Schreibwettbewerb August/September 2013 - Voting & Siegerehrung

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    • Schreibwettbewerb August/September 2013 - Voting & Siegerehrung

      Welche Geschichte hat euch am Besten gefallen? 9
      1.  
        Der Kristall (2) 22%
      2.  
        Das Licht von Fithas (1) 11%
      3.  
        Der Preis der Ehre (2) 22%
      4.  
        Von Liebe, Verrat und Trauer (3) 33%
      5.  
        Es ist spät (1) 11%
      Hallo zusammen,

      Hier nun also die 5 Geschichten, die bei uns für den Schreibwettbewerb eingetroffen sind.

      Die Geschichten werden nicht chronologisch nach Datum ihres Eintreffens geordnet, sondern willkürlich. So steht ihr im Bezug darauf wer welche Geschichte geschrieben habt, völlig im Dunkeln. ;)

      ACHTUNG: Beim Voten ist man nicht anonym. Somit wird Schummeln ausgeschlossen. Zudem dürfen einmal abgegebene Stimmen nicht mehr verändert werden. Bedenkt das bitte bei eurer Stimmenabgabe!

      Das Voting dauert bis 30. September 2013 um 00:00 Uhr.

      Viel Spass beim Lesen. Nehmt euch die Zeit, es lohnt sich! :)
    • Der Kristall
      by Sabrina

      Der alte Baum, knorrig und alt hatte schon vieles gesehen. Lebenszeitalter die gekommen und wieder gegangen waren… Könige, ob gut, ob schlecht, jung oder alt.. Vieles hatte sich verändert im Laufe der Zeit, doch eines blieb immer gleich. Der Wechsel von Licht und Schatten…..

      Zu Tode erschöpft lehnte sich Sharaan den knorrigen Stamm. Ihr Herz raste. Ihr kam es wie Stunden vor, die sie hier im Wald herum irrte. Sie hatte keine Zeit! Dieser Gedanke hämmerte in ihrem Kopf, trieb sie weiter.
      Wenn sie jetzt versagte, dann war alles umsonst gewesen. Der Streit mit den Eltern. Sowohl ihre Mutter, wie auch ihre Vater hatten es nicht verstanden. Hatten sich geweigert, ihn auch nur an zu hören. Bei dem neuerlichen Schmerz daran, presste Shara die Lippen zusammen. Nein! Sie würden ihn nicht verlieren. Dieser Preis war zu hoch. Das alles hier musste ein Ende haben!
      Sie gehörte zu ihm! Das würden auch irgendwann ihre Eltern erkennen. Als würde der Kristall ihre Gedanken erraten, erwärmte er sich auf der Haut. Shara zog an der Kette an der er hing. Wie erwartet leuchtete er in einem funkensprühenden Weiß.
      Der Lichtschein vertrieb die Dunkelheit, aus ihrem näheren Umfeld. Für einen Moment gönnte sich Shara den Luxus in glücklichen Erinnerungen zu schwelgen. Es kam ihr wie eine Ewigkeit vor, dabei waren es nur wenige Wochen her.

      Die Lichtung im Wald. Ein kleiner Bauchlauf in der Sonne glitzernd. Ihr geheimes Versteck, der Ort an dem sie mit ihm zusammen sein konnte.. Ohne Konventionen, Regeln nur sie beide..
      Ein lauter Schrei, der in den Ohren schmerzte, riss sie aus den Gedanken. Shara wusste, was sie da verfolgte.
      Und es klang nahe, sehr nahe. Shara stieß sich ab. Barg den Kristall unter ihrer Kleidung. Die Umgebung versank wieder in Dunkelheit. In dem wenigen Mondlicht, das durch das dichte Blattwerk fiel, erkannte sie nur schattenhafte Umrisse der Bäume.

      Schnell, er braucht dich! Die gewisperten Worte, schienen von überall zu kommen. Ein weiterer Schrei ertönte, dieses

      Mal noch näher. Sie rannte. Shara fühlte den Schweiß, der in kleinen Rinnsalen sich den Weg am Rückgrat entlang suchte.
      Nasse Strähnen ihres dunklen Haares klebten in der Stirn. Der Waldboden war uneben, von hochstehenden Wurzeln durchzogen. Bedeckt mit dornigen Sträuchern, die es unmöglich machten, den Wald bei Dunkelheit zu durchqueren.
      Noch dazu abseits der Wege. Ein Zweig traf sie am Arm. Auf der ungeschützten Haut hinterließen die Dornen eine blutige Spur. Shara blieb nicht stehen, ignorierte den Schmerz. Dafür blieb keine Zeit. Die Verfolger waren ihr dicht auf den Fersen.
      Sie konnte sie hören.Das knacken der Äste im Unterholz. Die Angst zu spät zu kommen, trieb sie vorwärts.
      Weiter du musst weiter! Sie rannte Richtung Osten. Aus welchem Grund, wusste sie nicht. Es war nur ein Gefühl. Eine Ahnung, dass er dort zu finden war. Das er dort auf sie wartete. War er verletzt? Hatte siedeshalb das dringende Gefühl, keine Zeit mehr zu haben? Bei Verletzungen würde der Kristall ihr helfen. Er barg ihre Kraft in sich. In seinem Innern war ihre Stärke, ihr Licht, ihre Macht.

      Plötzlich gaben ihre Beine nach. Der unebene Waldboden kam ihr entgegen. Sie schaffte es noch gerade den Oberkörper zur Seite zu drehen. Der Aufprall war hart. Dornenzweige, die den Boden bedeckten, bohrten sich tief in ihre Haut.
      Mit Mühe unterdrückte sie einen Schmerzenslaut.Was war geschehen? Sie fühlte sich schwach. So schwach das sie es kaum schaffte sich auf zu richten. Alles drehte sich vor ihren Augen.Einem Gefühl folgend zog sie an der Kette. Der Kristall in ihren beiden offenen Händen flackerte unruhig. Sein Licht, vorher hell und klar, war nicht mehr als ein schimmern.
      Was war das? Wie konnte das sein? Wie aus ferner Zeit hörte sie die Stimme ihrer Großmutter. Sie hatte Shara in ihrer Kindheit von den alten Mythen und Legenden erzählt. Oh, diese Geschichten hatten sie fasziniert. Stundenlang hatte sie ihr zugehört.
      „Der Düsterwald! Dort leben Wesen, zwischen Licht und Schatten. Am Tage gut, verwandeln sie sich bei Nacht in ihre finstere Seite. Es heißt, es geht allen so, die die Pfade des Nachts verlassen. Deswegen Kind, gib immer Acht wem du dein Vertrauen schenkst!“ Sie riss die Augen auf, starrte in das Licht des schwächer werdenden Kristalls. „Nein! Bitte, dass darf nicht sein. Nicht Er…“ Plötzlich ergab alles, was sie in den letzten Wochen erlebt hatte, einen Sinn. Sie hatte sich nur bei Tage getroffen. Immer waren sie alleine gewesen. Kein Anderer war ihnen je begegnet. Er hatte sie darum gebeten, niemanden von ihm zu erzählen. Sie dachte an seine ärgerliche Reaktion zurück, als sie ihm erzählte, das sie mit ihren Eltern über ihn gesprochen hatte.
      Der Kristall, der sich jedes Mal erwärmte wenn sie an ihn dachte. Jetzt da es zu spät war, erkannte sie es als Warnung. Im Schein des verglimmenden Kristalls, sah Shara die Gestalt, die sich zwischen den dunklen Bäumen als Schatten abhob. Dunkel, riesig und er kam Schritt für Schritt auf sie zu..
    • Das Licht von Fithas
      by Kadjen

      Ringend nach Luft läuft Kares, ein einfacher Soldat seiner Garde, durch den düsteren Wald von Elemeré. Seine Hände geschlossen wie zu einem Gebet und sieht sich ängstlich um. Sein Körper ist von der Anstrengung gezeichnet. Seine Rüstung verschmutzt, sein Helm raubte ihm die Sicht und die Atemluft, sodass er ihn davon geworfen hat.
      Seine Truppe und er sollten das Licht von Fithas zurückbringen. Das Licht, welches Frieden und Wohlstand bringt.
      Es wurde aus den Tempeln seiner Heimat gestohlen, von den düsteren und bösen Kreaturen, die sich im Schatten verstecken.
      Nur er ist noch übrig. Nur er. Der Letzte seiner kleinen Armee. Seine braune Haare sind getränkt mit Blut und auch sein Gesicht ist befleckt mit dem Blut von Freund und Feind. Die Anderen haben es nicht aus den Höhlen geschafft. Ihre Körper verrotten nun auf dem kalten, nassen Boden und in den unterirdischen Gängen der Visgart.

