Der Oger Magus

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    • Das war mal ein spannendes Kapitel. Und auch lustig - "hoffentlich"! :D Knapp entrinnen unsere Helden dem Tod, weniger durch ihre Feinde, als durch den Dilettantismus eines gewissen Ogers. Wobei, dass er sich überhaupt schon so verteidigen kann, ist ja schon sehr beeindruckend. Er scheint ein Naturtalent zu sein! ^^
      Lasse nie zu, dass du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist.
      -Mutter Teresa
    • @WindweberWobei, dass er sich überhaupt schon so verteidigen kann, ist ja schon sehr beeindruckend. Er scheint ein Naturtalent zu sein!

      Ok, ein winziges Spoilerchen:
      Spoiler anzeigen
      Gaaaaanz am Anfang hab ich erwähnt, dass die Göttin der Magie tot ist, welche ja Störungen im magischen Gewebe beseitigt. Das blaue Energiegeflecht, welches Verk erwischt hat, war solch eine Störung. Die Magieknoten, die Verk gelegentlich sieht, sind Störungen. Die teils fehlschlagenden teils anders wirkenden Zauber sind solche Störungen. (Ich überlege ja noch, ob ich das noch erklärend ins Buch einfließen lasse oder ob der Leser selbst drauf kommen muss... oder googlen, was 1385TZ passiert ist...)
      Der Oger Magus

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    • Und gleich kommen noch die Untoten. Das wird ein Spass ^^

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      bigbadwolf schrieb:

      Da sie ihm in seinem untoten Zustand in der Regel nichts anhaben konnte, hatte der Lich neben nekromantischen Zaubern vor allem die Kältemagie gemeistert. Die Priester der Frostmaid waren jedoch gegen Kälte, egal ob magisch oder natürlich, teilweise abgehärtet. Zufälle waren nicht akzeptabel.
      Den Abschnitt habe ich nicht verstanden. Weil sie ihm nichts anhaben konnten hat er Kaltmagie gemeistert?
      Zufälle waren nicht akzeptabel?
      Möglicherweise stehe ich hier nur irgendwie auf dem Schlauch.


      bigbadwolf schrieb:

      Dass der unablässige Hitzeschwall unbeabsichtigt war, wurde Verk jedoch erst bewusst, als sein Freund ihn panisch anblickte, dann den nicht abreißenden Flammenstrom aus seinen Händen anstarrte und begann, seine Finger zu bewegen, was zwar den Winkel, aber nicht die Intensität der Flammen änderte.
      Zwei Sätze draus machen?

      bigbadwolf schrieb:

      Sicher, dass vorläufig keine unmittelbare Gefahr mehr drohte, hatten die Gefährten ihre verbliebene Ausrüstung überprüft.
      Sicher, dass vorläufig keine unmittelbare Gefahr mehr drohte, überprüften die Gefährten ihre verbliebene Ausrüstung.

      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • Dankeschön.

      Sensenbach schrieb:

      Den Abschnitt habe ich nicht verstanden. Weil sie ihm nichts anhaben konnten hat er Kaltmagie gemeistert?
      Zufälle waren nicht akzeptabel?
      Möglicherweise stehe ich hier nur irgendwie auf dem Schlauch.
      Lies nochmal genau: Sie konnte ihm nichts anhaben (die Kälte), deshalb hat er sich auf Kältemagie spezialisiert. Er kann sie also wirken, ohne sich selbst zu schaden. Bei einem Feuerball würde seine körperliche Erscheinung Schaden nehmen.
      Es gibt allerdings auch Interpretationen/Autoren, bei denen Untote durchaus durch Kälte "geschädigt" werden können.

