Schreibkurs zu Kurzgeschichten

Es gibt 120 Antworten in diesem Thema, welches 12.080 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Iskaral.

  • Boah, Iskaral . Du bist echt krass! ich dachte gestern, ich sehe nicht richtig, als du so schnell abgegben hast. Es hatte den Anschein, als würdest du dir das mal eben so aus dem Ärmel schütteln. Noch dazu, wo sich deine Geschichte wirklich sehen lassen kann. :thumbup:


    Nun zu dir, Sensenbach ... als ich die neue Aufgabe sah, hätte ich dir am liebsten den Hals umgedreht. Science-Fiction!!! Echt super. Weder ist das mein bevorzugtes Genre, noch verfüge ich über das notwendige Vokabular, um so eine Geschichte irgendwie authentisch rüberzubringen.


    Nichtsdestotrotz habe ich mich rangesetzt und hier kommt mein Ergebnis. Natürlich habe ich die vorgegebne Anzahl an Wörtern haushoch überschritten und mit Sicherheit hätte ich mich an der einen oder anderen Stelle NOCH kürzer fassen können. Aber vielleicht bin ich auch einfach nicht für derart kurze Kurzgeschichten gemacht :pardon:


  • Ihr schafft tatsächlich die Aufgabe! Glückwunsch, Iskaral und Rainbow , ich bin sehr beeindruckt von euren Resultaten! ich stelle fest, dass es einem bei einer Kurzgeschichte sogar leicht fällt, seine Protas umzubringen. Da hat man ja nicht schon Jahre seines Lebens mit ihnen verbracht ... (?)

    Also Sensenbach ganz ehrlich, wieso Science Fiction? Wo soll ich mir die richtigen Vokabeln herholen? Von den Ideen ganz zu schweigen? (Ich hoffe, Rainbow hat das mit dem Halsumdrehen schon erledigt ...) Aber vom Prinzip her finde ich es hilfreich, eine Aufgabe so zu stellen. In meinem Kopf hat zwar noch nichts geschaltet, aber vielleicht packe ich es noch.

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin * Dark Prince

  • Liebe Kirisha

    Bei Science Fiction geht es eigentlich nur in einigen Subgenres um technische Aspekte. Es werden ja sehr häufig politische oder gesellschaftliche Themen behandelt (e.g. 1984). Auch Raumschiffe sind ja in der SciFi kein muss!

    Versuch hier mal eine Idee aus einem anderen Genre, in ein Raumschiff zu verlagern und die Magie wegzulassen. Dann klappt es :alien:


    PS: Bei meiner Geschichte wird es um eine Tasse Tee gehen :)

  • Puh, diese ganzen Vorgaben machen das echt schwierig. ^^' Ich denke, ich habe etwas ganz passables hinbekommen, aber das war stellenweise echt ein K(r)ampf. Entsprechend liest es sich vielleicht.


    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

  • kalkwiese Was zur Hölle...? Ich liebe es <3


    Ich will ein ganzes Epos davon, wie Doktor Dunkeldussel sich die Zutaten für eine gigantische Pizza aus den letzten Winkeln des Universums besorgt :rofl:

    Was Sci-Fi angeht, habe ich leider große Bildungslücken, darum traue ich mir ein Weltraum-Epos leider nicht zu. Aber bei Interesse schicke ich dir gerne einen Link zu einer Geschichte in meinem Kurzgeschichten-Thread. Das war nämlich nicht das erste Abenteuer vom klitzekleinen Kätzchen und Doktor Dalia Dunkeldussel. :D

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

  • Nach euren tollen Geschichten kommt mir mein Beitrag reichlich behäbig vor. Die Kurzstrecke ist schwierig, finde ich und die selbstauferlegten Regeln sind ungewohnt. Aber das hab ich mir selbst eingebrockt … :blush:


  • Also Leute, erstmal danke für eure tollen Geschichten, die mich ziemlich unter Druck gesetzt haben. Nachdem ich tagelang mit dem Gefühl "Ich kann sowas einfach nicht" ins Bett gegangen bin und mir einfach nichts einfallen wollte, habe ich es jetzt mal versucht.

    Also sorry für das Nichteinhalten sämtlicher Regeln. Ich kann es einfach nicht kürzer!

    Sorry auch falls da jetzt sehr viele naturwissenschaftliche Idiotien drin sind...