      Visgart, die düsteren Kreaturen, mit Klauen so scharf wie Dolche. Ihre Augen glühen in der Dunkelheit und in ihnen ist nichts zu finden wie das Böse. Sie stahlen das Licht, damit das Land finster wird und sie sich nach draußen können. Damit sie das Land beherrschen können. Sie dienen dem Dunkel, einer flüsternden Stimme, die jeder Nachts vernehmen kann. Das Knacken in den Büschen und Bäumen, wenn sonst Nichts einen Laut gibt.

      Kares rennt, was ihn seine Beine tragen. Über jedes Hindernis springt er und blickt nur selten zurück. Seine braun, grünen Augen weiten sich, mit einem Blick über seine Schultern. Dort lauern sie. Er sieht ihre Augen in der Ferne. Hört ihr beängstigendes Gejaule, aus der Finsternis. Seine Hände stets geschlossen, schimmert ein Licht hindurch. Er muss es zurückbringen. In den Tempel von Kardesh. Die Magier dort, werden wissen was zu tun ist.

      Kares erreicht das Ende des Waldes. Nur dichtes Gestrüpp steht zwischen ihm und der Stadt. Er atmet aus, schleißt seine Augen und zieht seine Ellenbogen in sein Gesicht. Er schützt es vor den Dornen der dichten Hecke und springt hindurch.Ohne zu wissen, was auf der anderen Seite lauert, durchbricht er das Geäst und schafft es hindurch. Er springt einen kleinen Hügel hinunter und muss sich abrollen. Kurz stürzt er und verliert das Gleichgewicht, aber er schafft es wieder auf die Beine. Zu gerne würde er seinen Brustpanzer, seine gesamte Rüstung ablegen, aber dazu bleibt ihm keine Zeit. Als er nach vorne sieht, erkennt er Kardesh, mit seinen riesigen Toren und einer Mauer, die fast bis zum Himmel reicht.
      „Hier bist du sicher.“, flüstert er seiner Hand zu und rennt weiter.

      „Er kommt!“, ruft der Erzmagier Gurun den Stadtwachen zu, als er den jungen Mann aus der Ferne sieht. Sofort rennen die Soldaten los, mit ihren silbern schimmernden Rüstungen und beginnen das Tor zu öffnen. Der Magier steht hoch oben auf der Mauer und schwingt seinen langen Stab umher. Seine langen schwarze Haare wehen in dem aufkommenden Wind, der von der Finsternis mit sich getragen wird. Von dort oben erkennt er die düsteren Wolken, die aufziehen und Kares verfolgen. Mit geschmälerten Blick, starren seine dunklen Augen in die Ferne und auch Furcht macht sich in den Knochen, des alten
      Erzmagiers, breit.
      „Hier wird es also enden.“, flüstert er in den Wind und dreht sich um.

