Die Leben des Leland Oss

  • Dies ist ein Projekt, welches mich schon seit längerer Zeit emotional beschäftigt. Zum Glück bin ich krank zu Hause :( und habe Zeit mich darauf einzulassen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob der Bereich Science Fiction für diese Geschichte vollends zutreffend ist, denn tatsächlich steht die Hintergrundidee einem ganz anderen Threadbereich ebenfalls recht nahe. Aber dies soll jeder selbst herausfinden.
    Die Erzählung und der gesamte Inhalt basieren auf einer Grundstimmung, einer Atmosphäre und ich hoffe, ich kann sie transportieren. Das Skript ist vollständig, zuletzt werden (hoffentlich) keine Fragen unbeantwortet bleiben.
    Anmerkungen, Fragen, Hinweise... sind natürlich sehr willkommen.


    Sodann, werter User.


    Erwache!


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    Ich bin. Meine Liegestätte ist hart, aber nicht unangenehm. Mit verschränkten Fingern ruhen meine Hände auf dem Bauch, friedlich. Ich spüre meinen gleichmäßigen Herzschlag. Ein rhythmischer Piepton empfängt mich, als mich ein weiterer Sinn überkommt. Ich öffne die Augen. Unruhig flackert eine Neonröhre über mir und erhellt zögerlich die weiße Decke. Ein schwacher Geruch von Sterilität liegt in der angenehm temperierten Luft.
    Leises Summen erregt meine Aufmerksamkeit, doch ich kann es nicht orten. Es klingt elektrisch wie… wie ein alter Kühlschrank vielleicht? Vorsichtshalber schließe ich meine Augen wieder. Da ist noch etwas. Ein kaum hörbares Ticken. Ich versuche, nicht beunruhigt zu sein. Bin ich allein in diesem Raum?
    Ich warte, lausche dem Summen und warte, doch nichts verändert sich. Keine Stimmen, keine sich öffnenden Türen, nicht einmal entfernte Schritte. Anscheinend bin ich allein und das gibt mir ein wenig Sicherheit. Erneut öffne ich die Augen, die grelle Röhre starrt zu mir herab. Vielleicht wurden Kameras installiert? Das erscheint sinnvoll, doch bedeutet es auch, dass meine geöffneten Lider mich verraten. Mich weiterhin schlafend zu stellen, führt zu nichts. Vorsichtig drehe ich den Kopf nach links und sehe mich weißer Rauhfaser und einem kleinen Schrank gegenüber, Fenster scheint es nicht zu geben. Neben der schmucklosen Tischlampe liegt eine schwarze Armbanduhr. Gehört sie mir? Bin ich schlicht in einem Krankenzimmer? Was ist passiert?
    Ich hebe langsam meinen linken Arm, die Uhr fixierend.
    Eine Berührung.
    Brennen! Ein übermächtiger Schock durchläuft meinen Körper, meine Muskeln krampfen, mein… mein Herz… ich…

    Humor ist, wenn man trotzdem schreibt.

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  • Oha. Was für ein Einstieg!
    Hier werden wirklich viele Fragen in den Raum geworfen. Wer ist er? Oder ist "er" eine "sie"?
    Ist das wirklich ein Krankenhaus? Aber ohne Fenster? Obwohl er/sie ja noch nicht nach rechts gedreht hat. :hmm:
    Was hat ihn berührt? Kommen die Schmerzen von ihm- also hat er sich selbst wehgetan, bei dem Verusch, die Uhr zu nehmen?
    Oder hat ihm jemand anderes Weh getan?


    Kurz, aber prägnant! Macht neugierig auf mehr.


    Ich warte, lausche dem Summen und warte, doch nichts verändert sich.

    Wiederholung, aber ich finde es nichtmal schlecht. Mit dieser Wiederholung gibts du dem Wort mehr gewicht.

    (Neues Bild kommt iwann)

    Genesis: Sie ist Azathoth, das amorphe Chaos in der zentralen Leere
    Josh: Meine Prophetin!

  • Erst einmal, gute Besserung! Wenn die Geschichte den Autor selbst emotional beschäftigt, muss ich da wohl eine Augenhöhle drauf behalten :D ein recht knapper Einstieg, aber die eindringliche Atmosphäre kam bei mir schonmal sehr gut an.
    Du gibst noch nicht viel Preis, das macht mich schonmal neugierig auf mehr ;)

  • Hey @bigbadwolf
    Gute Besserung :)


    Zu deinem Text: da kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen! Der kurze, knappe aber doch interessanter Einstieg macht hungrig auf mehr :thumbsup:


    Du beschreibst alles sehr gut, ohne gleich zu viel Preis zu geben, was ich persönlich sehr schön finde. Ich kann hier nicht mit Sicherheit sagen, wo sich deine Geschichte abspielt. Die wichtigste Frage ist aber wohl, wer ist Er?