      Zufälle waren nicht akzeptabel --> Die Auriliten sind zufällig weniger anfällig für seine Kältemagie. Was kann also noch alles ZUFÄLLIG seinen Plänen zuwider laufen? Er will auf Nummer sicher gehen.
      Der Oger Magus

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    • 5. Kapitel: „Ein orkischer Paladin und ein Lich-Druide…“

      Ein wahrer Freund. Ich bin froh, dass ich Tyrion kennenlernen durfte. Auf seine eigene Weise ist er zwar etwas egozentrisch, aber er lebt und atmet Gerechtigkeit. Er hat seinen Wert in vielen Schlachten bewiesen und spendet einen Gutteil seines Soldes anderen Gotteshäusern und dem Armenhaus Athkatlas. Obgleich er den Betsaal des Ordens nicht so regelmäßig besucht, wie andere Mitglieder, ist der Glaube sehr stark in ihm.
      Oder war stark in ihm? Er war wie ein großer Bruder, obwohl ich nur sein Knappe war. Wie einen Gleichgestellten hat er jeden behandelt, mich selbst wie einen Freund. Hätte er sein Vorhaben nicht verheimlicht, wäre ihm sicher eine ganze Schar Krieger des Ordens gefolgt und jeder einzelne hätte für Tyrion bereitwillig sein Leben gegeben. Was auch immer der Lich Tyrion angetan hat, ich werde ihn nicht aufgeben. Einen wahren Freund lässt man nicht im Stich, Torm möge mir helfen!
      Aber in seiner jetzigen Verfassung… dieser wahnsinnigen Lethargie und Hörigkeit, diesem Zustand völliger Unzugänglichkeit – ein lebender Zombie ist er, eine Marionette! Hat das Monstrum solche Macht, dass es den Willen dieses ehrbaren Paladins permanent unterdrücken kann?! Wird Tyrion genesen, wenn der Lich vernichtet ist?
      Ich weiß es nicht. Aber ich muss daran glauben.
      Für meinen Freund.
      Einen wahren Freund lässt man nie im Stich.

      Iason

      25. Mirtul 1385 TZ
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    • Sooo, ich hab jetzt gerade Freistunden an der Uni und hatte deswegen genug Zeit, um hier endlich mal weiter zu lesen - bei langen Threads lese ich nämlich lieber seitenweise :D ich hab jetzt Seite 2 und 3 durchgelesen.

      Ich mag die Szenen mit Bjanik und Verk, wenn sie miteinander interagieren. Bjanik geht so völlig in seiner Begeisterung auf und Verk ist wie ein neugierigen Kind :D macht Spaß, die Abschnitte zu lesen.

      Ich hab vermutlich nicht das richtige Baldurs Gate gespielt (Baldurs gate dark alliance 1 & 2), aber die Trolls, die ich nur mit Feuer oder säure töten konnte, kamen mir bei der Szene mit den Auriliten (hab ich mir das richtig gemerkt?) in den Sinn xD

      Ich mag die Geschichte und bin gespannt, wo sie noch hinführen wird.

      Gruß, Alopex :fox:

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau
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      Es geht rasch weiter. Häppchenweise. ^^


      Marschbefehl

      Der Lich rief ihn erneut, ebenso wie die anderen Untoten. Seinesgleichen. Nein, sie waren geistlos… oder warteten sie auch? Hat eine von diesen Kreaturen Erinnerungen an ihr Leben oder gar ein Bewusstsein, welches meinem ähnlich ist?, überlegte Iason, während er den anderen Untoten auf seine zugewiesene Position folgte. Den ausdruckslosen, skelettierten oder verfaulenden Gesichtern war nichts zu entnehmen.
      Gedankenverloren sah er sich in der großen Halle um, welche er soeben betrat und wurde als erstes Tyrion gewahr, der regungslos, den Zweihänder senkrecht vor sich erhoben, an einer exponierten Stelle im Zentrum des Raumes stand. Eine bloße Marionette…, dachte Iason mutlos. An einer Wand, halb versteckt in einer Nische, wartete Kazim anscheinend auf weitere Anweisungen seines Meisters.
      Sollten die nahenden Feinde mächtig genug sein, konnte Iason eventuell die Seiten wechseln. Doch wie sollte er den Eindringlingen rasch und glaubhaft versichern, dass er, ein augenscheinlich untotes Wesen unter der Kontrolle des Lichs sie unterstützen wollte? Mit seinem einfachen Speer war er ihnen gegen den Lich sowieso keine Hilfe. Sein einziger Vorteil war seine Resistenz gegen die telepathischen Befehle und das Eindringen des Lichs in sein Bewusstsein.
      Während ein weiteres Dutzend Skelette und Zombies den Raum betrat und sich an den Wänden positionierte, schien der Großteil der Untoten die unteren Bereiche der Gruft nicht verlassen zu haben. Iason sah verschlissene Roben, verstümmelte Körper, Waffen aller Art, ein behelmtes Skelett. Ein halb skelettierter Zombie trug gar einen verrosteten Schienenpanzer mit einem Symbol Ilmaters, des Mildtätigen – ein weiterer Priester in den Fängen des Lichs.

