Wie schreibe ich eine Geschichte - Von der Planung bis zur Umsetzung

  • Inhaltverzeichnis:

    Part 1: Step 1 - 8

    Part 2: Step 9- 10

    Part 3: Subplots + Foreshadowing

    Part 4: Wie schreibt man Intrigen ?

    Part 5: Intrigen Test Text und Video Auflösung

    Part 6: Ein paar Worte zum Thema Weltenbau

    Part 7: ?? Eure Themen???



    Wie bringe ich die Idee in meinem Kopf zu Papier?
    - Das ist wohl eine Frage, die einige Schreiberlinge haben, und an der nicht wenige scheitern.


    Es gibt Menschen, die in der Lage sind, eine Story aus dem Kopf heraus zu schreiben und all die kleinen komplexen Details, Beweggründe und das Ziel im Hinterkopf haben, während sie die Geschichte langsam zum Finale bringen. Ein paar dieser seltenen Exemplare laufen hier sogar durchs Forum. Aber das kann nicht jeder. Nicht umsonst ist der Anteil der nicht abgeschlossenen Geschichten in diesem Forum im Verhältnis zu den abgeschlossenen ziemlich hoch. Das liegt natürlich nicht nur an dem Zeitfaktor, der zweifelsohne eine Rolle spielt, sondern auch an einem sehr einfachen Effekt.
    Die Motivation eine Geschichte, bzw. eine Idee, die einen im Kopf herum geistert zu erzählen, ist besonders am Anfang sehr hoch. Häufig sinkt diese aber, wenn die Ideen, die man bis dahin im Kopf hatte bereits umgesetzt worden sind. Es fehlt der rote Faden und vor allem das Ende. Dabei sind das ganz entscheidende Faktoren, über die man sich gerade am Anfang Gedanken machen sollte, um die gute Idee auch zu einem Ende zu bringen.


    Da ich ein absoluter Planungsmensch bin und dazu neige, meine Story bis ins kleinste Detail zu strukturieren, möchte ich euch an simplen Beispielen zeigen, wie sinnvoll das sein kann.
    Ich werde euch hier zeigen, wie ihr eure Idee zu Ende spinnen könnt, wie ihr komplexe Handlungsstränge im Griff habt und wie ihr glaubhafte Intrigen und auch Foreshadowing meistert. Das alles funktioniert nur durch richtige Planung.



    Ich werde hier nicht auf stilistische Themen oder Rechtschreibung eingehen. Dafür gibt es bereits sehr gute Threads, die ich gerade jedem Neuling empfehlen kann:


    Ein paar Worte zum Thema Stil und Form (Von Alopex)
    Die ungeschriebenen Gesetze (Von Alopex)
    Kommasetzung (Von Phi)
    Glaubhaft und nachvollziehbare Charaktere (von Kyelia)


    Ich selbst werde mich aufs Plotting konzentrieren, und versuche schrittweise meine Herangehensweise zu erklären.
    Eins noch vorweg. Ich bin auch nur ein Hobby Schreiber, genau wie die meisten hier. Und ich nehme mir nicht das Recht heraus, euch zu sagen, wie ihr was zu tun habt. Aber da ich immer und immer wieder gefragt werde, wie ich an die Planung von ‚Die weiße Magierin‘ rangegangen bin, dachte ich mir ich zeig es euch einfach mal. Vielleicht ist für den einen oder anderen ja was dabei :)
    Und für die alten Hasen – dieses How to wurde grundlegend überarbeitet und enthält einige neue Informationen :)^^


    Also was erwartet euch hier?


    * 10 Steps, von der Planung bis zur Umsetzung einer Geschichte
    * Was sind Subplots und wie baue ich sie in die Story ein?
    * Wie schreibe ich Intrigen?
    * Was ist Foreshadowing und wie setze ich es effektiv um?
    * Ein paar Worte zum Thema Weltenbau
    * ....


    Ich wünsche euch viel Spaß mit meinem kleinen Ratgeber. Gerne gehe ich auch im Detail auf eure spezifischen Fragen näher ein. Lasst es mich einfach wissen.



    Step 1: Brainstorming


    Step 2: Die Wahl des richtigen Genres


    Step 3: Das Fundament / Ziel


    Step 4: „Das ganze Drumherum“ oder auch „Das Setting“


    Step 5: Das Alleinstellungsmerkmal


    Step 6: Die Vorgeschichte


    Step 7: Der Protagonist und seine Helferlein - Die Charaktererstellung



    Step 8: Aufbau und Struktur der Geschichte


    Für die nächsten Schritte muss ich etwas ausholen, deswegen fangen wir jetzt mal mit dem grundsätzlichen Aufbau einer Story an.


    Die Struktur ist relativ simpel. Am einfachsten zu verstehen ist es, wenn man sie in drei Phasen unterteilt. Wir haben einen Anfang, einen Mittelteil und ein Ende, bzw. das Finale. In jeder dieser Phasen passieren unterschiedliche Dinge. Und Achtung aufpassen, das ist jetzt wichtig für all den Mist, den wir bisher besprochen haben!


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  • Step 9: Den Plot strukturieren


    Ja, wir sind bei Punkt 9 und wir haben noch nicht einen Satz geschrieben, jetzt nur nicht nervös werden :). Hat schließlich alles seinen Sinn. Denn durch die vergangenen Punkte habt ihr euch gezwungen euch mit eurer Geschichte auseinanderzusetzen. Ihr solltet jetzt bereits eine recht gute, aber immer noch grobe, Vorstellung von eurer Geschichte haben.
    Wir kennen das Ziel der Story, und jetzt geht es darum wie wir dahin kommen. Was passiert unserem Protagonisten auf seinem Weg? Welche Menschen trifft er? Welche wichtigen Wegpunkte fallen uns ein, die er erreichen muss, bevor er den blöden Ring endlich ins Feuer werfen darf?
    Da wir ja jetzt auch wissen, wie die Grundstruktur einer Geschichte aufgebaut ist, hangeln wir uns jetzt einfach daran entlang.