    Ich bleibe dran :thumbsup:

    „Sobald wir ihn finden, wird er seine gerechte Strafe bekommen" - Meister Karak

    "Dann... werde ich ihn töten" - Meister Rüstan


    Meine Geschichte
    Die Kriegerin von Catrellak

  • Hey, ich bin ja mächtigst erstaunt, wen ich hier so alles als Leserschaft angesprochen habe. Liegt's am Genre? ^^


    @Aztiluth Ja, die Wiederholung soll genau diesen Zweck erfüllen. Klappt also. Deine vielen Fragen sind berechtigt, aber es gibt auf alles eine Antwort. Bald.
    @Tnodm0309Willkommen, danke für die Wünsche!
    @LadyK Tja, wer ist es? Die Frage aller Fragen, quasi. Und wo wir sind? Du glaubst nicht wirklich an ein Krankenhaus, nicht wahr? :D

    Humor ist, wenn man trotzdem schreibt.

  • Zitat von bigbadwolf

    Du glaubst nicht wirklich an ein Krankenhaus, nicht wahr?

    Nein, nicht wirklich. Aber ich kann mich auch irren :whistling: ich warte einfach ab, was noch passiert :)

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  • Es geht weiter.


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    NEUSTART


    Ich bin… und liege. Ich spüre meinen gleichmäßigen Herzschlag. Ein rhythmischer Piepton empfängt mich, als mein Hörsinn zurückkehrt. Das… ist seltsam. Ist das real? Ich erinnere mich an diese Situation. Meine Augen öffnen sich und wehren dem hellen Licht einer Neonröhre, die… Habe ich hiervon geträumt? Ich erinnere mich an meine Bedenken, dass ich beobachtet werde. Erneut hätte ich mich durch meine offenen Lider verraten. Ein elektrisches Summen tritt in mein Bewusstsein, es muss sich irgendwo links von mir befinden. Ich drehe meinen Kopf nach links, der Anblick der schwarzen Armbanduhr erschreckt mich, ruft eine Ahnung von Schmerz und Ohnmacht hervor. Behutsam hebe ich meinen Kopf und achte darauf, meinen linken Arm nicht zu rühren. Neben meiner harten Liegestätte steht ein Computer auf dem weiß gefliesten Boden. Er ist über Kabel mit einer Art Greifer verbunden, an welchem –
    Schnell sinke ich zurück und erschauere. Die Kontakte eines Elektroschockers knistern knapp über meinem linken Arm. Ich denke an mein Herz und mich fröstelt. Gerade will ich meinen rechten Arm heben, als ich mich besinne. Was, wenn…? Stattdessen drehe ich meinen Kopf auf die rechte Seite. Als Erstes fallen mir die kleinen Metallkäfige und Glasbehälter auf einem Tisch an der kargen, weißen Wand auf. Zwei Hauskatzen, etwa ein Dutzend Mäuse, ein Mops und ein vermutlich leerer Käfig, den ich nicht komplett sehen kann. Die Tiere zeigen keine Regung. Mir fällt die Tür auf, eine Sicherheitstür mit einem Zahlendisplay und einer kleinen Anzeige. Oben hat sie ein kleines Glasfenster, zu klein für einen Menschen. Die Tür ist zu weit entfernt, die Symbole zu klein, um sie zu erkennen. Ich muss aufstehen. Den Elektroschocker bedenkend will ich mich ein Stück nach rechts schieben, aber etwas hindert mich. Ich spüre einen Widerstand an meiner Hüfte. Erneut hebe ich meinen Kopf leicht an und erkenne einen Gurt samt Schnalle, welcher mich an der Hüfte auf der Liege fixiert. Meinen rechten Arm kann ich gefahrlos zur Schnalle bewegen und sie mit einem leisen Klicken öffnen. Der Gurt rutscht herunter und mit hallendem Knall fällt die Schnalle auf die Fliesen. Rasch schiebe ich mich vom Knistern des Schockers weg und richte mich auf.
    Eine blonde Frau lächelt mich an, doch das Foto an der Wand wirkt alt und leicht verblichen.


    Ich betrachte mich. Anscheinend trage ich schwarze Socken, zudem eine beigefarbene Stoffhose und ein schwarzes Hemd mit hochgekrempelten Ärmeln. Die Kleidung fühlt sich angenehm an, sie scheint zu passen. Vorsichtig drehe ich mich zum Kopfende der Liege um und sehe ein schmales, fast leeres Bücherregal, welches zusammen mit einer riesigen Korkpinnwand einen Großteil der Wand bedeckt. Sie ist ihrerseits mit Unmengen an Papier behangen: Fotos von Tieren, Tabellen, Diagramme, Notizzettel.
    Ich stehe von der Liege auf, spüre die kalten Fliesen durch die dünnen Socken hindurch. Durch das Glas in der Sicherheitstür sehe ich die weiße Decke eines anderen Raumes. Ich suche den Raum nach Kameras, Sensoren und gespannten Drähten ab. Ich denke, niemand hat mein Erwachen zur Kenntnis genommen, vielleicht noch nicht mal den lauten Knall.
    Langsam nähere ich mich der Tür.

    Humor ist, wenn man trotzdem schreibt.

