Charons Gezeitenflüsse

  • Hallo liebes Forum,


    dann möchte ich meine eigenen Geschichten hier auch mal vorstellen.

    Demnächst wird schon die erste ihren Weg hierher finden, bin gerade noch dabei, sie zu überarbeiten.


    Einen unserer ersten Begleiter möchte ich euch schon jetzt vorstellen,

    er wird innerhalb der kommenden Geschichte wichtig sein.


    Darf ich vorstellen:


    Liebe Grüße

    Charon

  • wow sehr schön Charon <3

    Es ist eine Hohe Kunst Mensch und Tier in richtigen Proportionen zu verbinden. :thumbsup:

    Auch die feinen Strukturen sehen sehr schön aus.

    Hier gibt es nix zu meckern. ^^

    Das sieht einfach spitze aus.

    Lg.

    (Bin gespannt auf deine Geschichte )

  • Tagtraum


    alles nur grau

    Sonnenstrahlen durchdringen die Fenster eines kleinen Raumes, dessen Wände mit Holzpaneelen bedeckt sind. Kleine Muster scheinen dort ihr Spiel miteinander zu spielen. Bald so, als würden sie tanzen und das Holz ist ihre Bühne, doch... sie bleiben letztlich immer am selben Fleck. Keine Bewegung, kein Tanz, nur das Spiel der Schatten? Allein die Strahlen wandern weiter und fahren sanft über das Gesicht eines Kindes. Die Augen sind geschlossen. Es liegt auf der Seite, von der Decke noch fest umschlossen. Langsam erwacht das Kind aus dem Schlaf. Es reibt sich die Augen und mit einem vorsichtigen Blinzeln sieht es zum Fenster.


    Kind: „Hmmm...“

    Minuten vergehen.

    Kind: „Hmmm... Na gut, Zeit zum Aufstehen.“

    Langsam richtet es sich auf, währenddessen ziehen graue Wolken auf und drängen sich vor die Sonne.

    Kind: „Schade, wird wohl doch kein schöner Tag, sieht eher wieder nach Regen aus...“

    Es steht auf und läuft langsam Richtung Fenster. Dabei streift es einen kleinen Tisch, der in der Mitte des Raumes steht.

    Kind: „Die Karte von Oma liegt ja noch hier.“

    Es liest die Karte.

    Kind: „...zum Geburtstag wünsche ich dir alles Liebe und beste Gesundheit. Mögen alle deine Wünsche und Träume in Erfüllung gehen. Genieße diesen Tag, denn es wird ein schöner sein, deine Familie ist da. Freunde...“

    Es hält kurz inne und liest dann lückenhaft weiter.

    Kind: „...mit dir feiern, … lachen … es wird ein schöner Tag sein … auch wenn es gerade wenig Sonnenschein gibt … erfreue dich daran und beachte die Kleinigkeiten, denn oft ...“

    Laute Sirenen unterbrechen die Stille.

    Kind: „... merkt man erst viel später, dass sie gar nicht so klein sind. Es kommt darauf an, was du daraus machst und aus welchem Winkel du sie betrachtest. Es liegt in deiner Hand ... am Wochenende besuchen kommen, bis bald deine Oma…„

    Das Kind legt die Karte wieder auf den Tisch und setzt den Weg zum Fenster fort. Ein leichter Nieselregen hat eingesetzt, alles wirkt grau.

    Kind: „Wie spät es wohl schon wieder ist? Die Leute hetzen von einer Stelle zur anderen. Überall diese grauen Betonwände, der Himmel trüb, laute Autos hier, die Sirenen dort. Alles eintönig grau und jeden Tag immer gleich. Hmmm...“


    Doch eine Sache scheint anders, das Kind sieht sich um.

    Kind: „War die Tür schon immer dort? Kann mich gar nicht an sie erinnern oder doch?“

    Mit einem Knarren öffnet sich eben diese Tür und ein großer menschenähnlicher Rabe tritt beträchtlichen Schrittes heraus. Statt mit Federn sind seine Flügel mit Ästen geschmückt, vereinzelt hängt auch ein tiefgrünes Blatt daran. Rot glänzende Augen betrachten das Kind.