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    So die Grafik kennt ihr schon. Hinzugefügt habe ich jetzt die groben Wegpunkte, die mir als erstes bei Herr der Ringe eingefallen sind. (Entschuldigt bitte die stümperhafte Darstellungsweise ... OpenOffice ist so flexibel wie ne Eisenstange ... -.-)


    Step 1: (Die orangen Boxen)



    Step 2: (die grauen Boxen)



    Step 10 Plotparts



    Ihr werdet viele der oberen Schritte immer und immer wiederholen, bis das Buch fertig ist, aber an diesem Punkt werdet ihr die meiste Zeit arbeiten, denn hier geht’s um das Schreiben.


    Glaubt jetzt bitte nicht, dass ich hier abends zu Hause sitze und Kästchen male :). Das habe ich nur zur Veranschaulichung gemacht. Ich nutze ganz einfach simple Stichpunkte, die den Plot von A nach B führen sollen. Aber auch die ganze Struktur und Planung ist kein Garant dafür, dass ihr einfach alles locker flockig runterschreibt, sie ist lediglich ein Gerüst. Und dies hier ist auch, wie gesagt, nur ein Vorschlag beziehungsweise meine Herangehensweise. Ich sitze auch oft genug da und überlege, wie ich jetzt am besten eine Brücke schlagen kann, um den nächsten Punkt zu erreichen. Das ist völlig normal. Ihr werdet editieren, umplotten und alles x-mal hin und herschieben. Ihr werdet auch mal falsch abbiegen und vielleicht sogar nen Subplot streichen, weil ihr merkt, dass es doch nicht so gut passt.
    Macht euch da keinen Kopf, denn die besten Ideen kommen erfahrungsgemäß beim Schreiben. Oder wie bei mir – Unter der Dusche, eben genau dann, wenn man nichts zum Aufschreiben in der Nähe hat. -.-



    Ich hoffe einigen von euch helfen meine 10 Steps weiter. Ich werde im nächsten Posting auf die etwas komplexeren Dinge eingehen. Wie zum Beispiel Subplots / Komplexe Handlungstränge, Intrigen und Foreshadowing.
    Solltet ihr noch ein Thema haben, dass ich eurer Meinung nach mit aufnehmen sollte, dann lasst es mich wissen.


    (Und für alle, die sich grad fragen, warum die 10steps nicht in einem Post sind - Ich habe die 50K Marke zur Postinggrenze geknackt^^)


    So far cheers
    Rael


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  • Generelles zu Subplots


    Normalerweise ist es gar nicht wichtig, dass ihr beim Schreiben wisst, ob ihr gerade am Hauptplot oder an einem Subplot arbeitet. Ihr macht das automatisch. Die Trennung dieser beiden Sachen ist aber essentiell, wenn ihr mit Intrigen oder Foreshadowing Komplexität in die Geschichte bringen wollt. Und da ich auf beide Themen noch eingehen werde, fangen wir erst einmal mit den Subplots an.



    Was sind Subplots?


    Ich persönlich unterscheide zwischen 3 großen Oberkategorien bei Subplots.


    1.) Subs, die den roten Faden stützen:


    2.) Subs, die den roten Faden nicht stützen:


    3.) Subs, die rein im Hintergrund laufen:



    Subplots in die Story einbauen


    Ein Subplot hat genau wie die Haupthandlung ein Anfang und Ende, beziehungsweise ein Ziel. Sowie mehrere Wegpunkte, weswegen wir auch für diesen Part die Schritte 3,9,10 durchführen müssen, um ihn zu strukturieren. Doch es kommt noch etwas hinzu. Nämlich die Frage, zu welcher Kategorie dieser Plot gehört, bzw. wie stark er die Haupthandlung beeinflusst.


    Wenn ihr diese Fragen für euch beantwortet habt, dann könnt ihr euch überlegen, wo ihr den Plot am besten einbaut. Ich nutze dafür eine simple Excel Tabelle, in welcher ich alle Subs kurz beschrieben und klassifiziert habe. Sie dient mir gleichfalls als Zeitstrahl und Abfolge der Ereignisse.


    Die folgende Übersicht ist aus meiner Story, sollte aber nicht spoilern, denn erstens ist sie ultra alt, und zweitens, habe ich alles editiert.
    Ich arbeite in dieser Tabelle mit Grautönen, die sich je nachdem wie stark der Plot vorangeschritten ist weiter verdunkeln. Das hängt mit den Informationen zusammen, die ich im Kapitel gebe und soll das Leserwissen symbolisieren.
    Manche Plots deute ich auch nur einmal kurz an, und greife später wieder auf sie zurück, das kommt immer drauf an, was ich gerade an Informationen für den Leser brauche. Diese Übersicht hilft mir aber auch dabei, die Abfolge zu strukturieren. Denn manchmal müssen ja erst gewisse Dinge passieren, bevor eine Nebenhandlung starten kann.
    Wann und wie ich auf welchen Plot zugreife, mache ich hier durch die Kürzel deutlich. Oft ist es nur eine simple Information, aber wenn sich das alles verdichtet, dann eskaliert das ganze und fügt sich der Haupthandlung zu. Wie hier im Beispiel bei Plot 1+2, die bei Kap. 35 enden.


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    Es ist sicherlich recht aufwendig und auch nicht jedermanns Sache, doch ich habe gute Erfahrungen damit gemacht. Vor allem, wenn man beim Schreiben feststellt, dass man etwas anders machen will. Ich sehe hier sofort, ob das ohne weiteres machbar ist, oder ob es andere Plots beeinflusst, die ich dann ebenfalls anpassen müsste.


    Im Grunde braucht ihr euch diesen Aufwand aber gar nicht machen, wenn ihr eine gradlinige Storyline mit wenigen Subs habt. Die meisten dieser Verknüpfungen habt ihr ohnehin im Kopf.


