Was macht ihr aus euren Geschichten?

Es gibt 27 Antworten in diesem Thema, welches 959 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (20. Juni 2024 um 08:36) ist von Jennagon.

  • Ich gebe es zu: Ich bin neugierig, was ihr macht und warum ihr es macht. Deshalb fange ich mit mir an.

    Ich habe als Jugendlicher mit pen-and-paper Rollenspielen angefangen. Mein größter Spaß war, Spielleiter zu sein und mir selbst Welten/Geschichten auszudenken.

    Nach einigen Jahren fing ich an, Geschichten auszuformulieren, wie ihr es hier macht und Soloabenteuer zu schreiben. Um eine Veröffentlichung scherte ich mich damals nicht.

    Wieder einige Jahre später schrieb ich ein 800-Normseiten-Buch und fing ein zweites an. Ich versuchte, es zu veröffentlichen, indem ich (zumindest halbwegs bekannte) Verlage und Literaturagenten anschrieb. Wie ihr euch denken könnt, blieb der Erfolg aus.

    Die Lehre die ich daraus zog, war: Ich will wissen, wie das Verlags- und Buchwesen funktioniert.

    Deshalb gründete ich einen Hobby-Verlag, in dem ich Sachbücher über regionale Themen veröffentlichte, z.B. Bergbau, Stadtgeschichte. Das erste Buch schrieb ich selbst. Sobald dieser Schritt getan war, suchte ich nach Autoren, die weitere Bücher zu entsprechenden Themen verfassten. Nach etwa 5 Büchern war der Verlag bekannt genug, damit Autoren auf mich zukamen. Das lag unter anderem daran, dass ich keine Druckkostenzuschüsse verlangte und mich um das Layout kümmerte.

    Geld verdiente ich damit nicht. Alles, was reinkam, investierte ich in neue Bücher.

    In dieser Zeit musste ich mich zum ersten Mal ernsthaft mit Marketing beschäftigen. Es war eine Welt für sich, und mit begrenzten Mittel waren auch nur begrenzte Erfolge möglich. Glücklicherweise war die Leserschaft – was selbstverständlich für regionale Bücher ist – in der Nähe angesiedelt. Deshalb konnte ich mit örtlichen Buchhändlern und anderen Verkaufsstellen persönlich reden und mich selbst um die Auslage von Werbe-Broschüren kümmern.

    Fiktionale Bücher wie Fantasy-Geschichten fasste ich nicht an, da ich immer an Leute denken musste, die ihre Bücher bei Lesungen verzweifelt selbst vermarkten. Ich dachte nicht einmal darüber nach, meinen eigenen Roman zu veröffentlichen.

    Nach etwa fünf Jahren musste ich den Verlag aufgeben, da mein Arbeitgeber mir die Nebentätigkeit verbot. Ich verschenkte alle Bücher an die Autoren und ging zum Glück null-auf-null aus der Geschichte heraus.

    Anfang 2023 erteilte meine Arbeitgeber mir wieder die Erlaubnis, einen Verlag zu betreiben. Ich sah jedoch davon ab, da das Geschäft mit gedruckten Büchern meiner Meinung nach immer schlechter wird. Nicht zuletzt deshalb, weil es kaum noch Buchhandlungen gibt.

    Deshalb entschloss ich mich, Geschichten in digitaler Form zu veröffentlichen und programmiere seit etwa 1 ½ Jahren an einem entsprechenden System.

    Demnächst muss ich mich ums Marketing kümmern. Twitter, Youtube etc.

    ***Fall ihr euch jetzt fragt: Warum hat er diesen Beitrag geschrieben?

    Ganz einfach: Ich bin neugierig, was ihr aus euren Geschichten macht.

    Wie veröffentlicht ihr sie (außer hier)? Welche Werbung und Social Media Maßnahmen betreibt ihr? Wollt ihr gelesen werden? Welcher Aufwand neben dem Schreiben ist ok für euch?

  • Ganz einfach: Ich bin neugierig, was ihr aus euren Geschichten macht.

    Wie veröffentlicht ihr sie (außer hier)? Welche Werbung und Social Media Maßnahmen betreibt ihr? Wollt ihr gelesen werden? Welcher Aufwand neben dem Schreiben ist ok für euch?

    Im Grunde veröffentliche ich gar nicht, außer häppchenweise in einem anderen Forum. Das dient aber eher meiner Weiterentwicklung und der des momentanen Textes.

