Tod und Phantasie



  • Tod und Phantasie


    "Jetzt reicht's mir endgültig!" brüllte die Phantasie und schmetterte die Türe des Limbo auf, daß es nur so knallte.
    Tod und Glaube, die am Stammtisch hinten in der Ecke saßen, fuhren erschrocken in die Höhe. Und auch der formlose Flecken Licht, der hinter der geschwungenen Theke des Limbo die Bestellungen aufnahm wurde bei dem Gelärme für einen kurzen Augenblick merklich kleiner.
    Schnaubend durchquerte die Phantasie mit einigen langen Schritten die endlose Weite des Limbo und hieb krachend mit der Faust auf die Theke.
    „Einen Doppelten!“ pfiff sie den Lichtfleck an, der sich beeilte, ihrem Wunsch nachzukommen. Mißbilligend blickte die Phantasie auf das kleine Glas, daß sich vor ihr auf dem polierten Holz der Theke manifestiert hatte.
    „Nein!“ Sie fegte das Glas unwillig vom Tresen. „Gib mir einen Vierfachen!“
    Ein etwas größeres Glas nahm Gestalt vor ihr an.
    „Ach verflucht - gib mir einfach die ganze Flasche!“ schrie die Phantasie bei diesem unbefriedigenden Anblick.
    Der Tod erhob sich und legte der Phantasie eine knochige Hand auf die Schulter.
    „Seit wann hast du es denn nötig dich selbst anzuregen?“ fragte er in beruhigendem Ton, während die Phantasie am Verschluß der Flasche herumfummelte.
    „Und warum, bitte schön, sollte ich das nicht tun?“ schnappte sie und starrte dem Tod böse ins Angesicht. Entnervt warf sie die Arme in die Luft.
    „Anscheinend bin ich ja heutzutage völlig überflüssig. Die da draußen...“ ihr zitternder Zeigefinger wies auf die Tür des Limbo, hinter der sich die Außenwelt verbarg. „Die da draußen brauchen mich scheinbar nur noch, wenn mal wieder ein neuer Bestseller geschrieben werden muß! Oder ein neuer Kinohit fällig ist!“
    Sie setzte die Flasche an den Mund und schüttete sich einen guten Teil des Inhaltes in die Kehle.
    „Was du gerade tust, ist völlig phantasielos,“ stellte der Tod in seiner bedächtigen Art fest.
    „Wie war das bitte???“ schnauzte die Phantasie und kniff die Augen zu schmalen Schlitzen zusammen, während sie dem Tod mit dem Finger vor'm Gesicht herumwedelte.
    „Für solche Wortspielchen bin immer noch ich zuständig, damit-das-mal-klar-ist!“ Bei den letzten Worten stippte sie dem Tod heftig in die hohlen Rippen, setzte erneut die Flasche an und schielte leicht, als sie den Arm schließlich wieder sinken ließ. Der Tod warf einen befremdeten Blick zum Glauben hinüber, der sich bisher aus der ganzen Debatte herausgehalten hatte. Aus gewissen guten Gründen hielt er sich nach Möglichkeit von der Phantasie fern.
    „Phantasielos, hat er gesagt,“ murmelte die Phantasie inzwischen einem imaginären Gegenüber zu und machte eine unbestimmte Handbewegung, bevor sie sich in Ermangelung einer Antwort wieder zum Tod herumdrehte.
    „Willst du mal wissen, was phantasielos ist, du Gerippe?“ fragte sie ihn. Der Tod zuckte nur schweigend die Schultern.
    „Willst du wissen, wo ich gerade herkomme?“ Abwesend starrte die Phantasie in die dunkle Flüssigkeit, die in der Flasche schwappte und gluckerte.
    „Woher kommst du also gerade?“ fragte der Tod seufzend, der zwar für seine Geduld bekannt war, sich aber nicht gerne länger als nötig mit den Problemen anderer abgab.



