Ein neuer Film entsteht

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Ein neuer Film entsteht

      Um den Thread, in dem die eigentlichen Filme diskutiert werden, nicht mit Randnotizen vollzuspammen, werde ich die Fortschritte zur Produktion von „Rauhnachtfluch“ einfach hier in Blogform vorstellen. Selbst diejenigen, denen unsere Filme vielleicht nicht so zusagen, interessieren sich ja vielleicht trotzdem dafür, wie wir sie machen :)
      Also, was ist bisher schon passiert?

      1. Planung der Geschichte

      Die Grundidee für die Geschichte als Teil der Serie besteht schon ziemlich lange. Während der Dreharbeiten zu „Der Feenkreis“, der sich derzeit noch in der Nachbearbeitung befindet, wurde das Ganze dann konkreter und wir haben regelmässig einige Ideen zum Plot ausgetauscht und diskutiert.

      2. Schreiben der Geschichte

      Ende Oktober hat Thorsten dann angefangen, die Ideen in Form einer Geschichte aufzuschreiben. Ihr konntet selbst ein bisschen drüberschauen und eure Gedanken dazu loswerden. Da die Geschichte als Vorlage für einen Film dienen soll, ist viel Fokus auf den Handlungen der Protagonisten, während die Umgebung nicht viel beschrieben wird. Auch ist der Aufbau grob in „Szenen“ eingeteilt, in der Reihenfolge, wie sie am Ende wohl auch gezeigt werden (deshalb wirkt die Geschichte stellenweise etwas zerhackt). Diese Geschichte dient als Grundlage für das Drehbuch. (s. Clíodhna 5 - Rauhnachtfluch)

      3. Schreiben des Drehbuchs

      Da die Geschichte schon die entsprechende Form hat, habe ich das Drehbuch sehr stark daran orientiert und z.B. Dialoge häufig wortwörtlich übernommen. Die einzigen grösseren Abweichungen sind innere Monologe, die in irgendeiner anderen Form zum Ausdruck gebracht werden müssen. Im Falle der alten Hexe am Anfang habe ich das als Off-Stimme gelöst, aber sowas funktioniert natürlich nur in den seltensten Fällen. Normalerweise sollte die Gedankenwelt der Protagonisten in einem Film natürlich entweder aus Gesprächen mit anderen zum Ausdruck kommen (auch indirekt u.a. durch entsprechende Intonation etc.) oder aber durch die Mimik, Gestik und die Handlungen der Person. Da wir keine professionellen Schauspieler sind oder zur Verfügung haben, müssen manche Aktionen daher etwas überbetont werden, um das herauszubringen, was wir wollen. Das hat in der Vergangenheit nicht immer funktioniert, aber daraus lernt man halt.

      Das Drehbuch, das ich schreibe, ist keines im engeren Sinn, d.h. ein Drehbuch wird normalerweise etwas anders geschrieben. Ich versehe meine Drehbücher allerdings in letzter Zeit immer mehr mit Hinweisen zu Perspektive, Kameraführung, einzelne bedeutsame Einstellungen, Ton usw. Normalerweise werden dafür noch weitere Pläne und Regieanweisungen extra angefertigt, doch mein Grund für mein „Drehbuch“ ist, dass unser Team in der Regel aus nur zwei Leuten besteht, die die Arbeit unter sich aufteilen und die in etwa die gleiche Vorstellung davon haben sollen, wie der Film am Ende aussieht. Daher habe ich an Stellen, wo mir bestimmte Perspektiven usw. wichtig sind, eben auch genau das so hineingeschrieben. Auch damit ich selbst im Eifer des Gefechts nicht vergesse, dass ich hier den Fokus noch auf einer bestimmten Sache haben wollte – ist sehr ärgerlich, wenn man erst im Nachhinein merkt, dass man eine bestimmte Aufnahme noch gebraucht hätte :D Das Ganze ist für mich also auch viel Brainstorming und Ideensammeln.

      Etwas, was sowohl Thorsten im Schreiben der Geschichte als auch mich im Schreiben des Drehbuchs natürlich etwas einschränkt, ist, dass wir uns realistischerweise an dem orientieren müssen, was wir zur Verfügung haben. Wir können also z.B. Rórdán vermutlich nie bei einem Ausflug in die Stadt ausserhalb des Tals zeigen, einfach weil uns die Kulisse dieser Stadt fehlt. Aus diesem Grund wird eine solche Folge nie vorkommen, selbst wenn wir schon Ideen in so eine Richtung hätten.