    Hier mein Produkt:

    Planet Delta Ignis


    „Captain, hier ist Ihr Gelenköl.“ Bekas Greifzange erstarrte in ihrer Bewegung, als ihr Blick auf den wandfüllenden Monitor fiel, auf welchen auch der Captain starrte.

    Sie war schon zweimal auf Delta Ignis gewesen, dessen mittlere Temperatur um 464 Grad Celsius betrug. Daher glich die Oberfläche des Planeten einer Kraterlandschaft aus miteinander konkurrierenden Vulkanen, die sich nur durch die Anzahl und Stärke ihrer Eruptionen unterschieden.

    Daher wunderte sich Beka nicht, einen Feuersturm zu sehen. Doch inmitten rotglühender Winde walzte sich eine Formation vorwärts, die am ehesten einer kupferfarbigen Schlange glich. Unter ihrem mächtigen Leib zerbrach gerade das Dach der Forschungsstation, die im Vergleich zu dem Reptil wie ein Bauklotz für Kinder wirkte.

    „Verdammt, Beka, wie würden Sie dieses Ding klassizifieren? Alle bisherigen Forschungsergebnisse berichten doch, auf Ignis gibt es kein Leben!“

    Beinahe wäre Beka das Öl aus ihren Greifvorrichtungen gefallen.

    „Zeeku und die anderen sind da drin!“, rief sie entsetzt. „Captain, Sie müssen sie zurückrufen!“

    „Schon passiert.“

    Der rote Alarmknopf blinkte und warf feurige Blitze über die unübersichtlich große Bedienfeld vor dem Monitor. Weitere rote Lämpchen leuchteten auf – die Antwort der Crew. Nun sah Beka einige Gestalten in den unförmigen hitzebeständigen Raumanzügen aus dem zusammenbrechenden Haus herausrennen.

    Hoffentlich kann Zeeku sich retten!

    Unwillkürlich griff sich Beka mit ihren Greifzangen um das Stangengerüst, auf dem ihre Schaltzentrale montiert war. Zeeku hatte ihr eine altmodische Halskette geschenkt, bevor er nach Ignis herunterflog. So ein Ding hatten sie nach der Eroberung des Planeten Erde mal in einem Film der Erdbewohner gesehen, der unter Robonauten für viel Gelächter gesorgt hatte.

    „Gleiter startbereit machen“, befahl der Captain.

    Beka stellte das Öl auf die dafür vorgesehen Vorrichtung und loggte sich im Startmenü ein. Das komplizierte Sicherungssystem hatte sie auf ihrem Hauptchip abgespeichert, die Dechiffrierung lief daher auf Knopfdruck automatisch ab.

    „Ich habe gehört, dass Sie Ihre Kabel in den Nächten mit denen von Zeeku zusammenschließen“, sagte der Captain, während er akribisch ein paar Befehle auf das Display tippte. „Was ist der Sinn davon?“

    Ja, das hatte Beka sich auch gefragt, als Zeeku sie damals bequasselte, sie sollten das doch mal versuchen. Aber es hatte sie neugierig gemacht und darum hatte sie es probiert. Irgendeinen Sinn hatte es vermutlich nicht.

    „Es fühlt sich gut an“, gab sie zu. Wie gut, verriet sie dem Captain lieber nicht, er würde es eh nicht verstehen.

    Unten auf Delta ging alles viel zu langsam. Die Crewmitglieder schleppten sich durch den Wüstensand, als klebten sie daran fest. Die Kupferschlange schien sich zum Glück nicht besonders für sie zu interessieren. Leider jedoch für den kompakten, untertassenförmigen Gleiter aus feuerfestem Bidopliamid, auf den sie unaufhaltsam zuschlängelte.

    „Schmelzen ihre Raumanzüge? Warum rennen sie nicht?“, rief Beka. Den Gleiter hatte sie inzwischen startbereit. Die Außenlichter leuchteten, die Bordrampe senkte sich auf den Erdboden. „Captain! Was machen Sie da?“

    Euphorisch flogen die Taster des Captains über das Display und sein innerer Prozessor arbeitete so rasant, dass die erhöhte Stromzufuhr sein Stahlgerüst glühen ließ.

    „Es ist kein Lebewesen. Diese Bestie scheint aus flüssigem Blei zu bestehen und ist vermutlich zusammengezogen worden durch ein magnetisches Feld, das an dieser Stelle entstanden ist .... Ich bin einer Entdeckung auf der Spur!“

    „Aber sie wird unsere Robonauten zerstören! Schießen Sie die Bestie ab!“

    Der Captain warf Beka einen kurzen Blick zu und nickte. „Einverstanden. Wir wissen ohnehin schon genug. Feuer!“

    Die kosmischen Laserstrahlen sausten fast geräuschlos durch das All. Auf dem Monitor wirkten sie wie Blitze, die vom Himmel herabsausten und sich in den Leib des Ungeheuers bohrten.