    Werbung? Brauche ich dafür nicht.

    Jeder, der schreibt, möchte gelesen werden. Allerdings solltest Du zwischen "gelesen werden" und "veröffentlichen" (in gedruckter Form) unterscheiden. Ersteres kann man im Internet erreichen, zweiteres am ehesten über SP.

    Welcher Aufwand wofür?

  • Welcher Aufwand wofür?

    Im Grunde genommen hast du die Frage schon beantwortet: Ich meinte Social-Media, Lesungen. Kurzgeschichtenwettbewerbe, Messen etc.

    Meiner Erfahrung nach ist Martketing der einzige Weg um seine "Reichweite" zu vergrößern.

    edit: Vorausgesetzt, man ist daran interessiert.

  • Welcher Aufwand wofür?

    Im Grunde genommen hast du die Frage schon beantwortet: Ich meinte Social-Media, Lesungen. Kurzgeschichtenwettbewerbe, Messen etc.

    Meiner Erfahrung nach ist Martketing der einzige Weg um seine "Reichweite" zu vergrößern.

    edit: Vorausgesetzt, man ist daran interessiert.

    Zunächst brauchst Du erst einmal ein physisches Ergebnis, sprich fertiges Buch.

    Und ja, auf FB, Tiktok, Insta solltest Du präsent sein, zumindest als SP. Wenn Du bei einem Verlag untergekommen bist, ist es etwas einfacher.

  • Da überkömmet mich spontan ein Fragilein: Wieso hat dir der Arbeitgeber den Nebenjob verboten? Das darf er doch nur, wenn es entweder "Konkurrenz" zum Hauptjob gibt oder du soviel Zeit und Energie reingepulvert hast, dass es für den Hauptjob nicht mehr reichte... Das kommt mir sehr merkensgewürzig vor.


    Zum gefragten Thema: Ich will nicht veröffentlichen im Sinne von "Buch aufm Markt". Ist mir viel zu viel Arbeit. Ich schreibe auf, was ich in den verwunschenen Synapsenknoten meiner internen Festplatte finde und freu mich dran. Manchmal sitz ich aus Versehen vorm PC dabei und dann landet es hier im Forum. Ist aber selten. Und dann meist nicht komplett (leider, sorry!)

    Ich bin zu sprunghaft in meinem "To-do-Ta-Daaa!" als dass ich ernsthaft Gedanken um weiterführende Gedanken denken würde. Denken ist eins meiner Hauptprobleme. :D

    Der Unterschied zwischen dem, was Du bist und dem, was Du sein möchtest, liegt in dem, was Du tust.
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    Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?

  • Ich arbeite im öffentlichen Dienst. Da herrscht oftmals extreme Willkür und man kann sich kaum wehren. Kollegen haben sie das Fußballspielen wegen zu großer Verletzungsgefahr verboten. Bei mir war die Begründung, dass zu viele Überstunden nötig sind, der Krankenstand zu hoch ist und deshalb zeitintensive Nebentätigkeiten untersagt werden müssen. Wir sollen uns in der Freizeit erholen. Kam aus dem Ministerium, also von der Politik.

  • Bei mir war die Begründung, dass zu viele Überstunden nötig sind, der Krankenstand zu hoch ist und deshalb zeitintensive Nebentätigkeiten untersagt werden müssen.

    Was wäre (rein theomeretisch betrachtet) passiert, wenn du dich geweigert hättest?

    Der Unterschied zwischen dem, was Du bist und dem, was Du sein möchtest, liegt in dem, was Du tust.
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    Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?

  • Ganz einfach: Ich bin neugierig, was ihr aus euren Geschichten macht.

    Wie veröffentlicht ihr sie (außer hier)? Welche Werbung und Social Media Maßnahmen betreibt ihr? Wollt ihr gelesen werden? Welcher Aufwand neben dem Schreiben ist ok für euch?

