TiKas Gedichte - Der Sammelthread

Es gibt 690 Antworten in diesem Thema, welches 183.178 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (21. Mai 2024 um 02:10) ist von TiKa444.

  • Lieber TiKa,

    auch ich beziehe mich jetzt einfach mal auf dein letztes Gedicht "Ich will doch einfach nur Sterne sehen". Das ist erstens ohnehin schon gereimt, zweitens ist es sogar ein wenig politisch und drittens… naja du merkst, ich will auf die Form hinaus. Dass du den Inhalt, Apokalypse und Klimakatastrophe fühlst, ist ja klar lesbar und wurde schon gelobt.

    Du hast an vielen Stellen nämlich schon Ansätze eines fast durchgängigen Metrums und ich hab mich gefragt, ob du Interesse daran hättest, das mal ganz durchgängig zu machen! Meiner Erfahrung nach tut das dem Lesefluss und auch der Stimmung im Gedicht viel Gutes!

    Wenn du mir erlaubst, die ersten drei Strophen mal eben zu missbrauchen… ;)

    Spoiler anzeigen

    Die Welt liegt bitterkalt in Wolken

    Gedeckt in nebelkaltem Wind

    Wo andre einst schlicht Alles wollten

    Liegt jetzt nur ewig grauer Staub

    Die Nacht ist schwarz doch bitter ehrlich

    Weil Leere keine Lichter kennt

    Und doch rauscht hier die Luft so herrlich

    Durch lang zuvor verkohltes Laub

    Ich geh verträumt durch tote Straßen

    Die bar von jedem Leben sind

    Von denen, die die Welt besaßen

    Fehlt nun jede Spur

    usw. Ich hab jetzt nur angepasst, was nötig war, um betonte und unbetonte Silben abwechseln zu lassen. Da kann man mit wenig Änderung finde ich große Wirkung erzielen. Wir könnten auch mal zusammen durchs ganze Gedicht gehen! Dann könntest du zum Beispiel mittels deiner Dichterbefugnisse auch mal ganze Wörter rausstreichen, die im Sprachfluss aufstoßen.

    Sorry, wenn ich hier jetzt nur rumformalisiere. Aber das ist son Germanisten-Krampf bei mir :D

    Liebe Grüße von
    Theo!

  • Hey Theo-Drecht

    Danke für die ausführliche Kritik und die guten Ratschläge. Ich habe dieses Gedicht (wie leider viele mehr) vor dem einschlafen niedergetippt und dann nicht mehr gegengelesen. Hätte ich vielleicht mal machen sollen. Hab die Metrik jetzt mal angepasst. Etwaige Fehler sind jedoch immer noch nicht ausgeschlossen, da ich gerade auch etwas zeitdruck habe. Außerdem habe ich mich für eine Mischung aus Jambus und Trochäus entschieden, da ich das passender fand, aber das ist natürlich nur mein erster Eindruck.

    LG TiKa444

    Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten.

    Aldous Huxley

  • Im Moment

    Kennt ihr den Moment

    Wenn die Zeit zu stocken scheint

    Ist vom Leben ganz befreit

    Und all der Unendlichkeit

    Dann atmen wir kurz auf

    Unser ganzes Leben zieht

    In Gedanken durch den Geist
    Die sich um die Wünsche ranken

    Fragt euch wann die Träume sanken

    Die euch tragen sollten

    Was haben wir erreicht

    In unsrem kurzen Leben

    Es war nicht immer leicht

    Und selten mal gerecht

    Was nützt uns Geld und Macht

    Wenn wir dann doch alleine sind

    Wenn niemand unsre Welt entfacht

    Was ist wirklich echt

    Wer sind wir denn geworden

    Und welchem Ziel dient unser Streben

    Was macht uns wirklich sorgen

    Was hält uns wach bei Nacht

    Was wollen wir erreichen

    Denn unsre Zeit verrinnt

    Und welche Träume müssen weichen

    Was hat uns Glück gebracht

    Kennt ihr den Moment

    Wenn die Welt zu stehen scheint

    Alles kurz den Atem hält

    Und in tausend Scherben schellt

    Das nehmen wir in Kauf

    Unser Schatten endlich flieht

    Und die Dunkelheit zerreißt

    Ist das Licht nicht allzu weit

    Endlich von der Angst befreit

    Wir machen was wir immer wollten

    Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten.

