Es gibt 159 Antworten in diesem Thema, welches 49.009 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (18. Juni 2018 um 12:20) ist von Xarrot.

  • Halb eins? Perfekte Uhrzeit, um hier das nächste Kapitel online zu stellen!

    Kapitel 10 – Das Ende eines Traums

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    Als Koratzash vor nur wenigen Wochen auf der Ladefläche des Karrens durch die Landschaft geschaukelt war, hatte sie eigentlich gedacht, jetzt sei sie wahrhaftig übel dran. Den gesamten Körper der Gremlin hatten Prellungen gepaart mit Schürfwunden geziert und bei jeder Unebenheit im Boden war ihr der Schmerz ins Kreuz gefahren. Das alles war zwar glücklicherweise wieder gut verheilt, aber dafür tat ihr nun bei jedem Schritt das Bein weh.
    Der Steinsplitter war ganz schön scharf gewesen und auch wenn er sie eigentlich nur gestreift hatte, war die entstandene Wunde trotzdem eine ganze Fingerbreite tief. Dass der Muskel dabei etwas zu Schaden gekommen war, stand außer Frage, denn bei jeder kleinsten Anspannung zog ihr der Schmerz den gesamten Unterschenkel hinauf. Juurz hatte ihr die Wunde zwar mit einem Büschel Frakhaar wieder zugenäht, doch gegen die Pein beim Laufen half das nicht sonderlich. Wobei allein die Tatsache, dass sie noch laufen konnte, zumindest bewies, dass sie sich mit aller wahrscheinlich wieder erholen würde.
    Wem es dagegen um einiges dreckiger ging, war Kallän. Den hatte ein anderer umherfliegender Stein nämlich nicht einfach nur kurz gestreift. Stattdessen zog sich eine tiefe Wunde von der linken Schulter bis fast an den Steiß des Borklings. Zwar hatten sie auch ihn wieder notdürftig zusammengeflickt und sogar die Wunde mit etwas Wasser aus einem nahegelegenen Bach ausgespült, dennoch schwächte der Blutverlust den kleinen Norder, sodass er nicht einmal mehr alleine gehen konnte. Folglich hatten absofort Juurz und Wirnak die Ehre, das Gepäck schleppen zu müssen, denn auch die beiden Menschen sowie Jurgl und Kjurrash waren nicht unverletzt davongekommen.
    Den Sahek hatte einer der kleineren Brocken an der Hüfte erwischt, wo nun eine blau umrandete Schürfwunde prangte. Kjurrash hingegen behinderte ihre Verletzung eigentlich nicht wirklich beim Laufen, jedoch verspürte Koratzash trotzdem nicht den Drang, mit ihr tauschen zu wollen. Zwei Finger waren der Gremlin zur Hälfte zertrümmert worden und während eine Schnittwunde in absehbarer Zeit wieder verheilen würde, kam ein zermatschter Knochen nicht so einfach wieder in Ordnung. So lief die Gremlin nicht allein wegen des Schmerzes mit verzerrter, griesgrämiger Fratze herum.
    Auch die Menschen hatte es erwischt, wenn gleich dank ihrer Rüstungen nicht ganz so drastisch. Der Mann war dabei anscheinend von irgendetwas am Kinn getroffen worden und nun schmückte ihn eine verkrustete Platzwunde, wohingegen die Frau ihr restliches Leben wohl mit einer Narbe von der Nasenspitze bis unter ihr linkes Auge verbringen würde. Der kleine Junge war dabei der Einzige, der den Steinschlag fast unbeschadet, nur mit ein paar kleinen Schürfwunden hier und da hinter sich gebracht hatte. Folglich kam ihm die Ehre zu Teil, Kallän zu stützen, was er mit einem für Koratzash unbegründeten Eifer übernahm.
    Doch trotz all dieser Unannehmlichkeiten hatten sie seit dem Vorfall keinerlei Pausen einlegen können. Zum einen, weil sie nicht wussten, ob die Besitzer der Falle ihnen eventuell sogar schon auf den Fersen waren und zum anderen, weil es niemals schlau war auf Wanderschaft durch die Wildnis längere Zeit zu verweilen. Vor allem nicht, wenn diese Wanderung mitten durch die Berge des Sor Pirsaks führte.
    Gebirge waren im allgemeinen immer ein recht gefährlicher Ort. Selbst ohne Banditen und derlei Gesindel gab es immer noch genug natürliche Steinschläge, Lawinen oder Klüfte, die einen ohne weiteres um die Ecke bringen konnten. Doch Berge, in denen tausende Fraks hausten, waren besonders tückisch. Nicht nur, weil die grauhäutigen Norder, wie die Gruppe am eigenen Leib erfahren hatte, gerne Mal selbst ein paar solcher Unglücke inszenierten, sondern auch, weil diese Kerle ihre Gipfel und Täler einfach in- und auswendig kannten. Besonders inwendig, wie angemerkt werden sollte. Denn mit aller Wahrscheinlichkeit waren viele der umliegenden Berge von Höhlen und Gängen, wenn nicht gar von ganzen Festungen der Fraks durchzogen.
    Diese garstigen, gemeinen und Fallen liebenden Kreaturen lebten nämlich nicht wie die meisten anderen Völker über der Erde, im Licht der Sonne, sondern tief in den dunkelsten Ecken der Welt. Wo sie auch die meisten ihrer Fehden untereinander austrugen. Doch wehe dem unwissenden Wanderer, der sich dummerweise in Frakland verirrte! Denn ein solcher verschwand nur allzu oft auf nimmerwiedersehen in den Bergen und tauchte erst Jahre später in Form von blanken Knochen wieder auf. So hatte man es ihnen bereits eingebläut, als sie noch junge Gremlins gewesen waren, die nicht mal einen einzigen Winter erlebt hatten.
    Da jedoch weder Koratzash noch sonst jemand aus der Truppe die Lust verspürte, herauszufinden ob dies alles auch wirklich stimmte, hieß es marschieren, marschieren und noch viel mehr marschieren. Den Berg hinauf, über Grate, den Hang hinab und abermals hinauf. Durch Täler, Steinfelder und kleine Tannenhaine hindurch. An Bächen, Seen und Schluchten vorbei, immer weiter nach Osten, tiefer in die Wildnis hinein ...

    Es war bereits spät geworden und die Berge ringsherum begannen im schwindenden Licht zu schwarzen Schemen zu verblassen, als der bunte Haufen endlich einen geeigneten Rastplatz bei einer Gruppe von Bäumen erreichte. Das Tal war im Gegensatz zu den meisten anderen, die sie bisher zu Gesicht bekommen hatten, relativ dicht bewachsen, was wohl dem kleinen Tümpel am Grund zu verdanken war. Von diesem aus führten wiederum zwei Bäche auf verschiedenen Wegen aus dem Tal hinaus, während ein dritter den Rest mit Wasser speiste. Hier und da erhaschte Koratzash sogar einen Blick auf etwas, dass wohl Fische sein mochten, doch wurde ihre Aufmerksamkeit vielmehr von etwas ganz anderem gefesselt.
    Eigentlich war es ja ziemlich unscheinbar und verschmolz schon fast mit der restlichen Umgebung, besonders jetzt bei Einbruch der Nacht. Erst als der Borkling sie darauf hinwies, sprang es auch der Gremlin ins Auge. Es war schlicht und ergreifend ein Grab.
    Zugegebenermaßen war es auch nicht nur ein stinknormales Grab, sondern ein Berggrab der Fraks. Atangash Horuk nannte man so etwas bei den grauhäutigen Norder, das Heim der Leichen, für einen ihrer verstorbenen und mächtigsten Artgenossen errichtet. Koratzash wusste nicht, was dieser Frak zu Lebzeiten vollbracht hatte, aber es musste doch schon etwas ziemlich Besonderes gewesen sein. Sonst hätte man ihn nicht bestattet, sondern wie all die anderen einfach verotten lassen. Wobei Grab eigentlich nicht wirklich der richtige Begriff dafür war. Gefängnis traf es da schon eher.
    Einen Toten bannte man nämlich nicht einfach so. Es war ein völlig widernatürlich Vorgang eine Seele an ihrer Weiterreise zu hindern. Was für Kräfte nach dem Tod wirkten, wusste Koratzash nicht genau, doch entzogen sie sich jeglichen Einflusses der sieben Skulpak, Garden und Riesen. Eringax den Seekönig nannte man denjenigen, dem man sich zu unterwerfen hatte, wenn einem das Leben ausgehaucht wurde und es nicht zu tun hieß, gegen sämtliche Gesetze der Weltordnung zu verstoßen. Etwas, das man ebenfalls nicht einfach so tat. Einen driftigen, machtvollen Grund brauchte es dazu sowie verkehr mit Wesen, mit denen Koratzash lieber nichts zu tun haben wollte. Nur für die größten Helden der Norder nahm man diese Mühen auf sich und sperrte ihre Seelen in ein solches Grab. Damit man auch weiterhin in der Not auf ihre Stärke und ihr Wissen zurückgreifen konnte.
    Der einzige, wenn auch schwindend geringe Nachteil an der Sache war die beunruhigende Aura, die einen solchen Ort umgab. Nicht gerade selten wurden davon noch mehr zwielichtige Kreaturen angelockt, die eigentlich gar nichts in dieser Welt zu suchen hatten. Zudem kam es in der Nähe solcher Stätten oftmals zu seltsamen Träumen oder Vorkommnissen, wenn einem nicht sogar der dort gebannte Geist selbst erschien.
    Von daher war es nicht weiter verwunderlich, dass sich bei Koratzash nur kurz nach dem Betreten des Tals die Nackenhärchen aufstellten. Hier war der Fluch, mit dem man den Frak an sein Grab fesselte besonders stark. Selbst sie als jemand, der von solchen Dingen kaum etwas wusste, konnte es spüren ...
    ,,Nash Gremdurr shurgur Braugug zash bror ...´´, säuselte etwas unvermittelt mit dem Wind, zwischen den Bäumen am anderen Ufer des Tümpels zu ihnen herüber.
    Als wäre ein Schwarm Hummeln in ihre Hintern gefahren, sprangen die Gremlins mitsamt Borkling auf, wobei Koratzash mit einem leisen, schmerzerfüllten Japsen wegen ihrer Wunde sogleich wieder umkippte. Lediglich die Menschen blieben einfach sitzen und starrten stattdessen die Norder verwirrt an.
    ,,Gremdurr trakrul azg ...´´, seufzte es erneut, sanft wie ein mildes Lüftchen und verlor sich schließlich in der Nacht.
    ,,Was ist los?´´, kam es misstrauisch von der Frau. ,,Habt ihr etwas gehört?!´´
    ,,Habtihr etwa nix gehört?!´´ Wirnak glotzte die drei vollkommen entgeistert an.
    ,,Natürlich haben sie es net gehört!´´, knurrte Jurgl und ließ nochmals seinen Blick über die Umgebung schweifen, dann setzte er sich wieder hin. ,,Hockt euch hin! Ihr macht mich noch ganz kirre! Das is bloß der Geist des Fraks, der uns Angst machen will. Aber mehr als das kann er auch net tun...´´
    ,,Hast du gehört? Der Boss sagt, es sind Geister!´´, zischelte Juurz furchtsam neben Koratzash, der immer noch das Bein von der Bewegung wehtat.
    ,,Ja, aber wieso hören die da nix? Sind die taub?´´, murrte Wirnak immer noch ganz aufgekratzt.
    ,,Gib Acht, was du sagst, Gremlin!´´ Nun stand der Mann doch auf und warf einen wütenden Blick in die Runde. ,,Glaubt ihr etwa Spielchen mit mir treiben zu ...´´
    ,,Wie war denn nochmal dein Name, Mensch?",unterbrach ihn plötzlich Kallän, der bisher still neben dem Feuer gelegen und sich ausgeruht hatte.
    ,,Galdor, Herr der Burg Hogmir bin ich. Wenn du mich nun aber schon so frech unterbrichst, wüsste ich auch gern, mit wem ich das vermaledeite Glück habe, hier sitzen zu dürfen." Auffordernd wies der Mensch dabei in die Runde.
    ,,Juurz, Wirnak, holt Holz, ich will heut mal ein Feuer riskieren!´´, meinte Jurgl plötzlich und wandte sich dann an Galdor. ,,Hehe, dann will ich es dir einmal erzählen, Mensch ...´´