      Kares hingegen rennt weiter und sieht wie sich die Tore öffnen. Jetzt dringen auch die Visgart durch den Wald und verfolgen ihn auf allen Vier. Weder Wolf, noch Mensch, noch Troll. Eine Fremde Kreatur, die mit gelben Augen, die Kares entdecken.
      Kardesh beginnt wieder das Tor zu schließen, damit nur Kares Eintritt hat, aber nicht das Böse.
      Kurz bevor sich das schützende Tor schließt, schafft es Kares hindurch und streckt das leuchtende Herz von Fithas in die Luft. Der Magier nimmt ihn sofort an sich und drängt ihn in den Tempel. Dort, auf einem Altar soll das Licht seine Heimat finden, damit es wieder sicher ist. Nie darf es berührt werden, nie verändert. Gurun nimmt das Herz der Göttin, die sich einst für den Frieden opferte, entgegen und Kares öffnet seine Hände. Doch als Gurun es auf den Altar legt, erlöscht das Licht und es wird dunkel.
      „Was ist geschehen?“, fragt Kares und der Magier senkt seinen Kopf.
      „Es ist zu spät. Das Herz war zu lange in der Hand des Bösen. Es wurde vergiftet.“, antwortet er und zeitgleich hört Kares das Pfeifen von Pfeilen und den zerschmetternden Klang der Katapulte. Erschrocken dreht er sich um und starrt nach draußen. Der Himmel färbt sich dunkelrot und die Soldaten haben mit der Verteidigung begonnen. Die Visgart brauchen keine Leitern, sie schaffen es mit ihren Klauen über die Mauer.
      „Dann müssen wir für unseren Frieden kämpfen.“ Verdunkelt sich Kares Stimme und tritt aus dem Tempel. Er zieht sein Schwert und rennt zum Tor, gefolgt von Gurun, der mit ausgestreckten Armen und Händen, in die Lüfte gleitet und sich auf der Mauer positioniert.
      „Einmal mehr kämpfen wir für unseren Frieden.“, ruft Gurun Kares zu, der daraufhin nickt. Die Visgart, die es über die Mauer schaffen, werden von den Soldaten bekämpft, aber ihre Wenigkeit macht es den gepanzerten Soldaten schwer.
      Kares brüllt und heißt den Feind willkommen. Mit seiner linken Faust schlägt er auf seinen Brustpanzer und fordert das Schicksal heraus. Mit hohen Schreien, entdecken sie den jungen Mann, der es aus ihren Höhlen geschafft hat und springen von der Mauer.
      Gurun wehrt einige mit seiner Magie ab, aber nicht er ist es, auf den sie es abgesehen haben.
      Kares breitet seine Arme erwartungsvoll aus und läuft einige Schritte rückwärts. Sie umkreisen den tapferes Soldaten und starren ihn an. Kares schwingt sein Schwert und bereitet sich auf alles vor. Selbst darauf, sterben zu müssen wie seine Kameraden. Ein Visgart greift ihn an und Kares trennt ihm den Kopf vom mageren Hals. Ein zweiter versucht ihn anzuspringen, aber bevor ihn der Visgart umreisen kann, durchtrennt er seinen Unterleib in zwei Hälften. Erneut kommt Wind auf und Kares starrt kurz in den Himmel. Ein erbitterter Kampf ist losgebrochen. Etwas ist in den Wolken, es versteckt sich und kommt näher. Er kann die Schatten hinter den Wolken sehen. Als er es mit seinem Blickt verfolgt, bricht es durch die Wolken hindurch und landet unerkannt im Tempel.
      „Das Herz.“, schreit Gurun, „Sie wollen es immer noch.“
      Kares dreht sich um und rennt in den Tempel zurück. Die Visgart folgen ihm, doch machen vor dem Eingang der heiligen Hallen halt. Als Kares dies bemerkt, werden seine Schritte langsamer und leise schleicht er in das Innere. Am Altar entdeckt er eine Frau, mit Haaren schwarz wie die Finsternis. Sie streckt ihre Finger nach dem Herz.
      „Nein!“, schreit Kares ihr zu und sie dreht sich zu ihm. Ihre smaragdgrünen Augen sind leer und ohne Leben.
      „Wer bist du?“, haucht ihre Stimme, als sie das Herz blind umfasst und ihre wehende Gestalt ihm zuwendet.
      „Ich bin Kares. Ich habe das Herz gerettet.“, antwortet er und streckt seine Klinge nach ihr.
      „Und ich habe es gestohlen. Zu was macht uns das?“, flüstert ihre weibliche Stimme.
      „Zu Feinden.“, knurrt Kares und nähert sich ihr mit nureinem Ziel. Ihr schwarzes Kleid besteht fast nur aus Wind, der ihren Körper umhüllt und im windstillen Raum wie eine Flamme weht.
      „Es ist erloschen. Was verteidigt Ihr diesen nutzlosen Gegenstand noch?“, fragt sie ihn, als er sich ihr bedrohlich nähert. Kares hält Inne.
      „Hell leuchtend oder nicht, ich werde für den Frieden kämpfen und verhindern, dass euer Schatten über das Land zieht.“, raunt Kares und setzt zum Angriff an. Die fremde Frau streckt ihre Hand aus und Kares kann sich nicht mehr bewegen.
      „Wollt Ihr das? Wärt Ihr bereit Euer Herz dafür zu geben?“, fragt sie ihn und Kares knirscht mit seinen Zähnen.
      „Mein Leben, mein Herz, mein ganzes Sein.“, antwortet er und die Frau nähert sich ihm und sieht ihn dann direkt in die Augen.
      „Euch ist bewusst, Kares, was Ihr da sagt?“, fragt sie ihn plötzlich mit zittriger Stimme.
      „Ja.“, antwortet er furchtlos.
      „Wisst Ihr warum das Licht erloschen ist?“
      „Nein und es ist nicht wichtig, solange wir Menschen an das Gute glauben, wird sein Licht immer weiter strahlen und zwar in uns.“
      „Wie wahr.“, flüstert sie, „Nur gibt es das Eine nie ohne das Andere.“
      „Wie...“, fragt Kares und versucht seine Starre gewaltsam zu lösen.
      „Nie gab es ein Licht, welches keinen Schatten warf. Aus dem Schatten dieses Lichts, wurden wir geboren. Nie wird es das Gute ohne das Böse geben. Denn wer kennt schon den Unterschied, zwischen Gut und Böse, wenn er das Böse nie kennengelernt hat.“, beginnt sie leise zu flüstern und streckt sich zu Kares Ohr.
      „Wenn Ihr das Gute seid, dann bin ich das Böse und alle um uns herum, sind nur Licht und Schatten.“
      Kares Augen werden starr.
      „Was wollt Ihr?“, fragt Kares.
      „Euer Herz.“, flüstert sie in sein Ohr und rammt ihm ihre Hand in den Brustkorb. Ein erbitterter Schrei durchbricht den Kampfeslärm und Fithas Hand steckt in Kares Brust.
      „Ihr seid die Göttin selbst.“, schreit Kares unter Schmerzen.
      „So ist es. Ohne Herz bin ich im Schatten gefangen und ich sehne mich nach Licht. Jetzt wo meines erloschen, brauche ich ein Anderes.“, grinst sie und Kares entreißt ihr das erloschene Herz, welches sich in ihrer Hand schwarz färbt. Unter betäubenden Schmerzen, der seine Starre löste, hält er ihr Herz in Händen und rammt es in ihren bleichen Körper.
      „Nie gibt es das Eine ohne das Andere.“, schreit Kares. Mit seiner rechten Hand in ihrer Brust und Ihrer in Seiner, fasst er sein Schwert mit der Linken und spießt sich selbst und sie daran auf.
      „Dann sterben wir zusammen, so wie der Schatten verfliegt, wenn das Licht erlöscht.“, flüstert Kares in ihr Ohr, woraufhin sie einen markerschütternden Schrei weichen lässt und der Tempel einbricht. Einen tiefes Raunen durchbricht den Kampf und die Visgart werden von den Mauern geschleudert. Gurun dreht sich um und kann die ankommende Welle nur Dank seiner Magie abwenden. Die Visgart flüchten zurück in den Wald, als die Sonne die Wolken durchbricht und Gurun traurig zum Tempel sieht. Er steigt hinunter, während die Soldaten ihren Triumph genießen und die Verletzen versorgen.
      Er stellt sich vor die zerstörten Mauern des Tempels und schreitet durch den aufgewirbelten Staub. Nur der Altar steht noch inmitten der Ruine. Suchend blickt er sich nach dem jungen Soldaten um, doch er ist fort.
      „Tot?“, fragt er sich und bemerkt erst jetzt etwas zwischen den Steinen. Er bückt sich und hält das leuchtende Licht von Fithas in Händen.
      „Nie gab es das Eine ohne das Andere. Licht und Schatten stets vereint. Nun wieder im Gleichgewicht und niemals allein.“, säuselt der Wind in Guruns alte Ohren und er legt das Herz lächelnd zurück auf den Altar...
    • Der Preis der Ehre
      by melli