      So, damit haben wir also das Grundgerüst, worauf unsere weitere Arbeit aufbaut. Was hier jetzt alles passiert, könnt ihr regelmässig hier verfolgen :)
    • Klingt nach einer Menge Arbeit. ^^
      Aber so ein Film ist natürlich auch etwas mehr Arbeit, das stimmt. Es muss zudem ja auch alles etwas zackiger gehen. Wenn ich eure Folgen noch richtig im Kopf habe, dann belaufen die sich ja "schon" auf 30 - 45 min. :hmm: Das ist dann ein Haufen Schnittarbeit, dass alles irgendwie unterzubringen. Uff ...
      Dass ihr dann nicht mehr so sehr auf die Umgebung eingehen könnt, ist sicherlich verständlich.

      Katharina schrieb:

      Etwas, was sowohl Thorsten im Schreiben der Geschichte als auch mich im Schreiben des Drehbuchs natürlich etwas einschränkt, ist, dass wir uns realistischerweise an dem orientieren müssen, was wir zur Verfügung haben. Wir können also z.B. Rórdán vermutlich nie bei einem Ausflug in die Stadt ausserhalb des Tals zeigen, einfach weil uns die Kulisse dieser Stadt fehlt. Aus diesem Grund wird eine solche Folge nie vorkommen, selbst wenn wir schon Ideen in so eine Richtung hätten.
      Vielleicht besteht eine andere Möglichkeit, es zumindest anzudeuten, falls er einmal in die Stadt muss/soll ... Ihr habt doch das Gebirge in den Hintergrund gestellt, wo eigentlich keines ist. Vielleicht könnt ihr Ähnliches mit einer Stadt machen. :hmm: Und wenn Rórdán dann in der Stadt ist, sich auf eine Innenansicht eines Gebäudes beschränken, wo er eben hin wollte ... Nur als Vorschlag. ^^"

      LG
      Jenna
    • Danke @Jennagon für die Idee :) Wir haben auch mal ein bisschen rumüberlegt (also eher nur theoretisch) und man kann bestimmt das eine oder andere tricksen, um wenigstens den Anschein zu erwecken, jemand sei in einer Stadt, aber wir werden dennoch wohl nie etwas zeigen können, was sich tatsächlich in der Stadt ereignet, also auch Teile der Stadt zeigt. Das ist ein Grund, warum die Folgen so sind wie sie eben sind.

      Also, das Drehbuch ist geschrieben, nun beginnt die erste Planungsphase. Der erste kritische Punkt: Örtlichkeiten checken.

      Orte

      In dieser Folge wollen wir eine grosse Anzahl an Orten zeigen, die bisher nicht aufgetaucht sind, u.a. taucht hier erstmals Rórdáns Arbeitsplatz, die Schmiede, auf. Ausserdem brauchen wir einen Raum, in dem man ein Feuer im Kamin anmachen kann für die Szene mit Ailbhe und Caoihme. Und zu guter Letzt haben wir eine gehörige Anzahl an Innenräumen, in denen kranke Dorfbewohner gepflegt werden.

      Der Schmied Bran und die Schmiede

      Bereits im Herbst habe ich den Schmied Pekka, der auf unserem Herbstmarkt häufig Schmiedekunst vorführt, angesprochen, aber erst letzte Woche hat es sich dann ergeben, dass wir mal bei ihm vorbeigeschaut haben. Seine Schmiede ist vollgestopft mit Werkzeug, das meiste sieht natürlich eher modern aus. Dennoch ist es möglich, einen Teil der modernen Gegenstände aus dem Bild zu räumen, so dass wir auf jeden Fall ein Metallteil im Feuer gut filmen können und wie es dann am Amboss bearbeitet wird (auch der Amboss ist eher modern – sagt zumindest Pekka, ich persönlich würde das wohl nicht erkennen…). Pekka hat ausserdem eine altmodische Holzhütte in seinem Garten, die wunderbar geeignet ist, einen anderen Teil der Schmiede darzustellen. In der Praxis werden wir also die Perspektiven zusammenschneiden, so dass es wirkt, als würde Bran in einem Teil dieser Hütte schmieden.
      Wie sich herausstellt ist Pekka, der fröhlich eingewilligt hat, den Schmied zu spielen, wenn er nur nichts sagen muss, auf angenehme Weise durchgeknallt und passt damit hervorragend zu uns. Ach ja, und dass wir ihm schlecht einen deutschen, und noch dazu recht umfangreichen, Text aufbrummen können, war mir schon klar. Aber ich habe schon eine Synchronstimme für Bran im Auge (oder besser im Ohr).