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  • @bigbadwolf ok, jetzt habe ich tatsächlich nicht mehr das Gefühl, dass es ein Krankenhaus ist... Nein, das ist kein Krankenhaus :|




    LG :)

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  • Auf der im Sekundentakt blinkenden Anzeige steht 01:15. Ist das die Uhrzeit? Ich ziehe halbherzig am senkrecht angebrachten Metallgriff. Nichts bewegt sich, natürlich. Ich spähe durch das Glas. Der Raum ist etwa genauso groß, Bücherregale lehnen sich schwer an die komplette linke Wand, zumindest soweit ich es sehen kann. Auch hier reflektieren weiße Fliesen kaltes Neonlicht. Ich verlagere mein Gewicht, um den rechten Teil des Zimmers untersuchen zu können. Ein Fuß! Dort steht ebenfalls eine metallene Liege, jemand liegt darauf. Mir fallen der Computer und die Apparatur neben der Liege auf und ich zwänge mich an die Scheibe, um möglichst viel zu sehen. Die Person trägt ein dezentes, blaues Kleid mit weißen Lilien, ihre Hände ruhen auf dem Gürtel, welcher sie fixiert. Ist sie bewusstlos? Dort! …War das eine Bewegung hinter ihr? Ich mache mich lieber nicht bemerkbar. Oder war da etwa gar nichts? Ich schließe kurz die Augen und versuche ruhiger zu atmen. Einige Sekunden später öffne ich die Augen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes sehe ich einen großen hölzernen Schreibtisch, bedeckt mit ordentlich gestapelten Büchern, Heften und Blättern und –
    Eine weitere Sicherheitstür, welche jedoch kein Sichtfenster besitzt, scheint der einzige weitere Zugang zu sein. Auch sie hat eine blinkende Anzeige. Ob sie auch 01:15 anzeigt? Ich trete einen Schritt zurück und betrachte erneut die Anzeige direkt vor mir. 01:12. Ein Countdown vermutlich. Aber… wofür? Misstrauisch beäuge ich die Wand zu meiner Rechten, gehe ganz nah heran. Weiß, nichts anderes. Ich gehe auf die Knie, untersuche den Übergang von der Wand zum Boden. Alles wirkt gänzlich unauffällig. Bewusst atme ich ein, teste den Geruch und die Beschaffenheit der Luft. Sie wirkt nicht abgestanden, es muss also irgendwo Frischluft eingespeist werden. Was wird geschehen, sobald die Anzeige 00:00 erreicht?
    Ich stehe auf und begebe mich zu den Käfigen. Auf dem hintersten sehe ich ein zugeschraubtes Glas mit einer klaren Flüssigkeit darin. Dahinter erkenne ich eine kleine Spritze und ein Skalpell in einer Plastikhülle. Der vermeintlich leere Käfig ist nicht leer, ein Beagle liegt darin. Ist er tot? Ich gehe so nah wie möglich heran und beobachte. Die Brust des Hundes hebt sich ganz sachte. Das beruhigt mich ein wenig und ich atme erleichtert aus. Nun inspiziere ich die anderen Tiere. Während die Katzen und der Mops ebenfalls zu schlafen scheinen, vergnügen sich die Mäuse mit einer Handvoll Regenwürmern und einem Häufchen Hafer.
    Ich nehme das Skalpell, löse es aus der Schutzhülle und fixiere es. Immer noch sehe ich es an. Immer noch...


    Warum... warum tue ich das? Wozu –
    Ich lege das Skalpell zurück, die Hülle daneben und nehme die Spritze. Der Kolben ist komplett heruntergedrückt, meine Gedanken sortieren sich. Ich betrachte meine Armbeugen und finde einen Einstich im linken Arm. Was hast du mir injiziert?!
    Mein Blick wandert zu dem verschlossenen Glas und ein Drang überkommt mich. Ich öffne es und trinke einen Schluck.
    Es schmeckt süß, im Abgang leicht bitter. Ich stelle das Glas zurück, warte und frage mich, warum ich –
    Mit einem Mal spüre ich meine Zunge nicht mehr. Das Taubheitsgefühl erfasst meinen gesamten Körper, meine Glieder versagen und der Boden rast auf mich zu.

    Humor ist, wenn man trotzdem schreibt.

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  • Wenn es läuft, soll man es laufen lassen. Daher hier gleich mal der nächste Teil.