    Ja, aber warum habe ich euch das jetzt so ausführlich erklärt? Darauf gehe ich in den nächsten Teilen ein ... Wie schreibt man Intrigen und Foreshadowing.




    Foreshadowing


    Mit dem Foreshadowing ist es so ne Sache. Die meisten machen den Fehler, viel zu groß zu denken, oder haben gar nicht verstanden, was man alles tolles damit machen kann. Dabei ist dies ein wirklich nützliches Tool, um mit der Story (und den Lesern^^) etwas zu spielen. Und wie das geht, versuche ich jetzt mal zu erklären :)


    Zuersteinmal: Was ist Foreshadowing überhaupt?
    Naja, würde man es ins Deutsche übersetzen, würde es man es als epische Vorausdeutung bezeichnen. Hierbei geht es im Übertragenden darum, dass etwas einen Schatten vorauswirft.
    Klingt bescheuert – weiß ich selbst, aber ich habe mir den Begriff ja nicht ausgesucht :)
    ... Ach lassen wir das mit den Definitionsversuchen, ich erkläre es euch einfach anhand von Beispielen.


    1.) Foreshadowing, welches sich genauso erfüllt.



    2.) Foreshadowing, welches sich anders erfüllt.



    Praktische Anwendungsbeispiele für Foreshadowing
    Wie gesagt, viele machen den Fehler, dass sie zu groß denken und sich solch Sachen wie Sixt Sense oder Fight Club als Beispiel nehmen. Lasst uns kleiner anfangen.


    Beispiel Charaktereinführung:


    Beispiel Symboliken:


    Beispiel Atmosphäre:


    Negativ Beispiele für Foreshadowing:


    Anbei ein paar Beispiele, die gerne genutzt werden, und die dadurch etwas abgenutzt sind. Wenn ihr also Foreshadowing anwenden wollt, seid etwas kreativer :)



    Beim Foreshadowing muss man in erster Linie Atmosphäre schaffen. Ein ungutes Gefühl übertragen. Überspitzt gesagt muss es den Leser so sehr im Kopf beschäftigen, dass er an gar nichts anderes mehr denken kann.


    So ich hoffe, ich konnte ein wenig Licht in dieses Thema bringen. Foreshadowing ist gut, um die Spannung zu stützen, bzw. die Kurve etwas anzuheben, sollte aber nicht alleine da stehen. Also baut nicht eure komplette Spannung darauf auf, denn das wäre zu einseitig. Auch solltet ihr es nicht übertreiben, denn dann erschlagt ihr den Leser mit dunklen Vorahnungen und das wird auch irgendwann unrealistisch, langweilig, oder schlimmer noch – es wird nicht mehr ernst genommen.
    Seht es als unterstützendes Tool. Besonders für den Anfang kann ich euch das Lara Croft Beispiel empfehlen. Niemand erwartet, dass ihr das alles perfekt umsetzen könnt. Tastet euch lieber langsam heran, wenn ihr mit Foreshadowing arbeiten wollt.


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  • Wie schreibt man Intrigen?

    Lange versprochen – und endlich da.. Also viel Spaß mit dem heutigem Kapitel :)

    Was steckt hinter einer Intrige? Im Prinzip ist das ganz simpel. Es geht hierbei immer darum, dem anderen eins auszuwischen und ihn bestenfalls dabei noch in die Irre zu führen, damit er gar nicht rafft, wer der Drahtzieher war. Der Intrigant tritt selten direkt auf, sondern hat häufig Mittelsmänner, die ihn unterstützen. Hierbei kann er auch andere Chars beeinflussen, bzw. manipulieren, um sein Ziel zu erreichen.


    Charakter Motive für Intrigen:
    Rache
    Eifersucht
    Macht
    Erniedrigung des anderen
    Es ist der einzige Weg x zu erreichen, ohne das man y in Kauf nehmen muss.
    Mit möglichst wenig Aufwand ein Ziel erreichen
    Weltherrschaft^^ (Nein Spaß XD)
    Ziele aus persönlicher (familärer) Motivation
    Geld
    … und was euch sonst noch einfällt...


    Warum sollte man Intrigen schreiben?

    Also erst einmal - müssen tut man gar nichts. Aber auch dies ist wieder ein Tool, das man nutzen kann, genau wie das Foreshadowing. Und eigentlich sind die beiden Themen auch nicht so weit voneinander entfernt. Denn um was ging es beim Foreshadowing? Richtig – Spannungsaufbau.
    Intrigen leben von Konflikten. Also in der Regel davon, dass Chars unterschiedliche Ziele verfolgen und sich gegenseitig nicht die Butter auf dem Brot gönnen. Naja und das kann schonmal ausarten^^.

    Intrigen geben euch die Möglichkeit, Wendungen in eure Geschichte einzubauen und Spannung für den Leser zu erzeugen. Ihr schafft dadurch auch eine gewisse Unsicherheit und vermeidet, dass eure Geschichte zu vorhersehbar wird und darüber hinaus gibt es euch die Möglichkeit geniale Plottwists zu bauen.

    So, genug bla bla... wie funktioniert das jetzt?


    Meine 3 Grundpfeiler für eine Intrige:

    1.) Motivation des Charakters:


    2.) Wissen:



    3.) Das erste Bild




    Anwendungsbeispiel „Erstes Bild“:
    Es muss nicht immer direkt ein Charakter sein, man kann dieses Stilmittel auch viel kleiner nutzen, in dem man es beispielsweise auf kleine Szenen oder Aussagen anwendet.


    Folgendes Beispiel:
    Ein Späher eilt voraus, entdeckt einen Baum und will seiner Gruppe davon berichten. (Muss nen toller Baum sein, wenn er direkt Bericht erstattet – egal ist ja nur nen Beispiel^^)



    Wie transferiere ich Wissen? – Das ist eine essentielle Frage für Intrigen.