    „Von einem Künstler,“ sagte die Phantasie und starrte erneut abwesend in die Flasche. Dann trank sie den Rest aus und knallte das leere Gefäß auf die Theke.
    „Ein Künstler, daß ich nicht lache!“ Sie stieß ein meckerndes Lachen aus und gab dem Lichtfleck hinter der Theke ein unmißverständliches Zeichen.
    „Künstler, pffft! Dieser Idiot hat fast vier Quadratmeter Leinwand zur Verfügung und was macht er damit? Er malt unten in die Ecke einen schwarzen Punkt und wundert sich dann darüber, daß keiner diese Scheisse kauft!“ Unsicher wackelte die Phantasie mit dem Kopf.
    „Aber ich muß dabei sein! Ich muß dabei sein, wenn er irgend so einem durchgeflippten Spinner weiszumachen versucht, daß es ihn 'innerlich zerrissen' hat, als er besoffen in den Farbtopf gefallen ist! Ich muß dabei sein, damit diesem Stümper so ein gequirlter Mist überhaupt erst mal einfällt!!!“
    Bei jedem „Ich“ tippte sich die Phantasie so heftig gegen die Brust, daß es dem Tod schon beim zusehen wehtat. Erschöpft und frustriert stützte sie sich dann mit den Ellbogen auf das glatte Holz des Tresens und machte die zweite Flasche auf.
    „Und willst du wissen, was er gesagt hat, nachdem er mit der Masche auch keinen Erfolg hatte?“ fragte sie den Tod erbittert.
    Der warf erneut einen Blick zum Glauben hinüber. Aber der beschränkte sich darauf, die Wolke, die permanent über seinem Kopf schwebte flehentlich anzusehen. Dort rührte sich jedoch wie üblich nichts.
    „Was hat er denn gesagt?“ fragte der Tod seufzend.
    „Er hat gesagt, daß ihn jetzt nicht einmal mehr die Musen küssen würden und hat angefangen zu flennen.“ Die Phantasie setzte die neue Flasche an die Lippen und nahm einen tiefen Zug.
    „Ja und?“ fragte der Tod. „Hast du ihn denn wenigstens geküßt?“
    „Geküsst?“ echote die Phantasie und blickte den Tod an, als zweifele sie an dessen Zurechnungsfähigkeit. Dann kicherte sie haltlos.
    „Ich hab' dem Kerl in den Arsch getreten, verflixt noch eins.“ Sie schüttelte den Kopf. „Geküßt - was für ein Witz!“
    Sie lachte lange und lautlos. Dann sah sie den Tod ernst an.
    „Glaub mir mein Alter: Ich würde eher noch einen aus der Klapsmühle küssen, wenn er mich darum bäte. Wenn's sein muß auch zweimal.“ Sie hob deprimiert die Schultern. „Aber diese glücklichen Phantasten haben mich ja nicht nötig.“
    Trübselig blickte sie in ihre Flasche und nahm noch einen Schluck.
    „Ich werde einfach vergessen,“ schniefte sie unvermittelt. Tränen standen in ihren Augen, als sie den Tod ansah. „Vergessen!“ bekräftige sie noch einmal, denn der Tod sah ziemlich verwirrt drein. Die Phantasie unternahm den Versuch einer Erklärung.
    „Schau doch mal Kumpel, früher haben die Kinder doch wenigstens noch Bücher gelesen.“ Sie seufzte schwer. „Was war dann nicht alles in ihren Köpfen los, wenn ich da noch dran denke: Rittergefechte, Abenteuer aller Art und zum krönenden Schluß saßen sie mit allen anderen Helden an der großen Festtafel und feierten den Sieg. Oh ja, das waren noch Zeiten!“
    Wieder entfuhr ihr ein tiefer Seufzer.
    „Und was ist heute?“ jammerte sie. „Heute darf ich mich ja schon glücklich schätzen, wenn ich sie noch in irgend so ein bescheuertes „Super Marioland“ oder dergleichen begleiten darf. Als ob's da sonderlich was zu erleben gäbe, daß sich nicht vorher schon ein anderer ausgedacht hat.“
    Noch ein Seufzer.