    „Treffer!“, jubelte Beka.

    Doch die Theorie des Captains schien sich zu bewahrheiten. Die Einzelteile des Lindwurms waren zwar kurz auseinandergeborsten, fügten sich aber schnell wieder zu derselben schlangenhaften Einheit zusammen, die nun unaufhaltsam auf den Gleiter zuschoss. Der Captain zog alle Register, er beschoss sie mit Alphastrahlen, mit Quantenenergie und sogar der neu auf den Markt gekommenen Modulierenden Ionenstrahlung. Nur um das Untier zuerst zu atomisieren und anschließend seiner Wiedergeburt zuzusehen, in immer gleich schlangenartiger Gestalt.

    Schon hatte das Monster die flüchtenden Robonauten erreicht und quetschte eine große Zahl von ihnen gnadenlos in den Erdboden – auf dem Display leuchteten die gefürchteten Todesblinker auf und spuckten die Seriennummern der vernichteten Crewmitglieder aus, die wie ein Gerüst aus hunderten Buchstaben und Zahlen nur so heraussprudelten – zu schnell, um die einzelnen zu erkennen.

    Hoffentlich kommt Zeeku davon!

    Danach schlängelte die Bestie auf den Gleiter hinauf.

    „Fahr das elektrische Schutzfeld auf 5000 Volt hoch“, kommandierte der Captain.

    Bekas Tasteisen am Ende ihrer Greifzange hammerten auf die Tastatur und bekräftigten den Befehl mit [Enter] wie mit einem Donnerschlag.

    Der gesamte Gleiter auf dem Monitor begann zu vibrieren. Unter ihm schlug die Elektrizität den Wüstensand weg, der aufwirbelte und das gesamte Bild unter einer Staubwolke verdeckte. Der Captain lachte.

    „Gib ihm noch mehr Saft! Vielleicht können wir das magnetische Feld aushebeln!“

    Beka gehorchte in solcher Geschwindigkeit, dass sie fast die Tastatur zum Qualmen brachte.

    Die Explosion entlud sich in einem dicken schwarzen Rauchpilz, der sich über den gesamten Monitor ausbreitete. Danach blinkte sich das Warnsystem heiser und die Todesmeldungen hörten nicht mehr auf zu ticken. Als sich die Wolke verzog, war nichts als Wüstensand mehr zu sehen. Selbst von der Forschungsstation waren nicht einmal die Hyperthermoverankerungen mehr übrig.

    Beka überfiel ein Gefühl der Leere und Instabilität, als wäre ihr plötzlich die Stromzufuhr abgeschnitten.

    „Verdammt“, fluchte der Captain und knirschte mit seinem Sprechapparat. „Das kostet mich meine Beförderung!“

    Beka griff sich verstört an ihre Halskette – Dies war das Ende! Sein Tod schien ihr gesamtes Dasein sinnlos zu machen. Nur seine exotische Halskette war von ihrem Robotergefährten noch übrig. Sie nahm sie von ihrem Gestell herunter. Er hatte einen Chip daran gehängt. Es war nur ein kleines metallisches Teil, auf dem deutlich eine Nummer eingeprägt war:

    CQ19-7.b1-58ZU-W33F

    Seine Seriennummer.

    War das etwa sein Hauptprozessor? Oder eine Sicherheitskopie davon? Das sähe ihm ähnlich!

    Bekas Arbeitssysteme fuhren auf ihr Maximum hoch und ihr Verarbeitungsmodul begann zu glühen. Sie wusste plötzlich genau, was sie tun musste. Ruckartig stand sie auf, verließ ihren Platz und stellte sich hinter den Captain.

    Normalerweise saß der Hauptprozessor in der Hauptschaltzentrale jedes Robonauten, die in der Mitte der komplizierten Schaltkreise verschraubt und verkabelt war, sodass sie dort nicht ohne weiteres herankäme. Aber es gab in der äußeren Konsole immer einen freien Steckplatz für ein Notfallelement, das im Fall eines Totalausfalls die Kontrolle über das Gerüst und sein System übernehmen konnte.

    Beka steckte die Chipkarte in den Notsteckplatz und erschrak im selben Moment über ihre Kühnheit. Der Captain drehte sich unwillig zu ihr herum.