      Plötzlich begann Kazim einen Zauber, aber als er damit fertig war, konnte Iason keine Veränderung erkennen. Nun erklang weiterer Zaubergesang am anderen Ende der Halle. Als Iason hinsah, erkannte er den Lich, der anscheinend aus dem Nichts aufgetaucht war. Als der untote Magier seine Beschwörung beendet hatte, fragte sich der Kriegerpriester, ob die Eindringlinge je eine Chance hatten.
      Jetzt sah ihn der Lich direkt an und begann einen weiteren Zauberspruch.
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    • Da bin ich mal gespannt, wie es weiter geht.
      Grundsätzlich macht es Spass deine Geschichte zu lesen. Was mir noch etwas fehlt ist der Gesamtkontext. Warum sind die Protagonisten unterwegs?
      Alle Treffen sich jetzt am Tempel, gibt es dort mehr als den Kampf mit den Untoten? Ein magisches Geheimnis? Ein grosses Rätsel?
      Ich hab mal geschrieben, was mir so in den Sinn gekommen ist. Als Anregung ;)

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      bigbadwolf schrieb:

      Kreaturen vielleicht Erinnerungen
      das "vielleicht" könnte man auch weglassen

      bigbadwolf schrieb:

      auf weitere Instruktionen seines Meisters.
      Vorschlag: Anweisungen statt Instruktionen
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

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    • Sensenbach schrieb:

      Warum sind die Protagonisten unterwegs?
      Naja, Bjanka und Verk folgen im Wesentlichen Bjanik, der den magischen Gegenstand finden will, der in dem in schwarzes Leder eingebundenen Buch erwähnt wird.
      Reil und Cinnabelle suchen den verschollenen Tempel Aurils auf Geheiß Gertis.
      Iason und Tyrion sind Gefangene Szarmons in dessen "Domizil".
      Das entspricht auch im Großen und Ganzen dem bisherigen "Gesamtkontext". :)
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    • Es geht weiter. An diesem Abschnitt habe ich lange herumgebastelt. Das werdet ihr bald rückblickend verstehen.

      -------------------

      Aurils Tempel

      „Das hat keinen Sinn“, sagte Cinnabelle nach ein paar Minuten.
      „Du hast Recht“, gab Reil zu. „Fjotkar und Sigrulf werden uns schon wieder ausgraben. Wir sollten einfach den Tempel weiter erkunden. Er scheint die Erschütterungen problemlos überstanden zu haben.“
      „Kein Wunder, wenn er wirklich so alt ist, wie Gerti behauptet und sich dennoch in so einem guten Zustand befindet...“ Cinnabelle beobachtete das Flackern der Fackel.Ihr Knistern hatte eine beunruhigende Wirkung auf sie. „Und wenn die Riesen uns hier einfach zurücklassen?“
      „Denk an Gerti. Wenn Fjotkar und Sigrulf ihre Befehle erneut missachten, schickt sie sie wahrscheinlich als Botschafter zu den Orks. Und zwar mit der Botschaft, Obould möge die beiden auf der Stelle umbringen.“
      „Damit sie sich nicht die Hände schmutzig machen muss…“, überlegte Cinnabelle weiter und betrachtete nachdenklich die Fackel in Reils Händen. Ihr Licht betonte die Gesichtszüge ihres Bruders, enthüllte winzige Fältchen, ließ ihn aus Cinnabelles Blickwinkeln noch imposanter erscheinen.
      Von jenseits der Schneemassen ertönten dumpfe Geräusche, als ob jemand im Schnee grub.
      Reil wollte offensichtlich nicht länger warten, wandte sich vom verschütteten Eingang ab und lief wortlos voraus. Binnen weniger Minuten hatten die Geschwister jene Stelle erreicht, an welcher sie umgekehrt waren. Der Gang endete kurz darauf an einer übermannshohen steinernen Tür. Reil untersuchte sie, fand jedoch nichts Verdächtiges. Allerdings bedeutete er Cinnabelle, sich kampfbereit zu machen. Die Aurilitin machte ihre Schleuder bereit und schaute angestrengt an der blendenden Fackel vorbei. Reil stemmte sich gegen die Tür und während sie langsam aufschwang, offenbarte sich nach und nach ein Anblick, mit welchem Cinnabelle schon gar nicht mehr gerechnet hatte.