    Die 2 Arten von Intrigen


    Offensichtliche Intrigen:

    Verdeckte Intrigen:


    Die Dimensionen von Intrigen:

    Ich unterscheide zwischen 2 unterschiedlichen Dimensionen, wenn ich Intrigen plane. Eindimensionale Intrigen und Zweidimensionale Intrigen. Der Unterschied hierbei liegt im Ausmaß und den beteiligten Charakteren.


    Eindimensionale Intrige:

    Zweidimensionale Intrige:


    So, ihr habt jetzt alle Hinweise jetzt so gut versteckt, dass der Leser sie nicht bemerkt hat? – Super! – Nein, eigentlich ist das scheisse. Denn es führt dazu, dass es niemand irgendetwas rafft. Und das ist Mist. Man soll es finden dürfen, aber es soll einen eben nicht mit dem Zaunpfahl schlagen. Ja, ich weiß dass das schwer ist^^ Aber es hat auch niemand behauptet, dass sich sowas mal easy runterschreibt.


    Für Intrigen gibt es eigentlich kein Patentrezept A. Es gibt Stilmittel, die man nutzen kann, aber man braucht ordentlich Fingerspitzengefühl, um zu verstehen, wieviel Wissen jetzt gestreut werden muss, und wie man das ganze noch ordentlich mit dem Plot verheiratet. Ich könnte jetzt noch ein ganzes Kapitel zum Thema „Wie nehmen Leser wissen auf“ anhängen, aber ich denke, man muss es einfach mal ausprobieren :)


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  • Da knall mir doch einer mit dem Baum! Was du dir für Gedanken über Dinge machst :panik:
    Vor allem der erste Schritt hat mich ziemlich an mich selbst erinnert ... :whistling:

    An dieser Stelle passiert der häufigste Fehler. Man hat eine Idee und man fängt sofort mit dem Prolog oder dem ersten Kapitel an.

    Ouh yeah und so entstand meine Gremlin-Reise-Geschichte, die ich jetzt abgebrochen hab, weils mir zu bunt wurde mit den Plottholes etc ...


    Wobei mir gerade auffällt, eigentlich unterscheidet sich meine Herangehensweise gar nicht mal so sehr von deiner. :hmm: Ich konzentrier mich zwar nicht direkt von Anfang an so sehr auf die Handlung, sondern bau vielmehr an der Welt drumherum, sodass die eigentliche Geschichte nur ein Erzählstrang von vielen ist. Aber durch ein solches Gerüst, wie du es dir ja auch vorbereitest, lässt sich dieser Faden dann auch viel besser einfügen.
    Da ich außerdem ein Faible dafür habe, mir eine "historische" Hintergrundgeschichte für meine Reiche etc. auszudenken, hab ich meistens schon die großen Plottwist vor der Nase (Kriege, Völkerwanderungen und den ganzen Kram halt) und muss mir eigentlich nur noch einen aussuchen ...
    Aber bei den Cahrakteren kam mir auch schon öfter in den Sinn, ob ich da nicht doch mal etwas mehr Vorarbeit leisten sollte :hmm: Mittlerweile hab ich nicht mehr so sehr das Problem, aber früher wurden meine Protas und ihre Freunde nicht selten ein wenig platt. Da hätten Charakterbögen sicherlich geholfen ... Wobei ich dazu vermutlich auch weiterhin zu faul sein werde :whistling:
    Außerdem hab ich die Erfahrung gemacht, dass mir die besten Ideen mittlerweile tatsächlich während dem Schreiben kommen. Durch zu viel Notizen stell ich mir da wahrscheinlich eher selbst ein Bein. Was natürlich keine kritik an deiner Methode sein soll! Ich finds vielmehr bewundernswert, wie du deine Herangehensweise tatsächlich erklären kannst. Wenn mich jemand fragen würde: "Hey, wie schreibst du eigentlich deine Geschichten?" müsste ich wahrscheinlich erst mal selbst überlegen müssen :rofl:
    Aber ich denke auch hier gilt wieder, wie scheinbar in allen Bereichen des Lebens: Nur Ausprobieren und üben, üben, üben machen aus dem Hanswurst ohne Ahnung einen Metzgermeister, der weiß, was er will. :doofy:

    "Vem har trampat mina svampar ner?!"

  • Danke, Rael!
    Das Thema ist echt gut ausgearbeitet und sehr hilfreich. Ich sitze jetzt schon drei Tage an meinen Charakterbögen und bin erstaunt wie die alle zusammenhängen... wär mir ohne nie aufgefallen.
    Ich hab jetzt aber eines anders gemacht und zwar hab ich die Plots die manche der Charas haben werden in die Charabögen eingearbeitet. Ob das ganze nur bei einer aufgesplitteten Geschichte so funktioniert oder bei jeder kann ich so nichts sagen.
    Ich hab das Ganze auch noch mit Organisationen/Gruppierungen gemacht. Wann sind die gegründet worden? Welche Ziele verfolgen sie und wie unterscheiden sie sich von den Zielen der einzelnen Charaktere in der Organisation? Warum sind diese Charas in dieser?...
    Könnte man auch noch aufschreiben, aber ich glaub das kann eh jeder für sich entscheiden.

  • Ich hab das Ganze auch noch mit Organisationen/Gruppierungen gemacht. Wann sind die gegründet worden? Welche Ziele verfolgen sie und wie unterscheiden sie sich von den Zielen der einzelnen Charaktere in der Organisation? Warum sind diese Charas in dieser?...

    Das ist nen wichtiger Punkt, den du da ansprichst und den man nicht unterschätzen sollte. Ich arbeite zwar nach dem Prinzip, dass Charaktere den Plot und die Motivation tragen - aber ja, dass kann man auch auf Organisationen übertragen, die im ersten Schritt "gesichtlos" sind, aber trotzdem Ziele etc. verfolgen.
    Meist haben diese ja einen Leader! In welchem man eben solche Ziele "verstecken" kann.
    Aber mir ist auch aufgefallen, dass ich da noch tiefer gehen musste. Besonders als ich für meine Welt die Geschichte der Kirche definiert habe. Glaube ist ohnehin immer so ne Sache, die man unendlich ausweiten kann. Aber auch Königreiche können Ziele/Traditionen verfolgen, die nicht immer unbedingt mit einem Char einher gehen müssen, nur weil er in diese "Organisation/Volk" geboren wurde.


