Der Trollschatz (Clíodhna 7)

  • So wie ich das vorher verstanden hatte, ist Cliodna - obwohl sie gelegentlich so genannt wird - also nicht wirklich die "Dorfhexe", sondern eher die "Talhexe". Also zuständig für alle Lebewesen im Tal, von denen die Dorfbewohner nur ein Teil sind


    Genau - und das ist auch ein wichtiger Punkt weswegen die Menschen nicht automatisch zur Hexe rennen wenn jemand krank ist (Folge 5) sondern zur Heilerin im Dorf - die Hexe sieht es ja moeglicherweise als normal an dass da jetzt jemand stirbt.


    Dem Gleichgewicht ist ja auch nicht gedient wenn die Menschen das Dorf staendig vergroessern und sich mehr und mehr vom Tal einverleiben...


    ist es dann wirklich Clodnas Verantwortung, die Trolle zu schützen - oder nicht eher die Trolle und die Menschen gleichermassen? (was zugegeben in dieser Situation schwierig ist?)

    Ihre Verantwortung ist das Gleichgewicht zu bewahren - normalerweise sind Menschen und Trolle ja getrennt, die Trolle leben hoeher in den Bergen, und zu dem Zustand will sie idealerweise zurueck.


    Der Fund des Rings hat das Gleichgewicht jetzt gestoert - aber das weiss sie ja nicht - also sucht sie nach einem Weg bei dem sich die Dinge vielleicht selber loesen koennen - wenn es zu Blutvergiessen kommt dann ist das das Gegenteil von dem was sie erreichen moechte, also sieht sie es als ihre Verantwortung, Menschen und Trolle erst mal zu trennen zu versuchen.


    Was natuerlich nicht so einfach ist, denn mit den einen kann sie nicht reden, den anderen kann sie keine Befehle ueber solche Angelegenheiten erteilen,...


    (Ich bin mir nicht sicher wie viel von dem Hintergrund wir tatsaehlich im Film ausfuehren sollten... vielleicht das eine oder andere noch als Hinweis...)

  • Leider geht es schon zu Ende (ich hatte den Eindruck ihr habt einen komplizierteren Plot erwartet, und in einem Buch wuerde ich das auch machen, aber fuer eine Folge Film koennen wir nur so und so viel leisten, und es soll ja eine Geschichte ueber die Menschen und ihre Reaktion werden...


    Naja, bin gespannt wie das Ende wirkt (ich mochte das implizite daran ganz gerne, weil das Cliodhna's Perspektive einfaengt...)


    Rórdán blickte zu den Bergen, an deren Flanken sich wieder einmal dunkle Wolken drängten.


    "Es wird mehr Schnee geben...", murmelte er. Clíodhna , die neben ihm stand, ließ ihren Blick über den schon tief verschneiten Wald bis zu den schroffen Hängen wandern und verzog das Gesicht.


    "Noch mehr Schnee.", seufzte sie unglücklich. "Ist wirklich jeder Winter hier so?"


    Rórdán lachte. "Ja - außer die, in denen es richtig viel Schnee gibt. Hast du dich immer noch nicht dran gewöhnt?" Sie schüttelte den Kopf. "Es sind grade mal drei Jahre die ich hier bin. Das ist mein dritter Winter. Und ich kann nicht behaupten, daß die letzten beiden so erfreulich waren..."


    Eine Weile schwiegen sie beide und sahen den Wolken zu.


    "Die Trolle sind also nicht wiedergekommen.", begann Clíodhna dann. "Ich frage mich, was es denn nun war, was sie hergelockt hat. Und ob sie wiederkommen werden."


    Rórdán holte tief Luft. "Jemand aus dem Dorf hat etwas genommen das den Trollen gehört hat.", sagte er schließlich vorsichtig. "Aber es ist wieder zurückgegeben worden." - "Was?", fragte Clíodhna scharf. "Hier wäre es fast zum Blutvergießen gekommen weil jemand so dumm war den Trollen etwas wegzunehmen?" Mit funkelnden Augen setzte sie hinzu: "Wer war dieser Dummkopf?"


    Rórdán schüttelte den Kopf. "Ich kann nicht..." - "Wer, Rórdán? Und was hat er genommen?", unterbrach die Hexe ihn.


    Für eine Weile starrte er ins Leere, dann wandte er sich um und legte ihr die Hände auf die Schultern. "Clíodhna, vertraust du mir?", fragte er leise. Sie kniff die Augen zusammen, und nickte dann unmerklich. "Ja.", flüsterte sie.