    Aldous Huxley

    Einmal editiert, zuletzt von TiKa444 (24. Mai 2020 um 07:23)

  • Perioden

    Ein Liedschlag der Geschichten spinnt

    Ein Augenblick geballter Abscheu

    Die Welt erstrahlt in Feuersbrunst

    Ohne Ausgewogenheit

    Die Zeit vergeht es strahlt die Sonne

    Alle Zeichen stehn ihr treu

    In lichtener Gestalt der Blüte

    Die noch blüht, wenn es schon schneit

    Es schwingt umher und mal gewinnt

    Die eine mal die andre Seite

    Mal schenkt mir mein Bewusstsein Gunst

    Mal entflammt es mich zu schwarzer Asche

    Mal trägt es mich in sanfte Wonne

    In Hoffnung ungeahnter Weite

    Bis ich wieder in mir wüte

    Und alle Hoffnung von mir wasche

    Und so treibt mich derselbe Wind

    Hin und her, in voller Breite

    Trennt mich nur ein dünner Dunst

    Schlüpf ich schnell durch jede Masche

    So falle ich wo Stricke sind

    Und entstehe wieder neu

    Beherrsche gut die schnöde Kunst

    Des steten Wandels Freud in Leid

    Verdiene ich was ich bekomme?

    Weil ich auf den Wellen reite

    Doch während ich darüber brüte

    Warum ich stets nach Gründen hasche

    Schlag ich alles in die Tonne

    Ob ichs will oder bereu

    Jede Kränkung, jedwede Güte

    In Schleifen kreis ich durch die Zeit

    Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten.

    Aldous Huxley

    Einmal editiert, zuletzt von TiKa444 (23. Juli 2020 um 08:27)

  • Sie

    In hellem Licht erstrahlen Sterne

    Ihr Lächeln treibt mein Herz zur Güte

    Ich seh durch sie in weite Ferne

    Erkenne Hoffnung in der Blüte

    Doch bemerke ich den Fehler

    Denn sie sieht das nicht in mir

    Für meine Träume, bin ich Hehler

    Der Hoffnung, die ich mir erstahl

    Weil ich es wohl nie kapier

    Dass ich nicht bin, was sie ersehnt

    Dass ich nicht bin, was sie verdient

    Sie hat mein Herz längst abgelehnt

    Und doch umgarne ich sie weiter

    Ist der Pfad zu ihr auch schmal

    Und vermint

    Ein Tritt nur auf die falsche Stelle

    Und sie blickt hinter die Maske

    Und sie entflieht mir auf die Schnelle

    Und nie seh ich ihr Lächeln wieder

    Will lieber nah zu ihr stets scheitern

    Als fern zu leben, wies sich ziemt

    Wieso nach Glod graben, statt nach Sternen tasten

    Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten.

    Aldous Huxley

    3 Mal editiert, zuletzt von TiKa444 (1. August 2022 um 02:18)

  • Die Hoffnung

    Es brennt zwar manchmal ziemlich schwach

    Doch fackelt tapfer auf der Glut

    Es weicht der Dunkelheit nie ganz

    Und schlägt zurück in hellster Wut

    Geboren aus Funken, die ich entfach

    Lodert es ein ein Leben, mein Leben lang

    Und stockt es je in seinem Tanz

    Verkohlt so auch mein Lebensstrang

    Was nützt die Welt mir ohne Träume

    Was nützt die Zeit mir ohne Ziel

    Was nützt Freiheit ohne freie Räume

    Was nützt die Nacht mir ohne Sterne

    Drum halte ich die Flammen stets am lodern

    Verspreche mir vom Morgen viel zu viel

    Ich seh genug Menschen in der Realität vermodern

    Da schweb ich in Gedanken lieber in unerreichbarer Ferne

    Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten.

    Aldous Huxley

    Einmal editiert, zuletzt von TiKa444 (23. Juli 2020 um 08:34)

  • Es tut mir leid

    Ich bin was ich bin und das ist nicht viel

    Und meist noch viel weniger als andere sehen

    Wie könnt ihr mich mögen und nicht verstehen

    Das ich es nicht wert bin

    Ich hab weder Talent noch Ahnung noch Stil

    Bin nicht klug genug um meine Unzulänglichkeiten zu begleichen

    Das was ich bieten kann, wird niemanden reichen

    Drum schwindle ich bei meinem Gewinn

    Doch nach und nach lernt ihr mich kennen

    Bereut, dass ihr mich nicht gemieden habt

    Bereut, dass ihr euch an mich bandet

    Und seit doch zu gute Menschen, mich einen Versager zu nennen

    Ich bin zerfressen von Feigheit und Neid

    Wie kann es nur sein, dass ihr die Verbindung nicht kappt

    Das ihr den Tag nicht verflucht, an dem ihr vor mir standet

    Ich hab euch mit mir belastet, das tut mir leid

    Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten.

