Weltenbau - Links

  • Uh, interessantes Thema, Thorsten :D

    Hab' ich so noch nie am Computer gesehen...

    Ich glaub das kommt auf das Spiel an. Aber in den meisten Fällen hast du recht.

    Ich war nie so der RTS-Fan hab aber ein paar gespielt. Die sponanen Beispiele die mir jetzt einfallen, wo das von der Seite angreifen Vorteile bringt, sind World in Conflict, weil die Panzer dort von der Seite mehr Schaden nehmen, wenn ich mich recht erinnere :hmm:
    Und in Warcraft. Einfach, weil die Caster (also Zauberer mit starken Effekten und wenig HP) nicht optimal von der Frontline geschützt werden können. Gerade in Warcraft ist es sehr Fatal und zwingt dihc meist zu einem direkten Rückzug :hmm:


    Mir fällt aber gerade kein realistischer Mittelalter RTS ein, wo das wirklcih eine Rolle gespielt hat von wo du angegriffen wirst.


    Aber wurde in dem Buch erklärt, warum dass in real ein solches Problem für die meisten Truppen dargestellt hat? Es muss ja ersichtlich gewesen sein, sonst hätte der Gegner es nicht so forciert.

    Erkenntnis #2 ist, dass extrem viel daran haengt ob ein Trupp die Nerven verliert oder nicht.

    Ja gut, das liegt höchstens am Spieler selbst xD

    Musketiere in Reihen aufgestellt haben die groessere Feuerkraft (weil alle gleichzeitig schiessen koennen)

    Ja, beim Bogen konnte man so wenigstens einen schönen Pfeilhagel regnen lassen :P Vielleicht wäre beides zusammen (erste Reihe Musketiere und dahinter Bogenschützen) die perfekte Wahl :ugly:



    Die Moral der Truppe blieb am Computer irgendwie vage - man hat als virtueller General schon erwartet dass sie sich aufopfern und war dann entnervt wenn sie einfach geflohen sind, aber das wie und warum blieb mir immer ein Raetsel.

    Das mit der Panik stimmt. Viele Pro Spieler setzen einzelne Units als Scouts ein, die eigentlich immer den sicheren Tod finden, auf der Minimap aber die Position, Bewegung und mit guten Auge auch mögliche Pläne des Gegners anzeigen können. In echt wäre es wohl etwas schwerer kontinuirlich so viele Märtyrer zu finden ^^;

    'The Operational Art of Warfare' (was damals ein ziemlich realistisches Ding war)

    Auch ein RTS? Kenn ich gar nicht .

    *googlet es mal*


    Eine Frage noch zu dem Buch. Welche Kriege/Schlachten werden denn da unter die Lupe genommen? Also von wann bis wann und nur europäische?

  • Aber wurde in dem Buch erklärt, warum dass in real ein solches Problem für die meisten Truppen dargestellt hat? Es muss ja ersichtlich gewesen sein, sonst hätte der Gegner es nicht so forciert.


    Ich denke es ist einfach das Chaos das entsteht (das war jedenfalls mein Eindruck, Montgomery hat es nicht so direkt geschrieben).


    Angenommen ich hab' meine Leute in einem Rechteck von 250 x 20 m formiert - die lange Seite zeigt dahin, wo ich den Feind vermute. Jetzt taucht der 90 Grad davon entfernt rechts neben mir auf. Wenn sich jeder meiner Leute um 90 Grad dreht, dann zeigt die 20 m lange Seite zum Feind - nicht gut.


    Also muss ich irgendwie die ganze Formation rumdrehen. Das bedeutet, die an den Enden muessen schneller laufen als die nahe am Drehpunkt - aber wo ist der Drehpunkt? Weiss jeder Soldat das? Ich stell' mir das schon am Exerzierplatz nicht so einfach vor, aber im Gelaende sind jetzt vielleicht Baeche, Gebuesche zur unpassenden Zeit - wie geht man da rum? Soldaten enden nachher am falschen Platz - bleiben die dann da stehen wo sie sind, versuchen sie auf ihren gewohnten Platz zurueck zu kommen? Und wo ist der Unteroffizier jetzt abgeblieben?


    Aber es ist jetzt eben nicht ruhig, Kugeln pfeifen den Leuten um die Ohren, Pulverdampf nimmt die Sicht, Granaten schlagen ins Feld ein (oder Armbrustbolzen, je nach Zeitalter...) - und der Feind ist schon so gut wie im Angriff. Ich glaube, in der Situation sind die allermeisten Soldaten einfach mit Multitasking ueberfordert - die Formation geraet in Unordnung, der Versuch gleichzeitig den richtigen Platz zu finden und die Muskete abzufeuern macht beides nicht sehr effektiv, die Chance von Kameraden getrennt zu werden ist hoch, die Moral faellt, Kommandos werden nicht effktiv weitergegeben,...