      Eis. Eine Welle eiskalter Luft flutete über ihr Gesicht. Die Halle war ein Schauspiel aus reflektierenden Stalagmiten und Stalagtiten, auf deren glatter Oberfläche sich die tanzenden Flammen der Fackel spiegelten. Die hohe Decke wurde von zwei Eissäulen getragen, die Wände waren von einer nahezu ebenmäßigen Eisschicht überzogen. Gleichzeitig wurde der beeindruckende Raum durch einige Steinbecken mit einer leuchtenden Substanz erhellt, die sich im Zentrum befanden. Eine etwa sieben Fuß hohe Statue befand sich auf einem Podest hinter den Becken und gab das grünliche Schimmern wieder. Reil betrat den Raum vorsichtig. Cinnabelle folgte ihrem Bruder auf dem Fuße. Direkt neben der Steintür ragten zwei gut zehn Fuß hohe Stalagmiten empor. Da Reil trotz seiner magisch geschärften Wahrnehmung anscheinend nichts Gefährliches wahrnahm, ging er weiter auf die leuchtenden Becken zu. Indem sie ebenfalls näher kam, erkannte Cinnabelle das Abbild Aurils in der Statue. Sie beherrschte die Halle mit selbstgefälliger, einschüchternder Anmut. Ihre Hände waren mit gespreizten Fingern nach oben ausgestreckt, als wolle sie mittels ihrer Magie die Sonne selbst einfrieren.
      Am Rand der steinernen Bassins blieb Cinnabelle stehen und betrachtete fasziniert die strahlende, zähflüssige Substanz. Es schien eine Art von fluoreszierenden Algen zu sein, ähnlich jenen Pflanzen, die sie an den Wänden des Ganges gesehen hatte. Es war erstaunlich, dass sie nach all der Zeit und in der vorherrschenden Kälte überhaupt noch lebten, zumal die Steintür diese Halle anscheinend nahezu luftdicht von der Außenwelt abgeschirmt hatte. Wie sonst war der Temperaturunterschied zu erklären?
      Die Luft erschien der jungen Aurilitin nun jedoch eher warm. Hatte ihr Training sie letztlich so stark abgehärtet? Während sie noch die eisbedeckten Wände und die zahlreichen Stalagmiten bestaunte und dabei über ihre seltsame Temperaturwahrnehmung grübelte, näherte sich ihr Bruder ehrfürchtig der Aurilstatue.
      Der Oger Magus

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    • Uh, jetzt wird es spannend. Und dann wieder deine Spezialität - Cliffhanger! Kannst du das bitte lassen? :D Du dehnst hier geschickt die Zeit, wirklich gekonnt. Tatsächlich passiert ja für die Textlänge eher wenig. Du übertreibst es aber auch nicht. Was wird unseren Helden an diesem bizarren Ort nun widerfahren? :/
      Lasse nie zu, dass du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist.
      -Mutter Teresa
    • So @bigbadwolf,
      Ich kann dir nun stolz verkünden, dass ich deine Geschichte jetzt endlich bis zum aktuellsten Post gelesen habe und ich muss mich minütlich mehr darüber ärgern, es nicht schon früher getan zu haben. ;(
      Wirklich beeindruckend. Anders kann ich deine Geschichte bis zu diesem Zeitpunkt einfach nicht beschreiben. Unfassbar gute Charaktergestaltung (Meine Favoritin ist inzwischen Bjanka :D ), ein deutlich erkennbarer Roter Faden, viele interessante Entwicklungen und deine sehr hinterhältige Fähigkeit, mich mit Cliffhangern in den Wahnsinn zu treiben. X(
      Dein Schreibstil lässt sich super gut lesen und ich komme eigentlich nie in die Situation, etwas wiederholen zu müssen, weil ich etwas nicht verstanden hätte. Nein, obwohl ich von der Hintergrund Geschichte eigentlich keine Ahnung habe und die Welt, in der deine Fan-Fiction hier angesiedelt ist, für mich absolutes Neuland ist, hast du mich einfach am Haken. Ja, bin dabei. :thumbsup:
      Ich muss jedes Kapitel wieder an das wahrscheinlich beste Fantasy-Open-World-Spiel denken, das ich je gespielt habe (Skyrim):
      Dunkle, mysteriöse Höhlen. Magie, die mit den Händen gewirkt wird, eine Vielfältigkeit an Rassen und Völkern, beeindruckende Landschaften und etliche Aufeinandertreffen mit Feinden und Freunden.
      Das gefällt mir richtig gut!! :thumbup:
      Also, jetzt kann ich auch etwas genauer auf deine hoffentlich bald kommenden Kapitel eingehen. Macht wirklich Spaß! ;)

