Es gibt 5 Antworten in diesem Thema, welches 769 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (31. Januar 2023 um 21:11) ist von Twilightzone.

  • Der Weltenbaum

    In längst vergangenen Zeiten,

    entstand aus Nichts und Leere

    der Eldrida, prächtig und stark,

    in Schönheit voller Heere.

    Seine Wurzeln tief im Dunkel,
    seine Krone hoch in den Lüften,
    ein Wunderwerk, unaufhörlich gewachsen,
    seit Anbeginn der Zeiten.

    Äste aus Feuer und Eis,
    Blätter grün und leuchtend,
    spenden Schatten wie in Festen.

    Seine Rinde hart wie Stein,
    schützt ihn vor allem Unheil,
    Seele rein und unbesiegt,
    ewig erhalten.

    Eldrida, so heißt er,
    Baum des Lebens, so nennen ihn die Alten,
    spendet Kraft und Weisheit,
    hält das Universum im Walten.

    Ich versuche mich aktuell an einem Gedicht, zu der Entstehung des Weltenbaums Eldrida aus meinem eigenen Fantasy Universum Eternia. Ich hoffe es gefällt euch, bin offen für Vorschläge und Kritik.

  • Ich will's mal versuchen, Twilightzone

    Zum Inhalt: Find ich wirklichh schön :thumbup: . Ein bildstarke Beschreibung des Baumes, die das Kopfkino ausreichend füttert, um sich das gewaltige Dings vorstellen zu können.

    Manche Formulierung bringen mich allerdings ein bisschen ins Grübeln, so z.B.

    in Schönheit voller Heere.

    Hier bin ich nicht sicher, was du meinst. Heere auf dem Baum? Und gleich mehrere?

    Ich vermute mal, dass du eher den Begriff "hehr" (=Ehrfurcht einflößend, erhaben) substantiviert hast. Aber das Wort gibt es nicht. Falls es also so gemeint war, müsstest du dir was anderes überlegen.

    spenden Schatten wie in Festen.

    Hier hilft alles Grübeln nichts - ich weiß nicht, was du damit meinst.

    hält das Universum im Walten.

    Auch hier: Ich nehme an, dass du das Verb "walten" (=gebieten, regieren, bestimmen) substantiviert hast. Kann man machen. Würde also bedeuten, dass das Universum aktiv regiert? Und dass der Baum es dazu in die Lage versetzt?

    Zum Versmaß:

    Die ist das leider im Laufe der Verse irgendwie abhanden gekommen. Ich bin ein sehr pingeliger Verfechter von gleichmäßiger Metrik ohne Holpern und Stolpern, aber ich weiß, dass das nicht bei jedem so ist.

    Trotzdem würde ich mir wünschen, dass vierzeilige Strophen auch vierzeilig bleiben, dass Reime auf dem ersten und dritten Vers der Strophe sich durchziehen bis ans Ende und nicht unterwegs verlorengehen. Auch die Betonung der Wortsilben ist nicht konsequet durchgezogen.

    Darunter leidet das Werk in meinen Augen. Es wirkt, als hättest du unterwegs die Lust verloren, dich lyrisch auszudrücken, und stattdessen in Prosa weitergemacht, die du dann nur auf kurze Zeilen verteilt hast, um sie wie ein Gedicht wirken zu lassen.

    Ich würde vorschlagen, entweder konsequent zu reimen oder es ganz zu lassen. Beides kann gut gelingen. Vorschläge für bessere Reime oder Verse mache ich nicht. Aber ich denke, wenn du dich nochmal ransetzt, dann kann das richtig toll werden. :thumbup:

    "Er wird wiederkommen. Die Berge sind wie ein Virus. Man infiziert sich mit der Liebe zu ihnen
    und es gibt kein Gegenmittel. Sie führen in eine Sucht, man kommt nicht mehr von ihnen los.
    Je länger man sich woanders aufhält, desto größer wird das Verlangen, sie wiederzusehen."

    Chad, der Holzfäller
    aus "Der Wolf vom Elk Mountain"

    ___________________

  • In meinem Gedicht beschreibe ich einen Baum. Ich verwende bildhafte Sprache, um das Kopfkino des Lesers anzuregen und ihm zu ermöglichen, sich den Baum vorzustellen. Einige meiner Formulierungen könnten jedoch etwas verwirrend sein.

    In der Zeile "in Schönheit voller Heere" meinte ich eigentlich "in erhabener Schönheit". Ich habe hier den Begriff "hehr" (Ehrfurcht einflößend, erhaben) substantiviert, was so jedoch nicht existiert. Danke für den Hinweis.

    In der Zeile "spenden Schatten wie in Festen." meinte ich, dass der Baum Schatten spendet, als ob es ein Fest wäre.

    In der Zeile "hält das Universum im Walten." meinte ich, dass der Baum das Universum in seiner Regierung unterstützt. Hier habe ich das Verb "walten" (gebieten, regieren, bestimmen) substantiviert, was bedeuten würde, dass das Universum aktiv regiert und der Baum es dazu in die Lage versetzt.

    In Bezug auf die Metrik, ich erkenne, dass das Versmaß im Laufe der Verse irgendwie verloren gegangen ist. Ich hätte gerne, dass vierzeilige Strophen auch vierzeilig bleiben, dass die Reime auf dem ersten und dritten Vers der Strophe sich durchziehen bis ans Ende und nicht unterwegs verlorengehen. Leider war das für mich dehr schwierig umzusetzen. Auch die Betonung der Wortsilben ist nicht konsequet durchgezogen.

    Ich denke, wenn ich mich nochmal hinsetze und entweder konsequent reime oder es nochmals neu versuche, kann das Gedicht noch richtig toll werden.