      Damian schlug das Herz bis zum Hals und er konnte seinem Vater nicht in die Augen sehen. Aber es musste raus. “Ich weiß, dass du dein Gasthaus liebst, Vater, und ich weiß auch, dass es dein Herzenswunsch ist, dass ich es eines Tages übernehme.” Er räusperte sich leise. “Aber das ist nichts für mich, Vater. Mein Herz schlägt für den Schwertkampf. Das weißt du. Ich wusste nur nicht, wie gut ich bin.” Jetzt hob er den Blick. “Ich habe wirklich nur aus einer verrückten Idee heraus am offenen Turnier teilgenommen, das musst du mir glauben.” Seine Augen leuchteten auf. “Ich hätte auch niemals erwartet, so weit zu kommen. Und als dann der legendäre Alonso Terravotre selbst mir anbot, mich zu trainieren, da wusste ich, wo ich hingehöre. Vater, hörst du mir überhaupt zu?”
      Mit stumpfen Augen sah sein Vater auf die hölzerne Tischplatte. Sein mächtiger Brustkorb dehnte sich in einem tiefen Seufzer. “Alonso Terravotre.” murmelte er leise. “Ausgerechnet.” Er schnaubte durch die Nase und schüttelte leicht den Kopf. “Vater?” Sein fünfzehnjähriger Sohn sah ihn fragend an. “Was genau hat er denn gesagt, der legendäre Terravotre?” Bittere Ironie lag in der dunklen, leicht rauen Stimme. Das war nicht gut. Gar nicht gut. Damian holte tief Luft. “Nun ja, er meinte, es sei lange her, dass er jemanden so mit dem Schwert habe kämpfen sehen.” Keine Reaktion. “Er meinte, ich würde ihn an alte Helden erinnern.” Damian holte noch einmal tief Luft. “Wörtlich sagte er, aus mir könne man vielleicht eines Tages einen Kämpfer für den Orden des Lichtes machen. Er würde mich gerne trainieren, um herauszufinden, ob ich dazu tauge.” Damians Stimme klang etwas zittrig. Selbst jetzt, wo er die Worte aussprach, kam ihm das Ganze immer noch unwirklich vor.
      Der Orden des Lichtes. Genauso gut hätte ihm Terravotre den Thron eines großen Reiches anbieten können. “Vater, wir sind nur einfache Leute. Das ist meine ganz große Chance, mehr aus meinem Leben zu machen, als nur ein Gastwirt zu werden.” Damian biss sich auf die Lippen. “Ich meine, Gastwirt ist ein sehr ehrenhafter Beruf.” schob er hastig hinterher. “Aber nichts, mit dem man großen Eindruck machen kann.” Heiß schoss ihm die Röte ins Gesicht. “Und wo man viel erlebt.” Endlich sah sein Vater ihn an. Aber er sagte noch nichts. Das Gesicht unter dem Bart war wie aus Stein gemeißelt. “Du willst also lieber ein Krieger des Lichtes werden?” fragte sein Vater schließlich tonlos. Damian nickte. “Ja, Vater.” Sein Vater schnaubte erneut durch die Nase, schüttelte dann leicht den Kopf und nickte schließlich, aber das galt nicht Damian. Er war tief in seine Gedanken versunken. Jede Falte in seinem breiten Gesicht stach deutlich hervor. “Vater, du kennst doch die ganzen Sagen, die man sich von den Kriegern des Lichtes erzählt. Nach Andreas ap Raymond und Charles ap Thibault hat niemand mehr den Anforderungen des Ordens genügt. Aber was waren das für Männer! Ohne sie wären wir alle vor dreißig Jahren der Dunkelheit anheim gefallen. Das müsstest du doch wissen, du hast da doch schon gelebt.” Sein Vater musste die Kriege sogar als erwachsener Mann miterlebt haben, aber Damian hatte es nie geschafft, ihm darüber ein Wort zu entlocken. Auch jetzt sagte er nichts. “Vater, Alonso Terravotre wollte dich aufsuchen, um dein Einverständnis zu holen, bevor er mich mit nimmt. Terravotre war der Knappe von Andreas und Charles! Er hat beide noch persönlich gekannt, und er weiß, worauf es ankommt! Er glaubt an mich.” Damian holte tief Luft und zwang sich zur Ruhe. “Er wollte sich beeilen. Es mag sein, dass er bereits heute Abend hier auftaucht.” Damian erhob sich von seinem Schemel. “Und mit deiner Einverständnis würde ich morgen schon das Haus verlassen und mit ihm gehen.” Die Erkenntnis, dass er morgen vielleicht schon sein Elternhaus verlassen würde, traf Damian unerwartet schmerzhaft. “Deshalb werde ich schon mal ein paar Sachen packen.” sagte er lahm und wandte sich zur Türe. “Andreas war der Träger des Lichtes. Charles war nur sein Weggefährte.” murmelte sein Vater unvermittelt. “Was?” Damian fuhr auf dem Absatz herum. “Ich habe ihn kämpfen sehen. Andreas. In eine Aura von Licht gehüllt. Und aus seinem Schwert kam ein weißes Feuer, dass die Dämonen verbrannte. Sehr eindrucksvoll.” Damian konnte seinen Vater nur fassungslos anstarren. “Niemand wusste, welchen Preis Andreas dafür zahlen musste, über diese Macht verfügen zu können. Niemand, nicht mal er selbst. Bis zum Schluss.” Sein Vater klang bitter und tiefe Trauer spiegelte sich auf seinen Zügen wieder. Vorsichtig ließ sich Damian auf dem Schemel nieder, bemüht, seinen Vater jetzt bloß nicht zu unterbrechen. Doch der schwieg und hing seinen Erinnerungen nach. “Du kanntest Andreas ap Raymond persönlich?” hauchte Damian schließlich. “Besser als jeder andere auf dieser Welt.” Die Stimme seines Vaters war nur ein Flüstern. Damian merkte, wie ihm der Hals trocken wurde. Andreas galt als der größte Held, der je unter den Menschen gelebt hatte und war seit Jahren Damians heimliches Vorbild. Er verehrte diesen Mann glühend. Auf einmal wurde ihm klar, dass sein Vater weit mehr sein musste als der einfache Gasthausbesitzer, als den er ihn kannte. Plötzlich taten sich tausend Fragen wie ein schwarzer Abgrund zwischen ihnen auf, und Damian stand hilflos davor. Sein Vater schüttelte wieder den Kopf. “Ich hatte gehofft, dich vor allem bewahren zu können.” murmelte er leise. “Aber offenbar….” Hufgeklapper durchbrach die Stille des frühen Abends, und kurze Zeit später wurde die Türe zur Schankstube aufgestoßen. “Hallo? Jemand zu Hause?” Terravotres Stimme. Unsicher erhob sich Damian und machte sich auf den Weg, um seinen Gast zu begrüßen. Die Stimme seines Vaters überholte ihn in der Türe, wo ihn Terravotre gerade erleichtert entdeckt hatte. “Komm in die Küche, Also.” Terravotre gefror das Lächeln auf dem Gesicht, er wurde weiß wie ein Laken und versuchte, an Damian vorbei zu schauen. Er kannte nur einen, der ihn immer Also statt Alonso gerufen hatte. Vorsichtig und hölzern näherte er sich der Türe, ohne den Jungen eines weiteren Blickes zu würdigen. “Großer Gott.” hauchte er zittrig, als er Damians Vater sah. “Setz dich.” Terravotre ließ sich auf einen Schemel sinken und starrte Damians Vater an wie eine Erscheinung. Damian merkte, wie sich ein kalter Klumpen in seinem Magen bildete. Unaufgefordert nahm er ebenfalls Platz. Sein Vater wandte sich ihm zu. “Ich habe nicht immer Karl Tibs geheißen. Erst ab dem Zeitpunkt, als ich das Gasthaus kaufte.” sagte er. Damian nickte lahm. “Dein richtiger Name war dann wohl Charles ap Thibault, oder?” Er fühlte sich wie ein Fremder, als er die Worte tonlos aussprach. Sein Vater nickte. “Ja.” Damian begann innerlich zu fallen.
      “Ich will mir nicht anmaßen, den Jungen wirklich ausbilden zu können, Herr Charles. Das sollte Eure Aufgabe sein. Aber er wird sicher schnell den Anforderungen des Ordens genügen.” Terravotres Stimme zitterte leicht. “Du hast es damals nicht begriffen, Also, oder?” Terravotre zuckte ratlos die Schultern. “Herr?” “Erinnerst du dich nicht an all die furchtbaren Morde, die Andreas begleiteten, seit er der Träger des Lichtes wurde? Seine Eltern, seine Schwester, seine Freunde…viele, die er liebte, wurden bestialisch abgeschlachtet und stets lag ein toter Vogel in ihren Händen? Dieser Terror galt eindeutig Andreas, und er begleitete ihn bis zu seinem Ende und machte ihn zu einem der traurigsten Menschen, die ich je kannte.” Irritiert sah Terravotre ihn an. “Natürlich habe ich das nicht vergessen, Herr Charles. Diese Hexe war es doch, die Ihr schließlich stellen konntet, als sie uns angriff. Widerliches Weib, ich habe noch nie soviel Bösartigkeit auf einmal erlebt.” Ihn schauderte. “Sie hat mich fast umgebracht, ohne Euch wäre ich verloren gewesen.” “Und du erinnerst dich auch daran, dass Andreas nicht gegen sie kämpfen konnte?” Terravotre nickte. “Weil sie eine Frau war. Das verbot ihm seine Ehre.” “Diese Frau war das absolute Gegenteil von Andreas.“ stellte Charles klar. “Sie war so böse wie Andreas gut war und so verdorben wie er edel. So weiblich wie er männlich.” “Was wollt Ihr damit sagen?” “Du warst im Krankenlager, als sie gehenkt wurde, Also. Ich aber stand neben Andreas und sah mir ihre Hinrichtung an. Allein schon um Andreas Willen, diese Frau war zu seinem persönlichen Albtraum geworden. Denn an dem Abend starrte sie ihn an, hasserfüllt, und sagte, sie ließe sich nicht von ihm verstoßen. Und irgendwie glaubte Andreas seit dem, mit ihr verbunden zu sein, obwohl er sie nie zuvor gesehen hatte.” “Aber…” “Sicher, das war Quatsch und das habe ich ihm auch gesagt. Weißt du, wie er gestorben ist?” Terravotre sah ihn unsicher an. “Man sagte, ein Herzanfall bei der Hinrichtung…” Charles lächelte bitter. “Nein, Alonso, nein, das habe ich zu seinem Schutz behauptet. Ich stand dicht neben ihm, als die Hexe fiel. Und in dem Moment, wo sich der Strick straffte, hörte ich es deutlich in Andreas Hals knacken. Verstehst du, Also? Ihm brach das Genick, so wie ihr. Denn diese Hexe, wie du sie nennst, war nichts weiter als eine Form all dessen, was in Andreas keinen Platz mehr haben durfte, als er den Pfad des Lichtes beschritt. Um die Macht des Lichtes zu erlangen muss man nämlich völlig rein sein von allem Bösen. Deshalb hatte er es verstoßen. Diese Bestie in Frauengestalt war der dunkle Teil von Andreas selbst. Und sein Böses war frei und fiel ungehindert über alles her, was das Gute in ihm unterstützte. Das ist das große Geheimnis eines wahren Trägers des Lichtes. Das ist der Grund, warum ich mir ein Gasthaus kaufte und mit all dem nichts mehr zu tun haben will. Und das ist auch der Grund, warum mein Junge nicht mit dir gehen wird.”
    • Von Liebe, Verrat und Trauer
      by Ardwinna

      „Scathara komm schon. Wir müssen zu dem Fest.“, rief ich und rückte den silbernen Reif in meinen Haaren zurecht, der mich als Fürstin auswies.
      Scathara kam aus ihrem Bad. Sie trug, wie üblich, ein schwarzes, hochgeschlossenes Kleid, das ihre weiße Haut noch mehr strahlen ließ. Ihre schwarzen Haare hat sie zu einem eleganten Knoten im Nacken gebunden und setzt ihren goldenen Reif in die Haare.
      „Ich will da nicht hin, Eileen.“, sagt sie trotzig.
      „Wieso? Das ist ein Fest dir zu Ehren. Vater hat dich als seine Nachfolgerin bestimmt.“, ich sehe sie freudig an.
      „Warum sollte gerade ich König werden?“, fragt sie mich und blickt mich mit ihren dunklen Augen an.
      „Weil du genau weißt, wie man ein Land zu regieren hast. Du bist mit wundervollen Gaben gesegnet. Ich glaube an dich.“, ich hielt ihren Blick stand.
      Scathara lächelt: „Manchmal frag ich mich, ob wir wirklich Schwestern sind. Du siehst in allem nur das Gute.“
      Ja, sie hat recht. Wir sahen und waren uns in keiner Weise ähnlich. Während Scathara schwarzes, dickes Haar hatte, war mein Haar blond und fein, ihre Augen waren von einem dunklen Braun, meine von einem intensiven Blau. Auch im Körperbau unterschieden wir uns wesentlich. Meine Schwester machte viel Sport, ritt wie ein Mann über die Felder, war geschickt mit dem Schwert. Sie war zwar schlank, trotzdem sah man ihr ihre Kraft an. Und das mit ihren 23 Jahren. Ich hingegen war fast elfenhaft, trotz meiner 20 Jahre. Ich war klein und obwohl ich eine ausgezeichnete Kämpferin war, sah man mir kein bisschen meiner Kraft an. Und dann kamen noch unsere Gaben dazu. Scathara war eine aktiv Begabte. Sie konnte Dinge mit ihren Gedanken bewegen, während ich passiv begabt war. Ich hatte die Gabe der Empathie. Diese hatten einen erheblichen Teil unserer Persönlichkeit gebildet. Während ich zurückhaltend und höflich war, mangelte es Scathara nicht an Selbstbewusstsein und einer Menge schwarzen Humor.
      „Gehen wir jetzt?“, fragte Scathara und riss mich aus meinen Gedanken. Ich nickte. Wir verließen Scatharas Raum und machten uns auf dem Weg zum großen Ballsaal. Wir befanden uns in dem großen Schloss der Könige. Ich war hier schon viele Male gewesen, doch jedes Mal faszinierte mich der Anblick erneut. Es war prunkvoll und wunderschön. Schließlich blieben wir vor einer großen Tür stehen.
      „Du wirst das schon schaffen.“, sage ich und drücke meine Schwester.
      Sie nickte und ihr Blick festigte sich. Ich ging weiter und betrat durch eine kleine Tür unauffällig den Saal. Niemand sah mich. Dachte ich.
      „Du bist spät.“, sagt eine weiche, männliche Stimme und ich wirbelte erschrocken herum.
      „Colin. Du hast mich erschreckt.“, erwidere ich und fase mir mit der Hand an die Brust.
      „Du siehst wunderschön aus.“, sagte mein Ehemann, meine Aussage ignorierend und beugte sich zu mir hinab, um mir einen Kuss auf die Wange zu hauchen.
      Ich blickte an mir hinab und betrachtete das einfache blaue, bodenlange Kleid.
      „Wie geht es deiner Schwester?“, fragt er leise und nahm meine Hand in seine.
      „Sie wird das schaffen. Sie ist die geborene Königin. Ich finde es gut, dass mein Vater endlich abtritt und ihr das Königreich überlässt.“, und jedes Wort, dass ich gesagt hatte, meinte ich auch so. Colin lächelte zu mir hinab und nickt, als eine Fanfare erklingt und alle sich der riesigen Wendeltreppe zuwandten. Als die Töne verklangen, öffnet sich eine Tür und Scathara betritt den Raum. Langsam schritt sie die Treppe hinunter an deren Ende Evan stand, ihr Mann. Er nahm sie an der Hand und führte sie durch den Raum, zu dem Thron, dem ich bis jetzt bewusst den Rücken gekehrt hatte. Dort saß mein Vater, alt und gebrechlich, kaum noch in der Lage sich aufrecht im Sessel zu halten. Deshalb übernahm sein Vertreter Dan die Krönung. Vor dem Thron angelangt sprach der Mann die entscheidenden Worte: „Scathara von Tyra, das Volk ruft nach dir. Nimm die Ehre an, die dir zu Teil und werde unser aller Königin.“
      „Ich nehme die Ehre an.“, sprach Scathara laut und deutlich. Dan drehte sich um und half meinem Vater von dem Thron hinab. Er führte ihn zu einem einfachen Stuhl, am Ende der Treppe und nahm ihm schließlich die Krone ab. Dann schritt er wieder zurück zu meiner Schwester und sprach die letzten Worte: „Geboren in der Stunde des Mondes als Schattenkind. Regiere das Reich weise und gerecht.“
      Der Mann hielt die Krone über ihren Kopf.
      „Scathara von Tyras, die Erste ihres Namens, hiermit überreiche ich euch die Krone. Mit ihr geht die Macht der sieben Länder auf euch über.“
      Er setzt die Krone auf ihren Kopf, über den Reif. Ein uralter Zauber beginnt zu wirken. Die beiden Reife verschmelzen und bilden so eine neue Krone. So soll jedem König und jeder Königin etwas Einzigartiges gegeben werden. Auf Scatharas Kopf entsteht ein geschwungener Reif, der an verwobene Äste erinnert. Langsam setzt sich meine Schwester auf den Thron. Sie blickt ruhig auf uns hinab und wir knien uns alle auf den Boden. Ich bin stolz auf meine Schwester. Jetzt muss sie nur noch die Lehnstreue der sieben Fürsten entgegennehmen und dann kann die Feier beginnen. Der erste Mann erhebt sich und spricht die Worte der Treue: „Das Land Gesta schwört euch die Treue im Frieden, wie im Krieg. Wir stehen hinter euch, meine Königin. Niemals werden wir eure Entscheidungen anzweifeln. Sollten wir dies dennoch tun, droht uns der Tod.“ Er verbeugt sich ein letztes Mal und stellt sich an die rechte Seite des Throns. Diese Worte werden von den anderen Ländern Jester, Bragtie, Fayde, Kerta und Zwister wiederholt. Als letztes erhebe ich mich. Ich trete vor meine Schwester und spreche die Worte der Treue als Vertreter für unser Land: „Das Land Feras schwört euch die Treue im Frieden, wie im Krieg. Wir stehen hinter euch, meine Königin. Niemals werden wir eure Entscheidungen anzweifeln. Sollten wir dies dennoch tun, droht uns der Tod.“ Meine Schwester ist nun Herrscherin über sämtliche Länder unserer Welt. Sie erhebt sich und dankt dem Volk und uns, die wir ihr die Treue geschworen haben. Scathara erklärt, dass sie alles in ihrer Macht tun wird, um den Frieden zu halten und für Wohlstand zu sorgen. Dann beginnt das Fest. Zuerst wird ausgiebig gegessen, doch ich sitze nicht in der Nähe von Scathara und kann ihr deshalb nicht gratulieren. Stattdessen unterhalte ich mich mit Colin.
