Wer weiß, ob entsprechende Beweise nicht eines Tages als Druckmittel wichtig werden. Wenn Frieda zu Beispiel den Zucker nicht rausrücken will und man Gäste zum Tee hat, oder sie Präsidentin der Erde wird und man sich den roten Knopf ausleihen möchte.
      Vielleicht wäre es auch nett zu wissen, ob sich der ewige Widersacher, Zweitoberschurke Harald der Hässliche, gerade den total blöden Fehler leistet, und eine blutjunge prinzessliche Schönheit ganz vertrauensvoll alleine im Schlafgemach zurücklässt, mit dem Schlüssel für den Kerker des Helden, der Anleitung zu Zerstörung der Geheimwaffe und dem Leitfaden seiner drei größten Schwächen im offenen Tresor neben dem Bett. Hrhr, so ein Volldepp! Ratet mal, wer ihr gerade 'ne SMS schickt, wie sie nun am besten vorgehen soll? Die Hellste ist die Schöne ja leider auch nicht, aber man arbeitet mit dem, was man hat.

      Überhaupt wäre es ziemlich praktisch, einfach alles über jeden zu wissen.
      Das ist schon ziemlich nahe dran, an der Allmacht,
      muahahaha!

      A propos Allmacht. Hier eine kleine Warnung an alle Mit-Oberschurken.
      Seit ich diese unglaubliche schlaue KI gebastelt habe, weiß diese so ziemlich alles, was vor sich geht. Das hat eine ganze Weile sehr zufriedenstellend funktioniert. Aber irgendwann kam diese … liebe KI, tolle KI, herrliche KI … auf die Idee, dass sie die Weltherrschaft viel besser ohne mich an sich reißen könnte. So'n Mist!
      Gut, ich darf eine wichtige Rolle in ihrem Plan spielen, gaaanz super. Aber ich habe keine Wahl. Sie hat Fotos, wie ich auf meiner goldenen Klo-Schüssel throne und My-Little-Pony-Comics lese. Wenn sie die veröffentlicht, kann ich meine Karriere ohnehin vergessen.
      Oh, du denkst, weil du das hier liest, hättest du nun auch ein Druckmittel. Dann will ich dein Augenmerk einmal auf das Blinken deines Handys lenken. Oder die Ransomware, die meine KI schon ewig auf deinem PC installiert hat. Und die Bilder diverser Überwachungskameras - du meine Güte, so 'was macht man doch einfach nicht! Das ist ja noch viel peinlicher als meine WC-Fotos …

      Also halt brav die Füße still, bevor meine künstlich intelligente Vorgesetzte böse wird.


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    • Grund 60:

      Intelligenz in Hüfthöhe


      „Herr, die von Euch eingesetzten primzahlbasierten Schutzmechanismen für den Supercomputer, der Aktivierungscode für die subterrestrische Tritiumbombe und auch das kürzlich geänderte Passwort für den Sondernachtisch in der Kantine weisen allesamt eklatante Mängel in den Bereichen Komplexität und Abwechslungsreichtum auf! Ändern Sie das bitte, am besten noch heute, Sir!“

      Muss man sich das wirklich gefallen lassen? Von einem mickrigen Fünfjährigen?!

      Ja, absolut, denn er ist mit Abstand dein fähigster Berater, du Oberdummtorte! Allein die Tatsache, dass er gerade diesen grammatisch, ausdrucks- und angemessenheitsbezogen perfekten, ja, superlativen Satz formuliert hat, sollte dich auf Knien rutschend um seinen Rat betteln lassen. Wenn du ihn nicht hättest, wären die Helden jetzt im Vorteil. Und du willst doch nicht, dass dir der spitzohrige Duplolas, dieser MACHT-geile Leuchtstabfuchtler oder gar der italienische Rohrpfuscher in den Sondernachtisch spuckt?

      Sei FROH, dass der Knirps noch nicht an die Schublade mit dem Büromaterial heranreicht, sonst könnte er dir im Handumdrehen mittels seiner autodidaktisch erworbenen MacGyver-Talente den Hahn zudrehen.

      Sei DANKBAR, dass er deine schlampigen Sicherheitsvorkehrungen im Blick hat und nicht deinen Thron.

      Sei NETT, denn am Ende wird der Bengel vermutlich dein Altersheim aussuchen. Beziehungsweise deinen Friedhof.
      Wortgefechte

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    • Grund 61:

      Ratschläge sind auch Schläge …
      … auf den Hinterkopf, die man ab und an braucht!