      Ailbhes und Caoimhes Haus

      Das ist schwieriger als man denken sollte. Bei uns auf dem Land hat praktisch jeder einen Kamin oder Ofen, der mit Holz beheizt wird, einfach wegen der vielen Stromausfälle. Doch erstens sind die meisten Kamine relativ modern und ganz selten sind es überhaupt offene Feuerstellen, und zweitens nützt uns ein alter Kamin leider nichts, wenn der Rest des Raumes einfach komplett ungeeignet ist. Die Szene ist insofern problematisch, da Ailbhe nervös vor dem Kamin auf und ab gehen soll, wir können uns also nicht einfach einen passenden Winkel aussuchen und dann statisch nur ihr Gesicht filmen, sondern brauchen einen relativ grossen Ausschnitt des Raumes, so dass sie uns nicht ständig aus dem Bild rennt…
      Hier sind wir leider noch nicht fündig geworden, aber die Suche geht weiter.

      Verschiedene Innenräume von Familien mit Kranken

      Wir wollen mehrere Szenen zeigen, in denen bettlägerige Kranke versorgt werden. Da die meisten dieser Szenen sonst nicht viel mehr vom Raum zeigen (und es ausserdem in den Räumen eh eher düster sein sollte), reicht uns hier eine gewisse Anzahl von Betten, die ja je nach Bedarf noch ein wenig in ihrer Ausstattung variiert werden können, so dass ein Bett für verschiedene Szenen in verschiedenen Häusern herhalten kann. Glücklicherweise hat eine Nachbarin (als Nachbar gilt bei mir übrigens jeder südlich vom Zentrum von Korpilahti, falls sich jemand fragt, wie wir so viele Nachbarn haben können) ein altes Ferienhaus, das uns auch schon als Schänke gedient hat, in dem drei robuste alte Betten herumstehen. Damit sollte sich doch schon mal was anfangen lassen. Ausserdem hat sie ganz in der Nähe u.a. eine Rauchsauna mit angeschlossenem Ruheraum (noch ein Bett, das haben wir schon für Siofras Hütte verwendet) sowie eine separate winzige Hütte als Ruheraum, in der noch ein weiteres flaches Bett und ein kleiner Tisch steht. Das sollte dann wohl reichen.

      Caoileanns Haus

      Das bereitet uns noch etwas Kopfzerbrechen. In Caoileanns Haus müssen mehrere Menschen gleichzeitig gezeigt werden und wir haben zwei Betten an zwei gegenüberliegenden Wänden, in dem einen liegt Caoileanns Mann und in dem anderen ihre Tochter Úna. Möglicherweise können wir das Sommerhaus entsprechend umgestalten, aber hier steht auch noch eine Menge modernes Zeug herum. Uns bleibt wohl nichts übrig, als der Location demnächst noch einen Besuch abzustatten.
    • Schauspieler anwerben

      Auch das sieht wieder leichter aus als es ist. Man sollte meinen, dass das Projekt ja eigentlich interessant ist und Leute anziehen sollte, aber wie sich herausstellt, ist es eine Sache, das Projekt gut zu finden (das tun sehr viele) und eine andere, sich tatsächlich zu trauen, sich daran zu beteiligen (das tun nicht so viele)...

      Der fünfte Teil der Serie ist erstmals so angelegt, dass wir eine grössere Menge an Statisten benötigen: wir haben eine Reihe an Szenen, in denen unspezifische Kranke von unspezifischen Angehörigen versorgt werden. Allein um zwei derartige Szenen zu drehen, benötigen wir vier „Aussenstehende“, die also noch nie anderweitig im Film aufgetaucht sind, also jeweils einen Kranken und einen, der ihn pflegt. Ausserdem ist geplant, dass wir dieses Mal auch ein bis zwei gut besuchte Totenrituale zeigen. In Teil 2 kommt eines vor, in dem zusätzlich zu Clíodhna lediglich zwei Zeugen (Rórdán und Siofra) dabei sind, um die Seele Caradocs zu begleiten. Normalerweise sollten es aber mehr Menschen sein, die einem geliebten Angehörigen die letzte Ehre erweisen, daher war geplant, dass im fünften Teil mal ein „normales“ Totenritual gezeigt wird.