    Ich veröffentliche meine Geschichten. Meine erste Fantasyserie erschien 2017 bei den Dark Diamonds (ein Imprint des Carlsen Verlags). Als ich 2020 die Rechte zurückbekam, veröffentlichte ich die sechs Bände als Selfpublisherin. Die Reihe läuft jetzt nicht super, aber sie läuft bis heute. Ich freue mich täglich daran, meine Statistiken anzuschauen und bin immer gespannt, wenn einer Band 1 beendet hat, ob er weiterliest. 2022 kam der erste Band meiner neuen Fantasyserie im Weltenbaum Verlag heraus. Die Reihe läuft leider nicht gut. Ich habe für mich selbst beschlossen, alle meine zukünftigen Bücher als Selfpublisherin herauszugeben, weil es mich ungeheuer stresst, wenn Absprachen mit dem Verlag nicht eingehalten werden oder wenn der Verlag einfach nach Erscheinen von Band 3 die Herausgabe der weiteren Bände der Serie verweigert (wie gerade geschehen). Ich bilde mir ein, dass ich auch diese Serie zum Laufen bringen könnte, wenn ich alles selbst organisieren könnte. Leider bin ich da jetzt noch fünf Jahre gebunden und muss abwarten.

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin * Dark Prince

  • Ich hätte ein Disziplinarverfahren bekommen, bei dem man theoretisch eine disziplinarische Strafe ausgesprochen hätte, die man vermutlich immer weiter erhöht hätte, bis ich mich gebeugt hätte.

    Natürlich hätte ich mich wehren können, indem ich ein Gericht eingeschaltet hätte. Selbst wenn man in so einem Falle gewinnt, ist man (freundlich ausgedrückt) als übler Querulant gebrandmarkt und wird im folgenden gemieden und geschnitten. Mit anderen Wort, der Job wird in den nächsten Jahren (vermutlich) ziemlich stressig, da man sich eine Menge Grabenkämpfe aufhalst.

    Ich war unterm Strich gesehen zu feige und bequem und hatte keine Lust, mir entsprechenden Ärger, Kosten und Zeitaufwand anzutun.


    Ich veröffentliche meine Geschichten. Meine erste Fantasyserie erschien 2017 bei den Dark Diamonds (ein Imprint des Carlsen Verlags). Als ich 2020 die Rechte zurückbekam, veröffentlichte ich die sechs Bände als Selfpublisherin. Die Reihe läuft jetzt nicht super, aber sie läuft bis heute. Ich freue mich täglich daran, meine Statistiken anzuschauen und bin immer gespannt, wenn einer Band 1 beendet hat, ob er weiterliest. 2022 kam der erste Band meiner neuen Fantasyserie im Weltenbaum Verlag heraus. Die Reihe läuft leider nicht gut. Ich habe für mich selbst beschlossen, alle meine zukünftigen Bücher als Selfpublisherin herauszugeben, weil es mich ungeheuer stresst, wenn Absprachen mit dem Verlag nicht eingehalten werden oder wenn der Verlag einfach nach Erscheinen von Band 3 die Herausgabe der weiteren Bände der Serie verweigert (wie gerade geschehen). Ich bilde mir ein, dass ich auch diese Serie zum Laufen bringen könnte, wenn ich alles selbst organisieren könnte. Leider bin ich da jetzt noch fünf Jahre gebunden und muss abwarten.

    Klingt im Grunde genommen super. Schade, dass es mit dem Verlag am Ende so schief gelaufen ist. Ich habe auch schon öfters von mittleren und größeren Verlagen gehört, dass sie knallhart die Reißleine ziehen, wenn es sie anfangen draufzulegen und keine Hoffnung mehr sehen.

    Als Selbstpublisher ist es natürlich ziemlich hart, weil dir die Synergie-Effekte mit anderen Büchern und Autoren fehlen. Hast du mal darüber nachgedacht, zu einem kleinen, engagierten Hobby-Verlag zu gehen, der dich ins Marketing mit einbezieht und dir die Rechte zurückgibt, falls ihr euch aus irgendeinem Grund trennt.

    Ich gehe öfters auf Rollenspiel-Convention. Da sind sind meistens auch Vertreter von kleinen (eventuell Hobby-) Verlagen, die Fantasy veröffentlichen, mit denen man ins Gespräch kommt. Die Mainzer Minipresse (Buchmesse für Kleinverleger) ist auch ein guter Ort für solche Dinge. Dort trifft man aber kaum Verlage mit einem Fantasy-Programm.

    Einmal editiert, zuletzt von Chaos Rising (18. Juni 2024 um 19:21) aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Hans mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Nun ja, einen eigenen Verlag "nebenbei" führen, empfinde ich nicht als Freizeitaktivität wie Angeln oder der Besuch auf dem Flohmarkt. Du listest ja selbst Tätigkeiten auf, die mal nicht so im Vorbeigehen zu machen sind. Von daher kann ich die Vorgesetzten verstehen. Immerhin wirst Du am Ende hoffentlich weitaus besser als viele Rentner dastehen ...