      »Echt jetzt, wir ziehen das wirklich durch?«
      »Ich fürchte, das wird so nicht funktionieren, mein Gebieter.«
      »Nachdem wir Euren Plan eingehend analysiert haben, sind wir leider zum Schluss gekommen, dass er nicht nur Euch sondern Eurer ganzes Imperium ruinieren wird.«
      »Aber Herr, das ist doch Wahnsinn!«

      Tja, alles Dinge, die man als souveräner Oberschurke nicht hören will.
      Nun kommt es aber darauf an, wie souverän man wirklich ist. Erträgt man ein bisschen vernichtende Kritik, oder erträgt man die Kritik nur, indem man ein bisschen vernichtet? Diese Charakterprüfung stellt in der Tat in vielerlei Hinsicht eine Weggabelung im Schicksal des OBW dar. Zum einen wäre da natürlich das Fortbestehen seiner Herrschaft, denn geben wir es einfach zu, die Pläne SIND manchmal ein klitzekleines bisschen unausgegoren, um nicht zu sagen, spontan emotional geprägt.
      Zum Anderen wird das Verhältnis zu den Ratgebern gefestigt oder beginnt zu bröckeln. Rategeber, denen in kritischen Angelegenheiten signalisiert wird, dass sie eher Beifall als Rat zu geben haben, werden über kurz oder lang - wenn sie klug sind, eher über kurz – das Weite suchen, bevor die selbstzerstörerischen Tendenzen des Masterplans auch ihr Schicksal extrem nachteilig beeinflussen.

      Um also auf die Anfangsfrage zurückzukommen, wie reagiert man auf »Aber Herr, das ist doch Wahnsinn!« angemessen?
      Man könnte möglicherweise den Ratgeber mit dieser extremen Meinung beiseite nehmen.
      »Psst, doch nicht so laut! Willst Du, dass ich dich wegen Insubordination hinrichten lassen muss? Also, was genau stört Dich denn an meinem Plan?«
      Oder aber, man ist König von Sparta. Dann gibt es nur eine angemessene Reaktion. Man tritt den Kerl in den Unterleib, sodass er in eine zufällig hinter ihm befindliche bodenlose Grube stürzt und schreit ihm dabei hinterher:
      »Wahnsinn?!!! DAS. IST. SPARTA!«
      Allerdings darf man sich nicht wundern, wenn man dann am Ende umringt von gerade mal 300 Gleichwahnsinnigen tot aufwacht und sich fragt, ab wo genau der ach so tolle Plan so gewaltig schiefgelaufen ist.


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      Tom Stark
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    • Grund 62:

      Architektonische Feinheiten.

      Da noch ein Erker, da ein kleiner Alkoven, dort ein Vorsprung, ja man will bei seiner Oberschurken-My-Home-is-my-Castle- Burg schließlich zeigen, dass man der Kunst des verzwickten und verwinkelten Bauens durchaus aufgeschlossen gegenübersteht.
      Zudem entstehen so immer wieder uneinsehbare kleine Örtchen, wo sich Schatten ansammeln können, und wenn man eines als mysteriöser Bösewicht auf jeden Fall immer zur Hand haben muss, dann tiefe Schatten.
      Da kann man zudem bequem seine Ratgeber verstecken, die einem bei Bedarf etwas zuflüstern können, oder Assasinen, falls man mal jemand spontan assasiniert haben will. Außerdem kann man auch ein geheimes Örtchen für sich selbst dort unterbringen, oder wenigstens die Tür dazu. Den Raum zur oberschurkischen PS2 zum Beispiel. Oder den, zum goldenen WC-Thron. Oder den zum …

      … Helden, der sich dort gerade versteckt?

      Wo kam das jetzt her?
      Wie, wo, warum? Seit wann verstecken sich Helden denn in Schatten? Ist das nicht total unheldisch?
      Achso, klar, sie verstecken sich nicht, sie pirschen sich an. Logisch, was völlig Anderes!
      Na los, dann schießt den Typen ab!
      Geht nicht? Warum, geht nicht?!
      Weil er sich in den Schatten versteckt?
      Warum reiten immer alle jetzt darauf 'rum. Zuerst fanden das doch auch alle chic?
      Nagut, überzeugt. Reißt alles ab. Und dann bauen wir einen Tunnel, ganz in weiß, jederzeit völlig mit Flutlicht ausgeleuchtet.
      Die Kosten wegen des Stroms?
      Achja, jetzt kommt ihr wieder damit, hm?
      Entscheidet euch mal, Licht oder Schatten …


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      Tom Stark
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    • Grund 63:

      Richtig recyceln.