    Vielleicht wäre beides zusammen (erste Reihe Musketiere und dahinter Bogenschützen) die perfekte Wahl

    Ich denke verglichen mit einem Musketier der sieht auf was er schiesst ist ein Bogenschuetze der in hohem Bogen auf etwas schiesst was er gar nicht sehen kann ein unnuetzer Esser. In den Spielen hat man ja die wunderschoene Vogelperspektive, und der Kommandant ist vielleicht auch wirklich auf einem Turm - aber der Bogenschuetze steht ja mitten im Gedraenge und sieht nur den Vordermann.


    Dabei ist er auch noch recht teuer - die Englaender haben ihre Schuetzen von Kind an als Familientradition trainiert (Edward hat den Spruch losgelassen 'Wenn du einen guten Langbogenschuetzen willst - trainiere seinen Grossvater.') - einen akzeptablen Musketenschuetzen bekommt man in ein bis zwei Jahren Ausbildung.


    Und Pfeile sind im Prinzip durch Panzerung (etwa die Schildkroete der roemischen Legion) recht unschaedlich zu machen - gegen Musketenkugeln gibt's keine Panzerung die Infantrie noch genug Bewegunsfreiheit laesst.

    In echt wäre es wohl etwas schwerer kontinuirlich so viele Märtyrer zu finden ^

    Jo, ist glaube ich nicht so wahnsinnig toll fuer die Moral der Scouttruppen:D

    Auch ein RTS? Kenn ich gar nicht .

    Das hab' ich in USA viel gespielt (und da war's schoen aelter) - ist wahrscheinlich gute 15 Jahre alt, und rundenbasiert - die real-time Spiele sind ziemlich unrealistisch, kein General musste jemals im Sekundentakt Entscheidungen faellen, so ein Gefecht hat schon einen Tag gedauert (oder laenger).


    Graphisch total bescheiden, aber es hatte eine sehr realistische Spielmechanik.

    Eine Frage noch zu dem Buch. Welche Kriege/Schlachten werden denn da unter die Lupe genommen? Also von wann bis wann und nur europäische?

    Das ist ziemlich vollstaendig - faengt im alten Aegypten an und geht bis WW II, Fokus auf Europa, aber es kommt auch ein ganzer Teil speziell ueber Asien (da bin ich grade, kann ich noch nicht viel zu sagen...). In jedem Kapitel geht er erst auf den politischen Kontext ein, beschreibt dann Art der Armeen, Technik und Ausruestung, stellt die wichtigsten Generaele und ihre Prinzipen vor, beschreibt die generelle Strategie der Feldzuege und arbeitet dann an einer Schlacht raus was die Taktik und ihre Konsequenzen waren.


    Ist aber auch ein eng bedruckter 600 Seiten Waelzer (mit grossen Seiten). Zur Ergaenzung habe ich dann noch 'A Historical Atlas of Weaponry' und Details zu einer Schlacht gucke ich mir gerne noch auf Wikipedia an.

  • Es gibt übrigens einen allgemeinen Worldbuilding-Thread, wo so eine Diskussion merklich besser aufgehoben ist als ein Linksammlungs Thread. @Mods: Könntet ihr die letzten Beiträge ggf. da hin verschieben?

    @Spiele: Kennt ihr die TotalWar Reihe nicht?
    Da wird das alles mehr oder weniger berücksichtigt: Formationen, Angriffe von der Seite, Moral (wenn man z.B. vorne einfache Bauerntruppen platziert, die bei anstürmender Kavalerie fliehen, können die auf der Flucht die Panik auf die dahinter stehenden Truppen übertragen...). Den Napolonischen Teil habe ich allerdings nicht lange genug gespielt um sagen zu können wie gut das dort gemacht ist, Pulverdampf etc. wird aber meines Wissens auch beachtet...

    Ansonsten tatsächlich auch Conquerors Blade: Ist zwar eher auf schnelle Aktion aus und eben eine Art MMO, aber bei den Truppen die man dabei hat mach es durchaus einen Unterschied wohin die schauen und der Lanzen-/Schildwall hinzeigt. So eine Phalanx kann man von der Seite oder von hinten super aufrollen. (Und man ist als "Held" auch mitten auf dem Feld, nicht über dem Spielfeld)


    Ansonsten klingt das alles sehr vernünftig und bestätigt auch mein Verständniss der Schlachten, aber eigentlich könnte ich dazu auch mal wieder ein Buch lesen, mal umschauen. ^^