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    NEUSTART


    Ich…
    Ich… liege. Ich erkenne den Piepton wieder. Ein Traum… im Traum? Gibt es das?
    Ich erkenne das Neonlicht durch meine geschlossenen Lider, spüre beinahe den wartenden Strom über meinem linken Arm. Vorsichtig öffne ich die Schnalle, lege die Gurthälften neben meiner Hüfte ab und schiebe mich auf der Liege nach rechts. Während ich mich langsam aufrichte, öffne ich die Augen. Die blonde Frau lächelt mich aus ihrem Foto heraus an. Ich stehe auf und trete an das Bild heran. Die Frau dürfte etwa vierzig sein, sie sieht blass, ja vielleicht sogar krank aus. Etwas an dem Foto berührt mein Innerstes, lässt mich zweifeln. Ich fixiere das blonde Haar… eine Perücke?
    Ich wende mich ab und betrachte die Tierkäfige. Alles scheint so, wie ich es… kenne? Meine Gedanken kreisen und die Zeit vergeht. Es gibt keine Erklärung, nicht für mich zumindest. Ob es derjenige weiß, der mich eingesperrt hat?
    Während ich zu den Käfigen gehe, werfe ich einen Blick auf die blinkende Anzeige. 01:13. Ich schätze grob ab, dass ich seit neun Minuten… wach bin… nein, dass ich seit neun Minuten…
    Was auch immer. Ich konzentriere mich auf die schlafenden Tiere. Ich nehme das Skalpell mitsamt Hülle und stupse die Plastik sachte gegen den Kopf der linken Katze. Sie schläft weiter. Erneut drücke ich die Hülle gegen ihren Kopf, diesmal länger und stärker. Die Katze bewegt sich leicht, ihre Nickhaut schiebt sich zurück und eine große, schwarze Pupille fixiert mich einen Moment. Sie muss vollkommen erschöpft sein, denn augenblicklich fällt ihr Auge erneut zu.
    Mit vergleichbaren Ergebnissen stupse ich auch die anderen Tiere an. Lediglich der Beagle zeigt keinerlei Regung. Einem Impuls folgend legt sich meine Hand auf die Flanke des Hundes. Ich hätte das nicht tun sollen, habe Angst, dass er aufwacht und mich beißt. Warum habe ich das getan?
    Er fühlt sich angenehm warm an. Rasch ziehe ich meine Hand zurück und meine Augen wandern wieder zur Sicherheitstür. 01:03. Eine Stunde noch, bis…? Ich erinnere mich an… nein, ich denke an den kleinen Schrank. Neben der schlichten metallenen Tischlampe liegt die schwarze Armbanduhr. Eilig laufe ich um die Liege, den Greifer und den Computer herum und nehme die teuer wirkende Uhr. Die Zeiger behaupten, dass es kurz nach drei ist. Ist es Nacht? Ich befestige die Uhr an meinem linken Handgelenk und sehe ihr eine Weile zu. Ich halte sie an mein Ohr und lausche dem vertrauten Ticken. Währenddessen fällt mein Blick auf die vollgehangene Korkwand, zunächst auf die Fotos. Der Mops ist angepinnt und auch die beiden Katzen sind zu erkennen. Insgesamt sind es fünf Hunde und vier Katzen. Zu den Bildern scheinen jeweils mehrere Tabellen und Notizzettel zu gehören, in der Mitte prangt ein recht großes Säulendiagramm.
    Ich klettere unbeholfen über die Liege und stelle mich direkt vor die Pinnwand. Die Tabellen enthalten Unmengen an Daten, gewöhnliche und eher ungewöhnliche. Neben Angaben zu Gewicht und Körperlänge der Tiere sehe ich beispielsweise hochpräzise Einträge zu Kopfumfang, Schwanzlänge und Flüssigkeitsanteil im Körper.
    Mir wird plötzlich bewusst, dass ich lese. Ich erinnere mich jedoch nicht, es je gelernt zu haben.
    Woher kann ich lesen?

    Humor ist, wenn man trotzdem schreibt.

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  • Interessant auf jeden Fall.


    Das es die ganze Zeit ein Neustart wird, hab ich mir am Ende des prologs gedacht (In kombination mit dem Titel dieser Geschichte).
    Ein cooles Gedankenexperiment. Vermute mal der "Probant" muss in einer gewissen Zeit etwas geschafft haben. Hoffe mal es wird nicht zu abgedreht... Aber bis jetzt find ich es Top.


    Allerdings frage ich mich warum er soviele Sachen einfach so macht. Ohne drüber nachzudenken... Das wirkt vorerst noch komisch.


    Was hast du mir injiziert?!

    Interessant, hier direkt mit "Du" zu fragen. Fragt er wen bestimmtes? Hat er wen in Verdacht? Ich glaube nicht. Aber das hat mich aufhorchen lassen.

  • Was mich sehr viel mehr irritiert, ist, dass es ihn irritiert, dass er lesen kann...


    Bis jetzt erschien er mir ziemlich "heutig"... doch dieser Aspekt macht mich verwirrt.

    Der Unterschied zwischen dem, was Du bist und dem, was Du sein möchtest, liegt in dem, was Du tust.
    -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?

  • Allerdings frage ich mich warum er soviele Sachen einfach so macht.

    Das ist gleichzeitig ein zentraler Punkt, aber auch weitgehend unbedeutend für die Geschichte an sich. Ich überlege noch, ob ich es zwischendurch im Text aufkläre oder erst ganz am Ende. Beides bietet sich an.

    Was mich sehr viel mehr irritiert, ist, dass es ihn irritiert, dass er lesen kann...


    Bis jetzt erschien er mir ziemlich "heutig"... doch dieser Aspekt macht mich verwirrt.

    Das wird im nächsten Teil deutlicher und es erklärt sich mit Fortschreiten der Geschichte.

    Vermute mal der "Probant" muss in einer gewissen Zeit etwas geschafft haben.