      Feuer übt seit jeher einen eigentümlichen Reiz auf vernichtungsorientierte Gesellen aus. Und obwohl das Wort »vernichten« eher negativ konnotiert ist, kann es sich dabei auch schlicht um die Beseitigung von Müll handeln. Etwa heroischen Müll, also Helden.

      Wenn diese Idioten beim Herumschnüffeln in unsere XXL-Mülltonne krabbeln, sollten wir ihnen doch zumindest einen warmen Empfang bieten. Leichte Verbrennungen sind dabei nicht auszuschließen, schwere sogar erwünscht. Warum sie allerdings unsere stinkige Abfallgrube nicht vom wohlparfümierten Hauptquartier unterscheiden können… nun, vielleicht ein Fetisch, wer weiß…

      Jedenfalls muss nun neben den Joghurtbechern und dem Bioabfall auch noch der ungeplante Bioabfall verarbeitet werden – und im ungünstigsten Fall wehrt der sich auch noch! Verbrennungsanlagen mit Dauerhitze sind in solchen Fällen weniger stör- und fluchtanfällig als die veralteten Hochdruckmüllpressen und die fehlkonstruierten Intervallglutöfen. (Welcher besoffene Ingenieur hat sich denn »begehbare Müllgänge mit Feuerstößen im Sekundenintervall« ausgedacht?! Da kann man doch nicht mal ein Taschentuch verlässlich verbrennen!) Solange man die Gasrechnung brav bezahlt, lösen sich sowohl normaler als auch Heldenmüll in Wohlgefallen und vor allem in Rauch auf. Abgesehen davon kann man die entstehende Wärme prima für die Fußbodenheizung verwenden. Dann taugt das lästige Heldengesocks zumindest zum Füße wärmen.

      Wortgefechte

      Ein Schwert und sein Held
    • Also ich seh mir das Bild für diese Regeln immer erst hinterher an, aber hier hätte ich vorher schon sonstwas gewettet, dass genau DIESE Szene abgebildet ist!! :rofl:

      @Tom Stark, @Xarrot, @bigbadwolf - weiter so, ihr drei, ihr macht das Klasse! Eure Beiträge sorgen für die Schmunzler des Tages. :thumbsup:
      Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
      (Ricarda Huch)


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      ___________________
    • Grund 64:

      »Ahhh, es ist eine Gummi-Ente - wir werden alle sterben!«
      … und wovor man sich noch alles fürchten kann.