      Alles in allem bedeutet das, dass wir viele neue Gesichter brauchen, um das Dorf zu beleben. Ich habe mir darüber eine ganze Weile Gedanken gemacht und bin zu dem Schluss gekommen: wir müssen die Sache gross aufziehen, sonst wird da nichts draus. :thumbdown:

      Bereits im November habe ich also bei einigen Nachbarn, die sich für das Projekt begeistern, angekündigt, dass wir im Winter einen grossen Drehtermin brauchen, zu dem ich viele Leute einladen will. Wir machen das Ganze vielleicht eher als gemütliches Beisammensein auf, so mit Würstchen grillen (das kommt hier im Winter auch sehr gut) und Kaffee und Kuchen. Nebenbei halt ein paar Filmaufnahmen. Mehr Spass als Arbeit, so muss man es verkaufen!

      Vorsichtig bei einer Nachbarin (die, die das Ferienhaus, die Strandsauna usw. hat) angefragt: hei, dürften wir das einfach in deiner Strandhütte machen? Die kann man beheizen und sich also dahin zurückziehen, zwischendurch schwärmt man aus für ein paar Dreharbeiten... Und während der Rest Würstchen grillt, kann man sich einzelne Leute rauspicken, mit denen man dann noch ins Sommerhäuschen verschwindet, um ein paar Angehöriger-pflegt-Kranken-Szenen zu drehen. Unsere Nachbarin ist hellauf begeistert und sichert uns jede Hilfe zu. ;)

      Das wäre also geschafft. Die nächste Frage: wann soll das stattfinden? Sicher, für Dreharbeiten mit Statisten wäre es super, wenn man einfach eine Liste an Leuten hätte, denen man einfach sagt: nächste Woche Tag x Zeit y, wer kann, der kann – wer nicht, der nicht. Leider haben wir noch keine so grosse Auswahl an Statisten und um Leute ranzuholen ist es immer gut, wenn man ihnen einen Termin nennen kann. Ob der Termin dann tatsächlich eingehalten wird, ist zweitranging, aber Leute melden sich nun mal eher für etwas an, wenn sie wissen, wann es stattfinden soll. Nach einigem hin und her setze ich mich also mit unserer Nachbarin auseinander und wir einigen uns auf den 9.2., ein Samstag, irgendwann am späten Vormittag. Der Termis ist natürlich unter Vorbehalt, denn die meisten Aufnahmen werden draussen gemacht, bzw. ein Teil der Innenaufnahmen in unbeheizten Hütten. Wenn es so kalt ist wie heute (-20 Grad C) fällt das einfach mal flach! Wir können zwar Leute bei diesen Temperaturen draussen halten, aber nicht, wenn sie nur leichte Mittelalterklamotten übergeworfen haben… Da man so lange im Vorfeld nicht wissen kann wie das Wetter wird, werden alle entsprechend vorgewarnt. Ich sage den Leuten Bescheid, die wir eh schon mal angequatscht hatten und alle sagen: na endlich steht mal ein Termin, ich sass schon auf heissen Kohlen. :D

      Meine nächste Aktion: die Herausgeberin der Lokalzeitung kontaktieren und das Schauspielergesuch gleichzeitig mit der Pressemitteilung auf Facebook stellen. Immerhin haben wir uns damit eine gute Menge an Likes eingehandelt, aber ansonsten lediglich drei Interessenten. Einer von denen ist allerdings eine alte Frau über 70, die sich wahnsinnig für unser Projekt interessiert. Wir verbringen zwei Stunden in ihrem Esszimmer und kennen jetzt ihre halbe Lebensgeschichte (sie ist die Mutter eines weiteren Nachbarn, der mir beim Bauen des Kaninchenstalls geholfen hat – Korpilahti ist eben doch eher klein...). Die alte Frau halten wir uns jedenfalls warm, denn sie kann vielleicht als unsere zweite Hexe herhalten. Auf die vorsichtige Frage, ob sie sich eine solche Rolle zutrauen würde, antwortet sie noch etwas zurückhaltend – ruhig, Katharina, geh die Sache langsam an! Erst mal lassen wir sie zum Drehtermin kommen und sich alles ansehen, der Rest ergibt sich schon irgendwie. :)