    Aldous Huxley

    Einmal editiert, zuletzt von TiKa444 (23. Juli 2020 um 08:35)

  • Die Dummheit der Menschheit ist unendlich

    Verlorene der Zeiten

    Hört mich an

    Lässt euch nicht verleiten

    Ihr habt eine Wahl

    Wenn ihr gerne glauben wollt

    Was niemand ernsthaft glauben kann

    Der der Logik Respekt zollt

    Oder ist das zu umständlich

    Von Fremden aus dem World Wide Web

    Falsche Reputation, manchmal Faschist

    Bei Youtube bekommt jeder Depp

    Einen eigenen Kanal

    Welch Arroganz verleitet euch zum Glauben

    Ihr könntet entscheiden was richtig ist

    Und allen andren das zu rauben

    Was ihr Freiheit nennt

    Ich weiß ich bin nicht aufgewacht

    In meinen wohl behütet Träumen

    Ist im Klammergriff der Nacht

    Rationalität noch etwas wert

    Nichts ist einzig wahr und echt

    Weil es für euch schlüssig klingt

    Und nichts ist einzig fair und recht

    Weil es eure Welt erklärt

    Wieso zweifelt ihr an Journalisten

    Und glaubt denen, die es stets versäumen

    Beweis und Fakten aufzulisten

    Weil ihr andre dieser Meinung kennt?

    Ohne Meinungsfreiheit würde es eure Gruppe nicht geben

    Wie könnt ihr, wenn euch niemand zwingt

    Nicht schweigend in einer Meinungsdiktatur leben

    Die Dummheit der Menschheit ist unendlich


    Manchmal kommt der Sommer

    Die Welt ist eisig und erstarrt

    Der Fall scheint unausweichlich

    Keine Hoffnung der Gegenwart

    Für das Morgen

    Manche haben reichlich

    Und geben nichts mehr her

    Manche haben keine Güter

    Und keinen Platz zum Atmen mehr

    Das Chaos hält sich nicht verborgen

    Und wird von der Ordnung ignoriert

    Wir alle sind verloren

    Während die Welt einfriert

    Wo sind all die selbsternannten Hüter

    Die sich lieber selbst bereichern

    Der Pfad ist längst schon zugefroren

    Das ist kein Spiel, man kann nicht speichern

    Doch vergesst nicht das Licht

    Ertragt den Donner

    Und verlernt nicht zu hoffen

    Manchmal kommt der Sommer

    Wir haben Probleme

    Leugnen macht uns nicht frommer

    Was kommt sind Extreme

    Doch verzagt noch nicht

    Extreme Belastung, extremes Leid

    Extreme Veränderung, aber auch Chancen

    Wir dürfen nicht streiten aus Gier, Hass oder Neid

    Wir alle sind davon betroffen


    Noch gilt es für das Morgen zu kämpfen

    Zwischen Tod und Leben klaffen Nuancen

    Noch sind wir lange nicht verloren

    Manchmal kommt der Sommer

    Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten.

    Aldous Huxley

    Einmal editiert, zuletzt von TiKa444 (28. August 2020 um 03:32)

  • Heyho TiKa444

    Naja und Hhmhm.

    Den Inhalt von "Dummheit" fand ich ausgezeichnet, bloß die Form war grottig. Da hat's auch nicht geholfen, daß zumindest immer Zeile 1&3 nach Reimen gesucht haben.

    Wenn das als reiner Text, nebeneinander geschrieben gestanden hätte wär's ein cooles Statement.

    Und irgendwie setzt sich das auch bei "...der Sommer" fort.||


    Dabei kannst Du das viel besser, wie Du mit "Sie" und "Die Hoffnung" gezeigt hast.:thumbup:

  • Der Wanderer

    Zugegeben. Bezüglich der Form habe ich sicherlich schon bessere geschrieben. Ich habe allerdings auch ein wenig experimentiert. Ich werde versuchen meine nächsten Gedichte wieder in eine passender Form zu bringen.