    „Und als wäre das noch nicht genug sitzen sie auch dann noch vor einem Monitor, wenn sie eigentlich schon längst schlafen sollten. Schlafen und Träumen, wie sich's gehört.“
    Die Phantasie hängte sich dem Tod so schwer an den knochigen Arm, daß der uralte Stoff seines Gewandes ein sehr verdächtiges Reissgeräusch von sich gab. Allerdings lockerte sich ihr Griff schlagartig, als sie die krumme, schleichende Gestalt der Gier sah, die gerade von der Toilette kam.
    „Und wer hat Schuld daran? Woran liegt das alles??“ schrie die Phantasie mit überkippender Stimme. Mit schwankender Hand zeigte sie auf die Gier. „An dieser miesen Figur da!!!“
    „Wenn sie dich das erste Mal zu Gesicht bekommen bin ich doch abgeschrieben, oder etwa nicht?“ brüllte die Phantasie wutschäumend, während die Gier ihr schleimigstes Grinsen aufsetzte.
    „Dann tun sie auf einmal so als hätten sie mich nie gebraucht, als hätten sie mich nie mehr nötig, nicht wahr? Diese kleinen Drecksäcke!!!
    Gerechter Zorn blitzte in ihren Augen und die Wut brachte die tollsten Farben in ihrem Gesicht zum Vorschein.
    „Stattdessen rennen sie dann dir hinterher als gäbe es nichts besseres in ihren jämmerlichen paar Jahren, dies sie da draußen haben! Kohle machen! Häuser bauen! Reich werden...Blablabla!!!“
    Angeekelt spuckte die Phantasie auf den Boden, der sich unter ihren konzentrierten Wut aufzulösen begann. Allerdings nur für einen kurzen Moment, dann glänzte er wieder in alter Frische. Das Limbo war zeit- und endlos.
    „Na und?“ gab die Gier süffisant zurück, der das schmierige Grinsen nicht aus dem Gesicht wich.
    „Das beweist doch lediglich daß ich gute Arbeit leiste, oder nicht?“
    Der Phantasie entfuhr ein scharfes Zischen. „Ja, aber auf meine Kosten!“ schrie sie. „Wegen dir bekomme ich nirgendwo mehr ein Bein auf die Erde.“
    „Dann laß dir doch was einfallen,“ konterte die Gier hämisch.
    DU bist völlig phantasielos,“ sagte die Phantasie und blies der Gier ihren wüstesten Alptraum in's Gesicht. Leider zeigte der im Limbo keinerlei Wirkung.
    „Dafür aber wesentlich erfolgreicher als du, meine Liebe,“ versetzte die Gier und sprang dann hastig zurück um der Flasche zu entgehen, die ihr die Phantasie über den Schädel schlagen wollte.
    Während der Tod alle Hände voll dmt zu tun hatte, die tobende Phantasie an den Stammtisch zu zerren, gab der Glaube der Gier einen Wink sich wegzuscheren. Was diese auch tat. Jedoch nicht, ohne vorher noch eine mehr als obszöne Geste im Rücken der Phantasie vollführt zu haben. Dann klappte die Türe des Limbo hörbar zu.
    „Jetzt setz dich erstmal und beruhige dich wieder,“ sagte der Tod beschwichtigend und warf dem Glauben einmal mehr einen drängenden Blick zu. Der beschränkte sich jedoch auf das Studium der Wolke über seinem Kopf, in der sich wie üblich nichts rührte.
    Die Phantasie schluchzte herzzerreißend, leerte ihre Flasche und schnippte sofort nach einer neuen.
    „Jetzt üb' doch ein wenig Mäßigung,“ warf der Glaube beschwörend ein. Er landete dami einen Volltreffer.
    „Mäßigung sagst Du? Ausgerechnet du willst mir was von Mäßigung erzählen? Seit du damals die Idee mit dem Meßwein eingeführt hast ist für dich doch jeder Tag Oktoberfest!“ fauchte die Phantasie.
    Der Glaube verzog gekränkt das salbungsvolle Antlitz.
    „Das ist nicht fair,“ gab er zurück. „Was ist denn zum Beispiel mit den Mohammedanern? Oder mit den Buddhisten, hä?“
    „Was soll denn mit denen schon groß sein?“ fragte die Phantasie eher gelangweilt zurück.
    „Mohammedaner trinken nicht!“ trumpfte der Glaube auf.
    Die Phantasie brach in schallendes Gelächter aus.
    „Richtig, das tun sie nicht,“ sagte sie glucksend. „Deshalb rauchen sie ja auch ihre Wasserpfeifen, bis sich die Wandlung ohne Glockenläuten vollzieht, nicht wahr?“ Sie zwinkerte dem Glauben vertraulich zu.
    „Und über die Buddhisten sag mal lieber gar nichts,“ fuhr sie fort. „Die haben dich doch noch immer so gebogen, wie sie es grade nötig hatten: 'Du kannst glauben oder nicht glauben. Aber wenn dir Unglück widerfährt und du nicht geglaubt hast so bist du an deinem Schicksal selbst schuld...denk mal drüber nach'...sowas in der Art ist doch deren Mantra - oder täusche ich mich da?“
    Sie hielt sich den Bauch vor Lachen, während der Glaube wie ein tanzender Derwisch in die Höhe schoß.
    „Darauf brauche ich nicht zu antworten!“ brüllte er mit hochrotem Kopf und schlug so heftig mit der Faust auf den Tisch, daß er den Kelch mit seinem Meßwein umstieß. Die Phantasie bekam einen Lachkrampf.
    „Natürlich nicht,“ sagte sie und schnappte nach Luft. „Wenn's für dich unangenehm wird, hast du ja immer noch deine eingeschworenen Zweihundertprozenter, die mit ihren komischen Büchern für dich in's Felde ziehen, nicht wahr?“ Sie funkelte den Glauben grimmig an.
    „Jetzt hört doch endlich auf zu streiten,“ versuchte der Tod zu vermitteln, dem Konflikte jeder Art schon rein beruflich zuwider waren.
    „Wieso sollte ich?“ schnappte die Phantasie. „Der einzige Job den ich dem da verdanke in den letzten zweitausend Jahren sind ja wohl diese ganzen Evangelikalen, angeführt von den Zeugen Jehovas.“
    „Zeugende...wer?“ fragte der Tod verständnislos.
    „Zeugen Jehovas,“ erklärte die Phantasie knapp. „Das sind die Typen mit acht Millionen Mitgliedern, aber nur hunderttausend freien Plätzen in ihrem Paradies. Auf die Erklärung von denen am Tage des jüngsten Gerichts bin ich jetzt schon gespannt. Aber das dauert ja noch etwas, also marodieren sie jeden Sonntag mit ihrer ganz persönlichen Version vom größten Bestseller aller Zeiten von Haustür zu Haustür. Um die wieder loszuwerden, habe ich manchmal mehr Zeit nötig als es dauern würde, die alte Schwarte komplett neu zu schreiben.“
    Bei diesen Worten fuhr der Glaube erneut in die Höhe. „Halt jetzt endlich die Fresse!“ schrie er mit schriller Stimme.
    „Kein lästerndes Wort mehr über das Buch der Bücher!“ Damit warf er seinen flehendsten Blick in die wabernde Wolke über sich. Aber dort tat sich wie immer rein gar nichts.
    „Prrrtz!!!“ machte die Phantasie und hielt dem Glauben einen schwankenden Mittelfinger unter die Nase.