  • Nun ja, einen eigenen Verlag "nebenbei" führen, empfinde ich nicht als Freizeitaktivität wie Angeln oder der Besuch auf dem Flohmarkt. Du listest ja selbst Tätigkeiten auf, die mal nicht so im Vorbeigehen zu machen sind. Von daher kann ich die Vorgesetzten verstehen. Immerhin wirst Du am Ende hoffentlich weitaus besser als viele Rentner dastehen ...

    Es stimmt natürlich, dass man in einen Verlag Einiges investieren muss. Auf der anderen Seite gibt es z.B. Alkoholiker im öffentlichen Dienst, denen man einfach bescheinigt, dass sie krank sind und das Trinken nicht unterlassen können. Man setzt man sie dann an Aufgaben, bei der sie nicht viel Schaden anrichten können.

    Die Maßstäbe, die bei einigen Dingen angelegt werden, sind natürlich „schwierig“.

    edit: Problematisch finde ich es auch, wenn Dinge nach dem Gießkannen-Prinzip verboten werden, wie es bei meiner Behörde der Fall war. Ohne Einzelfall-Überprüfung, ob die Nebentätigkeit dem Job schadet.

    Unterm Strich gesehen war das Ergebnis bei mir, dass ich mir ein neues Hobby gesucht habe, das genauso viel Zeit kostet. Jetzt ist es bei mir Schreiben, Programmieren und (in Zukunft) vermarkten. Da ich jedoch das digitale Spielbuch kostenlos anbiete und kein Gewerbe anmelde, kann man es mir nicht so einfach verbieten und auch nicht nachvollziehen, was ich reinstecke.

    Meiner Meinung nach gehen solche Verbots-Geschichten für denjenigen, der sie ausspricht, schnell nach hinten los.

  • Als Selbstpublisher ist es natürlich ziemlich hart, weil dir die Synergie-Effekte mit anderen Büchern und Autoren fehlen. Hast du mal darüber nachgedacht, zu einem kleinen, engagierten Hobby-Verlag zu gehen

    Da sehe ich ehrlich gesagt keinen Vorteil. Schon bei dem Kleinverlag hatte ich den Eindruck dass ich das Marketing eh fast alleine mache und es kaum Synergie-Effekte gibt.

    Für meine SP-Reihe habe ich mich mit anderen SP-Autorinnen zusammengetan und wir machen viermal im Jahr gemeinsame Werbeaktionen. Das läuft total gut und ist eine viel bessere Werbung als alles Social-Media-Gedöns mit dem ich ja auch schon massenhaft Zeit totgeschlagen habe - und das immer nur punktuell mal einzelne Verkäufe bringt.

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin * Dark Prince

  • Da sehe ich ehrlich gesagt keinen Vorteil. Schon bei dem Kleinverlag hatte ich den Eindruck dass ich das Marketing eh fast alleine mache und es kaum Synergie-Effekte gibt.

    Für meine SP-Reihe habe ich mich mit anderen SP-Autorinnen zusammengetan und wir machen viermal im Jahr gemeinsame Werbeaktionen. Das läuft total gut und ist eine viel bessere Werbung als alles Social-Media-Gedöns mit dem ich ja auch schon massenhaft Zeit totgeschlagen habe - und das immer nur punktuell mal einzelne Verkäufe bringt.

    Ich denke, das hängt unheimlich stark vom Verlag ab. Wenn ein Verlag kaum Marketing macht, braucht man ihn nicht, denn genau das ist sein Job.

    Meiner Meinung nach ist es für einen Verlag ähnlich schwer, passende Autoren zu finden, wie umgekehrt. Wenn du mit anderen Autoren zusammenarbeitest, ersetzt das im Großen und Ganzen den Verlag, denn ein Kleinverlag kann vermutlich nicht mehr leisten.

    Social-Media ist natürlich nicht für alles gleich gut geeignet. Ich finde, bei einem Buch genügt es, genug Präsenz zu haben, dass man dort gefunden wird, falls jemand explizit danach sucht. Jede Woche zwei TicTok-Videos sind völlig übertrieben.

    Ich fand es immer interessant, mit anderen Kleinverlegern zu reden. Manchmal kam dabei heraus, dass man sich gegenseitig durch Auslegen von Werbung auf Veranstaltungen, bei denen der andere nicht anwesend war, unterstützt hat.