    LG TiKa

    Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten.

    Aldous Huxley

  • Heyho TiKa444

    Ich werde versuchen meine nächsten Gedichte wieder in eine passender Form zu bringen.

    Mußt Du ja gar nicht. Ich konnte nur nicht ahnen, daß Du was anderes probiert hast - sowas ist völlig okie für mich.:thumbup:

    (Wenn ich's vorher weiß...:D)

  • Zwei Seiten

    Gefangen im Wechsel der Gezeiten

    Von Flut und Ebbe ausgedörrt

    Lassen wir uns davon leiten

    Was man uns vor Augen führt

    Doch jede Geschichte kennt eine Seite

    Die verdeckt bleibt, ungehört

    Einer Wahrheit folgt stets eine Zweite

    Die uns nicht im geringsten berührt

    Wo Lachen ist, verstecken sich Tränen

    Wo Sonne ist, da naht die Nacht

    Wo Sicherheit winkt, muss man Feinde wähnen

    Weil man nur mit Augenmaß misst

    Da sich jeder hinter einer Maske verbirgt

    Da mancher der nicht reden will, lacht

    Da dort wo Wahrheit ist, der Glaube stirbt

    Da wo Licht ist, auch immer Schatten ist

    Denke daran, wenn du urteilst

    Das du nie das ganze Bild siehst

    Eine Wahrheit, wohl gefeilt

    Die dir vorgetragen wird

    Nichts ist einzig wie es scheint

    Ein Buch sagt nur, was du drin liest

    Kaum ein Wort ist so gemeint

    Wie es beirrt

    Lausch darauf was andere sagen

    Und auf die Pausen zwischen den Worten

    Beobachte und stelle Fragen

    Und geh niemals davon aus

    Zu wissen wer ein andrer ist

    Welche Gedanken andere horten

    Was Andre denken, wer du bist

    Ein Teufelskreis, brich heraus

    Du kennst nicht die eine Wahrheit

    Du siehst nur Puzzleteile

    In einem Augenblick der Zeit

    Die niemals stillzustehen scheint

    Was du nicht weißt, sagt dir niemand

    Es steht nirgends da, Zeile für Zeile

    Es lauert nicht, in deinem Verstand

    Im Recht ist nicht, wer rechtzuhaben meint

    Vertraue nicht einzig deinen Gefühlen

    Was unsinnig scheint, ist meist nicht wahr

    Doch glaube niemals in deinen Kalkülen

    Dass man den Sinn auch immer erkennt

    Du siehst Geschichten unter allen Gesichtern

    Doch wenn du nicht mehr siehst, dann bist du ein Narr

    Du siehst nur ein Licht von all den Lichtern

    Die man Sternenhimmel nennt

    Was also will ich dir sagen

    Wenn du Wahrheit suchst, gib auf?

    Vielleicht nicht, aber du musst ertragen

    Dass du niemals alles weißt

    Erwarte nie, dass du andere kennst

    Und nimm das manchmal einfach in Kauf

    Und bevor du in die eine Richtung rennst

    Überlege wer dir die Richtung weist

    Alles was du hast ist dein Verstand

    Denke nach und rational

    Was ist wahrscheinlich, was ist bekannt

    Was solltest du glauben, was willst du glauben

    Argumentieren stets auch gegen dich selbst

    Die Wahrheit beruht nicht auf deiner Wahl

    Egal zu welcher Seite du hälst

    Du siehst nie weiter als bis zu den Augen

    Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten.

    Aldous Huxley

  • Zwei Seiten ist wirklich gut. Ich hab es jetzt drei mal gelesen und ich finde, dass es wirklich sehr zum nachdenken anregt ohne zu sehr verkopft zu sein. Klar formuliert und trotzdem genug Freiheit. Hat mir sehr gut gefallen :)

  • Heyho TiKa444

    Starkes Gedicht!

    Sehr gut geschrieben. Trotzdem erlaube ich mir hier eine Anmerkung

    Da sich jeder hinter einer Maske verbirgt

    Da mancher der nicht reden will, lacht

    Da dort wo Wahrheit ist, der Glaube stirbt

    Da wo Licht ist, auch immer Schatten ist

    "Da wo Licht ist, auch immer der Schatten wacht".