    Ich habe das für mich tatsächlich auch definiert. Ganz einfach, weil ich wissen wollte, wie weit ich da gehen kann, oder was ich berücksichten muss. In meinem Weltenbauthread gibt es Infos zu diesen "Organisationen".


    Ich weiß nicht ob ich da beim Weltenbau, was ich hier im Thread noch schreiben will, noch drauf eingehe. Aber Du hast schon recht, dass es zu Step 7 passt.
    Auf jeden Fall ist es ein wichtiger Punkt!


    Cheers
    Rael


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  • So, alles scheiße - weil habe grad festgestellt, dass ich mehr "Platzhalter" brauche als ursprünglich geplant. Also mache ich jetzt einfach hier weiter, weil den da oben brauche ich noch. Ich werds vermutich am Ende dann verlinken oder so.. ka.. Wird schon.. Egal, wayne.


    So unser nächstes Thema sind Intrigen....
    Bevor ich euch sage, wie das funktioniert, spielen wir mal ein kleines Spiel ... Weil alles andere wäre mir zu einfach :)


    Ich gebe euch jetzt einen Beispieltext für eine Intrige und ihr müsst herausfinden, wer der Intrigant ist. Da ich natürlich jetzt nicht den Plot vernünftig aufbauen kann und wenig Zeit habe die Chars vorzustellen gibts ne Kurzübersicht vorab.


    Ausgangssituation
    5 Charaktere rasten nachts auf einer Lichtung im Wald. Sie befinden sich auf einer diplomatischen Mission und wollen dem König eines anderen Landes das Friedensangebot ihres Herrschers überreichen. Unter ihnen befindet sich ein Verräter, der den Frieden verhindern will.
    In der Nacht stirbt Martin und folgende Situation entsteht am nächsten Morgen.
    Was keiner weiß (Und die info kriegt ihr jetzt exklusiv): In der Gruppe befindet sich ein Gestaltwandler, der sich in einen Wolf verwandeln kann.


    Einfache Charübersicht:
    Tom – Krieger, 30J, dient seit 7 Jahren in der Garde und ist für die Mission als Begleitschutz eingeteilt.
    Jerry – Krieger 47J, und Anführer der Gruppe, soll die Gruppe sicher zum Ziel führen.
    Nira – Botschafterin und Gelehrte, 29J., steht erst seit kurzem (1Jahr) im Dienst ihres Königs.
    Martin – Berater und Botschafter 51J. (Das Todesopfer), sollte am Hof des anderen Königs das Bündnis aushandeln. (Jetzt ist er aber Matsche)...
    Kurt – Späher 30J, ist geländekundig und soll die Gruppe nach Bruchsaal führen. Er ist eher still und bevorzugt die Einsamkeit.



    So und bevor es losgeht noch ein paar Kommentare:
    Ich habe hier im Text mal bewusst auf Umgebungsbeschreibungen verzichtet, weil unwichtig für unser Beispiel. Auch müsste ich normalerweise mehr auf den Tod eingehen und die Charaktere etwas emphatischer reagieren lassen – Aber wir wollen ja hier nur auf das Textbeispiel der Intrige aus, also seht mir das bitte nach.
    Auch würde ich niemals diese Fülle an Hinweisen in einen einzige Textblock packen, aber ich kann ja jetzt hier schlecht ne halbe Geschichte runterschreiben. Ja, ist ja nur ein Beispiel..


    So, genug bla bla. Lets Go – fröhliches Rätseln :)


    Beispieltext:

    Erschrocken blickte Nira auf den Leichnam hinab. Den Körper des alten Beraters zierten große klaffende Wunden, die ihm vermutlich von einem Tier zugefügt worden waren. Ein Wolf, vielleicht auch ein Bär – das war schwer zu sagen.
    »Warum hat er letzte Nacht das Lager verlassen?«, stellte Tom die Frage in den Raum, die wohl allen durch den Kopf gehen musste.
    »Vielleicht hat er etwas gehört?«, mutmaßte Jerry.
    »Warum hat er uns dann nicht geweckt?«, fragte Nira, die ihren Blick immer noch nicht von dem Toten abwenden konnte.
    Jerry seufzte. »Das werden wir wohl nicht mehr erfahren.«
    »Ich hatte euch gewarnt, dass diese Wälder voller Gefahren sind«, begann Tom. »Wir sollten den südlichen Pass nehmen, denn ich habe ehrlich gesagt wenig Lust darauf, einem dieser Geschöpfe zu begegnen, das Martin umgebracht hat.«
    Jerry schüttelte den Kopf. »Dadurch verlieren wir mindestens vier Tage, wenn nicht sogar mehr. Wir können uns keine Verzögerungen erlauben, wenn wir Bruchsal vor dem Winterfest erreichen wollen.«
    »Wir werden Bruchsal überhaupt nicht erreichen, wenn du uns weiter durch diese Wälder führst!«, stellte Tom entschieden fest und schaute ihren Anführer eindringlich an. »Du hast Kurt gestern widersprochen. Er wollte uns am Wald vorbei führen, du aber hast darauf bestanden, dass wir exakt diesem Pfad folgen. Wozu haben wir einen Späher dabei, der dieses Gebiet kennt, wenn du dann nicht auf ihn hörst?«
    Jerry runzelte die Stirn und bedachte Tom mit einem skeptischen Blick. »Was willst du damit sagen?«
    »Du weißt genau, was ich damit sagen will«, begann Tom mit gesenkter Stimme zu sprechen, während er auf den alten Krieger zuging. »Jeder weiß doch, dass du als Heerführer des Königs keinen Zweck mehr erfüllst, wenn wir Frieden haben. Muss frustrierend sein, wenn man als legendärer Krieger nur Aussicht auf ein langweiliges Leben hat, in dem man hier und dort mal die Prinzessinnen bewachen darf. Keine Chance sich in Schlachten zu beweisen – keine Chance, dass die Barden dich in ihren Liedern für die Ewigkeit festhalten. Da kann man schon mal auf die kranke Idee kommen, den Botschafter aus dem Weg zu räumen, der den Frieden verhandeln soll, nicht wahr?«
    Jerry schaute Tom fassungslos an, als könne er nicht glauben, was er gerade gesagt hatte. »Dein Vater ist Schmiedemeister. Deine Familie profitiert auch nicht vom Frieden. Klage ich dich deswegen an? – Nein!«
    »Meine Familie hat keine Geldsorgen, auch nicht, wenn wir Frieden haben werden.«
    »Das mag alles sein, Tom. Aber ich habe uns nicht in die Wälder geführt, weil ich irgendjemanden umbringen wollte«, versuchte Jerry sich zu verteidigen. »Es ist nun mal der schnellste Weg und das es gefährlich werden wird, wussten wir alle vorher. Außerdem haben wir noch einen Botschafter, der im Namen des Königs sprechen darf.«
    Er schaute zu Nira, die erschrocken zusammenzuckte, weil plötzlich alle Aufmerksamkeit auf ihr lag. Selbst Kurt, der das Gespräch bisher stumm verfolgt hatte, schaute zu ihr. Er saß etwas abseits und lehnte gegen einen Baum. Seine Stirn lag in Falten und sie konnte Besorgnis in seinem Gesicht erkennen. Im Stummen nickte sie, denn ihr ging es ähnlich. Auch sie machte sich Sorgen über den Fortgang ihrer Reise und ob sie ihr Ziel sicher erreichen würden. Aber insbesondere, weil nun alle Last auf ihren Schultern lag, denn sie war tatsächlich die Einzige in der Gruppe, die noch im Namen ihres Königs sprechen durfte.