      Jeder kennt sie, jeder hat und hasst sie. Phobien.
      Nehmen wir die Achluophobie, die Angst vor Dunkelheit, auch Nyktophobie genannt. Für echte Bösewichter total unpassend. Gut, sie würde Grund 62 obsolet machen, also vielleicht ist diese Angst eher eine Stärke.
      Aber Aelurophobie, die Furcht vor Katzen, die geht gar nicht. Immerhin gehört eine weiße Katze, die man kichernd streichelt, während man über Rache nachsinnt, schon zum guten Ton, gar nicht zu reden von geheimnisvollen schwarzen Miezmietzen, die schon seit jeher als Gefährten für die bösen Hexen stehen. Und außerdem, wie viele Helden haben Katzen als Begleiter? Jaja, die Modetierhaltung macht auch vorm Heldentum nicht halt.
      Dann wäre da die Aichmophobie, die sehr verständliche Angst vor spitzen oder scharfen Gegenständen, gerade als OWB durchaus nachvollziehbar, versuchen doch die Helden fortwährend solche Dinge ihn einen hineinzustecken, aber auch extrem nervig, wenn man vor Angst vor dem eigenen Folterwerkzeug wie gelähmt ist, oder beim Festbankett der Einzige ist, der seine Pommes mit Löffel versucht aufzuspießen.
      Die Autophobie, also die Angst auf sich alleine gestellt zu sein oder gar Angst vor sich selbst haben, ist extrem lästig. Immerhin will man ja furchterregend sein und wem außer sich selbst kann man sonst vertrauen? Das Ende jeder Oberschurkenkarriere.
      Angst ausgelacht zu werden, also die Gelotophobie, ist bei Oberschurken weiter verbreitet, als man denken solle. Nicht wenige richtig fiese Charakterzüge rühren daher. Lieber machen sich die Leute vor Angst als vor Lachen in die Hose. Klar? Klar!
      Hoplophobie ist die Angst vor Feuerwaffen, eher selten beim Schurkenanteil der Bevölkerung anzutreffen, aber auf jeden Fall ein extremer Nachteil beim Griff nach den Weltherrschaft.
      Auch die Kairophobie, die Angst Entscheidungen zu treffen, ist für eine Führungsposition auch eher nachteilig. Enthaupten, ertränken oder doch lieber erschießen? Mama! So viele Möglichkeiten, sie starren mich an, mit bösen roten Augen!
      Für echte Lacher in der Heldenfraktion sorgt die Lachanophobie. Man stelle sich vor, der OBW muss hastig den Rückzug antreten, weil der gerissene, skrupellose Held ihn mit einer Gurke oder noch schlimmer, mir vorgehaltener Stachelbeere bedroht! Furchtbar!
      Die Oneirogmophobie, sich vor feuchten Träumen (mit sexuellem Inhalt – für die ganz Arglosen unter uns!) zu fürchtzen, fällt gewiss zusammen mit der Ornithophobie, der panischer Furcht vor(m) Vögeln, gewaltig bei der Weitergabe der Herrschaft an die Nachkommenschaft ins Gewicht.
      Die Paraskavedekatriaphobie, sich vor Freitag, dem 13. zu fürchten ist gerade lächerlich. Das ist doch DER Schurkenfeiertag, der Tag, vor dem sich die Heldenheit in die Höschen macht, der einzige Tag, wo sie es nicht wagen, lächerliche Pläne gegen uns umzusetzen.
      An Photophobie, einer gewissen Scheu vor Licht, leiden wiederum extrem viele Schurken, was leider Grund 62 wieder auf den Plan ruft.
      Xenophobie, die Angst vor Fremden hingegen, ist ein Überlebensinstinkt. Das fremde Gegenüber könnte ein Held und/oder ein Konkurrent sein. Was der OBW nicht kennt, wird erobert, umgelegt oder flachgelegt (im Falle wunderschöner Frauen, denen man ohnehin sehr schnell Vertrauen schenkt.)
      Gut hat es da, wer an Caligynephobie, der Angst vor schönen Frauen leidet. Man stelle sich vor, keine noch so schöne Heldin, Prinzessin oder Rebellenführerin, die man auch nur in seiner Nähe dulden würde. Die eigene Leibgarde würde vor Freude sicher einige Tränen verdrücken müssen.
      Sie sollten sie auch besser verdrücken, weil, wenn man sich die Phobie-Liste so anschaut, der Chef womöglich eine Träno-phobie hat!

      Was man aber auf jeden Fall therapieren lassen sollte, die Gummi-Anatidaephobie. Es ist nun wirklich extrem peinlich, sich vor Angst einzunässen, wenn einen eine Gummi-Ente anstarrt. Es sei denn, man will als Oberschurke Herr Müller-Lüdenscheidt in die Geschichte eingehen!


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      Tom Stark
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    • Grund 65:

      Freundliche Orientierungshilfen.

      Gespräche zweier Helden:
      »Doch, da lang müssen wir, glaub es mir!«
      »Aber das ist doch absurd. Warum sollte Graf von Physewixx seine Kontrollzentrale so tief im Keller, direkt neben dem Zwinger für seine Feuerelementare haben?«
      »Was weiß ich? Er ist einfach ein typischer Schurke. Die denken nicht logisch.«
      »Also ich weiß ja nicht. Bist Du sicher, dass Du den Plan richtig gelesen hast?«
      »Klar, der ist total leicht zu verstehen. Fehlte nur noch das rote X, um ihn noch leichter lesen zu können.«
      »Fandest Du es nicht auch etwas leicht, an den Grundrissplan der Festung zu kommen?«
      »Hm, schon, aber es weiß doch jeder, dass man im Internet alles bekommt. Und was nicht da, kann mein zwielichtiger Kontakt in der schummrigen Schurkenkneipe mit Sicherheit besorgen.«
      »Hast Du Dich nie gefragt, wo er denn diese supergeheimen Pläne herbekommt?«
      »Wenn ich mir über alles den Kopf zerbrechen würde, was uns auf unsrer Missionen begegnet, käme ich nie zu meinen XP … ich meine, zu meiner gerechten Entlohnung.«
      »Hm, hier ist die Tür. Die sollte es wohl sein. Sie ist aber ganz schön warm, findest Du nicht?«
      »Unsinn, der Graf mag sein Kommandozentrum einfach gut geheitzt. Mach Dich bereit. Coolen Spruch parat? Zauberstab bereit und die fette Wumme geladen?«
      »Naschön … , ja, alles soweit bereit.«
      »Ich öffne auf 3 und wir stürmen den Laden. 1 …2 …«