    Rabe: „Hallo Mika, dürfte ich vielleicht eintreten, kra?“

    Mika: „Wer... wer bist du? Du weißt wer ich bin?“

    Rabe: „Aber natürlich Mika, wieso sollte ich das nicht wissen, kra? Mein Name ist Skar. Ich bin hier, weil du wieder so traurig bist, kra.“

    Mika: „Ja das bin ich, aber warum auch nicht? Ist doch eh alles nur grau...“

    Skar: „Natürlich ist es das Mika! Wie sollte es denn sonst sein, wenn du es immer wieder auf die gleiche Weise betrachtest? Weißt du was Mika? Ich werde dir helfen, kra! Du musst nur mit mir kommen, dann zeig ich dir etwas, das du so noch nie gesehen hast. Kra, kra.“

    Mika: „Immer auf die gleiche Weise? Ich kann doch nichts dafür, wenn immer alles gleich bleibt... Hmmm...“

    Ein kurzer Moment der Stille geht vorbei, während Skar vor Mika steht und ihn weiter mit seinen roten Augen betrachtet.

    Mika: „Ist das, was du mir zeigen willst, auch so grau? Denn dann komme ich nicht mit! Das hab ich hier schon zu genüge...“

    Skar: „Das weiß ich nicht, wir können es nur herausfinden, wenn du mitkommst und es dir selbst ansiehst, kra. Alles hängt nur von dir selbst ab. So wie du die Dinge siehst, so werden sie sein. Aber vielleicht kann ich dir zeigen, wie du die Dinge mit anderen Augen sehen kannst.“

    Mika: „Hmmm... Wenn du das sagst... Na gut, ich komme mit. Aber nur, wenn du mich nach Hause bringst, wann immer ich keine Lust mehr habe! …und Hauptsache es regnet dort nicht...“

    Skar: „Aber natürlich werde ich das, es ist dein Abenteuer, ich weise dir nur den Weg zum Ziel und wenn dein Ziel hier liegt, dann werde ich dich auch hierhin begleiten, kra. Aber nun komm, lass die Reise beginnen.“

    Mika blickt noch einmal aus dem Fenster. Der Rabe tritt wieder durch die Tür zurück und verschwindet auf der anderen Seite. Mika geht ihm nach.


    Wärme

    Sonnenstrahlen ziehen weit über die Landschaft. Mika steht in mitten einer großen Wüste.

    Mika: „Hmmm... Sand, überall Sand und sonst nichts. Ich sehe genau das gleiche wie durch mein Fenster, nämlich nichts, Einöde überall! Ich dachte, du willst mir etwas zeigen, das ich noch nie gesehen habe? Aber das hier kenne ich schon...“

    Skar: „Ich sagte aber auch, dass die Dinge so sein werden, wie du sie siehst. Wir sind erst am Anfang unserer Reise und vor dem Sehen kommt erst noch etwas anderes, kra. Fühlst du den Sand unter deinen Füßen? Wie fühlt er sich an?

    Mika: „Natürliche fühle ich ihn! Er ist... er ist rau...“

    Skar: „Nein, du fühlst ihn nicht! Du stehst noch an genau der gleichen Stelle, regungslos. Fühlst du nicht, was in ihm verborgen ist? Du kannst es fühlen, es ist genau hier, kra.“

    Mika: „Nein, hier ist doch nichts. Du wolltest mir etwas zeigen und ich sehe nichts, alles gleich und un... unbedeutend?“

    Das letzte Wort bekam Mika nur stockend hervor und seine Stimme senkte sich dabei. Mika blickt herunter, irgendetwas hat gerade seinen Fuß gestreift. Da, wo nichts ist, muss etwas gewesen sein. Mika blickt weiter hinunter.