    „Was machst du da, Beka?“

    Funktioniert es nicht? Bekommt sein Chip keinen Zugriff auf das System? Wahrscheinlich muss ich ihn einmal neustarten, damit er sich upgraded.

    Ihre Sichtsysteme waren seltsam verschleiert, als wären sie nass geworden.

    „Sie haben mich doch um Gelenköl gebeten“, sagte Beka schlagfertig. „Soll ich?“

    „Sie können nach dieser Katastrophe wirklich an Öl denken?“, brummte der Captain, lehnte sich aber dann in seinem Stellplatz zurück. „Gut, bitte schön.“

    Er klickte auf seinen Prozessor und bald verriet das schwache Blinken der Reparatur-Lampe, dass er in den Standby-Modus gegangen war. Beka öffnete den Deckel für seinen Ölfüllbehälter, goss bis zum vorgesehenen Strich, stellte dann das Öl ab und drehte den Deckel wieder drauf.

    Danach drückte sie auf Neustart.

    Die Zeit schien stehengeblieben. Das Ticken und Blinken der unzähligen Apparate dehnte sich zu Ewigkeiten.

    Dann streckte sich der Robonaut vor ihr. Er betrachtete erstaunt seine Greifer und blickte Beka dann direkt in die Augen.

    „Was zum Teufel mache ich hier?“, rief er, gleichzeitig überrascht und ertreut.

    „Was wohl, Sie lenken das Raumschiff, Captain“, sagte Beka und lachte.



    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin * Dark Prince

  • Hallo allerseits,

    vielen Dank für eure tollen Beiträge, das zeigt mir, dass es euch zumindest etwas Spaß gemacht hat. Trotz des SciFi Themas :D

    Ich finde die Geschichten wirklich sehr kreativ und sehr individuell, trotz der strengen Vorgaben.


    Mir hat es großen Spaß gemacht, die Infos zu Kurzgeschichten zusammenzutragen und habe dabei viel gelernt. Ich würde mich freuen, wenn ihr euch das eine oder andere für euren Schreiballtag mitnehmen konntet.


    Bis zum nächsten Mal!


    ENDE

  • Lieben Dank, Sensenbach für dieses tolle Projekt. :danke: Es hat wirklich Spaß gemacht, mitzumachen. Auch, wenn die Hausaufgaben einen manchmal ins Schwitzen gebracht haben, fand ich die Stimmung hier im Thread immer sehr angenehm. Ich habe den Austausch für mich als sehr motivierend aber vor allem auch als inspirierend empfunden.


    Sehr gerne können wir derartige Forenaktivitäten öfter anstoßen. Oder vielleicht könnten wir diesen Thread ja auch bei Gelegenheit fortführen, damit wir tatsächlich „Übung“ bekommen. Im Grunde müssen sich immer nur die Vorgaben für die Kurzgeschichte ändern, also Genre, Hauptcharakter etc. Man könnte auf dem Wege das Erlernte vertiefen. (Nur so ne Idee :))


    LG,

    Rainbow

  • würde mich freuen, wenn ihr euch das eine oder andere für euren Schreiballtag mitnehmen konntet.

    Danke Sensenbach für den tollen Kurs. Ich fand ihn sehr inspirierend, auch wenn ich ein paar Aufgaben geschwänzt habe ... das ist ja das Tolle daran, dass wir hier nicht in der Schule sind und man sich so die Rosinen herauspicken kann. Ich habe mir übrigens deine Erläuterungen zum Thema Kurzgeschichte kopiert, damit ich sie als Hilfestellung für eventuelle spätere Texte benutzen kann.

    Ich fand es sehr spannend, wie die verschiedenen Teilnehmer deine Aufgaben jeder auf seine Weise gelöst haben und wie viele schöne Texte dabei herauskamen!

    Die konkrete Aufgabe am Schluss hat mir sehr viel Spaß gemacht. Eine tolle Idee!

    Falls dich sowas nochmal überfällt, wäre ich gerne wieder mit dabei!


    Sehr gerne können wir derartige Forenaktivitäten öfter anstoßen. Oder vielleicht könnten wir diesen Thread ja auch bei Gelegenheit fortführen, damit wir tatsächlich „Übung“ bekommen. Im Grunde müssen sich immer nur die Vorgaben für die Kurzgeschichte ändern, also Genre, Hauptcharakter etc.