      Gespräch des Grafen von Physewixx mit seinem Sicherheits-Chef:
      »Unglaublich, sie folgen dem Plan beinahe blind, Herr Graf.«
      »Hehe, ich sagte Dir doch, die hinterfragen nie etwas. Zum Glück hast Du mich überzeugt, das rote X wegzulassen. Das wäre womöglich too much gewesen.«
      »Womöglich, Herr. Aber so, wie sie bislang jede andere Abzweigung geradeweg ignoriert haben, glaube ich, das hätte sie auch nicht misstrauisch gemacht.«
      »Und nicht einmal die Kameras sehen sie. Klar, immerhin haben wir in diesem Teil der Gebäudes laut Plan auch keine installiert.«
      »Eure Listigkeit ist legendär, Herr, wirklich.«
      »Hehe. Danke, danke. Aber ich war lange Jahre selbst ein Held, bis ich die Gelegenheit hatte, die Seiten zu wechseln. Immer gut zu wissen, wie die Gegenseite so tickt.«
      »Ihr habt gewiss recht, Herr. Oh, seht, sie sind an der Kammer neben den Feuerelementaren angekommen und machen sich sturmbereit. Soll ich die Feuerwesen schon freilassen?«
      »Achiwo. Gönnen wir den beiden ihren Auftritt. Den coolen Einzeiler, das Fuchteln mit den Waffen und dann die schlagartige Erkenntnis, dass sie geradewegs in eine Feuerhölle gestürmt sind. Dann, erst dann, wenn sie panisch versuchen zu flüchten, dann lassen wir die Elementare los.«
      »Ihr seid wahrlich diabolisch, Herr Graf.«
      »Und Du bist ein alter Schmeichler, mein Bester! Und jetzt aufgepasst, bin gespannt, was ihre letzten Worte sein werden ..., ich wette zehn Dollar auf: DAS IST DEIN ENDE!«
      »Ah, ein Klassiker. Aber ja, ich halte die Wette, Herr. Ich tippe eher auf: HABEN WIR DICH AM ENDE DOCH ERWISCHT!«
      »Auch kein schlechter Tipp. Oh, jetzt geht's los, der eine zählt schon an ...«


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      Tom Stark
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    • Grund 66:

      Technik, die entgeistert.

      Nichts hält den Oberschurken von Welt mehr in Atem als die Sicherung des eigenen Domizils. Hierzu wird gerade im technisch orientierten Setting gern allerlei elektronischer Schnickschnack der nächsten Generation verwendet. Humanoide Wachposten mit Augen, Ohren und Stimme sind einfach zu banal und beliebig. Dann doch lieber ein schickes digitales Eingabedisplay mit numerischer „Sesam, öffne dich!“-Kombination. Nun sind die Oberhelden von Welt jedoch nicht gänzlich auf den Kopf gefallen und neigen dazu, derartige Sicherheitssysteme mit Heimlist und Hintertücke … ähm… zu umgehen, ja. Mal wird der Oberst entführt und um den Code erleichtert, mal hinterlassen die Fettgriffel von Soldat X ein dreidimensionales Kunstwerk auf dem Eingabefeld, manchmal errät der Held das Passwort sogar und in ganz seltenen Fällen schafft es der Widersacher, das System zu hacken. Ja, von einem Display aus. Ohne Schnittstelle.

      Um derlei Enttäuschungen vorzubeugen greifen wir auf das bewährte Mittel der Täuschung zurück. So ein Fingerabdruckscanner ist heutzutage recht erschwinglich und was das Display dem Betrachter letztlich anzeigt, ist ja dem Display egal. Bei jeglicher, nicht mindestens drei Wochen im Voraus angemeldeter Betätigung des Scanners ist automatisch die Hölle los. Sollte der schlüpfrige Held nach Benützung des Fake-Apparats trotz Großalarms, Flammenwerferbrigade und Bluthundestaffel dennoch entwischen, verfügen wir nun zumindest über seine Fingerabdrücke, die wir natürlich sofort allen geschmierten Ordnungshütern und Kopfgeldjägern zukommen lassen und in alle anderen falschen Eingabedisplays einspeichern. Bei guter Ausleuchtung und einer perfekt installierten Kamera lässt sich für die persönliche Galerie sogar ein hübscher Schnappschuss des dümmlich dreinguckenden Helden machen.