    Schließlich saßen sie alle beisammen an einem lustig vor sich hin prasselnden Lagerfeuerchen, während einer der Gremlins ein wenig von dem Fleisch darüber briet. Galdor selbst saß etwas angespannt gegen eine der Tannen gelehnt daneben und hatte die Beine ausgestreckt, um es sich nach dem langen Fußmarsch sowie dem wenig erquickenden Steinschlag ein wenig gemütlich zu machen. Ihm direkt gegenüber hatte derweil der Boss der Gremlins Platz genommen und stocherte gedankenverloren mit einem kurzen Stock im Feuer. Ansonsten herrschte Schweigen, da eigentlich alles darauf wartete, dass der Boss der Norder endlich mit seiner angekündigten Erzählung begann. Doch bisher hatte er seitdem kein Wort mehr verloren. Lediglich der kleine Junge und Tarya wechselten hier und da ein paar geflüsterte Worte.
    Auch sie traute den Nordern nicht recht über den Weg, was deren Absichten anging, und selbst nach der gemeinsam überstandenen Gefahr waren sie noch lange keine Freunde.
    Dem einzigen, dem die allgemeine Stimmung offenbar nichts anhaben konnte, war der Borkling namens Kallän. Erneut musste der ehemalige General zugeben, dass ihn das Durchhaltevermögen der kleinen Kreatur überraschte. Anfangs hatte er nicht einmal daran geglaubt, dass der Norder den nächsten Tag überhaupt noch erleben würde, derart angeschlagen war er durch die Landschaft geschwankt. Er selbst hätte vermutlich mit einer solchen Wunde am Rücken kaum noch die Kraft zum Laufen aufbringen können. Doch die Kreatur war viel zäher, als es den Anschein machte und nun pfiff der Borkling sogar schon wieder leise vor sich hin.
    ,,Schnauze!´´, zischte ihn mit einem Mal der Gremlinboss an. ,,Wir gehen schon genug Risiko mit dem Feuer ein, da musst du net noch mehr Krach machen!´´
    ,,Wenn ich mich recht entsinne, wolltet ihr uns doch ohnehin etwas erzählen!´´, warf nun Galdor selbst ein, um zu verhindern, dass der Kerl erneut in Schweigen verfiel. ,,Also, dann erzählt mal ...´´
    ,,Nenene, halt warte, Mensch!´´, schnitt ihm der Gremlin das Wort ab. ,,Erstmal wollten ich un meine Leute uns doch vorstellen! So ganz nach Sitte, wie?´´
    Genervt schnaubte der ehemalige General, nickte aber trotzdem.
    ,,Also, der dürre Jammerlappen da heißt Juurz, war früher Küchenhilfe bei Pauhurg, unserem Koch. Das hier neben mit is Kjurrash, was die gemacht hat, weiß ich gar net ...´´ Dabei wies er mit dem Finger immerzu auf den jeweiligen Gremlin. ,,Der größere hier is Wirnak, einer meiner besten Sauf un Raufkumpel ..." Dann verzog er kurz verächtlich das Gesicht, als er zum nächsten wanderte. "Un das rebellische Miststück da heißt Koratzash." Dann erschien auf einmal wieder ein breites Grinsen auf seinem Gesicht. "Un ich bin Jurgl, der Boss von dem Sauhaufen hier und bevor ihr Deppen uns die Höhle zerdeppert habt, auch noch Unterboss unseres Stammes. Jetzt, seid ihr dran!"
    Damit nickte er zu ihnen herüber und grinste weiterhin so breit und einladend, dass der kleine Junge Kalln kurz ein wenig furchtsam zu Galdor hinüberblickte.
    ,,Falls es euren winzigen Köpfen bereits entfallen sein sollte, mein Name ist Galdor. Dies hier ist meine Leibwächterin Tarya und er hier hört auf den Namen Kalln.´´
    ,,Ut mi it Kallän!´´, quäkte der Borkling fröhlich dazwischen, den diese ganze Vorstellerei herrlich zu amüsieren schien.
    ,,Nun, Gremlin, was wolltet ihr uns erzählen?´´, fuhr Galdor fort.
    ,,Jurgl heiß ich un für euch beide, weil ich euch am Leben gelassen hab un absofort euer Boss bin, heißt es SahekJurgl, tarjugak?´´ Am liebsten hätte Galdor dem frechen Kerl eine reingehauen, doch er beherrschte sich, einstweilen. ,,Also, dann sperrt mal die Lauscher auf, weil das, was ich euch zu erzählen hab, is was Wichtiges ...´´

    Gespannt lehnte sich Koratzash etwas zurück. Nach all den seltsamen Aktionen interessierte es sie nun wirklich, was Jurgl als Erklärung vorbringen würde. Auch der Mensch wirkte recht neugierig und warf die ganze Zeit unruhige Blicke in die Runde.
    ,,Aber ne, wartet kurz, erstmal zu dir Mensch... Glador? Gallador? Ach, leck mich ... wir nennen dich einfach ...Oksikniljitz!´´ Neben dran kicherte Wirnak leise über den Namen, der übersetzt ,,Stock im Arsch“ bedeuten würde. Doch der Mensch achtete gar nicht weiter darauf. ,,Oder kurz, damit es einfacher is, nur Oksnitz ... ja, des is gut ... äh, wo war ich? Genau, ich hätte da zuerst mal so eine Frage an dich, mein guter, alter Oksnitz ...´´ Kurz musste nun auch Jurgl selbst kichern, dann hatte er sich wieder gefangen. ,,Was sollte eigentlich diese Armee?´´
    Es folgte Stille. Zum einen auf Seiten der Norder, weil keiner von ihnen wusste, über was ihr Anführer da sprach und zum anderen bei den Menschen, da diese schlichtweg keine Antwort darauf parat hatten. Es brauchte schon ein paar Atemzüge, um eine gute Entgegnung auf eine solche Frage zu finden. Doch schließlich war Oksnitz soweit und öffnete langsam und bedächtig den Mund.
    ,,Keine Armee, Gremlin, vielmehr ein Stoßtrupp ...´´, begann er, doch Jurgl machte nur eine unwirsche Bewegung.
    ,,Schmarren! Erzähl kein Mist! Das waren fast alles nur Kämpfer, bewaffnet un ausgebildet!´´
    ,,Wenn ihr eine Antwort wollt, dann haltet auch den Mund! Vorlaute Kreatur!´´, mischte sich nun die Frau erbost ein, woraufhin Oksnitz ihr nur einen kurzen Seitenblick zuwarf.
    ,,Sahek, Mensch, immer noch! Un dich nennen wir dann ab sofort...´´
    ,,Es war ein Stoßtrupp! Mit der Aufgabe, die Mordmark von euch Gesindel zu reinigen!´´, fuhr der Mann nun längst nicht mehr so beherrscht wie noch kurz zuvor dazwischen.
    ,,Mordmark?!´´ Jurgl schien ein wenig verdutzt, gleichzeitig aber auch belustigt. ,,Die Mordmark liegt zig Tagesmärsche von hier entfernt im Norden, du Idiot! Von was bei Njordash redest du denn, Oksnitz?´´
    ,,Ja von was wohl?!´´ Nun war dem Mann aber wirklich sämtliche Zurückhaltung abhanden gekommen und zornig starrte er Jurgl an, der seinerseits grinste, als hätte er nichts anderes erreichen wollen. ,,Von euren verdammten, verfluchten Wäldern, Hügeln und dreimal verdammten Seen! Diese ganze Wildnis, in die ihr euch immer verkriecht, nachdem ihr unschuldigen Bauern die Kehle aufgeschlitzt habt!´´
    ,,Das, mein guter Oksnitz...´´ Anscheinend war es tatsächlich Jurgls Ziel, seinen Gegenüber auf die absolute Spitze zu treiben und belehrend hatte er sogar einen Finger erhoben. ,,... is nicht die Mordmark! Was du meinst, Oksnitz, is der Urks Tigra, der Puukat Jokkomurhashr un der Troljash Sarmek im Süden! Einfach nur zwei Waldgebiete mit einem Sumpf daneben, des noch net mal einen eigenen Namen hat.´´
    ,,Und was ist dann die Mordmark?!´´ Zwar schien der Mensch inzwischen etwas ruhiger geworden zu sein, doch noch immer klang seine Stimme äußerst aufgeregt. ,,Euer ach so großartiges Gremlinreich jenseits der Berge?´´
    ,,Seit wann gibt es denn Gremlins auf der Ostseite der Berge, Boss?´´, meinte nun auch Kjurrash leicht verwirrt.
    ,,Es gibt keine, wird es auch nie´´, lautete die unspektakuläre Antwort Jurgls. ,,Auf der anderen Seite der Sor Pirsak gibt es nix anderes mehr als Goblins, Fraks un jede Menge marodierender Orks.´´
    ,,Und...´´ Auf einmal wirkte der Mensch ein wenig sprachlos, fast schon geschockt. ,,Und die Helvetrin? Das Volk aus dem Tiefland, jenseits der Berge ...´´
    ,,Keine Ahnung von was du da faselst Mensch! Ich sagte doch schon: Nix als Goblins, Orks un Fraks!´´ Ein hinterhältiges Grinsen zierte nun Jurgls Gesicht, als hätte er keine andere Reaktion erwartet. ,,Von daher jetzt nochmal ... Was wollte ein verhunzter Haufen wie eurer auf unserem Gebiet?´´

    Äußerlich wirkte Galdor vielleicht noch gefasst, doch innerlich zerbrach seine Welt gerade in unzählige Splitter.

    Was redete dieser Gremlin da?! Was meinte er damit, es gab keine Helvetrin? Was war mit den alten, geretteten Texten aus der Bibliothek von Hörtpåkkar, in denen detailliert der Handel mit jenem Volk, südöstlich der Berge beschrieben wurde? Ein Land von zwei hohen Gebirgsketten beschützt, mit einer von fruchtbaren Äckern überzogenen Ebene dahinter, gesäumt von blühenden Wäldern? So etwas konnte doch nicht nur ausgedacht sein, nichts weiter als eine Lüge! Sollte der Gremlin jedoch entgegen sämtlicher Hoffnungen die Wahrheit sagen, würde das für Galdor bedeuten, dass seine Expedition umsonst gewesen war. Für nichts und wieder nichts hätte er seinen Landsitz verkauft, um alles finanzieren zu können. Wegen eines Hirngespinstes wären unzählige Menschen und Gardrim gestorben. Er hätte versagt, bei allem was nur irgendwie möglich war zu versagen. Keiner würde sich je an seinen Namen erinnern. Er wäre ein Niemand und sein Vater hätte Recht behalten ...

    "Vem har trampat mina svampar ner?!"

    3 Mal editiert, zuletzt von Xarrot (21. Mai 2017 um 21:03)

  • 21:23 Uhr-die perfekte Zeit, um dir zu antworten :)

    Jetzt können wir auch mal sehen, wie lange ich brauchen werde, um meinen Kommentar zu verfassen. Also los:

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    Folglich hatten absofort Juurz und Wirnak die Ehre, das Gepäck schleppen zu müssen, denn auch die beiden Menschen, Jurgl und Kjurrash waren nicht unverletzt davon gekommen.

    Rainbow ist schon wieder verwirrt. Seit wann sind denn Jurgl und Kjurrash Menschen? Es klingt so, wenn man den Satz liest. Oder habe ich mal wieder ein Brett vor dem Kompf? Ahhhh....ich glaube, ich habe deine Intention gerade nach dem 5. Lesen kapiert. Das soll eine Aufzählung sein! :dash: Vielleicht könnte man das für so Deppen wie mich deutlich hervorkehren, indem man statt des Kommas ein "sowie" schreibt. ???

    Auch die Menschen hatte es erwischt, wenn auch dank ihrer....

    Das fand ich zum einen irgendwie doppelt gemoppelt, weil du es ja bereits weiter oben geschrieben hast. Außerdem taucht hier zweimal "auch" kurz hintereinander auf.


    Der kleine Junge war dabei der einzige,

    der Einzige (glaube ich)


    So hatte man es ihnen bereits eingebläut, als sie noch junge Gremlins gewesen waren, die nicht mal einen einzigen Winter überlebt hatten.

    Das hört sich für mich so an, als hätten sie den Winter nicht überlebt-quasi, als seien sie gestorben.


    einen Blick auf etwas, dass wohl Fische sein mochten

    das

    ...aber es musste doch schon etwas ziemlich besonderes gewesen sein. Sonst hätte man ihn nicht best..

    etwas ziemlich Besonderes...(groß)


    Wenn du mich nun aber schon so frech unterbrichts, wüsste ich aber ...