  • Hier ist Teil 2. Viel Spaß beim Lesen:



    „Jetzt ist es aber wirklich genug,“ rief der Tod und richtete seinen knochigen Finger auf die Phantasie, die sich mit ihrer nunmehr dritten Flasche beschäftigte.
    „Was ist dein Problem, bitte schön?“ fragte er grimmig. „Da draußen laufen Milliarden Menschen herum und du beklagst dich über Arbeitslosigkeit?!?“
    Er wischte sich fahrig mit der Hand über die bleiche Stirn.
    „Willst du wissen, wann ich mal das Glück habe auch nur mein Tagespensum zu schaffen?“
    Die Phantasie starrte trübsinnig in ihre Flasche.
    „Wenn Kollege Krieg dahinten mal keine Lust hat, auf den Putz zu hauen, ich weiß,“ gab sie müde zurück und deutete über ihre Schulter auf die zusammengesunkene Gestalt im hintersten Winkel des Limbo. Ein zerbeulter Helm lag vor ihr auf dem Tisch, daneben ein sehr schartiges Schwert. Ein tiefes Schnarchen klang leise zu ihnen herüber.

    Auch der Krieg braucht ab und zu eine Pause.


    „Und daß er das meistens gerne tut ist ja wohl schon seit längerem nicht Unbekanntes mehr,“ griff die Phantasie den begonnenen Gedanken wieder auf.
    Der Tod hob die Arme, als umfasste er damit die Antwort auf alle Probleme.
    „Stimmt genau. Und wenn sich nicht wieder die eine oder andere Seuche dazugesellt,“ sagte er. „Also bitte.“
    „Was? - Also bitte?“, fragte die Phantasie böse. „Was willst du mir denn jetzt damit sagen?“
    Der Tod raffte sein Gewand enger um den knochigen Leib.
    „Was ich damit sagen will, verdammt noch mal?“ schnaubte er, mittlerweile so ziemlich am Ende seiner sprichwörtlichen Geduld angekommen. „Das du nicht die einzige bist die hier Probleme hat. Das will ich damit sagen. Du hast deine Aufgabe genau so wie wir alle hier, also was soll das ganze Gejammer?“
    Ein leeres Grinsen zeigte sich im Gesicht der Phantasie, was den Tod dazu brachte, den letzten Rest seiner Selbstbeherrschung zu verlieren.
    „Ist dir eigentlich klar, was für ein Job das ist, den ich hier zu erledigen habe? Wenn sich die Plagen nicht in den letzten Jahrhunderten mächtig zurückgehalten hätten, wäre ich schon längst reif für eine Kur, meine Liebe.“
    Dicht brachte er seinen bleichen Schädel an das Gesicht der Phantasie heran.
    „Etwas Hungersnot hier und eine häßliche Krankheit dort, das geht ja noch,“ zischte er. „Aber was mache ich, wenn wieder mal so ein Spaßvogel sowas wie Pest und Kreuzzüge durcheinander schmeißt, hhm?“
    Er funkelte die Phantasie aus der Leere seiner Augenhöhlen an, um seinen Worten noch etwas mehr Gewicht zu verleihen. Dann nahm er durstig einen Schluck aus seinem Schierlingsbecher.
    „Dann hast du ja immer noch die Wahl zwischen Krebs und Aids, zwischen der einen Hungersnot hier und dem anderen Krieg da,“ stellte die Phantasie unbeeindruckt fest.
    „Was bitte soll denn das jetzt wieder heißen?“ fragte der Tod entgeistert.
    „Das soll heißen, daß du dir zumindest keine Sorgen um deine Kundschaft zu machen brauchst, du Pfeifenwichs!“ schrie die Phantasie unvermittelt los. „Gestorben wird ja bekanntlich immer, habe ich recht?“
    Damit fuhr sie zum Glauben herum, der gerade den Mund zu einer Antwort geöffnet hatte.
    „Und du, Scheinheiliger, sagst jetzt mal lieber nichts. Dein Big J., der einzige aus deinem Verein den ich kenne, der bislang am Tod vorbeigekommen ist scheint's ja bis heute noch nicht eilig damit zu haben von da oben zurückzukommen. Oder liege ich da etwa falsch?“
    Damit deutete sie auf die wabernde Wolke über dem Kopf des Glaubens, die dort schwebte wie immer: Unbeeindruckt, ungerührt.


    Die Phantasie brüllte vor Lachen, schlug sich klatschend auf die Schenkel und benahm sich auch sonst ausgesprochen albern, während der Glaube seinen Kelch so heftig gegen die Wand des Limbo schleuderte, daß sich das Metall verbog und der Meßwein durch die Gegend spritzte.