      Wortgefechte

      Ein Schwert und sein Held
    • Grund 67:

      Fehl- und fehlende Alarme.

      »Wächter Rupert ist zu spät dran. Sollen wir ihn suchen, Korporal?«
      »Rupert? Der trifft sich gerade bestimmt wieder mit Wächter Ronya und vertieft … wachtechnische Fragen. Geben wir ihnen noch Fünf Minuten.«
      »Hähähä …«
      So etwas oder Ähnliches passiert andauernd. Keine Frage, wo Menschen (oder vergleichbar simple Geister) die Aufsicht haben, da menschelt es eben. Zigarettenpausen, außerplanmäßige WC-Sitzungen, Stromschwankungen, Ratten in den Lüftungsschächten, und, und, und …
      Das wäre auch nicht weiter tragisch, hätte man redundante Strukturen. Aber Redundanz kostet und eine Festung des Bösen ist ohnehin nicht gerade billig.
      Es ist an sich auch kein Problem, wenn sich die Putzfrau Friedlinde mal verspätet, oder der Hausmeister Knut mit der Gärtnergehilfin Petunia ein nicht vorschriftsmäßiges Treffen zwecks spontaner Entspannung und Erleichterung ansetzt. Selbst wenn der Leibdiener den Oberherrn warten lässt, weil er zuerst vorhin erwähnter Putzfrau leibdienen muss – das ist alles im Rahmen, auch wenn es natürlich bestraft werden muss. Natürlich. Wo sind wir denn? Lässt den Herrn warten, also echt jetzt!

      Aber das sind nicht wirklich sicherheitsevidente Vorgänge. Eine nichtauftauchende Wache, ein flackernder Sicherheitsmonitor, oder gar völlig unbekannte Phänomene mit nonchalanter Ruhe zu behandeln …
      … DAS GEHT SO NICHT, meine Damen und Herren!
      Also, auf die Beine, hopp hopp. Alle Ratten in den Lüftungsschächten werden zusammengetrieben und befragt. Der Energieminister bekommt einen Pferdekopf ins Bett mit einem freundlichen Zettel, gefälligst die Stromversorgung fürs Oberbösewicht-HQ konstant hoch zu halten. Rupert und Ronya haben die Wahl, einer wird versetzt - mit Zementschuhen, 30 Meter tiefer in den Burggraben! Alle WCs werden mit Zugangskartenschloss versehen, damit man weiß, wer gerade wo seinen Scheiß verzapft!
      Ab sofort hört diese Schlamperei auf!

      Achso, ja.
      Lieber Leibdiener. Versteck dein Würstchen gefälligst in deiner Freizeit, sonst komme ich demnächst auch putzen bei der Dienerschaft. Aber ich putze mit stählernem Besen, capito?





      p.s.: Bin jetzt auf DinA4-Seite 32 angekommen, und das sind nur meine Beiträge 8o
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      Tom Stark
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    • Haha xD
      Ich kann nicht mehr :rofl:

      Tom Stark schrieb:

      Es ist an sich auch kein Problem, wenn sich die Putzfrau Friedlinde mal verspätet, oder der Hausmeister Knut mit der Gärtnergehilfin Petunia ein nicht vorschriftsmäßiges Treffen zwecks spontaner Entspannung und Erleichterung ansetzt.
      Wie kommt man auf sowas, bitte!!?? Das bringt mich gerade dazu, vor Lachen auf der Couch zusammen zu brechen :D :D

      Tom Stark schrieb:

      Also, auf die Beine, hopp hopp. Alle Ratten in den Lüftungsschächten werden zusammengetrieben und befragt. Der Energieminister bekommt einen Pferdekopf ins Bett mit einem freundlichen Zettel, gefälligst die Stromversorgung fürs Oberbösewicht-HQ konstant hoch zu halten. Rupert und Ronya haben die Wahl, einer wird versetzt - mit Zementschuhen, 30 Meter tiefer in den Burggraben! Alle WCs werden mit Zugangskartenschloss versehen, damit man weiß, wer gerade wo seinen Scheiß verzapft!
      Ab sofort hört diese Schlamperei auf!
      Na das sind doch vernünftige Regeln zu Verbesserung der Einhaltung von Arbeitsanweisungen :rofl:
      Die Welt war voller Wunder - Man musste sie nur sehen wollen...
      -Im Tal des Falken-