    Lies meine Zeile mal im Reim und entscheide dann:)

    Hier habe ich die Frage: Den Sinn verstehe ich, aber wo ist der Reim dazu?

    Nichts ist einzig wie es scheint

    Ein Buch sagt nur, was du drin liest

    Kaum ein Wort ist so gemeint

    Wie es beirrt

    Und mit "beirrt" kann im Kontext auch nicht "verwirrt" gemeint sein - und das hast Du miener Auffassung nach auch gar nicht gemeint. Was aber dann....?

  • Danke für die gute Kritik @Neodym und Der Wanderer :thumbup:.

    "Da wo Licht ist, auch immer Schatten wacht" klingt wirklich gut, würde aber nicht zum Reimschema passt. "Ist" reimt sich in diesem Falle auf "misst".

    Bei der anderen angemerkten Strophe reimt sich "scheint" auf "meint", "liest" auf "siehst" und "beirrt" auf "wird". Ich weiß. Der letzte Reim ist nicht sehr gelungen. "Beirrt" bedeutet "etwas aus dem Konzept/aus der Fassung/in Verwirrung/durcheinander bringen". Konkret ist damit gemeint, dass das was jemand sagt eine andere Person verwirren kann, da die Bedeutung missverstanden wurde.

    LG TiKa

    Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten.

    Aldous Huxley

  • Weiß glänzend liegt die Welt

    Eingefasst in Schnee

    Tiefe frisch gestapfte Stapfen

    Zeugen von so manchem Reh

    Der Wind zieht rüttelnd an den Ästen

    Und siehe da, erneut, es schneit

    Tödlich fallen Eiseszapfen

    Im verlassnem stillen Wald

    Wind rauscht leise, Schneefall fällt

    Manch Bachlauf ist zu Eis erstarrt

    Ächzend biegt sich Eichenholz

    Sommer ist leicht, der Winter hart

    Von verwitterten Baumstumpfresten

    Bleiben Hügel im Winterkleid

    Der Schnee beugt Äste, wie den Stolz

    Ich erzittere, denn es ist kalt

    Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten.

    Aldous Huxley

  • Hoffen

    Da ziehen sie aus

    Gepanzerte Recken

    In eine Welt

    Voller Bösartigkeit

    Bekämpfen das Böse

    Das Schurken erwecken

    Bewahren die Menschheit

    Vor Kummer und Leid

    Wir alle wohl träumen

    Von Ruhm und den Sternen

    Ein mächtiger Held

    Beschützer des Lebens

    Wir alle erhoffen

    Den Ruf aus der Ferne

    Unsterblichkeit

    Wir hoffen vergebens

    Denn so geht es aus

    Wir sind meist nur Bauern

    Stehen am Rande

    Fallen vergebens

    Nur eine poröse

    Schicht aus Bedauern

    Bewahrt unser Licht

    Erhält unser Streben

    Und so versäumen

    Wir ungesehen

    Es verläuft im Sande

    Was wir nicht verstehen

    Und merken betroffen

    Wenn wir schließlich gehen

    Dass die Sterne sich nicht

    Um unser eins drehen

    Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten.

    Aldous Huxley

  • Tränen

    Weine nicht

    Mein Kind

    Weine nicht

    Was bringt es zu trauern

    Wenn der Regen fällt

    Wenn Menschen fallen

    Wie Tropfen im Regen

    Was bringt es zu weinen

    Wenn Leben verhaucht

    Ein schreckliches Ende

    Manch gnädiger Segen

    Vergieß keine Tränen

    Wenn ein Schmuckstück zerschellt

    Nur Scherben und Träume

    Die endlich zergehen

    Bedaure nicht das was

    In Flammen verraucht

    Nur Ascheflocken, die rasch

    Im Winde verwehen

    Trauer vergeht

    Wünsche vergisst du

    Bitten verhallen

    Hoffnung zerbricht

    Weinen ist nutzlos

    Was du begehrst ist jetzt weg

    Unvollendete Bände

    Liest man doch nicht

    Tränen versickern

    Die Gründe vergisst du

    Nur ein Tagtraum

    Der langsam verwischt

    Bedauern ist nur

    Ein Mittel zum Zweck

    Doch lohnt sich sowas

    Um seiner selbst willen nicht?

    Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten.

    Aldous Huxley