    :thumbup:



    Ich mag es übrigens sehr, eure Spekulationen zu lesen, denn sie zeigen
    mir, welche Hinweise euch auffallen, welche Schlüsse ihr zieht und
    insbesondere, was ich abgesehen von meiner eigenen Idee noch alles
    hieraus hätte machen können.

    Humor ist, wenn man trotzdem schreibt.

  • Es geht auf jeden Fall sehr interessant weiter :thumbup:



    LG

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    Meine Geschichte
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  • Nach dem zweiten Teil dachte ich, es wäre ein Wissenschaftler, der selbstexperimente gemacht hat.


    Nun bin ich zu "Saw" geschädigt und glaube, er muss die Tiere sezieren, um in deren Inneren ein Schlüßel oder so zu finden. :fie:
    Ich hoffe ja, das nicht.


    Die meisten meiner kleineren Ideen hast du schon wiederlegt, deswegen warte ich mit neuen Theorien noch etwas, und genieße die Unwissenheit :D

    (Neues Bild kommt iwann)

    Genesis: Sie ist Azathoth, das amorphe Chaos in der zentralen Leere
    Josh: Meine Prophetin!

  • @bigbadwolf


    Ich hab auch mal angefangen, hier mitzulesen- und ich bin, ähm, verwirrt, verwundert, erschrocken, fasziniert (und hypnotisiert) zugleich. :D
    Ich hab das gelesen und hatte keine Ahnung, wo wir da sind, und du machst es uns auch echt schwer, das zu erraten.
    Momentan hab ich noch totales Chaos in meinem Kopf, was diese Geschichte angeht, und ich mag es, so ins kalte Wasser geschmissen zu werden :thumbup:
    Keine Ahnung, was mit diesem armen Typen noch passiert, und keine Ahnung, warum da ein Elektroschocker über seinem linken Arm ist und wieso da lauter Tiere im künstlichen Koma liegen- aber ich bleib auf jeden Fall dran. Und auf das, was am Ende des Countdowns passiert, bin ich auch schon gespannt.
    In meinem Kopf spinnt sich grade irgendwas zusammen mit allen möglichen Ansätzen, die diese Geschichte haben könnte, aber im Endeffekt habe ich doch keine Ahnung, wo die Geschichte uns hinführt. Das weißt wohl nur du.


    Bin schon gespannt, wie es weitergeht und hoffe, wir bekommen bald wenigstens etwas Klarheit :D
    Würde jetzt sofort am liebsten weiterlesen! Will wissen, was da abgeht ^^


    LG
    Blue

    Chaos sagt, Halvars dunkle Seite sei harmlos gegen mich...













  • Nun bin ich zu "Saw" geschädigt und glaube, er muss die Tiere sezieren, um in deren Inneren ein Schlüßel oder so zu finden.
    Ich hoffe ja, das nicht.

    Dann sei beruhigt. ^^


    Ich hab auch mal angefangen, hier mitzulesen- und ich bin, ähm, verwirrt, verwundert, erschrocken, fasziniert (und hypnotisiert) zugleich.
    Ich hab das gelesen und hatte keine Ahnung, wo wir da sind, und du machst es uns auch echt schwer, das zu erraten.

    Dann geht es dir ja wie dem Protagonisten. Prima. :D



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    Ich weiß es nicht mehr! Ich schließe die Augen und konzentriere mich, aber da ist nichts. Nicht einmal… Da ist… überhaupt nichts. Meine Hände fahren durch kurzes, stoppeliges Haar. Welche Haarfarbe habe ich? Wie –
    Ich beginne erneut zu lesen, suche nach Daten, einem Zeitrahmen, an dem ich mich festhalten kann. Die Texte unter den Tabellen sind datiert, die Abstände variieren zwischen Tagen und Wochen. Beim Querlesen wird deutlich, dass immer wieder das gleiche Experiment beschrieben wird, aber ich bin zu durcheinander für Details. Ein Blatt erregt meine Aufmerksamkeit. Die Buchstaben sind kantiger, die Abstände zwischen den Worten ungleichmäßiger, die Tinte teils leicht verwischt… das Datum ist der 25. März. Ich sehe ein leichtes Glänzen in der Tinte... wurde das heute geschrieben? Wer hat das -