    2 x aber

    stocherte Gedankenverloren mit einem ku...

    gedankenverloren (klein)


    So, das war`s von mir.Der arme Galdor-Nicht nur, dass sie ihn "Stock im Arsch" nennen, jetzt läuft seine ganze Mission auch noch Gefahr für den Arsch gewesen zu sein. Ohje ohje...Bin gespannt, wie es weitergeht :)


    Exakt: 21:43 Uhr. Das macht 20 Minuten!

    Viele Grüße,
    Rainbow

  • @Rainbow 21:47 die perfekte Uhrzeit um ... ins Bett zu gehen, damit man am nächsten morgen auch wach ist. Tja, jetzt weiß ich zumindest was ich immer falsch mache ...

    Rainbow schrieb (Zitate hängen wieder ... :whistling: ) :
    Vielleicht könnte man das für so Deppen wie mich deutlich hervorkehren, indem man statt des Kommas ein "sowie" schreibt. ???

    Aber gerne doch! :D Wird alles ausgebessert :thumbsup:

    "Vem har trampat mina svampar ner?!"

  • Auf ein Neues, @Xarrot!

    Mit Kapitel Vier geht es In die Wildnis ... und du spielst genüsslich die größte Stärke dieser Geschichte aus: die Gremlins selbst. Ihr ganzes Gehabe, ihre Sprechweise, das Gekabbel untereinander und der Hass für die Menschen. Gleichzeitig wird aber auch klar, dass sie eben keine Oberschurken sind, sondern auch "nur" Wesen, die irgendwie überleben wollen. Auch sie fürchten sich vor den Kreaturen der Wildnis und kennen ganz genau ihren Platz in der Nahrungskette. Aber frech und widerspenstig wie sie sind, lassen sie sich davon nicht unterbuttern und das gefällt mir sehr. Es wirkt wie eine dreckige Version der Zwerge aus Tolkiens Hobbit. Und ebenso wie die Bärtigen, kann ich auch hier die Namen leider noch nicht auseinanderhalten. Aber ich schätze, das kommt vielleicht noch. ;)

    Was mich ein wenig stört, sind die Flüchtigkeitsfehler. In diesem Kapitel stecken einige davon. Seien es fehlende Buchstaben oder gar ganze Wörter. Manchmal hilft es, sich die eigenen Texte laut vorzulesen. Da fallen die meisten Fehler auf.

    Der Gesamteindruck wird davon bislang aber nur minimal geschmälert. Die Norderbande ist sympathisch, die Handlung spannend, die Welt macht neugierig. Schluss mit Komplimenten! xD

    Gruß!

    Spoiler anzeigen

    Kaum das die Sonne aufgegangen war, umstellten mehrere Dutzend Gardrim und Menschen den Käfig mit den Gremlins darin, die bis dahin immer noch lieblich geschlummert hatten.

    Kaum, dass ... hach, ich wollte keine Kommafehler mehr anmerken, aber das ist bereits der ZWEITE SATZ des Kapitels. Der Fehler kommt später noch einmal vor ...

    Während die Gardrim und Menschen es sich des Nachts gemütlich an ihren Feuern bequem machenten, hockten die Gremlins allesamt in der Mitte des Lagers an einen Baum gefesselt, um sie herum nichts als die nächtliche Dunkelheit.

    Gemütlich und bequem sind synonym. Eins von beiden ist ausreichend.

    machten


    Erneut prasselte Regen auf sie herab und besonders in den Mienen (!) Menschen konnte man deutlich ablesen, wie sehr ihnen die andauernde Nässe auf die Nerven ging.

    der - wie bereits erwähnt, es fehlen immer mal wieder Buchstaben oder Wörter. Einfach nochmal mit etwas Abstand durchlesen.

  • @Maxwell Ai da hast du ja nochmal einige Patzer von mir entdeckt. So Flüchtigkeitsfehler kann man leider immer so schwer ausmerzen, für einen kommen gefühlt zwei neue nach ... wie bei einer Horde Gremlins ^^
    Es freut mich natürlich sehr, dass dir die Geschichte gefällt und der Vergleich mit den Zwergen bei Tolkien kam mir tatsächlich auch schon in den Sinn, auch wenn ich davon eigentlich nicht direkt beeinflusst wurde. Zumindest bei dieser Geschichte :whistling:

    "Vem har trampat mina svampar ner?!"

  • Höret, höret: Xarrot hat ein neues Kapitel zum verschnipeln fertig. Mögen ihm die Kommas hold sein und die Redebegleitsatzanfänge groß.

    Kapitel 11 - "Hiwwe wiä driwwe"

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    Ja warum eigentlich das Ganze? Wie war es denn dazu gekommen, dass in Galdor der Gedanke an eine Expedition in die Wildnis aufgekommen war? Hatte es daran gelegen, dass er selbst Bruder und Onkel an jene barbarischen Norder verloren hatte, welche er seitdem von ganzen Herzen hasste? War es dieses Gefühl der Schuld gewesen, seine eigenen Leute nicht beschützen zu können, wenn ihn wieder einmal die Nachricht von einem Überfall der Norder auf eines seiner Gehöfe erreicht hatte? Ja, dies alles waren Gründe dafür, dass er eine Armee zusammengestellt und ausgerüstet hatte, um die vermeintliche Mordmark zu erobern, vielleicht sogar die Berge selbst. Doch der eigentliche Grund für all das hier war, so sehr es Galdor auch zu ignorieren suchte, ein anderer.
    Eine so schlichte und simple Gier nach Ruhm, dass selbst der gemeinste Bauer sich wohl dafür geschämt hätte, gepaart mit der Neugierde seines noch recht jungen Geistes, das waren die wahren Beweggründe. Galdor selbst gab sich zwar meist edler, als er es eigentlich war, doch in dieser Hinsicht konnte er sich selbst keinerlei hehren Ziele vorlügen. Dem Gremlin hingegen schon und unter normalen Umständen hätte er es auch getan, aber der ehemalige General war es leid, irgendjemandem etwas vorspielen zu müssen. Mit solcherlei Zwielichtigkeiten hatte er sich schon am königlichen Hofe zur Genüge abgeben müssen.
    Er hatte Leute bestochen, angelogen und sogar einmal vor Gericht falsch ausgesagt, nur um sich an die Spitze hocharbeiten zu können, sodass ihm der König Gehör schenken würde. Was hatte er sich bloß darauf eingebildet, als er es endlich geschafft hatte, seinen Lehnsherren dazu zu überreden, ein vereintes Heer mit dem König der Gardrim aus Söderheim aufzustellen und ihm, Galdor das Kommando über den ersten Stoßtrupp zu verleihen. Sogar sein eigenes Land mitsamt der Burg seiner Vorväter hatte er verkauft, damit er all die Soldaten finanzieren konnte. Er hatte tatsächlich daran geglaubt, dass er all diese Dinge, Land, Titel und Ruhm schon erlangen würde. Wenn er ersteinmal das Land erobert hatte. Dann hatte er sich eine neue Burg auf seinem neuen, größeren Land errichten wollen, wobei Titel und der damit einhergehende Ruhm eines Eroberers wohl auch bald folgen würden. Er war jung gewesen und ein Idiot oben drein.
    Doch Galdor wollte nicht mehr lügen. Er hatte keine Lust mehr, den Edelmann spielen zu müssen oder jemanden von seiner Sache zu überzeugen. Es bekam doch eh keiner mit, außer einem Haufen Norder.
    Also erzählte Galdor wie es wirklich gekommen war und mehr als einmal musste er dabei über seine eigene Dummheit lachen. Auch die Norder schienen das ganze sehr unterhaltsam zu finden und kicherten ständig über irgendetwas. In jenem Moment herrschte Frieden. Selbst Tarya und der Junge waren ganz ruhig und lauschten einfach nur dem, was Galdor ihnen erzählte. Irgendwann meldete dann der Gremlin Juurz, dass ihr Essen fertig gebraten sei und immer noch gut gelaunt aßen sie alle zusammen. Während begannen nun auch die Gremlins zu erzählen.
    Vor allem der Anführer der Norder, Jurgl schien ein unerschöpfliches Arsenal an Anekdoten zu besitzen und Galdor lehrnte dabei einiges über jene Kreaturen, mit denen ihn bisher nur Hass verbunden hatte.
    Doch egal wie viel sie redeten, das Gefühl, dass Jurgl irgendetwas mit Absicht nicht verriet, blieb. Galdor konnte es spüren, wenn der Gremlin den Mund öffnete, etwas erzählte, um danach für einige Sekunden einfach nur reglos dazusitzen und in die Flammen zu starren. Es war auch da, wenn er aus dem Augenwinkel mitbekam, wie ihn der Norder musterte. Es war ein Blick voller Wahnsinn, der so gar nicht zum stumpfen, manchmal sogar schon fast einfältigen Gebaren des Gremlins passen wollte.
    Und das war es letztendlich auch, was Galdor davon abhielt, den Gremlins zu vertrauen. Er verstand sie einfach nicht und das beunruhigte ihn ungemein. Er verstand nicht warum sie kicherten, wenn Jurgl davon erzählte, wie unzählige Kreaturen abgeschlachtet wurden. Wie sie vollkommen unbekümmert von Verbrechen aller Art, die sie begangen hatten, berichten konnten, oder was sie überhaupt zu solchen Taten trieb. Keine lebendes Wesen auf dieser Welt beging eine schlechte Tat einfach nur um böse zu sein. Es steckte immer ein Sinn dahinter, doch bei den Nordern suchte Galdor diesen vergeblich. Die Kerle blieben ihm schlichtweg ein Rätsel. Ein vom Wahnsinn erfülltes und ungelöstes Rätsel.

    Der Mensch war und blieb für Koratzash ein Rästel. Was er erzählte machte für sie schlichtweg keinen Sinn.
    Zum einen verstand sie sein Gerede über finanzielle Probleme nicht. Für was musste man Krieger denn bezahlen? Ein jeder zog doch gerne in die Schlacht, wo Gemetzel und Mord lockten und man doch sowieso Beute zur Genüge abstauben konnte, wenn man den ganzen Spaß denn überlebte. Zugegeben, auf Seiten der Verlierer sah die Sache meist ganz anders aus, aber das konnte man vorher ja wohl schlecht wissen. Auch das ewige Geschwafel über Politik ging Koratzash vollkommen ab. All diese verhohlenen Feindschaften, von denen jedoch eigentlich jeder wusste und die nur wegen seltsamer Formalitäten versteckt ausgetragen wurden, waren für Norder einfach unverständlich. Wenn Koratzash jemanden nicht mochte, dann zeigte sie es demjenigen offen und allen anderen gleich noch dazu, damit dieser auch ganz genau wusste, wem er sich unterzuordnen hatte. Oder aber sie täuschte ihm mit List und Tücke etwas vor, um jenem im geeigneten Moment in den Rücken fallen zu können. Dann aber wiederum nicht so, dass es jeder andere ebenfalls mitbekam. Sonst wäre ja sämtliche Hinterlist gleichsam hinfällig.
    Die Gesichter ihrer Kumpanen stimmten ihr dabei stumm zu. Lediglich Kjurrash wirkte tatsächlich ein wenig so, als würde sie zumindest etwas davon kapieren und nachvollziehen können. Schließlich endete Oksnitz und Koratzash stieß ein leises, erfreutes Schnauben aus. Viel länger hätte sie das Geschwätz des Kerls auch nicht mehr ertragen können. Mit etwas zu saufen würde das vielleicht anders aussehen, doch zu ihrem Verdruss hatten sie leider nichts davon in ihrem Gepäck. Plötzlich erweckte ein sonderbares Geräusch von rechts, wo der Borkling lag, die Aufmerksamkeit der Gremlin.
    ,,Und dann musst du es einfach nur rammen als ... ´´, begann der kleine Kerl gerade mit irgendeiner Erklärung zu Juurz, der konzentriert da hockte, um die akzentbeladenen Worte des Borkling auch zu verstehen.
    ,,Ey! Was is das?!´´, rief Koratzash dazwischen und beide sahen verwirrt zu ihr hinüber.
    Dann wanderte aller Augenmerk auf die Feldflasche aus Leder, die der Borkling in der Hand hielt. Sofort begann es in den Augen der Gremlins gierig zu glitzern.
    ,,Gesöffs is das ... ´´, entgegnete der kleine Kerl etwas verwirrt darüber, warum ihn nun alles so anglotzte.
    ,,Akjukkomurhashr olok muax okkarx Pikjurgt! Sul omatashak Sathztr!´´, rief Jurgl auf Jutnordsh und warf freudig die Hände in die Luft. ,,Gemetzel mit unserem Borkling! Er hat was zum saufen dabei!´´
    So also endete dieser Abend: Mit Alkohol, einem leicht über den verlust seines Schnapses verdrossenen Borkling, sowie fünf besoffenen Gremlins, die zu allem Überfluss auch noch gegen Ende eine Schlägerei anfingen. Die Menschen hielten sich bei dieser kleinen Feier eher zurück, bis auf einen kleinen Schluck. Doch da dieser ihnen nicht so recht zu bekommen schien, beliesen sie es dabei. Der Borklingschnaps, Fuzwatzen nannte Kallän es, war aber auch verdammt stark...