    »Ich werde mein Bestes versuchen, Jerry. Martins Tod soll nicht unnötig gewesen sein«, wandte sie sich an ihren Anführer, und versuchte ihrer Stimme die nötige Entschlossenheit beizumischen, was nur mäßig gelang. Der alte Krieger lächelte ihr sanft zu und ging dann zu ihr.
    »Ich werde auf dich aufpassen, denn du bist unsere letzte Hoffnung«, flüsterte er ihr zu. »Aber sieh dich vor. Ich traue Tom nicht.«
    Da sie ihm nur einen fragenden Blick schenkte, fuhr Jerry fort. »Ist dir nicht aufgefallen, dass er letzte Nacht eigentlich Wachdienst gehabt hat? Für einen Krieger, dessen einzige Aufgabe es ist, uns zu beschützen, erfüllt er seine Pflicht wahnsinnig schlecht.«
    Seine Worte machten sie nachdenklich, denn ja, Jerry hatte irgendwie recht, mit dem, was er sagte. Merkwürdig war das schon, auch dass Tom Jerry sofort bezichtigt hatte, etwas damit zu tun zu haben. Auf die Idee, einen Verräter in ihren eigenen Reihen zu haben, wäre sie so schnell gar nicht gekommen. Aber eigentlich war das auch völlig abstrus.


    »Wir reisen weiter durch die Wälder«, erhob Jerry plötzlich das Wort. »Kurt, eile voraus und spähe die Umgebung für uns aus. Ich will, dass du den sichersten Weg für uns findest! Von jetzt an, werden auch immer zwei von uns nachts Wache halten – ich gehe kein unnötiges Risiko mehr ein!«
    Jerry erwartete offensichtlich keine Zustimmung, denn er ging einfach zum Lager zurück. Kurt schnappte sich seinen Bogen und eilte in den Wald hinein, um dem Befehl ihres Anführers nachzukommen.


    »Was hat er dir gesagt?«, wollte Tom wissen, als Jerry gegangen war.
    »Dass er dir nicht traut«, antwortete Nira ihm ehrlich. »Er glaubt das, weil du letzte Nacht Wachdienst gehabt hast und niemanden geweckt hast. Ist dir denn nichts aufgefallen?«
    Tom schüttelte den Kopf. »Ich bin eingeschlafen, und das ist mir vorher noch nie passiert. Trotzdem hätten wir durch den Lärm alle aufwachen müssen.«
    »Was meinst du?«
    »Nira, denk nach! Martin ist von einem Tier angefallen worden. So etwas geht nicht leise vonstatten. Ich glaube, dass wir alle nicht ganz zufällig letzte Nacht sehr tief geschlafen haben.«
    »Du glaubst also, dass uns jemand bewusst außer Gefecht gesetzt hat?«
    Tom nickte nachdenklich. »Vielleicht war es der Wein, den wir gestern tranken. Kurt war der Einzige, der nichts davon getrunken hat.«
    Nira war verwirrt. »Beschuldigst du jetzt Kurt, etwas damit zu tun zu haben?«
    »Nein, wobei – ich weiß es nicht«, sagte Tom nachdenklich. »Er spricht sehr wenig. Er ist einfach nicht zu durchschauen, aber ich finde es bedenklich, wie er Jerrys Befehle niemals in Frage stellt und sofort ausführt. Kurt hätte keine Vorteile durch den Frieden. Er verdient seinen Unterhalt damit, sichere Pfade zu finden, und den Heermeistern einen taktischen Vorteil zu geben, weil sie das Gelände, dank ihm, für sich nutzen können, und somit den Gegner überraschen. Was macht Kurt, wenn Frieden herrscht?«