    "Du willst nicht wissen wer es war - er hat verstanden was er getan hat, und die Sache ist erledigt. Das verspreche ich. Der von dem ich rede - er ist ein guter Mensch, er hat ohne böse Absichten gehandelt. Es gibt keinen Grund ihn weiter zu beschämen, und ich habe ihm versprochen daß die Sache zwischen ihm und mir bleibt."


    Sie sah ihn mißtrauisch an. "Ich will es nicht wissen? Die Sache ist erledigt?" Rórdán nickte. "Die Sache ist erledigt."


    Clíodhna lächelte schief. "Dann ist die Sache wohl erledigt.", stellte sie fest.


    Sie sah ihm tief in die Augen, dann beugte sie sich vor und küßte ihn.


    Ende.


    Hier ist noch ein Versuch der Szene in der sie die Runen wirft - die kommt nach der Szene wo sie in ihren Schriften liest. Sagt euch das so mehr zu?




    Runensteine waren mehr als nur Steine, in die jemdn Linien eingeritzt hatte. Sie waren lebendige Symbole, und Clíodhna konnte ihre Energie spüren als sie die Hand in ihren Runenbeutel stecke - das vertraute Kribbeln an ihren Fingern, das Gefühl mehr zu berühren als nur Stein, die Ahnung von Bildern und Geschichten in ihrem Kopf...


    Sie konzentrierte sich auf die Frage. Die Frage war alles, was jetzt eine Rolle spielte. Was bringt einen Troll aus den Bergen hier ins Dorf?


    Entschlossen ballte sie ihre Hand und ergriff drei der Steine - es waren immer so viele wie sie brauchte, und sie konnte die Zahl schon sagen bevor sie die Steine warf - auch das gehörte zu den Dingen, die einfach so waren wenn sie mit Runen arbeitete. Sie schloß die Augen, zog die Hand aus dem Beutel und öffnete sie. Die Runen klapperten auf dem Boden, kamen zur Ruhe. Langsam öffnete sie die Augen wieder.


    Naudhiz - das Notfeuer, die Rune des brennenden Verlangens.


    Die Hexe lächelte schief. Manchmal hatten die Runen einen schrägen Sinn für Humor - hier wurde das offensichtliche ausgesprochen. Der Troll war hier, weil er etwas brauchte, weil es ihn nach etwas brennend verlangte - aber was? Ihr Blick wanderte weiter.


    Tiwas - die Rune der alten Ordnung.


    Sie runzelte die Stirn - verlangte es den Troll nach Ordnung? Nach seinem Recht? Was für einem Recht? Die Rune symbolisierte keine menschlichen Gesetze oder Bräuche, sondern die uralten Regeln nach denen eine Hexe sich richtete - und die immer wieder erkämpft werden mußten. War dem Troll unrecht getan worden? Aber von wem? Die dritte Rune mußte die Antwort zeigen...


    Othala - der Sippenbesitz, die Rune dessen was über Generationen weiter gereicht wird.


    Der Troll war hier, weil er altes Anrecht auf etwas hier hatte - weil es ihn danach verlangte. Er war hier um dieses etwas zu suchen. Aber was? Sie fixierte die letzte Rune als ob sie ihr eine Antwort geben würde. Othala stand für Besitz, ein Erbstück, aber auch Land das in einer Familie weiter gereicht wurde, Überlieferungen,... Es konnte praktisch alles sein. Es konnte ein Ort sein, an dem vor Jahren einmal etwas wichtiges im Leben einer Trollsippe geschehen war - und auf dem jetzt das Dorf stand. Es konnte ein Recht sein, das Menschen gebrochen hatten - aber nein, dafür mußte der Troll nicht ins Dorf kommen. Aber es konnte ein Erbstück sein, ein Ding, das aus den Bergen ins Dorf gekommen war.


    Nur - wann und wie?

  • Gefällt mir!
    Das ist eine gute Auflösung.
    Auch das Runenwerfen hast du hier sehr gut beschrieben.


    Ich muss zugeben, es hat manchmal auch seine Vorteile, wenn man gezwungen ist, einen Plot sehr kurz zu halten.
    Man muss eine knappe zwingende Logik haben, alles muss aufeinander aufbauen und möglichst in jedem Part braucht es eine Wendung oder etwas Neues, Überraschendes. Das hast du hier sehr gut hinbekommen.
    Ich verzweifle manchmal über meine eigenen Geschichte, weil - wenn ich nicht weiss, wie der Prota von A nach B kommen soll, ich jedesmal eine superkomplizierte Nebengeschichte erfinde und es nachher in dem ganzen Ding von hunderten solchen Nebengeschichten wimmelt und ich eigentlich doch nicht zum Punkt komme.
    Und die Spannung wird dadurch auch gekillt.
    Insofern wäre das eine Übung, die ich auch mal versuchen sollte.