      LG Lehaidin
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


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      So, Leute. Da ich nicht weiß, wo ich das Folgende am sinnvollsten aufteilen kann, poste ich einfach alles. Hoffe, die Menge erschlägt euch nicht.


      Ein Gnom zu sein

      Wenige Minuten später hatten sie vor allem dank Verk einen Durchgang freigelegt. Bjanik wischte sich die nasskalten Hände an seiner Robe ab. Ein Blick ins Innere verriet ihm, dass die Infravisionstränke ein lohnender Kauf gewesen waren. Ein Zwerg müsste man sein…, dachte er. Naja, wenn solche magischen Schätze im Freien herumlägen, würde wohl jeder Troll darüber stolpern…
      Die Zwerge, hm… die Mithrilhalle kann nicht halb so interessant sein, wie dieses Abenteuer. Eine Reise ist eben eine Reise… es geschehen unvorhergesehene Dinge, Abweichungen… meine Leute werden das sicher verstehen… und je später wir die Halle erreichen, desto mehr können wir unseren Geschichtsschreibern daheim berichten… ja…
      „Ob sie auch nach deinem Magiezeugs gesucht haben?“, riss Bjanka ihn aus seinen Gedanken.
      „Menschen oder Riesen?“, fragte Verk.
      „Was sollten denn Frostriesen mit alten magischen Texten anfangen?“, stutzte Bjanik.
      „Sind vielleicht magisch interessiert wie ich.“
      „Ach Verk“, seufzte Bjanka. „Nur weil du dich für Magie interessierst, heißt das doch nicht, dass plötzlich die ganze Welt magiebekloppt geworden ist…“
      „Jetzt hör aber auf!“, brach es aus Bjanik heraus. „Ohne meinen Zauber hätte der Riese uns alle getötet!“
      „Und dein endloser Feuerschwall hätte bei uns nur einen Sonnenbrand verursacht?!“, schoss Bjanka prompt zurück.
      „Aber mein Zauber hat Feuer gestoppt…“
      „… und der davor hat uns die Lawine eingebrockt“, beendete sie Verks Satz. „Die Banditen haben wir vor allem dank deiner körperlichen Stärke und meiner Dolche besiegt. Ich kann mich nicht entsinnen, dass du“ – sie deutete anklagend auf Bjanik – „unser Essen jemals magisch erlegt hast. Du könntest uns mit dem Feuerholz helfen, aber nein, der Herr Magier hat ja Wichtigeres zu tun!“, schloss sie mit einem vernichtenden, herausfordernden Blick. Tränen der Wut glitzerten in ihren Augen, ehe sie sich abwandte.
      Bjanik suchte nach Worten, nach einer passenden Entgegnung, einer Unwahrheit, die er verneinen konnte, fand aber keine. Verk zog sich sichtlich bedrückt aus dem Streit zurück und schritt wortlos auf den Eingang zu. Eine gefühlte Ewigkeit später überwand Bjanik seinen Stolz.
      „Tut mir leid“, sagte er leise, woraufhin Bjanka kaum merklich nickte, sich aber nicht umdrehte. Obwohl er dieses Dilemma gern mit einem positiveren Gefühl beendet hätte, erkannte Bjanik, dass er vorerst nichts mehr tun konnte. Er folgte Verk. Als er den Oger, der direkt unter dem Eingangsportal stehen geblieben war und ins Innere spähte, fast erreicht hatte, rief Bjanka seinen Namen. Er wandte sich um und zuckte zurück, als Bjanka plötzlich direkt vor ihm stand.
      „Du bist ein Idiot“, sagte sie schwach lächelnd, ihre wässrigen Augen an seine geheftet. Ein Augenblick verging, ehe Bjanik beschämt grinsend zu Boden schaute und nickte. Sofort schlängelte sich seine Gefährtin an ihm vorbei. „Schon mal was von Willkommensgeschenken gehört?“, fragte sie und hielt Verk davon ab, einen weiteren Schritt in das Gebäude machen, während sie bereits begann, den Boden nach mechanischen Fallen abzusuchen. Da Verk das Tageslicht jedoch nahezu gänzlich aussperrte, gestaltete sich dies schwierig.
      Bjanik reichte den beiden je einen Infravisionstrank. Widerwillig beäugte Bjanka das Fläschchen, nahm den magischen Trank aber schließlich ein. Er schmeckte nach nichts. Von der schlagartig einsetzenden Wirkung war die Gnomin jedoch sofort hellauf begeistert. Das Wärmespektrum zeichnete ein deutliches Bild der vor ihnen liegenden Szenerie. Bjanik reichte ihr gleich noch einen weiteren Trank von jeder Sorte, die er mit sich führte. Während sie sich bereits eifrig mit ihrer neuartigen Sehfähigkeit vertraut machte und den Eingangsbereich absuchte, verstaute Bjanka die Fläschchen in ihrem Gürtel. Verk lehnte sich zunächst haltsuchend an eine Wand und schien sich zu orientieren. Für Bjanik war die Sicht im Wärmespektrum nichts Neues, hatte er während seiner Ausbildung doch gelegentlich mit diesem Phänomen herumexperimentiert. Damals hatte er versucht, die Visualisierung von Gerüchen und Gasen in den Infravisionszauber zu integrieren, aber jedes Mal war sein Sichtfeld zu einer einzigen wabernden Masse geworden, sodass er schließlich aufgegeben hatte. Bjanik warf einen letzten Blick auf das Tal hinter ihnen und wechselte wieder ins normale Lichtspektrum.