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    Ich habe für mich selbst beschlossen, alle meine zukünftigen Bücher als Selfpublisherin herauszugeben, weil es mich ungeheuer stresst, wenn Absprachen mit dem Verlag nicht eingehalten werden oder wenn der Verlag einfach nach Erscheinen von Band 3 die Herausgabe der weiteren Bände der Serie verweigert (wie gerade geschehen). Ich bilde mir ein, dass ich auch diese Serie zum Laufen bringen könnte, wenn ich alles selbst organisieren könnte. Leider bin ich da jetzt noch fünf Jahre gebunden und muss abwarten.

    Was war denn die Begründung für die Ablehnung der weiteren Bände? Klassisch sind Verlage ja nicht so scharf auf unfertige Reihen xD
    Kannst du da nicht ggfs. nen Aufhebungsvertrag machen, wenn du da eh rauswillst und scheinbar ja alle unzufrieden sind?

    SP wäre nichts für mich, ich bin sehr froh, dass der Verlag damals die Kosten für Lektorat/Korrektorat, Cover und den Buchsatz etc übernommen hat :D

    Zum eigentlichen Thema:
    Ich schreibe meine Geschichten erstmal, weil cih sie erzählen will - ob sie dann veröffentlicht werden (können) zeigt sich dann erst :D
    Aber ich gehe nicht mit dem Ziel da ran, dass ich eine bestimmte Anzahl an Bänden haben will - es werden so viele wie es eben braucht, um die Geschichte zu erzählen. Und um jeden Preis veröffentlichen und/oder damit Geld verdienen möchte ich auch nicht - ich werde z.B. meine Geschichte nicht an das anpassen, was grade "in" ist xD

  • Was war denn die Begründung für die Ablehnung der weiteren Bände? Klassisch sind Verlage ja nicht so scharf auf unfertige Reihen xD
    Kannst du da nicht ggfs. nen Aufhebungsvertrag machen, wenn du da eh rauswillst und scheinbar ja alle unzufrieden sind?

    Es gibt keine offizielle Begründung. Aber es liegt sicher daran, dass die Reihe schlecht läuft. Der dritte Band, der nun der Abschlussband der Trilogie ist, endet auf der Hälfte eines geteilten Manuskripts mit einem Cliffhanger! Schrecklicher geht es kaum. Wie habe ich erklärt und gebettelt, dass Band 3 und 4 bitte kurz hintereinander erscheinen! Aber zuerst lag Band 3 über ein Jahr im Lektorat und kam überhaupt nicht zu mir zurück. Dann habe ich mich deswegen mit dem Lektor überworfen und bekam einen anderen Lektor ... und dann erfahre ich bei der Veröffentlichung, dass es für den Verlag der Abschlussband ist. Die Leser müssen mich für einen Vollpfosten halten. Ich bekam auch einige verwunderte Anfragen von Bloggern und habe jedem ellenlange Briefe geschrieben, um das zu erklären. Meine Betreuerin weiß, dass die Reihe sechs Bände hat, und hat mir beim Vertragsabschluss hoch und heilig versprochen, dass sie egal, wie es läuft, auch alle sechs veröffentlicht. Leider habe ich das nicht schriftlich.

    Es war schon genauso bei meiner ersten Reihe. Auch der damalige Verlag hat nach Band 4 die Reihe einfach beendet, obwohl sie 6 Bände hatte. Jedoch war es damals fairer, weil man mir vorher gesagt hat, dass ich mindestens 2000 Verkäufe haben muss und ansonsten die Reihe eingestellt wird. (Deshalb habe ich mich gezwungen gefühlt, wie eine Wahnsinnige über Social Media Posts und Aktionen zu veranstalten, um dieses Ziel auf keinen Fall zu verpassen. Ich war damals unter Dauerstress, weil ich dachte, die Chance meines Lebens darf ich nicht verfehlen). Ich hatte immerhin 1500 erreicht ... doch das war gemäß Absprache nicht genug.

    Das reicht mir jedenfalls an Frust über nicht eingehaltene Absprachen und abgebrochene Reihen. Nie wieder.

    Einen Aufhebungsvertrag könnte ich machen. Dann müsste ich mich jedoch verpflichten, alle bis jetzt vom Großhandel gekauften und gedruckten Bücher der Reihe, die noch nicht verkauft wurden (können an die hundert sein) selbst zu kaufen. Das würde mich also mindestens einen oder zwei Tausender kosten. Das werde ich nicht tun. Dann warte ich lieber und investiere das Geld in den Neuauftritt der Reihe.