    Ich überfliege den Text, Worte rauschen an meinem Bewusstsein vorbei: „Entionisiert“, „Temporärrahmen“, „Postinfusionsphase“,… „Letzter Versuch“! Das ist es, ja. Ganz unten finde ich eine unterstrichene Uhrzeit, 13:52 Uhr, darüber ist die Anmerkung „Standardzeit“ gequetscht. Eine übertriebene Euphorie überkommt mich unvermittelt, ich lache. Aber –
    WER BIN ICH?! Ich schlage die Hände vors Gesicht, blende alles aus, grabe hysterisch in meinem Hirn. Es muss etwas geben. Irgendetwas. Immer noch lache ich. Komm schon, denk nach. Wo habe ich diese Klamotten her? Was ist… meine Lieblingsfarbe…, wo… wie alt …?
    Lautes Schreien ertönt und ich schlage die Hände vor den Mund. Die plötzliche Stille erschüttert mich. Während meine Hände träge herabsinken, zucken meine Augen gehetzt über die Pinnwand, ohne irgendetwas klar wahrzunehmen. Im Augenwinkel blinkt die Anzeige der Sicherheitstür stoisch. Ein Blick, 00:52. Ich… ich brauche Ablenkung, sonst… die Tiere! Ich drehe mich um und wanke zu den Käfigen. Dort, das Skalpell! Es starrt mich einladend an. Mit aller Macht fixiere ich eine der Katzen, dann den Beagle. Vor seinem Käfig geben meine Beine nach, ich lande hart auf den Knien und umklammere die schmalen Metallstangen, während sich der Raum um mich herum dreht. Mit schmerzenden Knien und wirbelnden Gedanken starre ich den fast leblosen Hund an. Sekunden verstreichen.
    Langsam, ganz langsam beruhige ich mich, aber… etwas… was ist das? Hat der Hund gezuckt? Etwas fühlt sich seltsam an, ein leichter Kopfschmerz. Ich warte ab und… mir entfährt ein lautes Bellen. Starke Übelkeit überkommt mich, die Schmerzen nehmen rapide zu, der Beagle verschwimmt vor meinen Augen. Ich belle erneut, er… eine Erinnerung... ich bin… er heißt Chester… etwas zerreißt in mir… ich…

    Humor ist, wenn man trotzdem schreibt.

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  • @bigbadwolf sehr eindrucksvoller Part!! Langsam scheint es ernst zu werden...


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    Meine Geschichte
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  • Das es die ganze Zeit ein Neustart wird, hab ich mir am Ende des prologs gedacht

    Nope. ABer das ist auch wichtig. Bald mehr dazu.

    Bin schon gespannt, wie es weitergeht und hoffe, wir bekommen bald wenigstens etwas Klarheit

    Klarheit: Kommt sofort.
    Es werden aber auch neue Fragen aufgeworfen. Ähm, ups? :D

    Okay.... Warte?.... Was?

    :rofl:

    Oh man, und denn setzt du uns einfach einen Cut

    Öhm. Nö, das liegt einfach an der Logik der Abfolge... und so ... dumdidum... :D



    Ich frage mich, wem die zweite Hauptthematik schon aufgefallen ist. Kommen wir nun zum Ende. Obwohl... glaubt ihr wirklich, dass ich es ihm so leicht mache? :saint:


    ---------------------------------------


    NEUSTART

    Chester. Der Beagle heißt Chester.
    Ich ignoriere das Piepen und öffne den Gurt. Chester. Binnen Sekunden bin ich von der Liege aufgestanden und eile dem Beagle entgegen. Auf dem Weg huscht mein Blick über die Anzeige: 01:22. Beim Käfig angekommen gehe ich in die Knie und starre den Hund an. Chester. Ich fasse ihn am Kopf und rüttele ihn sanft. Chester! Er reagiert nicht. Chester, wach auf! Chester! Meine Worte verklingen ungehört, nur die Mäuse flitzen leise fiepend in ihrem Glasbehälter herum.
    Immer wieder rufe ich ihn, minutenlang. Es wirkt, als läge er im Koma. Schließlich gebe ich es auf, bemerke, dass meine Wangen feucht sind. Ich wische die Tränen an meinem linken Hemdsärmel ab, wodurch der Stoff noch dunkler wird. Hatte ich die Uhr nicht…? Mein Blick huscht zum Schrank neben der Liege und ich sehe die Armbanduhr. Ich muss… eine Erklärung für all das finden!
    Ich gehe zur Pinnwand, ein Blick auf die Anzeige verrät mir, dass ich noch eine Stunde habe, bis… bis…?
    Das große Säulendiagramm in der Mitte lenkt mich ab. Ich brauche eine Weile, um zu erkennen, dass es um verschiedene Zusammensetzungen eines Stoffes geht. Unter den vier unterschiedlichen Säulen stehen die Begriffe Maus, Katze, Hund und Mensch, die Säulen selbst sind über und über mit Korrekturen überschrieben. Ich lese die nebenstehende Liste:
    „Abschließen mit Datum, Infusionslösung artspezifisch mischen, Schocker einstellen, Spritze vorbereiten, Proband fixieren, Desinfizieren, beide Timer mit Einstich starten.“
    Eine Experimentabfolge… ein Datum ist der Code für die Sicherheitstür? Ich wende mich der Sicherheitstür zu und verwerfe den Gedanken, denn es gibt Tausende möglicher Daten. Auf der Anzeige steht 00:50. Ein kurzes, unerklärliches Gefühl von Geborgenheit überkommt mich. Ich fühle mich etwas wohler, sicherer.
    Was war das denn gerade? Aus dem Augenwinkel sehe ich das Glas mit Schraubverschluss, das muss die Infusionslösung sein. Hm, aber wozu das Skalpell?
    Unvermittelt wende ich mich erstmals dem schmalen Regal zu. Nur drei dünne Hefte stehen darin, ohne Titel und, wie ich rasch feststelle, gänzlich leer. Ich widme meine Aufmerksamkeit wieder der Pinnwand und der Liste. Von welchen beiden Timern mag die Rede sein? Und was bezweckt der Elektroschocker? Er ist ja noch angeschaltet. Und der Computer steuert ihn wahrscheinlich. Vielleicht… vielleicht gibt einer der Timer an, wann der Schocker benutzt werden muss, um… was?
    Erneut betrachte ich die Tabellen und versuche diesmal, mich auf die Textinhalte einzulassen. Viele Minuten vergehen und langsam entsteht eine Art Verständnis in meinem Kopf. Ich erfahre, dass die Infusion während der Postinfusionsphase den Herzschlag des Versuchstieres unterdrückt, wodurch ein äußerst exakt bemessener Todeszeitpunkt ermöglicht wird. Nahezu im selben Moment, nach einer als Temporärrahmen bezeichneten, sehr kurzen Zeitspanne, kommt der Schocker zum Einsatz. Der elektrische Impuls führt zu einer Entionisierung der Infusion, also… ich denke, er stoppt ihre Wirkung… sozusagen. Danach scheint das Versuchstier wieder zu leben. Eine Art Reanimation also.
    Aber wozu das Ganze?
    Jeder Text endet mit den Worten „Versuchsende nach Standardzeit“. Eine Standardzeit? Wie lang dauert sie und… was geschieht, sobald sie abgelaufen ist? Beiläufig sehe ich erneut zur Anzeige. 00:02. Ich erstarre.
    Angst steigt in mir auf, als sich plötzlich wieder dieses beruhigende Gefühl über mich legt. Ich kann es mir nicht erklären, aber ich fühle mich wieder… sicher und das gibt mir neuen Mut.
    Ich positioniere mich an der Wand zwischen Tür und Käfigen und warte, dass der Countdown abläuft. Schließlich endet er, ein langgezogener Piepton erklingt, gefolgt von einem metallischen Klacken. Ich spähe auf die Anzeige: 99:59. Sie blinkt nicht mehr. Vorsichtig schiebe ich die Tür auf, schaue um die Ecke und warte ab. Nichts geschieht. Ich presse mich verstohlen an den rechten Türrahmen, sehe die Bücherregale und jetzt auch ein kleines Waschbecken nahe der Tür, darauf eine Bürste, Flüssigseife und ein Desinfektionsmittelspender. Ich wage mich ein Stück nach links. Abwechselnd beobachte ich Fuß und Kleid der anderen, unbekannten Person und die gegenüberliegende Sicherheitstür, deren Anzeige nun ebenfalls nicht mehr blinkt. Ist sie etwa offen? Mir fällt auf, dass ein Stuhl neben dem Schreibtisch steht. Stand er schon vorhin –
    Ein gepresstes Stöhnen ertönt, der Fuß zuckt. Jetzt höre ich ein metallisches Klicken, dann einen lauten Aufprall, der mir bekannt vorkommt. Der Gurt! Das Stöhnen klingt gequält, die Person scheint aufzustehen und – plötzlich schreit sie: „Das brennt! Nein! Nicht zu mir, nein! Raus! Es brennt so sehr! Nicht zu mir! Verschwinde!“ Ich keuche. Plötzlich zuckt ein Kopf nach vorn. Die blonde Frau! Immer noch schreiend humpelt sie auf mich zu, den rechten Fuß nachziehend und mit ihrer Hand eine Fingernagelschere umklammernd. Panisch springe ich zurück, meine Hand findet den Metallgriff der Sicherheitstür und wirft sie erneut zu. Ein langgezogener Piepton mischt sich in das nun gedämpfte Schreien der blonden Frau, welche die Schere wie von Sinnen gegen das Glasfenster schlägt, während ich rückwärts zu meiner Liege wanke. Mit einem Knall birst die Scheibe, Splitter streifen mich, ich halte mir die Ohren zu. Immer wieder schlägt die Frau auf Tür und Scheibe ein. Inzwischen sitze ich auf der Liege und versuche unter lautem Singen und Summen den Wahnsinn um mich herum auszublenden, als mir etwas einfällt. Panisch rast mein Blick zur Anzeige.
    99:56.
    Sie blinkt.
    Oh nein… das… sind vier Tage! Ich… ich bin…
    Beinahe dankbar empfange ich die Ohnmacht, welche mich überkommt.


    FATALES ENDE


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    (Es geht bald weiter.)

    Humor ist, wenn man trotzdem schreibt.

    Einmal editiert, zuletzt von bigbadwolf ()

  • SPIELSTAND WIRD GELADEN...