      Gestern schreib ich dann noch an meine Kontaktperson beim Theater von Korpilahti, die mir mitteilt, sie sieht zu, dass das Gesuch auch auf die Facebook-Seite des Theaters kommen kann. Noch an selben Abend erscheint unsere Anzeige dort und heute habe ich schon fünf Anmeldungen im Postfach gehabt – die Kontakte machen‘s halt... ^^

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Katharina ()

    • Kostüme und Requisiten

      Da wir zum ersten Mal mit so einer Menge Menschen drehen (bisher habe ich ungefähr 20 Anmeldungen!) brauchen wir natürlich auch eine ganze Menge an Kostümen. Glücklicherweise habe ich letzte Woche im Buchladen einen Schatz gefunden: ein Buch über Mode vom frühen bis zum Spätmittelalter inklusive Schnittmustern! <3 (und zwar die Mode der ganz normalen Bevölkerung, also keine Burgfräulein-Kleidchen oder sowas) Da ich noch gaaanz viel Stoff zu Hause rumliegen hatte, ging es also sofort fröhlich ans Schneidern und innerhalb weniger Tage hatte ich bereits eine robuste Hose, eine Gugel und einen schönen Kaftan (für einen reicheren Dorfbewohner) fertig. Als Umhänge und Überwürfe in verschiedenen Farbvarianten halten ein paar wollene Decken her (damit lässt sich auch viel kaschieren), die man mit Nadeln und Fibeln über der Schulter befestigen muss. Fibeln haben wir leider nicht so viele, aber hey! ich werd mal Pekka drauf ansetzen, vielleicht hat er ja Zeit noch welche zu schmieden. ^^

      Nachdem ich also den einzigen grösseren Laden für Stoffe aller Art um einige Kilo Wollstoffe erleichtert habe, geht‘s weiter zu Mari, einer Nachbarin (ca. 10 km von hier), die extra für uns bei Eiseskälte in ihrem Schuppen gewühlt hat, weil sie sich zu erinnern glaubte, dort u.a. ein altes zerfressenes Rentierfell zu haben. Als wir zu ihr kommen, stellt sich heraus, dass es sich um ein zwar etwas haarlässiges, aber durchaus intaktes irreschweres Elchfell handelt! Geil!!! 8o So richtig weiss ich noch nicht, was wir damit machen sollen… das Rentierfell hätte ich irgendjemandem umlegen können, unter dem Elch brechen die meisten aber vermutlich zusammen. Um als eine Deko oder Abdeckung von unschönen modernen Wänden irgendwo aufgehängt zu werden, braucht man eine stabile Befestigung. Na ja, aber es wäre doch gelacht, wenn wir das nicht irgendwo unterbringen können. Ausserdem hat Mari neben ein paar anderen alten Sachen ein paar Schlittschuhe, die sie uns leiht – also solche Holzklötze mit eisernen Kufen unten dran, die man sich unter die Schuhe binden kann. Eine Kufe ist schon gebrochen, aber es muss ja auch niemand tatsächlich damit fahren. Vielleicht reicht es, im Intro ein paar Kinder zu zeigen, die zum See unterwegs sind...

      Heute hat uns dann der derzeitige Vorsitzende des Theaters von Korpilahti (der letztes Jahr in „Pinocchio“ Jiminy Grille gespielt hat ;) ) noch den Theaterfundus plündern lassen. Da das Laientheater schlecht beheizt werden kann, wird es erst ab Mitte März wieder benutzt und so lange braucht keiner die Klamotten. So allmählich haben wir zumindest unsere Garderobe doch beisammen! Ach ja, und besonders schön ist es natürlich, wenn sich die Statisten selbst auch noch so für die Sache begeistern, dass sie sich selber Kostüme schneidern – seit zwei Tagen bekomme ich immer wieder Mails von einem Ehepaar, das mich fragt, ob ich mit ihren bisherigen Bemühungen zufrieden bin.