      „Kommt ihr?“, fragte Bjanka ungeduldig. Da Bjanka rasch Abstand gewann, wagte Bjanik nur einen kurzen Seitenblick auf die große Steinstatue, die einen hochgewachsenen Menschen mit einem Zweihänder darstellte. Schon kniete die Gnomin auf dem Boden. Dann erhob sie sich und betastete vorsichtig die Wand auf der rechten Seite des Ganges. Als Bjanik nahe genug herankam, sah er gerade noch, wie sie einen kleinen Pfeil aus einer nahezu unsichtbaren, schmalen Vertiefung in der Wand entnahm und ihn ihren Dolchen hinzufügte. „Gift“, sagte sie schlicht und ohne ein weiteres Wort führte sie die Gruppe weiter den Gang entlang.
      Auch im infraroten Bereich war für Bjanik gut zu erkennen, dass Verk über irgendetwas nachgrübelte. Der Oger bemerkte, dass Bjanik ihn beobachtete und teilte seine Überlegung mit. „Warum ist so große Höhle? Wer braucht so viel Platz?“, fragte er flüsternd.
      „Vielleicht ist es ein Versteck gewesen. Für einen Magier, eine Sekte, einen Volksstamm…?“, sinnierte Bjanik leise.
      „Für einen Magier?“
      „Naja, manch einer glaubt einfach, es stünde ihm zu. Adlige besitzen meist auch viel mehr, als sie sinnvoll zu nutzen wissen. Manche lassen sich sogar in prunkvollen Sälen bestatten, die ein ganzes Armenhaus beherbergen könnten. Oder sie lassen Denkmäler und Statuen errichten, für Geld, dass solch ein Armenhaus viele Zehntage versorgen könnte“, sagte er und schüttelte den Kopf über solchen Egoismus.
      „Dann das hier totem Magier gehört? Wegen Magiebuch?“ Verk deutete auf Bjaniks Tornister mit dem schwarz eingebundenen Buch.
      „Könnte sein, aber dem Buch nach müsste es ein Magier sein, der vor über tausend Jahren gelebt hat… allerdings verstehe ich dann die Statue am Eingang nicht so ganz… es sei denn…“ Bjanik schluckte bei dem Gedanken und spähte den Gang zurück. „Es sei denn, es ist eine magische Wache.“ Er lauschte angestrengt, ob ihnen schwere Schritte folgten, aber das Gebäude verharrte in Totenstille.
      „Hier müssen wir vorsichtig sein“, ertönte Bjankas Flüstern von vorn.
      Als die beiden zu ihr aufgeschlossen hatten, zeigte sie auf einen nur fingerbreiten Absatz. „Die könnte bereits ausgelöst sein. Immerhin ist sie ziemlich offensichtlich.“
      Verk, dessen Kopf fast die hohe Decke berührte, beugte sich herunter und kniff die Augen zusammen. Was für Bjanka ein Leuchtfeuer zu sein schien, hätten Verk und Bjanik höchstens zufällig bemerkt.
      Bjanka wies die beiden an, Abstand zu gewinnen, bat aber Verk, ihr Schwarzblut zu leihen. Kaum waren sie fünf Schritt entfernt, hatte Bjanka sich schon an eine Seitenwand geschmiegt, und drückte die massive Keule behutsam auf den abgesenkten Bereich. Doch egal, wie viel Gewicht sie auf die Keule verlagerte, nichts geschah. Scheint sicher zu sein, konstatierte sie mit einem Nicken, gab Schwarzblut an Verk zurück und setzte ihren Weg fort. Verk verlagerte sein immenses Gewicht vorsichtig, als er auf die vermutlich ausgelöste Falle trat, aber entweder war sie eine Fehlkonstruktion oder Bjankas Vermutung traf zu.