    00:50. Warum bin ich diesmal nicht auf der Liege aufgewacht? Was ist in der letzten halben Stunde geschehen? Bin ich… jetzt nicht mehr eingesperrt? Während ich weiterhin die Anzeige anstarre, versuche ich das Geschehene zu verstehen. Was geschieht nur mit mir?
    Vorsichtig nähere ich mich der Tür, während die Anzeige teilnahmslos blinkt. Ich spähe durch das makellose Fenster. Der Raum sieht wieder so aus, wie ich ihn in Erinnerung… Ist das schon geschehen? Kann ich mich überhaupt an etwas erinnern, das erst noch... er sieht aus, wie ... hm, wie ich es mir dachte… ist das weniger wahnsinnig? Egal.
    Schreibtisch, Bücherregale und… der reglose Fuß der blonden Frau. Der Anblick verursacht eine prickelnde Gänsehaut bei mir und ich trete instinktgesteuert einen Schritt von der Tür zurück. Ich erinnere mich an... nein, ich denke an die aggressive, humpelnde Frau, die letztes Mal... die...
    Was soll ich tun? Wird sie mich wieder angreifen, sobald der Countdown endet oder schaffe ich es schnell genug zur anderen Tür? Aber was, wenn sie sich… diesmal… nicht öffnet? Dann… nein, ich muss etwas anderes -
    Mein Blick wandert zum Skalpell, aber ich zweifle sofort. Das wird sie nicht schnell genug aufhalten… und ich müsste nah an sie heran… die Spritze vielleicht, die Flüssigkeit? Während ich überlege, lese ich nochmals die angepinnten Texte und die Minuten verstreichen. Leider fällt mir nichts Hilfreiches ins Auge und ich wende mich ab. Der Frieden, welchen die schlafenden Tiere in ihren Käfigen ausstrahlen, beruhigt mich ein wenig. Ich gehe zu ihnen und streichle eine der Katzen, die mir nach einer Weile ein kaum hörbares Schnurren schenkt. Nun hocke ich mich erneut vor den Beagle und betrachte ihn nachdenklich. Meine Hand berührt erneut die Flanke des Hundes und das Tier öffnet müde die Augen. Ich bin zu überrascht, um mich zu bewegen, der Beagle hebt den Kopf und leckt über meine Hand. Sein Kopf sinkt zurück, er schließt friedlich die Augen.
    Ich atme hörbar aus und ziehe vorsichtig meine Hand zurück. Das ergibt keinen Sinn… wie… das ergibt überhaupt keinen Sinn! Warum reagiert er jetzt?! Meine innere Ruhe ist endgültig dahin. Ich erhebe mich und sehe mich erneut im Raum um. Die Anzeige meint, dass mir noch fünfzehn Minuten bleiben. Erneut fällt mein Blick auf das Skalpell. Ich nehme es aus seiner Plastikhülle bewege mich zur Tür. 00:14. Ich spähe durch das Fenster, versuche etwas Neues zu entdecken, vielleicht sogar eine effektivere Waffe, aber es ist nichts zu sehen.
    Ich warte. Ich warte und grüble. Ein Blick nach unten. 00:07. Es muss etwas geben.
    Die Seife! Die Frau ist… sie wird humpeln. Wenn ich es schaffe, dass sie ausrutscht, habe ich viel bessere Chancen, an ihr vorbeizukommen! Ich fasse neuen Mut und starre auf die Anzeige. 00:05. Ich starre. 00:04. Adrenalin flutet meine Adern, meine Gedanken kreisen um den bevorstehenden Kampf. 00:03. Ich schließe die Augen. Der Piepton wird mein Zeichen sein.
    Ich warte.
    Endlich. Ich reiße die Tür auf und schnappe mir die Flüssigseife vom Waschbecken. Sie ist leer.
    Das Desinfektionsmittel! Hastig drücke ich den Hebel des Spenders herunter, die kühle Flüssigkeit rinnt in meine hohle Hand. Hinter mir höre ich ein Stöhnen. Mehr Flüssigkeit! Das Klicken der Schnalle erklingt. Das Desinfektionsmittel tropft von meiner übervollen Hand und ich drehe mich ruckartig um. Das Gesicht der Frau ist eine gequälte Maske, sie krümmt sich unter Schmerzen. Neben ihr sehe ich die Schere auf einem kleinen Schrank liegen. Die Schere! Ich Idiot! Sie schreit: „Das brennt! Nein! Nicht zu mir, nein! Raus! Es brennt so sehr! Nicht zu mir! Verschwinde!“ Ruckartig richtet sie sich auf, bemerkt mich und greift nach der Schere. Ich werfe die Handvoll Flüssigkeit hastig auf den Boden vor die Sicherheitstür und springe zurück in meinen Raum, das Skalpell gezückt. Die Frau schleppt sich schreiend auf mich zu, fuchtelt wild mit der Schere, als sie die rutschige Masse erreicht. Ruckartig wird ihr Standbein nach hinten gerissen, sie knallt mit dem Kopf auf die Fliesen im Türrahmen und verliert dabei ihre blonde Perücke. Als sie immer noch schreiend versucht aufzustehen, bewege ich mich bereits. Meine Hand umfasst den metallenen Griff und mit aller Kraft schmettere ich die schwere Stahltür gegen ihren Schädel. Das nasse Knacken hallt in den gefliesten Räumen nach. Sie regt sich nicht mehr. Es fällt mir schwer mich nicht zu übergeben und ich wende den Blick von der grauenhaften Szenerie ab.


    Ich muss hier raus. Ich muss…

    Humor ist, wenn man trotzdem schreibt.

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