    Das dachte ich auch! :)

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin * Dark Prince

  • Ganz herzlichen Dank Sensenbach für die viele Mühe und Arbeit, die du dir mit diesem Schreibkurs gemacht hast! Mir hat es nicht nur Spaß gemacht, ich habe auch eine Menge an Infos mitnehmen können. Wenn du den Kurs etwas ausbaust, kannst du damit problemlos als Dozent an eine Volkshochschule gehen.

  • Mini-Kurzgeschichte, noch eine Übung


    Okay, Leute. Wer hat noch nicht genug? Wer mag noch eine Kurzgeschichte schreiben?

    Zielvorgabe 250 Wörter

    Der Einfachheit halber imitiere ich hier einfach das Schema, das Sensenbach entworfen hat.

    Die Regieanweisungen sind also nur eine Hilfestellung und dürfen nach Belieben benutzt oder ignoriert werden.


    Meine Vorgaben

    Genre: Urban Fantasy

    Protagonist: Lisa, Studentin, 20 Jahre oder Leon, Student, 20 Jahre

    Antagonist/oder 2. Protagonist: Ein Fantasywesen z.B. ein Elf

    Ort: Museum(oder: Vergnügungspark)

    Außerdem sollten maximal zwei Protagonisten und höchstens zwei Orte eine Rolle spielen.


    A. Die ersten 3 Sätze

    Zunächst werden wir drei Sätze schreiben, diese betreffen folgende Aspekte:

    Wer: Wer ist Lisa? (Leon)?

    Wo: Warum ist sie im Museum (Vergnügungspark)? Was macht sie dort?

    Genre: In welchem Genre spielt die Geschichte?


    Bevor wir mit dem Schreiben beginnen, noch weitere Vorschläge.

    1. Verbindet den Protagonisten mit einem Adjektiv, um ihn für euch etwas näher zu Charakterisieren. Das muss so direkt nicht in der Geschichte stehen, sollte aber klar werden.

    „Lisa ist schüchtern“ oder „Lisa ist humorvoll“ oder „Lisa ist draufgängerisch“ etc.


    2. Da dies eine Kurzgeschichte werden soll, haben wir keine Zeit, eine gesamte Heldenreise zu schreiben. Wir befinden uns bereits am Ende einer längeren Entdeckungsreise, während der Lisa in einer fremden Fantasywelt gewesen ist und wo sie auch das oben genannte Fantasywesen kennengelernt hat (das ihr Freund oder Todfeind ist). Sie hat dort ein wesentliches Problem gelöst und glaubt, als Siegerin heimkehren zu können. (oder sie hat das Problem nicht gelöst und haut einfach ab).


    3. Daher könnte nun eine sinnliche Erinnerung an das Erlebte kommen. Welches Gefühl war es, durch die fremde Welt zu gehen, welche Gerüche gab es dort, wie sahen die Wesen aus, welchen Endkampf hat sie bestanden.

    Verbinde den Ort mit einer sinnlichen Erfahrung des Protagonisten (riechen, schmecken, fühlen etc). ( Hier habe ich die Beispiele mal so gelassen – gilt auch für unsere Fantasygeschichte).

    „Der Captain betrat die Brücke.“ wird zu „Der schrille Klang der Bootmannspfeife schmerzte in den Ohren des Captains, als er die Brücke betrat.“

    „Sie stand im Maschinenraum.“ wird zu (siehe oben): „Unter ihren Füßen vibrierten die Motoren des Hyperraumantriebs.“

    OK, auf geht es. Nur drei Sätze!

    Fertig? Super gemacht! Dann geht es weiter!


    B. Der Konflikt

    Jetzt führen wir den Konflikt ein. Der Protagonist ist aus der Fantasywelt heimgekehrt, aber eins der fremden Wesen ist ihm gefolgt und verursacht ein Problem, das sein Leben/seinen Alltag bedroht.

    Der Protagonist will das Problem lösen, aber schafft es mehrmals nicht. Im Englischen spricht man von Try/Fail Cycle also, Versuch/Scheitern Zyklus. Hier wird das Problem zunächst sogar schlimmer.


    2 Sätze

    Was versucht der Protagonist zu erreichen und warum? Wenn wir wissen was das Ziel ist, was hält den Protagonisten davon ab?

    Bevor wir weiter machen, werft einen Blick auf euren Text und identifiziert die MICE Elemente. Was für eine Geschichte habt ihr bisher entworfen M, I, C oder E?