      Kurze Zeit später machte der Gang eine leichte Kurve. In einiger Entfernung sahen sie eine geöffnete steinerne Tür, aus welcher ihnen schwaches Licht entgegenschien. Bjanik wechselte wieder zur normalen Sicht und als seine Gefährten ihre Augen zusammenkniffen und gegen das Licht abschirmten, riet er ihnen dasselbe. Glücklicherweise waren Eltooras Tränke korrekt gebraut worden, denn fehlerbehaftete Infravisionstränke führten oft dazu, dass der Verwender bis zum Ende der Wirkungsdauer im Wärmespektrum gefangen blieb. Die Türöffnung war aus Bjaniks Sicht zwar riesig, aber Verk würde sich tief ducken müssen, um hindurch zu gelangen. Aus dem Gang heraus sah Bjanik eine massive Steinsäule, die vermutlich bis zur Decke einer großen Halle reichte.
      „Wartet“, flüsterte der Gnom. Bjanik reichte Verk nun ebenfalls zwei Zaubertränke. Da der Oger keine Gürteltaschen besaß, hatte Bjanik die Flaschen vorsorglich an langen, dünnen Schnüren befestigt. So konnte Verk sich die Zaubertränke wie Talismane um den dicken Hals hängen. Flüsternd erklärte er ihm, was sie bewirkten. Bjanka näherte sich vorsichtig der Schwelle und spähte in den Raum. Während Verk hinter ihr in die Hocke ging, schob sich Bjanik neben sie, um sich selbst umzusehen.

      Es war tatsächlich eine große steinerne Halle, welche ihn aufgrund etlicher Särge an den Wänden und in Aussparungen in den Wänden sofort an eine Gruft erinnerte. In der Mitte des Raumes stand an einem grünlich leuchtenden Steinbecken eine Menschenfrau, die offensichtlich vollkommen gebannt die felsigen, teils unbehauenen Wände bestaunte und keinerlei Notiz von ihnen zu nehmen schien. Hinter ihr kniete eine anscheinend in ein Gebet vertiefte Person vor einem hochgewachsenen Mann mit einer stattlichen Rüstung. Im hinteren Bereich erkannte er mehrere bewaffnete Skelette, die jedoch keinerlei Regung zeigten. Unvermittelt bildete sich eine Eisschicht, welche die Skelette vor seinem Blick abschirmte. Bjanik blinzelte, rieb sich die Augen – und die Skelette waren wieder da. An der linken Wand, etwa in zehn Fuß Entfernung zu den Becken stand ein dunkelhäutiger Mann in einer roten Robe, der wie versteinert wirkte. Plötzlich verzerrte sich das Bild jenes Mannes vor Bjaniks Augen und an seine Stelle trat ein imposanter Stalagmit aus Eis. Sofort begann der Stalagmit jedoch zu flackern und gab den Blick auf den Mann wieder frei. Dann verzerrte sich plötzlich die gesamte Halle vor Bjaniks Augen. Er fuhr sich mit einer Hand über die Augen. Die steinerne Säule war nun von durchscheinendem Eis bedeckt, die Wände wurden durch eine milchig trübe Eisschicht verhüllt, überall erschienen Eisstalagmiten aus dem Nichts und verschwanden wieder, der Mann mit der Rüstung wurde zu einer Statue aus Eis. Die Statue verschwamm, als der Mann langsam ein riesiges Schwert bewegte, das Bjanik erst jetzt auffiel. Die kniende Person zeigte keine Regung.
      Die ganze Halle begann plötzlich erneut heftig zu flackern.
      Das Schwert verharrte bedrohlich über dem Kopf des großen Mannes.
      Da wurde ihm endlich klar, dass seine angeborene Fähigkeit gerade erneut die Oberhand über eine mächtige magische Illusion gewonnen hatte.
      „Weg von der Statue!“, schrie Bjanik.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von bigbadwolf ()