    „Das war's jetzt aber endgültig!“ schrie der Glaube mit dunkelrot verfärbten Gesicht. Er versuchte, der Phantasie die Flasche aus der Hand zu schlagen, traf aber nicht. Stattdessen verlor er das Gleichgewicht und landete der Länge nach auf der Tischplatte.
    „Ooohoho, Hahahaha!“ lachte die Phantasie und konnte sich gar nicht mehr beruhigen, während der Glaube sich angestrengt bemühte, wieder auf die Beine zu kommen.
    „Scheint mir nicht das erste Mal zu sein, daß du mit deinen Bemühungen erfolglos bleibst,“ sagte sie, dabei haltlos kichernd.
    Der Glaube verzichtete auf eine Antwort und griff stattdessen nach seinem Heiligenschein, der an der Garderobe hing.
    „Da brauchst du dich ja nur mal an diesen Spinner in der braunen Uniform zu erinnern, der seinen eigenen bescheuerten Gruß nicht richtig draufhatte!“ rief die Phantasie dem Glauben hinterher, der zornbebend aus dem Limbo stürmte. „Der hat ja damals deine Anhänger auch ganz schön auf die Schippe genommen, oder nicht?“
    Als einzige Antwort schlug die Tür des Limbo mit lautem Knall zu. Eine kleine Zeit der Stille folgte.
    „War das nicht damals, als du deinen Urlaub genommen hast?“ fragte der Tod grinsend und leerte seinen Schierlingsbecher.
    Die Phantasie nickte und wischt sich einige Lachtränen aus den Augen.
    „Allerdings,“ sagte sie. „Das war kurz nach der Zeit, in der du versucht hast, deine ganzen Überstunden von Vierzehn - Achtzehn abzubauen.“
    „Hör mir bloß damit auf,“ sagte der Tod und wedelte mit seiner knochigen Hand, bis sich darin ein neuer Becher manifestierte. „Was Bruder Glaube da beide Male verzapft hat, kann ich fast nur noch mit den Kreuzzügen vergleichen.“ Er schlürfte an seinem Becher und kicherte verhalten.
    „Aber trotzdem,“ sagte er, von einer Sekunde zur anderen so ernst wie sonst auch. „Trotzdem möchte ich gerne mal wissen, warum du so frustriert bist.“
    Die Phantasie sah den Tod lange schweigend an dann seufzte sie schwer und nahm einen langen Zug aus ihrer Flasche.
    „Sag mir, was du über das Leben weißt, alter Junge.“
    Der Tod warf der Phantasie einen überraschten Blick zu.
    „Soll das etwa ein Witz sein?" fragte er zurück. „Was ich über's Leben weiß? Wahrscheinlich so einiges - immerhin bin ich das Ende allen Lebens. Oder hast du das vergessen?“
    Die Phantasie schüttelte müde den Kopf. „Selbstverständlich habe ich das nicht. Aber genau darin liegt das Problem, mein Lieber.“
    Einmal mehr setzte sie die Flasche an und betrachtete danach mißbilligend den mageren Rest, der noch darin schwappte.
    „Weißt du...wenn ich zu den Menschen komme, dann sind sie noch jung und voller Ideen. Dann vertrauen sie mir noch eine kleine Weile.“ Stumm brachte sie einen Toast aus, den der Tod erwiderte, obwohl ihm wenig an Trinkregeln lag.
    „Aber dann - kurz darauf,“ fuhr die Phantasie seufzend fort. „Dann, wenn die Gier kommt, dann tun sie auf einmal alle so, als hätte es mich nie gegeben. Und dann kommt auch noch der Glaube und die Pflicht und...und alle anderen. Und dann habe ich nichts mehr zu melden.“
    Die Phantasie fuhr sich traurig durch die von Natur aus wirren Haare.
    "Dann habe ich mich noch nicht mal ganz herumgedreht und bin schon abgeschrieben. Futschi. Weg. Einfach so...“
    Sie schnippte mit den Fingern und trank.
    „Ich bin nicht mehr da. Ich bin einfach überflüssig.“ Sie blickte den Tod müde an.
    „Aber - das liegt doch in der Natur der Sache,“ entgegnete der Tod etwas lahm. „Gier, Pflicht und Glaube erfüllen nur ihre Aufgaben.“
    Damit leerte er seinen Becher und gab dem Lichtfleck hinter der Theke, sowohl ihm als auch der Phantasie noch einmal nachzuschenken. Er hatte irgendwie ein seltsames Kratzen in der Kehle.
    „Mag schon sein,“ sagte die Phantasie und entfernte nunmehr mühelos den Verschluß ihrer neuen Flasche. „Nur sollte es doch wohl so sein, daß alles stets in einem vernünftigen Gleichgewicht bleibt. Aber stattdessen verdrängen sie dich und vergessen sie mich, bis sie eines Tages dann Besuch von dir bekommen. Und auf einmal bin ich auch wieder gefragt. Aber dazwischen: Nichts.“
    Sie hob die Flasche an den Mund, verharrte mitten in der Bewegung und setzte sie wieder ab. Der Tod blickte sie aus dunklen Augenhöhlen an.
    „Was macht es denn aus?“ fragte er sanft. „Sobald ich zu ihnen komme, haben sie dich auch wieder nötig um nach Wegen zu suchen, mir noch einmal zu entgehen. Oder etwa nicht?“
    „Natürlich,“ gab die Phantasie zurück. „Dann haben sie mich wieder nötig. Wenn alles für sie zu spät ist. Wirklich schön.“
    Schwankend erhob sie sich.
    „Aber was, frage ich dich nochmal: Was tun sie in all der Zeit dazwischen? Dann, wenn sie ihre Kreativität, ihre Ideen, ihre Visionen nutzen könnten, um ihr Dasein zu verbessern? Hör es dir doch einfach mal an!“
    Sie fuhr sich mit der einen Hand über die Augen, während die andere die Türe des Limbo aufriß.
    Eine Kakophonie von unzähligen Klängen und Geräuschen erfüllte die Stille.
    Schüsse, das Kreischen von Kettensägen, die sich in Bäumen verbissen, Schreie und das Rattern von Panzerketten. Stöhnen. Dumpfes Knallen in weiter Ferne. Ein leises, schmatzendes Geräusch einer Pfote irgend eines Tieres irgendwo, das in den Schlamm eines austrocknenden Sees getreten war auf vergeblicher Suche nach frischem Wasser. Das Wimmern eines hungrigen Kindes, das keine Nahrung fand. Dazwischen etwas, das genau so gut Musik hätte sein können wie auch das Geklimper von Münzen.
    Nichts davon war dem Tod unvertraut. Er hatte alles schon so oft gehört...
    Er zuckte mit seinen knochigen Schultern. „Ist mir nicht ganz unbekannt, in der Tat.“
    Er sah die Phantasie an, deren Hand die Türe des Limbo wieder freigab. Mit einem leisen Klicken schloß sie sich. Die Stille kehrte zurück.
    „Und was willst du mir jetzt damit sagen?“
    Die Phantasie griff nach ihrer Flasche und trank.
    „Ich denke,“ sagte sie und nahm noch einen Schluck und verzog genießerisch den Mund. Traumwein war und blieb etwas Köstliches. „Ich denke, ich werde ab sofort meinen Resturlaub nehmen. Eine bessere Zeit dafür kommt sowieso nicht.“
    Das bleiche Gesicht des Todes schien noch eine gehörige Spur bleicher zu werden.
    „Das kannst du nicht tun!“ stieß er aus. Er hatte mit einem Mal einen gewaltigen Frosch im Hals...dabei hatte er eigentlich beides nicht.
    Die Phantasie lächelte spöttisch und stellte die Flasche zurück auf den Tisch.
    „Kann ich nicht? Nenn mir doch nur einen guten Grund.“ Ihre Augenbrauen zogen sich auffordernd in die Höhe.
    „Du hast es ja selbst gesagt, alter Freund: Sie brauchen mich solange nicht, bis sie dir wiederbegegnen.“
    Sie zwinkerte dem Tod vertraulich zu. „Also brauchst du mich ja nur zu rufen, falls einer von denen da draußen nach mir fragen sollte.“
    Sie breitete ihre Arme weit aus.
    „Was ich im Augenblick allerdings für wenig wahrscheinlich halte,“ fügte sie hinzu, während sie die Türe des Limbo erneut öffnete und hinaustrat in die lärmerfüllte Aussenwelt. „Aber wie war das doch noch gleich?“ sagte sie und hielt für einen Moment inne. „Man soll die Hoffnung niemals aufgeben, nicht wahr?“
    Damit hob sie grüßend die Hand und war verschwunden.