    Aber ich gehe nicht mit dem Ziel da ran, dass ich eine bestimmte Anzahl an Bänden haben will - es werden so viele wie es eben braucht, um die Geschichte zu erzählen. Und um jeden Preis veröffentlichen und/oder damit Geld verdienen möchte ich auch nicht - ich werde z.B. meine Geschichte nicht an das anpassen, was grade "in" ist xD

    Ich würde sehr gerne mal einen Einzelband schreiben. Aber meine Geschichten werden immer lang. Unter 6 Bänden kann ich einfach nicht. Aber ich träume durchaus davon, die Geschichten zu veröffentlichen. Solche Ziele wie mein erster Verlag wollte - "2000 Bücher verkaufen" - werde ich mir aber nie wieder setzen, weil ich diesen ungeheuren Druck auch nicht mehr erleben will. Dann bleibe ich lieber eine unbekannte Kleinautorin. Mein Ziel ist es, ein paar Leser zu finden und mit ihnen darüber zu diskutieren, was sie von meinen Geschichten halten ... und die Kosten, die ich habe, wieder hereinzubekommen. Ein realistisches Ziel, das ich bis jetzt schon erreicht habe und hoffe, auch in Zukunft mit neuen Büchern erreichen zu können. Denn: Wenn man sich nicht zu große Zwänge auferlegt und auch nicht zu hohe Ziele setzt, macht Selfpublishing und auch Selfmarketing durchaus Spaß.

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin * Dark Prince

  • Einen Aufhebungsvertrag könnte ich machen. Dann müsste ich mich jedoch verpflichten, alle bis jetzt vom Großhandel gekauften und gedruckten Bücher der Reihe, die noch nicht verkauft wurden (können an die hundert sein) selbst zu kaufen. Das würde mich also mindestens einen oder zwei Tausender kosten. Das werde ich nicht tun. Dann warte ich lieber und investiere das Geld in den Neuauftritt der Reihe.

    Wollen sie dir die Bücher zum Ladenpreis verkaufen?

    Ich hatte damals nur einen Vertrag mit einem Barsortiment (ich nenne den Namen nicht, da ich mir nicht sicher bin, ob ich das darf). Denen musste ich 50% Rabatt geben + 3% Skonto. Außerdem ging der Versand auf meine Kosten. Damit lag der effektive Rabatt bei rund 65%. Ich vermute, das andere Barsortiment handhabte es ähnlich.

    Vielleicht lässt sich beim Preis noch etwas machen, denn die Konditionen bei den Barsortimenten sind im Großen und Ganzen durch das Buchpreisbindungsgesetz festgeschrieben.

    Edit: 50% Autorenrabatt waren damals bei Kleinverlagen branchenüblich. Wenn man zusätzliche Exemplare für den Autor drucken ließ und der Autor sich an der Werbung beteiligte, überließ am sie ihm für den Druckpreis. War aber im Sachbuch-Geschäft. Keine Ahnung, wie es üblicherweise bei Romanen läuft.

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    Für Chaos Rising und mich war recht früh klar, dass wir zu einem Verlag wollen, auch, weil alles Zukünftige etwas leichter ist. Allerdings versteifen sich große Verlage, wie bei uns der PIPER, jetzt auch nicht auf das Marketing kleiner und unbekannter Autoren. Da läuft bisschen was über Social Media, aber ansonsten ist man ähnlich wie ein SPler auf sich gestellt.

    Die Vorteile sind jedenfalls, wie Chaos schon sagte, dass Lektorat/Korrektorat, Buchsatz, Cover, aber auch, dass man die Chance hat, wenn die Bücher/Reihen zu Ende geschrieben sind, in einen Übersetzungskatalog reinzukommen, auf den andere Verlage anderer Länder Zugriff haben. Das ist als Spler natürlich extrem schwierig.

    Ich schreibe persönlich immer erstmal zur Unterhaltung. Veröffentlichen kommt bei mir erstmal gar nicht infrage, solange ich nicht wirklich 100% zufrieden wäre. Das würde ich vielleicht, wenn alles rund ist, eher sehr nebenbei versuchen. Erstmal vermarkten, was man bereits hat, dann mal schauen.

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    Es gibt keine offizielle Begründung.