    ,,Boss mein Schädel ... ´´, murmelte Koratzash leise, als Jurgl sie mit einem Fußtritt weckte.
    ,,Jammer net! Meiner tut auch weh, jetzt beweg dich!´´, knurrte der Sahek unbarmherzig.
    ,,Ich glaub die zweite Flasche war doch ein bissl zu viel ... ´´, meinte nun auch Wirnak, der sich bereits schwankend und eine Hand am Schädel erhoben hatte. ,,Wo is eigentlich der Borkling hin?´´
    ,,Gräms! Runnerschützt ma!´´, rief eine wohl bekannte, quäkende Stimme vom Ufer des kleinen Teichs.
    Dort lag ein gewisser Kallän rücklings auf dem schlammigen Boden und glotzte dumm zum Himmel hinauf. Fast schon Käfergleich wedelte er dabei mit den Armen. Doch statt sofort zu Hilfe zu eilen und dem immer noch heftig verwundeten aufzuhelfen, beschlossen die Gremlins, wie die Norder die sie eben waren, das ganze erst einmal belustigt zu beobachten.
    ,,Was machst du da?´´, wollte schließlich Wirnak wissen.
    ,,Gestern, als ihr alle voll trunken ward, kamt ihr auf die Idee, dass es dem Borkling gut tun würde ein Bad zu nehmen ... ´´ Schaltete sich da auf einmal Oksnitz ganz nüchtern ein. ,,Und dann habt ihr ihn einfach liegen lassen, weil er dabei eingepennt ist und ihr zu faul gewesen seid, ihn wieder zurück zu tragen.´´
    ,,Immerhin lebt er noch ... ´´, meinte Jurgl bloß achselzuckend. ,,Jetzt helf ihm schon hoch Wirnak! Schließlich brauchen wir ihn noch ... ´´
    Wenig später, nachdem sie ihre etwas verstreut liegenden Habseligkeiten eingesammelt und Kallän sich diesmal wirklich den Schlamm abgewaschen hatte, brachen sie auf. Mit zumeist schmerzender Rübe, schwankend und müde verließ der Trupp das Tal mit dem Frakgrab auf einem schmalen Pfad, der erst ein kleines Geröllfeld empor und dann über einen Grat führte. Dahinter erwartete sie ein weitaus weniger steiler Hang, was sowohl bei den Menschen, als auch bei den angeschlagenen Nordern auf Wohlwollen stieß. Dennoch legten sich die Norder gefühlt alle hundert Meter der Länge nach hin. Hinzu kamen noch die Verletzungen durch den Steinschlag, sowie ihre verspannten, schmerzenden Glieder, sodass sie schließlich am Fuße des Hangs eine Pause einlegen mussten. Im Schutze einiger Bäume und Felsen erfrischten sie sich etwas, dann trieb Jurgl sie wieder auf die Beine und weiter ging es.
    Über ihnen zeigte sich derweil kein einziges Wölkchen, was von Koratzash als Verschwörung von Glück und Zufall gegen sie gewertet wurde. Denn jeder, der schon einmal bei strahlendem Sonnenschein durch eine karge Gebirgslandschaft hatte wandern müssen, wusste wie ätzend und heiß eine solche Wanderung werden konnte. Zumal ihr auch noch der Schweiß in die Wunde lief und dort höllisch brannte. Doch wie es eben immer mit anhaltendem Schmerz war, rückte dieser nach einer Weile einfach in den Hintergrund. Schließlich hatte man auch so genug mit dem eigenen, rasselden und ebenfalls brennenden Atem zu tun, den schmerzenden Fußsohlen, sowie natürlich dem Protest der strapazierten Beinmuskeln. Da machte so ein Bisschen mehr nicht viel aus, es ging einfach im Rest unter.
    Wie sie diese Tortur dann auch noch fast vier Tage durchstanden, wusste hinterher keiner mehr zu sagen. Mit jedem neuen Morgengrauen waren sie einfach wieder aufgestanden, manchmal wie von einem Troll zertrampelt, einmal auch wie von den Toten und losmarschiert. Immer in dem selben, gleichmäßigen Trott.
    Nur zwei Mal hatten sie sich etwas beeilt. Erst war ihnen nur ein Geräusch von einem der Felsen über ihren Köpfen an die Ohren gedrungen, als sie gerade an einem Steilhang entlang ins Tal hinab stiegen. Beim zweiten Mal jedoch hatten sie alle deutlich die Gruppe aus blasshäuigen Kreaturen gesehen, die gerade über den Grat eines nahegelegenen Berges gehuscht waren, um sogleich wieder zwischen den Büschen und Felsen zu verschwinden.
    Bei einer anderen Gelegenheit dagegen, waren sie sogar für einige Augenblicke still verharrt. Nicht etwa aus Furcht, sondern allein um des Anblicks Willen. Gåberksykar hießen sie bei den Zwergen und dem restlichen Westpack auf Drakspåk, die Gebirgssänger. Bei den Nordern wiederum hatte sich der jutnordshe Name Wuorhakeashax durchgesetzt, was übersetzt Hangrufer hieß. Beides bezeichnete jedoch ein und das selbe Wesen. Es war eine recht seltsame Kreatur, mit einem großen Maul, langen, dürren Armen, aber dennoch einem gedrungenen Körperbau, dass nur selten aus seinem Versteck hervor kam. Doch das wahrhaft Außergewöhnliche waren die großen Segelohren, die normalerweise schlaff bis zur Hüfte herabhingen (also durchaus gigantisch zu nennen waren, auch wenn ein Gåberksykar einem Menschen nur bis zum Bauchnabel ging). Nur zu einem Zweck stellte er jene riesigen Lauscher auf, sodass der gesamte Kerl fast drei Mal so groß wie sonst wirkte und dieser Zweck war der Gesang. Dabei hatte bisher noch keiner herausgefunden, warum sie sangen, oder wieso bei allen verkalkten Mächten sie sich ausgerechnet die Sprache Spakfuall für ihre Lieder ausgesucht hatten, welche nicht gerade dafür bekannt war, besonders erhaben zu klingen ...

    "Hinne Drüwwa hauen selwe Pladdige,
    anner weschsinne i Fluttbämigge,
    hon Owwe härgänen räudig Leutz,
    ut Grinne hatzen i Säutz,
    hus Riwwa härgänen nu noschmo mä,
    lädde Mo it ho abissal lanne he,
    strewwe Fesch schdudde engegglern,
    umrum selwe allä rumlegglern."

    Ganz selten kam es auch einmal vor, dass einer auf Oymæleth, der Sprache der Helvetrin sang, doch das war eine Rarität, für die manch einer sogar gutes Geld zahlen würde. Und das nicht zu knapp.
    Es sei denn er war ein Borkling. Denn Kallän schien seine Muttersprache natürlich keineswegs zu stören, im Gegenteil! Mittendrin begann der kleine Norder sogar unvermittelt selber mitzusingen und ehe sich einer versah, trällerten die beiden im Duett ihr Liedchen. Das Ganze endete damit, dass der Gåberksykar in geradezu euphorisches Jodeln verfiel, bis er dann mit einem Mal verstummte. Die letzten Worte, die leise zu ihnen hinüber säuselten waren: ,,Hiwwä wiä driwwe... hier wie drüben ...´´

    "Vem har trampat mina svampar ner?!"

  • Ich konnte bis jetzt nur den Prolog lesen, weil ich gleich losmuss, aber ich werde auf jeden Fall weiter lesen, denn der Prolog ist wahnsinnig verführerisch. :love:
    Du hast einen echt guten Stil, den man gerne und aufmerksam ließt, aber eben auch gut lesen kann.
    :D


    Ich freue mich also auf die einzelnen Kapitel und werden dann wohl noch einmal schreiben :D

  • Kaum kam Frau dazu, die letzten beiden Kapitel zu lesen, kommt schon das nächste. Meh! xD Kapitel 11 habe ich jetzt noch nicht gelesen, werde ich aber nach dem Beitrag hier gleich in Angriff nehmen. ^^


    Zu Kapitel 9:

    Spoiler anzeigen

    Regen mit starken, pfeifenden Windböen dazu!

    Ich weiß, mit dem "dazu" klingt es richtig trotzig, aber irgendwie stört es ein wenig.

    Koratzash wusste nicht, wessen Verfehlen es war, doch welcher der Skulpak, Garden und Riesen nun auch immer damals, vor all den vergangenen Zeitaltern das Wetter geschaffen hatte, war ein riesen Arsch.

    "Damals vor" ist so doppeltgemoppelt. Komma ist zusätzlich zu viel. Und es ist übrigens entweder Riesenarsch oder riesiger Arsch. ^^

    Nein, sie brauchte irgendetwas schwächeres, wehrloseres, kleineres [Leerzeichen]...

    Schwächeres, Wehrloseres, Kleineres (alles groß)

    Vor allem nicht, wenn direkt vor einem ein verdammtes Menschenjunges voran stolperte.

    voranstolperte

    Kaum dass der Gremlin auch nur einen Finger krümmen konnte, war sie bereits mit dem Schwert in der Hand auf ihn losgegangen.

    Das erledigte nun der Borkling Kallän, was diesen jedoch seltsamer Weise kaum kümmerte.

    seltsamerweise

    Trotz der eher geringen Körpergröße schien der Kerl die Kraft eines ganzen Pferdes in den Waden zu haben und bestieg selbst mit dem Gewicht von ihrem, zugegebenermaßen eher spärlichen Proviant, sowie ein paar weiteren Utensilien ohne allzu große Mühen den Berg.

    Der Rest folgte hastig hinten drein, wobei sie penibel darauf achteten, nicht zu stolpern.

    hintendrein

    Lediglich der kleine Junge ächzte nur entkräftet, doch Koratzash setzte einfach mit einem Sprung über ihn hinweg.

    Lediglich und nur sind wieder doppeltgemoppelt. Ich würde eins davon streichen. :)

    "Hey! Was is denn? Ey, ich seh nix!", rief die Gremlin deshalb, während sie sich halb den Hals verrenkte, um an dem Menschen vorbei blicken zu können.

    vorbeiblicken

    "Da gehen wir aber nicht lang, oder?", Kam es fast schon ein wenig furchtsam von Wirnak.

    Begleitsatz.

    Ein klammes Gefühl stieg in Koratzash auf.

    Nenn mich blöd, aber kann man ein klammes Gefühl haben? o_o Also - in deinem Kontext? Wahrscheinlich stehe ich auch nur einfach auf dem Schlauch.

    Nun von einer Mischung aus Neugierde und dunkler Vorahnung ergriffen, schob sie sich zwischen Hang und Mensch hindurch, um auch mal einen Blick auf ihr Problem zu werfen.

    "Seid ihr bereit, Grems? Menschen?"

    Darunter erwartete sie eine nahezu senkrechte Steile, aus der hier und da ein paar spärlich bewachsene Vorsprünge heraus ragten.

    herausragten

    Doch zu allem Überfluss hatte sich auch noch ein schmales Rinnsal genau diesen sowieso schon lebensbedrohlichen Abschnitt ausgesucht, um ihren Weg zu kreuzen und dabei den Boden in eine bemooste Rutschpartie zu verwandeln.

    Diese Phrasen blähen den ohnehin schon langen Satz noch mehr auf. Lässt du du sie größtenteils weg, ändert das nicht wirklich etwas an der Aussage des Satzes.
    Reiner Vorschlag meinerseits: "Zu allem Überfluss hatte sich ein schmales Rinnsal genau diesen lebensbedrohlichen Abschnitt ausgesucht, ...

    Kurz warf Koratzash einen Blick hinter sich, wo die drei Menschen beisammen standen und das Treiben der Norder misstrauisch beäugten.

    beisammenstanden

    Erschrocken riss Wirnak die Augen auf, als Jurgl plötzlich einen Schritt nach vorn tat und anfing, sich an der Felswand entlang zu hangeln.

    entlangzuhangeln

    Ihm folgte sogleich Wirnak, der sich angesichts solcher Überwindungskraft ebenfalls einen Ruck gab, dann der Borkling, Kjurrash, Sjunkarr, Koratzash, der kleine Junge, die Frau, der Mann und zu guter letzt auch Juurz, der etwas ängstlich erst einmal alle an sich vorbei ließ.