    Was ich noch dazu sagen muss, das war mein aller erstes Gedicht das ich je geschrieben habe.

  • Hallo Twilightzone

    erstmal gefällt es mir, dass du dich traust und hier ein Gedicht postest. Gedichte finde ich viel schwieriger als Prosa.

    ich muss sagen, ich schließe mich weitgehend dem an, was Tariq gesagt hat. Gedichte, die sich teilweise reimen und dann wieder nicht, irritieren mich (erwecken den Eindruck nicht gekonnt zu sein). Daher wäre mein Vorschlag, entweder muss es sich alles reimen oder du verzichtest ganz bewusst darauf, dann aber durchgehend.

    Auch der Rhythmus sollte passen. Lies das Gedicht am Ende mal laut und horch, wie du darauf reitest und ob es nicht irgendwo stolpert.

    Ich habe in der letzten Zeit einige Manuskripte von Hobbyschreibern gelesen, die ihre Kapitel jeweils mit Gedichten eingeleitet haben. Meistens waren diese Gedichte (um es böse zu sagen) nach meinem Geschmack misslungen, die Reime waren oft erzwungen und grob falsch, der Rhythmus passte auch fast nie. Trotzdem bringen Gedichte durch die darin enthaltenen Bilder, die anders als im Text quasi frei im Raum schweben, eine gewisse, manchmal sehr starke Stimmung mit und deshalb hat es mir insgesamt trotzdem in gewissem Sinn gefallen. Wären die Gedichte noch besser, wie viel könnte dann der Text gewinnen.

    Daher ist es eine gute Idee, dass du daran arbeitest. Feile noch etwas dran, dann wird etwas draus.

    Äste aus Feuer und Eis,
    Blätter grün und leuchtend,
    spenden Schatten wie in Festen

    Hier frage ich mich allerdings, wie Äste, die aus Feuer bestehen, grüne Blätter tragen können? Dasselbe gilt für die eisigen Äste, die wohl auch nicht blühen dürften?

    Ansonsten wären es ja schöne Bilder, wenn sie sich nicht widersprechen würden.

    Das Schattenspenden wäre schon durch eine Änderung der Präposition leichter verständlich - spenden Schatten wie auf Festen.

    Zum Rhythmus:

    In längst vergangenen Zeiten, -x-x--x-

    entstand aus Nichts und Leere -x-x-x-

    der Eldrida, prächtig und stark, --x-x--x

    in Schönheit voller Heere. -x-x-x-


    Seine Wurzeln tief im Dunkel, --x-x-x-
    seine Krone hoch in den Lüften, --x-x--x-
    ein Wunderwerk, unaufhörlich gewachsen, -x-- --x--x-
    seit Anbeginn der Zeiten. -x-x-x-

    Ich habe dir mal deinen Rhythmus aufgeschrieben. Der Strich bedeutet unbetont, das x bedeutet betont.

    Du siehst an der Aufzeichnung, dass nicht eine einzige Strophe denselben Rhythmus hat wie die nächste. Es liest sich also wie ein bockiges Pferd, das hin- und herspringt und das du nicht richtig im Griff hast.

    In längst vergangenen Zeiten -x-x--x-

    entstand aus Leere und Weiten -x-x--x-

    Eldrida prächtig und stark -x-x--x

    so schön wie der älteste Tag. -x--x--x

    Okay, ich bin auch nicht so der Reimer. Der Rhythmus ist auch nicht perfekt, aber ich glaube schon etwas geläufiger.

    Bastel nochmal daran herum, dann wird noch etwas draus!

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin * Dark Prince * No Way Out

  • Hi Twilightzone,

    ich bin da wohl auch der falsche, ein Gedicht zu kritisieren, muss Deinen Mut aber anerkennen, das hier zu posten, vor allem, da es Dein allererstes Gedicht ist (wie Du sagst). Dafür fand ich es gar nicht so schlecht... :)

    Aber eine Kleinigkeit wollte ich noch ansprechen:

    Ich versuche mich aktuell an einem Gedicht, zu der Entstehung des Weltenbaums Eldrida aus meinem eigenen Fantasy Universum Eternia.

    Ähem... ich will ja jetzt nicht pingelig sein und Du darfst auf jeden Fall alles schreiben, wozu Du Bock hast, versteh mich nicht falsch, aber "Eternia"?... ich weiß nicht, ob Dir das klar ist, aber gestatte mir an der Stelle den freundlichen Hinweis, dass das schonmal verwendet wurde und zwar auch gar nicht so erfolglos :rolleyes:

    "Die Sonne scheint anders und wird weiter scheinen, es hilft nichts mit Steinen nach ihr zu werfen."

  • Hi Twilightzone,

    ich bin da wohl auch der falsche, ein Gedicht zu kritisieren, muss Deinen Mut aber anerkennen, das hier zu posten, vor allem, da es Dein allererstes Gedicht ist (wie Du sagst). Dafür fand ich es gar nicht so schlecht... :)

    Aber eine Kleinigkeit wollte ich noch ansprechen:

    Ich versuche mich aktuell an einem Gedicht, zu der Entstehung des Weltenbaums Eldrida aus meinem eigenen Fantasy Universum Eternia.

    Ähem... ich will ja jetzt nicht pingelig sein und Du darfst auf jeden Fall alles schreiben, wozu Du Bock hast, versteh mich nicht falsch, aber "Eternia"?... ich weiß nicht, ob Dir das klar ist, aber gestatte mir an der Stelle den freundlichen Hinweis, dass das schonmal verwendet wurde und zwar auch gar nicht so erfolglos :rolleyes:

    Nein das wusste ich nicht. Dann muss da wohl ein neuer Name her. :D