    5 Sätze Versuch/Scheitern Zyklus

    Jetzt kommt der oben erwähnte Versuch/Scheitern Zyklus. Lasst euren Protagonisten mehrmals scheitern! Wenn ihr eine Milieu Geschichte schreibt, hindert den Protagonisten daran den gewünschten Ort zu erreichen. Wenn ihr eine Inquiry Geschichte schreibt, hindert den Protagonisten daran das Rätsel zu lösen. Wenn ihr eine Charakter Geschichte schreibt, macht den Protagonisten noch unglücklicher als am Anfang. Wenn ihr eine Ereignis Geschichte schreibt, lasst noch mehr Dinge schief gehen.


    Wenn ein Versuch nicht klappt, versucht der Protagonist etwas anderes, was zunächst auch fehlschlägt. Jeder Versuch des Protagonisten hat eine Auswirkung auf das Voranschreiten der Geschichte.


    Beispiel Star Wars: Luke, Han und Chewie wollen die Prinzessin befreien. Dies ist also ein Milieu Geschichte. Der Weg ist versperrt. Sie nehmen die Abkürzung durch ein Rohr. Aber, dadurch wird das Problem nicht viel besser, denn sie sind in einem Abfallschacht und sie kommen nicht raus. Ein Versuch mit der Waffe die Tür zu sprengen hilft nicht. Das Schießen weckt sogar etwas Lebendiges im Raum und das erwischt Luke. Das Monster verschwindet schließlich, aber jetzt bewegen sich die Wände auf die Protagonisten zu. Das Problem wird also sogar größer!

    Also los. Lassen wir den Helden scheitern!


    5 Sätze Versuch/Erfolg Zyklus

    Wir sind am Ende der Mitte angelangt. Jetzt werden die Dinge für den Protagonisten langsam besser. Wir starten einen Versuch/Erfolg Zyklus. Bei jedem Versuch kommt der Protagonist der Lösung des Problems näher. Beim letzten Versuch schafft er es, das Problem zu lösen.

    Um bei Star Wars zu bleiben. Als die Protagonisten es schaffen dem Müllraum zu entkommen, treffen sie zwar weiter auf Probleme, wie Sturmtruppen und defekte Brücken, aber sie können das Problem jedes Mal lösen und erreichen schließlich ihr Raumschiff.


    Fertig? Jetzt sind wir fast da.


    C. 3 Sätze für das Ende


    Jetzt ist das Problem gelöst. Aber das ist doch noch kein Ende. Oder? Jetzt schaut euch die größeren MICE Elemente an, die ihr eröffnet habt. Jetzt ist es an der Zeit diese in der umgekehrten Reihenfolge zu schließen, wie ihr sie eröffnet habt. Die Dinge haben sich im Verlauf der Geschichte verändert. Teilt dem Leser mit, was sich verändert hat

    Dazu sind einige der drei Aspekte vom Anfang nützlich.

    Wer: Was macht Lisa? Aktion oder Reflektion des Protagonisten.

    Wo: Wo findet die Geschichte statt? Sinnliche Wahrnehmung des Protagonisten.

    Stimmung: Am Ende der Geschichte geht es hier um die Stimmung der Geschichte. Hat sich diese Verändert? Die Stimmung sollte am Ende anders sein als am Anfang. Etwas Genre-spezifisches wäre auch nicht schlecht.


    Zusammenfassung der Aufgaben


    3 Sätze. Was macht Lisa? Wo findet die Geschichte statt? Was passiert, als sie auf das Fantasywesen trifft? In welchem Genre spielt die Geschichte?

    2 Sätze. Was versucht der Protagonist zu erreichen und warum? Was hält den Protagonisten vom Erreichen des Ziels ab?

    5 Sätze Versuch/Scheitern Zyklus

    5 Sätze Versuch/Erfolg Zyklus

    3 Sätze für das Ende und das Schließen der MICE Elemente.


    Weniger Sätze gehen immer!


    Der Weg ist nicht mehr lang!


    Wer hat Lust?

    (Oder wenn euch das so nicht inspiriert, wer hat eine bessere Idee?)

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin * Dark Prince

  • Kirisha Ich finde die Idee toll und will mich demnächst, wenn ich mir die Zeit nehmen kann, mal an einer Geschichte zu den Vorgaben versuchen. Noch bin ich mir nicht sicher, ob ich mit allen Vorgaben etwas anfangen kann (besonders dass es das Ende einer Heldenreise sein soll oder so etwas in der Art), aber zur Not nehme ich mir einfach meine Freiheiten. :whistling:

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]