  • Heyho Thorsten und Katharina ,


    hier ist gerade Sturmwarnung, bis jetzt zeigt mir der Blick aus dem Fenster aber eher "über allen Wipfeln ist Ruh'". Soll sich angeblich mit Einbruch der Dunkelheit ändern - ich bin gespannt!:smoker:

    Das gibt mir aber die Gelegenheit, mich mit dem weiteren Verlauf der Geschichte zu beschäftigen.


    Ich weiß zwar nicht, wie weit ihr mit der filmischen Umsetzung der Story bereits seid, möchte aber ein paar Dinge dazu anmerken.

    Er hob seinen Kopf und fixierte die Truhe. Es gab nur einen Ausweg. Er hatte schon zu lange geschwiegen. Er mußte mit Rórdán reden. So bald es ging.

    Ich hab große Schwierigkeiten mir vorstellen, wie daß dem Zuschauer vermittelt werden werden soll, vor allem, weil die ganze Szene so dargestellt wird, daß Bradach über die ganze Sache nachdenkt, das Für und Wider der Angelegenheit abwägt, ehe er zu dem Schluß gelangt, mit Rórdán reden zu wollen. Zumindest seine Entscheidung müßte er laut aussprechen, sonst kapiert keiner, woher Rórdán im anschließenden Gespräch mit Clíodhna weiß, warum die Trolle im Dorf waren...


    "Hast du... ", begann Rórdán während er nach Luft rang, aber Ailill kam schon wieder mit einem Wutschrei auf ihn zu. Instinktiv packte Rórdán die Faust die auf seinen Magen zuschoß und wich halb aus, erst dann blickte er nach unten und erstarrte.


    Ailills Hand war nicht leer gewesen - die Klinge seines gezogenen Dolches blitzte im Kerzenschein.


    Rórdán löste seine Hände und trat zur Seite um die Tür freizugeben. Ailill rührte sich nicht, stand wir erstarrt, blickte auf die Waffe in seiner Hand. Niemand sagte etwas. Niemand bewegte sich.

    Die ganze Szene in der Schenke konnte ich mir sofort gut vorstellen: Der Streit um die Vorgehensweise, die hochgeschaukelten Emotionen zwischen Angst und Wut innerhalb der Dorfgemeinschaft und auch die gehässigen Kommentare bezüglich der Beziehung zwischen Rórdán und Clíodhna.

    Die von mir oben zitierte Szene kann aber meiner Meinung nach nur funktionieren, wenn:

    Aufgeregtes Stimmengewirr schlug ihm entgegen als er die Tür öffnete und den Schankraum betrat. Wie nicht anders zu erwarten - es war voll, und das Bier hatte schon begonnen seine Wirkung zu tun.

    ganz deutlich zu erkennen ist, daß die hier versammelten Dorfbewohner (oder zumindest Ailill) bereits schwer betrunken sind.

    Sonst wär's für mich völlig unglaubwürdig, daß ein Mitglied der Gemeinschaft vor aller Augen einen Mordversuch begeht, ohne daß das im Nachhinein Konsequenzen hat, wie's ja durch diese Sätze sehr deutlich wird.

    Ailill rührte sich nicht, stand wir erstarrt, blickte auf die Waffe in seiner Hand. Niemand sagte etwas. Niemand bewegte sich.

    ***

    Ja - schon. Einmal muessen wir das ja nachher alles zeigen koennen (der Ring verwandelt einen Menschen langsam in einen Troll ginge z.B. gar nicht, so gute Maske haben wir nicht,...)

    Hierzu ist mir was eingefallen (ist eine allgemeine Idee, nicht auf "Trollschatz" speziell bezogen):


    Um sowas filmisch umzusetzen, braucht's doch eigentlich gar keinen Maskenbildner. Es reicht, wenn so ein Troll irgendwas spezielles/seltsames/einzigartiges macht. Irgendeine Bewegung (Kopfkratzen, Zungenschnalzen etc.) oder ein komisches Geräusch.

    Und der, der sich langsam verwandelt, übernimmt dieses Attribut erst ganz subtil und dann immer offensichtlicher.

    Bomm - feddich!:D:patsch::D


    Soweit mal mein Penny zum bisherigen Geschehen.

    Halt. Einen hab' ich noch:

    "Es wird mehr Schnee geben...", murmelte er. Clíodhna , die neben ihm stand, ließ ihren Blick über den schon tief verschneiten Wald bis zu den schroffen Hängen wandern und verzog das Gesicht.


    "Noch mehr Schnee.", seufzte sie unglücklich. "Ist wirklich jeder Winter hier so?"


    Rórdán lachte. "Ja - außer die, in denen es richtig viel Schnee gibt."

    Freue mich schon drauf, wenn dieser Dialog im Film kommt...^^^^^^


    Der Wächter der Anderswelt

  • Hallo Der Wanderer  :)


    Das Drehbuch für diesen Film ist fertig und die ersten Aufnahmen machen wir morgen in einer Woche. Soviel also zum Stand der Dinge ^^


    Ich hab große Schwierigkeiten mir vorstellen, wie daß dem Zuschauer vermittelt werden werden soll, vor allem, weil die ganze Szene so dargestellt wird, daß Bradach über die ganze Sache nachdenkt, das Für und Wider der Angelegenheit abwägt, ehe er zu dem Schluß gelangt, mit Rórdán reden zu wollen. Zumindest seine Entscheidung müßte er laut aussprechen, sonst kapiert keiner, woher Rórdán im anschließenden Gespräch mit Clíodhna weiß, warum die Trolle im Dorf waren...

    Gerade wegen solcher Szenen ist es uns sehr wichtig, dass Bradach von einem wirklich guten Schauspieler gespielt wird. Wir haben hier im Prinzip einen vom Theater (der sich nur irgendwie nicht bei mir meldet, was mir inzwischen etwas Sorgen macht :hmm: ), der Bradachs inneren Konflikt wunderbar darstellen könnte und der auch allein mit Mimik zeigen könnte, dass er zu einem Entschluss gekommen ist. Was dieser Entschluss ist, muss ja in der Szene noch nicht aufgelöst werden. Rórdán sagt dann in der nächsten Szene, was passiert ist und dass der Verantwortliche sich ihm anvertraut hat ;)


    ganz deutlich zu erkennen ist, daß die hier versammelten Dorfbewohner (oder zumindest Ailill) bereits schwer betrunken sind.

    Sonst wär's für mich völlig unglaubwürdig, daß ein Mitglied der Gemeinschaft vor aller Augen einen Mordversuch begeht, ohne daß das im Nachhinein Konsequenzen hat, wie's ja durch diese Sätze sehr deutlich wird.

    Na ja, ein Mordversuch ist das noch nicht (auch rechtlich nicht). Das geschieht im Affekt, dass Ailill hier seinen Dolch zieht - Mord setzt einen Plan voraus - daher ist er ja auch selbst im Nachhinein so erschrocken darüber. Schwer betrunken ist er jedenfalls keineswegs, sonst würde Ailbhe ihn nicht mit der Aufgabe betrauen. Daher ist es so wichtig, dass man sieht, wie sich die Lage zuspitzt und die Gefühle sich hochschaukeln. Es ist tatsächlich die Angst der Leute, die sich gegenseitig mit ihrer Panik anstecken und anstacheln. Dass Bier geflossen ist, hat sie nicht betrunken und unzurechnungsfähig gemacht, sondern sie haben sich Mut angetrunken und einen Entschluss gefasst, der jetzt nicht mehr so leicht ins Wanken gerät. Aber die treibende Kraft hier ist eben... Angst.

  • Und das coolste: wir sind super mit der Zeit hingekommen - hätte ich bei dieser extrem langen Szene nicht gedacht :) Aber nach zwei Stunden hatten wir alles im Kasten und konnten sogar noch Tonaufnahmen machen.


    Heute geht's weiter mit den Siofra-Szenen, solange meine Schwester noch im Lande ist. Leider haben wir absolut kein Winterwetter, also vielleicht müssen wir da ein wenig tricksen mit den Einstellungen...

  • Ich bin Fan der Geschichte. Definitely.:thumbup::thumbup::thumbup:


    An-còmhnaidh deiseil airson cuideachadh.


    Der Wanderer

  • Hier sind zwei nette Bilder vom Making-Of - nach den Bildaufnahmen hatten wir noch Zeit um Ton aufzuzeichnen - wie wir inzwischen wissen ist Gruppen-Ambience nicht so ganz einfach zu basteln, also hatten wir um zustimmendes oder ablehnendes Gemurmel und Erschrecken gebeten.


    Fuer das Erschrecken meinten unsere Statisten dann zu mir, ich sollte doch irgendwas furchterregendes als Signal tun - nachdem ich jetzt nicht allzu viel zur Hand hatte, hab' ich dafuer also zum Dolch gegriffen, und immer wenn ich den ausgestreckt hatte ist die Gruppe in Schrecken verfallen:



    Man beachte auch die ganz unmittelalterlichen Cookies und Kaffeebecher auf dem Tisch, ebenso waren Brillen und Jacken zu diesem Zeitpunkt schon wieder erlaubt.


    Hier ist dann die andere Seite - Jani mit dem Tonequipment der das ganze fuer uns aufzeichnet: