Hoffnung und Wille

  • Ich hatte heute früh eine Freistunde hab einfach mal drauf los geschrieben. An dem gedicht ist nichts mühsam konstruiert, aber ich hoffe mal, dass es trotzdem irgendwie gefällt. :D Einfach frei von der Leber weg.
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    gestohlen von deinen Worten
    weinend, lachend, an fernen Orten
    erblüht in deiner Nähe
    erstickt an deiner Geschichte
    -mein Herz-


    obwohl ich es doch besser weiß
    sind die Kohlen am Fuß glühend heiß.
    Wenn er mir Nichts mehr wert ist
    und du mein liebster Rausch bist
    werfe ich ihn weg
    -meinen Verstand-


    lag gebrochen und verlassen
    heilte, ist an dir gewachsen
    steht jeden Tag unter Beschuss
    kämpft, bleibt nicht mehr unter Verschluss
    -mein Wille-


    -ist die Krücke mit der ich lauf
    und alles was mir bleibt
    und wenn sie bricht, in nächster Zeit
    hoffe ich, du fängst mich auf.

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

    Einmal editiert, zuletzt von kalkwiese ()

  • sehr sehr bitter süßes Gedicht! :thumbsup:
    Ich kann es wirklich voll und ganz nachvollziehen, bis auf die Letzte Strophe. Wenn ich das Gedicht geschrieben hätte, hätte ich sie weggelassen aber aus rein persönlichen Gründen.
    Ein Gedicht, mit dem du den Nagel auf den Kopf getroffen hast finde ich.


    Bei der ersten Strophe müsste der Anfang groß geschrieben werden und bei der Zweiten Strophe "-werfe ich ihn weg-" würde ich die Bindestriche weg lassen, weil die Stehen ja quasi nur vor und hinter dem Wort, dass den Schlüssel zu deinen Strophen bildet.


    Ansonsten großartig und du hast mich kalt erwischt!


    Lg Miri

    Writers aren't exactly people ... they're a whole bunch of people trying to be one person.
    - F. Scott Fitzgerald

  • So wie ich bin, brauche ich mal wieder ewig, um zu antworten.
    Danke für das Lob, damit hätte ich gar nicht gerechnet :blush:
    Es freut mich, wenn es jemandem gefällt, weil die Zeilen von Herzen kommen. Mehr kann man nicht verlangen. :3

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

  • Hallo kalkwiese,


    ich habe mir jetzt einmal die Zeit genommen, um einiges von Dir zu lesen.
    Mir fällt dabei auf, dass Du überwiegend trauriges schreibst, meist Bedrückend.


    Sind es Deine Lebenserfahrungen, denen Du Dich hier öffnest?


    Na ja, wir schreiben hier meist über eigene Empfindungen, Gefühle, Sehnsüchte.


    Ich habe Deine Werke gern gelesen, könnte mir aber vorstellen -der Frühling steht vor der Tür -dass Du auch über andere Themen gut schreiben kannst.


    Gruß von mir...Tamburin...

  • Oh, ja, @Tamburin, wenn ich Gedichte schreibe, dann schreibe ich sie über die Dinge, die mich gerade bedrücken oder allgemein beschäftigen.


    Bei meinen letzten Geschichten und Gedichten hatte ich vorallem die Absicht, ein positives Ende zu schreiben. Ich will auch Glücksmomente schreiben und das habe ich mit meiner längeren Geschichte "Himmelsjäger" vor. ^^


    Andere Themen wären eine Herausforderung. Es ist schön zu hören, dass du mir das zutraust o: vielleicht überkommt es mich ja mal wieder.

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

  • @kalkwiese


    Find ich super. Echt. Vor sowas hab ich den größten Respekt: das in Worte fassen zu können, was man tief in sich fühlt. Das kann ich zum Beispiel überhaupt nicht. Bei mir sind es meist ordentlich gereimte Vierzeiler.
    Und wenn ich dann so ein Gedicht lese, dann denke ich immer: Mann, wie langweilig und banal sind meine Machwerke dagegen...

    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



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  • @Tariq , Deine Stücke sind nicht "banal und langweilig"! Sie sind einfach anders. Wäre es nicht (wirklich) langweilig, wenn jeder die gleiche "Schreibe" hätte? :friends:


    @kalkwiese Auch wenns schon etwas älter ist: Ich finde Deinen Text sehr gut. Auch wenn ich die Worte anders setze als Du, so sind mir die Gefühle dahinter vertraut. Du solltest öfter "frei von der Leber weg" schreiben, das werden meist die besten Texte! :super:

    Der Unterschied zwischen dem, was Du bist und dem, was Du sein möchtest, liegt in dem, was Du tust.
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    Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?