    Naja irgendwas müssen sie ja gesagt haben als sie es abgelehnt haben oder? xD

    Hat der Lektor denn irgendwas gesagt?
    Scheint mir schon auffällig, dass das in beiden Reihen passiert ist :hmm: Entweder wollen sie nur Trilogien haben (aus iwelchen (Vermarktungs?)Gründen?) oder es muss ja einen anderen Grund geben :hmm:

    2000 Bücher ist schon wirklich viel für unbekannte Autoren :hmm:


    Ich würde sehr gerne mal einen Einzelband schreiben. Aber meine Geschichten werden immer lang. Unter 6 Bänden kann ich einfach nicht.

    Du hast ja gesagt, dass du nicht groß plottest, sondern mehr schaust wo die Geschichte hingeht (was ja durchaus legitim ist, wenn man das möchte xD)
    Aber woher weißt du denn, wie viele Bände die Geschichte hat, bevor du den Plot weißt? :hmm:

  • Aber woher weißt du denn, wie viele Bände die Geschichte hat, bevor du den Plot weißt? :hmm:

    Das weiß ich natürlich vorher nie. Ich habe das auch nie vor. Aber ich würde mich nie mit einer unfertigen Geschichte bei einem Verlag bewerben. Das heißt, die sechs Bände waren schon fertig, als ich mich beworben habe. (Bei beiden Verlagen). Und ich habe das auch so kommuniziert.

    Naja irgendwas müssen sie ja gesagt haben als sie es abgelehnt haben oder? xD

    Der Witz ist doch dass sie nichts abgelehnt haben. Band 3 lag ein ganzes Jahr beim Lektor. Irgendwann wurde mir mitgeteilt wann es erscheint und in der Verlagsankündigung beim Release durfte ich dann lesen "Der 3. Band einer abgeschlossenen Trilogie". Und weil es sowieso schon alles so schlecht gelaufen ist und ich es nicht mehr ändern konnte, habe ich mich darüber nicht beschwert und auch nicht nachgefragt was das soll. (Welchen Sinn hätte das denn gehabt?). Ich will die weiteren Bände jetzt auch gar nicht mehr bei dem Verlag erscheinen lassen. Ich will da nur noch heraus.

    Scheint mir schon auffällig, dass das in beiden Reihen passiert ist :hmm: Entweder wollen sie nur Trilogien haben (aus iwelchen (Vermarktungs?)Gründen?) oder es muss ja einen anderen Grund geben :hmm:

    Verlage wollen Geld verdienen. Wenn nicht das reinkommt, was sie erhoffen, bist du raus.

    Edit: 50% Autorenrabatt waren damals bei Kleinverlagen branchenüblich.

    :rofl:

    Die Rabatte, die ich bisher bekam, waren davon weit entfernt. Ob ich bei einer Menge von 100 mehr bekommen würde, weiß ich nicht. Auf so eine Idee bin ich bisher nicht gekommen. Ich würde aber auch nicht 500 € zahlen wollen. (Und dann die Prints selbst bewerben und aus Schweden mit überteuertem Porto verschicken müssen? Ziemlich blöde Idee und nichts für mich.)

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin * Dark Prince

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    Der Witz ist doch dass sie nichts abgelehnt haben. Band 3 lag ein ganzes Jahr beim Lektor. Irgendwann wurde mir mitgeteilt wann es erscheint und in der Verlagsankündigung beim Release durfte ich dann lesen "Der 3. Band einer abgeschlossenen Trilogie". Und weil es sowieso schon alles so schlecht gelaufen ist und ich es nicht mehr ändern konnte, habe ich mich darüber nicht beschwert und auch nicht nachgefragt was das soll. (Welchen Sinn hätte das denn gehabt?). Ich will die weiteren Bände jetzt auch gar nicht mehr bei dem Verlag erscheinen lassen. Ich will da nur noch heraus.

    Aber es könnte auch genausogut nur ein Fehler gewesen sein, der sich mit kurzer Kommunikation beheben lassen würde?
    Vielleicht hat einfach jmd nicht mitbekommen, dass der 3. Band geteilt wurde und ist davon ausgegangen dass das der 3. ist?
    Ich würde schon mal nachfragen, das klingt schon mehr nach Missverständnis :hmm:

    und das es lange beim Lektor liegt kann auch viele Gründe haben :hmm:

    Ich persönlich sehe da jetzt erstmal wenig Problem, aber ds ist natülrich deine Sache :D