    Der Tod blieb alleine im Halbdunkel des Limbo zurück und drehte nachdenklich den Schierlingsbecher in seiner Hand. Seufzend beschloß er, wieder an seine Arbeit zu gehen. Allerdings nicht gerne, denn er hatte das unbestimmte Gefühl, daß nur sehr wenige Menschen dort draußen die Gegenwart der Phantasie noch verspüren konnten, so gefangen wie sie waren in ihren digitalen Welten, die sie für die Freiheit hielten.
    „Wie überaus schade eigentlich,“ dachte er, leerte seinen Schierlingsbecher und griff sich die Sense aus der Garderobe. Dem einsamen Lichtfleck einen Abschiedsgruß zuwinkend trat er in die Außenwelt und ihr Gelärme hinaus, als ihn plötzlich die Stimme der Phantasie umfing.
    „Hey mein Lieber,“ sagte diese Stimme und der Tod glaubte, ein leises, sehr leises Lachen in ihr mitschwingen zu hören.
    „Was ist noch?“ fragte er in die Leere der Welt hinein.
    „Wenn du bei deinem Job auch nur einen finden kannst, nur einen, der dich noch nicht braucht, mich aber wohl....dann breche ich meinen Urlaub ab, hörst du?“ verklang die Stimme der Phantasie.
    Und zum ersten Mal seit langer Zeit sah man den Tod lächeln.
    „Ich habe dich gehört,“ sagte er in's Nichts. „Und den einen finde ich, das schwöre ich dir.“



    (Hier endet die Geschichte...und ich vermag nicht zu sagen, ob es eine wahre oder erfundene ist. Aber spielt das letztlich eine Rolle...? Es steht mir nicht zu ein Urteil darüber zu fällen - aber wenn ich den Lauf der Zeiten aus meiner eigenen, kleinen Sicht betrachte, so glaube ich doch, daß es dem Tod gelungen ist, den Einen zu finden. Aber nicht nur einen...doch auch das ist vielleicht nur eine Geschichte. Wohlan denn: Lasst sie uns ein andermal erzählen. An einem anderen Ort - zu einer anderen Zeit...)