    Mika: „Ist da wirklich was?“

    Noch während er das fragt, türmt sich direkt neben seinem linken Fuß ein Sandhaufen auf, Sandkorn für Sandkorn wächst er an. Es dauert nicht lange, dann lugt ganz vorsichtig ein kleiner Käfer hervor und sieht sich um. Als dieser sich sicher fühlt, rennt er plötzlich los. Im Zickzack läuft der Kleine von Mika weg und vergräbt sich nach ein paar Schritten wieder im Sand. Das Spiel wiederholt sich, er türmt wieder etwas Sand auf, springt schnell hervor und läuft wieder im Zickzack ein paar Schritte, bevor er sich abermals im Sand vergräbt.

    Mika: „Ein Käfer? Hier? Was macht der da?“

    Skar: „Er sucht nach Nahrung, kra.“

    Mika: „Und warum läuft er dabei so merkwürdig?“

    Skar: „Er versucht sich vor seinen Fressfeinden zu verstecken. An der Oberfläche ist er in Gefahr, deswegen gräbt er sich immer wieder ein.“

    Mika: „Fressfeinde, dass heißt, hier gibt es noch mehr Tiere? Sind die kleinen Hügel, die er hinterlässt nicht auffällig, so kann man ihn doch verfolgen?“

    Skar: „Ein einzelner Hügel wäre sicherlich sehr auffällig, kra, aber sieh genauer hin, wie viele Hügel sind es wirklich?“

    Mika sieht dem Käfer noch ein wenig hinterher, dann versucht er den Weg des Käfers zurück zu seinem Fuß zu verfolgen. Doch wieso sind da plötzlich so viele Hügel? Er hat den kleinen Käfer doch beobachtet, so viele Hügel hat er in der Zeit gar nicht gegraben. Mika macht ein paar Schritte zurück und hockt sich hin. Er stützt seine Hände auf dem Sand ab, einzelne Körner rollen über seine Finger. Sein blickt streift von Hügel zu Hügel und dann...

    Mika: „Da ist noch ein Käfer! Und da auch! Es sind auf einmal so viele, wo kommen die denn her?“

    Skar: „Sie waren die ganze Zeit schon hier, kra, verborgen unter dem Sand. Wir müssen weiter, ich will dir noch etwas anderes zeigen.“

    Mit diesen Worten dreht er sich um und geht in Richtung einer Sanddüne, die nicht weit entfernt liegt. Einen Moment verweilt Mika noch auf dem Boden, mit einer Hand greift er nach dem Sand, hebt ihn hoch und lässt diesen langsam durch seine Finger rieseln.

    Mika: „Er ist nicht rau. Er ist glatt und voller Wärme.“


    Gesang

    Mika steht auf und läuft zu Skar. Als die beiden über die Düne laufen, erkennt Mika in der Ferne etwas, das wie ein Wald aussieht.

    Mika: „Ein Wald? Hier? Mitten in der Wüste?“

    Einen Augenblick später stehen Mika und Skar am Anfang des Waldes. Sie gehen weiter und der Wald wird immer dichter. Nach einer Weile bleibt Skar stehen.

    Skar: „Ist es dir aufgefallen, kra?“

    Mika: „Was soll mit aufgefallen sein? Wir sind im Wald... Hier ist es still, ganz anders als zuhause, dort herrscht nur Krach! Außerdem ist es hier dunkel, ich sehe fast nichts.“

    Skar: „Du musst hier nichts sehen, kra. Aber hör genau hin, höre das, was der Wald dir sagen will, kra, denn still ist es hier nicht.“

    Mika sieht sich weiter um und versteht nicht ganz, was Skar will. Hier ist es still, kein Geräusch ist hier zu hören.

    Mika: „Ich höre nichts und ich weiß nicht, ob ich hier sein will.“

    Skar: „Die Dinge werden so sein, wie du sie haben willst, kra. Wenn du sehen willst, wirst du nichts hören.“

    Mika: „Hmmm...“


    Noch immer versteht Mika nicht, was Skar von ihm will. Dann schließt er seine Augen und verweilt fast bewegungslos. Plötzlich vernimmt er etwas, es war nur kurz da und leise, aber es war da! Ein leises Rascheln, direkt über ihm. Jetzt war es neben ihm. Noch während Mika sich darüber wundert, vernimmt er ein Zwitschern. Mika öffnete seine Augen wieder und da ist es. Er kann es nicht sehen, aber überall müssen Vögel sitzen und jeder trällert sein Lied.