    Letzt; vorbeiließ
    Mir ist auch aufgefallen, dass du unglaublich gerne alle aufgezählt hast. Kann man machen, sollte aber vielleicht in einem Abschnitt nicht zu häufig sein. Zumindest ich als Leser denke mir dann irgendwann: Jaha, ich hab begriffen, wie viele sie sind ... xD'

    Wie weit genau es in ihrem Rücken hinab ging, konnte Koratzash nicht sagen.

    hinabging

    Behänden hangelte er sich von Halt zu Halt und warf sogar den ein oder anderen Blick hinab in die Tiefe.

    Ein furchterregends Knacken übertönte Juurzs Worte, als plötzlich ein mächtiger Felsbrocken über die Kuppe rumpelte und sie alle dazu bewog, dem Rat des Borklings folge zu leisten.

    Folge

    "Wampen drin lassen! Hier kommt die nächste Ladung!", brüllte Kallän plötzlich, wobei er sämtliche Erleichterung gleich wieder zu nichte machte.

    zunichtemachte

    Es folgte eine plötzlich Finsternis und das geradezu unheimliche Geräusch von Stein, der über Stein schabt.

    Sjunkarr wandte sogar breit grinsend den Kopf in Koratzashs Richtung, vermutlich um irgendeinen dämlichen spruch loszuwerden..

    Spruch; der zweite Punkt ist zu viel ^^

    Dann folgte die Leiche dem selben Weg, wie schon zuvor die beiden Felsbrocken.

    Meh, eigentlich bin ich mir sicher, dass demselben zusammengehört, aber ich irritiere mich gerade selbst. @_@

    Leise Räusperte Juurz sich.

    räusperte
    Nebenbei würde ich vorschlagen, das "sich" vor Juurz schieben. Liest sich einfach schöner.

    Wenn du so ein riesen Problem damit hast, nehm doch einfach den anderen Weg!", knurrte Jurgl genervt und warf nochmal einen kurzen Blick in Sjunkarrs Richtung.

    Selbe wie oben. Entweder Riesenproblem oder riesiges Problem. Und "nimm". Ich würde es hier in der wörtlichen Rede fast noch durchgehen lassen, weil deine Gremlins ja nicht soooo perfekt sprechen.

    Doch während sie selbst nur mit einer recht harmlosen Schnittwunde am Bein davon gekommen war, die sie lediglich im ersten Schreck nicht wahrgenommen hatte, zierte den Borkling eine etwas heftigere Verletzung.

    davongekommen

    "Halt dich noch ein bisschen länger fest, Kallän!

    Zu ihrer Überraschung war es jedoch gar nicht Juurz, sondern dieser Wicht von Mensch gewesen, der zwar etwas furchtsamer als zuvor, doch nahezu unverletzt an der Felswand hing.

    Ein Schrecklicher Gedanke durchfuhr sie.

    schrecklicher

    Letzendlich schaffte es aber auch der ängstliche Juurz, heil aus der Sache heraus zu kommen.

    herauszukommen

    Fast hätten die Gremlins da vor Schreck ihre Waffen gezogen, als die Frau aufsprang, kaum dass sie wieder festen Boden unter den Füßen hatten und zu dem Kleinen hin lief.

    hinlief
    Mich hat der ganze Satz etwas rausgeworfen. Er liest sich etwas umständlich, vielleicht schaust du selbst noch einmal drüber. ^^

    Immerhin waren sie soeben nur knapp mit heiler Haut davon gekommen, da konnte man Ringkämpfe und derlei Spielereien doch mal kurz beiseite lassen.

    beiseitelassen


    Das sieht jetzt mehr aus, als es eigentlich ist. Es sind vor allem Fehler zur Zusammenschreibung und hier und da ein fehlendes/falsches Komma.
    Was du dir auf jeden Fall auch noch einmal anschauen solltest, sind Füllwörter. Sie blähen einen Satz nur auf und sind eigentlich zu nichts zu gebrauchen. Und in Rudeln sind sie wie Satzzeichen nicht schön. xD'
    Tjoah, ansonsten haben die anderen zu dem Kapitel bereits das angemerkt, was mir auch ins Auge stach (die Sache mit Kalläns Verletzung oder die bei mir fehlende Vorstellungskraft bei den herabfallenden Felsen, genauso wie die Sache mit dem Regen ;D).
    Positiv fiel auf, dass du die fremde Sprache an den richtigen Stellen spärlich eingesetzt hast. Passt so wirklich besser.
    Sonst mochte ich deine Beschreibungen und deinen Humor, trotz der "Tragik" des Ganzen. Tja, da waren's nur noch neun ... *singt*


    So, gleich noch Kapitel 10:

    Spoiler anzeigen

    Als Koratzash damals, vor nur wenigen Wochen auf der Ladefläche des Karrens durch die Landschaft geschaukelt war, hatte sie eigentlich gedacht, jetzt sei sie wahrhaftig übel dran.

    Wie gaaaanz oben.

    Dass der Muskel dabei etwas zu Schaden gekommen war, stand außer Frage, denn bei jeder kleinsten Anspannung zog ihr der Schmerz den gesamten Unterschenkel hinauf.

    Zwar hatten sie auch ihn wieder notdürftig zusammen geflickt und sogar die Wunde mit etwas Wasser aus einem nahe gelegenen Bach ausgespült, dennoch schwächte der Blutverlust den kleinen Norder, sodass er nicht einmal mehr alleine gehen konnte.

    zusammengeflickt; nahegelegenen

    Folglich hatten absofort Juurz und Wirnak die Ehre, das Gepäck schleppen zu müssen, denn auch die beiden Menschen sowie Jurgl und Kjurrash waren nicht unverletzt davon gekommen.

    davongekommen

    Folglich kam ihm die Ehre zu Teil, Kallän zu stützen, was er mit einem für Koratzash unbegründeten Eifer übernahm.

    zuteil (wobei ich mir hier nicht ganz sicher bin, habe leider bei 'ner raschen Suche nichts eindeutiges gefunden)

    Zum einen, weil sie nicht wussten, ob die Besitzer der Falle ihnen eventuell sogar schon auf den Fersen waren, und zum anderen, weil es niemals schlau war auf Wanderschaft durch die Wildnis längere Zeit zu verweilen.

    Nicht nur, weil die grauhäutigen Norder, wie die Gruppe am eigenen Leib erfahren hatte, gerne Mal selbst ein paar solcher Unglücke inszenierten, sondern auch, weil diese Kerle ihre Gipfel und Täler einfach in- und auswendig kannten.

    Denn ein solcher verschwand nur allzu oft auf nimmer Wiedersehen in den Bergen und tauchte erst Jahre später in Form von blanken Knochen wieder auf.

    Nimmerwiedersehen

    Zugegebenermaßen war es auch nicht ganz einfach nur ein stinknormales Grab, sondern ein Berggrab der Fraks.

    ... Einfach "nicht" reicht. xD' Oder von mir aus "nicht nur".

    Koratzash wusste nicht, was dieser Frak zu Lebenszeiten vollbracht hatte, aber es musste doch schon etwas ziemlich Besonderes gewesen sein.

    Lebenszeit gibt es zwar auch, aber du meinst zu Lebzeiten. ^^

    Es gab aber auch noch eine (?), um die Seelen der Toten zu bannen.

    Fehlt da was?

    ,,Gremdurr trakrul azg ...´´, seufzte es erneut, sanft wie ein mildes Lüftchen, und verlor sich schließlich in der Nacht.

    Aber mehr als das, kann er auch net tun...´´

    Komma weg.

    ,,Gib Acht, was du sagst, Gremlin!´´

    Doch die Kreatur war viel zäher, als es den Anschein machte, und nun pfiff der Borkling sogar schon wieder leise vor sich hin.

    ,,Wenn ich mich recht entsinne, wolltet ihr uns doch ohnehin etwas erzählen!´´, warf nun Galdor selbst ein, um zu verhindern, dass der Kerl erneut in Schweigen verfiel.

    Ihr
    Ich habe dir nebenbei jetzt nicht alle Fehler dieser Art angestrichen. Im Prinzip sei gesagt, dass die höfliche Anrede (hier Ihr, Euch) immer großgeschrieben wird. Schau am besten selbst noch einmal drüber.

    ,,Nenene, halt warte, Mensch!´´, schnitt ihm der Gremlin das Wort ab.

    Damit nickte er zu ihnen herüber und grinste weiterhin so breit und einladend, dass der kleine Junge Kalln kurz ein wenig furchtsam zu Galdor hinüber blickte.

    hinüberblickte

    ,,Jurgl heiß ich, un für euch beide, weil ich euch am Leben gelassen hab un absofort euer Boss bin, heißt es Sahek[LZ]Jurgl, tarjugak?´´

    ,,Also, dann sperrt mal die Lauscher auf, weil das, was ich euch zu erzählen hab, is was wichtiges ...´´

    Wichtiges

    Zum einen auf Seiten der Norder, weil keiner von ihnen wusste, über was ihr Anführer da sprach, und zum anderen bei den Menschen, da diese natürlich schlichtweg keine Antwort darauf parat hatten.

    Von was bei Njordash redest du denn, Oksnitz?´´

    Anscheinend war es tatsächlich Jurgls Ziel, seinen Gegenüber auf die absolute Spitze zu treiben, und belehrend hatte er sogar einen Finger erhoben.

    ,,Und...´´, auf einmal wirkte der Mensch ein wenig sprachlos, fast schon geschockt.

    Kein Begleitsatz.

    ,,Keine Ahnung von was du da faselst Mensch! Ich sagte doch schon: Nix als Goblins, Orks un Fraks!´´, ein hinterhältiges Grinsen zierte nun Jurgls Gesicht, als hätte er keine andere Reaktion erwartet.

    Hier auch nicht.

    ... was wollte ein verhunzter Haufen wie eurer auf unserem Gebiet?´´

    groß

    [...] doch nicht nur ausgedacht sein, nichts weiter als eine Lüge!

    Sollte der Gremlin jedoch entgegen sämtlicher Hoffnungen die Wahrheit sagen,[...]

    Ich würde hier keine Leerzeile setzen. Du bist immer noch bei der Sicht von Galdor.

    Er wäre ein niemand und sein Vater hätte Recht behalten ...

    Niemand

    Joah, zur Zusammenschreibung kann ich nur raten, was ich in letzter Zeit immer rate: Verlass dich nicht auf die Vorschläge von Word und Co. Was das betrifft haben die Programme ein ziemliches Manko. Die meisten Verbindungen mit Verben gehören zusammen.

    Sonst: Deine Beschreibungen fließen angenehm in den Text ein und auch, wenn es manchmal scheint wie viele auf einen Haufen, stören sie nicht. Im Gegenteil. Die Sache mit den Seelen und Gräbern fand ich interessant, auch wenn sie gefühlt nicht neu sind. Das ist aber nichts Schlimmes. Ebenso kommt die Ehrfurcht deiner Gremlin vor dem Seekönig schön herüber.
    Nebenbei fragte ich mich die ganze Zeit: Wo steckt eigentlich der Gremlingeist? o_O
    Was ich auch gut finde: Galdor entwickelt langsam eine Persönlichkeit, deswegen fand ich den Abschnitt mit seiner Sicht wieder sehr gut. Wobei mir der Perspektivenwechsel hier etwas ungünstig erschien, weil du gerade am Ende nur ganz kurz wieder zurückgesprungen bist ... Aber eher Geschmackssache.

    So, den Rest mache ich nachher, ist jetzt schon wieder so viel bei mir ...

  • Spoiler anzeigen

    Kapitel 11 war nett und ruhig.
    Galdor bekommt immer mehr Farbe, was mich wirklich freut. Auch, weil wir hier noch etwas mehr aus seiner Vergangenheit erfahren.
    Bei der Szene mit dem Saufen musste ich schmunzeln. Muss sagen, das hättest du gerne noch etwas mehr ausholen können, ist aber wohl Geschmackssache. ^^

    Joah, Jurgl (Ha! Ein paar Namen sind mittlerweile in einem Hirn angekommen. xD) scheint ja immer noch mit seinem Sahekgeisterfreund beschäftigt zu sein. Oder steckt da mehr dahinter? Hm, wer weiß. Ich bin ja trotzdem skeptisch wie Galdor.
    Zum Ende hin fand ich die Szene mit dem singenden - *nachschaut* Gebirgssänger kann ich mir einfacher merken - Wesen sehr schön. Konnte mir schmunzelnd richtig vorstellen, wie der kleine Borkling plötzlich aus lautem Halse mitsingt. Oder auch nicht so laut.

    Jetzt bin ich gespannt, wie die Reise weitergeht. Ich traue dem Frieden ja nicht wirklich.

  • @Kitsune Jetzt legst du hier aber richtig los xD Vielen Dank für deine ganzen Verbesserungen, werde alles, sobald ich Zeit hab, ausbessern :)

    Achso und wegen dem Liedchen des Gåberksykars/ Wuorhakeashax/ Gebirgssängers noch: Das ist ein kleines "Easteregg" meinerseits, dass ein wenig über den weiteren Verlauf der Geschichte verrät. Bei Spakfuall hab ich nämlich genau genommen einfach nur die deutsche Sprache etwas verhunzt :whistling: und wer Lust hat, kann ja mal versuchen dahinter zu steigen, von was der Gebirgssänger da singt. ;)
    Kleiner Tipp: Drüwwa, Owwe, Riwwa sind Himmelsrichtungen.

    "Vem har trampat mina svampar ner?!"

  • Hey Xarrot,

    fast alle Punkte, die ich mir notiert habe, hat @Kitsune bereits angesprochen. :)
    Von meiner Liste ist nur eine einzige Sache übrig geblieben.

    Eine so schlichte und simple Gier nach Ruhm, dass selbst der gemeinste Bauer sich wohl dafür geschämt hätte, gepaart mit der Neugierde seines noch recht jungen Geistes, das waren die wahren Beweggründe. Galdor selbst gab sich zwar meist edler, als er es eigentlich war, doch in dieser Hinsicht konnte er sich selbst keinerlei hehren Ziele vorlügen..

    3 x selbst.

    Ich habe den Teil gerne gelesen...wann geht`s weiter?

    Viele Grüße,
    Rainbow

  • @Rainbow Da muss ich selbst zugeben, dass die Selbsterkenntnis meines Selbst mich zur selben Erkenntnis brachte, die du selbst schon angemerkt hast. Dankeschönigst ^^
    Ja ... wann geht es wohl weiter ...? Eigentlich bin ich ja schon bei Kapitel 16 und es freut mich natürlich, dass es dir gefällt :D Ich denke Donnerstag oder so kommt der nächste Teil. Muss ihn nur nochmal Korrekturlesen (Ja, hier sind derart viele Flüchtigkeitsfehler drin OBWOHL ich es mir doppelt und dreifach durchlese :whistling: )

    "Vem har trampat mina svampar ner?!"

  • Aloha, @Xarrot!

    In Kapitel Fünf durfte ich nun Bekanntschaft machen mit Dog, dem Rog. Brachialer Typ und sorgt für ordentlich Rambazamba! Allgemein gefiel mir dieser Beitrag alles in allem recht gut. Vor allem stilistisch sehr sicher und gut geschrieben. Hier warst du richtig im Flow.

    Zwei kleinere Mankos würde ich gerne kurz zur Sprache bringen: zum einen war die Schlacht sehr ordentlich beschrieben, guter Spannungsaufbau, erstaunlich übersichtlich und ohne nennenswerte Längen. Leider war mir das Schicksal der Menschen, Gardrim und Fraks eigentlich völlig schnurz. Kaum einer von denen war in einem Maße charakterisiert, dass ich mich hineinfühlen oder mitfühlen konnte. Klar war ich mit Gedanken bei den Gremlins, aber auch da wollte sich keine wirkliche Bedrohung einstellen. Vielleicht auch, weil sie den Tod ihrer Genossen so leichtfertig hinnehmen. Irgendwie passt das auch und hat seinen Charme. Andererseits sagt man sich aber ebenso: pfft, was soll's?^^

    Das zweite Problem betrifft die Fraks. In dem kurzen Abschnitt, der aus ihrer Sicht geschrieben ist, konnte ich leider keinerlei Unterschied zu den Gremlins feststellen. Sie schienen auf dieselbe Art zu sprechen und zu denken. Tauschte man "Fraks" gegen "Gremlins" würde es nicht auffallen. Das ist schade, da sich die verschiedenen Nordervölker ja anbieten, sie auch unterschiedlich darzustellen. Verpasste Chance, mMn.

    Gruß!

    Spoiler anzeigen


    Nur das sie ein gewaltiges Problem hatten, das war ihm bewusst.

    Nur KOMMA dasS (<- diesen einen Kommafehler merke ich noch an, mehr nicht. Du weißt ja bescheid...)

    Taktik, die sie ihr ganzes Leben über perfektionieren konnten und jeder einzelne war durchtrainiert, drahtig und geübt in Angriffen von steilen Hängen herab.

    Kleinigkeit, aber diese modernen Begriffe stoßen mir sauer auf. Vielleicht eher "geübt" oder so ähnlich.


    Einer von ihnen wurde allerdings auf halbem Weg von einem anderen vom Westpack mit einem Speer glatt durchbohrt und fiel tot zu Boden.

    Da dein Text diesmal wirklich sehr schön geschrieben ist, stürze ich mich diesmal auf Feinheiten... EINER wurde EINEM mit EINEM... you see?

    In dem Moment, als sich die Spinnen, der Rog sowie die Fraks in Bewegung setzten und auf das Westpack zu preschten, war Koratzash so froh wie noch nie, dass sie in diesem Moment nicht länger dort unten im Tal weilte.

    Dopplung. Und: hier preschen gerade ziemlich viele Viecher auf den Leser ein. Fantasy-Kreaturenoverload! Da nur in Zukunft aufpassen, dass du es nicht übertreibst ;)

    2 Mal editiert, zuletzt von Maxwell (18. Mai 2017 um 17:25)

  • @Maxwell Hallo, schön das du mal wieder vorbeischaust :)

    Das zweite Problem betrifft die Fraks. In dem kurzen Abschnitt, der aus ihrer Sicht geschrieben ist, konnte ich leider keinerlei Unterschied zu den Gremlins feststellen. Sie schienen auf dieselbe Art zu sprechen und zu denken. Tauschte man "Fraks" gegen "Gremlins" würde es nicht auffallen. Das ist schade, da sich die verschiedenen Nordervölker ja anbieten, sie auch unterschiedlich darzustellen. Verpasste Chance, mMn.

    Jap, da stimm ich dir voll und ganz zu! Mein Problem bei dieser Stelle war dabei, dass ich zu dem Zeitpunkt, als ich das Kapitel schrieb (vor etwa einem halben Jahr) mir noch kein ganz so klares Bild von dieser Rasse gemacht hatte. Inzwischen sind sie bei mir um einiges bösartiger und gemeiner geworden und während die Gremlins zumindest noch ein wenig Kameradschaft verspüren, ist so etwas bei Fraks überhaupt nicht mehr zu erkennen. Ich denke da besser ich nochmal später nach.
    Ansonsten vielem Dank für deine Anmerkungen. :thumbsup:

    "Vem har trampat mina svampar ner?!"

  • Ey @Xarrot! Habe gerade mal etwas kostbare Zeit genutzt und mich gleich noch auf Kapitel 6 gestürzt!

    Den Handlungsverlauf finde ich hier gar spannender, als in der Schlacht. Galdors Schicksal in die Hände der Gremlins zu legen ist ein geschickter Schachzug deinerseits und lässt mich neugierig auf den nächsten Part schielen.

    Hier wurde auch gleich ein Mänkelpunkt aus dem vorangegangenen Part aufgegriffen: die Fraks. Du hast sie in ihrer Art von Gremlins etwas abgehoben. Davon gerne mehr.

    Ach und btw ... was zur Hölle ist mit Jurgl los? Der scheint ja schon länger komisch drauf. Bloß eine Macke oder ist da mehr? :hmm:

    Gruß!

    Spoiler anzeigen

    ,,Fast´´, antwortete Wirnak. ,,Noch zappelt er... un jetzt haut er ab?!´´

    WHAT??? IST DER NICHT TOT? <- war mein erster Gedanke. Habe nochmal nachgeschaut. Nee, Warkz ist tot. Mein Fehler. Diese Namen... :lol:

    Ein weiteres Brüllen ausstoßend hiefte sich Dog wieder hoch, ignorierte den vermutlich ziemlich üblen Schmerz, der von einem Speer in seiner Wade her rührte und hinkte eilig Richtung Waldrand davon.

    hievte und herrührte

    Ihre drei Reiter waren dabei in der Zwischenzeit auf einen einzigen reduziert worden, der sich in diesem Moment allerdings ebenfalls mit einem unbeholfenen Sprung verabschiedete, um einem Schwerthieb zu endgehen.

    entgehen

    Bald darauf konnte Koratzash auch schon hören, wie sich unter Steine Klappern und Schnaufen ihre beiden Opfer näherten.

    Versteh ich nicht. Fehlt da was? Irgendein Wort falsch?

    Kurz warf Koratzash Jurgl einen zweifelden Blick zu, doch dieser zuckte bloß die Achseln und machte eine Geste, als steche er jemanden nieder.

    zweifelnden

  • @Maxwell Da hast du deine kostbare Zeit aber wirklich sehr gut genutzt, wie ich anmerken muss ... :^) Dankeschön auch dafür ^^

    Hier wurde auch gleich ein Mänkelpunkt aus dem vorangegangenen Part aufgegriffen: die Fraks. Du hast sie in ihrer Art von Gremlins etwas abgehoben. Davon gerne mehr.

    Ja, das hatte ich im Nachhinein ja selbst gemerkt und zumindest bei diesem Kapitel nochmals überarbeitet. Werde das selbe auch noch beim anderen tun.

    Zudem muss ich auch sagen, dass ich nie vor hatte, dass der Leser zu sehr mit den Kämpfenden mitfiebert. Genau diese nüchterne Ansicht wollte ich rüber bringen, damit der Leser sich ein wenig in die Gremlins hinein versetzen kann. Für die ist es nämlich nicht viel mehr als eine Show und wer da stirbt ist ihnen eigentlich ziemlich egal. Etwas anderes wäre es natürlich, wenn sie selbst mitten im Geschehen wären, doch zumindest bei diesem Kampf waren sie ja relativ sicher würde ich behaupten.

    "Vem har trampat mina svampar ner?!"

  • Hi, mein Name ist Sagent Schnuffelz und für heute Abend bin ich ihr Moderator. Kommen wir zum ersten Thema: Es wurden erneute, seltsame Anwandlungen bei dem ominösen Worteverhunzer Xarrot festgestellt ...

    Kapitel 12 – Ein wahrer Held!