    Für meinen Vater und meine Schwester, die ich beide sehr vermisse.

  • Hey @Der Wanderer



    LG,
    Rainbow

  • Heyho @Rainbow !


    Meinen Dank für Dein Lob. Ging runter wie Öl... 8)


    Aber eine Fortsetzung von mir dazu wird's eher nicht geben. Ich mag nämlich keine Fortsetzungen... :thumbdown:
    :D:D:D


    Burk

  • Hallo, Der Wanderer!


    Lese gerade mit Vergnügen den ersten Absatz deiner Geschichte! Phantasie, Tod und Glaube... Da kann sogar ich alter Fantasie-Hase noch etwas lernen! Fehlt nur noch der Teufel. Na, vielleicht kommt er ja noch...


    „Was du gerade tust, ist völlig phantasielos,“ stellte der Tod in seiner bedächtigen Art fest

    Prächtig! Der Phantasie Fantasielosigkeit vorzuwerfen ist ein Salto rückwärts in ein leeres Schwimmkecken. Dafür gibt´s einen dicken Fachbegriff, aber im Moment fällt er mir nicht ein.


    setzte ernut die Flasche an und schielte leicht

    Solche Bilder mag ich! Viel schöner als: Sie war besoffen...

    Paar Kleinigkeiten:

    Entnervt warf sie die Arme in die Luft.

    Wenn sie gerade mit der Flasche hantiert?


    Wortspielchen bin imer noch ich zuständig

    immer


    Finger vor'm Gesicht

    vorm

    „Willst du mal wissen, was phantasielos ist, du Gerippe?“

    Find ich überflüssig, da nicht weiterführend - promt kommt ja die nächste Frage.

    Morgen geht´s weiter.

  • So, da bin ich wieder....


    Allerdings lockerte sich ihr Griff schlagartig, als sie die krumme, schleichende Gestalt der Gier sah, die gerade von der Toilette kam.

    Da hätte ich gerne gewusst, was sie dort gemacht hat, die gute Gier. Hat sie vielleicht sich übergeben, weil sie den Hals...

    „Na und?“ gab die Gier süffisant zurück, der das schmierige Grinsen nicht aus dem Gesicht wich.
    „Das beweist doch lediglich daß ich gute Arbeit leiste, oder nicht?“
    Der Phantasie entfuhr ein scharfes Zischen. „Ja, aber auf meine Kosten!“ schrie sie. „Wegen dir bekomme ich nirgendwo mehr ein Bein auf die Erde.“

    Da triffst du den Nagel auf den Kopf! Ich lebe hier in einer Stadt mit sehenswertem alten Stadtkern ("Rote Rosen"), und was tut die hiesige Tote-Hosen-Konnektion, bestehend aus Stadtrat, Bauunternehmen, Maklerunwesen, diese unheilige Allianz aus Gier, Unverfrorenheit und Fantasielosigkeit: Sie bauen einen potthässlichen, sauteuren bunkerartigen Museumsneubau, der allen Regeln des Goldenen Schnittes widerspricht, will sagen fantasielos bis zum Erbrechen, der zu der alten Stadt passt wie ein Scheißhaufen auf eine Drehorgel! und den sie dann auch noch als gelungen hochjazzen! Aber hauptsächlich: teuer, teuer... Die Gier ist so groß, und die Fantasie so minne, dass die "geschätzte Frau Stadtbaurätin" jedes Bauwerk absegnet, wenn nur hässlich und teuer, z. B. eine dicke überteuerte Bretterbrücke (mittlerweile heillos beschmiert), die den Blick auf ein historisches "Bauensemble" verstellt... Hauptsächlich teuer... Da hilft es auch nichts, wenn der Stadtkämmerer mit der smoking gun einer Überschuldung droht, sie machen unverdrossen weiter, z.B. mit einer Eventhalle von ursprünglich geschätzt 10 Millionen; mittlerweile sind´s dreißig. Scheiße, die in deiner Stadt wahrscheinlich niemanden interessiert (hahaha!)...

    Wegen dir... Besser: deinetwegen

    „Mohammedaner trinken nicht!“ trumpfte der Glaube auf

    Irrtum. Allerdings als Haarwasser getarnt. Es gibt Firmen, die dergleichen extra für den Export in arab. Länder herstellen.


    Bei diesen Worten fuhr der Glaube erneut in die Höhe. „Halt jetzt endlich die Fresse!“ schrie er mit schriller Stimme.

    Weil er sich ertappt fühlt! Die "Zeugen" waren mW die einzige Glaubensgemeinschaft auf deutschem Boden, die den Nazi-Wahn geschlossen nicht mitgemacht haben. Chapeau! Sie sind eher ins KZ gegangen, als zu marschieren, während das Gros der guten Christen - Schwamm drüber. Los wirst du sie, wenn du ihnen erklärst, dass Jehova eine andere Schweibweise von Jah-we, dem jüdischen Gott, ist, dessen Name nicht ausgesprochen werden durtfe. Wenn sie also ständig von Gott schwafeln, lästern sie sternggenommen denselben.

    Ein paar Komma- und Rechtschreibfehler, z.B. Me s s wein.