      „Das hast du gut gemacht.“, sagt er leise, als er sich mir von hinten nährt.
      „Danke.“, flüstere ich ebenso leise zurück. Wir reden über die nächsten Tage. Die Vertreter der Länder bleiben noch eine Weile hier, um über dies und jenes zu sprechen.
      „Hast du Angst?“, fragt Colin auf einmal.
      „Wovor soll ich Angst haben?“
      „Ihr seid Schwestern. Sie ist deine ältere Schwester. Ihre beide seid wie Licht und Schatten. Sie ist der Schatten. Du bist das Licht. Ihr werdet bestimmt nie einer Meinung sein.“
      „Wir sind ganz bestimmt nicht wie Licht und Schatten.“, ich sehe ihn streng an.
      „Nur weil unsere Mutter uns so genannt hat, müssen wir nicht so sein.“, füge ich hinzu.
      Mein Name bedeutet Licht, der von Scathara Schatten.
      „Es sind nicht nur eure Namen. Es ist eure Ausstrahlung, eure Art. Und es ist gut, dass ihr beide so unterschiedlich seid.“, er blickt auf mich hinab.
      „Ich werde ihr nicht sagen was sie tun soll, ich werde ihr nur meine Hilfe anbieten.", ich seufzte, "Sie wurde für die Rolle als Königin ausgebildet. Ich wurde als Fürstin über Feras eingesetzt. Wir denken beide anders und haben auch andere Interessen. Und nein Colin, ich habe keine Angst vor meiner Schwester. Wovor ich Angst habe ist, dass sie nicht mehr meine Schwester sein wird, jetzt, wo sie Königin ist.“, doch weiter können wir nicht sprechen, denn meine Schwester kommt zu uns und umarmt mich.
      „Das war total aufregend.“, sagt sie und zieht mich auf die Füße.
      „Du warst umwerfend.“, sage ich und drücke sie fest an mich.
      Sie nickt: „Danke. Ich muss jetzt auf die Tanzfläche. Kommst du bitte mit? Ich schaffe das nicht allein.“
      „Natürlich.“, ich sehe zu Colin, doch der hat sich bereits erhob und nimmt meine Hand.
      „Danke.“, sagt Scathara und winkt Evan zu sich.
      Die beiden gehen vor uns auf die Tanzfläche und die Streicher beginnen ein verträumtes Stück zu spielen, woraufhin die beiden anfangen zu tanzen. Colin und ich warten kurz, dann begeben wir uns zu den beiden auf die Tanzfläche. Als der Tanz zu Ende ist, verabschiedeten Colin und ich uns bei meiner Schwester. Sie entließ uns nur ungern. Doch mein Zustand ließ sie darüber hinweg sehen. „Ich will doch meiner Nichte nicht zu viel zumuten.“, sprach sie zu meinem Bauch. Colin griff nach meiner Hand und wir verließen den Saal. Schweigend gingen wir zu unserem Zimmer.
      „Morgen wird der Rat der sieben Länder tagen. Scathara ist nicht dabei, wir besprechen unsere Vorgehensweise. Ich bin mir nicht sicher, wie die anderen Länder zu ihrer Krönung stehen.“, im Zimmer angelangt sprach ich meine Sorgen aus.
      „Das wird schon werden.“, sagte Colin und beginnt sich auszuziehen. Auch ich entledige mich meiner Kleidung und ziehe ein einfaches weißes Hemd an. Dann klettere ich zu Colin ins Bett und kuschle mich an ihn.
      „Gute Nacht, Eileen.“, hauchte er und drückt mich fest an seine Brust.
      „Gute Nacht, Colin.“, flüstere ich zurück und falle fast augenblicklich in eine tiefen, traumlosen Schlaf.
      Am frühen Morgen erwache ich, weil panisches Geschrei das Schloss erfüllt. Ich kämpfe mich aus Colin's Umarmung und vernehme die Schrei nun deutlich: „Feuer. Es brennt.“
      Sofort renne ich zu Colin und werfe ihn aus dem Bett. Eilig ziehen wir etwas Kleidung über und wollen das Zimmer verlassen, als sechs Männer der Wache unser Gemach stürmen. Ich schreie erschrocken auf.
      „Mylady, sie werden im Thronsaal erwartet. Sie sollen unverzüglich mit uns kommen.“, sagt der Hauptmann ohne Umschweife und tritt auf mich zu. Ich nicke nur und ziehe Colin zu mir. Umringt von den Wachmännern gehen wir zurück in den Thronsaal. Als die Türen geöffnet werden erwarte ich einen vollen Saal, doch außer den sechs anderen Fürsten ist niemand hier. Ich will gerade fragen was das soll, als Dan den Raum betritt. Auf seinem Kopf befindet sich die Krone der sieben Länder, doch sie sieht irgendwie kränklich und verkümmert aus.
      Und ich weiß was passiert ist. Das Feuer wurde gelegt um Scathara zu töten. Dan hat es getan, er war so lange der Vertreter meines Vaters, dass er nicht mehr ohne die Macht, welche ihm verliehen wurde, leben wollte.
      „Die Königin ist in dem Feuer ums Leben gekommen. Ich werde ihre Nachfolge antreten, bitte schwört den Eid.“, sagt Dan, unser neuer König, und lässt sich auf dem Thron nieder.
      Sofort treten die anderen Männer vor und schwören nacheinander ihren Eid.
      „Sie haben das geplant. Sie wollten nicht von einer Frau regiert werden.“, flüstere ich zu Colin, der mich in seinen Armen hält.
      Colin sagt nichts, er zittert kaum merklich.
      „Eileen von Tyra.“, ich schaue erschrocken auf.
      Alle haben ihren Eid geschworen, doch ich habe nicht die Absicht Dan meine Treue zu versichern. Ich will gerade ablehnen, als ich spüre, wie Colin von mir weggerissen wird. Ich wirble herum und sehe, dass der Hauptmann der Wache ihn auf die Knie gezwungen hat und ihm nun ein Messer an die Kehle hält. Mir rollt eine Träne über die Wange. Ich drehe mich wieder zu dem Thron und knie mich vor diesen.
      „Das Land Feras schwört euch die Treue im Frieden, wie im Krieg. Wir stehen hinter euch, mein König. Niemals werden wir eure Entscheidungen anzweifeln. Sollten wir dies dennoch tun, droht uns der Tod.“, ich stehe auf und sehe zu meinem Mann. Sie lassen ihn los und ich will zu ihm rennen, doch ich krümme mich vor Schmerzen. Sofort ist Colin bei mir und stützt mich, er weiß was passiert.
      Dann höre ich die Stimme des neuen Königs: „Eileen, du darfst nach Hause zurückkehren und dort den Rest deines Lebens verbringen. Deine Anwesenheit ist im Rat nicht mehr erwünscht.“
      Ich würde ihm am liebsten etwas an den Kopf werfen, ihn umbringen, doch eine neue Wehe geht durch meinen Körper. Colin hebt mich hoch und bringt mich in unser Zimmer. Ich bringe eine Tochter zur Welt, doch es bleibt keine Zeit ihre Geburt zu feiern. Mein Mann packt schnell unsere Sachen zusammen, dann verlassen wir das Schloss und fahren mit der Kutsche Richtung Heimat. Endlich habe ich Zeit zu trauern, doch ich weiß, ich muss ab jetzt für meine Tochter da sein.
      In Feras angelangt schicken wir Boten in alle Himmelsrichtung um von dem Tod Scatharas und dem neuen König zu berichten. Und ich weiß, dass nun eine Zeit der Dunkelheit anbrechen wird.
      Die Schattenzeit.
    • Es ist spät
      by Myrtana222