    • Uuuuund Cliffhanger. :chainsaw:
      Soso, ein kleiner Streit, die Emotionen brechen aus. Gut, dass sie sich schnell ausgesprochen haben. Da hat sich scheinbar viel Frust angestaut... Aber nun sind sie ja alle wieder vereint, was wirklich nötig ist, denn eine gefährliche Situation jagt hier ja die nächste. Und unser Oger gewinnt einfach mal, ohne darüber nachzudenken, die Oberhand über eine mächtige Illusion. Sehr spannend!
      Die Länge des Teiles fand ich übrigens sehr angenehm. :)
      Lasse nie zu, dass du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist.
      -Mutter Teresa
    • Windweber schrieb:

      Und unser Oger gewinnt einfach mal, ohne darüber nachzudenken, die Oberhand über eine mächtige Illusion. Sehr spannend!
      Da hast du dich leider verlesen. Der letzte Teil ist komplett aus Bjaniks Sicht geschrieben. Das ist vorher auch relativ gut zu erkennen, glaube ich:

      bigbadwolf schrieb:

      Während Verk hinter ihr in die Hocke ging, schob sich Bjanik neben sie, um sich selbst umzusehen.

      Und ja, ich mag Menschen, die an Klippen rumhängen. :D
      EDIT: Es ist übrigens ab jetzt fast unmöglich, einen Post ohne einen Cliffhanger zu beenden... :pardon:
      Der Oger Magus

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    • Ein schöner, authentischer Streit. So etwas kommt mir bekannt vor :)

      Da du kaum Fehler machst, unten ein paar Verschlimmbesserungen.

      Spoiler anzeigen

      bigbadwolf schrieb:

      aber nein, ein Magier hat ja Wichtigeres zu tun
      aber nein, der Herr Magier hat ja Wichtigeres zu tun.

      bigbadwolf schrieb:

      Widerwillig beäugte Bjanka das Fläschchen, nahm den magischen Trank schließlich ein.
      Fläschchen und nahm den

      bigbadwolf schrieb:

      Das Wärmespektrum zeichnete ein deutliches Bild von der vor ihnen liegenden Szenerie
      Das Wärmespektrum zeichnete ein deutliches Bild der vor ihnen liegenden Szenerie.

      bigbadwolf schrieb:

      „Für einen Magier?“
      "Für einen Magier allein?" (um es zu betonen, das kursive hab ich erst überlesen)

      bigbadwolf schrieb:

      dass seine angeborene Fähigkeit
      Welche angeborene Fähigkeit?

      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • @Sensenbach Welche angeborene Fähigkeit? --> Aus Threadseite 2, als Bjanik Verk die Magie erklärt:

      bigbadwolf schrieb:

      Alle Gnome haben von Geburt an sozusagen ein Händchen für Illusionen, sowohl was die Erzeugung als auch das Durchschauen derselben betrifft.
      Ich weiß, es ist eine sehr nebensächlich wirkende Info, aber andere Autoren verwenden solche scheinbar uninteressanten Angaben auch als Schlüsselstellen, die man erst im Nachhinein wirklich versteht/in ihrer Wichtigkeit erkennt.
      Gnome und Illusionen. In den Vergessenen Welten ist das so. ;)
      Der Oger Magus

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