    Mika: „Es müssen viele sein und ein jeder klingt anders.“

    Skar: „Sind es nur Vögel, die du hörst?“

    Mika: „Nein, da ist noch ein Quaken und es ist ganz schön laut, aber ich finde es schön.“

    Mika geht ein paar Schritte weiter und bleibt stehen. Er lauscht den vielen Geräuschen, dann dreht er sich um und kommt zurück.

    Skar: „Wir sollten weiter gehen, es gibt noch mehr, das auf dich wartet, kra.“

    Skar läuft los und Mika folgt ihm.

    Mika: „Er ist wirklich schön, an ihn werde ich mich erinnern.“

    Skar: „An wen?“

    Mika: „Den Gesang.“


    Einsamkeit

    Der Wald lichtet sich wieder und die Töne werden leiser. Skar geht weiter voran, dicht gefolgt von Mika.

    Skar: „Was beschäftigt dich in deinen Gedanken, Mika?.“

    Mika: „In meinen Gedanken? Ich... ich weiß es nicht.“

    Skar: „Warum schlägt dein Herz, kra?“

    Skar bleibt stehen und dreht sich zu Mika um, seine glänzend roten Augen durchdringen Mika.

    Mika: „Ich... ich weiß nicht, warum fragst du das?“

    Skar: „Es ist überall, alles hat sich geändert, kra. Was treibt dich um?“

    Im Gegensatz zu Mika sind Skar die Veränderungen aufgefallen. Die Welt um sie herum wirkt jetzt anders und der weiche Waldboden ist verschwunden. An seiner Stelle bedeckt nun Schlamm den Untergrund.

    Skar: „Warum willst du hier sein, kra? Merkst du nicht, dass es kälter wird? Sieh dich doch mal um!“

    Mika: „Ich weiß es nicht. Mir ist kalt.“


    Mika dreht sich um, aber auch der Wald in der Ferne ist nicht mehr da. Doch da war etwas anderes. Mika sah herab, Wasser umspülte seine Füße. Es wurde immer mehr und es war kalt. Alle Wärme, die Mika wenige Momente zuvor noch verspürte, war nun verschwunden. Er wusste nicht, was gerade geschieht. Mit einer sich ausbreitenden Verzweiflung drehte er sich wieder zu Skar. Doch dieser war verschwunden.

    Mika: „Wo bist du hin? Warum lässt du mich hier zurück?“

    Das Wasser war in der Zeit weiter gestiegen, schon bald kann Mika nicht mehr stehen. Alle Freude war gewichen, nur die Dunkelheit blieb und der Himmel so grau. Ein Sturm zieht auf. Wellen umspülen Mika. Zur Kälte gesellt sich nun der Lärm. Mika versucht dagegen anzuschwimmen, doch Welle um Welle bricht krachend über ihm zusammen.

    Mika: „Ich will hier nicht sein, warum lässt du mich zurück? Bring mich zurück, du hast es mir versprochen! Skar...“


    Ein Donner ertönt und der Sturm erstarkt. Mikas Verzweiflung nimmt zu. Ein Flüstern dringt an sein Ohr. Erst ist es nicht zu verstehen, doch dann wird es klarer.

    Skar: „Ich weise dir lediglich den Weg zu deinem Ziel, kra. Doch das Ziel bestimmst nur du! Was schmeckst du?“

    Mika hat nun große Mühe über Wasser zu bleiben, schon zu viel Wasser hatte er geschluckt.

    Mika: „Salz! Das Wasser... es schmeckt nach Salz!“

    Skar: „Ist dem so? Du entscheidest, kra.“

    Mika kämpft weiter, doch schon bald würde sein Kampf ein Ende finden. Die Kälte, der Krach oder die fehlende Luft zum Atem, eines davon würde den Kampf entscheiden. Mikas Anstrengungen schwinden, seine Kraft lässt nach.