      Es ist spät. Das leise Ticken der Uhr verrät mir jede Sekunde, die verstreicht. Ich wälze mich auf die Seite, ich ertrage es nicht länger, auf dem Rücken zu liegen, er schmerzt. Neben mir liegt eine Tote.

      „Kannst du wieder nicht schlafen?“, fragt sie mich aus ihrem staubtrockenen Maul, ein klaffendes Loch in ihrem Gesicht, in dem die meisten Zähne nicht einmal echt sind, verschimmelt mit den vielen Jahren.

      „Nein“, antworte ich. Ich schalte das Licht ein. Im Dunkeln merkt man ihr das Alter nicht an, erst, wenn das Licht angeht. Ansonsten kann man nur ihre Haut unter der Decke spüren, alt, kalt und klebrig, zerfurcht wie eine Kiefer.

      „Ich muss etwas lesen.“
      Ich richte mich stöhnend auf, jeder Knochen knack in meinem Körper, die Beine schmerzen unter meinem Gewicht. Hinter mir schließe ich leise die Tür und taste nach dem Lichtschalter, muss ein Husten unterdrücken. Es ist doch wirklich eine Qual so alt zu sein.

      Ich setze mich in den abgewetzten Ledersessel, nehme ein Buch, irgendeins. Meine Lesebrille liegt auf dem kleinen Tisch. Die Uhr zeigt zwei Uhr morgens, tickt, als hätte ich noch Zeit zu verlieren. Vor meinen Augen verschwimmen die Buchstaben, es ist schwer, so spät noch etwas zu lesen, es strengt an.

      Ich schließe das Buch, massiere meine Augen. Diese alten Dinger, die schon lange nicht mehr richtig sehen. An der Wand hängt unser Hochzeitsfoto, verschwommen kann ich mich darauf erkennen, jung, schön und aufrecht wie eine Kerze. Wäre ich doch wieder wie damals. Wäre ich doch wenigstens zehn Jahre jünger.

      Ich greife nach der Fernbedienung, vielleicht hat das Fernsehen etwas für mich zu bieten. Seit einiger Zeit kommen doch nur noch diese Sendungen für Jugendliche, inhaltsleer und sodomitisch, selbstverliebt, als müssen sie nie altern.

      Ich will gerade eine Taste drücken, als ich etwas vorbeihuschen sehe.

      „Hallo, Jack!“

      Vor Schreck lasse ich die Fernbedienung fallen. Das kleine Wesen verkriecht sich unter den Kaffeetisch, hebt die Arme über den Kopf.

      „Mann, ich will dir doch gar nichts tun!“ Es ist rot, Nüstern sitzen auf seiner langen Schnauze, ein langer, gezackter Schwanz sprießt oberhalb seines Hinterteils, die kleinen Flügel hat es angelegt. Ganz pummelig ist es.

      „Was… Was zur Hölle bist du?“

      „Bist du blind? Ich bin ein Drache!“

      „Was will denn ein Drache unter meinem Kaffeetisch?“

      „Vielleicht wäre ich auch auf dem Tisch, wenn du nicht mit Sachen nach mir werfen würdest.“

      „Es tut mir leid. Das war ein Versehen.“

      „Dann will ich dir doch noch einmal verzeihen.“

      Mit ein paar Flügelschlägen flog der Drache unter seinem Versteck hervor und landet sanft auf dem Kaffeetisch. Seine Krallen geben dabei leise Klickgeräusche.

      „Also, Jack…“

      „Ich heiße nicht Jack.“

      „Was tut dein Name auch zur Sache. Also, Jack, ich habe gehört, du hast Angst.“

      „Angst hab ich keine. Wovor sollte ich auch Angst haben, in meinem Alter!“

      „Ich höre dich doch den lieben langen Tag ächzen, fluchen und stöhnen.“

      „Das ist doch nicht, weil ich Angst habe. Mein Rücken tut weh, meine Beine tun weh, und das Alter. Nicht einmal mehr richtig verdauen kann ich, nur ein alter Sack bin ich, voller gärender Nahrung und kalter Füße.“

      „Also hast du Angst vor dem Alter!“

      „Nein, Kleiner, ich hab keine Angst vor dem Alter. Ich verabscheue es bloß. Dieses ewige Einerlei, ein Tag ist wie der andere. Meine Freunde sind fast alle tot, meine Enkel sehe ich so gut wie nie und das Geld wird immer knapper. Und der Einzige, mit dem ich mich unterhalten kann, ist ein kleiner, pummeliger Drache.“

      Entrüstet pustet der Drache seine Nüstern auf und verschränkt die kurzen Arme vor der Brust. Ich muss fast ein Lachen unterdrücken.

      „Tut mir Leid, Drache. Ich bin nur verzweifelt.“

      „Aber wieso? Schau, sogar ich altere!“ Damit hob der Drache seinen Kopf an, sodass ich die Schuppen in seinem Nacken sehen kann, von denen ein paar etwas grauer waren als die anderen.

      „Das tut mir Leid, Drache. Ich will ja nicht jammern. Aber manchmal fühle ich mich, als wären wir nur wie ein Computer. Wir fühlen uns gut, wenn alles stimmt, wenn nichts weh tut und die Verdauung gut läuft. Wir tun, was wir für richtig halten, und wir lernen schon als Kinder, was das Richtige ist. Unser Kopf nimmt auf, was wir sehen, und nimmt es auf. Wenn mit unserem Kopf etwas nicht stimmt, wenn etwas fehlt oder kaputt ist, dann sind auch wir kaputt oder tot.“

      „Aber Jack! Wir sind doch so viel mehr als das! Ja, wir sind auf unser Gehirn beschränkt, doch können wir auch fühlen! Wir sind so komplex, nicht der beste Computer kann uns das Wasser reichen. Wir spüren Schmerz, auch wenn er eine Illusion unseres Gehirns ist, wir fühlen Ärger und wir lieben.“

      „Im Moment fühle ich mich einfach bloß alt. Ich wäre lieber tot als alt.“

      „Oh Jack, da lügst du. Wir alle wählen, ob wir hier sein wollen. Es ist einfach zu sterben, Jack. Wir wählen genau jetzt, ob wir sein wollen, genau hier, jede Sekunde, andernfalls sterben wir, töten uns, wenn wir keinen anderen Ausweg sehen. Doch bis dahin wollen wir sein, egal was ist, wir entscheiden, dass unser Leben zu wertvoll ist, um zu sterben, ob wir Angst vor dem Tod oder vor Schmerzen haben, oder ob wir noch etwas wichtiges besitzen; es ist einerlei, wir wollen Leben!“

      Ich denke nach. Ich fühle mich auf einmal besser.