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    Nun waren sie also endgültig und sprichwörtlich über den Berg. Vor ihnen lagen lediglich noch ein paar sanftere, bewaldete Hügel und dahinter eine weite Ebene, über der gerade einige Wolken dahinhuschten.
    Eigentlich unterschied sich der Ausblick der östlichen Hänge gar nicht so gravierend von dem der westlichen. Beide waren karg und steil und gingen weiter unten in dichten Wald über. Erst viel weiter im Osten, mitten in der Ebene, konnte Koratzash etwas entdecken. Ein Berg erhob sich dort, umgeben von weiteren kleinen, mehrere Tagesmärsche entfernt.
    ,,Was das, Boss?´´, meinte sie verwundert zu Jurgl. ,,Ich hab noch nie gesehen, dass ein Berg so einsam un allein in der Gegend rumstand...´´
    ,,Das is der Wajmarx Suurz´´, antwortete der Sahek und blickte sonderbar nachdenklich in die Ferne. ,,Aber keine Ahnung wer bei Njordash ihn da hingeräumt hat!´´
    ,,Ich hab ja gehört, dass da oben eine Frakburg stehen soll ... ´´, mischte sich nun auch Kallän ein, dessen Wunde inzwischen weit genug verheilt war, dass er wieder alleine laufen konnte.
    ,,Na toll, von den grauhäutigen Drecksäcken hab ich erstmal die Schnauze voll!´´, knurrte Wirnak missmutig und rotzte den Hang hinab. ,,Un von den verdammten Bergen auch!´´
    ,,Dann beweg deinen Arsch! Un ihr anderen auch!´´, fuhr Jurgl unwirsch dazwischen, der bereits ein Stück weitergelaufen war. ,,Wegen dem dämlichen Gesinge von dem Borkling sind uns die Fraks vermutlich eh schon wieder auf den Fersen! Außerdem is da unten endlich mal wieder Wald un ich hab bei den sieben Skulpak, Riesen und meinetwegen auch noch den vermaledeiten Garden kein Bock mehr auf scheißharte Steine!´´
    Das war doch mal etwas, dem man schlichtweg nur zustimmen konnte! Sehnsüchtig seufzend schulterte Koratzash wieder das Gepäck, das man ihr, kaum dass sie wieder besser laufen konnte, aufgehalst hatte. Noch immer stand sie mit dem Sahek auf Kriegsfuß und der einzige Grund, warum er sie nicht längst abgemurkst hatte, war, dass sie jeden einzelnen Gremlin hier draußen brauchten. Ach ja, und Fraug natürlich.
    Zum ersten Mal seit Tagen kam in Koratzash erneut die Frage danach auf, was bei Glück und Zufall Jurgl angestellt hatte, dass Fraug ihn auch nach seinem Ableben noch verfolgte? Wie man die Seele einer Kreatur an einen Ort bannen konnte, war ihr ja zumindest wage bekannt, doch dazu benötigte man ein Grabmal oder ähnliches und Jurgl wiederum war offensichtlich nichts derartiges. Oder doch? War es möglich, ein anderes, noch lebendes Wesen als eine Art Grabersatz zu benutzen? Und was war in einem solchen Fall mit den Opfergaben? Die Gremlin runzelte angestrengt die Stirn und gab es schließlich auf, die Antwort auf diese Fragen zu ergründen. Koratzash hatte schlichtweg keine Ahnung von solchen Dingen und darüber nachzudenken bereitete ihr Kopfschmerzen.
    Doch glücklicherweise kam in diesem Moment eine Ablenkung und zwar ausnahmsweise nicht in Form eines seltsamen Geräusches, wegen dem sie sofort die Beine in die Hand nehmen mussten. Nein, sie hatten endlich den Waldrand erreicht.
    Seit Tagen marschierten sie nun schon durch die Berge, mit nichts anderem als ein paar Sträuchern oder höchstens einem einsamen, verlorenen Hain aus Tannen hier und da um sie herum. Für die Menschen mochte dies nicht weiter schlimm sein, doch für die Gremlins, die in ihrem ganzen Leben kaum die heimischen Wälder verlassen hatten, war es doch eine ziemliche Strapaze der Nerven gewesen. Als sie jetzt jedoch in den Schatten der vordersten Bäume traten, spürte Koratzash bereits, wie ihre Laune schlagartig stieg und mit freudig glitzerndem Blick sah sie zu den Wipfeln der Bäume auf. Auch der Rest wirkte plötzlich wieder um einiges vergnügter und Juurz ging sogar so weit, mit einem leisen Jauchzer den nächstbesten Stamm zu umarmen. Koratzash hätte es ihm ja gerne gleichgetan, allerdings hinderte sie immer noch das Gepäck und ihre Wunde an allzu kraftaufwendigen Aktionen.
    ,,Das is ja schon fast wie daheim!´´, meinte Kjurrash, die sich ebenfalls nicht an ihrer Umgebung sattsehen konnte. ,,Endlich is die scheiß Sonne weg!´´
    ,,Onnz jash Aksattamash antalok Tigrat! Muaxtaljok Jukkomurhashr paljoxk!´´, rief weiter vorne Wirnak voller Enthusiasmus und schüttelte seine Waffe. ,,Glück und Zufall mit dem Wald! Noch viele Gemetzel soll er haben!´´
    Von Jurgl erhielt er für diesen Krach nur einen missbilligenden Blick, woraufhin der gescholtene Gremlin seine Waffe wieder senkte. Doch die gute Stimmung blieb vorerst und weitaus schwungvoller als zuvor schritt die Truppe zwischen den Stämmen hindurch. So dauerte es auch nicht lange, bis sie vollständig in den Wald eingetaucht waren und die Berge hinter ihnen komplett von Bäumen verdeckt wurden. Hochgewachsene Tannen, Fichten und manchmal auch ein einzelner, kleiner Laubbaum sprossen ringsherum zwischen Felsen und Erdboden empor. Die Sonnenstrahlen schafften es nur vereinzelt zwischen den Ästen hindurch zum Boden, sodass die Luft angenehm kühl blieb und noch nie in ihrem ganzen Leben hatte Koratzash jemals so tief durchgeatmet. Selbst die Schmerzen in ihrem Bein waren für eine Weile vergessen und auch das Gepäck ging ein kleines bisschen leichter zu tragen. Dennoch sehnten sich alle nach dem Ende ihres Marsches und einem Schlafplatz. Schließlich tat ihnen Jurgl den Gefallen und ließ sie anhalten.
    ,,Das sieht mir doch nach einem feinen Plätzchen aus!´´, meinte der Sahek und blickte sich um.
    Die Truppe stand zwischen ein paar größeren Felsen, die sie vollständig vor neugierigen Blicken verbargen, sowie einer großen Esche, welche es irgendwie geschafft hatte, zwischen all dem Stein ihre Wurzeln im Boden zu vergraben.
    ,,Also mir gefällt des Plätzchen hier!´´, frohlockte Kallän von hinten, den das Herumlaufen immer noch sichtlich anstrengte, spazierte am Rest vorbei und ließ sich an den Stamm der Esche plumpsen.
    ,,Ich schließ mich dem Borkling an!´´, stimmte Juurz zu und wollte sich schon ebenfalls zu seinem entfernten Verwandten setzen, doch Jurgl packte ihn kurzerhand im Vorbeigehen am Kragen.
    ,,Ey, ey, stopp! Jetzt wird noch net gefaulenzt! Legt meinetwegen euren Kram ab, aber dann wird mir hier erstmal ein Lager aufgebaut!´´
    ,,Boss, wir sind den ganzen Tag gelatscht! Ich bin kaputt wie ein aufgespießter Schädel ...´´, jammerte Wirnak, aber ihr Sahek blieb unerbittlich.
    ,,Ihr legt euren Krempel ab, erhebt dann die Ärsche wieder un schafft gefälligst Holz zum Bau von ein paar Unterständen ran! Un Juurz, du kannst schon mal mit dem Kochen anfangen, sobald wir ein Feuer hinbekommen haben!´´ Noch immer starrte alles Jurgl lediglich mit einer Mischung aus Unglaube und stummem Flehen an.
    Dann lag auf einmal ein junger Ast in der Hand des Saheks und ehe sich einer versah, hatte Koratzash selbigen auch schon mitten ins Gesicht bekommen.
    ,,Bewegt euch!´´, war die letzte, geknurrte Anweisung, doch mehr brauchte es auch gar nicht mehr.
    Egal wie sehr die Muskeln auch schmerzten, Hiebe taten definitiv mehr weh und eifriger als sie es selbst erwartet hätten, gingen die Norder an die Arbeit. Der junge Kalln indessen, der auf die letzten paar hundert Schritte sichtlich ermattet war, ließ sich neben den Borkling plumpsen und begann in gedämpftem Ton mit ihm zu reden. Aus dem Augenwinkel, während sie mit Oksnitz durchs Gehölz lief und dabei Holz sammelte, bekam Koratzash jedoch mit, wie Jurgl an die beiden anderen herantrat.
    ,,Hoch mit dir, Kleiner! Der da hat Auszeit, aber solange du nicht auch eine Wunde am Rücken haben willst, beweg dich lieber!", knurrte der Sahek und wedelte mit seiner improvisierten Peitsche.
    Noch nie im Leben hatte irgendjemand vom Westpack derart bedrohlich auf Koratzash gewirkt, wie die Frau in diesem Moment, als sie langsam herbeikam und Jurgl gegenübertrat. Der Junge wirkte derweil eher ein wenig verwirrt und wechselte einen kurzen Blick mit Kallän.
    ,,Dann fang mal selber an zu arbeiten, dreckiger Gremlin! Und Kalln bleibt wo er ist, mit neun Jahren reicht es ja wohl, wenn man ihn tagelang marschieren lässt!´´ Fast sah es so aus, als würde das Menschenweib sich gleich auf den Gremlin stürzen und ihn verprügeln, doch Jurgl glotzte einfach nur verdutzt auf den Jungen.
    ,,WIE ALT IS DIE RATTE?!´´, brachte er dann äußerst laut und entgeistert hervor.
    ,,Selber Ratte!", rief Kalln da zurück, doch Jurgl hatte es glatt überhört, so überrascht war er.
    Koratzash konnte es ihm nur schlecht verdenken. Dieser kleine Menschenwicht war einen ganzen Wechsel älter als sie selbst! Was war mit dem Kerl denn los, dass er mit ganzen neun überlebten Wintern immer noch so ein kleiner Lappen war, der nicht einmal ein paar Tage lang laufen konnte? Vielleicht war er ja ein Missgebildeter, die es auch bei Nordern ab und zu mal gab, oder war er vielleicht sogar krank? Aber dann fragte sie sich erst recht, warum die Frau sich die Mühe machte und ihn mitschleppte.
    ,,Tarya!´´, mischte sich da plötzlich Oksnitz ein. ,,Mach uns einfach ein Feuer, dann hilft dir Kalln dabei.´´
    Wenn Koratzash zuvor nie etwas so furcheinflößendes gesehen hatte, dann war ihr nun noch nie jemand mit solch einem verwunderten, aber gleichzeitig auch wütenden Blick untergekommen. Tatsächlich fingen die beiden aber wider den Erwartungen der Gremlin keine Schlägerei um die Vorherrschaft untereinander an. Stattdessen tat die Menschin erstaunlicherweise wie ihr geheißen, wenn auch missmutig. Jurgl aber reichte das voll und ganz aus und nickte Oksnitz sogar anerkennend zu.
    ,,Gute Einstellung Oksnitz!´´ Dabei grinste er breit, doch der Mann warf ihm nur ein verächtlichen Blick zu und schnaubte.
    ,,Halt bloß die Klappe, Gremlin! Irgendwann kommt nochmal der Tag, da ramm ich dir...´´, knurrte er leise in sich hinein, bis er bemerkte, dass Koratzash noch immer direkt neben ihm stand.
    ,,Gute Einstellung, Mensch!´´, meinte sie nun selbst und ebenfalls über beide Ohren grinsend. ,,Sag Bescheid, ich mach mit!´´
    Dann fuhr die Gremlin fort Holz zu sammeln und hinterließ einen Menschen mit einem äußerst verwirrten Gesichtsausdruck.

    Leises Knistern erfüllte die Luft und hätte sich jemand durch den Wald zur alten Esche und den Steinen vorgewagt, so wäre er vor Staunen vermutlich augenblicklich erstarrt und dann gestorben. Letzteres allerdings nicht mehr vor Staunen, sondern eher wegen der Klinge, die ihm ein Gremlin durch den Leib gerammt hätte. Norder konnten unerwarteten, nächtlichen Besuch nämlich überhaupt nicht ausstehen und da Gremlins auch noch zur eher schreckhaften Sorte gehörten, soll an dieser Stelle jedem Wanderer geraten sein, sich in Norderland von etwaigen Feuern fernzuhalten.
    Doch in diesem Fall blieb die Truppe unbehelligt und konnte sich in Ruhe dem widmen, was da in ihrem improvisierten Topf vor sich hin blubberte. Denn natürlich hatten weder die Gremlins noch Kallän oder einer der Menschen einen richtigen Kessel aus Metall mit sich geführt, sodass Juurz darauf angewiesen war, in einer breiten Schale aus Holz das Essen zu kochen. Das brachte den Nachteil mit sich, dass man neben dem Inhalt auch noch darauf achten musste, den Behälter nicht in Brand zu setzen. Wobei dieser trotz aller Mühen schon hier und da etwas angekokelt wirkte.
    ,,Ich brauch nochmal Wasser!´´, meinte Juurz leicht hektisch und prüfte kurz die Temperatur des Eintopfes. ,,Das wird net heiß Boss!´´
    ,,Na klar wird es net! Das is Holz verdammt nochmal, was hast du erwartet?´´, entgegnete Jurgl und schüttelte bloß den Kopf. ,,Lass bleiben, das bringt nix, wir braten uns das Fleisch un Gemüse einfach am Spieß!´´
    ,,Von was für Fleisch redest du da bitteschön, Gremlin?´´, meinte Oksnitz, während er zweifelnd einen Blick zum Essen hinwarf.
    ,,Na die Käfer, Würmer un so! Hast noch nie ein Krabbelspieß gegessen?´´, meinte Wirnak, dem die Zubereitung des Abendessens bereits viel zu lange dauerte.
    Oksnitz antwortete nicht und Koratzash schloss daraus, dass dies wohl nein hieß. Sie aber liebte diese Art von Essen, bei der sich jeder von allem was er wollte, so viel er wollte auf einen Ast steckte und dann im Feuer, so knusprig wie er es wollte, briet.
    ,,Juurz, pass auf! Die Spinne will abhauen!´´, meinte Jurgl plötzlich und klatschte einmal mit der flachen Hand auf den Boden. ,,Hehe, hab dich!´´
    Dann griff er sich einen Zweig und spießte den zermatschten Körper darauf. Auch Wirnak hatte genug davon zu warten und begann sich von den kleinen Tierchen (darunter auch eine Waldmaus und ein seit Tagen toter Vogel) auf einen Ast zu stecken. Der Rest der Norder tat es ihm gleich und bald darauf hatten sich alle einen ordentlichen Spieß aus Getier, Wurzeln und einigen Pilzen zusammengestellt. Nur die Menschen schienen die allgemeine Fresslaune nicht so recht zu teilen und beobachteten nur angewidert, wie die Norder ihr teilweise noch lebendes Abendessen ins Feuer hielten. Schließlich rang sich die Frau dazu durch, wenigstens ein paar der Pilze und Wurzeln zu essen und der Mann tat es ihr nach kurzem Zögern gleich. Der Junge dagegen hatte sich ein eigenes Abendmahl aus Nüssen und einigen Beeren zusammengestellt, die er nun am Feuer sitzend aß (und nicht bemerkte wie Kallän, der neben ihm hockte, ab und zu etwas stibitzte).
    ,,Boss?´´, durchbrach Koratzash schließlich das Schweigen. ,,Ich kapier da was net...´´
    ,,Oh Wunder, was denn?´´, entgegnete Jurgl ohne von seinem Spieß aufzusehen. ,,Na los, mach hinne, heute schlitz ich dir bestimmt noch net den Wanst auf!´´
    ,,Äh... was war das eigentlich damals mit Fraug?´´, stellte die Gremlin die Frage, die sie schon seit einer ganzen Weile beschäftigte und offenbar nicht nur sie.
    ,,Stimmt, Boss, ich kapier das nämlich auch net´´, meinte nun auch noch Wirnak und auch Juurz nickte zustimmend. ,,Ich hab genau gesehen wie Fraug abgestochen wurde, genau hier!´´ Damit klopfte sich der Gremlin auf die Brust. ,,Aber da war nix mehr un ich hab noch nie einen gesehen, der sowas überlebt hat!´´
    Ein leises Kichern entwich Jurgls Mund und belustigt schüttelte der Sahek den Kopf. Oksnitz hingegen schien auf einmal die Ohren zu spitzen und schielte aus dem Augenwinkel zu dem Gremlin hinüber.
    ,,Nein echt, Boss, ich weiß ja ungefähr wie das mit den Gräbern läuft, aber ich wüsste net, wann wir mal eins für Fraug errichtet hätten´´, fuhr Koratzash fort und fügte leiser hinzu: ,,Außerdem bekommen eh nur die eins, die wirklich mal was gemacht haben ...´´
    ,,Ey, jetzt wartet aber mal!´´ Ruckartig hob Jurgl den Kopf und blickte in die Runde. ,,Ihr habt alle keine Ahnung von Fraugs Kampf gegen den Goblinboss Mashpuukkor?!´´
    Vier ratlose Gesichter glotzten ihrem Boss entgegen.
    ,,Nö, Boss´´, meinte Wirnak trocken. ,,Kein Schimmer von was du redest.´´
    Der Sahek seufzte und kratzte sich dann am Hinterkopf. Stille war eingekehrt und alles sah gespannt zu Jurgl hin.
    ,,Was is denn passiert?´´, ließ Juurz sich schließlich ködern und schlagartig zierte wieder ein fettes Grinsen die Miene des anderen Gremlins.
    ,,Na dann werd ich es euch mal erzählen, ihr Geschichtsbanausen! Damals hat unser Stamm noch hier auf der Ostseite der Berge gelebt, direkt hier in diesen Wäldern, wo wir grade sind. Das war schon eine feinde Schlacht und ich war dabei ...´´

    "Also, das ganze trug sich zu, als noch recht viele von uns Gremlins hier an den Osthängen gehaust haben und keine dämlichen Fraks oder gar dreckige Goblins aus der Ebene! Aber wie es eben immer mal wieder mit diesen Säcken als Nachbarn vorkommt, hat irgendwann jemand Streit angefangen. In dem Fall waren das sogar wir Gremlins selbst. Ein paar der Bosse hatte wohl den einen Abend zu viel gesoffen und beschlossen, ihnen stehe mehr Gebiet zu. Das Ergebnis des ganzen war im Endeffekt, dass ein paar Goblindörfer abgebrannt wurden und unsere Horde ebenfalls ordentlich eins drauf bekommen hat.
    Doch damit war es ja noch nicht vorbei! Unter den zerstörten Dörfern war nämlich auch eines gewissen Mashpuukkors und der Kerl war deswegen dermaßen wütend, dass er einfach den Spieß umgedreht hat! Jetzt waren es auf einmal Goblins, die in unseren schönen Wald an den Hängen einfielen und verdammt viele noch dazu! Doch ein Hoch auf Glück und Zufall, denn damals lebte auch unser Stamm noch unter der Fürung von Rag Fraug ..."

    ,,Warte mal Boss! Ich glaub du verdrehst was, warum RagFraug?! Der war doch immer nur unser Sahek ...´´, unterbrach Wirnak seinen Vorgesetzten und erhielt dafür einen geradezu tödlichen Seitenblick.
    ,,Halt die Fresse! Das stimmt alles so! Fraug war unser Rag, bis uns die Fraks ein paar Wechsel später die Hütten abgefackelt haben un wir abhauen mussten. Aber als wir uns Nakjarak anschlossen, wurden wir beide auf den Rang von einem stinknormalen Sahek versetzt, tarjulok?´´ Wirnak nickte vorsichtig. ,,Dann haltet absofort gefälligst die Schnauzen, wenn ich rede!´´

    "... Wie gesagt, lebte damals unser Stamm hier an den Osthängen und Fraug war unser Boss. Als dann die Goblin einfielen und alles über die Berge nach Westen hin abhauen wollte, kam Fraug ein geniale Gedanke. "Leuts!", sagte er zu uns. "Wir können doch gar nicht abhauen, in den Bergen hocken schließlich immernoch die Fraks!" Unser alter Kumpel war ja schon immer gewieft und listig, aber damals war er wohl gerade in Hochform!
    So schlossen wir also erneut unsere Bündnisse und stellten uns diesem Pack aus der Ebene mit einer, zugegeben vielleicht nicht ganz so mächtigen Meute entgegen. Eine Armee der Gremlins, die geradezu nach Kampf, Blut und Tod lechzte! Oder zumindest hatten wir uns vorgenommen, nicht sofort den Rückzug anzutreten, aber ist ja jetzt auch nicht wichtig!
    Im Tal zu Füßen eines Berges nun, traf man aufeinander und ein hitziges Gefecht entbrannte dort im Wald. Von Anfang an, sollte ich noch anmerken, sah es dabei nicht ganz so gut für uns aus. Die Goblins waren mal wieder zu viele und ein paar unserer Leute einfach nur ein Haufen feiger Schwachköpfe! Doch in einem Punkt waren wir diesen Säcken aus der Ebene überlegen: Auf unsere Seite Kämpfte Homoorge, ein brutaler Rog, der wie alle seiner Art in dieser Gegend die Goblins über alles hasst. Man schlug sich also gegenseitig die Schädel ein, Knochen brachen und Goblins und Gremlins verreckten überall. Wobei es fast unsere komplette Schlachtreihe entlang, wie gesagt, eher mies für uns aussah. Lediglich an der rechten Flanke prügelte Homoorge aus diesem Ebenenpack heraus, was nur ging und da kam unserem alten, schlauen Kumpel Fraug ein äußerst fieser Plan! Mit der rohen Kraft des Rogs durch die feindlichen Linien und in den Rücken der Goblins, um dort Mashpuukkor direkt zu töten ... Das war wirklich ein verdammt guter Plan, den Fraug da mitangehört hatte, während die beiden anderen Bosse gestritten haben ...
    Also sammelte Fraug rasch seine Leute ein, um sich selbst ins Getümmel zu begeben. Das war vielleicht was! Ihr hättet echt dabei sein müssen ... Ein so deftiges Schlachten gib es nur selten und das dort im Wald war von der ganz besonders brutalen Sorte! Überall nur Goblins und Gremlins, die ohne Plan und Formation einander an die Kehlen gingen. Ab und zu hat sich zwar mal eine Meute etwas zurückgezogen, aber nur um sich dann mit Wucht wieder ins Getümmel zu werfen! Und Homoorge erst! Der Kerl hat drauflos gedroschen, als wollte er die Berge hinter sich zum Einsturz bringen und beinahe hätte er auch noch Fraug zermatscht, weil er ihn nicht rechtzeitig erkannt hat. Das wäre vielleicht ein mieses Ende gewesen ... Aber das war es ja nicht! Nein, viel besser noch! Mitten durch die Reihen der Goblins hat sich Fraug geschlagen, während Homoorge kaum hinterherkam ... Nein wartet, andersrum! Fraug ist Homoorge kaum hinterher ... egal! Jedenfalls kamen sie dann auf der anderen Seite der Schlacht wieder heraus.
    Was haben da ein paar von diesem Ebenenpack dämlich geglotzt, bevor sie von der Rogkeule zermatscht wurden ... Selbst die Wachen von Mashpuukkor hatten dem nichts entgegenzusetzen und wurden einfach beiseite gefegt, bis ihr Boss ganz alleine vor Fraug stand. Gewunden hat sich dieser Wurm noch, wie ein Fisch an Land, das kann ich euch sagen. Doch natürlich half das alles nichts. Letzendlich haben die Goblins also ihre Abreibung bekommen und was mit dem Boss passiert ist, fragt ihr euch?"

    ,,Den haben sie erschlagen!´´, endete Jurgl mit halb vollem Mund.
    Etwas überrascht starrten die anderen ihren Sahek an.
    ,,Hä, was? Wer? Und woher willst du des wissen? Du kamst ja selber gar nicht drin vor!´´ Wirnak wirkte empört, wobei durch seinen vollen Mund alles etwas gedämpfter klang.
    ,,Kam ich wohl! Warum glaubst du, kann ich mich wohl noch so genau an den ganzen Mist erinnern, hä?!´´ Jurgl legte eine kleine Pause ein, in der er weiter an seinem Spieß knabberte. ,,Ich war die ganze Zeit direkt neben Fraug! Zu Beginn der Schlacht, dann, als wir mitten ins Getümmel sind un ... naja, dann eigentlich nicht mehr, weil mir so ein Arsch mit Speer in den Weg getaumelt is. Den musste ich natürlich erstmal lang machen ... Un wen wir erschlagen haben, fragst du? Ja wen wohl, du Trottel? Mashpuukkor natürlich, um den ging es doch! Das Krachen mit dem die Rogkeule niederging, hab sogar ich noch gehört!"
    "Ja, aber Boss, das erklärt auch immer noch net, warum Fraug ...", setzte Wirnak erneut an.

    "Meine Fresse gehst du mir heute auf die Nerven, Wirnak! Jetzt halt endlich die Klappe damit!", schnitt ihm Jurgl schwer genervt das Wort ab und schien bestrebt, das Thema ganz schnell hier und jetzt zu beenden. "Jedenfalls haben wir gewonnen, dank unserem alten Kumpel Fraug, der wie ein wahrer Held es eben macht, volle Ladung in den Feind rein is un gemetzelt hat, was das Zeug hält! So, Ende der Geschicht!"

    "Vem har trampat mina svampar ner?!"

    5 Mal editiert, zuletzt von Xarrot (14. Juni 2017 um 21:45)

  • Hey Xarrot,

    Wow, ein ganz schön langer Teil :) Ich habe nichts gefunden, was irgendwie zu beanstanden wäre. Grundsäzlich fällt es mir persönlich immer etwas schwer, mich in "Schlachtengetümmel" hineinzuversetzen, weshalb ich mich zum Ende hin beim Lesen etwas mehr konzentrieren musste, um zu folgen. Das hat aber nichts mit dir zu tun.

    Ansonsten bleibt dein Stil einwandfrei...schön beschrieben...amüsant zu lesen...ich bleibe dabei :)

    Viele Grüße,
    Rainbow