    Mika: „Ich... es... es schmeckt nach Honig!“

    Nur sehr leise und schwach kann Mika mit seiner letzten Kraft ausdrücken, was er schmeckt. Noch im selben Augenblick verzieht sich der Sturm und das Wasser verschwindet. Ausgezehrt liegt Mika am Boden. Neben ihm steht Skar. Er beugt sich zu ihm herab und reicht Mika eine Hand, dann zieht er ihn an sich heran. Schützend legen sich Skars hölzerne Flügel um ihn.

    Skar: „Du hast dein Ziel noch nicht erreicht. Es ist aber nicht mehr weit, kra. Und jetzt leg sie ab, du brauchst sie nicht, deine Einsamkeit.“


    Duft

    Mika öffnet seine Augen und findet sich auf einer grünen Wiese wieder, viele Blumen blühen hier. Das Summen fleißiger Bienen ist zu vernehmen. Mika lauscht dem sanften Geräusch und bemerkt einen süßlichen Geschmack, der in der Luft zu liegen scheint und an Honig erinnert. Noch während Mika am Boden verharrt, kehrt die Wärme in den kalten Körper zurück. Ebenso warme Sonnenstrahlen berühren Mikas Haut. Noch eine Weile verweilen beide so, bis sich Skar aufrichtet und fragend zu Mika blickt.

    Mika: „Ich kenne deine Frage, die Antwort ist: Ich rieche das frische Gras und den Duft der verschiedenen Blumen. Aber ein Duft ist besonders, am schönsten finde ich den Duft der Gerbera.“

    Skar nickt anerkennend.

    Mika: „Ist das mein Ziel? Kann es bei mir auch so sein?

    Skar: „Es liegt an dir, aber einen Schritt müssen wir noch gehen, kra.“

    Mika: „Ob ich mich an ihn erinnern werden, diesen lieblichen Duft?“


    Sehen

    Skar: „Bist du bereit, den letzten Schritt zu gehen, kra?“

    Mika nickt und zeitgleich verschwindet die Wiese wieder und ein dichter Nebel zieht auf.

    Skar: „Du musst dein Ziel finden, frage dich, was willst du sein, wo willst du sein?“

    Ziellos läuft Mika im Nebel umher, nichts ist zu erkennen, alles scheint so still. Langsam kehrt Mika in sich. Im Augenblick nimmt er nur sein eigenes Atmen war. Da fällt es Mika auf, auch wenn nichts zu sehen ist, so ist doch alles noch da. Die Wärme auf seiner Haut, der glatte Sand unter seinen Füßen. Dann kommen auch die Geräusche zurück, zuerst das Zwitschern der Vögel, dazwischen das Quaken eines Froschs und schließlich das Summen der Bienen. Der Nebel beginnt sich zu lichten. Da schmeckt Mika Honig. Der Nebel ist nun gänzlich verschwunden und Mika steht auf einem sandigen Hügel. Er blickt hinab in ein Tal, da ist die große Blumenwiese, die zum Zentrum des Tals in einen dichten Wald führt. Mikas Blick streift das Tal und richtet sich dann gen Himmel. Dort zu erkennen ist eine Stadt, die nach unten ragt. Steinerne Häuser und dazwischen vereinzelte Bäume. Überreste vom Nebel ziehen noch zwischen den Häuserwänden durch.

    Skar: „Was du siehst, liegt jetzt nur an dir, kra. Es ist an der Zeit, dich zu Entscheiden. Du kannst bleiben, dann bleibst du aber allein, die ganze Zeit nur mit mir. Oder du gehst und lässt mich hier zurück, kra.“

    Mika sieht noch einmal herab ins Tal, aber sein Blick richtet sich dann wieder zurück zur Stadt im Himmel.