      Einiges an Kleinkram ist immer noch zu erledigen. So muss ich z.B. noch eine Bare tischlern, auf der ein Toter aus einer Hütte getragen werden kann, aber das sollte für Papas Tochter ja kein Problem sein (mein Papa ist Tischler). 8)

      Mal sehen, vielleicht stell ich demnächst noch ein paar Bilder von meinen selbstgeschneiderten Klamotten hier rein, auf die bin ich einigermassen stolz (hab vorher noch nie genäht, also nicht mehr als einen Umhang oder sowas).
    • Letzte Vorbereitungen

      So, allmählich wird es spannend. Nach fast zwei Wochen, in denen die Temperaturen zwischen -30 und -20 Grad schwankten, wird es jetzt allmählich wärmer und zum nächsten Wochenende soll es knapp unter Null Grad haben - wir können also unsere Dreharbeiten durchziehen. Alle, die sich als Statisten und Helfer gemeldet haben, sassen bereits auf heissen Kohlen, aber heute habe ich endlich eine Rundmail verschicken können, in der die wichtigsten Anweisungen für den kommenden Samstag aufgeführt sind. Hier eine ganz kurze Zusammenfassung auf Deutsch:

      Massenszenen "Raunachtfluch", Leustu 9.2.

      Ort: Sirkkus Strandsauna ;) Sirkku lässt extra den Volleyballplatz räumen (von den Schneemassen, die hier runtergekommen sind - insgesamt wohl inzwischen 1 Meter), damit man die Autos dort parken kann

      Zeit: 10 Uhr. Alle die sich als Helfer gemeldet haben, eine halbe Stunde früher für die Einweisung

      Zeitplan: Drei grössere Szenen sollen gedreht werden.
      1. Totenrituale
      2. Männer, die Gräber hacken/schaufeln
      3. Angehörige, die Kranke pflegen
      Zusätzlich ein paar Nahaufnahmen von trauernden/weinenden Menschen sowie eine Szene, in der ein Toter auf einer Bahre aus einer Hütte getragen wird.
      Einzuplanen sind etwa 2 Stunden für die wichtigsten Szenen.

      Kleidung: steht weitgehend zur Verfügung, doch aufgrund der Menge an Leuten ist jeder dazu angehalten, selbst auch noch zu gucken, ob er eventuell Pelze, Wolldecken (als Überwurf) oder kleine Accessoirs mitbringen kann. Männer mögen z.B. wenn möglich einen eigenen Gürtel mitbringen, Frauen sollten nicht auffällig geschminkt zum Drehen erscheinen. Ferner sollte jeder lange Unterwäsche anziehen, denn selbst wenn es wärmer wird, kann es bei den Dreharbeiten draussen in Kostüm trotzdem schnell kalt werden.

      Schuhe: Da uns Schuhe nicht in grosser Menge zur Verfügung stehen, wir also nicht sicher sagen können, ob wir passende für jeden haben, soll sich doch jeder, der kann, auch ein paar einfache, einfarbige Stiefel mitbringen - im besten Fall sind Schuhe eh nicht gut zu sehen auf den Aufnahmen.

      Verpflegung: Sirkku kümmert sich um Kaffee und Kuchen. Es gibt Suppe und wir werden Würstchen im offenen Kamin grillen.

      So, die Mail ist also raus und jetzt warte ich noch auf die letzten Rückmeldungen, dass sie auch angekommen ist. Inzwischen sind wir hier weiter am Planen, denn einiges fehlt noch immer. Ich habe mir unterdessen Material zusammengesucht, um eine provisorische Bahre zu bauen. Jetzt muss ich sie nur noch zusammenschrauben. Desweiteren müssen die Szenen, die ich mit den Statisten drehen will noch etwas genauer aufgeschlüsselt und auf Finnisch niedergeschrieben werden, damit es klarer ist, was wir von den Leuten wollen (da es recht übersichtliche Szenen sind, sollte das nicht viel Arbeit werden). Ach ja, und dann wollte ich noch ein Hinweisschild basteln, damit die Leute überhaupt zu der Sauna finden, die nämlich keine eigene Adresse hat :whistling:
      Eine Einkaufsliste steht auch schon, u.a. noch Zubehör zum Schminken, damit wir die Kranken schön krank aussehen lassen können. Die mittlere Tochter hat sich ausserdem bereiterklärt, dass ich sie mal probeschminken darf, da die Kranken, die vom Reiffieber befallen sind ja auffällige Hautveränderungen haben. Das werde ich dann wohl morgen gleich machen.