    Nira lächelte sanft. »Jerry ist unser Anführer, natürlich muss Kurt seine Befehle ausführen. Außerdem war es Kurt, der gestern eigentlich einen anderen Weg einschlagen wollte. Vielleicht siehst du Geister, wo keine sind?«
    Tom seufzte. »Ja, vielleicht. Aber irgendwie habe ich ein mieses Gefühl. Jerry führt uns in den sicheren Tod und ich bin mir sicher, dass Frieden nicht sein Ziel ist.« Er blickte zu Nira herab und die junge Botschafterin erkannte Sorge in seinem Gesicht. »Ich habe bereits zwei Brüder im Krieg verloren. Ich will, dass es endet und du bist die Einzige, die noch für den Frieden sorgen kann. Nira, wir müssen vorsichtig sein. Ich fürchte um deine Sicherheit.«
    Nira lächelte. »Du sorgst dich unnötig, Tom. Ich glaube nicht, dass wir einen Verräter unter uns haben. Ich glaube eher, dass all die sinnlosen Anschuldigungen uns noch weiter von unserem Ziel entfernen. Zwietracht stärkt nur unseren Feind. Wir sollten uns auf das fokussieren, was vor uns liegt und sei unbesorgt«, sagte sie und legte ihm eine Hand auf die Schulter. »Ob diese Reise sicher wird, liegt an uns. Also fürchte dich nicht.«
    Tom schmunzelte. »Das heißt, du willst auf mich aufpassen?«
    Nira musterte den Krieger eindringlich. Sie wusste, dass er sich bestens auf den Schwertkampf verstand. Es stand außer Frage, wer wen schützte, wenn es zu einer Konfrontation kommen würde, doch sie nickte. »Ich habe zwar nur diesen Dolch, doch damit kann ich umgehen!«, sagte sie selbstbewusst.
    Toms Lächeln wurde noch etwas breiter, während er die kleine Waffe betrachtete, welche die Blondine in ihrer Hand hielt. »Ich nehme dich beim Wort.«




    So!
    Schreibt mir in die Kommentare, oder per Konvi, wen ihr verdächtig, aber nennt nicht nur den Namen, sondern begründet es auch, sonst zähle ich das als pures raten bei einer 1:4 Chance. Also gebt euch Mühe, und lasst mich eure Gedanken wissen. Ich löse es ganz sicher auf, denn wir werden in dem nächsten Posting tiefer in die Intrigenwelt eintauchen :) (Das wird dann oben in dem Platzhalter erscheinen, den ich schon gesetzt habe)




    Ich bin gespannt auf eure Lösung. :)



    AUFLÖSUNG


    Sorry, dass es so lang gedauert hat. Bin zeitlich bissl eingespannt.
    Anbei ein Video zur Auflösung, weil ist einfacher, als zu schreiben. Das Video ist Variante 138^^, und die meisten waren so um eine Stunde. Hier eine Kurzversion von ca. 35minuten. :) Ich habs versucht, aber kürzer erklären kann ich es nicht XD....
    Wenn noch Fragen offen sind, gerne in die Kommis. Das Intrigen + Weltenbau Kapitel folgt in Kürze und wird noch einmal etwas mehr erklären. :)
    Bittet wundert euch nicht. Im Video zeige ich den Wattpad Text. Liegt daran, dass ich die Aufgabe hier und auf Wattpad gestellt habe und das Video nicht 2x aufnehmen wollte^^


    So genug gelabert. Viel Spaß mit der Auflösung, wobei mich interessieren würde, ob euch die Auflösung überrascht?
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    :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!:

  • Nein, ich weiß keine Antwort auf Dein Rätsel... :/


    Ich wollte Dir nur mal sagen, @Rael dass ich Dich bewundere. Die Art, wie Du an Geschichten herangehst, ist so ganz anders als meine. Wahrscheinlich hast DU deshalb bereits eine Geschichte quasi druckreif, während ich meinen "Jungs und Mädis" noch immer atemlos hinterherhechle.


    Allerdings kann ich gar nicht so arbeiten wie Du. Wenn ich nur diesen einen ersten Satz formulieren könnte, jenes Grundstatement... ich wäre quasi fertig mit der Geschichte. Es wäre alles gesagt und es gäbe nichts mehr, was die Story noch veränderte (ja, ich bin ein bißchen so: Was steht, steht). Meine Geschichten wachsen, solange ich noch nicht weiß, wo sie enden und warum... und wahrscheinlich finde ich deshalb auch selten ein "Ende".


    Manchmal wünschte ich, ich könnte mein Schreiben verändern, planvoller machen... aber die wenigen Male, die ich es versucht habe, sind kläglich versackt... noch schneller als meine Planlos-Geschichten...


    Ich hoffe, Deine "Weiße Magierin" wird eines Tages Buchladen-Luft schnuppern dürfen. Du steckst derart viel Mühe dahinein... die Göttin der schreibenden Leute (Füllerina Tippsli) wird sehen, dass es nur diesen einen Weg gibt... :thumbsup:

    Der Unterschied zwischen dem, was Du bist und dem, was Du sein möchtest, liegt in dem, was Du tust.
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    Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?

    Einmal editiert, zuletzt von Cory Thain ()

  • Ich gehe erstmal nach dem Ausschlussprinzip: Nira fällt weg, weil wir das ganze aus ihrer Perspektive erleben.
    Jerry will zwei Wachen nachts aufstellen, womit er sich nur selbst behindern würde, also auch er nicht.
    Bleiben Tom und Kurt - ersterer ist sehr verdächtig, weil er wild die anderen zwei beschuldigt. Letzterer könnte deswegen ein so guter Späher sein, weil er als Wolf einige Vorteile in der Sache hat, außerdem hat er nichts von dem Wein getrunken.


    Trotzdem entscheide ich mich für Tom. Es könnte genausogut etwas im Essen statt im Wein gewesen sein und ich finde sein "meine zwei Brüder sind im Krieg gestorben" zu heuchlerisch.


    Sometimes, you read a book and it fills you with this weird evangelical zeal, and you become convinced that the shattered world will never be put back together unless and until all living humans read the book.

  • So, ich hab auch mal nochmal gelesen.