  • Heyho McFee ,

    Danke für Deine Kleinigkeiten:

    Die Rechtschreibung wurde korrigiert, soweit sie meiner Oldschoolrechtschreibung entspricht.

    "vor'm" als Abkürzung von "vor dem" behält also den Apostroph.


    Warum es der Phantasie nicht möglich sein soll, entnervt die Arme in die Luft zu werfen, während sie gerade mit der Flache hantiert...hhhmm...laß doch diesbezüglich einfach mal Deiner Fantasie freien Lauf...hehehe!!!:D:D:D


    Freue mich über weitere Anmerkumgen und viel Spaß mit der Erzählung.


    Der Wanderer


    P.S.: Daß dieser Kommentar meinerseits unter Deinem zweiten steht, hat damit zu tun, daß ich ihn gestern wohl nicht losgeschickt habe (warum auch immer...):patsch::patsch::patsch:

  • Hallo Der Wanderer,


    ich will nicht kleinlich sein, aber ehe ich noch mehr Rotwein verschütte: Der Hochstrich steht für einen aufgefallenen Buchstaben, hier geht es um eine Wortzusammenziehung, ähnlich 'beim'...


    Auch der Krieg braucht ab und zu eine Pause

    Schön wär´s! MW hat es in der Weltgeschichte noch kein Jahr ohne ihn gegeben.



    Pfeifenwichs!“

    ??? Meintest du Pfeifenwichser? Tät mir gefallen.



    Einmal mehr setzte sie die Flasche an und betrachtete danach mißbilligend den mageren Rest, der noch darin schwappte... usw. bis:
    „Ich bin nicht mehr da. Ich bin einfach überflüssig.“ Sie blickte den Tod müde an.

    Wurde so ähnlich schon in Teil 1 gesagt. Kann weg.

    Und dann kommen...


    Damit hob sie grüßend die Hand und war verschwunden.

    Nachdemm was sie bisher gesoffen hat, müsste sie eigendlich unter dem Tisch liegen. Komm mir jetzt nicht mit meiner
    Fantasiekosigkeit. Du personifizierst hier abstrakte Begriffe (den Tod gibt es nicht, es gibt nur meinen Tod oder den von Lieschen Meier), also können die Figuren auch wie wirkliche Personen reagieren. Außerdem finde ich das ständige Hantieren mit der Flasche langweilig. Warum schmeißt sie sie nicht mal wütend an die Wand oder dem Tod vor die Füße? Frustruiert genug ist sie doch!

    Wo bleibt eigentlich der Teufel?

    Beim Titel würde mir 'Phantasie, Tod und Gier' besser gefallen.

    Alles in allem: Eine vergnügliche Lektüre, mit einer netten Wortschöpfung (Traumwein).


    McFee

  • Heyho @ McFee ,

    Wo bleibt eigentlich der Teufel?

    Inter deum et diabolum semper lucifer est.


    Der Wanderer

  • Hallo Der Wanderer,


    ich habe mich glücklicherweise hierher verlaufen. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen, sehr interessanter Schreibstil, lässt sich schön flüssig lesen und kommt mit den Dialogen sehr lebendig rüber (ja, auch der Tod :D).

    Würde das ganze Geschehen gerne mal als eine Bühnenpräsentation sehen, wie die da alle am Tresen sitzen und miteinander ehm naja Diskutieren. Falls da mal was in der Richtung kommt, melde ich mich freiwillig und übergebe dir hiermit meine Bewerbung für die Rolle des Herrn Tod. ^^


    Stellen, die mir übrigens besonders gut gefallen haben, sind diese hier:

    „Was du gerade tust, ist völlig phantasielos,“ stellte der Tod in seiner bedächtigen Art fest.

    Uh der hat getroffen, macht mir den Tod sehr sympathisch.

    Damit deutete sie auf die wabernde Wolke über dem Kopf des Glaubens, die dort schwebte wie immer: Unbeeindruckt, ungerührt.

    Hier finde ich es schön, wie du immer mal wieder darauf hinweist, man erwartet regelrecht, dass da noch was passiert, aber nö. :thumbsup:

    „Wenn du bei deinem Job auch nur einen finden kannst, nur einen, der dich noch nicht braucht, mich aber wohl....dann breche ich meinen Urlaub ab, hörst du?“

    Das dürfte dann wohl die Hoffnung sein, die man nicht aufgeben soll.

  • Heyho Charon

    Würde das ganze Geschehen gerne mal als eine Bühnenpräsentation sehen, wie die da alle am Tresen sitzen und miteinander ehm naja Diskutieren. Falls da mal was in der Richtung kommt, melde ich mich freiwillig und übergebe dir hiermit meine Bewerbung für die Rolle des Herrn Tod. ^^

    So hab' ich das Ganze eigentlich noch nie betrachtet. Finde ich jetzt aber mal grundsätzlich eine interessante Idee, das könnte man tatsächlich als kleines Bühnenstück inszenieren.

    Nur hab' ich blöderweise keine Kontakte mehr zu Theaterleuten. Aber wenn Dir da was einfällt bin ich der letzte, der was dagegen hätte.^^^^^^