      Jobs für Helfer

      Auch über die Arbeitsaufteilung vor Ort haben wir uns bereits Gedanken gemacht. Wir sind uns einig, dass von denen, die sich als Helfer freiwillig gemeldet haben 1-2 Personen das Schminken übernehmen müssen, 1 Person die Frisuren übernimmt und 1 Person "Brillen- und Uhrenbeauftragter" ist - also einer, der darauf achtet, dass alle Brillen, Uhren und sonstiger unpassender Schmuck sowie moderne Gegenstände nicht zu sehen sind; derjenige sammelt auch Brillen etc. zu Drehbeginn ein und achtet darauf, dass alles wieder zurück zu seinem Besitzer findet - ein wichtiger Job ;) Licht- und Kamera-Assistenten nehmen wir uns dann einfach aus den gerade nicht spielenden Schauspielern.

      Ton

      Das meiste, was wir am 9.2. filmen, ist Material, zu dem wir keinen Ton benötigen, weil es mit Hintergrundmusik unterlegt wird. Eine Szene jedoch ist anders, nämlich das erste Totenritual. Uns ist der Gedanke gekommen, dass es schwierig werden könnte, passenden Ton unterzulegen, wenn viele Leute auf einmal durch den Schnee laufen (am Ende der Szene, wo alle den Ort verlassen). Daher habe ich unseren Tontechniker Jani noch Bescheid gegeben, dass er das Aufnahme-Equipment mitbringt, so dass wir zumindest in dieser Szene, anders als wir es sonst getan haben, Bild und Ton synchron aufnehmen können (dann kann ich auch endlich mal die Klappe ausprobieren, die mir die Älteste zu Weihnachten geschenkt hat :love: ).

      Ihr seht, es ist viel zu beachten und noch einiges zu tun. Mir jedenfalls schwirrt jetzt schon der Kopf und ich werde wohl noch ein paar Panikattacken vor dem grossen Showdown zu überstehen haben ^^ Wenigstens hab ich in der Woche danach Urlaub und kann mich ein wenig erholen (falls Thorsten mich lässt - aber da stehen dann ja auch schon die "ganz normalen" Szenen an...)

      Beitrag von Thorsten ()

      Dieser Beitrag wurde von Jennagon aus folgendem Grund gelöscht: Spam ().
    • Danke @Rainbow :love:
      Die Bedingungen sind insofern ok, dass es jetzt tatsächlich wärmer ist, ich mich also auch traue, die Leute draussen rumstehen zu lassen... andererseits ist es jetzt schon fast wieder ZU WARM (knapp um 0 Grad), so dass im schlimmsten Fall Schnee von den Bäumen fällt/tropft, so dass es wirklich nicht mehr so kalt aussieht :D
      Ach ja btw: Schnee. Davon hatten wir jetzt reichlich!!! Sirkku und ich haben gerade gewaltig geschippt, damit man wenigstens an die Örtlichenkeiten hinkommt. Sirkkus Sohn hat noch mit dem Traktor die grösseren Flächen freigelegt, damit man die ganzen Autos da parken kann. Sirkku hat das Plumpsklo vom Eise befreit - da hat die Schneefräse Schnee gegengeworfen und der ist dann immer sehr fest. Sie musste die Tür buchstäblich frei hacken, dann ging die Tür zwar auf, aber jetzt geht sie nicht mehr ordentlich zu - ich hab schon gesagt, ich häng ein Schild dran, dass man halt laut singen soll, wenn man auf dem Klo ist, dann wissen alle, dass besetzt ist ;)
      Vielleicht denk ich ja dran noch ein Foto zu machen: auf dem Weg zu einem der Drehorte stand mir der Schnee teilweise bis zur Hüfte.

      Jetzt muss hauptsächlich noch alles rübertransporiert werden...
    • Neu

      Nach dem grossen Drehtermin in Leustu

      Puh, der erste grosse Dreh ist vorrüber und wir sind echt geschafft :)
      Einige haben kurz vorher leider absagen müssen, aber damit rechne ich irgendwie bei so grossen Zusammenkünften, deshalb war ich ganz froh, dass sich doch recht viele angemeldet haben, da kann man sowas dann immer noch gut verkraften. Insgesamt hatten wir neben Clíodhna noch 15 Trauernde beim Totenritual (wenn man Caoimhe und Ailbhe als zwei Personen zählt - die werden ja von der gleichen Schauspielerin gespielt ;) ) und noch einen, der ein wenig später kam und krank spielen durfte. Leider gibt es in Gleann an Phéine immer noch einen gewissen Mangel an Jungen, da Janis Jungs sich nicht getraut haben mitzumachen (aber die bearbeiten wir noch) und ein anderer Junge, der eigentlich dabei sein wollte, kurz vor dem Termin tatsächlich krank geworden ist. Mit ihm und seiner Mutter (die auch mitmachen will) habe ich ausgemacht, dass wir später noch einen Termin mit ihnen machen, wo wir danndrehen, wie Clíodhna und Rórdán sich um den kranken Jungen kümmern (die Mutter muss natürlich auch dabei sein).

      Das Wetter war, wie gesagt, insofern gut, dass es keinesfalls zu kalt war, aber auf den Bäumen liegt nicht mehr so viel Schnee, wie wir gehofft haben. Andererseits war es bedeckt und hat während der Aussenszenen geschneit, so dass durchaus ein Eindruck von ungemütlichem Wetter entsteht und die Stimmung etwas trübe ist (bei strahlendem Sonnenschein wäre das wohl anders). Ein paar Kleinigkeiten haben wir in der Aufregung vergessen zu drehen, aber das ist alles verkraftbar und kann z.T. mit einzelnen Personen nachgeholt werden.

      Dass ich total aufgeregt war, hat man spätestens dann bemerkt, als mir, nachdem das Totenritual schon abgedreht war, erst eingefallen ist, dass ich alle Schauspieler vorab eine Einwilligung unterschreiben lassen wollte, dass wir das Zeug aufnehmen und in unseren Filmen verwenden dürfen :D Na ja, aber das haben wir dann eben hinterher gemacht (ich muss doch glatt mal gucken, ob die tatsächlich alle unterschrieben haben...).

      Thorsten war die meiste Zeit damit beschäftigt, den jeweils nächsten Drehort bereitzumachen, während ich mich um die Schauspieler gekümmert habe. Ich hatte eigentlich den Eindruck, dass es allen viel Spass gemacht hat und wir haben auch immer sofort Helfer gefunden, wenn es ums Tragen, Schneeschippen, Assistieren usw. ging.

      Anwesend war u.a. die Presse (Lokalzeitung von Korpilahti - das kommt dann wohl am Mittwoch in die Zeitung). Ausserdem hat unser Schmied Pekka uns tatsächlich noch drei schöne Fibeln zurechgeschmiedet und die hat er uns sogar geschenkt (ich hätte sie sonst auch bezahlt) :) Der allergrösste Dank gebührt aber immer noch Sirkku, die uns nicht nur die Orte zur Verfügung gestellt hat, sondern auch schon seit Tagen daran war, alles herzurichten und ihre Söhne dazu zu prügeln den Schnee zu räumen usw. Und auch heute war Sirkku schon vor 9 Uhr da, um sowohl den Kamin als auch die Strandsauna zu beheizen (die Sauna nur ein bisschen, damit man sich im Vorraum umziehen kann) und hat sich dann die ganze Zeit über um alle gekümmert. Sie war auch Fahrdienst, um Requisiten hoch zum Ferienhäuschen zu fahren, weil der Weg durch den Schnee doch ein wenig beschwerlicher war. Alles in allem ein gelungener Tag, der nur durch die Hilfe anderer und gute Zusammenarbeit so reibungslos verlaufen ist. :) Nach drei Stunden waren dann die letzten auch wieder weg und wir haben mit dem Zusammenpacken von Kostümen und Requisiten angefangen. Ein Teil ist noch beim trocknen und ein paar andere Sachen liegen noch am Boden rum, weil ich mich noch nicht aufraffen konnte, sie wegzuräumen. Bei mir hat sich schon vor ein paar Tagen eine Erkältung angekündigt, aber offenbar hat meine Stimme noch genau für diesen Vormittag gereicht - jetzt ist sie praktisch völlig weg...

      Hier noch das Facebook-Album mit Filmausschnitten vom heutigen Tag.

      EDIT
      Hier noch zwei Bilder:



      EDIT 2, 13.2.:
      Und heute gab's dann auch den 1/3-seitigen Artikel in der Regionalzeitung ^^ Hat Tiina total nett geschrieben (wer eine grobe Übersetzung will, fragt doch einfach mal hier im Thread - ich hab ja keine Ahnung, ob das überhaupt so viele lesen, dass es sich lohnt, das zu übersetzen :P )

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Katharina ()