    Und ich denke allen Ernstes, dass es NIRA ist, die hier falsches Spiel spielt. Ich wüßte jetzt zwar keine "echte" Begründung, außer vielleicht der, dass sie nun diejenige sein wird die den verheißenen Frieden aushandelt... eine große Ehre, meines Erachtens.


    Meine Vermutung stützt sich auf die mir eigene Paranoia: Nira ist die am unschuldiggsten wirkende.


    Tom... hätte "das Ding" nicht während seiner Wache durchgezogen. Als Wächter einzupennen macht ihn per se zum Hauptverdächtigen.
    Jerry... hätte die Gruppe nicht so offensichtlich in den Wald geführt (entgegen Kurts Empfehlung), er hätte die ganze Sache "überall" tun können: Schlafmittel ins Essen und los. Dafür hätte er sich nicht mit einem widersinnigen Kurs verdächtig machen müssen.
    Kurt... wäre theoretisch noch ein naheliegender Gedanke, sein "kein Wein getrunken" ist schon verdächtig. Aber wenn er immer keinen trinkt, macht genau das ihn zum idealen Sündenbock a'la "der hat gewußt was im Wein war, bestimmt".



    Und? Wieviele Meilen lieg ich neben der Spur?
    :hmm:

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  • Ich will auch mal mit mischen...
    Ich denke es ist Tom.


    Begründung :
    Nira... Schon der erste Satz lässt mich stutzen. Entweder sie wusste nicht, was sie tut oder sie denkt das was sie tut, würde Martin nicht töten. Das ist aber nur sehr wage... Daher glaube ich, dass sie weg fällt.


    Jerry... In den Punkt stimme ich @Cory Thain zu. Und auch @Phi trifft es hier ganz gut. Mit zwei Wachen würde seine Chance, Nira zu töten weiter schrumpfen


    Kurt... An ihn habe ich erst gedacht, aber irgendwie wäre es zu offensichtlich. Als Wolf wäre er Geländekundig, was er ja auch ist. Aber nein...


    Tom... Leute die viel erzählen, verstricken sich manchmal in lügen...
    Er bezichtigt gleich wild jemanden, ohne mehr zu wissen. Und er behauptet, als Heerführer hätte man nach dem Krieg nichts mehr zu tun... Naja, als Begleitschutz auch nicht unbedingt.


    Meine Wahl fällt daher auf Tom

  • Ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich einen Verräter gibt.
    Am ehesten noch der tote Berater selbst. Was treibt der sich im Wald rum? Vielleicht wollte er sich außerhalb des Lagers mit jemandem treffen und hat den Bären gefunden. ;)


  • Am ehesten noch der tote Berater selbst.

    Danke für eure Theorien, aber diese hier hat mich gekillt XD Bin grad so am lachen. Klar ich meine, ist alles möglich. Dann hätte der alte Botschafter sich selbst getötet und darauf gehofft, dass sich alle zanken XD Was ja geklappt hat ... zu geil dieser Gedankengang^^


    :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!:

  • Yuhu, richtig geraten 8)
    Wirklich sehr interessant, dieses Intrigenspiel mal libe mitzubekommen und erklärt zu bekommen. Danke für das interaktive Beispiel! :D


    Sometimes, you read a book and it fills you with this weird evangelical zeal, and you become convinced that the shattered world will never be put back together unless and until all living humans read the book.

  • Verdammt, ich war zu langsam. Wollte doch mitmachen.
    Aber ich habe mir die Lösung noch nicht angeschaut. Darum hier meine Theorie:


    Auch ich tendierte tatsächlich, genauso wie @Sensenbach zu Martin xD Immerhin gab es ja diskussionen bzgl. des Weges. Er könnte also das Ziel gehabt haben, die Gruppe umzulenken, in dem er sich töten lässt (masochistisch, ich weiß *lol*) Wobei er seinen Tod ja vielleicht gar nicht gewollt hatte, sondern eigentlich nur einen Angriff provozieren wollte, der halt nach hinten losging.
    Allerdings käme dann auch wieder Kurt ins Spiel. Er ist mit der Einzige, dessen Gedanken wir nicht "zu Gesicht" bekommen. Er ist irgendwie nur die schweigsame, gehorsame Randfigur. Da Kurt einen anderen Weg gehen wollte, könnte er auch Martin getötet haben, um ihnen zu zeigen, dass dieser Weg zu gefährlich ist.
    Nira könnte es aber genauso sein... tut unschuldig und unbeholfen, hätte aber tatsächlich Vorteile davon. Allerdings haben wir ihre Sorgen und Gedanken erhalten... muss ja aber eigentlich nichts heißen. Der Autor könnte uns damit auch in die Irre führen.
    Tom und Jerry (lol, war das eigentlich Absicht?) fallen für mich tatsächlich raus. Wobei ich zu Beginn an Tom glaubte.


    Es könnte aber auch einfach niemand gewesen sein. Martin ist aufgewacht und wollte pinkeln gehen,...tja... hat's ihn halt erwischt.


    Whatever... ich bleibe bei Martin und Kurt. Aber da es nur einer sein darf sage ich: Nira!



    The tiger and the lion may be more powerful...
    ... but the Wolf does not perform in the circus.

    Einmal editiert, zuletzt von Ruka ()

  • Mal sehen, das Video gebe ich mir gleich. Ich setze im Moment auf einen Verbund von Kurt und Jerry. Das scheint mir im Moment am logischsten, ist vielleicht aber genau das, was der Autor von mir will :D Es wäre auch witzig, wenn es Nira wäre. Denn da steht zwar, dass sie sich Sorgen macht, dass sie das Ziel nicht erreichen, aber man kann es immer noch so auslegen, dass die als Verräter Angst hat aufzufliegen. So wie sie Kurt anschaut, könnte sie genauso zur einem Verbund aus jerry und Kurt gehören. :hmm: Verstößt das gegen die Spielregeln? Jetzt schaue ich erstmal das Video.


    Nach dem Video:

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]