      „Du hast Recht, kleiner Drache. Doch was soll ich jetzt machen?“

      „Finde raus, was dir so wertvoll ist und genieße es. Sterben müssen die meisten nämlich, ohne es gewählt zu haben.“

      „Das werde ich tun! Ich werde finden, was mir wertvoll ist!“

      „Ach ja, und, Jack…“

      „Ja?“

      „Du blutest aus der Nase.“

      Ich fühle, wie ich in die Ohnmacht falle, wie der Schlaf, der mich nicht ereilen wollte, wie eine Faust auf mich eindrischt. Es ist dunkel. Das nächste Licht, das ich sehe, ist grell.

      Ein junger Mann in Arztkittel steht vor mir, freundlich lächelnd, ein jeder Zahn so weiß wie neue Küchenfließen.

      „Guten Tag! Sie sind endlich wach. Ich bin Fuchs, Dr. Michael Fuchs. Ich bin ihr leitender Arzt.“

      „Wo bin ich? Was ist hier los?“

      Auf einmal verschwindet das Lächeln aus diesem lügenden, aalglatten, jungen, selbstverliebten Gesicht.“

      „Es muss ein Schock für Sie sein. Ihre Frau hat Sie ohnmächtig gefunden und den Krankenwagen gerufen. Ich bedaure, Ihnen mitteilen zu müssen, dass Sie einen Tumor haben, der auf ihrem Hirn sitzt und auf ihre Schädeldecke drückt. Es ist ein Wunder, dass sie noch sprechen können.“

      „Was… Was soll das bedeuten?“

      „Sie müssen operiert werden. Sonst sterben Sie in wenigen Wochen. Es kann sein, dass Sie die Fähigkeit zu sprechen für immer verlieren werden, doch der Eingriff könnte Ihr Leben retten. Wollen Sie sich gleich entscheiden?“

      „Ich… Ich will leben!“

      Erneut erwache ich. Alles ist so verschwommen. Das sind die Nachwirkungen der Narkose, dämmert es mir.

      „Er ist aufgewacht!“

      „Wie geht es ihm?“

      „Ich bedaure, ihnen mitteilen zu dürfen, dass die Operation an Ihrem Mann schlecht verlaufen ist. Vielleicht kann er Sie hören, er kann aber sicher nicht mehr sprechen. Er hat zu viel Blut verloren, in seinem Alter ist das fatal. Wäre er nur zehn Jahre jünger! Er wird es mit aller Wahrscheinlichkeit nicht überleben.“

      Plötzlich sehe ich meine Frau glasklar vor mir, nicht, wie sie ist, sondern wie sie war, jung und schön und voller Liebe und Leben. Ich dunkelblondes Haar fällt ihr in die Stirn, aus ihren Augen fallen Tränen. Auf ihrer Schulter sitzt der kleine Drache, er schaut traurig zu Boden, seine Nüstern beben.

      Wir alle wählen, ob wir hier sein wollen. Es ist einfach zu sterben, Jack. Wir wählen genau jetzt, ob wir sein wollen, genau hier, jede Sekunde, andernfalls sterben wir, töten uns, wenn wir keinen anderen Ausweg sehen. Doch bis dahin wollen wir sein, egal was ist, wir entscheiden, dass unser Leben zu wertvoll ist, um zu sterben, ob wir Angst vor dem Tod oder vor Schmerzen haben, oder ob wir noch etwas wichtiges besitzen; es ist einerlei, wir wollen Leben!“

      „Danke, Jack“, flüstere ich. Dann schlafe ich ein.
    • So meine Stime ging auch raus, und zwar an "Der Preis der Ehre". Die anderen Geschichten hatte einfach zu viele Logik-und Schreibfehler als das ich damit klar käme. Zwei Stories habe ich sogar fast gar nicht verstanden, weil da aus Mann plötzlich Frau wurde, und auch generell wurde gern in der Zeitform gesprungen, was bei mir fast einen Gehirntumor ausgelöst hätte (lol).
      Ich weiß, dass nicht jeder ein Profi ist, aber man kann ja erwarten, dass man seine selbstgeschriebene Geschichte einmal selbst zu Korrektur liest. Da fallen einem selbst viele Fehler auf, wenn plötzlich ein Wort fehlt, oder es sich schon wie eine andere Sprache anhört (Achtung Übertreibung) :D
      Was ich damit sagen will ist Folgendes: Es ist euer Werk. Ihr habt dafüt Zeit gelassen. Da kann man doch sicher noch etwas mehr Zeit investieren, um sich seine eigene Geschichte selbst vorzulesen. Da findet man selbst die größten Patzer, die den Lesefluss killen. ;)

      Euer vergammeltes Kiwi
      "Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben."
      - George Bernard Shaw -

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    • Zu Gruß! :orc:

      Gestern/heute um genau 00:00 Uhr der Votingzeitraum zum Schreibwettbewerb August/September 2013 abgelaufen. Auch diesmal können wir euch mit großer Freude wieder einen demokratisch gewählten Gewinner/eine Gewinnerin präsentieren.

      Hier die Auflösung:

      ...Gewonnen hat mit 3 Stimmen... *trommelwirbel* :mamba2:


      Herzlichen Glückwunsch! Du kannst nun das Thema für den nächsten Wettbewerb vorgeben und wurdest in die Rangliste eingetragen. ;)

      Ein herzliches Dankeschön auch an alle anderen Teilnehmer! Wir hoffen, dass ihr beim nächsten Schreibwettbewerb auch wieder mitmacht. Wir sind schon sehr auf das neue Thema gespannt, das unser aktueller Gewinner hoffentlich schon bald vorgeben wird. 8)

      Übrigens könnt ihr nun auch nachschauen, wer die Autoren sind. Diese wurden den Geschichten beigefügt.

      Das war der Schreibwettbewerb August/September 2013. Vergesst nicht, euer Feedback zu den Geschichten zu hinterlassen! ;)

      Euer Fantasy-Geschichten-Forum
    • Dankeschön! :angel:
      Freut mich, dass meine Geschichte so positiv ankam.
      Ich muss mich eigentlich bei @Kiwi dafür bedanken, da du beim letzten Schreibwettbewerb meintest die meisten Geschichten wären so "normal". Da hab ich mir dann mal ein paar Gedanken gemacht, was den aus dem Rahmen fällt.
      Also nochmal danke! :thumbsup:
      A reader lives a thousand lives before he dies. The man who never reads lives only one. George RR Martin
    • Der Wettbewerb ist zwar schon lange vorbei und daher spielt das auch keine Rolle mehr - aber ich habe (mal wieder :D ) einen kleinen Fehler entdeckt, oder glaube zumindest, einen entdeckt zu haben.
      @Deku:
      Im ersten Beitrag schreibst du, dass man im Bezug darauf, wer welche Geschichte geschrieben hat, völlig im Dunkeln steht (oder so ähnlich, eigentlich tappt), aber in den folgenden Geschichten ist immer gleich der Autor angegeben? ?(