    Mika: „Noch fällt es mir schwer, doch mit der Zeit werde ich es schaffen, es wird mir gelingen… das Sehen!


    nicht mehr ganz so grau

    Mika sieht weiter auf zur Stadt und die Tür fällt zu. Er findet sich in seinem Zimmer wieder, schaut sich um, doch die eine Tür ist nicht mehr. Er geht ein paar Schritte zum Fenster und sieht hinaus. Die Sonne bricht langsam durch die Wolkendecke. Mika fühlt, wie ihre Lichtstrahlen die Hautstellen erwärmen, auf die sie treffen. Dann vernimmt er ein leises Zwitschern von der anderen Seite, irgendwo auf dem gegenüberliegenden Haus muss ein Vogel sitzen. Ein bekannter Duft steigt Mika in die Nase. Auf dem Tisch in der Mitte des Raumes steht eine Vase, darin befindet sich ein kleiner Gerberastrauß, er steht schon die ganze Zeit da, aber Mika hatte ihn nicht wahrgenommen. Mika bemerkt auch noch etwas anderes. An der Wand, an der sein Bett steht, sind längliche Schatten zu sehen, die sich links und rechts auffächern und so die Form von Flügeln aufweisen. In der Mitte laufen sie zusammen und formen einen Stamm. Noch einmal sieht Mika aus dem Fenster, darauf bedacht, ihren Ursprung zu finden. Sie können nur von einem Baum stammen, der unweit draußen vor dem Fenster an der Straße steht. Dieser trägt schon seit langem keine Blätter mehr, bis jetzt. Denn da war es, ein einzelnes grünes Blatt. Mikas Welt ist nun nicht mehr ganz so grau und so zaubert der alte Baum mit seinem Blatt ein kleines Lächeln in Mikas Gesicht.

  • Wirklich sehr schön geschrieben Charon

    Doch eigentlich mag ich diesee erzählweise nicht so.

    Das heißt jedoch nicht, das ich deinen Text nicht mag oder ähnliches.

    Im Gegenteil! :super:

    Am meisten hat mir Gesang gefallen.

    Das hat mich an vorletztes Wochenende erinnert, als ich ca. einen Kilometer (ohne Licht durch Straßenbeleuchtung oder Licht generell) durch einen Wald laufen musste.

    Zuerst bemerkst du nichts und dann ... huch! Eine Gruppe Wildschweine keine Zwei Meter von dir entfernt.:fie:

    Natürlich habe ich da erstmal total den Schrecken bekommen und dann habe ich um so genauer auf meine Ohren geachtet.

    Man glaubt gar nicht wie laut so ein Wald des nachts sein kann.


    Also als Buch würde ich es zwar nicht Lesen, aber als Theater würde ich es mir auf jeden Fall ansehen.^^

    Das ist auf einer Ebene, die meiner Meinung nach Faust von Goethe nahe kommt. :thumbup:

    Lg und möge deine Fantasie mit dir sein. (Ich freue mich über mehr! )

  • Hallo AFG ,


    vielen Dank für deinen Kommentar. :)

    Doch eigentlich mag ich diesee erzählweise nicht so.

    Die ist hier extra so für die Geschichte gewählt, bei anderen zukünftigen Geschichten wird das auch noch anders werden, darfst also gespannt bleiben.

    Am meisten hat mir Gesang gefallen.

    Mir selbst gefällt Wärme am besten, aber Gesang ist unter anderem so geschrieben, wie du es selber beschreibst. Manchmal weiß man gar nicht, was einem so entgeht, wenn man nicht genau hinhört.

    Also als Buch würde ich es zwar nicht Lesen, aber als Theater würde ich es mir auf jeden Fall ansehen.

    Als Buch wäre es auch etwas kurz, aber die Vorstellung von einem kurzem Theaterstück gefällt mir sehr gut. Ich suche mir dann mal freiwillige als Schauspieler. :D

    Das ist auf einer Ebene, die meiner Meinung nach Faust von Goethe nahe kommt.

    Da bin ja etwas überrumpelt, so viel Lob hätte ich gar nicht erwartet. Selbst bin ich da gar nicht mal so sehr deiner Meinung, für mich ist Faust schon noch etwas ganz anderes. :saint: